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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-12 · Heft 320 (12.12.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 320 (12.12.1919)
Date
1919-12-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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/ Nr 320 Wien. Freitag Wiener Moygenzeitung t2. Dezember 1919 -Seite tf Gerichlssaal. ©er einstige Schulhruder als Einbrecher. Dir Diebstähle im Kloster Maricnlreim. Mex gegenwärtig im 25. Lebenslahre stehende einstige Novize »iirt späterer Schulhruder im Ptännerklostet Marienheim, Ernst Malus zak. mußt« hei Kriegsbeginn nach fünf? iiihrigrm Aufenthalte in hem Kloster zürn Militär einrücken. Rach hem Umsturz kam auch er aus dem Felde zurück, kehrte ober nicht »tzehr im Kloster «ein, sondern bracht? sich alh Privatbeamter fort. Mit der Zeit geriet Matuszak in große Rot und diese trieb den früheren Schulbruder auf den Weg des Verbrechens. In der Nacht zym 6. Juli d. I. berichte der einstige Npvizß einen Einbruch in dem Kloster Marienheim. Er könnte die Räume des Klosters genau, schlich sich dort ein, tzerst cke sich i>n Uebun 'S immer, das sich neben -er Schneiderei des Klosters befand und gelangte nächtlicherweile nach Beseitigung aller Hindernisse durch eine svnst vorstellte Türe ijn Pis Schneiderei, wy er Moll- und Futterstoffe im W?rte vgn 63.QOO Kryneu entwendete. Zwei Ballen Stoff verkaufte er nach seiner Angabe um 3545 Kronen, die übrigen Ballen Stoff will er in einem Unkrauthaufen außerhalb d§- Garten deS MarienheimeS versteckt, haben, von wo sie Angeblich unbekannte Personen forttrügen. ■ Am 27. Juli entwendete Matuszak km Marieyheim verschiedene Kleider und Schuhs im Werte von 800 Kronen. Hierbei wurde er bemerkt, hatte' aber noch die Frechheit, den ihn anhaltenden Schulbruder Laun zu sagen, «? gehöre hierher. Da' sich dies qls unrichtig herausstellte, wurde ex verfolgt und nach einem vergeblichen Fluchtversuche festgenommen. Gestern nachmittags hatte sich Ernst Matuszak vor dem Schwurgerichte der ordentlichen Session wegen Verbrechens des Diebstahls zu verantworten. Den Vorsitz in der Verhandlung führte Oberlandesgerichtsrat Dr. F r q u e n - sesd. Rach der vom Staatsanwalt Dr. Meißner ver? tretepen Anklage ist der Beschuldigte weiter dringend verdächtig, einen früheren größeren Einbruch im Kloster Marienheim begangen zu haben. In der Nacht zum 22. Juni wurden nämlich dort zahlreiche Lebensmittel, darunter 25 Kilogramm Schweinefett und 480 Eier gestohlen.-«Auch hier sprach die Art her Begehung dafür, daß der Täter mif den Verhältnissen wohl vertraut sein mußte; auch hier schlug der Wqchthuub nicht an. Interessant ist, daß der herabgekommene Mensch in seinem Tagebuch darüber Aufzeichnungeu geführt hat, aus denen hervorgebt,, daß ihn insbesondere das Bewuhtseist drückte, sich gegen religiöse Gebote vergangen zu haben. Dipse- Tagebuch enthält am 14. Juni o. $5’. die Eintragung: zMam-tag pnd Sonntag mich gegen das -7. Gebot verfehlt, Nyt und Verzweiflung zwingt mich dazu." Der nächste Tag zeigt den Vermerk: „Sonntag, Heute, einen schweren Weg gehabt» mit dem unredlichen' Gut, mich einmal sattgegessen." Der Angeklagte/ ein großer, schlanker Mensch . mit lytelligenten Gesichtszügen, in grober Kleidung, 'bekannte ssch fopr zwei Einbruchsdiebstähle, zu denen ihn die Not per* aulaßte, schuldig, bestritt aber jede weitere Verfehlung.' D«8 Urteil. Die' Geschwornen bejahten einstimmig die Frage auf Diebstahl, acht Stimmen mit dem Zusätze, daß der Schaden Wohl 500 Kronen, aber nicht 4000 Kronen übersteige. Der Gerichtshof verurteilte