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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-09 · Heft 347 (9.1.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 347 (9.1.1920)
Date
1920-01-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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'Nr. 347 Men, Freitag bre Abstempelung ber oftetteid& if <fi*utta<Mfchen Banknoten a b* geschlossen. Es wurne die G'samtfumme der abgestempelten Noten iestgeflrllt und die Stampigl-rn wurden vernichtet. Ressort-, chef Dr. Georg Ned-cu erklärte einem Jomnalrsten gegenüber, daß in Slebenbürgen Banknoten im Werte von Sv, Mkllia'.den abgestemvrlt wurden. Außerdem seien gut dem Geb ete deS Gouvernements 600 Millionen ungestempelte- Md 500 Millionen mit f a l s ch e n Stempeln versehcneS Geld «m Umlauf. Ucber Inter vention einer Abordnung der Sicoenbürger Handolskammet erkürte der rumänische Handels« mimster, daß das Verhältnis des anvlich abgrstemp ltrn Geldes zum Ler 1:8 bleibt und auch diesen Handelswert behalten wird, so. daß die Kawleute auch aus dem Gebiete deallen rumänischen Kön'grcickes die abgrstcmpelte Krone im amtlichen Werte werden benützen können. Balutenkurse. Im gestrigen freien Verkehr bestand wieder erhöhtes Intereste für fremde Zahlungsmittel. Es notierten: Lernoten K 6.18, Rubelnot« v K 2.87, portnotc« R 4.20, Dollar K 198.—, Pfund K 740.— und AuszahlungBer link 4.05. Krone «nd polnische Mark. Aus Krakau wird «ns telegraphiert'« Die hiesige Börse reagierte aus bie bekannten Balutüveroldnrrngm des Fmanzministcrö GradSki mit einer stsrken Mark-Baiste. Es hat sich Lianen wenigen Stunden der Kurs 10.) Mark gleich « 100.- sestgrretzt. Neues Kleingeld in Jugoslawien. Aus Belgrad wird gemeldet: Der Fmanrminister hat angrordnet, daß Papiergeld zu 2*/, Pari oder 10 Heller, zu 5 Pari oder 20 Heller und zu 25 Parr oder K 1.— gedruckt werde Dieses Klemgeld wird auf der einen Seite die Dinar-, auf der anderen bie Kronen» Währung zeigen. .Von den GeLreidemärkten. Die amerikanischen Märkte trugen an dm letzten zwei Tagen, ein matteres Gepräge. Wohl verursachten ungünstige Wetterberichte eine vorübergehende Steige« runiZ, der Schluß war matt und d'e Preise angesichts umfangreicher Liqmdmioncn n a ch g e b e « d. B e r l t « meldet eine neuerliche Hafer h a u s s e, da die "Anlieferungen immer mehr abnebmen, auf anderen Gebieten ist die Tendenz prerShalttnV, nur in L u v r n e n liegen billigere Ausacdote vor. Der Prager Markt zeigte wieder lebhaften Verkehr, der stck ur vurckwegs höheren Preisen abwickelte» auf dem hiestgen Platze herrschte Geschafksstillstand. Aus der Wiener Börselrammee. Bei der gestern stattgefundenen «N'»wähl von 55 Schiedsrichtern für daS Schiedsgericht der Warenbranche an der Wiener Börse wurden §9 Stimmen abgegeben und erschemc« als Schiedsrichter Mit der ffunktionsdauer bis Ende Dezember 192t gewählt, die Herren: Armmgrr Otto, Bader Gabriel, Verl Oskar, Bodo Emanucl, Borckenstem Eduard, Brunner Josef, Cahn Ferdinand. Denhof Ludwig. Ftttler Paul, Fischer Max. Flcsch Jose), Fürst Adolf, Gottstein Karl, Grab Emanuel. Hirich Ernst, Igln Rudolf, Kainz Matthias. Knrep Hans, Kraus Joses, Lauter Simon, Mandl