Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 316 (7.12.1919)
- Date
- 1919-12-07
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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üte. srnr SCtctt, Tonntag Wiener Morgenzettung ^.Dezember 1919^ /aartt --M Der VEswirt. Die Kursdifferenzen gegenüber der vergangenen Woche. Die Kursbewegungen an der Wiener Börse während der abgelaufenen Woche stehen ohnegleichen da. Differenzen wie K 2120.— bei Adria-Aktien, K 4750.— bei N o r d b ah n-A kt ie n, K 3200.— bei Veit sch er Magnesit sowie die außerordentlich hohen Steigerungen der Petroleumwerte (Karpathens 2400.—, Fanto K 2800.— und G alizia K 2875.—) müssen auch dem optimistischesten Börsebesucher zu denken geben. Im übrigen verweisen wir auf die nachstehende Liste» welche die wesentlichsten Kursdifferenzen enthält: 8. Dezember 28. November Differenz Mairente. Oesterr. Kronenrcnte Türkenlose ... 3?/o Südbahn-Prioritäten Anglobank ..... Bankverein. Oesterr. Kredit ... Prager Kredit.... Ungar. Kredit.... Niederosterr. Eskomptcgeselli'äiast ..... Länderbank .. Umonbank . A.dria ... Buschtiehrader l*t. A . . Bulchtiehrader lit. B , . Nordbahn ...... Staatsbalm...... Staatsbahn-Genußscheine Kolmer Spiritus ... Solo Zündwarcn . . . Siemens L Schlickert . Alpine Montan .... Bechert Schrauben. . . Berg- und Hüttenwerke. Vrager Elsen . . . ... Nimamuranyer .... Zrnfta Eisen Biüxer Kohlen . , . . Rosfftzer Bergbau . . . Salgo^Kohlen..... Ung. Mg. Kohlen . . . Veiticher Magnesit. . . Weftbohmlsche Kohlen . ÄoltScgg-Traunthal . . Breitkeld-Danek . . Ringhüffer-Werke . . . Üehkam-Josefsthaler . . Apollo 7 ...... . Ncußedler Papierfabrik . Fanlo?Mmeralöl . . . Pali. Karpathen . . . Gali.nr-Naphkha . . . Zrsenbabnverkehr. österr. Äiistw-Amerika na . . . 88.- 92.10 + 4.10 . 84.— 86.— + 2 — 1200.— 1225.— + 65.- 1034.— 930.- + 104.- 710.— 617.— ■f 93.- 715.— 638.50 'rf* 76.50 1065.— 972.— + 93.— 2100.- . 2350.- - 250.- 1300.— 1243.— + 57.- 1149.— 1090.— + 59.— 1110.— 932.— + 178.- 803.— 688.— ck- 115.— 6995.— 4875.— + 2120.— 8050.— 8295.— — 215.— 1650.— 1480.— . - TO.- 13.000.- r 8250.— b 4750.- 3640.— 3142.— - 498.— 1580.— .1840.- - 26!).- 2500.— 2370.— + . 130.- 8275.— 2940.— H b 335.- 802.— 880.— - 72.-7- 8210.— ' 2940.— 4- 300.- 2100.- 1655.— + 745.- 8500,— ■ 7200.- + 1300.- 5000.— 4775.— + 225.— 2480.— 2030.— + 400.— 1680.— 1492.— - - 185.— 4600.— 8880.— ' - 720;— 2500.— 2370.- + 180.- 2690.— 2591.— + 99.— 4600.— 4150.— + 150.- 11.200.— •80.00.— + 3200.- 8900.— 2850.— ' + 1050.- 1299.— 1145.— + 154.- 1699.50 ■ 1585.— + 11450 2600.— 2500.— + 100.— 1395.— 1225.- + 170.— 5700.— 4700.- -}- 1000.- 84(0.— . 8580 — — 180.- 12.000.— 9200.— + 2800.- 11.600.— 9lt'0.— •f 2400.- - 1242.— 9800.— 4 2875;- 1110.— “ 988.— +•' 112.- 6890.- 5000.