hierauf den von Dr. W e n g e r verteidigten Angeklagten zu acht Monaten schwerem G-rßer. ___' Der Esnbrych bei hem Istiyeller Kattner. vom Schwurgerichte wurden gestern die Diebe, welche den GinbruchSdiebstahl bei dem Juwelier Friedrich Kattner,!., Rabrnsteig» verübten und eine Beute von K 970.000 erzielten, zu schweren Kerkerstra! en von einem Jahre b i S zu sechs Jahxen verurteilt. ©ep Fxkelpgplkver der Minister zrr drei Jahren Kerker verurteilt. Prag, 41. Dezember. (Privat.) Heute wurde der Beamte der städtischen Sparkaste, Mcstek, der K 370.000 veruntreute und im Wartensviel ve lor, zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. an rleberlaffuub ausländischer Wertpapiere heu Staat. Heute gelangt di? sechste Volpugsanweisnstg des Staatsamte? für Finanzen vom 8. Dezember 1919 zum Gesetze vom 4. Juli 1919, sieberlgssung ausländischer Wertpapiere an den Staat, zur Verlautbarung. Diese Vollzugsanweifung besagt: ' Die nachstehend angeführten ausländischen Wertpapiere sind dem Staats leihweise'zst überlassen, spferne sie nicht schon durch die zweite Völlzugsanweisung aüfgerusen worden sind, und zwar: Die festverzinslichen Wertpapiere, die poy zrndin den nachfylg"hKn Staaten anszezeben sind, sowie d'e Auteistch-chice (Aktieu/ von Unternehmungen, die in diesen Staaten ihren Sitz haben: Vereinigte Staaten von Ämertka, Aegypten, Belgien, China, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Irland samt den britischen Besitzungen über Sor und Indien, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Persien, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden, Schweiz, Serbien, Siam, Spanien/, sämtliche sich- und mittelamerikanischen Staaten, die Schutzgebiete und Kolonien aller vorstehend genannten Staaten. Einzpliefern und anzumelden sinh diese Papiere nur insoweit, als sie an einer der Börsen von New-Aork, London, Paris, Mailand, Brüssel, Kopenhagen, Stockholm, Christiauia, der.Schweiz oder Holland notiert sind. 'Für alle Staaten,. einschließlich Rußland, wird der GebietZumfang vom 1. August 1914 als Grundlage angenommen. Sämtliche Bestimmungen der zweiten und bet fünften völlzugsanweisung haben auch hier Anwendung zu findend Die Termine für'die Einlieserüng, beziehungsweise Anmeldung werden mit dem 25. 'und 30, Jänner und dem 5. Februar 1920 festgesetzt. \ ' '; ^yrxischastliche Mchrrchten. Die ungarische Negierung steht mit mehreren Finanzgruppen iw Verhandlung,- die den Vau und' den Betrieb des Bndapester Hqnde l.shafens und des Donau— Theißkanals stberpehmen wollen, —, Die Gyorer Kanonenfabrik, eine der größten Jndustrieunternehrnungen des Landes, kämpft, wie bereits berichtet-,'mit Zahlungsschwierigkeiten, so daß sich' die Direktion veranlaßt fühlte, mit oen Gläubigem über ein Moratorium zu verhandeln. Die Fabrik wurde im - Jahre 19 j.3 mit einem Aktienkapital von , 13 Millionen Kronen gegründet, das iw Jahre 1916 auf 26, im Jahre 1917 auf 32 Millionen Kronen erhöht wurde. Die Schwierigkeiten wurden durch die Proletarlerdiktatur upd durch die rumänische Besetzung hervorgerufen. Die Direktion verlangt ein sech s m v nä tliche s Moratorünn. — Wie uns aus Prag gedrahtet wird, hat die dortige Regierung hei der ungarischen tausend Kohlenwaggons gemischt. — Der französische Franks hat in London und Parieinen merkbaren N ü ck g a n-g erfahren. In Paris notiert oas englische Pfund 45,15 Franks undder Dollar 11,885 Franks. Ftnanzleute, die von Verschiedeney Zeitungen über die Ursache des neuerlichen Rückganges befkagt wurden, erklären/ es liege kein Grund zur Beunruhigung vor. Es handle sich um die Abwicklung großer , Transaktionen