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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-06 · Heft 315 (6.12.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 315 (6.12.1919)
Date
1919-12-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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I y -?i5 Wien, SamsLaH isirsv LKs-ge«ze^rrürK- 6. DczemLer 191A Seile § -. 2^merrcair Joint DiftribuLro« Commrttees . ÄbL. Wien. Das Komitee errichtet für bebörftißc jüdische Kinder m Alker van 5 bis 14 Jahren M i l chtrinkh a l l e n^in fast alten Beürken Wiens., . Dicjenigeu Kinder, welche bishernoch keine Milchzubune dttrch dre Kronkenf und SäüglingSkürsorae, N., Praterstraße 17. tV. Stiege, 1. Stock erhalten haben, sind bebuks Aufnahme in die Knde'milch irinkballen mittels-einfacher Postkarte, auf welcher lediglich Bor- und' Zuname,' Adresse und Aller - des Kindes bezeichnet sind, anzumelden. , Es ertolgt sodann eine Verständigung, wann und wo die Eltern sich mit . den Kindern und den nöt-gen Dokrimnten. Schülbkstätrgüng, Geburtsschein und Beziigstarte zwecks är-tltcher Antcrinchung empfinden haben. Nach dieser werden die Legitimationen auSge'olgt werden welche dte genaue Bezeichnung der Ktuderrnilchirinkhalle sowie.sonstige Weisungen enthalten werden. M ü n d l r ch e A um e l dünge n sind zu u u 1 e rlLs s e n. weil zwecklos. Die schristlichen Anmeldungen sind an wlqende Adresse zu richten:? A. ut ei' i c an I o int Distribu i t o n C o t« m 111 c e, A) teilun g Wren. Kinder- Mil ch trink Hallen, W r e n, S e i l r r st a 1 t e 15. . Angenommen werden nur bedürftige Kinder, welche ärztlich wttebsücht'wmdcn. - __• : Aus Palästina. ■ Laut MeldMg der »Neuen Züricher Zeitung" sind die Perke b r § d e s chrankun g e n rn den von der E lente besetzten Geb eten abgeschasft worden und es rst mögl'ch. in g a n z. P a l L si r n a zu rersen, ohne dazu besondere Erlaubnisscheine zu haben. " 'Die »Schweizer Ervortrevue" berichtet, das; sich 15 amerikanische Handrlsgrsellschasien mit einem' Gesamt kapital von 20 M r 1 l i o ü c n ' Dollar vereinigt haben, um den Orienthand'el zu forcieren. Die Zmtmle . der neuen Gesellschaft soll< sich .in Konstanltnovel befinden, Spez'alnliäle« werden in S m v r n a; ferner in den. Haupthandelsplützen Syriens ünd P a k ä st i Nüs errichtet werden. / Was ist der Talmud? ' 'Jurmer stärker w'vd das Bedürfnis aller jüdischen Kreise, ven Talmud, sein Wesen und seine Bedeumng auch wirtlich'kennen m lernen/ zumal er in den parteivolltischen Bewegungen der Gegenwart so häufig als Kampfmittel gegen das Judentum^ \iuxt wird. Um ein obicktives. wiffenschaftliches Bild des Talmud zu geben, bat die Jiraelltischr Gemeindebibliothek in Nürnberg einige siacha-iehrte zu Vorträgen darüber cingcladen. Sind enrat Dr. B l a ü f u h r. dessen Svez'alarbeiisgcbiet der Talmud ist, .wird über die Frage sprechen: Was ,st der Talmud? Rabbiner Dr. Klein wird dre^ talmudische Gesetzgebung und Nabbiner Dr. Freudenthal die Sitteugc'etzgcbung des Talmuds bebandeln. Hre