Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 327 (19.12.1919)
- Date
- 1919-12-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Mtüto: »« W.C» S«Mi»»»«ch. , . « 5*»-«» Jptatistrrt« ... „lwv- | 8Wt*Jte«ef«A^ . SC \JPbttolfitftf . « »V.«' »«*tai»*i« flMYtCl»»«« . •. ..tofc- $ni< 40 i«lM Sfiaimwtltf«ir» Nt» N»nEch . .X 10H |flivt9Hiit^f|g G •§» Mm ^AtbisttH« •,» «».«4 <9*tttfSl|ri8 , ,»1SV.Ä K*b«liStm «. IbmUtUbt* te* ,Ä . SMw, n. G»v«O»aS» Me. f-tt ■•• Xekptzm»»: S^urtttKHr»» «tfn 44nH8,*Ub«kU** iM19, Ab 9 f*br ftlnüttb« »». 1880t ^«8toA»lt«8nMftn8» «». ISIMMhT Nr. 327 Wien, Freitag, den 19. Dezember 1919 1. Jahrgang /Mnertka tut wieder mit? ch: - - — V-Wden, drn 19. Dezembers. His WaWngtvrr wird gemekdeL, baß der Senat Hh. Borschlägeif /der. Flnanzmänner, Euvopa /’ tiixen Ureöit1 zu, eröffnen/- feine ‘ Züstlmmuu g erteilt habe.. Hieser Beschluß k^es .«lnerik-anischeu ' Senales steht' in- Mellstem - Wider spruch mitallem, tpiiß über die Haltung: :Wser Körperschaft ‘gut FraK der -Kvedstgetvährung-an iMlrVhabisher bekannt' - gewärd-Lu tvar, Ämerftas .dÄW'-Mch,..--.aübfMetz8ch. .'von.' ■ .seinen /AnderMü ■ dMrt, lind.Äwenn,es -heute>seine.'Anschauung ändert/ notwettdigerweise in de^ tMch^olitischsn Ditua-- <» iPl.ttA.fld-V-flfiit»... . foitr' tWrt V '. MVtvit hG/SntenteftaatDnränner iy Londionsignalisierte wov dhZi/'.' Amerika - hat/beinahe M'. Milliarden' Dollar, w Wropa. ■ verhorgt.^n^;toeigerßchftch: bisher, Geller, /zu . den. Seine nunmehrige ZusLMMÜng.ist tvohl in erster EM -auf die//: starke,MMiMhMMHii/- Atanlreichs'. .zKMzufÜhren/..' ' Markt -eine DHAihe ünterbringen'will,. seche/MsM'/chher' mi't'RüD - ' ' auf die Unfpäunstng.^er Mg nschen. Flnanzlage. vermußte. .-Der Kredit, beut .Amerika bisher Fränk- L-eM bewilligt hat', .ist' 'HWLsAMch.'.'.M. die Maschinenlieftrustgen deftmrmt, chie, von Frankreich' benötigt,' in Hs. Handelt/sich-'alsä lrrM- -keine .--Anleihe,.. die^.die'U'schwachen fränzösischeu stirtzen-isöll,-sondern.mn -Mua Änl-sihe, die aussWrßfiM-.lckr/'amerikanischen Industrie zugule kommt üchd/die drohMde.Beschäfligungp^sigkeft in der amerika'nischen.Mäschinenmvüst^e ^weüigstM's "teillverfe/b^ -/.WERW^W-^GL^'Lfle^.MEchM'-WgMn-IW' iaE "Md: die:>j^§relange. BeMudirng,-bss'?BoM-7. uttfr MkiMa'MrmögLns zu- -mililKrtschsn, 'Mö eigentlich' un>- p^ypuftivLN AsveSött/Acht.sich/HH/' DieWhÄ'itskxasf d^>. Böllerftstj durch,'dM VeÄustchsn>fast dreizehn Wnen Menschen aus dem SckMchiMd. 'uns) ourch die WWrüv-erüng von /36.K8-Milliardetr:Franks /--so hoch,- Maßt der aniecilüUiHe'- ,^rneZie-Wn^s" die-Ky'stsn ~ ‘ innerste gettofM... Md' zu; ih^rxMiederhcrMllMg^: sKtd Kapitalien 'nötig/sie/ M? Geschichte bisher nlM - gekannt, .hat:.' Diese K SumMü^tann heute ebon '.Ayrerika. öufbringM,.-Md^es WH-eht -sich von selbst, tztzh-'-es-b-gsstf..' nicht- .allein" wirtschaftliche .Sicherheiten, sruMW.-'auch. tzvlsti-sche, KomyGrWänen fordert,- d'le sich urA: den -/eigenartigem Mroblemen^seimr. äußeren .Politik - eMden,i.. ’ .{):rJ$ß: braucht -BundesgeMfsen g^gen Japan^ das.'seine -schwM,.Hapd auf -ganz Sidirien-bA WM Bailalsee unö, M die.Kohleuseld'Sr van Schantztyg /legen will. Auch - Wer He., .ÄnsMilu-kig. Her deutschen ' Jnselu im. Großen . "O.Mn .ist'..bisher..'keiy - Einvernehmen. erzielt worden, ÄMyika:.sieht sich. also. aus.-.der einen -,Seiteden/japa--, .-ytzchsn-MpCnsto-nDbe.strehu)iM.gegenüber, die.seine g«^. spgMteste.' ^Au.fMr.ksamkl'itlund'./feiste^ stete .sinayzreUe Mrellschafjt .«Hyr-eun. /TphexerseW.'