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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-14 · Heft 322 (14.12.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 322 (14.12.1919)
Date
1919-12-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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srchM Wien, Sonntag * Sitzungen km Rathause. Der Stadlrat halt Mittwoch, Donnerstag unv Fiettag vormittags Sitzungen ab. Der ©e=v memderat tritt Fre tag nachmittags m einer Sitzung zusammen. * Akademie des Gesangvereines Haklnor. Der Gescmgvere'N Hatinor gibt bekannt, daß er am 25. d. M, nachmittags 5 Uhr. cm Lokale des Schriftstellerveremes «Die Schollt",- Lil'enbrunngasse 1a. eine in'erne musikalisch-deklamatorische Akademie mit anschließendem Tanz veranstaltet. Bon Mitgliedern eingeführte Gäste herlichft w'llkommen. Hungerstreik im Bory^Slamer Revier. «Naprzod" meldet, daß ,m ganzen Boryslawer Revier em H u u g e r st r e i k ausgebrocken ist. so daß bic Arbeit in den Rafstncrffn in Drohobycz eingestellt wurde. * Folgenschwere Explosion in einem Berliner Kaffeehaus. Ans Berlin wird telen avhiert: Gestern abends brach im C a f 6 „I m p e r a 1 o i" m der Fnedrichsiraße durch Exvlosion der Notbeleuchtung ein Groß'eucr aus. wobei zwer Personen schwer und 30 leicht verletzt wurden. 40 bis 50 Pnsoricn konnten nur mit, Hilfe von Sprungtüchern gerettet werden. * Die tschechische Sprache in der Slowakei. Nach einer Meldung aus Prag bat das tichcchffche Schulmmistenum verfügt, daß an den slowakischm Bürgerschulen die tfdicdüfdie Sprache nicht als selbständiger Gegenstand gelehrt werde, sondern in den Stunden, welche der slowaft chen gewidmet sind. * Eine technische Hochschule in ' Kascha«. Wie „Slovensly Vychod" berichtet, soll in Kälchau eine Uomakiiche technische Hochschule errichtet werden.. Kai'chau w rd insbesondere aus nationalen Gründen als Sitz der Hoch'chule vorgeichlagen. *Ladenschlutz und Schaufensterbeleuchtung. Ladengeschäfte dürien heute sowie am Sonntag den 2l. d. M. von 9 Uhr vormittags b i S 4 U h r n a ch- Mittags, in der Zeit vom 82. d. M. brs einschließlich 84. d.M bis 7 Uhr abends offen gehalten und beleuchtet werden. An dem e wähnten Tagen wird auch d r e .Beleuchtung d e r S ch a u f e n st e r mit Ausschaltung jeder LuxuS', Effekt- und Rrklamebeleuchiunp m der Art g e st a t t e t, daß m j dem Auslagcftnster eme einzige Lampe vgn sparsamster L'chtstärke brennen darf. Den Betrieben der F r i s e u r e wird außerdem noch am 3 l. d. M. das Offenhalten der Geschäfte bis 7 Uh: abends gestattet. « Die neuen Preise für Gas und elektrische Energie. Das heutige Stnaisgelceblat ve,1aulbarc eine Boll- Zugsanweisung deS Staats rmt s für Handel und G wn de betreffend die Regelung der Prelle iü> Gas und elektrische Energie bei wcsenil'ch geLnderlen Gst'hungslosten. * Wie marr sich in Pretzburg unterhalt. Wir lesen rn der „Vreßburger Ze"ung": Seit Me" ichrngedmkeii gab es in unserer Stadt keme so überaus große Anzahl von Unkerhaltungen, als dirs jetzt der Fall ist. Man klagt iiber schwere Zecien, über, Lebcnsmi'tel- Kohlen- und Holzmangel und dennoch tanrt man in allen Ecken und Winkeln der Stadt. Me Tanmntei Haltungen, das