Mar. Mannheimer David, Manthner Georg. Mautner Stemn. Medmger Eduard, Moll Rudolf, Möller Hugo, Reitel Lndw g, Re,«mann Hermann. Perutz Josef, Plaischrk Wilhelm. Popper Philipp, Raid August. Reister Chrystvph, Rostnthal Arnold, Rosenthal Josef. Schick Berthold. Schnabel Hemr'ck. Schöna« Friedrich, Seutter Herbert. Sild Konrad, Singer JulmS, Stern Richard. Steinhof Friedrich Karl. Stern Indus, Siraßnh Paul. Stöckln Wilhelm, Straschnow Jnlins,. Stroß Walter, Tlttch Rudolf, Binzl Jm'rf. Wankubng Otlmrar. Weiß Loms, Werthk'mer Zdenko, Winter Huoo. Ber den ebenfalls gestern statt« aefundenen Wahlen von Borsrrälen für die Warensektton der Wiener Börse wurde 73 Stimmen irbgegrben und als Bövenrätr mrt der Funktionsdauer bis Ende Dezember 1921 gewählt, die Herren: Mandl Max, Mäher Franr Zkaver. Mrdinger Eduard, Miller Dr. Heinrich, Moll Rudolt. Rath August, Seybel Otto, Stern Julius, Vinzl Josef. E'ne engere Wahl findet nicht statt. .Konkurs. Vom Handelsgerichte Wien wurde auf eigenen Antrag und aut Antrag eines Gläubigers der Konku S eröffnet über die Firma Franz Arnold & Co., Gemischtwarenhandel und tabriksmäßigec Betrieb des Damettkleidergewerbes. Wien, l.» Bognergaste Nr. 1. Hauptniederlaffnng mit der in Bad Ischl betriebenen Zwcigniedcrlass'.rng. Konkurskomnnsiär: Dr. Artur Re'Sler. Maffeverwalter: Dr. Friedrich Hardunuth, VU., Furth-- gaste Nr. 81. Termine: 19. Jänner, 10 Uhr vormittags, SS. Februar und 3. März. 10 Uhr vormittags. Beendeter Konkurs. Vom Wiener LandtSgerichte wurde bw am 22. November 1919 über das Vermögen des Wilhelm G u t t m a n n. Fabrikant in Liestng, Geschäftsführer der Firma Fabnk chem.-teckm. Produkte Ing. Wilhelm Guilmann Gesellfmafl m. b. H. in Wien. I., Trattnerhof. erostnete Konkurs infolge Siatigebung des Rekurses gegen die KonkirrSeröffnung lss 78 K.-O) autgeboben. / Wiener MsrgenzerLusttz 9. Iffnner 1829 Sekte 7 Wiener Börse. Rach den starken. Entlastnngsabgäben machte sich bei .Beginn der gestrigen Börse wieder rme nambaste AuswärtSbewegung geltend, hervvrgerufm durch größere Käufe für die Provmz. Im Vordergründe des IntcresteS standen Südbahnwcrte, Staatsbahn- und Alpine«Äktren. welch letztere sich gegeü den letzt« gemeldete» Stand um « 305 —erhöhten. Die Strigermig der Staatsbahn-Aktien betrug « 260.-. Lombarden stiegen bis K 772.— um K 89.50» an der Nackbörse bis K 802.-7 um weitere K 30.—, Skoda--Aktien profilierten K 150.—, Nuston K 185.— und von den Banken erhöhten stch Länderbank-Aktirn um « Sr.—. Im Verlaufe des Verkehres verringerten sich die Umsätze, die Spekulation verhielt sich reserviert im Hinblick ans den Eindruck des Expose deS StaatskanzlerS unddeSStaatssekretärssürF'nanzen in der letzt«-« Sitzung des Finanz« und BubgetauSickuffeS, doch ging der feste Gnmdtott des Marktenicht verloren. Die geicha tlicke Tät'gkert im Schranken, wo Eine geteilte Tendenz vorherrschte, war ebenfalls eingeschränkter. Aus dem Transportmarkte gewannen Adria K 200 —, Bwchtehrader lit. K K 300.—, Dampfschiff « 200.—, Waffen K 280.— und Galizia K 425.—, wogegen die übrigen »n den Verkehr gezogenen Effektenaativngen zumeist in schwächerer Richtung verkehrten. So ernräßigten sich Prager E len um « 498.