. -bereiten-: ..seine . .;W)reMniMr „ den. Konflikt .mit' Mexiko - vor, um. den ' Mit-her Erwerbung'von AlaSka.silr den Achtzige.rjahren kchtent .geipordenen^- Tvauin', von der Herrschaft -^ÜhÄ:/' hie 'gett^WDMtze/HH' zum HanMakänal)^/ Man^at -zn-chjeWi 'Zwecke zwischMsLM'.M^chschiSldn chexichnischsn P^ätjerMnten:mit' viel/ Geld.einen...ewjgM. ^bv nichtj'an die/tvDMmlsche/ Pvochaska- .MfareB-erchlolds.denken'^--'zur.Entfaltung;eines an-. Die Kahlenversorgung Oesterreichs. BeschLiiste dee Neparattonskommiifion. Pari S, 18. Dezember. (Korr.-Bur.) Gestern nachmittags hat ünter dem Vorsitz des- Generäls Manelere eine 6ttznitg der Reparationskomm.issio.n zur BeMechüng der K oh lenu n d V e r k e h r s> frage'n staltgefunde», an welcher Vertreter der tsch echo -slo walisch en sowie der polnischeu Regierung und von ö stprre ich i sch er Seite die Staatssekretäre P a nl und Z e r d i k sowie die Sektionschefs E n d e r e s und Sch ü l l e r teilnahmen. Es wsirde vereinbart, sofort Peüdelzüge zur Berbesscr u n g det K o hl e n tran spürt e einzusteklM- und zur Bestimmung. der Details bereits am 22. Dezember eine KonfereuZ iu Prag avzuhalten. Die Vertreter der beteiligten Regierungen gaben weiters die Zustimmung zur Errichtung einer Kommission: m Wien unter alliierter Leitung, welche die Vcrkehrsfratzen zwischen den neuen Staaten regeln füll. Von polnischer SeKe wurde die Gen e.h m i g u n g der War schauer Regierung Vorbehalten. / Die Rep rrationmommissiou erteilte ferner die Bewilligung zur Ausfuhr einiger hundert offener Eis e u b a h n wag e n n a ch O e st e r re i ch. Mit Rücksicht auf die' Verscharfung der Kohlenkrise. richtete, die Kommission an Minister Dr. Benes ch das dringende Ersuchen, eine wesentliche Erhöhung der Köhlensendnugen nach Oesterreich für die nächsten Tage zu veranlasien. Versuche zur Besserung der Wettfinanz- . axbeitek.. - MN Mmzil-L/'/MIMtze,' der/,'leLVo.päischsn '..ß^natendMs/ benützt,'.mitcHilss seines, privaten Kapitals -Pa?- gpoße Geschäft aus.dem :o.lt)Ln Kontinent-M Machen liuib.. für Hie-: zu^mftige. AltHeinanhe?fetzung mit - j-sirrem. -: 'HiD andie iZähne. bewafsuMn.Japanischen -RivalM/.be? HMust-eM»,„so)sch.restet- «s' iveitsH auf dex.r Milfonschen ZMrveption ^.ylttik mW -macht sfch. zugsM. Hum. Herrn Her Welt. . Die.. Hege.monie Eupopas endigt nach blutigem -Verlaufs wie ein nnttelallechrches Fast- . nqch'ssp/e^:- der, llllkeistschr Wsl.he.rrfchaftslraüm.)veicht: -dar mnerikaniichUl Realität.-Die siegende.Entente.tolvntsiert Mitteleuropa, Amerika. kolonisiert, die Ententel Wer weH.- ob u'chl die ainerikanischo Polillk die Fria.en?- vextrMd von Versailleö und Saint-Germain. als mit ihren wixtschastlichen. Interessen »ich! .ver-ein'-: r,?im?.s . Tages kassieren wird/? .. . / H a a G W. T^eMer/^Wrr^-Pur^ Hyllandsch Meuwsburcan meldet -aus London: Staatssekretär Chamberläi» hat im Unterhaus eine längere Rede über die Wiederherstellung des Kreditmarktes gehalten« Er erklarte, es gebe nur zwei Mittel zur Herbeiführung einer Besserung der Weltfinanzlage, und zwar erstens eine erhohte^Erzeugung und.zweitens die Ein st el l u ng Oeu er .Anl e ih en. In bezug ans die internationalen Kredite sagte der Staatssekretär, daß die englische Negierung im Ve.reine mit Amerika und den übrigen Alliierten an einer schnellen Regelung arbeite. England sei: gertte bereit, an dem Weltplane für großangelegte Kredite und eine Neubelebung des europäischen Wirtschafts- und Handelslebens mitzuwirken. ,_ Die KmeviKanischeM Hre-M für Europa. .Washington, 18. Dezember. (Korr.