Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-12-31 · Heft 338 (31.12.1919) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 338 (31.12.1919)
Date
1919-12-31
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979415--02975-2988554
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

■ :y Seite 2 Wien. Mittwoch Inland. ' Die innere Politik. T Die purlimentmische Nuhepnufe fleht" nächste Woche zu Ende. Die Ausschüsse der Not onalversiminrlritzfl nehmen ilne Arbeit wieder auf, um dir Vorlagen für die Mitte Jänner dx» Sinnende Scision fertigmstellem Die Regierung wird sich Haupt» sachlich mit der EMbnincSl rge. die eine leise Tendenz zur Besserung zeigt, nnd mit der Kobiensi'lmt'vn, die sich noch weiter verschlechtert, zu beichä ttflen haben. Dr. Nenner fährt nach Prag und vielleicht auch nach Agram. Seine Besprechungen „eiten einer besseren Kodlenversorguug. ferner der Ab'chlrcßnng von Wrrtschastö- Verträgen und der Au'Hebung de? P.ißrwonges. Viel Sorge bereitet'' bcu Ocffcnilidjfcit das Fehlen jeder Andeutung darüber, ob die Eniente ihre versprochene Eirtscheidung über den österreichischen BersorgungSplan und über die Freigabe von Aktiven zur selbständigen Kreditbeschaffung bereis getroffen hat. Diese Entscheidung war für heule zu erwarten, bisher liegt jedoch keine weitere Meldung darüber vor, als daß die österreichische Frage auf die Tagesordnung der neuen Friedenskonferenz, die sich-am 7. Jänner versammln soll, gestellt wurde. Das würde eine sehr bedauerliche Veizögerung bedeuten. Den vielen Kredltgerüchten. btc von allen Seiten kommen, sieht man in den Politischen Kreisen sehr reserviert gegenüber. Solange nicht aus Amerika Genaueres berichtet wnd, rst die stärkste Skepsis geboten. •_ Die Prager Reise des Staatskanzlers verschoben. Die dem Staatskanzler ärztlich verordneke E r» holungspaus ewird mit Ablauf dieser Woche chr Ende finden. Dre dringenden SlaatsgeMfke. die der Erledigung heischen, bevor der Slacuskcmzler die Neue nach Prag antrilt' sowie die noch nicht zum Abschlüsse gelangten Besprechungen des Slaat§kanzlers mit den Fachreferenten über die rn'Prag zur Be» Handlung kommenden Gegenstände machey es notwendig, daü das Datum der Reise eine neuer lrche -kleine Verschiebung erfährt, Der genaue Tag für die Fahrt ist noch nicht lestgesetzt, doch handelt es sich nur um eine ganz kurze, durch das Unwohlsein des Kanzlers unvermeidlich gewordene Vertagung. Die Generalinspektion der österreichischen t 3 Eisenbahnen wurde mit Gesetz vom 21. Oktober 1919 aufgelöst und stellt daher ihre Tätigkeit mit 1. Jänner 1920 ein. Die rhr zugekommenen Geschälte werden von diesem Tage angetangen vom Slaatsamte für Verkehrswesen besorgt und cs weiten svM't alle bisher an die Generalin'pekilon zu richtenden Eingaben, Meldungen, Ausweise ujw. von drcscm Zeitpunkte an das Staatsaml für Verkehrswesen, Wiertz 1., Eiiiabcthstraße 9, zu richten sein. . Die Gehattsregutterrrrrg der Hochschulprofessoren. Einer Abordnung der bisher unbesoldeten außerordentlichen Professoren der theoretischen Fächer erklärte Unter staalSirkrerür Glvckel, daß vom 1. Jänner 1920 an dre Extraordinarii Nicht mehr unbesoldet sein werden. Politische^undschau. Vorbereitungen für die lokale Autonomie in -' Palästina. \ Das provisorische Komitee der Juden in Palästina »Waad lZnnanr* in Jerusalem veröffentlicht svlgerrden Ausruf:! Das provisorische Komitee der Juden in Palästina benötigt Material zur Frage der lokalen Autonomie, um aus Grnyd derselben Anträge an die Nationalversammlung zu stellen. Wir benötigen Material über die Konstitution von Judengememdrn in jenen Landern, wo diele Gemeinden Uber irgendeine Art Autonomie verfügen. Ebenso bitten wir alle Fachmänner auf dem Gebiete des jüdrschen Gemeindewe'ens, wo immer sie sich befinden mögen, uns detaillierte Taten hierüber geben zu wollen. Für das Exekutivkomitee des „Waad Scumni" Dr. A. Zrsröni m. p. Der kanadisch-jüdische Kongreß für die Ostjuden. Wie das Londoner Jüdische Prcßbnreau meldet, hat der kanadisch-jüdische Kongreß an die kanadische Reg-erung ein ausführliches Memorandum gerichtet, in dem die Pogrome rn Polen, Numänien und der Ukr.nne beschrieben weiden und an die Regrenriig das Ersuchen gelichtet wird, dre Entsendung cin^r Die»{fltcbr^ncn jüdischen Kommission zu autorisieren. Die Kommission soll die Sumttron m den genannten Ländern untersuchen,/die Pogiomopser nntcl stützen und thie Fmnlien nach Kanada bringen. Dre Regierung wurde ersucht, ErnrcijeerlaubnrsF und genügend S ck i f l e zur Beringung zu stellen, lim die Nene von Verwandten kanadischer Juden aus Osteuropa nach Kanada zu crmöal chcn. Die kanadische Judenhe-t verpflichtet sich, alle der Regierung erwachsenden Äntostenzu tragen. , , Lloyd George über den Völkerbund. Aus London wird gemeldet: Lloyd George sprach gestern über die Völkcroundfrage und führte aus, es sei keino Ungerechtigkeit, wenn dis Ve.einigten Staaten von Nordamerika nur eine "Stimme hätten, während das brUifche Reich sechs Summen besäße. Die einzelnen Teile des britischen Reiches jejen tatsächlich unabhängige Staaien. wä er, jedoch ihrem Muttcrlanoe freiwillig zu Hilfe gekommen. Australien allein habe so viele Tote verloren wie die Vereinigst Staaten. Bei der Festsetzung der Stimmenanzahl jür den Völkerbund sei nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit vorgegangen worden. ' Wiener MorgenzeitunA Telegramme. Dre neue Friedenskonferenz. Haag, 3l). Deze" ber. Hölländsch ENicuwsbu eau meldet aus Paris: An'cmg? Jänner werden die Minister der alliierten und assoziierten Mächte in Paris zusamnyentrelen, um die Arbeiten der FriederMon'er'nz wieder .aüfzunehmen. Wahrscheinlich werden die Sitzungen, am 6. öder 7. Jänner L-rginnen. Ans der Tagesordnung steht die Beratung über das Schicksal der Türkei, die Zukunft Konstantinopels, die Oeffnung der Dardanellen, die Friedensbedingungen für Ungarn und die Adria-Frage. Man will versuchen, die italienischen und die jugoslawischen Ansprüche in Einklang zu bring-n und besonders in der Fiümaner Feage zu ein'm befriedigen''en Erae'nis zu -ommen. Die in Rußland und in MitkeleU'vpa wj^d vermutlich gleichfalls zur Sprache gebracht we den. Bezüglich der,Ratifizierung des Vertrages von Versailles wird nach kein Datum genannt; man erwartet, daß sie Mitte Jänner erfolgen werde. Die finanziere und wirtschaftliche Krise in Frankreich. Paris, 80. Dezember. (HavaS.) In der gestrigen Sitzung der Kammer brachte Finanzmin.ster Klotz den Anieihsentwurf ein. Aus den Darlegungen des Min sters ergibt sich, daß die Ausgaben während des Krieges 220 Milliarden betrügen. Sechs Prozent