Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 333 (25.12.1919)
- Date
- 1919-12-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-k SS» teteri, Donnerskaj Wiener MorgenzettnnK 28. Dezember TsrrB «a Literatur u^Wifsenschaft. Frledrich üZvrge-, ,D er. Schritt in S Dunkel, NovrUen. VeUan Karl Wien tntb Leipzig. DaS kleine Diindchm enihiili entgegen der Dezächnäng ans dem Umschlag kerne Novellen, nur eme Anzahl Skizzen aus dem Äjllag. Porgeist ein gewandter ErMler aus der liier arischen Gvhare Bartsch-Gmckey, dem man es nicht cmnierkt. daß er — lang »si'S her — rin Gedicht (ober war'S ein Ginalter,MosrSE grschrreben hat. Dieser MvseS' war leine Lnsiuntz. aber eine Mische Seele rang mit Gott — waS schadete es. daß sie stammelte? Heute spricht er so gewandt über «Das Wirk des Amadeus Ru-inger* und »Frau Annemariens Stelldicheins daß er der Bewunderung aller Heinz-Hurz-Hanse sicher sein'oarf. kgm. Heinrich SV. Aaeobr Der Zwanzig iLhrige, Bering Georg Mirllcr. München. Der Dichter dieles Ducheö, bittet imwisilürlich, vsine bemrßtes Wollen, Jridentmn. Der «Zwanugjährige* 'st eine Symphonie deS GefiihleS. Nicht nur. daß der Autor femm Nonnm emen «synivhonischrn* nennt und in zwölf ELve einftrlt. Das würde zu dnrier Kritik heraus! ordern und als gesucht, anmaßend. unernst w brandmarken sein, wenn — ja, wenn d'eseS Buch nicht wirklich eine Svirihbonie ^wsire und der Dichter mit Fug es . nennen und ernterstn konnte. w>e er es tat. Der Gerann des Lebens. deS fimgcn Lebens' klingt aus jeher Zeile d^r Dichtung. Welt und Tag. Traum und Nacht, Juaend. Liebe.-Arbeit. Kunst, Natur — ob, Natur! sp'ksep ihren Part, spielen in Moll. 11t Dur, da brjcht ein kcharker Crescendo ein, dort reißt e>n w'ldes Allearo «n die Hohe. Uttb mtS dem voll» stmiwigen und bewegten Orchester bebt sich vor uns das Bedeutung .gebende zwanzigste Jahr des Knaben, blüht und rankt sich daS rührende Diimmchen brr frühen Begleiterin. tyS gel ebten Mädchens. — .Euch, die ihr fühlt" — singt Mozart am Eingang des Wortes, Und selten ist rin Motto bereckrt gier porangestellt wv'-drn. «Der Zwanz gjälirige" ist das Lächeln des reinen FrühsmgStagrs. Hier sieb' ein Dichter Ms, den viellercht nicht rnrt Unrecht em namhafter Kritiker die' stärkste Romanbegabung der aüfsteigenden Gegenwart nannte. Hanns Marg. Das fsidifche Palästina von Dr. AWeinberg. (Verlag ^Jüdische Rundschau", Berlin.) * Aus ,31 Setten werden Erringung, imd Ausbau der Mischen HeinWlte in Palästina dargelegt. die AuSsllhiungen bewegen sich durchaus in Ällgemcmhenen, die dem Zionisten nichts Neues bieten. Zur alle,ersten Aufklärung solcher Krene. die von den zionistischen Zielen nichts wissen, kan» das Hest gute Dienste Min. * - »• b, . 'V' Bücherein lauf. Baum Oskar: Die verwandelte Welt. (Deulschöstti reichlicher Verlag. Wien.) — Hrmernmm Kail: Hundert Briefe von Goethe. (Verlag Antclang, Leipzig.) — .Stmerau Alnrd: Die Männer der'Fieilfit. (Verlag Bong L Co.. Leipzig.) — Fontaua Maums- Oskar: Erweckung. Kurt Woisf» Be» lag. Leipzig.) — Krell Max r D re Mgnnaotte. (Verlag Rowohlt, Berlin.) — Horode ky Dr. S. A.: Religiöse Strömungen im Judentum. Brrckrer. Verlag, Bern.' — Audncil L Ahasver. (Verlag Erich Reiß, Berlin.) — Auern- . heimer Raonl: Das ältere Wien. (Verlag E. P. Tal Eo.. Wien) — Unnch Fritz v.: Vor der Entscheidung. (Euch Reiß, Berlin.) — Lettow Vordeck: Meine Cunnermigen aus Ostafrcka. tBcrlag Köhler, Leipzig.) ■ Jüdisches Archiv, Fünf Jahre des Weltkrieges