zum Jahresschluß. Allerdings falle auch ins Gewicht, daß Amerika ■ zögere, sich cm dep Konsolidierung der europäischen Valuta zu beteiligen. -77 Unter den Fragen, - die-Minister Lorlcheür während seines 'Aufenthaltes in England besprochen' hat, nennt ' biß ' Pariser Ausgabe der „Daily Mail" glich bje St ü tzu y g d fr an z 0 si schen Valuta durch eine Konsolidierung - verschiedener französischer Staatsschulden in England sind durch die Ausgabe einer langfristigen Anleihe, um diese Schulden zu amortisieren und -Frankreich den- Kredit ^u-' sichern, dessen es. aus dem Londoner 'Markt bedarf, ' ' Erfordernis von EinfuhrbewiMgungssn für EinfUhrsssidimgen Ms Deutschland. Die deutsche Regicrystg hat die Bcrstigung gslroffcu, daß ab 20. Noyenilin Sendungen von Hand'lswaren aus Deutsch* 0stnreich üur daun zur Einfuhr nach Deutschland zugelasten weiden.' wenn sie mit Emsulnbcmilligpngcn"des Rci.ckiskommissärsZ für Ein- und AusflchrtewiMcmngen gedeckt sipd. Infolge dieser Beifügung wird vom 20. d. -M. angesangcy auch-die Eminhr von ideutichew Waren nach Oestcircicy an das E'sorderp's vop EiusulubcwPigungcn gebundry. hie van der Zentralstelse für Ein-, Aus- und DurchfühibewrÜlgungen in Wren oder deren Größte Auswahl! Billigste Preises m Leopold Steiiihlirt, Wien, I.Biberstraije S. — ————- 4073/8 .. . ■ ■■ Zweigstellen in den Landeshauptstädten ertestt werden und i» Hinln'lit. an Stelle der gcaenwärtig verlangten Einkauf« bewilligungen für Waren deutscher Herkunft zu treten habet werden. Zum Unterschiede von den gegenwärtig verlangten Ei»i kiirlfsbewilligungen müssen die Emfuhrbimilllgungen bereits deich Gttnzüntntt den Frachtpapieren bcilregcfl. ' Balsisenkrurse. Die eeringe Besserrmn unserer Krone bpt W.'rkte im gestrigen freien Verkehr einen mäßigen Rückgang dßtt fremden Zahlurigsmitt-ck. Es notierten : L e r n o r t « 5H8. M arkn 0 t e n 4.02. Rubel n 0 t e n 2.86, Lire 13.30] Doll a 1174.— und A u § z a h l n n g Berlin 883.; Neuregelung der Zentralstelle für Ein-, Ansjtttf Durchführbewilligunaen. Aus den Kreisen der am WareH verkehre betr'ligren Jnterc'steriten ist vielfach der Wunsch nach stärkei en Einstußnalime auf. die Enischcidungen Zentralst^, iür E rr-. Ans- und Durchsub' bewistigungcn ausgesprochen worden Durch eine morgen zur B^lautbinnng gelangende Vollzugs anweifung w>rd eine nmfasftlihe Reuorganisieiung sowie rim Anvastlma des Wipkungskreises der Zentralstelle an die Erwrtech niste des Verkehres im Sinne der Herbeiführung eines vorstchtigetz und fachmännisch beeinflußten Abbaues der bestehenden Berh-tKt maßregeln einaclcitet. i N. L Ph. Waagner A.-G. Die gestern unter Borsth deS Präsidenten. Generäldirrktors M. R 0 t t e r, abgehaltens' außerordentliche Genei alvcrsanimluirg der A.-G. R. Pb. Waagnei L. L I. Biro L A. Kurz beschloß entsprechend dem Anträge dn Verwaltung, mit Nilckncht auf die stark augewachsene Bankschuld und den. ru erwailcnde.i bcdcirtendcn Geldbedarf hie Elhohutch des Aktienkavitales von fl 6,600.009 — aus fl 13,200.000.— durch Ausgabe von 22 000 Siück »cum Aktien znm Nominale von fl 300,-^ mit Tio dxndelibcrechtigung . ab 1. Jänner!920. Pij Gencralvcrsamniliing cvmäcbt'^tp den Berwaliungsrat zur selbi ständigen Durchtsihrnng der Transaktion und der,, mit ihr ich Zusammenhänge sdhenden Stcitutennnderüngen. Der rat beadstchtigt, die neuen Aktien den Aktionären im Berhältniffl von e l n e r a l t e n zu e \« erneuen Aktie anzubieten. Der Erwerb von 200Q deutschen Waggons QtQtn tschecho-flowatrifchcy Zucker. Aus Prag wird und d« richtet: Um der strtig miedcrlehrenden Waggonnyt zu stcuem/ dis den Zuckerfabriken während ilner