Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 316 (7.12.1919)
- Date
- 1919-12-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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, Nr. Sir Men, Tonntas -■-- — —-- — --- Msrter MorgertzerrurrK 7. "Dezember 1919' . /ejsrr w. ■ t . -U» Seite ttt der Oeffentlichk^L zeigt und behandelt ihn sehr schlecht. Diesen beiden jüdischen Edelingen stehen die Charakterfiguren der arischen Redakteure Oldendorf, Boltz, Bellmans gegenüber, untadelig, vornehm, Ehrenmänner durch und durch. . Nun weiß jedermann, - daß die „Conoordi-a", vie dieses Stück für ihren Ehrenabend wählte, sozusagen ein jüdischer Verein ist. Selbsterkenntnis oder Naivität, daß sich diese Herren und ihr« Gesellschaft just den Dchmock und Blumcnberg zu ihrer Jubelfeier bestellten, daß sie sich, .festlich versammelt, just diese veinliche Scheidung zwischen arischen und jüdisch-asslmiatorischen Journalisten auf den Brettern des Burgtheaters demonstrieren ließen? Keines von beiden, dünkt uns, sondern ein? drittes: Unheilbare Würdelosigkeit ist es. . Nebenbei: Frehtags „Journalisten" spielen im Jahre il$49., ein-Jahr früher hat ein jüdischer Journalist, Hermann Jellinek, seinen herrlichen mutigen Feder- Lurchs für-die.Freiheit und Wahrheit mit dem Leben gebüßt. Er wurde gemeinsam mit dem edlen Alfred Julius Becher nach Unterdrückung bet Oktoberrevolution für seine Zeitungsartikel vor dem Neutor standrechtlich erschossen. Es gab eben neben dem Geschlecht« der Schmock und Blumenberg eine zweite Reihe jüdischer Journalisten. Ihre hervorragendsten Köpfe heißen Jellinek, Fischhof, Kompert, David, Herzl. Die Aufführung im Burgtheater ließ nichts zu wünschen übrig, nur daß uns die Rolle der 'Adelheid Runeck mit Frau Carlsen fehl besetzt schien. Hugo Thimig, der gefeierte Gast, hat durch Jcinc Auffassung .des Schmock überrascht und gerührt. Das war nicht-der schmierige, findige, spekulierende Spitzbub, chndsrn vor allem der linkische, unglückliche, in die Jo-urnalMik: geratene Bocher- Herr Dhimig hat die TraHk des'Schmock enthüllt. Schmock freut sich kindisch, daß'man ihm Geld gibt, damit er umsatteln und ein anderes Geschäft beginnen kann und wir freuen uns, baß er nicht Zeitungsschreiber bleibt, bis ein Wlchnenberg aus ihm wird... Herr Anton Edt- Hofer vom Deutschen Volkstheater , als Konrad Boltz schien zunächst befangen, entwickelte aber dann seine ganze bestrickende Liebenswürdigkeit und wurde stürmisch gerufen. Die große Altmeisterin Wilbrandt- Ban-dius, wohl heute der köstlichste Besitz des Burgtheabers, wirkte in einer Episodenrolle (als Frau Mepenbrink) mit und mußte mit de» beiden Gästen immer wieder vor der Rampe erscheinen. Ueberaus erheiternd, voll saftiger Komik, Herr Direktor Heine alZ Weinhändler Piepenbrink. Herr Moser gab den Redakteur Blumenberg mit seltenem, von den »„Concordia"-Gästen, viel bemerktem Verständnis. Von den übÄgen Mitwirkenden seien noch Herr Hans Thimig (Bellmaus.) Md Fräulein Mayen (Jda) besonders hervorgehdöen. Ueber den Verlauf des Abends und über ' Thrmigs' Msprache lourd« gestern berichtet. O. Sl. Volksoper. (NettemMiert: „F t b «11 o" von L. van Beethoven.) - Das »Fidelto"-Problem gibt dem Overndramatmgen manche schwierige Frage zu löten. Schon d>.e Wahl der Ouvertüre rwingt zur Anstellung einer Reihe von Erwägungen, die im Laufe der Zeiten zu verschiedenartigen Ergebnisien führten. Soll man die kurze Tbeaterouvertnre m L-ckur an den Anfang stellen, wofür sich Beethoven endgültig entschied, oder, wie Richter es tat, mit der Ouvertüre Nr. 3 beginnen? Mahler spielte die dritte in -seiner berühmten Einrichtung als Berwandlungsmustk nach der Ketkeiszene. Weingartner verzichtet aus dieses symphonische Zwischenspiel und wählt die kürzere.Leonore Nr. 2 als Erstellung, wohl von dem Ge' danken, ausgehend, daß jenes breit angelegte Stuck die Empfang" sichlest der Hörer für das Folgende beeinträchtigen würde. Das ist im Grunde das Wesentliche an der Weingartners chen Neufassung. Ansonsten stellte , er eine schöne Aufführung auf die Bühne, die aber— hauptsächlich wegen der Enscmblrschwierigkkiten an jene der Staatsoper von heute nicht hcrameicht, geschweige denn an jene Mahlers. Franlein Rantzau hat die heldische Gestalt und die Stimmsülle der Leonvre, aber dir Bceihovensche F'gur vermag > ste in der Größe des. Stils nicht su verkörpern. Auch Herr Rittersheim ist kein Beethovensanger. Die Tiefe des Feidens seiner Rolle maß er nicht auS. Die beste Leistung bot Herr Fleisch e r, der für den tragischen Ingrimm des Pizzaro, die Wucht und Schärfe des Organs zur Verfügung hatte. Fräulein' E i s n e r sang die Marzelline mü schönem Ton und munterem' Spiel. Herr Fr i schirr als Rocco und die Herren M a r k o w s k h und PeterS in den kleineren Rollen ließen sich nichts zuschulden kommen. x / Die Ouvertüre zeigte das Volksopernorchester auf voller Höhe, auch sonst hatten die Justrummtaltsten einen guten Abend. Das Schlußfknale steigerte Weingartner zum wirkungsvvsiskn Abschluß. So schloß der Abend «Mer dem Zeichen eiyes stallen Erfolges. ' ' ' vr. K. M. Klavierabende. •' ' S)e. gctii* R o f c.n lhal bringt aus her ältere« Pianistengeueranvn die strenge, Rassische Schulung mit, ohne sich beir Forderungen der neuen Zeit zu verschließen. „Seine. Klavierabende bringen'stets Neues mt eigenen Kompositionen und Werken moderner Meister, deren G^dankeninhalt hier geistvollste Interpretation erfährt. Eine Gruppe von Liedern des Veranstalters fand besonders warine« Anklmig, -- Fräulein Cesim D i s ch e spielte drei'Konzerte, deren Orchefterbegleitung Gevrg Szell übernommen hatte. Mit klagloser Bewältigung alles Technischen, aber «och ohne die Eigenkraft persönlich wirkender Auffassung. — Von großen: Interesse für alle Freunde historischer Musik war ein Bachabcnd. den Alice EhlerS Hetlieinsatn mit Ary van Lesu wen veranstaltete. Ein unzulängliches Klavicrcembalo war zwar den Vorträgen hinderlich, aber die. Pianistin konnte dturwch ihr eminenws ' 1'r.ch. dir orüudUche imüikaUiche Luudierunü ihrer. Me soeben erschienene Nr. 48 Ser „Jüdischen Zeitung“ enthüllt v. a.: Bio Berliner Zentrallvomiteesitzang. — Wanderungs« sturm? von Heinrich M arg tili es, — Huber untl die Jugend. — Die jüdischen Regimenter in Palästina. — Die bolschewikiscfie Gefahr. — Die Opposition in London.