— Karpathen Petroleum um « -640. -, Urckanh um « 165.— und Westböbmifche Kohlen um K 100.-. Aus dem Rentenmarkte war. abgesehen 'von der Mairente. die sich um 2V«% erhöhte, b'll'ger aniukvm«nen. Im übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlußkurse: Industrie-Unternehmungen. Allgem. Baugesrllschast 1000.— (+ 60.—), Unionbau 699.75. (-Wienerberger Zreael 2205.— (— 70.—), Lirsinger Brauerei 1500.— (— 40.— Aussig Cbem. 56<w.— >-\ Brosche Sprntus 8000.— (- 400 —), Ho'lzhandrlSBkllschast 2500.- (4* 100.-), A. E. G. Union Elekt. 1820.— k— 65.-). Siemen? Eckuckert 1390.— l-f- 115.—). Alpine 35)9.— (4- 205.—), Austria Email 2995.— l-Berg u, Hütten 10.000. - (.+ 200.-), Pold,Hütte 2700.— (— 50.— '» Prager Eilen 7500.- l— 498.—), Rima» wuranv 3250.— l-i- 220.—). Sködawerke 2280.— \-b 150.—), Waffensadrik 4900.— '4- 280.—'. Salgo Tarjaner 4350.— <4- 430.—^, Triiailer Kohlen 8300.— >— 50.—', Ung. Allaem. Kohlen 74( 0.- (+ 60.-), Urita 8800.- k- 165.-), Westböhm 4200— (— 100.—), Brünner Maschinen 2450.— (— 50.—), Heidt 900.— (-.—), Lokomstiv Sigl 1445.— (— —Simmennger 1250.— (— 45.—), Lehkam 1598.— (4- 48.—), Karvard'm 110 0 — l— 640,*-^), Galrzia 13.825.— (4- 426.—), Schoeller Zucker 4600.— (-.—), Öesterr. Elsenbahnvrrk. 2200.- {+ 20^.-), Törkenlose 1630.- (*f 1.-), Knwv Ä.«G 1649.- (-f 84.—), Nuston 2105.- s-l- 185.-), Fiatwrrke^ 1750.— (— —.—), Bcitscher Magnesit 14.900 Trnnsnort - Unteenehmnngen. Adrra 10.050.— (-»- 200.—). Buschkrhrader Nt. A 4500.- (+ 300.-), BuMe« hrader lit. 8 3300.— (— l6’\—). Donau-Damvf. 11.200.— (4* 200.-), Ferdinands-Nordb. 14.450.- (- 510.—), Llohd 1 15.000 (- —Staatsersenbahn 4470.— (-f 260.-), Lombarden 772.— (4- 8950, 8% Südbabn-Prior. 1545.— (+ 35.—), StaarSbahn-Genutzsch. 2560.— (+ 250.—). Stenten. Mairente 90.50 <4- 2.80), Februarrmte 92.25 s-.25), Öesterr. Kronenrente 81.— l— L75), Oesterr. Gvldrrnte 180.75 (4- —.75), Ungarische Krvnementr 118.— (-2.-). Banken. Anglo 884 — l-l- 9S.—). Bangerem 910.— s— 2.—), Bodenkredit 3600.— <4- 10.—V - Zkredit-Anftalt 1210.— «-J- 15.—), Ungar. Kredit 1685.— i+ 48.—), Depositen 930.— (-f- 5.—), Länderbonk 1264.— ' + ,94.—X Unionbank 9(0.— l— 10.—), Sr«-rkebrßbank 793 - (- 12-). IivnostenSka 1779.— (-)- 309.—)» Bosnische Landesbank 694.— (— 1,—). Innsbrucker Warenbörse. IimSLrrrik, 8. Ianner. An der herttigen Warenbörse waren angeboren: Olivenöl zu Lire 910. Solvhurol zu Lue 495, \ Kaffer San »Domingo, verlesen zu Lire 630, KompositionS« kerzm, Marke „Adriatico", zu Lire 630. Palmöl zu Lire 480. gedörrte Kasta.-lien zu Lire 190, Kapok, Marke .2 rote Kronen", zu Lire 645, alles pro 100 Kilogramm franko Bxnnrr. Ferner waren angedotm: Schweineschma!'. Orangen. Zitronen. Haselnüsse, Bau«, Fenster- und Mödeldeschläge, Borhangeichlöffer und Werkzeuge. Gesucht ivaren Sensen, Sicheln, Striegel, Heugabeln» Schaufeln, Metallfiebe, Spritzmaschinen, Pstüge, Drahtstifte, Lelluloid-Schuhösen und -Agraffen. Prager Börse. Prag» .9 Jänner. Bei fester Tendenz herrschte an der I heutigen Börse lebhafte Nachfrage besonders nach Jndustruwerlen. Es schloffen (Geldkurse): Aktien: WelibrSn WsM^ 1890.—. Petroleum Kolin 2665.— Kaolin Sedlic 1840.—. KoliM Kunstdünger 2335.—, Äolttt<r Kaffeestirwaate Itt. B. 1940.