Bctrrebszeit die größten HeMWs niste bereitet, ' hak sich die Zlrckerkomnniston nach Deutschland get wendet, um dort Waggons im Kompcnsationswrge gegen unsere», Zucker zu erwerben. Der Znckeikommisüon ist es tariächirch g« lirngm, einen Vertrag über die L>eterung von 2000 deutscheI Güter Waggons cibmschließen, die a u s s ch l i e ß l ich für he» Bedarf der heimischen Z u ck x r r y d u st r l e bestimmt stn« Die gegenscitige Berrechuung wird auf Basts der bestehend« Preise rrsolgrii. Die Zuckerindustrie hat damit den Weg d« S e l b st h i l f e bcschiuien. Durch den Abschluß dieses Kot« pulsatiousgeschär'tes werden sich in Hinkunst dieTransportverhälsi niste für die Zuckerindustrie (Zufuhr der Rübe und der Zkybie unk Abfuhr des Zuckersi günstiger gestalten. Auch für die StaatS-s bahnen >st das Geschäft von Vorteil, da ste durch die Ernstestüng der 2000 deutschen Waggons ut ihren Fahrpars eine telsiveisi Entlastung ersatuen werden/ -- Uxber Inflation uyd Geldentwertung rnemt M Gntachlsn des Protessors Pr i 0 n an den deutschen Reichstag nicht der frühere -Wert der Währung, sondern deren S t <1 b i s tt sie rung sei auzustreben,' und zwar durch erhöhte Produktion, ösfentllche Anleihen, Steuern und BermöLensabgabe. Wiener BSrse. Im Erösinnngsstad'mm der - gestrigen Börse fanden Ent« lasilingsgbgnben fläit auf Grund des sich bei der Vorversorgung gezeigten Stückrüderflusses nud des knappen Gcldstandes. Ins weitcr-en Verlaufe des Vertehres gewann jedoch die freund! chcpi Stiiuinilng wieder die Ober!)>iud, als giöjieie Käufe in emzeln« Spezialmertcn für fremde Rechnung zur Ausiükiung gelangteni Nanlcntiich in Krupp-Aktien machte sich erhöhtes Jnteresit geltend, die K 60.—, an der Nachbörse weitere fl28.— prositierten/ serncv gewännest Rimamuranya fl 1-70.— und Rustoel fl 54--. Jnr Schranken wiesen chemische Werte wie Brosm Modche und Resi. Bon Volta RakouS. (Einzig berechtigte Nebersetzung aus dem Tschechischen von Emil Saudek.) (17; Fortsetzung.) ,M. wie geht: es Ihnen jetzt, Reserl?" fragte sie voll Mitgefühl. v. , -lind Resi, die sich jetzt, nqchdem sie den Kaffee ausgetrunken hatte, wie im siebenten" Himmel fsihlde, hlickte mit schmerzlichem Angenanfichlgg zur Zimmere Hecke empor und antwortete mit ersterbender Stimme: „Wenn sie doch nur schon hier wären, ich fürchte, werde diese Gebete nicht mehr erleben." „Nun, im ärgsten Falle bin ich ta bei Ihnen, Reserl, und so werde ich für Sie beteM," erbot sich bertzitwilligst hie Cchmiedin, „und übrigens ist es alles eins, Gebet bleibt Gebet, und wir glauben doch ohnehin alle an einen Gott. Uebrigens brauchen Sie deshalh noch lange nicht zu sterben, auch wenn Sie sich versehen lgssen. Die seljge Ko sch talkin wplde neunmal versehen, Lssyor sie starb." „Mir scheint, diesmal wirb es qber ernst/( seufzte Resi, „ich fsihle däs wohl selber am bestoy. Ich ergehe mjch auch gerne in den Willen Gottes, wenn ich nur wüßte^ fpaS dann mit Modche geschieht — ob e'x fiH nicht am Ende gar, liebe, Schmiödilr, was Gott verhüten möge wieder verheiratet — Was glauben -Sie, Echmiediy?" „Da wohl kaum", meinte die Schiniedin, „was dys astl.rn,.t, glaube ich, können Sie, Reserl, ganz getrost sterben. Er ist ja doch schon hübsch alt und wenn ihm gar schon ejnrs Tages solche Gedanken kämen, wer wird ihn heiraten wiotlr-n^ „Es gibt genug solche Pcr'oncn, glauben Sie :»& mir, liebe Schmied in", versicherte Rest mit traurigster Miene, es gibt doch so viele grme jüdische Mädchen . . . Es ist Wahr, er ist -schon über sechzig, aber ich Litt? Sie. Kinder hat er keine, dafür eiy hübsches Häuschen, einen gutert Verdienst und ein paar