der gewilligten Ausgaben wurden nicht ansgehraucht. Die Einnahmen von 1919 werden auf 11 Milliarden -beziffert, von denen 75 Prozent durch Steuern aufzubringen sind. Die verschiedenen Einnahmequellen haben 194 Milliarden der Ausgaben gedeckt. Gegenwärtig sei eine dreifache Krise durchzumachen: auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet sowie in. der Finanzverwaltung. Das Budget werde gegenüber demjenigen vor dem Kriege die drei--bis vierfachen Zäh en aufweisen. Die Krieg? gewinne müßien besonders se.angezogcn werden. Was Deutschland betreffe, so müsse es alle eingegangenen Verpflichtungen strikte e nhalten. Frankreich sei der Bankier des besiegten^Feind e 8 geworden, indem es Deutschla'nd 25 Milliarden vorgeschosscn habe. Um die schwebende Schuld zu verringerni müsse der Papiergeldumlauf eingedämmt und die Einfuhr mit der Ausfuhr ins Gleichgewicht gebracht werden. Thomas verlangte Aufschluß über die Verhandlungen, bezüglich der interalliierten Solidarität. Ein sozialistischer Antrag, der gegen die Befreiung der Renten von jeder Steuer gerichtet ist, wur^e mit 480 gegen 71 Stimmen abgelehnt. Ebenso wurde ein Zusatzantrag Thomas' abgelehnt.' Schließlich wurde mit 491 gegen 64 Stimmen der gesamte Anleiheentwurf angenommen. Neue Steuern in Frankreich. Paris» 2*. Dezember. Unter den neuen Steuervorlagen, die morgen F n.mmrnrrster Klotz dem Ministerrat zur Genehmigung voitcg n wird. betinbet sich auch eine neue Schausvielsteuer. Alle Riiuchlheatcr und Tanzuirurnchimingen sollen mit 20 Prozent ihrer Einnahmen beftcuert werden, Theater und Konzerte mit 10 bis 15 Prozent, Kino- und Spormntcrnehmungen mit 10 Prozent. Wilsom wieder arbeitsfähig. Paris, 30. Dercmber. „Chicago Tribüne" meldet aus Washington, Präsident Wilson sei iasi vollständig wieder h e r g e st e l l t. Er werde feine polnische Tätigkeit wieder aufnehmen und auch persönlich die Friederrssrage regeln. Internationaler Kongretz der sozialistischen Studenten. Berlin» 80.Dezember. Der „Borwärls" meldet antzGens- Aus dem hier tonenden inicrnaiioimlen Kongreß der sozialistischen Studenten sind Demichland. England, Frankreich, Oesterreich, die Schweiz, Siidilrwren und Ämeriia ocitieten. Die ttal enischen Stttdemen ha> en, da sie am Ersehe neu verhindert waren, eine schriNliche Kundgebung dem Kongreß zukommen lass n. Zweck des Kongress s ist die Giündung einer Internationale der soziairstr« scheu und kominuniftischen Studenten. Verttn, 30. Dezember. Die „Deutsche Allgemeine Leitung" meldet aus Zürich: Ter >mei nationale Kouareü der sozialistischen und kommun st schen Studenten rn Genf Hat sich gespalien. Die fonimimlstnchen Vertreter der Schwk'z. Frankreichs, Italiens und Demsch'landS traten der Dritten Jrtternalionale bei und kvnstitnierten sich als „Jmernatronule' kommunistische Studentenlöderatton^. Tlufstandlsche Araber in Mesopotamien. London, 80. Dezember. (Funlsvrnch.s Starke bewaffnete Araberbanden überfielen Dair-Ez-Zar x mi besetzten Me'vvotamien, nahnren britische Milttär» und Z'd'.lbehörden gelangen und plünderten und verbramuen d-e Regierungsgebäud''. Die Araber waren vom neubcftcUtcn Vizegouverneur von Naggaich angeführt. Japan »md die Bolschewiken. Amsterdam. 