—v Podoler Zement 865.—, Boknn. Gesellschaft für Zmkcrtndusme 2685.—, Böhm. Aktlenbrauerel Budweis 2440.—, Kolbe« -485.'-/ Danrk 8.75—» Ruston 923.—, Prager Papier 980.—. l. Vöh«-» miihr. Maschinenfabrik 7100.—, Böhm. Handelsgesellschaft -510.—,' Laurin 1120.—, Schamotte 2460.—, Medica 920.—, Dergman» 2395.—, NuSler Akttenbiauerci 1860.—, Nowak A Jahn 1040.—y Anihlon 734.—, Böhm. Unwnbank 608.—, Ceska Banka 624.—, Böhm. Jndustrralbank 735.—, Landwirtschaft!. Kreditbank 1060.—, Böhm. Agrarbank 760.—. Mähr. Agrar- und Industrialbank 823l—. Rosenberger Kreditbank 542.—, Mähr. Eskomvtevank 648.—. Böhm. Eskomptebank 644.50. Bodenkreditbank 674.—» Prager Kreditbank 4155.—. Zivnostenska Banka 627.—. Bank fite BauunlernehMungen 644 —, Bohem abank 808.—. Mähr.-schles. Dank 785.—. - Ablage w.erie: 4% Frelheitsankttbe 98.—, 4'/e% mähr. Landesanlrihc 100.—, dieselbe 5% 103.25, ßOo’Vo böbm. Hyvothrkenvfandbriefe 93.25, dieselben i. K. 102.—» 4t°l0 Kommunal! chuldscheme der Landesbaak des Königreiche- Böhmen l. G. 97.25, dieselben K. 97.50, dieselben 4Va°f« 102.—; von derselben Meliorationsscheine i. K. 96.50. Eckenvahnschuld- > scheine 98.50, i°f0 böhm. Sparkaffcnpsandbriefe 101.50, 4% mätzr»! Hypothekeiipfandbrlete 98.50, dieselben 4V*e/e 102.—, 4*/# mäbr. ■ Landeskulturbau.Kommunalobligativnen 91.50, dieselben 4*/*% i 100.—, Prager städt. Sparkasse 98.50, 4'/,*/» Schuldscheine der bohm. Industrialbank 101.50, 4% Schuldscheine der ZivnostenSka Banka 97.-, dieselben 4'/,°/» 102.50, 47» Pfandbriefe der l mähr. Sparkaffe 99.50, dieselben 4*/»•/• 100.50. Budap öfter Börse. Budapest» 8. Jänner. Die ungünstigen Berichte von der gestrigen Wiener Börse und umfangreiche Abgaben der Spekulation hatten au der hiesigen Böne heute rin fast ollgememes Zurückweichen der Kurie zur Folge. Eine Ausnahme bildeten nsr Ungarische Kredit-, Hvvothekcnbank-, Holzbank- und Bäterland'schr . Dank-Aktien, einige Müblenwcrte, Süddahn-, Ungarische Zucker-, Ungarische Eisenbadnverlehrs- und Auer-Aktien. Ungarische Kredit- Aktien, die anfangs matter lagen, erhöhten sich später infolge stürmischer Nachfrage bis 1320.—. Schiffahrlwerte hatten bei weichenden Kursen nur geringen Verkehr. StaatSbahn-Aktie» schwächten sich infolge größerer Abgaben zunächst dir 8250.— ob, erholten sich aber infolge erneut auftretender Kauflust wieder bis 3640.—. In Südbahnwerten fanden große Umsätze statt, doch konnte der ,m Laufe des Verkehres erreichte Hochkurs von 620.— schließlich nicht behauptet werden. Ungarische Eisenbahnverkehr-» Aktien waren auf Gerüchte von ausländischen Käufen ledhast begehrt und erhöhten sich um 125 Kronen. Der Markt schloß i» befestigter Haltung. Im vttvaten Balutenhandel notierten Lei K 401.—, Mark K331 —. Pfund K 560.—, Dollar L152.—, franz-stsche Frank« K 1425.-, Lire 1100.-, Napoleons «818.-, SokvlS «280.-, Romanow-Rubel «251.— und österreichische gestempelte Kronennoten « 78.—.- Es wurden folgende Schlußkurfe notiert: Baterl. Bank 726.—. Agrarbank 1225.—, Ung. Kredit 1320.—, Ung. Bank «ck Hdl. 985.—, Holzbank 2218.—, Berkehrsbank 68V.—. Hypothekenbank 655.—, Eskomptebank 765.—. Oesterr. Kredit 865.—, Kommerzialbank 6520.—, Bosn. Agrarbank 715.—, Ung. Landesbank 785.