Vorträge sind für weite Kreise bestimmt, die ein Interesse daran haben, ^ern von aller Partcipol'tik durch Fachmänner.rin wissenschaftliches Bild vom Wesen und der Bedeutung dieses Werkes sich geben zu lassen. , : , , . Es ist zu wünschen, -aß das Nürnberger Beispiel in anderen Städten Nachahmung findet. . Vom Schieber zum Schloßherr«. / /K'en christlich-arischen Blättern, die vom Schrebertmn als semitisches 'Spezialität erzählen, sei nachstchenoer Bericht der gutchristlichen „Linzer Tagespost" ins Stammbuch .geschrieben. Dem genannten Blatt wird aus Pass au gemeldet: <- .,Mele Sommeririschler und Bewohner, von 'Schärding und Wernstein ,lernten das schöne Schloß Straß bei.Dammes stad!,' welches an des Rerchsstraße -von Passaü nach Neubürg amTJnn liegL.' -Diesös Schloß ist jetzt-km Besitze des 22jährigen Anrt.R öch len,- der es dürch Seifenschiebungen so weit brachte, ..herrliche,Schloß vom Vorbesitzer, Kommerzienrat Waitz-- stldech zu kausev. Röhleii war 1917 bei der Großeinkaufsgenossenschaft, Abteilung Seifenfabrik, Düsseldorf, als Beamter tätig. Mit Hilfe eines Angestellten - verschob er zuerst zwei Waggon Seife,, woraus ein Mehrerlös von 400.000 Mark Äzielt wurde., Dieses Geld wurde in der Hauptsache zu Dritt verteilt. Es folgten später mehrere Waggons; verschiedene am.Versandt billigte Pers-nen .erhielten „Gratifikationen" im .Gesamtbeträge von 20.000 Mark. Als die Geschichte .rüchbär wurde, wurden die an der Schieberei beteiligten Personen verhaftet/ Röhlen befand-sich damals inPassau und wurde in einem hiesigen Hotel festgenommen. Der junge Herr war damals schon Besitzer von-Schloß Strqß. Er wurde nach Düsseldorf .gebracht und gab ihm die hiesige Polizei den Ziviltransporteur Karl mit./Um sich die Reise zu devkürzen-, nahm Röhlen sich eine.Maid mit und die drei, fuhren in einem Coups zweiter Klasse von-Passau nach Düsseldorf. Gelb, hatte ja der Schloßherr.. Er wurde aber, da er starker rÜLorphinist ist, bald wieder aus der-Haft entlassen und lebte seither auf seinem Schlosse. Das schönste kommt nun: Das Verfahren wegen Betrugeswurde, gegen Röhlen eingestM, weil er.-als Angestellter, einer Kvieasgesellschaft unter die m i l i bä vis che Amnestie fiel Sein Genosse, ' der Buchhalter George/ welcher sich durch das Schiebergeschäst eine Villa bei Magdeburg kaufen, konnte, erhielt doch drei Jahre - Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust, während der Buchhalter Babst neun Monate davontrug; ein gewisser Frank wurde mangels Beweise., freigesprochen. Babst befindet sich glS Sekretär Röhlens aus -dessen Schloß in Straß, Frank ist dort Gutsverwalter. Somit hat der' Schloßherr und ehemalige Schieber auch für seine Freunde gesorgt." ' * MUlto««irbeu1e einer falschen Polizeikommissiott. Die sensationelle Betcugsaffäre, dre gestern bekannt' wurde, hat :Wei:iU r*?.frr:<vV"» «>•>•»<>». >'- —>-x - Sumrye, um die es sich handelt, sondern auch durch die Per» firnen, die unmittelbar und mittelbar mit der Sache zu tim Labern Wie berichtet, erschien gestern spät abends