Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 345 (7.1.1920)
- Date
- 1920-01-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 345 Wiert, Mittwoch . Telegramme. Italien und das Schicksal der Türkei. Der«, 5. Jänner. In einem Artikel über das türkische Problem behauptet „CorrieredellaSeröV daß nach der adriatischen die türkische Frage eine Leben § fr a g e sür Italien sei. Die italienischen Staatsmänner, sagt das Blatt, müßten vor allem die Anstellung der Levante nicht als einen KompensationSgegcnstand für die Adria oder umgekehrt auffassen. Beide Probleme haben nichts miteinander zv tun. Das Adrirproblem ist eine Existenzfrage im engsten Sinne,. eine National- und Herzcnsfrage; das levantrmfche Problem ist ein Problem der Machtverhältnisse und des Gleichgewichtes, eine wenig sentimentale, aber recht technische und politische Frage. Italien hat im Mittclmeer immer das Gleichgewicht angestrebt. In der Adriafrage sind die italienischen Forderungen notjvendigerwcise absolut, m der Levante notwendigerweise relativ. In der Levante mutz die italienische Politik bte Bewegungen der andere» scharf verfolgen. Die italienische olitrk muß anders sein, je nach dem das englische Programm der L'-gitidierung der Türkei durchdringt oder das französische Programm der Rettung der türkischen Gebiete für die Türken und Konstantmopels für den Kalifen. [ Italienische Projekte. Paris, 6. Jänner. (Funkspruch.) Der italienische Ministerpräsident Nitti hat in einer den Vertretern der Pariser'Presse gewahrten Unterredung erklärt, daß er von' der zweistündigen Unterredung mit Clemenceau 'sehr ' befriedigt sei. Ueber dir Lage Italiens äußerte sich - Nitft, ■ daß die Finanzfrage jetzt die Mrwichtiaste sei. Der -'Nötenümlaüf"müsse einAöämmt werben.' 15 Milliarden Lire.werden zu 87,5. im Innern aufgebracht werden, ohne daß' hierbei Prämien oder: Lose oder irgendein anderes besonderes- Aneiferungsmittel in Aussicht gestellt würde. Sehr ermutigend sei die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit auf den Feldern und'in den Fabriken. Italien werde sich mit - aller -Kraft bemühen, seine Wasserkräfte zu entwickeln, um, den größten Teil der Eisenbahnen, mit Stromkraft zu betreiben. Dies fet eine wahre nationale Angelegenheit. Die Fiumaner Frage sei mehr eine Gefühlsangelegenheit. Tine Million italienischer Auswanderer. WashirrgLon» 6. Jänner. iFunkipruch? „Ncw Dork Sun* veröffentlicht Mitteilungen der Einwanderungsbchörden, nach denen im Dezember viele Jlalicner aus Knlabr'.en uud Sizilien wegen Borstrasen oder Goldmangel nach Jtal-en .mrückgesmdct worden seien. Ueber emr Million Italiener brabfichtrgcn, aus Italien auszuivandeur. Ein englisches Blatt für Oesterreich. London» 6. Jänner. (Reuter.) „Dassy Expreß* setzt die Wichtigkeit emer raschen Regelung der zutünttigcn Lage Oester« rerchs rns Licht. Das Blatt schreibt: Es wäre Wahnsinn ikitenZ der Alliier en, die ihnen mit Recht gebührenden Wiedergutmachungen m opfern. Aber diese W'.edeigutmachunaen sind vonkinrm rumieilen Mittelemova nicht zu erhalten. Die von der Klugheit, den Gefühlen der Menschlichkeit und unserem eigenen Interesse rorgeschriebene Richtungsliuie wäre, diesem Lande zu Helten, damit cs uns bezahlt, indem man ihm zur Wiedel austichtung seines Handels und seiner Industrie behilflich ist. Das griechische