Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 336 (29.12.1919)
- Date
- 1919-12-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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\: j jgette ' $33iirt/ MonLatz,,^ tlfär /WHnis MorgeyzettüW /ZS.' Dezember INN" M7Z3S TagesSerichL. - Die ungarische Ochrana in Wien. \ Verhaftung ungarischer „Rechercheure". ’ \£ ■ Die von der Polizttdivektcon jcit der Verschleppung des, »ngarisrhen Kommunisten Beln Sch i n dmch 'die ungarischen DtaatZangeliörigen' Eugen B l e i ch Und Koloman K i st fortgesetzt gepflogenen Erhebungen haben Zur Eruierung einiger ungarischer Staatsangehöriger geführt, die in der letzten Zeit in Wien damit besaßt waren, über Las V e r h u l i e n der hiep weilenden ungarischen Sozial iste n Recherchen zu pflegen nnh , über ihre Wahnrchmnngeu nach Ungarn Bericht zu erstatten. EiH dieser Personen, der ungarische Oberleutnant Rudolf Faber, der. fest einigen Tagen.unangemeldet in Wien wohnte, wurde am 27. d.M. verhaftet,'und sogleich an die Gr'enze gestellt- Aus demselben Grunde erfolgte auch die Abschaffung der ungarischen Staatsangchörigen Rittmristev>PM von Pro-nah und OöeAeutstant Anten Baron L i p t h'a y. die gleichfalls öfters vorübergehend - in Wien weilten, sich jedoch seit einiger Zeit wieder m Ungarn oüshalten. Bezüglich dieser Personen wurden die Greuzstellrn entsprechend angewiesen. Ein vierter ungarischer Offizier,' Rudolf Karl, der vor einiger Zeit in K^rlstem Nachforschungen über die Internierten oevflogeu hatte, wurde -am 28. d. All. v-r rhaftet. ^_L -v V " . ■ .. * Brot nnd^ Kohile. ' ' - . Die Kohleueittlciufe waren am heutigen Tage noch geringer als in den letzten Tagen, so^ däß .sür die allernächste Zeit lyrt weiteren Einschränkungen gerechnet werden must, da die Feiertage eine Verringerung der Förderung mit sich gebracht lmben'. ' Die E i n st e! l u n - d e s' E i s e n ü a hmv e r k e h r e s, die vorläufig bis inklusive 1. Jänner verfügt wurde, * hat die Verpstegsverhälwisse der SMte, voran Wiens, noch mehr verschlechtert.. Gestohlene annrrrkattische Liebesgaben. V Aiü 23. d. M., früh um 5 Uhr, wurden der Volks-« wchrmann Adolf Offer, V. Hauslallgafsswohnhaft,' und der wegen mehrfacher Einbrüche beim Landesgerichte in Untersuchung stehende 21jährige beschäftigungslose Hilfsarbeiter Franz' Sch u.si er, HL Mohsgesse 7, aus d/m Favorilenplatz angehalten^ weil sie große Säcke trugen, die Kleider-und Lebensmittel, so Kakao und He, enthielten. Es wurde gleich vermutet, daß /der Pack von einem Diebstahl amerikanischer Liebesgaben herrühre. Erst nach der Einlieseruiig der Leiden teilte das' Postamt. 77 (Osibahnhof) ulst, daß in der Nacht zum 23. d. M. der von Dresden hier emgetroffene Beiwagen Ar. 8774von unbekannten .Tälern erbrochen worden sei,- wobei mehrere spacke mit amerikanischen Liebesgaben gestohlen worden sind. Va^riylÄNdeken verhaftet. . - -Im-Frachtenbahnhof der Ostbahn hatten sich schon feit gerattm^r Zeit-zahlreiche Plünderungen von Waggons ereignet, an denen nach d-rr Sachlage eine größere -Anzahl-Personen Leilgenommen haben mußte. Ein Vorfall brachte nun Licht in die Sache. - Am 20. d/ M. erfuhr die Pölizeiinsvekiiondaß nachts im Frachtenbahnhof.- ein Waggon, der «ine Ladung 'Schuh'«» riemen enthalten hatte, erbrochen worden ist' und daß ganze Säcke Schuhriemen -über den Holzplatz .fortgeschafft worden -sind... Die Polizeiinfpektion könnte in diesem Falle als Täter drer Kostenlose Männer, den 24jährige Kutscher Josef Z v u z el k a, 10. Bezirk, Laubeplatz 6,. seinen Bruder, .den 22jährigen Kutscher FranzvZo u z e l ka, 10. Bezirk, Buchengasse 4 und 'den -35jährigeu «Ei-endrehergehilfen Josef Mato us, 10. Bezirk, Geller tgufft 14, -verhaften. ' . In einem. langen. Kreuzverhöre - wurden sie der Täterschaft überwiesen -lind legten, das . Geständnis ab. nicht'nur^diesen, sondern