-Bur.) Der Kongreß stimmte einer Bill zu, die die Förderung des Ausfuhrhandels durch Errichtung einer Organisation für den Ausbau des europäischen Kredits bezweckt. Die uationaListLsche Bewegung in der ' Türkei. Die Zeitschrift ^.Der neue Orient" .bringt unter/ obiger Ueberschrift. einen beachtenswerten Aufsah voy W. S.ch w e d e l e r, welchem wir.- auszugsweise folgendes entnehmen: . . Eine der; merkwürdigen, aber fast auf jedem Blatt der- Weltgeschichte wiederkeh renden': Ironien istes nun, daß gerade - der innerlich am wenigsten geschlossene Staat .ig der Gruppe der Unterlegenen schließlich doch^ 'relativ.am besten abzuschneiden scheint. Die Türkei, die in den Weltkrieg militärisch» und politisch maßlosgeschwächt eintrat, die seit nunmehr reichlich einem Jahrzehnt aus einem verlustreichen Krieg in den andern,, eigentlich, wenn may sich so schroff ausdrücken daxs, von Niederlage zu Niederlage geschritten ist, steht,, heute zwar ebenso ausgepowert da wie ihre einstigen Verbündeten und wie ein Teil , ihrer' früheren Gegner/Mer sie ist doch heute der Schauplatz einer nationalistischen Bewegung mit militärischem Einschlag und unter militärischer Führung,, die-recht sehr'an eine orientalische Ausgabe der Episode von 'Tauroggen erinnert. '//„ , ,,'' i '' - / ' Aus der Fü.lle der ^widersprechenden Meldungen in der ausländischen-und . der deutschen Presse, lasten sich nur schwer einigermaßen sichere Schlüsie auf die 'wirkliche Lage ziehen, . aber man liest doch gewisse Mnuen und geographische grifse heraus. Äan erkennt/ daß dis Entente weder die Kraft noch Geschicklichkeit hat,, ihren militärischen urch politischen Sieg in diesem Teile der Erde voll auszunutzän. Sie kann den gordischen Knoten, zu dem'sich die chaotischen Zustände in der Levante immer.-mrehr zusainmcnballen. wcoer uüi der Schärfe des Schwertes durchschlagen, wie es die AWtzjrsM' und' 'die ihnen verbündeten Völler' des" oiMLen MttelmeereS wünschten, noch mit"kunsivoller Hand entwirre^ wie es der amerikanische Botschafter- Morgenthau und' einige englische Staatsmänner zu , run beabsichtigten. Man ürlenni immer deutlicher, daß der Weltkrieg und der Steg der 'West^. mqchie nicht einmal das Problem der Meerengen, restlos ge>» löst, haben. Denn die Zustande in dem ehemaligen Rußland . reizen die führenden Staatsmänner im britischen Weltreichs i nicht gerade dazu, die Meerengen' jedermann zu ' ,unge^ j hindertem Verkehre zu öffnen-: eskönnten da dach gaüz ge»!! fährliche Transporte hindurchgehen. Viel komplizierter iff| j natürlich noch das Nassenproblenl in der ehemaligen' Türkei, Gewiß sind die arabischen Fremdvolker mitsamt den heiligen! Stätten im Augenblick für die Türke» so gut wie verloren unq A e g h P t e n ist nichteinmal dem Namen nach mehr Tributär», ftaat, aber ist auch noch keine englische Kolonie in dem Fähr>i - Wasser ruhiger Entwicklung, wie man sich das in Lpndüch so schön ausgedächt hatte. . In /P a l ä ft i n a verhält sich die Bevölkerung einige«^ i maßen ruhig und auch aus Syrien hört man nathrlsihs nichts: Deutliches, was dem. großen Publikum der ententrstbi schen Zeitungen den. Geschmack an den Früchten des' Sieges allzusehr verderben könnte. Dafür ist die. Regie zu, sorg«' faltig. Hin und wieder jedoch bricht den Groll der Franzose»' über die Behaglichkeit sich Bahn, mit der die Engländer sich! in Palästina breit gemacht haben, und man ist in Paris .siche^ schon zu der Ueberzeugung gekomyren, daß die Träume v«s der „Schutzherrschaft