Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 313 (4.12.1919)
- Date
- 1919-12-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien. Kynnerstsff Wiener MvrsterrzeMmM 4. DeKNtSer lS18 Nk. 3w «uß eine PoNtik sein, das heißt, ein bestimmtes Ziel, dem Man zustrebl und das moin nie auS den Augen verlieren darf. Aber die jüdische Studentenschaft wird auf dem zweiten Gtudententag noch vor anderen politischen Fragen stehen. Allerdings werden es hauptsächlich sozialpolitische und wirtschaftspolitische Fragen sein, die zur Erörterung stehen werden. ES sollen einerseits die wirtschaftlichen Be» dürfnisse der jüdischen Studenten berücksichtigt werden und andererseits die jüdische Studentenschaft endlich einmal dazu, erzogen werden, reine und werktätige Sozialvolnik zu de» treiben. Der HochschulauZschutz, dem die Ausführung der Beschlüsse zufallen wird,'kann nur dann seine Aufgaben erfüllen, wenn in die jüdische Studentenschaft jener Geist Einzug hält, der den heißen Kampfs der Tagespolitik um Amt, Herrschaft und Würden ausschließt und wenn einzig und allein die Politik deS wirtschaftlichen und sozialen Aufbaues LeS jüdischen Volkes sich Geltung verschaffen wird. Der scheidende Hochschulausschuß gibt dem neuen, kommenden Ausschuß ein großes ArbcitSprogramrn auk de» Weg. Wahrscheinlich auS der im Laufe der verflossenen zwölf Monate gesammelten Erfahrung und gewonnenen Erkenntnis heraus. Wir entnehmen dem neuen Statu tenentwurf unter anderem einzelne Punkte, die wohl den Kern der gesamten Tätigkeit des Verbandes darstellen: 1. Errichtung eines Wirtschaftsamtes zur Feststellung der wirtschaftlichen' Bedürfnisse der jüdischen Studenten. 2. Gründung und Erhaltung von Studentenheimen für unbemittelte Verbandsmitglieder. 3. Erhaltung einer Mensa acadernica für.jüdische Hoch» schÄer. 4. Erhaltung einer Waren konsum stelle. B. Erhaltung von Studentenambulatorien. ß. Zentralisierung deS StipendienwesenS, Errichtung einer Darlehenskasse für jüdische Studenten. 7. .Einrichtung eurer ständigen Vermittlungsstelle für Wohnung§» und Arb t i*Svngelegenherten. 8. Errichtung einer Kulturamies zur Veranstaltung von Kursen, Seminarierr, Herausgabe von Zeit- Fristen und Broschüren^ 6. Schaffung von Lesehallen und Bibliotheken. 10. Förderung und Pflege des Turnens und des Sporte». Das sind die wichtigsten Punkte dieses hochbedeutenden -Mischen ArbeitkprogrammeS ' des StudentenverbandeS .Judaea". Dir betonen, daß es ein jüdisches Programm ist, weil wir hoffen, daß diese positive und produktive Tätig-. keit, die bei Studenten bisher nicht sehr üblich war, endlich einmal sich Dahn schafft, daß die jüdische studierende Jugend einzusehen beginnt, daß nur ein solches Programm der Modernen und bewußten Juden würdig ist. Wir haben genug mit Worten gestritten, wir wollen nun endlich einmal zur Tat schreiten. Aber wohlgemerkt: zur Tat des bewußten und nationalen Judentums! x Gtzs föt***** Vorrrmrf des GernrsS» gegen Kaiser Karl. MirMv* tu O. Ci«miit »eist den tttefirff 'inwMu; Wir erhalten folgend« Zuschrift: -' Ach ersuche um Veröffentlichung nachfolgender MiLn: Die Memoiren des preußischen KriegSminifterS Generals Stein sind erst jetzt zu meiner Kenntnis gelangt. Ich enthalte mich eines jeden Urteiler über dieses Werk im allgemeinen, fühle mich jedoch zu folgender kurzen Bemerkung verpflichtet: General Stein fstgt auf Seite 167: ,48ö fe Zun gen behaupten, baß Kaiser Karl fremdem Gelbe nicht abgeneigt gewesen sei". Der General sagt die» nicht, um eiwb Verleumdung zu widersprechen, so »Hern als Beweis der Bestechlichkeit Wiens, woselbst der OrienL nnsnnge. Niemand wird dem General Stein da- Recht «bfprechen, die Politik Kaiser Karls zu kritisieren