haben größere llnrrvälzungen im jüdischen Voile beivoigeruskn. als in manchem Ich,zehnt der Vergangenheit. Diese Kcrcgserscheinyngen hat dos jüdische Archiv i»i Spiegel d?S unmittclbaren Miterlebrns -gejammett und bildet heule ein abgeschlossenes Werk über jene für die jüdischen Schicksale so wichtige Epoche. Preis der gesammelten Jahrgänge in einem schönen Pappband gebunden K 21.60. Zn beuchen durch R. L ö w i1, Auchhandlüirg, Wien, 1* Notenmrmstrpße 22. f i» glifw yrfifMflf«. t tl V tt llnrtr ^ul'nuk. ftmrbbdnDer für IIIV II all«' Sysieme. krslklassine» Maierial'. Leos. Kurzer. Wien, l!!!.. Wcstbahuflraße 23. « Telehpvn 81837. 8«B Sport. em Der olympische Gedanke- Schon die Chinesen hatten 2000 Jahr« v Ehr. orgeminertes Lcichtaititelilsystem aukgestellt.. Die Blütezeit der Keichtarhlcrik fjedoch eine Zeck, die nachher niemals w eder erreicht ' wurde) benschte im altin Griechenland, wo eS bei der strengen Leibtöi'chulimg-unmöglich war, eine Trennung deS Geistes und des Köpers herbtizulliliren und hrcrin eine völlige (Aeich» berechlleung bestand. Em n Beweis kür die ungeheure Zugtratt ' -der »-Ltichiathlcuk boten dre von den Griechen heriiitncndcn ^olympi'chen .Cp'ele, tue aste vier Jahre, insgesamt - 'ntmt'' weniger als 1000 Jahre hmlcreinaiider, im , asten Olymp a veranstaltet wviden. In internationaler « storm.wurden die olympischen Spiele im Jahre 1896 durch emen Franzosen wieder ms Leben geru'en und bis 1912 in Athen, jf . Paris, St. LomS. London und Stockholm, wo der Höhepunkt diktier, wörtlichen Veranslaltuna errcichl wurde, orisgetragtu. Für ' ms Jahr 1916 war als Oy für die Spiele Berlin itstgejchr, ^doch ynhinderic der Krieg chie Austragung. ,Im kommenden Ftr!--l'e sollen die Kämpfe nach einem m der Schweiz gefaßten ^'Beschlniz der Entente in Antweiven ausgrtrage« rgerdeu. Mit Ausnahme der bonkollierten Minelmächle, werden sich alle Rativucn mt ihren besten Sportlrutcu bete.ligen. r Glshsekksn. Obwohl voilänfig die Aussichten nur-sehr ' gering sind, daß.der Eshockeybctricv m abicht'a>rr Zeit wird Msgenommen weiden kviiuen. hm der Elshocki'yvcrtaud hererts tte Auslösung der Mnsterschaftssvikle vorgenommen. Ander Mcisttrscha't nehmen die Vereine Wiener EiSlnutverein, Verein für BnvkgiuigSjpi le. Wähunaer Byclclc-Klut>, Elovcm und ' kehnr-Svortzierrinzgung tat. Außer dem 1 findet e n Cup-Wett- - »eiperb tür die.schwächeren Vereine und für di< Unteren Mann lchastrn' der an der. MersteMast beteiligten Vereine statt. Der Oesterveichlsche TnßbnSverband hast am Mon'ag dm SU; Jänner eine auswroidentllchr BorsiandSsttznna M nm zu der abllhncnden Antwo.t des Uiigainchen Bcrbandes in'.Aiigelegetthelc'' der in Wrerr weilenden 'upgarischen Spieler Lrellüng' zu nehmen. - . ■ 1 '* Der SporLstlub Ha^oah hat sei» Selretar'ai s« das bebintend nelg'.ö.^rte Ca)6 City, I., Wrrd itpt'gasis 8, vrrlegr. wobtn'm'ch atw..Zmchnjien zu nchteu sind. Gerichtssaal. Was versteht man unter Einfchlelchen? Unter Vorsitz de- Hofrat«- Recht selben verhandelte gestern ein DerufungSsenat des Oberlandesgerichtes über eine bemerkenswerte Klage, die von der Geschäftsinhaberin Frau Frieda Berdtezower gegen die Erste allgemeine Unfall- And Gchad en-V4rsiche rungSgesellschaf.t wegen 16.100 Kronen angestrengt hatte. Der Vater der Klägerin hatte daS Geschäft -abgesperrt, ging ins Lass Edison und hängt« seinen Winterrock auf einen Ständer. Jn^ der Außenwcktasche befanden sich die GeschäftSschlüssel und GefchäftSkarten. Der