in der Wohnung des Kaufmannes Berthold Storfer, Wieden. Pring Euaenstraße, zur Zeit, als eben, der ukrainische Oberst Nikolaus Plawatny bei. Storfer wellte, mn eine Million Kronen in RomanowruLeln zu -übernehmen, eine falsche polizeiliche Kommission und beschlagnahmte die Million und ,'werhastete" derr ukrainischen^ Obersten, den sie aber dann 'frcllietz. Die heule gepflogenen Erhebungen zur- Aus. forschmlg her Hochstapler haben noch keinen Erfolg gehabt. Auf die Wiedererlangung deS Betrages hat der Geschädigte eine-Belohnung von 5 Prozent .der zu^nndegebrachteii Gmmite ausgesetzt. Nach der Beschreibung, die Storfer und Oberst Plawatny von den- Tiitgtiebern der Kt.:mmis,-.on gaben, ist der angebliche Polizcikommisiär etwa 40 Jahre alt, hat langen blonden Schnurrbart. Die beiden falschen Polizeiagcnten sind kleiner alö er und haben orientalischen TypuS. Der eine. hat Goldzähne vorne. Die Erhebungen werden nach verschiedenen.'Richtungen fortgesetzt, um. den Köpenickstreich ganz mrfzuklären. ° * ISrdischer Schrrlverein in Wieiu Sonntag dm 7. d. M. findet nn -mitllcrcn Kvu^rthauZ aalc eine Werbcversammlung statt. Sprechen werden Herr Obecradbiner Dr. H. P. C h a s e s über die Frage: «Was will die jiidr'che Schule" und Herr Professor Tr. B. K e l l n e r über „Jüdische Erzrchung". Beginn 10 Uhr vormittags. Musiklsektion der Hakoah. Morgen Sonntag dm 7. d. M. Gesamtorchesicrprobe' im Bereinslaale des Konzert- Hanfes, I., Heum-nkr (Strege 9'. ^Bcgnm präzise V?10 Uhr vor» mrltags.. Die Mitglieder werden ersucht, ausgeluhene Noten bestimmtest mrt nbringm. Dienstag den 9. d. M. um tt Ulm abends wlchtrge Vorstandssitzung im Cafä Industriellen. ' * Ein Jude — französischer Gesandter beim Vatikans Aus Wien wird chem ..Prager Tagblatt" gemeldet: W-e gerüchtweise v-rlautet. steht die Wederaufnnhme der Beuehusigen zwischen Frankreich und dem Vatikan unmittelbar bevor. Im Zrl'ammetthange prit drcsem Gerücht entbehrt es nicht einer .'gewissen Pikanterre, daß der erste Kandidat, der. bei der Be'etzung des französischen Bosichaitervostens am Vatikan in Bet-acht - kommt, ein Jude ist. Es handelt sich um denehemaligen Deput'crten L a z a r, weil .er, obgle-ch Jude, stets energisch kür freundschaftliche Beziehungen zwrschW Frankreich und dem Helligen Stuhle erngelreten ist. * Tavsepidemre I« Berks«. Das „Gemeindeblatt", das Organ der Berliner jüdtkchm Gemeinde, verzeichnet im Monat Oktober 113 A.u s t r i t t e mündiger Personen aus dem Judentum (die unmündigen werden nicht gcMltl. Das Blatt bemerkt eozu, daß dies die g r ö ß t e Z a h l fe>, die bts'rrr in einem Monat-erreicht wirrde. Wre schon berichtet, sind unter dm jüngst ,Gctausten eine Anzahl ^bekannter N-'men aus der Kunstwelt wie: Hcrm ich G r ü n f e l d, Julia C u l p, der bekannte Geiger Fl es ch, Oskar F r-i e d, Selmar M e y r o w i tz und andere. — Uebrrgcns hat uns. auch Marccll S a lzer verlassen. Alte Dinge» neue Namen. AuS Kiew meldet das Organ der FrerwiNrgenärmee, daß zum Zwecke der B ek ä m p f u n g p o l i t i s ch g e f