30. Dezenrber. Wi< „New York Times" aus Tokio berichtet, erklärte der japanische Premierminister, die gegen den Bolschewismus gerichtete Politik Japans könne unter keinen Umständen zulassen, daß der gefährliche Einfluß,der Bolschewiken sich bis an die Grenzen Japans erstrecke. Augenblicklich werden im Verein mit Amerika militärische Maßnahmen erwogen. Japan werde aber in Sibirien keinen Quadrat fuß' Boden behalten und, wenn die Gefahr vhrüber sei, alle japanischen Soldaten' zucückberufen. Bolschewikischcr Frontberkcht. Moskau 30. Drzemberi (Funk vruch.) Bei N a r w a i bfttige Kämme. Im Gcbiet van B o r i s i o TO Gcschiitzsener. Im Gebiet von Kiew warte Q l u ch a r r e genommen. Bei >t mn e « t i d) it (i wurde der Dnjepr iibevfdn'ittcn. Im ösll c'.'kn Teil der Süds-oni nickten wir bis auf 20 Werst südlich von Luoansk nor. An der, Ostsrünt weitere ForlicbcrttL. ' 31 Dezember 1919 ' Nr. 83s -'-- ■ --,.— ■■■ —-- --i i. ' .... .< Massephinrichtungen in Rutzland. Amsterdam, 90. Deeember. Einem drahtlose« Berichs anS Moskan zrüolge ist im Gorierverneweut Penia eine monarchistische Organisation ' enldekt worden. 55 Personen sind aus Befehl der a u tz e r o r d e nft l» ch e n Kommiss»-« erschoffen worden. Dis Entscheidung über Oftgalizie«. Paris» 30. Dezembk'-. (Nkr. Pressedienst? Die osigasizischk Fmae w>rd den Obersten Mt der icbenöfonfcvcnv noch einmal beschälttaen. G'^nüber dem von Clemenceau vorgefchlaoene» neuen Text hat Lloyd George .mehrfache Berbefse« r n n g e n beanliagt. In Erwaitnna der endailltigen Entfchüdnvg wurde die kiir'l'ch verlautbarte Entschließung der Fricdenökoniercnz provisorisch außer Kraft gesetzt. Wig -er Denikin. so der Mamontoff. Paris, 30. Dezember. Der „Ukrainische Pressedienst meldet» General M o m o n t o f f, ein Unterbeiehlshaber Denikins, erließ in dex Ukraine eine Proklamation, welche dc« Bauern die V e ** nichtungallerJuden cmpsiehlt. G?neralftreiK in Bulgarien. Klausenburg, 89. D.-zembcr. (Dacia). Nach Verlchtm au8 Sofia sei in ganz Bulgarien iniolge der Teuerung der Lebensmittel nnd B sieidnngsartikel der a l l g e m e r n e n «8* ft n n b brnU rmicvt worden. Die Regierung habe im ganzen Lande den Belagerungszustand verhängt. Der dritte Prozeß des ungarischen Galgen« fystems. Budapest, 80. Dezember. lUng. Tel.-Kow-Bur.) Hente begann der Prozeß gegen den gew senm Voltskommrfsckr H a n b r t ch und Genossen wegen Hochverrat, Äuiruhe und Arrstritting zum Mord. Die dlnklage beschuldigt Haubrich» die StandrechtSlund-- mackmng vom 21. Mä>r verlaßt zu haben, durch die jedermann ni t Tode5si>afe bedroht wurde, der gegen die Räterepublik oder deren Jnstitittionen aickrerzt. Au' seinen Befehl hätten die . Bolichewiten die Käse' neu und die äsienllich'n Aem'er besetzt und ani^Grnnd des von ihm ve'kündeten St>indrech'eS seien in D 8 m s 8 d Gecsemevolutionäre hingerichtet worden. In der Angelegeuherl der Ermordung deS ' Privatbeamte« Gezä H e r c z e g wird die Anklage gegen Haubrich. gegen den geme'enen Präsidenten, beziehungsweise B zepräsidenten des RevolntiouSgerichlcs F'anz R a k o S und Dr. Arpad Trat tuet sowie gegen die Beisitzer des rcvolu'ionären Gerich.'shofeS wegen Anstiituna zum Mord erhoben.' H'e r c z e g halte am ^2. Juri in der St. Stephans-Basilika Flilgzettel, dre gegen die Volkskommisiäre gerichtet waren, verteilt. T r a t t n e r hatte die Angelegenheit dem Auklag ckominissär Ludwig Schrei>r