Rock wurde gestohlen, der Dieb fand die Schlüssel und die Karten, ging zum Geschäft, sperrte es auf Und stahl einen Karton, enthaltend zehn Dutzend Sockvn im Werte von 16.100 Kronen. Die DersicherungSgesettschafl hat die Haftung abgelehnt, mit der Begründung, daß die Gesellschaft nur für einen Einbruchs diebstahl hafte; rin solü)er lieg« jedoch nicht vor, weil sich der DiÄb nicht eingeschlichen hat, sondern zur Oeffnung deS GrschäftslokaleS die Ortg i n a l sch l ü s sei benützt hat. Oeffnen mit dem Origtiialschtüssel bedeute weder Einbruch noch EinschlelcheU. Die erste Instanz hat die VersicherungSgesellschaft zur Zahlung des eingeklagten Betrageverurteilt, weil unter „Einschleichen^ das Betreten der versicherten Räume ohne Wissen des Inhaber-, auf listige Weise, ohne Gewattanivendung und ohne Anwendung falscher Schlüssel verstanden wird. Der Vertreter der Gesellschaft führte/ bei der gestrigen Berufungsverhandlung aus, daß dawesentliche Moment de- Einschleichendie .Heimlichkeit fei. Diese liegt hier nicht vor, denn daS .Oefsnen des Lokales geschah ganz frei und vor aller Welt. Der klägerische Anwalt bemerkt« demgegenüber, datz die Heimlichkeit nur gegenüber dem Besitzer notwendig sei; nur dem Juhabex de- Lokale-, beziehnngsweise dem Eigentümer der gestohlenen. Sachen durfte das Oesfnen des Lokale- und der Diebstahl nicht bekannt fein, bann ist die Heimlichkeit gegeben. Da- Oberlandesgericht hat audiesen und den Gründen de- Ersturteils die Berufung a b g e w i e f e n. BANKGESCHÄFT M.ROH A T Y N Wien, L,Maria Thereslenstrasse 10 Telephon 20-8-63. Kulanteste Durchführung ron Transaktionen' jeder Art, Warenlombar^ierung, Ausiahlungen, Überweisungen, SpcEialahtellung für Polen« rois Der Volkswirt. Die tschecho-slowsNfchen Steinkohlenreviere im November. Am „Prager Tagblat^ äußert sich brr bekannte Karlsbader sachverständige Dr. Karl Uhltg wie folgt; Im November wurde der Warenmangel derart groß, daß es nicht mehr möglich war, die bisl-er geübte Bevorzugung der Steinkohlenrevier« bei bet Wagenbeistellung voll aufrechtzuerhalten. Nur die kleinen böh .mischen Steinkohlenreviere, welche für den Verbrauch am günstigsten liegen, erhielten nach wie vor alle Wagen, die sie verlangten. Das größt« und schon etwas exzentrisch gelegene Neoier Ostcau mußte sich bereits ein« Minderbeistellung von rund 7000 Wagen gefallen lassen, so daß trotz steigender Förderung sein Versand uni 900 Wagen sich verminderte. Trotzdem di« kleinen böhmischen Reviere 800 Wagen mehr verludtm, sank der Sleinkohlenoerfand um 700 Wagen. Zusammen mit dem BersandrÜckgang an Braunkohl« von 6700 Wagen betrug der Der.sandauSfalt der Republik im November 7400 Wagen. Diese Minderleistung ist uw. so fühlbarer, a(S es in den vorlzergehenden vier Mo..alen trvtz aller Anstrengungen nicht möglich war, den Gesamt kohlen erst nd wesentlich zu steigern. D<;mit ist für die nächsten Monate die Aussicht auf eine rasche Besserung unse.er wirtschaftlich n Veihältnisse begraben und es bleibt un; nur eine allerdings etwas beschämend« Hoffnung, -aß nämlich die Reichsdeutschen die Füh rung an sich reißen und dann die deutsche Konkurrenz allerdings auf Kosten großer wirtschaftlicher Vorteile auch bei uns ein rasches Tempo der wirtschaftlichen' Entwi.7lung Über unsere Köpfe weg erzwingen wird Bei der Betrachtung der einzelnen Reviere mutz man scharf die kleinen böhmischen Reviere und Osteau auseinander halte». Die böhmischen Revier« liegen für den Pebbranch