mach eine ganze Reihe anderer Bahndiebstähle mit Hilfe des 24jährigen, dem VahngendarrnerieposLen Ostbahnhof zugeteilten Pvobegenhar-- men Stefan Wimmer, 10. Bezirk,.' Favoritenstraffe 169, aus'gesührt zu haben. ‘' v * Der dritte holländischr LebenSmittelzug für Wien.' Mus Amsterdam; wird telegraphiert: Die Abfahrt des l dritten Lebensmittelzuges des niederlÄrdischen Roten Kreuzes f füri^Vien-ist für den 16. Jännbr festgesetzt. Der. Züg geht dorr? Rotterdam ab. - ' .. .? . \ . * Das BetruBmanvvcr eiuis Arbeitenates. Am 10. d. M. erbrüt - der Mlluär-VervstegZvbervrrwntter Rudolf K n h als Letter der seinerzeit dem Militäcämr grkftrrgen Danipfwäscherei in Meiölmü/Schwenkgassc, einen Dstnstzettel, auf dem 'J stand, daß er dem früheren Wüschenmnipulanten und Arbettenate der genannten Wäscheiei/ dem 35jälirigrn Oswald Trutschl, für-seine sernerzrttige Mehrarbeit und für sein tüchtiges Bei Hallen eine Uettmneratiou ' von K. 25.000 austznsolgen habe.- Vorher war er von einem. angeblichen SektionSckef deK liquidierenden KriegsministeriumS telepbouisch ausgefordert worden, die Neimmcration auszubezahlen. Ers? nachträglich wurde.sestgestellt, daß; das ielephomsche Gespräch fingiert, der Dienstzette! .gefälscht und das Geld von einem Schwindler entlockt war. Trutschl wurde am 25.. d. verhaftet und ist 'gestern dem Landcsgericht Ungeliefert worden - ' . . * Eine antike Stadt entdeckt. Bei AusgvaLüngZarbciten auf der Insel. Kreta, die der Direktor für Altertumskunde, HatzidakiZ, leitet, hat, man, wie der «.Times" aus Athen gemeldet wird, die Entdeckung einer antiken S,tadt gemacht. In - dem Dorfe Malta, in -der Nähe von Kandia, stieß man - auf die Ruinen einer alten Burg, die aus der Zeit des Minos stammt. Die Basen der, ausgegrabenen Säulen sind - mit' Inschriften versehen und mit gotd'enenLOrnamenten geschmückt. Eine Meile dom Palast entfernt'fand man Gräber, die Skelette' enthielten,- die. aus der sogenannten fpätminoifchen Epoche'stammen sollen. Die Funde sind kulturhistorisch, von - außerordentlicher Wichtigkeit, .da. sie ganz neue Aufschlüsse über die Kultur des alten Kreta gewähren sollen. '* Larrdevwerbskoirzesfionen in Palästina. Der Londoner „Exvrcß'^Rrichtet von einer Rede, die der aus-Palästina zmückgekehrte Kapitän Dri Solomon in einer Versammlung gehalten hat. Dr. Solomon, der. als er in den Krieg ^og. Anri^ zionist war, hat den Feldzug in Palästina rnitgemächt und ist heute knfolge ferner Erfahrungen, und Studien im Lande. zumLionismus bekehrt. Dr. Sslömöy weist darauf hin, daß das englische Besatzungskommando seinerzeit bis zur endgültigen Regelung der Palästinaflage jeden Kauf und Verkauf von rmmobttem Besitz verboten Hai. In jüngster Zeit jedoch habe die englische Regierung insosnne ihren , Standpunkt geändert, als sie der zionistischen ^Organisation die Konzession zur Erwerbung von Grnndstücken in der Umgebung von Jernsalcm behufs Errichtung von Industrien - erteilt hat. ' Eine Spende für die »Jüdischen Kinder^ freunde". Man schreibt «nS:' Ich glaube, es,als meme angenehme Pflicht zu betrachtenwegn ich unserer sieben Frau Ingenieur Irma Stt o ck . in Triest, die — wie bereits bekannt'-^-im Sommer in ' hervorragend mütterlicher Fürsorge durch Monate hindurch bis vorkurzem für/unsere Kleinen gesorgt hat. für ihr hochherziges Vorgehen wieder auf dem Wege! der Presse meinen Dan! anssprechr. Der neuerliche Anlaß hierzu! ist nämlich ' ein freundsicher Bpref der Frau - Stock,! welchemich nicht nur ' erfieute, sondern auch zu, neuer Tatkrast anspornte. Die Dam« hat für unseren Verein. (I!./ Obere Doüaustraße 91) 1000 -Lire {== K 12.000) zur Verfügung! gestellt. Wenn' ^eme in /dxr Fern^ lebende Frau soviel warmes! Mitgefühl für unser Elend enipfindet. wie erst, müssen wrr hier.! wo uns das krasie Elend unserer jüdischen armen Kleinen direkt, ms Auge fallen muß. alles däransctzen, um