Defizit. Rom, 6. Jänner. Fimkfprrrch.l Nach einer Athener Meldung benagt das Defizit des Staatsvoranschlages für 1919/20 B95 Millionen Drachmen. Der Kampf gegen den Alkohol in Amerika. Wafhlrrgton, 6. Jänner. lRcuter.) Der Oberste Ge^ rrchtshof hat den Verkauf von mehr als 2'75 P ozcnt Alkohol mlhaliendem Br er als nngcietzl'.ch ei'läit. Der Gerichrshot svrach ferner aus, daß das Gesetz betreffend das Beibot deS Genusses von geistigen Getränten nicht verfassungswidrig ist. Die Danziqer Frage. Paris, 6. Jänner. (HavaS.) Der Oberste Rat hat die Grundlagen de? Abkommens festgestellt, das mit Deutschland bezüglich der Uebertragung der Souveränität m Danzig nach der Inkraftsetzung des FrredenSvertrages äbzufchließen ist. Der Oberste Rät nahm ferner .Kenntnis von der deutschen Note vom 2. b. M. betreffend die'verbündeten Strcitkräfte, die nach den besetzten. Ländern entsandt werden. Deutschland betont darin die Schwierigkeiten der Unterbringung und die aus der Besetzung sich ergebenden bedeutenden Kosten und ersucht, die Verbündeten Streitkräfte tunlichst zu vermindern. Die rePrrbMimrsche Bewegung in Bulgarien. Bern, 6. Jänner. D>e Genftr „Puffe" meldet, dass die letzten-Um uhm in Sofia königSse ndlichen und revublikamschen Gevräaes waren. Ungefähr 4v«p'Menschen nahmen an der Kundgebung teil und r-efen: „Ri-der mit dem König! ES-lebe die Republik!" Als man das kon gliche Palars angreiftn wollte, kirck'en dre Soldaten ein. Die -T'uvp'n wu>oen mit Revolverschüffen und S>einw'"nstn empfangen. Zablrcche Peftonen würden schwer verletzt. Die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt., Demission des bulgarischen Kabinetts. Bukarest» 5. Jänner. Die Tclegraphen-Agentur Daeia meldet aus Sosta: Mtn-strrptäfidcnt Srambulmskl wurde auf der Rückresse von Bclgrad von einer Bolschrwlkenbande angegvssftn. Är entkam mit großer Mühe. Seine Belgrader Million ist vollständig mißlungen, da die Belgrader Regierung kein Vertrauen zn Bulgmien hat. . - Die bulgaruche Regierung hat demissioniert. Die Sozialisten ind bestrebt, mit D.mew em Kabinett zu bilden. Rumänische Rohleinen für Frankreich. . Bukarest, 5. Jänner. lDaeia.) Das Ackerbaum'vistcrium And dieser Tage mchrere hundert Waggons Rohk>nrq nach Frankreich exportieren. Patek bei Clemeneean. Paris» 6. Janncr (HavaS.) Mimsteipimid ut C l e- «eneeau nnpfing heute den polnischen Minister deS rleußern P a t e f. . Bolfchewikische Pläne. Washington, 6. Jänner. Funksprüch.) DaS. Just,- Departement verönrnilicht eine Denkichrilr über die dolschewikii'chc Bewegung m Rußland, deren Grundlagen auS den dn den ver» rastelen Anarchisten beschlagnahmten Schriftstücken und Zeitungen Wiener MorgenzerÜtuK 7. Icutner 102(3 Sette t ..Himi— - »»k. ... -. » ' - . ..—»( geschöpft find. In der Denkschrift ist die Organisation deS russischen Terrors gegen die Bürger und Offiziere enthalten. Der Halbjahresvoranichlag 1919 zeige ein Defizit von 30 Milliarden Rudel. Die große internationale Svwlet-Republik soll im Jahre 1920 ausgenchen werden. Ludendorff will stch politisch betätigen. Berlin» 6. Jänner. Das „Berliner Tageblatt* meldet aus Rom: In der „Stampa* wird eine Unten edung m't Ludendorsf veröffentlicht, der erklärte, er weide vorausfichtlich an den nächsten Wahlen aktiv teilnehmen. well Deutschland heute der tätigen Mitarbeit aller seiner Söhne