Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-01-08 · Heft 346 (8.1.1920) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 346 (8.1.1920)
Date
1920-01-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979424--03048-2988634
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 6 Wien. Donnerstag Wiener MorgenzeitünK 8 Jänner 1929 Nr. 346 in orten RreiflinaeiC Reparaturen unter CMarontie. »varbbänOer für alle Systeme, krstllaMeL Material. Leo». Kurz«, Wieii, M WestbaWWe-23. Telehpvn 31537. 883 rillige Kaffeelöffel mit der Märke „H. K." von dem Angeklagten ^gekanst, und zwar, wie sie angibt, als Geschenk gezeigt wurden, tragen aber auch die Namen „Cafs Rathaus", .,Caf6 Seidel", „R. Sulke" usw. eingraviert. Haben' Sie sich Darüber keine Gedanken gemacht? — Zen g in: , Nein. äc der Angeklagte aus dem Kanäle erworben und gereinigt i hatte, bei einer Hochzeij verwendet wurden. Dex Kanalikiüiüer^ den Angeklagten wegen bedenklichen Ankaufes zu hundert' krönen Geldstrafe, weil es sich um Kanal g u t handle,' >as, wie die Verhandlung ergeben habe, durchaus nicht wertlos sei. Eine Platte gefährlicher Kässeneiübüecher. Vor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze des Ober-' landesgerichtsrates Dr. Kämpf begann gestern der auf vier' Lage, anberaumte. Prozeß gegen einen der gefährlichsten Kaffen-' nnbrecher Wiens, den 29jährigeN Schlossergehilfen Johann §rtl und seine elf Genossen, die zahlreiche Kasseneinbrüche', nit' staunenswerter' Verwegenheit und mit großen Erfolgen rusgeführt haben. Ertl und der Mitangeklagte 27jährige llusrreichergehilfe Ferdinand Fessel aus - Ungarn erwiesen ich als hervorragende Spezialisten in ihrem Fache, .für die :s kein Hindernis gab. Einfache und Dosische Schlösser vurden mit Leichtigkeit, geössiiet, Türen gesprengt, Küssen' in überraschend kurzer Zeit angebohrt und Tresors aufzerissen. . Die Angeklagten, haben im' Geschäfte der Firma Rudolf' fiebert, Garuifonsgasse 8, in .der Kanzlei dev Steinmetz- Genossenschaft/ Wolsengasse 4, in dem Geschäfte dev Firma' A. Großlicht, Praterstraße, in der Geschäftsstelle der Klassenwtterie, Josefstädterstraße 52, in den Bureauräumen der' ^irma Haas L Beschka, Beethovengasse 3, eiserne Kassen' rngebohrt und Geld und Waren im Werte von mehr als' 200.000 Kronen geraubt. Nach Eröffnung der Verhandlung erklärte'der Vorsitzende/ >aß die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden' müsse, weil eine Reihe von Mitschuldigen der Angeklagten bisher nicht ausgeforscht werden konnten und die Gefahr bestehe, daß sie sich unerkannt im Gerichtssaale einfiiiden und aber die Vorgänge der Verhandlung sich unterrichten. Die Verhandlung wird Samstag zu Ende geführt werben. Eins Oderöerger Spremägeaffare. Prag, 7. Jänner. (Privat.l Vor dem hiesigen Divrsions- »ericht fand btc mündliche Bei Handlung gegen Franziskas Zaborska aus Oöerbetg wegen Verbrechens der Spwnage jugmiften Polens uni er Ausschluß der