unb feine eigene Ansicht über die Vorzüge und Fehler de» stüheven Kaisers au-zusprechen; der Abgrund aber, welcher zwischen politischen Fehlern und Jrrtümern einerseits und zwischen derartigen ehrenrührigen Handlungen andererseits liegt, sollte in der Ärittf nicht Übersprungen werben; er sollte nicht übersprungen werden, in einer Kritik, welche von einer so hohen und ersten Stelle au-geht und die daher darauf gefaßt sein muß, zum Beweise ausgefordert zu werden. Kaiser Karl war in GeldangeßegenHeiterr durchaus korrekt und integer piib der von General Stsin wiederholte Vorwurf „böser Zungen" ist «ine Verleumdung. Anklagen solcher Art sollten jenen Individuen überlassen bleiben, welche da- Vorrecht genießen, nicht ernst genommen zu werben, daher schreiben können, was sie wollen, weil ihre Angriffe von vernünftigen Menschen nicht andereinjzeschLtzt werden, wie da- Gebell der Hunde-, das den Manderer auf her Straße zu behelligen sucht. Ottokar Brot rmd Kohle. Wie wir bereitgestern berichtet habe«, haben sich die Aussichten für unsere Ernährung gebessert. Db.Brotquvbtz für die nächste Woche ist in dem gegenwärtigen Ausmaße gesichert und er ist nicht ausgeschlossen, daß die Erhöhung der Quote auf IV« Laib dry Kopf und Woche durchgesührt wird. Auch bezüglich Uner Erhöhung der'Mehlquote in der nächsten Woche hnd aussichtsreich« Verhandlungen im Zuge. Leider pi«b, wie wir ebenfalls gestern schon' berichtet haben, hauptsächlich au» palutartschen Gründen eine spr'eisftrhöhnng de» Brotes und heS Mehle» 0>. zwax. wich gür Laib Drot auf fünf, ein Kilogramm Mehl, .voraussichtlich ohpe Unterschied der Qualität, auf 10 bis 12 Kronen zu stehen kommen- Neuerliche Lohnforderungen der Däckergehilftn tragen ebssnfalls zu der erwähnten Preiserhöhung bei. Die Tatsache aber bleibt bestehn, baß unsere Ernährungslage einer wesentlichen Besserung entgegen^ geht, wie es auch aus der gestern beim Staatskanzler Dr. Ne n n e t abgehalten-n Gesandtenkonfetcitj über die Kohlen- und Ernahruugslage hervorgeht. Die Aussprache der Gesandten der Großmächte — England, Fconkceich, Amerika, Jta'ien — und zweier Vert^terr. der japanischen Regierung mit unserem StaatSkanzler hat nämlich ergeben, daß dank den Bemühungen der hiesigen.Ä:rt-eler der Großmächte tatsächlich eine wesentlr che Verbesserung unserer Lebensmittel- und Ko h le nver s o r n ng in allernächster Zeit zu erwarten ist. Unsere Ao?^en»er'or; rng ist so yeringiLgig. daß die Zuweisungen der iün^stcn Tage an das Cleltri'iätLtper! aus dem sehr kleinen Vorrat entnommen werden Mußte und die-Abschaltung der'Industrien wieder in Frage ko ^mv'n würde, wenn die zu erwartende Hilfe nicht bald ein tritt. Hilfe fSr Mi««. Berlin, 3. Dczember. Die „Vosülkbe meldet au» Kopenhagen: Um der Hungersnot m Oesseirnch abzuhe! en. haben dre schwedüchen Arbeit.r eine giosiiüa,ge Sammlung eingeleitet, von deren Erträgnis LebenSmrttel zum Deffand nach Wien gebracksi werden sollen. Derlen, 8. Dezember. Aus xden vor einigen Tagen in Heidelberg ergangenen Aufruf zur UnlcrbringlMg von Wiener Kindern haben sich bitber bereite wehr alS 700 Fam lien gemeldet. Auch in K a r l S r u h e, F r e i l, u r g, Pforzheim und cm badische« Hinterland sind Sonderausschüsse in Bildung begriffen. Drrli«. 8. Drrrwbir. In lv der »Erfüllung der Vrolrtarürvflrcht Demschl«*^ am dmerm sozialdemokratischen Frauenversam«l«ngr» ««de auch ^er bitteren N o 1 dehungernden Wien ar««6t und eine Resolution angenommen. weiche besagt: «er sind bereit in eine Derrrnseru.ng ilnsrrer Eigenen Kartenration ernruwilligrn, rmr unsere Lnden-genostrn jcnskNS der Grenze vor de« Verhungern zu itUt«, Die hokLnvffche ArLsitsrschrst ffssr die Wiener Kirrder. $««9» 8. Deuwber. (TA.