bedürfe. Bor einem Putsch in Sachsen. Berlin, 6. Jävmer. Der „Lokasanzeiger* meldet auS Magdeburg: Wie die „Magdeburgsche Zeitung" aus gut unterrichteten Kreise erfahren haben will, vlanrn die Radikalen in der Provinz Sachsen einen großen allgemeinen Schlag, um die Diktatur deS ProlktariatS aisszurichtkn. Man wolle mit Hille revolutionärer Betrirbsorganssationen, die an Stelle der Betriebsräte treten sollen, einen Umsturz ins Werk setzen. Die RaubwSrder werden in BudaPest begnadigt. Budapest, 6. Jänner. lUng. Tel.-Kon'.-Bur.^ Das vor einigen Tagen wegen Raubmordes an einer Krankcnvflegerrn durch das Standgericht zum Tode veruiteilte Ehevaar Farkas ist heute durch die Kurie begnadigt worden, die Todesstrast wurde w lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. Tagesbericht. in die Stadt ein. Ob es derselbe Mann war, der feühÄ den Rusfophilen gespielt hatte, wissen wir nicht, genug» de» Väter wurde bei den Oesterreichern angeklagt. Wessen- Matz sollte es nicht glauben, aber es ist so: Er wurde angeklagt in der Stadt für die Russen Propaganda gemacht zu haben Da er ein Jude war, wurde er auf Grund der Anklag« sofort in Haft genommen. ES folgte allerdings eirr gerichü liches Verfahren, um die Anschuldigungen zu überprüfen. Gefängnis verschlechterte sich der Zustand deS Mannes, de, noch'. nicht vollständig genesen war, derart, daß die AerA» auf seine Enthaftung drangen, waS auch nach Erlegung Line» hohen Bürgschaftssumme gewährt wurde. DaS, vermochte aber den Unglücklichen nicht mehr zu retten, einige Tage natf seiner Entlassung aus dem Gefängnis starb er. Als er W Grabe getragen war und seine Witwe und seine Kinder naeS althergebrachtem Brauche zum Zeichen der Trauer im Sterbe hause auf dem Boden saßen, kam der offizielle Bericht dom Militärgericht: Die Anschuldigung hat sich als »nbegründ«' erwiesen und der Ang^lagte ist frergefprvche«. Wieder änderte sich die militärische Die Rufset greifen die Stadt neuerlich an, die Einwohner werden epQ kmert, alles mutzte in größter Hast fort. Die des Vater« beräiibte Familie zog nach Lemberg, auch der alte Vater der/Frau. In der entvölkerten Stadt raubten die einziehendsv. Rüssen alle Wohnungen aus, der ganze Besitz der Famili« des; Vorstehers der Judengemernde wurde vernichtet. Du Familie war ganz verarmt. Die Mutter, die zwei Tochter, deh / Sahn und der alte Großvater lebten in Lemberg it! Das SchiMal einer FaArMs. Girre au» ES klingt wie ein Märchen, ein grauenhaftes Märchen, das wir erzählen, so schreibt das „Allgemeen Handelsblad", aber die Geschichte hat sich, wie unser Gewährsmann erzählt, wirklich zugetragen. Wort für Wort ist wahr, nichts erdichtet, keine Kleinigkeit, keirre Einzelheit, nichts, und doch klingt eS wie ein Märchen. In einem Städtchen Ostgaliziens, in Boracze oder Kamorcze, der Name ist uns entfallen, wohnte ein angesehener Jude. Er gehörte zu den Führern der jüdischen Gemeinde seiner Stadt und verwaltete ihre Angelegenheiten mit Herz und Seele. Gr konnte eS tun, er hatte Zeit dazu, denn er war ein reicher Mann. Seine Frau war eine „Figur" in dem Städtchen. Wo es»Wohltätigkeiten üben galt durch Geld ober werktätige Hilfe, stand sie in erster Reihe. Nicht aus Ruhmsucht, um in die Zeitung zu kommen, denn dafür, datz man selbst zu den Armen geht, wenn sie krank sind, und sie in aller Stille