— ImSchatten des.Zionismns.(ZuNossigs Vorträgen.) — Zentralverciu und Rattenp.chütu. — Reiches Material äh er die Lage in Palästina. Preis der Nummer 50 Heller. In allen Traüken, Buchhandlung R. Löwit, I., Rotentunnßtrasse 23, und in der Administration der »Jüdischen Zeitung“, II., TaJborstrasse 1—3. «io Kunst zur Geltung bringen. — Richard Byk erzwang sich mit seinem letzten Konzerte die Achtung aller Kenner. Beethovens Appassionata gestattete er mit leidenschaftlichem Pathos als erschütterndes Seelengemälde und brillierte in den technischen Schwierigkeiten seines Landsmannes Chopin. , Der gute Ruf, den der Konzertgeber als Virtuose und Pädagoge genießt, fand dadurch neue Bekräftigung. — Der. einarmige Virtuose Paul Wittgenstein ließ nunmehr an einem eigenen Klavierabend intimere Blicke in die Werkstatt seines durch Schidsalsiückr so erschwert:»' künstlerischen Wirkens tun.- Bewundernswert ist die zum Höchstmaß ausgebildete Technik seines Daumenspiels, mit dem er die ganze Klaviatur hinreichend beherrscht. Mit schönem musikalischen Verständnis hat er auch zahlreiche Werke der Klavierliteratur für seinen Stil bearbeitet, doch wird er im Interesse, reinster Kunstwirkung gut daran tun, hauptsächlich solche Vortragsstücke zu wählen, die für die eine Hand allem geschrieben wurden, wie jene seines Gönners Professor Labor. Hier zeigt er am besten. sein reiches Können, dessen volle Entfaltung ein beklagenswerter Zufall so grausam behindert hat. Dr. K- M. Aus den Theatern. Spickvlan drs B u r g t h e a 1 e r s: Montag„Eanwitt". */»5 Uhr; Dttnstag Frrioorsttllung für Mittel- »nid Hochschülcr) „Egmonl", V*5 Uhr; Mittwoch „Die Sterne". LUhr; Donnerstag „Renaissance". 7*6 Uhr; Frenag (zugunsten der Rcttungsgesellschast „Die Jomnaki'tcn", 5 Uhr) Samstag rum erstenmal: „Kinder der F r e u d e" von Fesix Salten, 5 Uyr; Sonntag den' 14., „Kinder der Freude". 5 Uhr. Im B u x 9 11) t o 111 wird am 17. d. M. M o l n a r s „M 8 r ch e n vom W o l s" mtt Herrn R o m b e r g als Szabo in den Spielpian cmaestellt; am 20. d. M. folgt Hebbels „I u d i t f)* mtt Herrn Danegger als Holofernes, darnach „M a c b e l h". .Es ift beabsichttgt, folgende Stucke wieder m den Spielpian auszunehmen: «Ern idealer Gatl e", »Romeo u n d I u 1 i a" und „D i e s i r a c". Sprelvlan des Operntheaters: Montag den 8. d. M. um 7g6 Uhr „Fidelio": Denstag um 7s6Uhr „V r o l e t t ö", „LaTrariata"; Mil woch mn 7-6 Uhr „Tiefland", Scbaficano Herr Dr. Emil Schippe r-aus München als Gast; Donnerstag um 5 Uhr „D i e Z a u b e rflöte; Frerkag um 7-6 Uhr „Der M a s k e n b a l l", Ulrrca Fräulein Hcdr F i ch t m ü l l e r, Ren§ Herr Dr. Emrl Schipper als Gäste; Sanrsiag. um 7,6 Uhr „M r g n o n"; Sonntag de» 14. d. M. um 7*4 Uhr ..D,»r M erst erst n g e r v o n N ü r n b e r g"> Hans Sachs Herr Dr. Emst S ch l P p e r. Wochenspielplan des Wiener Stadt- 1 h e a t e r s. Montag den 8. d.M.» 2 Uhr nachmittags: „Rose Bernd"; 7,6 Uhr abends: „Em Freund der Frauen". Dienstag den 9.. VJ Uhr abends: „Der Weckstcusel". Mittwoch den 10., V,6 Uhr abends: „Der Biberpelz". Donnerstag den I I., 7,6 Uhr abends: „Die himmlische Kugel". Freitag dm 12.. 