Oeffentlicbke'.tstatt. Im Zuge des Bcweisvcrsahrcns würbe eme große Anzahl Zeugcnsussagen zur Verlesung gebracht. Mner Dokumente höchster imlllärischer Stellen zitiert, deren Inhalt im Hinblick auf den Ausschluß der Oeffenriichkett geheim bleiben muß. Der Verteidiger bekämpile die .Antürge unter Zugrundelegung ses Ergebnisses des Bewrißverfahtens 'lfsbeiondere vom juristischen Standvunkt aus. und . erbrachte den strikten Beweis, daß der Tatbestand des § 312 M.-St.-G. unter keinen' Umständen gegeben war. Das Gericht schloß sich in dem öffentlich verlesenen Uneil der Argumentation des Berteldigers'an uni) ver-' kündete den F r e i s-v r u ch. Die Begründung fußte hauptsächlich! darauf, daß, die Spionqgetäiigkett. .der Angeklagten Pin keiner' Hinsicht erwiesen. fct,_ sondern, daß dieselbe lediglich einem p o lurschen K u.n d s ch.a f t s o f f i z i e r niitgeteill habe,' daß in Oderberg im Juni 1919 das ttalienische Legionätregiment Nr. 22 disloziert war, welcher Tatbestand aber nicht das Verbrechen der Ausspähung mvolv.ert. Gegen den Freispruch meldete der Militäranwalr Dr. «C e r n y die Nlchtlgkettshnchmerde an und verlangte dre Anfrcchtcrhalkung der Haft. Durch Beschluß des Gerichtshofes bleibt die Haft auffccht. Wirischäftliche Ntzchrrchten. Aus K'p'a k'än'wird uns gkmeldet: Die Krnffrirer Stadt- Vertretung bat in ihrer lchtenSitznng eme'Nesoluiivn beschlossen, in der die Negieiuug oüfacfoibet t wird, die Verordnung des Fmanzmmisteriüms. derzttiölge der staatlichen Zahlung die Relation K 100— gleich 70 Mark zu gelten habe, sofort auszu he den. Die Negierung' wird ferner aufgcforbert, -die Polnische Landösdarlehenskäffa sofort Mt einem lirnlänglichen Vorrat an Kivnennotcn zu versehen, damit der Staat seine Zahlungen in Klcinpolen m.der Kioncnwahru.ng leisten könne. Schließlich wird dre Forderung ällWstestk. daß' bei der ehebaldigst dmchzusührenden Bkremheirlichunw /der .polnischen - Valuta! die Krone de^polinschcn''Ma'.k vollkommen g l e r.ch g e st e l l t werde: -^-'Aus W a r-i ch a u wird unsberichtet: Das Preß* buicau des'politischen.tzandelsmmisterustns g'bt bekannt, daß. in ,der'Zeit-'vdrw Itz.chtU 25'.'Febtriär d: J. nn' Danzig ein i n t e rnst i on a l e rJ ahr m a r'k t .stMffndetz Die Danziger sIatzrM'tre.rrftzeuen llich ffeit jedem esner,. sehr großen B-debtheit. -Diesntäl werdkn Holländ,- die-Schwer»?Schweden,. Deutschland nüd' wasn-schciül ch" auch England und Anürika verkieten sein. — Rach Meldungen ans Brüssel, ist dre b c l g t \ ch e Negierung Bei den Verhandlungen J,nut; ben belgischen Banken bezüglich-der großen Anleihe zu,,einenl,Emvernchmen gelangt. Die .AnleilmMrd-„der-. fr.gnzösischey' sehr"ähnlich sein und sich auf 21/? Milliarden Franken erstrecken. Die' Rückzahlung soll in .75 Jahren staufinden. „ _ O:ftVrHiHsche D^^eriflibriks-^eseOHast. Der Verwaliungsrat pde'r Vcsterreichischcn Waffenfawiks- Gesellschaft hat insemergcstrrn abgehalrcnen Sitzung