ideal, aber ihre Leistungsfähigkeit ist gering. Man kann ihnen Bungen sollen, so viel^man will, mehr als etwa? über 11.000 Wagen ist monat lich nicht aus ihnen herauszuholen. Wenn sie auch im November etwas mehr verluden als im -Oktober, )0 find sie immer noch hinter dem Juliversanb zurück. Kladno verlud im November 5700 Wagen, um 100 mehr als im Okwver, aber n»ch 200 weniger als im Juli. Im tzuli föcverte «S 73 Prozent seiner Friedens p.o ui.ion, heute dü:fte eS dieselbe Höhe kaum erreichen Pilsen lieferte 4300 Wagen, ebenfalls 100 mehr als im Oktober, aber 400 unter dem. Juliversand Im Jüli förderte «S 7,9 Prozent der durchschnittlichen M'onatSsörderung von 1918. Auch seine Förderung dürfte geringer gerro di-n fem. Schatzlar-Gchwavowitz ftetltze im November 1I00 Wag-n, gegenü-er QSober^ und' Juli uuvexLndert. Im Juli betrug die Fvicherung 80 Prozent d« Frßt^ >ensleistung, sie dürfte gleich geblieben sein. '1 Ost rau und Karwin wirtschaften auf ganz en^ deren Grundlagen als die kleinen Revier«. Sie hadert einen sozusagen uncrschöpsUÄ)en Kohlenrelchtum W Boden. Die Höhe ihrer Förderung hängt nur vom guley Willen der Belegschaften und von der Wagenbeistellung ab. Der ,gute Wille scheint gegenwärtig vorhanden -U ein. Das sieht man daran-, daß sogar fast jedertz Sonntag gearbeitet ward. Jnsolge-essen hebt sich dich Förderung. Sie betrug im November 618.000 Tonnen^ um 27.000' Tonnen mehr als im Oktober; und auchj ,chon. 4000 Tonnen, mehr als im bisher besten Monats >em Juli. Jmnrerhin sind dieerst 79 Prozent der; FriedenSproduftivn. Leider kam auch dieser kleiiwn Besserung die Wagenbeistellung nicht nach. Von ders Mehrförderung, von welcher 14.000 Tonsren auf bicj Sonntagschichten entfielen, wanderten genau 14-000 Tonnen auf die Halden ünd konnten erst Mitte Dczentzi ber abtransportiert werden. Der Wagenmanget hinderte wenigstens in Ostrau die Verladung ungeheuere Ueber Karwin fehlen die Derfanddaten für bis zweite Monatshälfte. In der ersten Hälft« verlud da« Revier grzt. um 860 Wagen mehr als im Vormonat Allerdings belommen wir davon nicht viel, da daj^ Revier hauptsächlich für Polen arbeitete ) ES ist unmöglich, diese Betrachtung unserer Steinkohlen regiere zu schiiesien, ohne einen etwas «eidvollep Vergleich mit der Entwicklung Un großen preußischen Nachbarrevier, Oberschlesien, anzustellen. In Ober-« schlefien gelang es den Geivaltmaßregeln der prew« ßischen Slaatsbahnen, dis Wagenbeistellung so zu vev^ bessem, daß während des November täglich 1 50Q bis 2000 Wagen mehr verladen wurden als im August, so daß nicht nur die ungeheuren Depot» auf den Werken beträchtlich ab nahmen, sondern auch in de^ frischen Förderung gegen Ende des Monats Rekord«. Ziffern erreicht werden konnten, die nicht mehr attzutie^ unter den F/iedensziffern stehen. Ei« Memorandum zum n der ungarischen Großda«Le« Friedensvortrag. * Nu- Buda Pest wird berichtet: Der Serbanls Veils Bubapester Großbanken hat in einem Promemorla daganuf finanzpolitisch« Material zusammenzzestellt, welcheder ungarbz scheu Fxjeden-delegalion als Grundlage für ihre Derhandluw, gen tn Paris dienen fall. Zunächst will das Memorrndumi festgestellt wissen, daß Ungarn eine andere Beurwiluug et* fahren müsse, als Oesterreich. ■ Während diejenigen Teste deSs alten' Oesterreich, welch« jetzt auihm auSsä-ciden, auchs frütier schon tn weitgehendem ,Maße ein selbständiges p)lltö scheS Leben ^führten, bildet Ungarn ein organische- Ganzes mit dem Mittelpunkt