mrt der Weripug nracmiescn. daß Herczeg zum Tode veirrrteilt werden müsse. Das Reool'it onsgeucht war dicker Weisung gefolgt und Herczeg wurde ta.sächlrch hrngerrchrel, und zwar m Gegenwart Häubrichs. t Oberst Takaes nach Budapest berufen. Budapest, 90. De'ember. iTel-Komvck Der Mil'tärbevollmächtigte der nng urschen Regieruna in Wien. Oberst Graf Talacs-Tolvap. rst rn.Budapest ervgetrossen. Er w rd der ungarischen Rcgieinng darüber Aufklärung ge en, wie weit die Meldungen m-hrerer Wiener Dläner. daß er mit der Ent iihrung unga ischer Kommunisten auS Wien m Zusammenhang stch^ aus Richligkeil beruhen. Südslawische Getreideliefsrnngen nach Frankreich. Laibach» 80. Dezember. iTel.-Komv.) Frankreich will von ' Jugoilarvien 50.000 Tonnen Getreide, 100.000 Tonnen MaiS nnd 10.000 Tonnen Hafer kaufen. Die AuSluhr soll b»S Ende Avril 1920 voll und gebührenfrei erfolgen. 90 Prozent deS Kansprenes werden sofort m Franks erlegt und der Rest wird nach Unterzerchnung des Vertrages tzerahlt werden. Dre Belgrader :1keg,errmg hat der französischen Rrgrerrmg mitgeteilt, daß sie 800.000 Tannen Weizen und 2 io.Ooo Tonnen Mais abgeben könne, und zwar in der Zen vom 1. März bis Ende Mai 1920. Dadurch würde sich allerdings das österreichische Konrmgent um 8600 Tonnen "und das ungarische mn 8000 Tonnen vemngern. Wie man Oesterreich Helsen kann. L-ondo«, 30. Dezember. (Del.-Komfi.) Im »Manchester Guardian" schreibt Ariur Henderson über die wirtschaftliche Notlage Europas. Er kritisiert Lloyd George, der vor kirrzem die ernste Notlage Mitteleuropas und die dadurch herv-orgerufene Notwendigkeit großer internationaler Kredite betonte, aber in einem Atemzuge von einer militärischen Politik spreche, die daS Wirtschaftsleben Europas doch nur unterminieren könne. Der Hunger könne nicht durch die Entsendung von Nahrungsmitteln allein aus der Welt geschaffen werden. Aus beinahe allen Hungergegenden hört man den Nus: „Sendet unS keine Lebensmittel, sendet unS Kohlen oder irgend etwas, womit wir unsere Betriebe in Bewegung setzen können. In manchen -Ländern liegt der Ledensmittelmangel nur in den ungenügenden Derteilungsmöglichkeiten. Um nur ein Beispiel zu geoenr In ganz Europa herrscht ein schrecklicher Mangel an Lokomotiven, darin liegt auch die Hauptursache, der Hungersnot in Wien. Wien selbst hat.große Lokomo^ tivfabrilen, .aber sie können^nicht arbeiten, weil ans der Tschccho-Slowakei keine Steinkohlen he'.einkommen. Das hat n cht nur zur Folge, daß viele Arbeiter uufc Familien verhungern, sondern daß auch in vielen Gegenden Deutschöfterreichs Kinder stcrben, weil nicht das zu ihre^l Ernährung Notwendige hereingeführt werden kann. Z Z gulerletzt ist die Frage der Versorgung der notleide .den Länder nur ein TranZportproblem. Vor einem -rotzen Streik in England. Berl'n, 30. Dezember. Wie der „Vorwärts" W rich'et, meldet „Politiken" aus Stoclhrlm: Infolge der Einführung deZ achtstündigen Arbeitstages vom 1. Jänner an verlangen dis Arbeiter als Ausgleich eine Lohnerhöhung. Ein Angebot der Arbeitgeber auf Erhöhung des S:undenlohnes ohne Hinaussetzung der Akkordsätze wurde von den Arbeitern abgelehnt. In mehreren Industriezweigen droht daher für den 1. Jänner ein Au'ckirup mv. 50.000 bis 60.000 Arbeitern. ■ Mü ■Sa.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.