die Bilanz 1918/19 irstgestellr, welche -zuzüglich - dcs-Gew nnvorlrages per K 1,160.821 86 ein Eitiägms vvn K' 5,975 006.25, gegen das vorjährige ^Elträgnis per L14M9.856.49 ausiveist. Zu den eiu.ielncn Posten der Bilanz und deS Gewmn- und Verliistkontos sei bemerkt Die Vorräte find infolge der mit allem Nachdruck begonyenen Fabrikation von Auiomobilen nm L 8.557.127.5 t, gestiegen. Die Essektm. haben., teils tUrrM Bei Wendung von Kriegsanleihe zur Zahlung d.cr Krttgssteuer,. teils Lurch Abvc,kauf zw-cks . Eiziftung flüssiger Mchel,, einen Rückgang um L 30,571.588 30 erfahsen. Im Berichisfahre Würden L 58.807.7l 0.8'6 an Steuern gezählt. Zur Abstattung dieser außei gewörmlich hohrn Stcuervöi schreibnngen, gegen welche Rekurs ergriffen worden ist, wurden aus Rxsdlven vergangener Gel'chWjahre K 2B,92K938 5l heia«** gezogen. . Diese' überttiäbigen'S'teüeileistimgen'haben das Unternehmen schwer betroffen und. es'gcnötlgt. zur Beschaffung der hierfür er forderlichen Mitte!'xin?n Teil desHsfektenbesitzrs zu veräußern. Der Vcrwalturig'srat schlägt wer auf den 9. Februar 1920 clnberuienen 60. ordeutlichen Gendralveisammlung vor: Die Dividende für'd'ns Jahr i918/19',mit' 75.— pro Akire zMbemessen, einen Pelrag von,, L .b.0t.0.<i00.—, - welche,, ousschlreßlsch .für ' Wohlfahrt'Wccke her Gaff.cnkübrilsarhciter'Mtlmmi, dein Ardeiser- BctrieMate'vrs UüterneMiens.zUVersilWg gestellt weldeNs'oll, zu widmen und nach'BesahluWeitres-Bktraai-s von'L 3l)2:718.44 für Tantiemen, den. Rest per L'734.787.8l aus neue Rechnung vorzutragcn. . . - Der Verw.altungsrat hat,sich entschlossen, der am 9. Februar zusammentretendrn Generalycrsammkung die E?ho h u n g des Ak!lknkapi1äls 'von'L'l5.750.0i>o.— aui'däs DoPpelie. das ist' auf L 31',600.060.— durch Ausgabe von 52 500. neuen, voll und bar cmzuzahlcnden urid abl>IänueÄ920dividendenbcrecht'ktenAktien im NWmalyie'rte Vonje L 3'00.— -porzuschlageN. Es ist gedacht,„die neuen Akticn/zur Gänze bin alten Aküonären im Berhüliniffe Älier'ncürN ÄktieM einer'alten Aktie zum Bezüge anzuNeten: — Das.^, Geschäftsjahr der . Geiellschmt ist blsheo Nut dem Kalendeijahr nicht zusammengefallen.. Mannigfache Gründe. veranlassen dr.e„Ge'iellschgst, m Hjuluiiit das Geichänsjahr mit'dem Dlenderjabr in U.e v Lr esn 1t i'm m u n g zu bringen. Zu diefern'Zwecke wird dfer- BeMältlknasrat der Generalversainmlung den Amrag unterbrelteji/eine Geichäftsperiode von 18 Monaten durch ^Verlängerung -des- Geschäftsjahres 1919.20 bi5 .31. Dezember .WO echzüschalren. .so. daß.weiterhin „das Geschäftsjahr w Gesellschaft vom 1. Jänner - bis' 31. Dezember lausen wird. Der KünMoLenAMairf in Poksn. ÄZars'chaü, 7. Jänner. (Privat.) Laut dem lcht'en Ausweis der polnischen Landesleihkasse betrug der Umlauf von polnischen Mark am 20. Dezember 1919'knapp 5 M l l l l a r d'e n.' Der „Knrhcr.Polski" greift die Regierung im'Abschluß' än'.d'fesen Ausweis wegen der foriwnhiendrn ungedeckten. durch