-Kemp.) Di« Ms Zrntr^en der holländischen Arbeuersch.ist hnben briehlohrn, am zweiten WerhnachtSfrreua-r zu «rbertrn und ihren i?vhn den bungerndrn Wiener Kindernzur Bertügrmg zu stelle». Sie' sind an btt Fabrikanten mrl der Bitte herangrtrrtrn, dm aus dieser Arbeit erzulten Gewinn ebenfalls iür die Wiener Kinder bereit zu halten. Man rechnet mit einem Ergebnis chirser Altro» im Betrage von einer Million holländischer Gulden. Die Pariser Preffe ftzr Wie«. gtarf«, 8. 3>«twk«r. Unter der Ueberschrift in «ro-M Leiter« »Man stirbt rn Wien den Hnngertod" bringt da» .Journal" auf btr ersten Serke einen Artikel, m dem es die fnrchtbare Notlage in Wien schildert, die immer weitere Kreise ertaste und Rrmiter und Bstrseischast in gleichem MaSe der entsetzlichsten Vcrel-nbung preiSgeve. Beamtensamilien und Familien de» mittleren Dürgerftande» sei eS nicht mehr möglich, sich rrgel- «8-ige Mablzeiterr zu sichern. Die „Thrcago Tribüne" bringt einm neuen SitnationSbericht auS Drrn, m dem daravf htnzrwiese» wirb, ^dab die Lage eine sehr ernste werdm könnte, wenn Nicht im letzte« Augenblick Hilfe komme. Wiener jüttsche Kktver in Triest. Wie bereitberichtet, ist der qrößteTeil der in Triest mrteraebracht gewesenen Kinder nach Wrrn zurückgetehrt. Frau Selma Klar,'- die an dem KivdirtranSvort deS American Joint Distribution Eommattt teilnabm und als freiwillige Mrgerin durch zchn Wochen '« Triest tätig war, berichtet «ns über ihre dort -«sammelten Eindrücke. Bor allem ardmkt sie dankbarst ihrer Gastgeber, Herrn und Frau JngrnrrnrsV i o ck, von welchm bte ihr anvertrauten drertzig Kinder m/lrrbevollster Derse -eheat und eetzsiegt «mden. VS würbe ihnen nicht bloß alle» in Hülle und Me für ihre .Grhvluno. sondern auch wahre Liebe und Menschrnftrundlrchkril geboten; auch für ihre vollständige BrNeidüng und für mitgegebene Liebcsaaben wurde auSarrbig gesorgt. Ebrns» hefriedigt Lnßttt sich Frau Klar über ihre Wahrnehmungen gelegentlich ihrer häufigen Besuche der den i« Baldöltra untergebrachien kranken Kindern, deren Gesundheit-- mstand sich dmch d e sorMtiae Behandlung und Fürsorge. deS Herrn Primarius Dr. C a m i s s o wesentlich besser e. Für daS Wohlergehen derselben sorgte ganz besonder» Herr Dokror Brunner. Präsident der „Code»* degli amici dcll'insauz'a" Geradem väterlich bandelte Herr Grusevpe Fano an allen in Italien «ntergebrachte» jüdische» Kudern, welche an Leib nt* Seele gestärkt, gut avsirhend heimlrhrten, wozu Familre k p p r n g e r wesentlich beitrug. Herr A b r a « s » «».welcher vereint «it seiner Frau Überall hiljreich zur Seite stayd. leitete de« beschwerliche» Transport in aner» ««»rnSwerter Weise. Auch die Vau Baldoltra abreisenden Kinder wmden von Herrn und Fra» Ingenieur S t o cf mit Bekleidung. Decken und Liebesgaben versoiat und würbe» nach herzlichem Abschied für dm uächstm Sommer freundlich emgeladm. FL»Apsli)e!djenst in Wie«. Ans Um Budget. Ich der NacktragSvoilage zmu Budget ffc da» laufende BerwauungSjahr findet sich auch im Kavrtel 8 Innere- und Unterricht) eine Forderunvon SS0.000 zur Errichtung eine» Flugvoli-erdienste» inWre« und ll 62.000 zm Organisierung deS Flagha'en-Poliwibrrnste» in Aspern und Wieuer-Neustabt. Fm Lmr chtuug de» bei der Diener PolizeidireNion auhustelle»beu kriminalistischen Institut» «erden £ 11.MX) verlangt. Für Me Dorberrirung der Verwaltung in Dmtsch-Westunaatn w„b l Million Kronen, für bte Volkszählung ebenfalls eint Million und <mr Liquidierung der LandeSreg erungen von Deurschböbmen, Südmähr en und Sudetenland eiwa 6 Millionen Kronen verlaust. Die Frieden»drlr-al»oa « Samt-Gerwam hat 8'/, Millioueu Krone« Gekoster. Wie i« Kr»«tl«r die T»«er««s beLSmpst Wird. AG»««, 