Theater, dre Kinos. Konzerte. Vorträge usw. sind läglchznm erdrücken überfüllt, man lebt in '*o!es jubilo trotz der schweren Zeilen, das Geld toulieit rn den Unterhaltungssälen m Mengen, die Bevölkerung rst tanz- und unteibaltunaslustiq. Vorigen Caytstag mußte unsere Polnkibchörde 32 Jnspet'oren zu den verschiedenen Unterhaltungen elliittteren. wovon allein aus Tanz- Unterhaltungen 16 entfielen, die übrigen waren im Theater, in den Kaffeehäusern, die Konzerte arrang eren. m den KinvG. Konzerten ukw. Dies allein kennzeichnet schon den außergewöhnlichen Zustand der heutigen Verhältnisse. * Mehrere Dörfer bei Posen überschwemmt. Infolge gcwalyger Regengüsse ist d-e Marche aus den Ulcrn getreten und Hai mehrerx Dörfer b« Posen überschwemmt. * Jeder zehnte Mensch wegen Aebertretung der Lebensmittelvorschriften bestraft. Bemerkenswerte Maßnahmen gegen dre U e b e r w ä l z n n g von Geldstrafen aus die Konsumenten hat Vt Bezirkshauplmannschaft Flor'dsdorf-Umg'bung gegen Schleichhändler und Lebcnsmiitrlwucherer getroffen. Der Bez»rkshauptmann Statthaltereirat Erb stellt rn der betreffenden Kundmachung zunächst fest, daß ii b e r e i u Z e b n t e l der Bezirksb e v öl kerung wegen Ue'bertretung der L e b e n s m i t t e l v o r s ck r r s t e n bestraft wurde und bestraft w rd. so daß also jeder zehnte^ Mensch wcgcn solcher Urbertretung bestraft wird- «Das ist", so heißt es - in der Kundmachung, «em ganz ünaesunder Zustand. Erfahrungsgemäß wird vielfach eine ctwmgk Geldstrafe gleich in dem Kauf-, beziehungsweise Belkaufsvreis einbezogen. Gldstrasen sind überdies, bis sie endlich rechtskräftig geworden sind, durch weiteren Schleichhandel längst h e r e i n g e b r a ch t. Um diesem U bel zu steuern, sebe ich mich veranlaßt, in allen jenen Fällen, in welchen es sich um offensichtliche Gewinnsucht als Beweggrund handele, ausschließlich H a f t st r a f e n zu v e r h ä n g e n. neben welchen auch noch Geldstrafen zur Erfassung des Gewinnes unvermeldlich fein werden. * Der DMlioneneinbruch beim Juwelier Golwig. Wie wir seinerzeit gemeldet babm, wurde in der Nacht zum 11. d. M. beim Juwelier Hans Golwig, I., Bäckerstraße 7, ein Einbruch verübt,' bei welchem dre Täter angeblich eme' Beute im Wer'te von einer Million gemacht, haben. Wie nun eine nachträgliche Schätzung 'ergeben hat, ist der Wert der geraubten Juwelen tatsächlich anderthalb Millionen Kronen. Dre geschädigte Firma bat eine Belohnung von K 6000 und von 5 Prozent des zustandcaebrachtm gestohlenen Gutes ausgesevt. Auch die Versicherungsgesellschaft hat e ne Belohnung von 5 Prozent der zustandegehrachien Beule ausgesetzt. * Statt für die Front in den Schleichhandel. Aus Wilna wird gemeldet, daß die Gendarmerie, der'l'tauitchweißrussischxn Front aus dem Bahnhöfe in Wilna 20 Waggons, Mchl entdeckt hat, welche bereits als verschwunden gegolten hatten. Es wurde iestgestellt. daß das Mehl, welches für die Front bestimmt war, zurückgehalten worden war, um im Schleichhandel verkauft .zu werden. Die Gendarmerie veranlaßte. massenhafte Verhaftungen und lrcß den Bahnhof Militärisch besehen. Sieben Kansleute in der Rühe von Lemberg ansgeraubt und ermordet. Lemberger Blätter melden, daß auf dem Wege von Lemberg