7,6 Uhr abends: ,E>n Freund der Flauen". Samstag den l3., 7,6 Uhr abends: »Ein Freund der Frauen". Sonntag den 14.. 2Uhr nachmittags: - »Der Biberpelz"; 7,6 Uhr abends : „Ein Freund der Frauen". In der N e n a i s s a n c e - B ü h n e (Direktion Harry Waiden) ei zählt Montag lFerri tag) den 8. d. M.» nachmittags 7,3 Uhr, Harry Waiden Märchen mit lebenden Bildern für Große und Kleine. Dre lebenden Bilder, dle die Vorgänge der betreffenden Andcrscnmarchen illmtricrcn, werden teils von Schauspirlem teils von Kindern gestellt Bon Dienstag biS inklusive Samstag nächster Woche aclängt allabendlich, Anfang 7,6Uhr, „DerKöniqdesLebens" (OskarWllde) mit Harry W a l d e n tu der Titelrolle zur Darstellung. Im Deutschen Volkstheater wird Absens „Peer G y n t" vorbereitet. Die Titelrolle sptelt Frau E v e r t h. Die Spielleitung sührt Alfred Bernau. Heute Sonntag, 3 Uhr, populäres Orchesterkonzert des Wiener K o n z e r t v e r e i n e s. Zur Ausführung gelangen austrr der Ks-Dnr-Symphonie von Mozatt die Mnsik zu „Egmont" und das Hexenlied von Wildenbiuch-Schlllings. Den verbindenden Text spricht Herr Berus S e m'p e r, die' Klarchenlieder singt Fräulein Anny H e l w i g. Heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, int großen Musikvereinssaale volkstümliches Symphoniekonzertdes Wiener T o n k ü n st l e r o r ch e st e r s. Mitwirkend; Casio K a u s l e r (Klavier), Max R u t c (Gesang). Dirigent Anton K o n r a t h. Das Land ohne Musik. In England ist zurzeit eine große Musikgesellschast in Gründung begriffen, die sich zum Ziele setzt, das englische Musikleben, welches zurzeit einen ganz untergeordneten Platz einnimmt, neu zu beleben. In der ganzen Welt sollen Agenten und Zweiggesellschaften ihre Tätigkeit aufnehmen, um die englische Musik zu verbreiten und englischen Künstlern, den Weg zu Vortragsrdisen zu ebnen. Die Gesellschaft wird auch eine eigene Zeitung herausgeben. In. England selbst sollen im ganzen Lande die größten Anstrengungen gemacht werden, unt andere bereits bestehende Vereinigungen zur Zusammenarbeit aufzufordern. Es sollen zentrale Klubhäuser, und Bibliotheken nt London, Manchester und allne andeven Hauptstädten errichtet werden. Es wird alljährlich in London ein großer Kongreß stattfinden. Die Gründung der Gesellschaft wird von der Presse günstig ausgenommen. Der „Manchester Guardian" schreibt unter anderem: „Diejenigen, welche unser nationales Leben einer Prüfung unterziehen, werden beobachten, daß das Musikleben in England in eincnr sehr unentwickelten Stadium ist und stark-unter dem Mangel an Leitung und Zusammenarbeit leidet. Wir waren einst die erste Musiknation der Welt. Pom 13. bis 17. ^ahrhunderr waren die enulischen Musiker sehr gesucht und wurde ihnen auf dem Kontinent der Vorzug gegeben.' Zurzeit ist-- ein schlechter oder gar kein Geschmack vorherrschend und selbst, in kleinen Kreisen hat man ein großes Vorurteil gegen «in* heimische Sänger und Komponisten. Deshalb ist die Gründung' einer Musikgesellschaft von größtem Jntxresse und ein