- + 1390,- zu. Wirtschaftliche Nachrichten. Einer telegraphischen Meldung auS New-Dork folge ist der Kavelkurs auf London neuerlich gesunken stnd beläuft sich auf 8.681/2 ,Dollar für 1 Pfund Sterlings — Aus. Warschau wird berichtet: Unter' dem Titel „Polnisch-amerikanisch e Seeschiffahrt" wurde in Amerika eine Gesellschaft gegründet, die sich die Schaffung einer unabhängigen polnischen Handelsflotte zur Wiel), I., Schottenring 21. Fiiiäie: Karlsbad 359 ''Alle hankgcschäflllchen Transaktionen für das In- und Ausland. Einlagen gegen Einlagebücher zu den kulantesten Bedingungen. ' Telegramme: I ite baute, Wien. Telephone: 13478, 12080, 16431, 1200Ö, 16153, 16216. Aufgabe macht. Als Flottenbasis ist Danzig gedacht und die Dampfer der Gesellschaft sollen unter polnischer Flagge den Ueb-erseehandet Polens bedienen. Das, Anlagekapital beträgt 31/2 Millionen Dollar.' Die Gesellschaft 'hat mit der „Poland America Line" in Chicago .einen Vertrag abgeschlossen, "auf Grund dessen die letztere Gesellschaft für 600.000 Dollar Aktien der neuen Gesellschaft übernimmt und .sich mit der „Seeschiffahrt" fusioniert. — Im Verkehr mit dem Auslande ist die, Handelsbewegung Deutschlands zurzeit so, daß die monatliche Einfuhr auf 3 Milliarden Mark angewachsen ist,während die Ausfuhr Nur einy halbe Milliarde beträgt. Auf das Jahr gerechnet, bedeutet dies eine Einfuhr von 36-Milliarden gegen 21. Milliarden im letzten Friedensjahre. Damit übertrifft die Einfuhr die Ausfuhr um 80 Milliarden, während sich früher beide ungefähr die Wage hielten. .— Nach dem letzten Ausweis der. Oesterreichisch-nngarischen Bank ist der ' Notenumlauf um weiter« 428 Millionen gewachsen und beträgt 51-344 Milliarden. - - Der Verwaltungsrat der Trifailer Ko hlenwerksges ellschaft beschloß, der Generalversammlung die Ausschüttung ehier Dividende von sechs Pro'ent, das ist K. 12.— (wie im Vorjahre) vorzuschlagen./ — Die Aktiengesellschaft „S e m p'e r i t", Oefterreichisch-amerikanische Gummiwerke, beantragte die E r hö h ung des Aktienkapitals von 8 ans 16 Millionen Kronen. — Auf der Tagesordnung der Dienstag stattfindenden Sitzung der Nationalversammlung befindet sich die Vorlage über die Warenumsatz st e u« r. und Steuer v o.n Ar b« itsleist u n - gen, deren Ertrag'auf 780 Millionen Kronen geschätzt wird und die am 1.' Jänner' 1920 in Kraft treten soll. Die Steuer beträgt'ein Prozent des Entgeltes der der-- steuerbaren - Lieferungen und Akte. Bei den entgeltlichen Liefe-, run gen entsteht der Anspruch*' des Staates auf die Steuer im Zeitpunkte der Zahlung. .Als Zahlung gilt auch die Gutschrift oder die Hingabe eines Wechsels oder Schecks. Der Unternehmer als Zähler der Steuer ist nicht berechtigt, die Steuer jener Person aufzurechnen, welche den Anspruch auf die Lieferung oder die . Leistung hat.. .Der Abnehmer, der Lieferung ist nicht befugt, die Steuer, die'auf die lveitere Veräußerung entfällt, von dem.Entgelte abzuziehen. FürLuxusw a re*u wird eine erhöhte Steuer vorgeschrieben, und zwar '-Ist Heller von jeder Krone Bezahlung, soweit diese Steuer vyn. Erzeugern oder bei der. Einfuhr eingehobeu wird, beträgt si« 12 Heller von jeder Krone Bezahlung, Das neue System lehnt sich m seiner Grundidee an das.Beispiel Deutschlands an. —- Wir erhalten folgende Mitteilung: Die ungarische (staatliche) KänonensaüriksM.