Budapest, wo daS ganze Kredltroefe« anch der hinter der Demarkationslinie befindlichen Teile abgewickelt wird. Also auch wirtschaftliche Gesichtspunkte sprechen für die territorial« Integrität des Landes. Bezüglich der Wiedergutmachungs-Verpflichtung beruft sich das Memorandum darauf, daß die russische und rumäilische Jiniasion, die feit Kriegsende eingetretene Veränderung, daS kommunistische Regime und schliestllch die rumäirisch« Besetzung dem Lande jede Möglichkeit geraubt haben, weitere Berpftichtungen etnzugehen. Im Vrgentelk müsse da- Land die Rückrstattung der von den Rumäne^ gruKiItfam entsührten, für dawirtschaslliche und so-tale Leben erforderlichen Güter fordern. Hinsichtlich der Krieg-anleiheN wirb' dr dem! Memorandum folgender ^Standpunkt pertreten: Im Hinblick herauf, datz Budapest die wirtschaftliche Zentrale Ungarn» war und daß infolge der seindlickien Invasionen und Be* setznngen, hauptsächlich infolge Lombardierung debeträchtz, lickM Teiles der Kriegsanleihe bei der Oester reich ischaingarischen Bank, in das Depot der Audapester Bankinstitute kamen« kann daS im Friedensvertrag mit Oesterreich angewandt« Prinzip des gegenwärtigen „Aufenthaltsortes" der Kriegs^ anleihcn auf Unganr keine Aiuoendung finden. An Stelw dessen müßte die Anordnung treten, wonach in dieser FraMj die durch den FriedcnSvertrag zu bestimmende Staats Zugehörigkeit der einzelnen Anleihebefttzer zur Grundlage genommen wird und alle jene Staaten, welchen Teile Unganch zugesprochen werden, auch für die Kriegsanleihe aufznkommeu haben, die ihren neuen, ehi^naligen ungarischen Staatsbürgern gehören. Für die Anleihen der übrigen Auslände« wären alle Nachfolgestaaten Unganrim Verhältnisse der LeistungSsähigkeit ihrer neuerworbenen, damals wrgarifchötz Gebietsteil« verantwortlich zu machen. \ In der Frage der Oeste rreichisch'-ungarische Bank fordert da- Meinorandum, datz die Bestimmung de österreichischen FriedeilSvertrages, laut welcher zwischen de» bis zum 27. Oktober 1918 «ndBden später ausgegebenew Banknoten «in Unterschied gemacht wird, eli in i n iet t werde. Hingegen wird dringendst die Feststellung jenes Verhältnisses gefordert, in welchem Oesterreich und Ungarn für die außerhalb der früheren Monarchie befindlichen Banknoten aufzukommeu verpflichtet sind. - r ■V, . i . "! . VEkn^gte Elektrckzitars-A.-G. in Wien. Die 20. ordentliche Generalversammlung wurde gestern unter dem Vorsitze deS Präsidenten Dr. Leopold T e 1 t s ch e v Friedrich-kro» i, abgehallen. Der GeschafSbericht führt unter anderem au»: „Der Ausgang deS Weltkrieges und die Auflösung der österreichisch-ungarischen Monarchie hat unsere Gesellschaft vor gänzlich neue Entscheidungen gestellt, die. für uns von schwerwicacnder Bedeutung sind, nachdem der größte Teil der uns gehörigen und der von uns verwalteten Unternehmungen sich nunmehr auherhalb der Republik Oesterreich befindet." Ferner hebt der Geschäftsbericht hervor^ datz die Verkaufspreise des elektrischen Strome-, ebenso wie die Stratzcnbahntarife unbedingt in ein wechselseitigeverhältnizu den Gestehungskosten gebracht werden müssen, wen« nicht Clektrizitätswerke und Straßenbahnen dem Ruin -ugeführt werden sollen. Die Wichtigkeit dieser Erkenntnis habe in den Auslandsstaaten im Berichtsjahre, teilweise auch schon vorher, zur Schaffung gesetzlicher Normen geführt und sowohl das Deutsche Reich wie die Schwerz, ebenso Frankreich und Italien' 'i'i ';V i H , \ :# T' & •Ul .t V. li' ‘ °A /