keine Krcd'tbewilligunh gerechtfertigten Ausgabe von Noten heftig an.. Der Artikel gipfelt in dem'Vorschläge, die Kricgskostcn durch, eine i n n e r e Z w ä-N' g s a nie t h e zu decken. Aus Pcrläftina. Die ägyptische B a n q-u e Ä l l 1 a n c e hat bWloffe», eine'Filiale in Hai fff a zu eröffnen, vorwiegend um von dort aus Handelsbeziehungen mit Indien anzuknüpfen. Dev Nottzliurülüuf in der Schweiz. , s&tt'it, 7. Jänner. (Schweizer. Dcpeschen-Agent.l Nach de« Ausweise der Schweizerischen Nationalbank vom 31. Dezember 1919 hat' der Notenumlauf zum ersten Male eine Milliarde Franks überschritten. Die Ursache dieser erhöhten Inanspruchnahme liegt nicht in den Mcldbedürfnissen des Bundes —; wurden doch im Dezember der Nationalbank gEere Posten von Darlehen zurückgezahlt sondern darin, daß der offene Geldmarkt in erhöhtem Maße Diskontpapicre rinreichte, wie dies am Jahresende üblich ist. In Anbetracht dessen, daß der Geldwert 'ieit dem Jahre 1913' um die Hälfte gesunken ist, kann der Zuwachs von 71 Millionen Franks aber keineswegs als übermäßig bezeichnet werden. >- .. , ■’ s Ein und Ausfuhr ini Kriegs Nunmehr werden dm bandelsstatistischen Daten über die Emuch Äussuhr Oesterreich. Ungarns m>en,Jähren'1Si5, 1916 und 1917 und überden Warenverkehr zwischen Oestcireich und Ungarn rm Jahre 1915 vrr öffcmlicht! Diese' Publikaiivnen, die sich beim Import und Export auk das Vcrtia'Dzöllgcbiet der Heiden Staaten der ehemaligen Monarchle'.bezlehcn, sind im Kriege unterbrochen worden und' über das Jahr 191? hinaus wurden wettere'Bande nicht' Mehr in Drück' gelegt/ da das alte, Vertraaszollgebtet Oester, eich-Ungarns nicht mehr besteht. Die wichtigsten Daten der Handelsbewegungi seit dem. letzten Fnedensjahre und rm Kriegs gehen ans der nachstehenden Tabelle hervor: .j 1913 1914 1915 1916 1917! in Millionen Kronen Einfuhr....... 3406 2962 3800 6009 501 Ausfuhr'.. 2769 2095 1335 1533 1788, Passtvum ...... 637 807 2465 4476 6227,! Die Wu's f'u h r ist seit dem Jahre 1913 der Menge nach 1 ständig gesunken. Auch'dem Webe'nach ist dies m der Periode.! 1913 bis.ewschlleßlich 1916 der Fall gewesen. Im Jahre 1916! würden 71 Millionen'Meterzentner im Werte von 1533 Millionen, 19I7 M 71 Millionen Meterzentner für 1788 Millionen ffro'rttcit" Die E in f u h men g en und der Einfuhrwert find von 1913 auf 1914 zmückgegangen; im Jahre 1915 sinkt dte; Jmvortmcnge von 169 auf 136 Millionen Meterzentner, der Wert erhöht sich von 2'9 auf 3'8 Milliarden. Im Jahre 1916 steigtdie' Einfuhr aus 181 Millionen Meterzentner, der Wert bereits ans s Älkilliardenj nn Jahre'1917 finkt das Emluhrqnanmm auf 155 Millionen Meterzentner, der Wert umsaßk 5 Milliarden.! Balulvnkurse. Die fremden Zahlungsmittel haben im gestrigen freien Veikchr im Hinblick aus den abermaligen Rückgang unserer Krone inr neutralen Ausland neuerdings rm Preise a ngezogen. Es notierten:' Lern 0 t e n H 5.14, M a r p n 0 t e'n L 4.07, 8 i r c E 14:80/ Doll ar K 195.