—, Rralitätenbank 1135.—, Ung. All«. Sparkaffa 1135.—, Baterl. Sparkaffa 18.500, Concordia Dampf». 1010.—, 1. Budavester Dampsm. 2440.—, Beocsin« Zement 2650.—, Nordungar. Kohlen 2200.—, Gran-Szaszwar« 2500.—, Obtlungarische Kohlen 4100.—, Dräsche ZiegA 1690.—, Magnesit 8250.—, Ung. Allfl. Kohlen 8830.—. Salgo Kohlen 3300.-, Unkanh Kohlen 8070.—, Ung. Waffensadrik 995.—, Ganz DanubluS. 5950.-7, Ganz Elektrizität 1540.—, Rimamurany Ecken 2380.-. Schlick Maschin. 655.—, Oesterr. Gas 2825.—, Gutmann 2880.—, Clothilde chem. Fbr. 1510.—. Ungar. Gummrwarenfabnk 2325.—, Nafchitzer Tannin 8750.—, Raaber Oe! 1590.—, Slavonia Holz 2120.-, Adria Seeschiff. 9250.—, Atlanttea 4650.—, Levante 4650.—. Unaar. E'sen» bahnverk. 890.—, Südbahn 602.-, Staatsbahn 364" . Ung. Zucker 6900.—. Berliner Börse. Verlitt, 8. Jänner. (Effektenbörse.) An der heut gm Bär'.e hatten d>e mnerpolitiichen Schwierigkeiten zur Folge, daß sich anfangs Zurückbalinng geltend machte. Be« geringen Umsätzen bestand die Neigung zu Alckchwächungm. namentlich in Montan- und einigen Spezialwerteu. Nm-Gumra-Akrim wurden um 60% auf 815.— Mrückgüirückk aut die ZeitungSmrldung, daß für die jüngsteAuswärtßbewkgung diele- Papieres sachliche Gründe nicht vorlägen- Kolonralwerie waren ,m übrigen vtihältn,-mäßig «me wenig t vtiänderk. Im späteren Verlause gab daS Anziehen der «iß« landi'chen Wechselkurse den Anstoß zu Käufen in Auslands- und 'Eine Studentin. Von th. D. Nomberg. ,V!.S .' tn?<n vonSirgfrird Schmitz. (8. Fortsetzung.) V. Den ßcm^u Su it.t: hindurch lebte Ljuba zwischen tzwci Welten. Auf einer Seite gab es: ih.e Kolleginnen, ihre revolutionäre Gruppe, ihre Studien, das Spital, ihr enges Zimmer. Auf der anderen Seite: Dr. Weinstein, seine Schwägerin, der kleine Boris, Thea er und Auf der anderen Seite lag ihr festes Ziel: nach Beendigung der Studie» ins Dorf! Auf der anderen Seite lag — ein dunkler Mgrund. Zwischen den zwei Welten gab es keine, Harinonie und konnte eZ keine, geben; und einen Austveg fand sie nicht. So litt sie still. „Das Beste ist, gar nicht darüber nachzudencenentschloß sie sich; doch die Gedanken gingen ihr im Kopfe heruin auch gegen ihren Willen. Sie fühlte, wenn sie die paar Straßen durchschrilten.hatee und im Hanse Weinsteins emtrat» wurde sie eine andere, sprach anders, lachte anders, ihr Denken wurde anders, andere Worte kamen ihr auf die Zunge, iind bci si.t) zuhause oder im Spital und unter ihren B^a.ttt^en war si-r wieder eine andere. Nicht nur sie allein merkte das; auch ihre Kolteginnen belnerk.en es und redeten unter sich über sie- Hätte jetzt jemand ans ihrem Kreise gesagt: „Die Fiedler ist eine ausnehmend liebe Person", niemand hätte ein Wort des Beifalles gehabt. In Wahrheit war Ljuba noch immer dasselbe liebe, herzige uub behende Wesen wie früher; sie hatte denselben klugen, sehnsuch.soollen Blick, das gute Lächeln um die Lippen, war bereitwillig wie früher, fremde Sorge u\tb fremdes Leid anzuhocen — und doch war A eine andere, ftemb Urem Kreise. Menschen, dis ihren Bekannten als Muster ohne Fehl gelten/ der-! lieren mit einem Mate all ihren R'mbuS, wenn man an ihnen den geringsten Makel entdeckt. So war es mit Ljuba; jeder war jetzt überzeugt, daß