-G. wünscht mit ihren Gläubigern. am 12. d.. M. um, 10 Uhr vormittags in Raab (Gyöx) im - Direktionsgebäude eine Besprechung abzuhalten, zu welcher sämtliche''Gläilhiger eingeladchi sind. Die neuen 2^/z prozeytkgen Staatsschatzscheine. Das Staatsamt für Finanzen bat an die in Betracht kommenden Ressorts und unlergeorduelen Stellen nachstehendes Schreiben gerichlet: Die Finanzverwaltung ist gegenwärtig bemühtden zur Begebung gelangenden 2'/,proMt>nen dreimonai'gcih auf den-Inhaber laMcnden StaatsichaMemen. die bei Berurlsichtiguiig des Unterschiedes zwüchen dem Begcbungskurs und dein Emlösungswei le eine zirka 5°/n Rentabilität gewähren, durch Ausgabe kleiner, bis aus Li 100V lautender Appoims ein breites Absatzgebiet zu sichern. Aus diesem Anlasse wird empfohlen, die Verwaltungen öffeiE sicher Fonds und Depositen auf die hervorragende E gnung dies« ledernst eskomvlrcrbaren und brr Fälligkeit auch ohne Umtausch prolongierbaren Staatsschatzscheinen zu günstiger vorübergehendes Ve,anltwung flüffiaer Gelder aufmerksam zu macken. Die Schätzt scheine -sind beim PMvarkaffcnamle und bei den dem Konsortirm für staatliche Kirditoperationen anzehörigen Banken zu der. jeweils gellenden Kursen erhältlich. Ueberganqswirtschaft und Freigabe des tzarr^ dels in der Tfch^cho-Slowakei. / . Prag» 6. Dezember. .Unter Beteiligung von Vertreter» bä Handelskammern E g e r, P l l s e n, B r ü n « uM Budw eis fand gestern in-der Prager Handelskammer ein« Sitzrma der Kommisnon tiiu die Ucb ergangswirt schaff statt. Dr. S a m e k erstattete das Referat über dre Freigabe des Handels mit/einigen Warengaltungen und über bU Dringlichkeit der Aushebung, von Transportbeicheinigungen Sch u l> e, L e d e r und Textilwaren bei dem TrarD' Port nach der Slowakei. — Das Ministerium Ar nationale Bevf tc digung bat bekannt gemacht, daß ein Ersatz für rcqurrftrts Metalle nicht geleistet werde und daß nur dre Forderungen det Kleingewerbetreibenden anerkannt werden. Zugleich wurde der Beschluß gefaßt' das 'Jahr 1920 als Uebergangsperiode in der stamlichm und öffentlichen Wirtschaft zu erklären. Als,B e g i « ff der Fncdenspcrode solle der Tag der Ratifikation de- Frredensverüages gelten. Polens Finanzen. . Der „Londoner Economist" bringt in einem ausführlichem Artikel unter dem Titel „Polens A n s l a n d s s ch u lden' interessante Ziffern über die Finanzlage Polens. Darnach betraget? die S ch u l d e N der polnischen Ncgiemng insgesamt 5.728,000.0VL polnische Mark (nach dem, jetzigen Balutastand)} darunter ein» Schuld au England (für geliefertes Äahnmaterial, Arzneien Lebensmittel), in der Hohe von S29.V00 Pfund; eine solche atk Franke e i ch (hauptsächlich für Kriegsmaterial) von114Mllionen Franks; an A m e r i k a (eine Anleihe von 100 Million« Dollar, ferner (für Kriegsmaterial und Lrbensmitirl) 143 Milli«?onen Dollar, an I t a l r e n 6'5 Millionen Lire, an Holland 17 Millionen'holländische Gulden. Keine Lieferirngspflicht Sei großen Preissteige« rungen»^ Die Aknengesellichast L e y k a m - F 0 s e f s t h s > hpttc ber ber Firma SchafferL F a u st in a n n 564 Fest- Meter H v l,z bestellt, die aber nickt geliefert wurden, weshalb gegen die Firma beim Wiener Handelsgerichte die Klage aus Sin- . balirmg des Lieferungsvertrages crngebracht wurde. Die gellMi! Firma machte geltend, daß seit 1917, in welchem Jahre die Be-! steilung gemacht wurde, bis heute die Holzpreise kolossal gestiegen j seien, weshalb die wirischamkche Uimiögl'chkett der Lieferung, mit der die Firma, ohne rhr Verschulden im Beringe sei, erliege. De» Gerichtshof verurteilte die geklagte