- und A u s z a h l u n g B e r l i n E 3.90. ] Die Bankverbindung der Gemeinde Wien. Der Stadtrat' hat heute beschlossen, jür das Jahr 1920 die Länderbank.in unveränderter Weise mit der Besorgung der Bankgeschaste der-Kommune Wien zu betrauen. 1 . Dipi Zukunft der Elbeschiffahrt. In ihrem JahrÄ bericht bcschäitigt sich die Hamburger Handelskammer unter anderem aüch mit der gcgenwältigen Lage der Elbesänffahrt und ihren Aussichten für die Zukunft. Sie stellt zunächst fest, daß dw -Btnnenschiffcchrt auf der Elbe im vergangenen Jahre twtz Abwanderung ' größeren. Kahnraumes nach den westlichen Wassers straßen nicht-viel zu tun hatte, und der vorhandene Raum konnte nur zu'Znien geringer Wassecstände voll, ausgenutzt werden. Dre Handclskammer hofft, daß bei' Zunahme des Hamburger Verkehres auch' die Elbeschiffahrt bessere Besrhästigung finden wird. -Elnstweilen drohe i.hoznoch eine Beeinträchtigung durch die im Fnedensvertrag vorgesehene Ablieserunchvon Schiffsraum cm die Ententen .Durch ' den Frred'ensvcrtiag sei die Elbe in ihrem ganzen Laus n't d r-n ai 1 0 n a t i s t e r t worden und in der zu ihrer Verwaltung berufenen internationalen Kommisfion, bilden dte Bcrlretev der deutschen, Uferstaalen die Minderheit, während Ber- Gme Bon H: D. Nornberg/ Aus dem Jüdischen übertragen von S i e g f r i e d Schm: tz. (7. Fortsetzung.) Jefim erkannte schon, an ihrem Thn. dajß'fO eine Bitte habe und machte sich bereit- Er Höh chen Ko^if, fuhr mit den Fingern durch die.kurze'nMnnHaare-und fragte mit lachender Miene: „Was wünschest du, .mein Kind?" „Ich wünsche, du sollst mit .mir reden!" -^^fügte sie mit spitzer Stimme. „Ich will Boris eine Lehrerin fürs Nussiiche nehmen" „Wo ist Boris? Schläft er schon?" Sonja ging ins nächste Zinrmer und kam bald zurück. An der Hand führte-sie einen schönen, blonden Jungen von sieben Jahren, mit vollen Backen und kurzem Haar, halb .ausgekleidet. Er riß sich, pon der Hand der Mutter los und voll F^LÜd'e därÄbür, dgß man ihm erlaubtet etwas länger wach zu:'bleiben, lies, er Hkf den Vater zu und, kiWe ihni bie' Hand. „Dobry Wieczor",*) .sagte er pöüitsch./Jm Hvuse wurde, seit Kinder da waren, außer dem Russischen auch manchmal polnisch gesprochen. Der Vater nahm ihn auf den: Schoß uttd .steichefte, ihm den Kops: „Erzähle, etwas,.Boris, tvis Mt es?"s „Gut," 'sagte.der Junge, mit nitchtürn-prÄtisHem'- Ton und wiegte ernst den Kopf. „Nur das Mäuttin hat mir heute einen Fünser gegeben." „Wir wollen dir eine neue L"^rerin fürs' Nüssische nehmen wilP du?" sagte Sonja. . ,La, ich will. Aber bitte, Mama) sei so Mt'Und sage ihr, sie soll mir picht viel' 'aüfMÄi; ich FÄe keine Zeit," Jagte der Kleine mit demselben nüchie'rnpraktischen Don. *1 Guten AbeO. ' Alles lachte, bis auf Boris, der nun' Hegriff,' daß er etwas Gescheites gesagt hattet Doch er wüßte nicht was: . E / .. / '. .. Man setzte sich zÄm Nachtmahl. Juder Tür erschien' die' Gouvernante, ein altes' deutsches Fräulein mit Mkcnü' Gesicht und rief: /Boris, Wasen geh'n!" Boris wollte die.Gesellschaft'..nicht.perlassen, Mexander nahm sich seiner an': „Laßt .ihn da!" sagte er, „ein prächtige/.Jüngef der wird ^inplal. .ein.tüchtiger Kaufmann ober Ädvokät, jedenfalls kein'Philosoph." >onja. setzte den Jungen auf ihren Schoß und auch bÄch. ein/. Die Mutter zog- .ihr^fest' yn fich, ,^) chm irDi'Wsf-är.