ä h r l r ch e r E l.e.m e n t e eine ..v o l i t i s'ch e A u s f o r s ch u n g s a b t e r l u n g" von der Regierung organisiert wnd. Der bekanntere Name für drese rühmliche Jnstrtulion lautet „O ch r a n a". Ladislaus v. Nsugebaner geftvvberr. Aus B u d a- V e fi wird gemeldet: Der bekannte Petöfi-Uebersetzer Ladrslaus v. N e u g e b a u e r ist'im 57. Lebensjahre gestorben. Ein Nekordflug. Aus Paris wud gemeldet:' Poulet rst am 29. ^November aus Kalkutta kommend in Rangoon eingetros^n. Er hat bisher 1 l.253 Kilometer durchstogm. In Rangoon wurde er vom lnilltchen Flieger Roß Smith eingeholt. Beide Flieger sind grmemsam nach Bangkok weltergrstvgcu. * Auszasttu«« dev Anierhaltsbeitrage im Dezember ISIS für Ängehörige der tschechosflswakischen Republik. Die Rechnungsadte lung des Bevollmächtigten der rschecho-slowatischm Republik M Wim zahlt dm Unterbaltsbettrag an folgenden Tagen ans: am 10. d. M. und 8, am II. 6.bis F, am 12. 6 und H,. nm 13/Ch' bis J, am 15. IC, am 16. L und M, am 17. N bis P, am 18. R und 8, am 19. Sch bis TJ und am 20. V brs 2. Vor der Auszahlung sind vorznwclsen: 1. von den Hinter b!ie!>encn nach Gefallenen derDotcnschein; 2 von Familien der Vermißten oder Gefangenen eine / amtliche Bestätigung, daß - der Einberufene. noch nicht zurückgekehrt ift; 3. von Familien der' noch in' aktrver- T-imstlcistnng Sichenden- "eine .diesbezügliche Bcstätigung der zuständigen Untcrabtcisung; 4. von den Invaliden der Nachweis d.er mehr als 20% betragenden Invalidität. Ausg-'-ahlt .wrrd von 9 b>s 2 'Ussr nachm ttags ununterbrochen und ist daher ein vorzeitiges Anstellm zwecklos. DtrZahlungstag ist strengstens ein'uhallcn. D e außerhalb Wiens wohnhaften Anspruchsbirecht gim senden die-unter 1 bis 4 angegebenen Do- ' kümmte an die Rechmnigsabterlung des Bcvollmächtrpten der C. S. R.'in Wim,!., Lobkow-tzvlat) 2/ft ein, worauf ihnen der Unterhaltsbeitrag im Wege der Pöstsparlasse zugeschickt wird? * Die MilitarKommisfiorr bei dem Amte des Bevoll-. mächtigtcn der tschecho-slowaiischen Republ k in Wim übcrsiedelt aus ihien bisherigen Räumen in das Harrach-Palgis, Wien, l, Frevung 3. Die Komm-stion wird feit 9. d. M. in den neuen Nänml chkeitm gm''eren Desgl-nchen übersiedelt ru das Harrach» PalaiS auch die Militär-Paßabtcilnng. * Neuregelung der Höchstpreise für Zündhölzchen. Die neuen Höchstpreise werden henke den 6. Dezember ausge-ebenm. Darnach beträgt der Höchstpreis für eine Schachtel Echwedmbölzchen künftighin mr- Dcta-lvcrkanf 2" Heller. Der Deta lverkan^ckr-els für e-ne Kcips--l^ nngeschwc'elter,. an jeder Neibstäche entzündlicher Zündhölzchen lder sogevannten Mikadovd r Ueberallllirider)' sowie kür eine Kapsel ' geschwefelter Zündhölzchen f wurde in t - 40 Heller und der Vcrkanföpres. kür cire Schachtel geschwcfelt''r Hölzchm mit 30 Heller festgesetzt. Zur dm Engrosvcrkauf sind die Höchstpreise entsprechend niedriger gehalten. In' den neu festg'efitzlm Höchstpreisen ist wie bisher anßtr der Zündmiltelstcuer auch ern staatlicher Preisanterl inbegriffen. « Volkszählung in Pretzburg. Dieser Tage wurde die von dm tschechischen Behörden durchgell'ihrte Volkszählung in Preßt u g l eendet. laut w lchcr in der Stadt Preßlmrg 26.