Firma zur LrefernnK weil der Schaden durch die Preissteigerung ein Test des Risikos sei, das die Firma zu tragen habe, wie sie auch den Nutzen im Falle einer Preisminderung gehabt hatte. Das Oberlandesgericht (Voisihender Hoiiat Dr. Koscher) Mi heute der BeruftMs Ler geklagten Firma st a t 1 g e g e b e n und , die Sache zu» nochmaligen Berhändlnng' an die erste Instanz gewiesen, weil tü» dre Frage ^dcr wirtschafrlichen Unerschwinglichkeit und Unmöglichkeit der L.eferung nicht' der Zeitpunkt der Klagecinbiingung, sonder» der Urteilssällung,. also der jetzige Zeitpunkt, maßgebend sei. , - Ein Opfer der Valutaspekulation. Aus Kopeuhagev wird der ..Franfturter Zcimng", telegraphiert: Die hiesige Bankier A.-G. Kaßmons Nachf. ist durch Mißlungene Valuta- und. Arbitragetransaklionen in so große Schwlcrigkelten gerate», daß sie gezwungen ist, ru liquidieren. Das Aktienkapital beträgl ^Million Kronen. .Nachdem jetzt das Aktienkapital und der Reservefonds'verloren sind, wurden die Passiven auf 4.600.00Ü Kronen veranschlagt.' Die Astäre Kastman wird mit dem Millioncnklach der Stockholmer Firma Södenström m Verbindung gebracht. Ungarische Kommerz.- u. ,Diskoiitii-Bank-A.Gl Qesorgiinq aller banl^goschäftl. Transaktionen. Entgp een nähme v. Geldeinlagen. Aufgabe v. Einlagsbiicliern. Uebernahme v. Vermägensverwaltungen Zentrale Pressburg Filiale Wien, I. Wipplingerstrasse 24—26 Telephon 123b 8, 18296, 17406 Warenäbtellung, Export von Serienmöbein und landw. Geräten. Import von deutschen Heizmaterialien etc. Modche und Rest. Von Vojta Nakous. (Einzig berechtigte Uebersetzung aus dem Tschechischen von GmU - Saudek.) (13 Fortsetzung.) Uttb als Toni verschwunden war, fuhr Nesi wieder fort: „Vor dem Mädchen habe ich es nicht sag^'U wollen, ober das sagen Sie mir noch, Herr Fried, tvie wird es mit der Mitgift sein,' weyn die Toni Gott soll hüten — kinderlos sterben sollte?"' „Seien Sie nicht kindisch, Frau Koref," ergriff Hermann das Wort, „zerbrechen Sie sich nicht überflüssigerweise den Kopf, ich hafte Ihnen dafür, bevor ein Jahr vergeht, wird die Toni einen Buben haben." „Sie können fürf gar nichts haften, Herr Hermann," widersprach Nesi, „schauen Sie sich einmal uns an, ich bin bald dreißig Jahre zu Gutem mtt Modche beisammen und es ist fortwährend nichts. Was können Sie also behaupten?" „Sagen Sie nur, Frau'Koref, wie Sie sich das denken." schlug Fried vor, „wir werden mit allem zufrieden sein — nicht wahr, Ignaz?". „SeHstoerständlich," stimmte wiederum Bereit* willigst der Bräutigam zu. „Ich meine also," legt« Rest ernst dar, „wenn die Toni'— Gott soll behüten und beschützen — innerhalb zehn Jahren kinderlos stürbe, daß Ignaz verpflichtet sein soll, die ganz« Mitgift zurückzugeben." „In Gottes Namen .. erklärte Fried sein Einverständnis, aber seine Stimme verriet, daß er'einiger, maßen aufgebracht war. „Und das alles muß," ergänzt« Nest, „vor der Trauung niedergeschrieben und von Zeugen unterfertigt werden." „Es wäre vielleicht nicht einmal nötia etwas lKrvtiktilllmL." mLintL.LiLrmann« MMammnKaEMH „Alles muß nieder geschrieben werden," erklärte Nesi mit scharfem Nachdruck, „wir sind alle nur sterbliche Menschen und tvenn einer gestorben ist, kann er schwer Zeugcnschaft