witMcheS' Bedürfnis. Es wird dadurch dargelegt, daß England seinen Platz aus diesem Gebiete unter den großen Nationen der Welt zurückgewinnen kann und muß. Das Testament der Patti. Die Hiuterlasienschaft ftimt Adelina Patti beträgt 116.T37 Pmnd. Durch Testament vom 17. März 1917 hgite sie eine Anzahl von Legaten und Jahres-! reuten an Bediente und alte Freunde vermacht..Ihre Gesellschafts^ >dante Karoline Baumeister erhält unter anderem ihren großen' Türkisring mit Diamanten, eine Brosche aus drei großen' Diamanten und eine Leibrente von 200 Pfund. Das Kamnjer^ mädchen Ödste Prsher erhält 600 Pfund ^usw. Ihr Neste. Robert' Strakosch bekommt 2000 Psuttd und em anderer Nesse Alst^w Band 4000 Pfund. Der Priester Herbert Vaughan, ei» Nr-ssL.- des Kardinals, erhält eine Stola, die Pabst Leo Xlll. getraaew. bat. Die ganze übrige Hinterlassenschaft, darunter die.schönere-, sitzung Craig-y-No tu Wales, fällt an ihren Mann, den Bärmr Rolf Ccderström. Nobelwoche im Operntheater. Sämtliche Vorstellungen des Operntheatccs der nächsten Woche finden zu dm sogenannten g r o ß e n P r e i s e n statt, die für gewöhnliche Sterbliche unerschwinglich sind. Die Dolksover, deren" Darbietungen. seitdem Weingartner Direktor ist. hohes tiinstter'.-- sches Niveau haben, kann nickt alle Musikhimgkigen besned'.gcn. Die Gründung'einer-dritten Oper für den Mittelstand und dm, Arbeitelstand ist ein Bedürfnis. Verstaatlichung des Prager Konservatoriums. Die tschechische Nationalversammlung har in ihrer vorgestrigest S tzüug bic V rstaatltchung des Prager Konservatoriums beschlossen. Der, Referent, ein agrarischer Abgeordneter, beantrag!^ das Konservatorium als Staatsanstalt mir tschechischer Unter« rtchtsiprache zu crilären. Eure Reststuitou brrlanate die Ver-- Üartl'chung des Brunner Konservatoriums. Gesetz und ‘Jit*. soluttou wurden ohne Debatte angenommen. Die neueste Errungenschafi dev „Filmkunst^. Hamlet wird verfilmt und AstaNtelsen wird de» Hantlet spielen l Das ist wohl die höchste Unverftorenheit. dieses Gedicht, m dessen Tiefstnn sich fest Generationen die Denker aller Völker versenken, einfach des Textes zu entkleiden und aus dir Leinwand zu brmgcn. Gibt es gar kem Mtttel, um dieFilmsenche emzudämmen? ' . Budapestev Premier«. J'm Budapester Nationalthealer fand am 5. Dezember die Uraufführung eines neuen Lcharrsprclcs von Franz Herczeg ..Der schwarze R e r t e r" statt, welches euren sehr starken Publikumserfolg erzielte. Das Stück, welches im Sturmiahre 1848 spielt und natürlrch voller Andeutungen auf Zettströmungen und gegenwarügt: Verhältnisse ist, wird als biihnmtcchntsch vollendet und als btsumr beste Arbeit Herczegs gerühmt. in allen Brei?iagen. Revarature«! unter Garantie. Farbbänder ffig alle Systeme, erstklassiges MaisriaU Leop. Kurzer, Wien, OH., Westbahnstraße 23. Telehpon 31537. ses iffiPM Werrenu. Damenhüte werden nach neuest. . h -roa®: - Mode prompt und billigst modernisiert XVXXT., wahringer flürtol 21 und VXI.,Xgatrlahllfera-tra»»e so Literatur «^Wissenschaft. Josef Ponten: „Der Meister." Novelle. Deutsche Be r» la gsanstalt, Stuttgart und Berlin. . s Ein zu wenig