nach Kunikow von zwei unbekannten Männern, welche als Soldaten verkleidet waren, ein schrecklicher Mord beaangen wurde, dein sieben jüdische, Kaustcute znm Opfer gefallen sind. T^e Kausteute kehrten mit einem Gespann von Einkäufen in ihr Hcimatsdors zurück. Nicht weit von der Stadt wurden sie von zwei Soldaten überfallen, welche sie durch Nevolvrrschüsse töteten und ihr ganzes Hab und Gut raubten. , i D ereinsnachrichten. (Nachricht 1 n von Vereinen erscheinenaus-. n a h m s lo smu r am T a g e d e r B er a mst altung.) Heute: K n l t ur v e rb a n d «I a bn e", IX., Türkenstraße 9. 10 Uhr vormittags, Mitgliederversammlung. —Hebräischer Konversatronsklub. 6 Ubr abends, Zusammcnkmllt im Lokale des Vereines jüdischer Handelshochschüler, Taborstraße 1. — ZionrstischeBezirkSsekttonBrig i r t e n a u. 7*4 Uhr nachmittags. XX. Karl Meißelst,aße 5. Tür 1, Kalman Hammer: «Die Entwicklung des jüdischen Theaters". - Hechaluz. 3 Uhr nachmittags, Lrrlusaaste 33, Versammlimg. Wkerrer Morgettzerrung ir~‘—rrrrlf^i^- ‘nr » in mt~ ,» ---1—J - Die Erfahrung. Der Marktbericht. Zut gestrigen Ausgabe des amerikanischen Selchsteisches in der G r o ß m a r k t h a l l e halten sich die er"en Pewerber schonum lUbrn ach t s anacstellt. Bis zum Beginn des Verkaufes hatten sich ko viele Menschen e-ngefunden. daß die zur Verfügung stehende Menge von 9 ).U0D Kilogramm sehr raich ausvcrkauit war. Das übrige Angebot bestand^ nur aus dem rayonirrten R'ndsteich sowie etwas Ziegen- und Schafsteisch. Das Angebot des G e f l ii g e l m a r k t e s kam für den größeren Teil der Besucher n'cht in Bewacht, da nur 'Hühner z^u m Prerse v o n K f»0.— vro Ki 1 oara mm l!) verkamt wuiden. Aus dem Naichmarfte wurde gleichfalls Gcstiigrl, und zwar Hübner uyd Enten zum Prelle von X 90.— angeboien. In der F i s ch a b 1 e r l u n g der Großmarklhülle wurden aestern bei zwer Ständen tote Karvfen zum hörenden P r e i s v o n X 41.- verkauft. Ter gegenwSrt'ge HöckstpreisfürKarvsen beträgt aber-ohne Rücksicht auf.die Herkunst X 13 —brs X 26.—. Unter diesen Umstanden ist auch n^cht'dam t zu rechnen, daß >s den Flschhändftrn möglich se n wnd, Karpfen zu dm Wesirnachtsieierlagen?u be^chasictr Die Grün Warenmärkte boten gestern wieder nur Kraul und Rüben. Aul dem Naschmarkt war auch Gaitnergemisie in velschwindend'.leiner Menge voihanden. D e Italien'schen Zwiebeln, die auf den meisten Mähren u X7 60 m guter Qualität zu haben waren, wurden stürmisch verlangt und waren sehr rasch vergriffen.. ' Auch kommende Woche die verminderte Brot- und Mehlquote. , Das Staatsamt für Botkce Nahrung teilt mit Da die e'N» langeno-n Getreide- und Meblzuschirbe noch immer nicht zur vollen B^darfedsckang h nrc'chm, kann in der Woche vom 1t. bis 20. d. M. wieder nur prvKops iLaibBryt und für Schwerarbeiter VU Laib ansgegeben werden. An alle meblbe uasberechtigten Personen w rd ferner pro Kops % Kilog r a m m F e r n m e h l und V« K t l o g r a m m M a i s g r i e ß v 'ransgabt. Da das Getreide mi» Verspätung zur Verm ihlung getan k>1 werden sich der ernigen Abgabesicllen Verzögerungen m der Brot- und Mehlausgabe nicht vermeiden taffen. Uebeidkes gelangt von der nächsten Woche an. nock» vor den Weihnacht^sciei tagen pro