öe GesWs nüd auf, i^feni" ÄnstM Mftht/fe,..MteZ Mntterglück'.' Sie sah' in ..Msem.Aü'ge'Mick vief' ^mpathischer, schönhr und' echter' ästs Äs ^düst v**) .MLrand'er. erisaimte setzt in ihr.die' Soiijcr wiH^r, die ihm damals so liebreizend' erschienen -char, M>'r sie bald nach ihrer.Höch/Ä am ArNre ihres GaÜe'm in Berlin sah. „Solch ein Kind zu haben, das so im Aipne der , Mutter eiüfchläfk!" — dachte er und er eyW^ries sich'M M Worte ichi Büief aü sei'neü'K:eund: „Soll.ich ernst Kin'Lür haben/nn:!' VM sÄch einer!" „Alsa soll das Frau leinlöm'men?" fragte er Sonja. „Gewiß, gewiß!" antwortete sie lächelnd.^ »- Eine'.h'äwe,-Stunde ffyä'tich.-hbar: sHv. Meiustein auf der Mtrgße.. Es'.war, M ^früMefler- Winterabend. Äls WeiMein Ms be'E.KguMr^ ttrst/-7^.'. ^s' war „.neun Uhr äbündZ —i blW,er. Mhxn'.nWsah'fW um: ,Mohi'n Mt Ko ging er dem' .Strome dev Leute nach, der sich auf der . -Straße bewegte. „Wie gut wäre es doch, wenn-ich! sie'jetzt zufällig träfe!" Doch er traf sie sticht. Zwei Stunden schlenderte er noch durch Gassen und Straßen, setzte sich ein wenig in ein Cafs und ging dann heim mit' unruhigem Gemüt. „Wozu warbes gut, ihr die Lektion ' bei der Schwägerin zu verschaffen?" dachte er. „Die braucht in Wirklichkeit gär keine Lehrerin und tut das nur, um ihre Neugierde zu befriedigen. Ljuba wird sicher' tief gekränkt sein, wenn sie,erfährt, daß ich.sie einführe/ um sie zu.Präsentieren. Stets dasselbe Lied \ — ich kanfi nie den geraden Weg gehen, ewig Kleinlich-! .keit, Halbheit, keine Kraft, kein Mut .. . Niedrig^ /gemeim!" Solche und ähnliche Gedanken brachte ihm die Mnsanfteit. Schließlich schob er: die ganze Schuld auf .seine, Zerrissenheit und auf seine jüdische Abstammung und damit beruhigte er sich, wie er es schon oft getan. „Eine niedrige Rasse!" war sein tröstender, trostloser Gedanke. ' Amüächstäü Morgen schrieb er zeitig ein Billett an Ljuba Fiedler, worin er siezum erstenmal mit „Liebe Ljuba" ansprach, nicht mit „Geehrtes Fräulein Fiedler" wiebisher. , ,Mch."n Sie, bitte, in die Marschallftr'aße 2. Dort ist eine Lektion' für Sie. Sehen' Sie/ ich vergesse Sie nicht! Warum -besuchen Sie mich' nicht? Ich sehne mich nach Ihnen. * Ihr - Dr. A. Weinstein." Einige Tage später ging Ljuba täglich pünktlich um 1 Uhr zu Weinstein, ihre Lektion geben» und wenn sie dann aus dem Zimmer trat, lvo stzr den kleinen. Boris uü/ecrichMe, 'Üüf sitz' geivöhrtlich' Dr. Wciusteii... -'der auf sie w ätzte je. i (Fortsetzung svlgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.