Gekannter, besten Wege von der krisialleuen Geschlostcnhett und harmonischen Vollendung der Schweizer Altmeister Keller und Meyer hersühren. Einer, der zu berichten hcck und Freude an Handlung, Freude am Wort, beides meistert. Ja knapper, gedrungener Art formt sich vor uns der Kamps des Untünstlernchen, des handwerNich Drlettierenden nnt, dem begnadeten Künstler. Vielleicht,, daß „Der Meister" in, seiner lavtdaren Kürze zu brutal wirkt. Bedcnki man aber, wie, dem Stoff ängevaßt — der Meister ist ein Domarchitekt — der ganze Aufbau der Novelle architektonisch gefügt wie, eiv Dombau ist, so kommt man, rückblickend, zu einem' Anblick ausgeglichener Gefüge, wenn auch die innere Wucht, wie bet einem Kollastalbau, mnuntcr befremdlich wirken mag. Jeden.« falls aber rin reifes, starkes Werk eines wirklichen Künstlers,' dessen Bedeutung und Wirken bisher viel zu wenig DeaÄiuug gefunden hat. ha. Paul Nikolaus: „Tänzerinnen". Delphin-Verlag, MlincheH Einen dankenswerten Versuch hat Paul Nikolaus mit seiner Abhandlung über den modernen Tanz unternommen. Wrr haben ja die Naivität-des printitiven Genusses verloren und anerkenne» und bejahen ein Neues nur,, wenn es wiffcnschastltch begründetanalysiert, reglementiert, soziiert ist. Dann bekommt es seine Nummer und Ordnungszahl und ist gewissermaßen legitim und jeder darf sich beruhigt dazu bekennen. Auch der Tanz wird also nun eine Wissenschaft werden. Den Brillenträgern also, denen die-, Brille nicht nur em Hilssnirttcl, sondern em Symbol ist,-ist geholfen. Hoffen wir nur, daß der Tanz. der den vollen Einsatz starker Persönlichkeit verlangt, wenn er über den Dunst der Mittel«. Mäßigkeit sich erheben soll,' diese Systematisierung verträgt. Alk wlffenschastticher Behelf aber' ist dieses Büchlein mchr zu verachten und die m ihm enckaltenen Photographien erweisen gute Dimstü Als adäquate Schöpsubq aber, als Würdigung ans der Fülle des Gefühls, versagt es, wie da auch» armselig, die Photographie-versagen muß- Vier Zeichnungen von Ernst E. Stern aber reichen^ auch nickt an ckas sichtlich Gewollte heran. ha. Adolf 'Knoblauch:' Dada'. Kurl-Wolfs-Verlag. '(Der jüngste Tag.) Dada ist . . . Nein. Dada hat . . . Nein. Dada wollte . . . Nein. Kuxz und grri: . Ich weiß nicht. Vielleicht ist der dicke istriaUische Jrredeniist, den die Göttin Jtalia ans^ erkürt, eine Blasphemie auf die Weltereignisse des' letzten Dezenniums. Vielleicht,, aber mit Sicherheit kann ich es nicht te '' ..r;:. Cit iou\:r i i' -'.ahritt'irN Stellung herab betrachtet. Der dicke Dada. Dichter, Becichtersiatleu Liebhaber, Welibeglückcc, Narr, Nevolutionär, Phantast — 'kurz alles. Viel also — und zu wenig. Znm Schluß die' Wahrheit der Straße: „Ich werde arbeiten für dein Glüch licht'''i tt'ur>?"a. > h\\ . - aiseu.-.' - die V-'-Uer versöhnt." Dazwischen aber: — „Ein glühendes Hinneigen zu diesem Weibe bemächtigt sich des Dichters, er preßt den vollsten und stärkstctt aller WeibeSarure an seine heroische Hüfte, die rächt zu den Aeincn flach entflieht, sondern rrnck auf den: Gewölbe seines Bauches ruht." — ..Dada hebt die laaische Sukession der Worte in den TMmwhcu der Fest ick»