Pflegt, kommt man nicht in die Zeitung.. Men Armen half sie, ob sie Juden oder Christen waren. Das Ehepaar hatte drei Kinder, zwei Töchter und eillen Sohn, der in der letzten Klasse im Gymnasium satz. Da brach der Krieg aus'. Gaüzien wurde von den russischen Armeen überschwemmt. Neberall begann die russische Eroberung der Städte mit einer Judenverfolgung. Gewöhnlich wurden die vornehmsten der Judengemeinde zuerst aufgehängt oder erschossen. Oder die Russen drangen sofort nach ihrem Ernrücken in die Synagoge ein und hangten etwa zehn der Anwesenden gleich im Bethaus auf. Im vorliegenden Fall griffen die Russen nicht gleich nach dem Leben des Vaters, aber da er der Vorsteher der Judengemernde, also Vertreter der Juden war, wurde er wenigstens unter einer falschen Beschuldigung verhaftet. Ein Russophile klagte ihn an, austrophil zu sein, das heißt, er beschuldigte ihn, datz er Oesterreich, zu dem er doch gehörte, gut gesinnt war. Denn man Jude war, durfte man das nicht. Da hietz es stets, gut Freund mit jener Partei zu fein, die gerade die Macht hatte, Juden zu mißhandeln und zu ermorden. Der Beschuldrgte wurde vor den russischen Kommandanten geführt. Er wurde dort mißhandelt und geschlagen, so datz sein Körper mit Wunden bedeckt war, und im Gefängnis, in das man ihn nachher warf, erkrankte er infolge der Verletzungen. Er wurde so schwach, datz die Aerzte, die ihn untersuchten, erklärten, sein Leben hänge an einem Faden. Seine Familie und seine Freunde kauften ihn los, das heißt, sie bezahlten dem russischen Kommandanten einige tausend Rubel. So kam der Later todkrank, in einem schreckliche» Zustand, nach Hause. Nach einigen Wochen änderte sich die militärische Lage. Die Russen wurden verjagt und die Oesterreicher drangen Eingesendet. AtMrt Dr. Nathan Sfissmann eröffne*q seine Kanzlei in Drohobycz« ros» Pünie ,FIORISc Wienj Graben Nr. 29 sämtliche Parfüms, Puder etc. Wolff & Sohn, Dralle, Lohse, Schwarz- : lose, Mouson, Prochaska etc. : 900 ManlkuMnstrumemte, Kassetten, Kamm» u. Schlldkrotwaren für den Export lagernd In bitterer Not. So vergingen die weiteren Kriegsjahre. EndliÄ trat' der Waffenstillstand ein und brachte eine Menge „vernsinftiger" Bestimmungen mit sich, unter anderen die» , baß Lemberg, den Ukrainern zufiel. Aber da kamen die Pol« und"belagerten die Stadt. Sie verwendeten hierbei alle mog-, lichen Kriegsmittcl deS 29. Jahrhunderts» daher auch Bomben. In das Haus, in dem die Familie wohnte, schlug eine solch« Bombe ein, bahnte sich den Weg bis in die Wohnüng der Bedauernswerten und lötete die Mutter auf der Stelle. Die älteste Tochter, die' schon so viel UnhLi! milerlebt hatte, konnte diesen neuen Schicksalsschlag nichj Überwinden. An der Leiche ihrer Mutter wurde sie wa'M sinnig und stürzte sich zum Fenster hinab. Ihr Bruder, btt died alles geschehen sah, wollte sie retten. Er eilte zu-r: Fenster, um sie zu sehen, aber er war zu aufgeregt, um genau zu sehen, WaS er tat, er hatte mich zu viel Schwung, beugte sich zu weit auS dem Fenster vor und stürzte selbst hinunter. Neben seiner Schwester blieb er aus dem Stratzerrpflaster liegen. Das Mädchen starb nach einigen Minuten dem Bruder waren beide'Beine zerschmettert. Cr wurde aufgehoben und ins Spital geschafft. Der Großvater, der seine Tochter so sterben, seine Enkel so enden und leider.' sah,.wurde vom