über die Katholiken des. Orients" fiöh nicht verwirklichen werden. Dirrüber finden sich in -bm§ französischen Zeitungen ab und zu recht bittere Wort«. Sch klagte' kürzlich erst der „Matin" mit beweglichen WortsnÄ Der französische' Einfluß in der Türkei sei heute viel geringe^ al§ jemals, vorher; der. englische Imperialismus habe Fran5»j reich: int Orient beträchtliche Schäden verursacht und. scheut^ vor nichts zurück, um Hatz ^Hltzfehen, Frankreichs zu.HM- Mrgern. - Die GAechchi' utzh die Jtälrener geraten die Jnfelfrage in die Haare, ganz zu schweigen von mancherlei wenig rühmlichen "Abenteuern auf dem iteitfcf asiatischen Festlande.. Sicher ist jedenfalls, daß. keine ta|j vielen Ententemächte, die an dem nahen Osten. intereksierG sind, dem Bundesgenossen über den Weg traut^ - Inzwischen taucht aus dem Chaos ■ deS nahen Ostens als eine von wilder Brandung umschäumte Insel die nalistische Bewegung der Türkei machtvoll auf. ES verlohnßj sich vielleicht, auf die Wurzel der. Stärke dieser Nationalist^ schen < Bewegung mit einigen Worten zurückzukommeNi! Während des ganzen Krieges hat kein Ereignis einenk solchen dauernden und liefen" Eindruck hinterlosten, als dstk Aufhebung der Kapltulationen. - Durch alle Verluste und Entbehrungen, durch..alle WW und Wirrnisse des Krieges ist Her eine Gedanke Keyt Stern der türkischen Staatskunst geblieben: hur!ämvfeK| nicht um GebietserWeiterunge.n, nicht so sehr «Mj Wiedereroberungen.bereits verlorener Gebiete, nickt einmatz so sehr um die Erhaltung unseres - gegenwärtigen als vielmehr um unsere Selbständigkeit innerq halb desjenigen Teiles des alten Osmanischen Reiches, der UNS. nach Beendigung deS furchtbaren Ringens «och vepj bleiben wird. ' -, , --' »j In Verbindung mit dieser Tatsache gewinnen^ auch diq ganzen Vorgänge der lehren Jahrein der Türkei ein wesend lich anderes Aussehen. Seitdem es offenkundig wurde, daßs Amerikakein Mandat über : türkische Gebietsteile über» - nehmen würde, kennt die' nationalistische Hochflut keine; Grenzen mehr. Man kann sich eine Vorstellung von. dM Gefühlen der Positiker am 'Goldenen Horn machen,' , als diese sahen, daß die Uneinigkeit der Mächtef über die Lösung, der" orientalischen Frage, übep die Heilung öder die Abtotung des totkranken ManneH ehensü groß war, wie früher die.'Uneinigkeit der Vertrags» ' machte. Das alt« englische Sprichwort: „Wenn die Aerzt^ sich streiten, hat der Patient. Chancen, gesund zu werden"/ bestätigte sich "im vollsten Matze, und wenn die Entente Glück hat, kann sie in der b e s i e g t e n Türkei da8 erleben, was/ die ^Deutschen in der mit^ ihnen verbündeten u nbes legten!- ' f.Türkei nicht erlebt haben: -die ^Entfesselnng d^eS- . heiligen Krieges. Im Herbst 1914 war alles, was? man über den-heiligen Krieg schrieb, doch —. man kann -aS;' .« heute: ruhig aussprcchen — P.ropag'a.ndaliteratpr.. ES . war ein Undistg, den heiligen Krieg zu erhoffen oder konstruieren, zu. wollen, wo bestenfalls e rn heiliger Krieg möglich war.. Denn „der heilige Kriegs ist eben nach der Lehre des-', "Propheten der Krieg deS Kalifen gegen alle Unglänbigen- Wenn der Kalif feine Getreuen anruft, dann kann, er sie-um die beruhrttte Grüne Fahne scharen, n'nd wenn 1914 die Vor». auSfttzungen hierfür gegeben gewesen wären, dann -L-aber; auch nur dann - - hätte iW viclleicbt auf da? Erwachen des Löwen rechnen können DaS war damals nicht möglich, da «indersoläu'bigc, also in der Sprache der..OSruanen .Uu»' ' fand er n zu den Bundesgeuoisen eehönea und EchuUer an.