hundert Gulden Bargeld auch. Wie habe ich aber auch gespart und gerackert", klagte Resi still, mit heck großen Schmerzes vor sich hinl,lickend. „Sie, ljebe Schm.sedin,'wissen es ja ohnehin am.besten'imß sstr wen halbe ich g-esorgt? Selbst wenn sich Modche nicht wieder verheiraten sollte — wenn es auf ihn a|* käme, er täte es sicher gerne, davon bin ich überzeugt — sagen Sie selber, wem sonst würde das alles nach seinem Tobe zusallen, als seinen Verwandten? Du lieber Gott, tziese verwandten . . - hie saugen mir schon all die Jahre, die ich mit Modche verheiratet bin, .das fö(ut aus- Früher haben sie so recht wie falsche Katzen geschmeichelt Da haben sie mir fortwährend Besuche gemacht, waren voller Ehrerbietung, da hieß es fort: liebes Resort hin «und liebes Reserl her. Sie■ haben sich sicher eingebildet,^ daß iunZ mlles vom Himmel Heruntergeschneit kommt und daß wir, da wir keine Kinder haben, alles mit vollen Händen nnter [ie verteilestwerden — da haben sie sich aber stark geschnitten, das wissen Sie eh, liebe Schmiedin! Wie sie ab?r gemerkt hgben, daß sie im Gizten nichts erreichen, haben sre es dann im Wsey versucht. Sie gaben mir dapartige Dchiir-p'nqnmn, wie Sje so'che, liebe Schmiedin, Jhp'--gan^^ Heben sticht.Hehjirt haben — und dann s sagten sie auch, daß ich so geizig sei urth daß ich MaLche t glicht Einmal satt m. essest gäbe und was weiß ich j noch alle^ und daß ich nur für meine Verwandten ' geize und spare, und daß Modche. wenn er nicht solch ein „Pylsch" wäre, schön läpgst alle meina Verwandten hätte zur Türe hinauspeitschen sollen, um mir zu zeigen, wer der Herr im ^Hau'e sei. Nud deshalb darf mir auch niemand von seinen Leuten über die Schwelle weii.es Hauses — stehe ich mir denn um eure Frrundl schastl jUni) jetzt, liebe Schmiedin, stellen Sie jich vor, daß mich Modche überleben soll .. . Ich hapf gay nicht daran denken, sonst müßt' ich verrückt werhenk Alles würde er ihnen vermachen und ich würde dafü^ daß ich mich mein ganzes Leben lang tüchtig abge-i rgckert habe, noch ausgelacht werden. Und wie könntß ich mir-nach meinem Tode helfen. Und meine SchtpesW die Arme . . ." . "'j , Heftiges Klopfen an der Tür des Häuschens unters brach'.Rests schmerzlich bewegten Redestrom. Hiß Schmiedin ging eilig, um zu öffnen und bald hört« mäii auf der Schwell^ zahlreiche und cilic.e Schritte,Hsid einen Ängenblick später füllte sich das Zimmer mit den Angekommenen. Modche, der Krenicer Nazi und die Vo/kowitzer Fried unh Heller waren bis ins War? hinein durchfroren unh stampften mit den Füßen« währe'rt sie sich beeilten, ihre Man et abzülagen. „Nun, was ist's, Reserl",' begann mittlerweile Heller die Unterhaltung, „haben Sie sich wieder yiNMf bei Nach! unser erinnert und, bei solch', einer Kälte, wie. sie heute jst, hätten Sie nicht vielleicht doch bi^ morgen warten können, es scheint ja gar pW so! schlimm.zu stin/< ' ' ,.Gvtt> Herr Wler", . hauchte Resi M yiW Stimme, di-- schon aus einer anderen Welt zu fomNW schien. Dabei nahm ihr.ganzes Aeußere mit bewunö deruirgSwürdiger Echtheit den Ausdruck von Schwache ilpd Leid-r., an — „es' geht mir sehr schlecht, Herri Hellerich fühle schon, wie schon meine letzte Sisittd« heraünaht unl! den Morgen erleb' ich schon nicht mehr" „Aber Reserl, Ne'e'rl, es wird doch wieder gut Werden:" suchte sie der treuherzige Heller zu ernzsinkern, „Wir werden bei Ihnen beten, wenn es schon einmal Ihr Wunsch ist, aber deswegen müssen Sie noch lange nicht sterben — wir haben ja schon oft bei ihnen! gebetet." Re'i schüttelte traurig den Kops. (Fortseljuva folat)

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