Kovs '/, Kilogramm R e r s zur Ausgabe. Der Rerspreis beträgt X 16.98 pro Kilogramm. W.I.W. Montag den 1. d. M. von 9 bis N Ubr rot. von 3 bis > 5 Uhr blau- D enstag dm 16. d. 9N. von 9. bis 11 Uhr grün, von 3 bis 5 Uhr g lb. Topfe..Rucksäcke. Ta'chen u'w. mttbringen. Die ber uns arll Fle sch rayonierten Kunden werden brmgeudst e-"ucht, ihre Flellchemkaufscheme m't ubiingcn. Kartoffelabgiike. Sonntag bis Donnerstag werden im, XV!., XVII.. XVIII. und XlX. Bezirke polnische Kartoffeln zum Prelle von K 3 60 pro/Kiloäiamm im XX. und XXt. Bezirke jugoslawrsche Kartoffel zum Prelle von X 4 50 pro Kilogramm, und zwar V- Kilogramm pro Kopf gegm Abtrennung des Abschn'ttes 6 der Karioffelkarte aba^geben. Im l, ll. und Ul. Bez>rke weiden an den gleichen Tagen polnische Kartoffeln zum Pres? von X 3.60 pro Kilogramm, und zwar 1 Kilogramm vro Kopf gegen Abtrennung der Abschnitte v und X der Kartoffelkaite abgegeben Die polnischen Kartoffeln sind stark m>t kleinen untermengt und werden daher zu einem mäßigen Preise abgegeben. Margarineadgabe. Vom 14. Hs 20. Dezember werden bei den städtllchen Butterabgab>'siellen und bei dm Konwmentcnviganisationen 18 Dekagramm Margarine pro Person und Woche zum Preise von X 7.50 abgegeben. Rährmittelzubutze für Minder. Dom 17. bis , 27. Derember sindet die Abgabe der Rährmittelmbuße/ statt. Bezugsbcrcchtigt sind Kinder bis zum vollendenten zweiten Lebensjahre. An jedes Knd wird eine' Dose KlNdernäbwräparat «Enfantina" zum Prelle von X 6.—.abgegeben. Der Bezug der Zubuße Erfolgt gegen Vorweisung der Mchlbemgskarte und Abtrennung der Ziffer 2 der lrlgfarbenen, bezrehungsweise gelben Milchkur te. Konsumverein der Bankangestellte«. Im Lokale R o ck h g a f s e: Kabljau geräuchert, so lange Vorrat, Schokolade. Chrlstbaumkon'ekt. prima E'lleigen. Rosinen. . Salzsardellen ('/« Kilogramm X 5.—), Rum. Pfeffer, Paprika, original sianzvsllchcn Scns, französische Gulaschkonservcn, täglich frische Klobaffcn und Knackwürste. Sardcllensens, Soda, Wa chstärke rn Paketen, Flaschenbier, Grass Suppenwürfel/ Sauerkraut. — Im Lokale Schottenbaster: Kr.rioffeln für Rayonierle (% Kilogramm für den Kopfs. Fettprodukte. Mebl,, -Marsgrieß nach Emlangen, Toilette- und Waschseife, Drennsp'ritus 'VsLiter für den Haushalt, von Nr. 1500 aufwärts, gegen Abgavr leerer Flaschenl. Marmelade, Kinderzubußsn. ' ReichswLrtfchaftsbund -er Festangestellten. Die Samstag begonnene Rrndsteischausaabe wmd Montag den 15. und Dienstag den 16. d. M. fortgesetzt. .( Konfnmstelle des Jüdischen HpchschulauSschuffes. In der kommenden Woche gelangen im Lokale.!X., Tendlergaffe 6, folgende Waren zur Ausgabe: Sardinen, für ungerade i Nummern, und zwar von 1 brs 1240 nnd für gerade Nummern von 902 bis 1240 Schokolade, Hafer stocken. Kaffee, Sprritus, Kernseise, Schuhcreme und Dwerses. Verkaufszeit von 3b,s5Ubr nachmittags. Dienstag für die. Nummern 80t bis 1240. Mittwoch für die Nummern von 401 bis 800, Donnerstag für dre Nummern von 1 bis 400. , Bühne mrd Kunst. Burgtheater. (Zum ersten Male: «Kinder der Freude",Einakterzyllus von Felix Salten.) > «Diese drei Eirialter unterscheiden sich vorteilhaft von den Stücken anderer Schriftsteller, die keine gebornen Dramatiker sind. Sie