er sich in ehr getäuscht hatte. Wfira, das Haupt her revolutionären Gruppe, der Ljuba augehvrte. eine ältere, häßliche Studentin, kam eirres Tages in der Nacht zu ihr und brachte ein Paket Broschüren und Proklamationen. Statt sie, wie fouft, Ljuba zur Bewahrung zu geben, gab sie das Paket diesmal der Kratowa mit dem Auftrag.. im Spital so viel als möglich davon zu verteilen und dm Rest zu verwahren. Dann wandte sie sich zu Ljuba und fragte:! ,Was macht dein Beschl')h?r^! Ljulia wurde rvi und die Kränkung t-ieb ihr die Tränen in die Augen. „Was für ain Beschützer ist er mir?" antwortete sie und vergaß vab-ei, daß Esfira ihn gar nicht mit Namen genannt hatte. „Darf ich. denn keine Bekannten haben? Nein, daS verstehe ich nicht." „Wer sagt denn, daß du bäS nicht darfst, meine Liebe. Meinetwegen heirate ihn auch. Warum auch nicht? Er ist eine glänz-snde Partie . . . Uebrigens, ich habe keine Zeit zum Plaudenl." Sie wartete Ljubrs Llntwört nicht db. grüßte und ging. Ljubas Herz war schiver verwundet von herber Kränkung. Mit Dr. W instei-i was!te fast täglich zwamnten; entweder erwartete er sie nach ter Unterrichtsstunde bei der Schwägerin oder sie kam in seine Wohnung. Die Zeit verging dort mauchinal sehr lustig: Sie saß auf dem Schautctstuhl und er erzählte etwas. Sie lachte fröhlich, vergaß all ihre Sorge und fühlte, daß alles, was sie tue, gefalle, )vas sie rede, am Platz sei, daß ihr Lachen niemand störe, sondern im Gegenteil viel Vergnügen schafft. Manchmal stellte er sich hinter sie und wiegte sie leicht und langsam, wie man ein Kind wiegt. ES fehlte nicht vzel und er hätte sich über sie gebeugt und sie geküßt. Sie wartete darauf und erschrak davor; sie wußte nicht, wie sie darauf antworten solle. „Nein, das wirb er sich nicht unterstehen." — Und doch sah sie empor in sein Gesicht und suchte dort etwas mehr sympathische und schöne Züge, etwas, was ihr mehr gefiele. „Was ist das eigentlich für ein Plan von Ihnen, sich in einem Dorfe niederzulassen? Dort werden Sie hinwelken und sich unter Bauern zermürben, die Ihne« wildfremd sind. Schade um Ihre Jugend, Ihr« Jugend, Ihre Schönheit, die begraben sein soll in irgend einem Winkel im Archangelsker Gouvernement. Wenn man unter Arbeitern arbeitet, in irgend einem Kulturzentrum — das kann ich verstehen, bas ist modern. Aber wie kommen Sie, ein junges jüdische» Mädchen, zu russischen Bauern? DaS werden Sie nicht tun!" Sie lachte und antwortete: „Sie sprechen so bestimmt, daß ich «S nicht , in« werde! Lassen wir lieber das Thema! Ich höre «» nicht, gern, wenn Sie so sprechen." Dabei machte sie eine ernste Miene- Und doch fühlte sie e» aus seiner Rede, aus seinen Blicken, aus seinem ganzen Verhalten zu ihr: „Er! liebt mich und früher oder spater kann es eintrete«, daß ich sein Weib werbet Scin W^ib werden! — Sie erschrak vor dem Gedanke«. So viel Ungewöhnliches lag darin und fl* wußte nicht, wovor sie so erschrecke: vor einem große« Unglück oder vor einem großen Glück? Bald nachdem Ljuba in das Haus von Weinstei*» Bruder gekommen war, merkte sie, daß man ihr dort! auf besondere An beaea«.?, nicht wie einer gewöhnlich** Lehrerin. Evnirtzu»» \

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