<i00 Tschecho-Llowalen. 22.000 Unnarn und 30.000 Deutsche wobnm.EDie Existenz der jüd schm Nation tst hie.rttvieder einmal verschwiegen worden. Vaut der letzten Friedens-Bolkszähknug hatte Preßburg 8^.000"Einwohner, 'unter denen sich bloß' 10 Prozent Slowaken (Tschechen Überhaupt keine) befanden. Eingesendet. MM mm MM M mm ... MM mlis Hill eil Größte Auswahl! Billigste. - Preise! e«o Leopold Stelnhart, Wien, I., Bibersiraße 9. —---- 4073/S ■ -.. Der Grazer Streik beendet. Aus Graz tvir? ' gemeldet: Nachdem die Jüdustrielleu-Verbände den streikender Angestellten Zugeständnisse . gemacht. hattm, wurde i» -einer heule statlgefundrnen Versammlung der Angestellten che schlossen, nachmitiags die Arbeit wicder aufznnehmen. - * Plntin um 750.000 Kronen geftdljiett. Am 4. d. M ‘ nachts wurde bei der Firma B 8 h l c r tu Kapfenberg das neu . Laboratorium e,brockien. Die bisher unbckannscu. Täter stählet 'mehrere Platimiegel für SchmelMxcke im Werte von "/« Milliottcr Kronen. - Eine diebische Bedienerin. Eine FranknZperson" die sich Leopoldine S wob o d ä nannte und bei der Kaufmannsgat'm Rcgme K a tz, IX.. MüllnerKaffe 22 wohnhaft, oft Bedienerin beschästigt war, hat am 3. d. M. WLsche vni Kke dungsstücke im Werte von 8 17.000' g e st o h l e n und if gesiüchlel. Siegst etwa 25 Jahre alt. . ** 74.000 Kronen unterschlagen und im Hasarll verspielt. Am 3. d. M. wurde der angebliche Artist Gez, A r b a n, der mr Hotel „Weintraube" in der Lcopoldstadt wohme verhasiet. Derchfitist. der richtig Gustav O e st e rr e i ch e; heißt, soll die F rma G l a f e r L C o m P. in R a^a b bei trogen Hab'n. Der angebl'che Arban grd zu, daß ec vor' etw« 14 Tagen-der genannien Firma, bei der er als Rentmeister ir Stellung war,-74.000 unterschlage habe. Nach feine? Flucht b'gte er sich erst den Namen „Ncumann" bei.und hielt fick hier auf. Er besuchte gerne verschwiegene Salons/ in denn Hasard gespielt wurde und beteiligte /sich mit de» - Erfolge an dem Spiel, daß er fast das ganze Geld verlor. Letzte. UachrichLbR. Eür TeLegramm der Staatsregierung mr derk Vorartbergev Lrrrrdesrat. Wien, 6. Dezember. Die «Korrespondenz Herzog" erhält aul führenden parlamentarischen Kreisen die Mitteilung,, daßchet Staatskanzler Dr. Renner folgendes Telegramm an dm. Landes rat. von Vorarlberg gerichtet hat. ‘ Die Staaisrogierung, wird Vorarlberg keinen gesetzliche Weg verschließen; .wenn der Landtag einen Aytrag aus Zulaffunßvon Verhandlungen Vorarlbergs mit der Schweiz über dev Anschluß an dieselbe dem/ Völkerbünde im Wege der Wiener Regierung unterbreitet, wird diese den Antrag nach Paris wettekleiten, behält sich jedoch - gleichzettig die Abgabe einer Acußemng zur Wahrung der Interessen Oesterreichs vor. Der von Dtzckanzler Fink dort am Dienstag gemachte Vorschlag wird daher von der Slaatsrcgierung akzeptiert; jeder anderen, wider den Friedensvertrag oder die