täuschen nichts vor, tragen sozusagen kerne angeklebten Dichterlocken, schreiten nicht auf geborgtem Kothurn, kurz, sie ..sind ehrlich. Der Autor bleibt löblich in seinen Grenzen und so bereiten die Vorzüge seiner Kleinkunst einen angenehmen Abend. Diese Vorzüge sind nicht gering und Salten hat sie in Jahren örnster Arbeit sorglich gepflegt. Er kennt die Welt des gleißenden Scheines, der gehäuften Lorbeerkränze, weiß, wie es um die «ewige Liebe" steht und um die Seelenarmut der erfolgumrauschten männlichen und weiblichen Primadonnen. So gelingt es ihm, drei nicht gerade neue Erkenntnisse: daß man auch bei Llbschiedsbriefen vor einem Selbstmordversuch mitunter posiert, daß eine schöne Schauspielerin 1 picht alt werden will und daß die Gattin eines großen, aebütfchel- 14. Dezember 1919 5 [»•■SQitoMtfa«««'** UHBKOfili ZIGARETTENPAPIERE; ZIGARETTENHÜLSEN j Sie üt^rtpeffen selbst die hoc ten Erwartungen des Rauchers. * w ft m a w mm* «* «m+ri*wifi * m a[ ft) i ne H_ Größte Auswahl! Billigste Prerse! Leopold Steinhart, Wien, >., Bibersiraße 9. 4078/8 ten Komödianten nicht zu beneiden ist, auf das angenehmste ab» zuwandeln. Der Dialog ist anmutig und manches anspruchslos Gesagte quillt aus tieferem Wissen mn die Tragikomödie «Leben" und löst echte Heiserkeit ans. Nur scheint uns das, dritte Stück — «Lebensgefährten" — zu sehr auf die Pointe gestellt, das zweite — «Äuf der Brücke" — im Vorwurf über», spitzt (es geht zu weit, wenn die eisgraue Mutter des jungen1 Verehrers der Sylvia zu ihrer — Altersgenosiin gemacht wird) und der Gesamttitel der drei Schnurren zu prätentiös« Die Uebersiedlung der «Kinder der Freude" vom Volks» theater, wo sie vor zwei Jahren die Uraufführung erlebten^, ins Burgtheater, bekommt dem Ensemble dieser Bühne sehr ' gut. Vor allem durften wir zwei selten beschäftigte Schauspielerinnen in vortrefflichen Rollen begrüßen: Fräulein M a r b e r g, die feine, kluge Künstlerin, gibt die ewig junge. Sylvia Felsenbach mit vollendeter Grazie und Frau Kallina, als die unglückliche Gattin des jubilierenden, ordengeschmücktew Theaterhelden, ist ergreifend gerade durch die Sparsamkeit ihrer Gefühlsäußerungen. Kultivierte - Burgtheaterkunstl Hertz R e i m e rs, der Aeltcre, hatte seinen großen Abend und war insbesondere in den „Lebensgefährten" von erquicklicher Frische.- Sehr charakteristisch und bezwingend komisch Herr Foresh in drei verschiedenen Rollen. Nur wirkt die gewiffe katzenjämmerliche Physiogrwmie, die er allen seinen Gestqlten gibt, mit der Zeit ermüdend. Herr Huber erwies gestern, fca$ er ein Darsteller von Eigeicart ist und zu der besten Burgtheaterjugend gehört. Ganz ausgezeichnet Fräulein Seidel und der jüngere T h i m i g als begeistertes, den berühmten Vater verhimmelndes Geschwisterpaar. Von dev! übrigen Darstellern seien insbesondere noch Herr Schott> Frau Senders, Fräulein Mayer und Fräulein Mayen, hervorgehoben. Jene Kreise, welche 7wie jüngst bei den «Jour-i nalisten" — für das «Familiäre" am Burgtheater so ein» genommen sind, kamen wieder auf'ihre Rechnung. ReimerH sen. und jun. gaben in einem der drei Stücke Vater und» Sohn. Wir halten solche putzige Familienszenen aus,detz ersten Bühne für geschmacklos soferrie sie