ablegen." Der Bojkvwitzer Fried war . offenbar schon' ganz in Saft. „So wird man es also anfschreiben.und einen Stempel können Sie sich auch noch darauf geben lassen," bemerkte er spitzig, „und jetzt sägen Sie mir, wie wird es sein, wenn der Bruder kinderlos' stirbt?" Rests Antlitz wurde dunkclrot^ und als sie wieder zu sprechen anhub, hatte ihre ganze Stimme die - bisherige Honigsüße und Liebenswürdigkeit verloren und klang recht scharf und spitzig. . . „Hören Sie einmal, Herr-Fried, Sie möchten also nach Ihrem Bruder-erben. Warum nicht — in Gottes. Namen! Das kann auch in den Vertrag ausgenommen werden, daß die Tont im Falle seines Todes sein mitgebrachteS Heiratsgut rückerstatten muß. Jetzt, aber wollen Sie uns sagen, wieviel das Vermögen JgnazenZ. betrügt." Ignaz schleuderte dem Bruder wuterfüllte Blicke zu und der Vojkowitzer Fried wußte vor Verlegenheit nicht, wohin er die Augen wönden sollte. „Na ja, Heiratsgut . . . Heiratsgut versuchte er sich aus der Klemme zu ziehen, „was für Heiratsgut? Das wissen Sie ja, ein lediger Mensch . . . einen großen Gehalt bezieht er nicht, muß nett angezogen gehen... kurzum, was sollen wir streiten. — Wir sind zufrieden mit Ihren Vorschlägen, mit allem, was Sie vorgebracht haben." ■ ' ■ - „Das ist einmal ein gescheites Wort," äußert« Nest ihre Znfriedenhsit, jetzt wieder ganz versöhnt, „und Sie haben recht, wozu der Streit, wir wissen ganz gut, daß Ignaz kein Geld hat —... wo .hat heutzutage ein lediger Mensch Geld! Darum handelt es sich, auch gar nicht, aber etwas anderes möchte ich gern wissen — aber Sie dürfen es mir nicht übel auslegen- Herr. Fried." „Fragen Sie nur ganz ruhig, Frau Koref," räumt« Fried seinerseits ihr nun ein, jetzt auch schon ganz versöhnt, „es wird wohl kein Geheimnis zwischen im® geben?" . , „So denke ich' auch . . . Wissen Sie, Herr Frieds die Sache verhält sich so: Wenn bei uns zu irgendeiner Schwester — bei uns zu Hause gab es acht Mädchen unberufen — ein Bräutigam kam, fragte ihn unser. Vater — Gott habe ihn selig — sein Lebtag nicht, wieviel Heiratsgut er mitbring«, er wollte immer nur wissen, wieviel ihm auf einen armen Juden fehle." „Auf.einen arinen Juden", wunderte, sich Frieds der den Sinn von Rests" Worten nicht begreifen konnten „Ihnen muß man auch alles grob und platt heraussagen", ärgerte sich Rest, „mit solcher Fragerei wollte der Vater herausbrtngen, svie viel dem Bräutigam noch dazu fehle, daß er von sich sagen könne, daß er ein armer Jude sei . . . daß er also nichts! . habe — oder noch deutlicher gesagt, wie viel Schulden er habe". . „Aber Frau Koref, Fxau Koref, Sie glauben doch nicht. . .?" . . „Ich glaube gar nichts, ich frage nur." , „B)as.das betrifft, Frau Koref, so können Sie' ohne Sorge sein," erklärte Fried mit gemessener Würde, „Vermögen hat Ignaz nicht, er ist aber auch keinen'. Kreuzer schuldig. Ich hafte Ihnen'dafür und jeden! Kreuzer, den er nach der Hochzeit schuldig sein wird, . werde ich aus. eigenem bezahlen.... sind Sie nun zufrieden?" „Ttzeun Sie so reden,.ja . . . Und nun . . Rest zögerte noch eine Weile, dann aber sagte sie entschlvfseu: „Und jetzt sagen Sie mir mir nur noch, ob Ignaz m'ch: Karten spielt." Fried lachte laut und vom Herzen aas (Fortietzuna iolat.) 8311