bestehenden Gesetze gerichletm Attiov müßte die Negleruug' selbstverständlich mit allen ihr zn Gebot« stehenden Mitteln entgegentreten; sie empfiehlt den Weg des Rechtes und des Gesetzes. Die ErMhrung. Der Marktbericht. Das Bild der Märkte ist weiter unverändert t r o st l b-'S,- Die Zu!ubren sind gering, die Preise u n e r s ch w i rr g« l i ch^ hoch für d'e breiten Schichten der Bevölkerung, so daß viele von den'ank die'Märkte gebrachten Artikeln fast unbeachtet bleiben. In der Großmarkthalle bestand das Angebot aus Rindfleisch, dasaberw egendeszuh oh tv Preis es unverkauft blreb. Außerdem gab e8 Würste in etwas größerer Menae. Heute gelangt in der Großmarkthalle kür nichtrapotnerie Käufer als Zubuße Rauchfieisch zu K 78.— und Rauchiueck zu K 85.— pro Kilogramm gegen den Abschnrtt IL zum Verkaufe. Die G r ü n w a r e n m 8 r k t e boten wieder nur «tu kehr kleine Auswahl. Bessere Gcmüsesorten fehlten, dagegen waren die weniger beliebten Rübenkorten besser vertzeteu. Dre eingelangten Zwiebeln waren rasch vergriffen. Auf dem O b ft m a r k t. war nach wie vor Mangel au bllliaeren Achseln zu verzeichnen, nach welchen große Aachfrag, herrschte. Die Brot- und Mehlquote. Dom Staatsamte für Volksernäbiung verlautbart: Dre Brotgrtrerdezpfubren haben sich rn der laufenden Woche - trotz aller Anstrengungen, sie m beschleunigen, nicht günstiger gestaltet als tn der abgelauttncn Woche. Es kann daher auch iu der nächsten Woche n o ch n r ch t d i e v o l l e B r v t» u nl M e h l a u o t e in W:en ausgegeben werden. An Brot wird w eder nur 1 Laib Brot (nornmle Ration VU Laib) und fßt Schwerarbeiter 1*/^ Laib (normale Nation 2V.« Laibk ansgegebeu werden.An Mehlwerden 250Gramm (normale Nation 50t)Gramnll verabfolgt werden. -_ Reichswirtschaftsbund der Festangestellttzu. Am Montag den 6. d. M. sind die Verkaufsstellen: des R.-W.-B. von 8 bis 11 Uhr vormittags geöffnet. Kartoffeladgobe. Heute bis Dienstag werben im 11. Bezirke italienüche Kartoffeln zum Preise ^/von K 4.80' dckS Kilogramm, und zwar '/«' Ktloaramm pro Kopf gegen AbiremtMg des Buchstabens 6 der Kartoffelkarte abgegeben. - Aepfeiabgabge. Auf den Markten gelangen heulr zur Ausgabe: IV. Bezirk 21.080 Kilogramm, VU. Bezirk (Haue) 7000 Kilogramm/ Xl. Bezirk 6000 Kilogramm. XIV. Bezirk 10.000 Kilogramm, XVI. Bezirk 11.000, Kilogramm Achsel. •, ■ „Stersa"» Staatsangesiellten-Fürsorge-Anstalt, Ivg. G-ri. yt. b. H. Die rlalirnischen Lcxtilien werden in der mit 8. d. M. beginnenden Woche solgendetmaßen abgegeben: gelbe AnwtismtKm - Dienstag von dir. 190.0 täglich 300 Nummern bis Samstag Einschließlich N'-. 34"0; rote Amvniungnr: DimStag von Nr: 210,1 täglich' 1oo N.immein bis Sams'ag einschlteßlich -Nr. 2600; giaue Anwe ungcn: D-enS'ag von Nr. 2251 täglich 1b0 Npriv wem bis SginSlag -einichließlich Ätr. 3000. Rudolf fyeidschrrh, ll.', Prateystratze S4. Zockerabgabe fiir/ September, Schokok>rde. Tee, Kakao.* L-isihwriNi-, Sardinen usw. Geöffnet von d bis 12 nnd 3 brs 7 Uhr adrnds.

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