sich nicht umgehen lasten. Und in diesem Falle wäre eine andere Besetzung durchaus möglich gewesen. Das Publikum war sehr angeregt. Rachj ' allen drei Stücken erscholl stürmischer Beifall und Felix Salten ' mußt immer wieder vor der Rampe , erscheinen. O. Is. Aus den Theatern. _ Der Spi-elvlan deSBrrrgtheäterS lautet 4 Montag den 15. d. M.: «Garten der Jugend" jrlnfang V96 Uhr); Dienstag den 16.: «Kinder de«! Freude" ^Anfang */«6 Ufjt:'; Mitlwoch den 17.; «D aS Märchen vom Wolf" lAnsang V26 Uhr): Donnerstag den 18.: «Die Sterne" (Anfang uhr); Freitag de» 19.: «Kinder d e t Freud e" tArffang */*6 Uhr); Samstag den 20.: «Judith" (Anfang 5 Uhr); Sonntage den 21.: «M i r a n d 0 t i n a", «Die H e i r a t.w i d t c W ill en" lAniang ^6 Uhr). ■ Im Opern theater kommt heute Sonntag «D E« M^e tstersinger v o n Nur über 0" mck den DaMen scnumänn. Kittel, den Herren Dr. Emil Schipper von dm Naiionaloprr in München, Oestwlg. Mayr. Fischer. Schsttzktbdarf, Maikl, Gallos, Biener, Betctto, Stehmann. Mu^arellü Mqdm, Trarler. Wagner zur Aufführung. Anfang ‘/«4 Uhr.—, Der weitere Spielplan lautet: Montag den 15. d.M.: «.Elektras (Av'ang 6 Utzr); Dienstag den 16.: «Die Bohöme" (Aufavgi 11,261 Ubi*; Mittwoch den 17.: «Cavalleria rusticana^ ^Deu' Bajazzo" (Anfang Vs6 Ubr); Donnerstag den 18.: «Den Rosenkavalier" (Anfang ‘/»ß Uhr); Freirag den 10: «Violetta7 (!-» Irsviata) Anfang %6 Uhr); Samstag den 30.: «Hoff-/ manns Erzähluttgen" lÄnfang 1hß Uhr); Sonntag den Ll: «Die Jüdin" (Amang 5 Uhr). . .v Der Sviclplan derWiener B 0 l k s v P e r für di^. kommende Woche lautet: Montag den 15. d. M.: »Ftdelio", Uhr); Dienstag den 16.: Ferialfondsvorstellung .bei er-- Holum Preisen. Gastspiel Kammersänger William Millerr «Cannen"^ ('/*5 Uhr); Mittwoch den 17.: Gastspiel Klara»^ Musil: „Der Barbier von Sevilla"; Donnerstag den 18.: «Die» Fledermaus" (S Uhr); Freitag den 19.:, Gastspiel Klara Musilr «Dre Entführung aus dem Serail" (8 Uhr); Samstag den 20s «Cavalreria rueticana", hieraus «Der Bajazzo" ('/<6 Uhr); Sonntag den 21.:. nachmittags VrL Uhr «Schneewittchen"^ abends V-b Uhr Ferialfondsvorstellung, Gastspiel Kammersängev William Miller: „Rigolerto"; Montag den 22.: Ürautfübrung vom^ «Marm von Magdala" (5 Uhr; Dienstag den 23.: «Travmta^. Uhr); Mittwoch den24.: Geschloffen; Donnerstag den 25* 'nachmittags V-2 Uhr: «Schneewittchen", abends */,6 Uhr- Jerialiondsvorstellung^Gäsispiel Kammersänger William Mllrr: «Fidelio"; Freitag den 26., nachmittags 2 Uhr: ..Der Barbiev von Sevilla"; abends 7*7 Uhr: «Maria von Magdala". J Spielp 1 an der R e n a i s s a n e e -- B üh u er Montag den k5. bis inllusive Mittwoch den 17. d. M. Anfava 7*6 Uhr, Auftreten Harru W a l d eit. Ende 8 Uhr. «Sei: KLnigdesLeben s". (Oskar Wilde). Donnerstag Bern 18.» Anfang 6 Ubr, Auftreten Harry Waiden. Ende 8 Uhc^ „Der dritte Gatte"., Freitog den 19. und Samstagi den 20., Anfang 7»6 Uhr, Auftreten Harry Walde«. Endo «Der König desLebens" (Oskar W i l d Sostinag den 21.. Anfang nachmittags 7-3 Uhr» Vorlesung Harrft W a l d e n mit lebenden Bildern. Ende 5 Uhr, abends Anfang; 6 Ubr, Auftreten Harry Wolde n.. Ende 8 Ubr, c r b.r i 11 d fö OL t t C"„

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