hilfebrmgerid, sei es! durch Geld, durch Kleider, durch Wäsche und geistige Arbeit, diei auch aüf^dem Erziehungsgebiet nickt fehlen darf, mttzutun. Wir, Juden - haben noch immer im rechten Moment Sinn und Ver->! ständnis für «die Älnsübnug unserer Pflicht unseren sieben Kleinen! gegenüber bewahrt; hoffentsich werdest wir auch dieZmäl 8aS> Rtchügi! zu' leisten uns beeilen. ' . . - ■ Leonie^Wrtwe Perez Smoleyskh.!. * Gegen den Kollektivvertrag des Bühnenvereiues. Unter den''Mitgliedern der ehemaligen, Hostheater macht sich gegen den neWn. Bühnen d i e n st -Ä o l l e k t i v v e r t r a g' eine . Strölnung merkbar, da die Befürchtung ausgesprochen wurde, daß, wenn sich dre'Angehörigen der Staatstheater nicht unter den Schutz des Besoldungsgesetzes der Staatsbeamtenstellen, sie ihrer Penstonsrechte verlustig gehen. Der Kollektivvertrag des Oefterreichischen Bühnenvereines .enthält keine Bestimmungen über etwaige staatliche Pensionsansprüche. \* Wierrer Börse. "V/: V Obgleich die wirtschaftliche Lage Oesterreichs nach wie dort die denkbar triste ist, ecoffnete die heutige Börse dennoch in «norm fester Haltung. .'Lebhafter ' begehrt waren Bankenwerte, Staatsbahn und Türkenlose,' welch letztere um K 162.— in die Höhe schnellte». Staalsbahn. stiegen um K 103.— und b’tc Bankenwerte profitierten K 32.— bis ll 70.-*. Die ErrOhrurrg. -; Unsere Ernährung. Die Lebensnüttelversorgung wird sich in dieser Woche schon dadurch ungünstiger gestalten, ..daß. diesmal bas teure ,Rindfleischausgegeben wird, das iüsölge des hohen Preises nur ein Teil der Verbraucher beziehen kann. Auch die Beschickung der Märkte durfte durch' die verlängerte Elsenbahnfperre leihen, da auswärtige. Käufe.- die meist eine persönliche Intervention erfordern, .nicht erfolgen können. ‘' Die Beschickung der Märkie war gestern gleich Null. Zu haben-waren-nur die ustbesiebten Arten der feldmäßig gebauten Gemüse. . ' _ Angsfterene Kartoffeln werden abgegeben. Die ...Korr. Wilhelm" teilt, mit : Heute ^und die folgenden Tage gelangen anf den Märkten und in den-Markthallen der Bezirke X bis XII upd XIV bis XIX leicht angefrorenc p o l n i s ch e Kartoffeln zum Preise von K 3.60 prp Kilogramm gegen Abtrennung der Abschnitte ü und,? und für jene Parteien, welche die Abschnitte 0 und E sowie E und G noch nicht eingclöst haben,' auch für diese Abschnitte der Kartoffel-- karte, und zwar für jeden Abschnitt V3 Kilogramm zur Ausgabe. Dicke Kartoffcl find von den-bei den Kosumentenorgamsatlon'en (Konsumvereinen usw.) rationierten Kunden gegen Abtrennung der entsprechenden Kärlosfelkartenabschnitte zu beziehen. tmt^zseamnu’ iTr>-.>w'Bni timamrmwwnrrwa3mitixnr.e ■■■ ■» »»i— TheaLev. Burgibeater. Kuif.« «. VefteNLorrm:, Te'. SsSS Phginaliou. Stritt« 6 Uhr ' (fase 8 Uqr OpenttI)cater. ffiif I.» u. Bes-elU>liremr: Tel. LS2.47S Margarethe (Faust). Serinn^S Uhr ' Ende 4 Uhr VMrsyer. Die Zarrberfiöte. Ve<pnn 5 Shr Ende S Uhr l>emrede5vsllrrtsira;er. - Telepbs^?ir. 21087 GygeS irrrd sein Ring. SeMn V.6 Nhr - - Ende S Nhr Wiener Bs«mer5piele. . 1.» RormtÄrmstrare so. l Mein Freund Teddy. 8»gimi 6 Uhr ' Sude 8 Uhr IlsreMSSler Ehester. Die Tante ans Honflenr Seginn 6 Uhr Ende 8 Uhr hieitt UHcner Böönt, DL. Wasagaffs 53. * Der Feldhirrrrthügel 8e«inn */fi Nhr Snde 8 Nhr Wiener Stafltweater, Ein Freund der Frauert -'/Ainn '/.« Uhr Ei'.de s Uhr Mener BonioSienhsm. IX., Nuüdoxscrstraße 4—5. Der Lieb^teufel. Beginn Uhr Ende 8 Uhr Larl-^ftesler. Johann, Nestroh. Lsginn Uhr Ende 8 Uhr Lfteattr an aer Aken. Dorfmnsikante». " Beginn */.e Uhr Ende 6 Uhr KalKiufUl'tfttater. Knsisn-Telephon Nr. 8520, 1550t Apolio-Tdeaier. Mi^zk Zwevenz - Josef König Die Dame vom ZirkuS . und der neue Dezember»Daristötei » Beginn 1/s7 Uhr. Wiener 8ijr-rrrdeäter. Haserrd. BegirmUhr Ende ö Nhr ZohsnnZttamr-cheaier ' " V."7"". 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