Schlage getroffen. Einen Tag später,giuj er in' die ewige Ruhe ein. Zwei von der Familie waren noch am Leben, der Sohn, der im Spital lag, und die jüngere Schwester. Sie forgkL für das Essen ihres Bruders und brachte e§ ihm jeden TaH ins Spital. Und jeden Tag wartete der Bruder auf seine Schwester, blicktemit Verlangen nach ihr aus. E§ kam in Lemberg zu Judenpogromen. Die Schwester did eben ihrem Bruder das Essen bringen will, wirb überfalle», mißhandelt u»d ermordet. Etwas ganz Gewöhnliches, ein Opfer deS Pogroms. Jhrr Leiche liegt irgendwo auf der Straße. Und der Bruder mit seinen zerschmetterten Beinen wartet auf seinem Krankenbette im Spital auf seine Schwester und wartet und wartet.. IGOLD BRILLANTEN jffl» Flatin.MUn cd , Uhren, laieche Zähne, Ile Silbergogenstlndo verkaufen Sie am besten direkt dem Juwelier u- Sold&rbslttr S. Holrapfel, »Wien, VI. Mariahlirsrsirases 79, oder Werketfttte*. I. Wotlzeli« 17/13. Zahlt böohete Preise, da für eigens Verarbeitung. 804 Hungerlöhne jüdischer Lehrer. Man schreibt uns: Men die Götter hassen, den machen zum .Lehrer! Während die Oeffentlichkeit überdas DwM emkommrn der Rcligionslehrcr der Wiener israeluischen^KttliuLkiemeinde durch mehrere Zeitungsartikel informiert ist, fehlt .ih» erne iolche Kenntnis bezüglich der an der!stakttUd-Twotaf Berrins^Bolksschule, Wien. H., Malzgasse 18. arineWren Lehrki äste. Es kann daher nicht wundernehmrn, wenn , \ istdrscheh Kresse'dafür halten, die erwähnten Lehrer seien, ih-" Dsierkauw tüchtigen Leistungen entsprechend, gut honoriert und yänen deK> halb keine Ursache. Über ihre finanzielle Lage Klage zu iührew Diese irrige Annahme soll durch nachstehende Daten beseitisl werden: . , An dkrTalmud-Thorna-Verrms-BoftZschule bezieht brr Obiv lrhrer nach 23 Dienstlahren monatlich mit allen Zulage» K 600.—, der dienstälieste Klassenlehrer, welcher an der Austüll 80 Jahre tätig ist. monatlich K 500.—, bte andere« Lehrkraft; noch weniger! Mct diesen Betragen soll bei der horrender Teuerung der uncntbehrlichstcn Lebensbedürfnisse eine Farrsslir erhalten werden! Der Lehrkörper ist vor zwei Jahren an de« Bereinsvorstand um GehaltSreguliemng herangetrrten; dnssr rß aber bisher nicht erfolgt. ' Das Dienfiemkommen der städtische« Lehrer ist brreils ft bemessen, da» sie nicht bedrückt von Nadrungssorgen, ihre flöfly Krau dem Beruft widmen können. Heischt eS daher die Ehre dÄ jüdischen NamenS nicht, daß auch den Lehrkräften der Talmud- Thora-Bereins'Bolksschule endlich eine menschenwürdige Exhteni geboten werde?" _ PalLstinanachrichle«. AuS Jaffa wird unS geschrieben: Der Ettchg Ist heurigen Ernte inRechoboth wird ans eineMilli0 x Fra » k s geschätzt. Die Trauben- und Mandelernte war pÄhältnismäßig gut. An Mandeln wurden etwa 700 Ztntuer geerntet, Trauben wurden ungefähr 5800 Zentner emgebracht.. das Doppelte gegenüber der» Bsrjahre. Die Koste» de? Ernte waren nicht hoch, da Beduinen die Kolonie überlauten M die Löhne gediückl haben. Der Maximalloh« für eine« Erwachsrnü' hetrntz 6 ägyptische Pence. Nunmehr, da die Einte eingrbrach! ist, macht sich in der Kolonie die ArbeitSlofigkeit stark fühlbav HemnkenSwert ist, daß brim Bau neuer Häuser in Rechovottz kein einziger jüdischer Arbiter beschäftigt ist. ES ist, okk wären die Einwohner von Rechoboth von all den Strönmntzey der neurstm Zeit unberührt»