8. Dezember. Die Regier »na hat str eugk Maiuahmm wr B'kLwvfnng der Teimuna und Warrnauhänsung gerroßen. Alle Keussemr müssen du Meise auf den Stand vom &» Aovewbrr «Miißzgm, Dev reine Tor. " Bon Haus Baues. " >. Papa st^t Vor Friv. Papa sagt: ^llnd Du heiratest sie bestimmt?" Fritz sagt: .Ja." Ein starres» unbrechbares, provozierendesj gemeißeltes Ja. ' Papa Vernünsteü: ,Grld hol sie keines, geschminkt geht sitz. Bildung hat sie nicht." Fritz schwärmt: „Aber die reine, heilige Liebe." Papa^schwivvt die Achseln: ..Und wenn siedle aber das weißt Du ja noch n'cht einmal." ,Sre h a t sie, Baker!" * »VorankchlrcKesi Du das?" Fritz rücke naher qn Pava und stürmt das wie Wetter» wind heraus : „Am ersten Tag unseres KennenlernenS ist es gewesen. In eine Dirle Hab ich sie eingeladerl gehabt. Und in einer Nrichc hoben w'r gegessen. Und Wem haben «rr getrunken. Und Papa: K.-m Dorr noch war von Verlobung und Verheiratung gefallen. Ke>n emsiges Wort. Und dennoch schlang sie damals schon ihre Arme um mich'und küßte. Wke mich." ' Papa senkt daS Haupt: »Kem Dort noch war von Bew hnratunr gefallen?" „Gar n^chls! Ich hatte ihr im Gegenteil vorgemunkelt, ich ' sei verlobt. Aver denuoch, dennoch: "alles kümmerte sie nicht. ' , Ihre, Lrebe zu mrr gmg rhr über alleS." ^Dennoch! Dennoch!^ echote Papa- und sah seinem Jungchen tief in die Augen «nd sagte langsam : »Dort liegt ei» . Strick und dort iß ein Kleiderhaken mrd ich Verlässe jetzt big Stube." , Wer K-tt den Tabak entdeckt? Der erste Europäer, der den Tabak und da- Tabak« rauchen zu Gesicht bekcun, war ein Jude. Diese Tatsache ist offenbar nicht allgemein bekannt, denn sonst hätten die Änti» ... seiniten aller Länder dar. Rauchen, Schnupfen und Kaue», dieses »Teufelskrautes" wohl längst in Acht und Dann getan. Kolumbus war, als er seine erste große Reise antrat, bo« kauntlich weit davon entfernt, zu ahnen, daß er einen neuen Eich« < teil entdecken würde, vielmehr hatte er nur den Ehrgeiz»- einen direkten Seeweg nach dem östlichen Asien, . Japan, China, Indien zu sinden. Da er aber offenbar keinen de» Hindustanischen, Japanischen oder Chinesischen mächtigen Reisebegleiter finden konnte, so nahm er aus seiner ersten Reise als Dolmetscher eiiren Mmrn namens LuiS de T o r r e S, einen Juden, mit, weil derselbe außer Spanisch auch Arabisch, Kaldäisch und Hebräisch verstand. Kolumbu» meinte, daß an den Höfen der ostasiatischen Fürsten zumindest ein oder der andere Gelehrte diese Sprachen verstehen würde. Als er nun ruf Kuba laudete, war er überzeugt, bereits an der Küste des ostasiatischen Festlandes zu sein, und schickte . Luis de TorreS in das Innere. Die beiden Gesandte« > stießen auf zahlreiche, von nackten, kupserbraunen Mensche» bewohnte Dörfer, in denen man sie auf daS gastfreundlichste aufnahm. Aber trotz seiner wohlgesetzten spanischen, hebräischen, arabischen und kaldäischen Anreden konnte sich Don LuiS nicht mit den' ftiedfertigen Wilden verständigen, s» daß er nach sechs Tagen mit seinem Begleiter zu dem an der Küste harrenden Kolumbus zurückkehrte, mit der, nicht ' ganz unrichtigen Nachricht, daß es offenSar bis nach China noch ein gutes Stück Weges sei. Aber etwas MerkwLrdiyeS, schier Unglaubliches hatte er gesehen. Seine braunen Werte hatten in den Händen eine' aus braunen Blättern gedrehte Rolle getragen, die an der einen Seite in langsamem Feuer verglimmte. Trotzdem steckten sich die Wilden daS andere Ende jeden Augenblick in den Mund, sogen daran, stießen heftige Rauchwolken von sich und hatten an diese« unerklärlichen Gebaren offenbar großes Wohlbehagen. Durch Zeichen von Luis de TorreS beftagt, was dieses Rauchen denn eigentlich für einen Zweck hatte, riefen sre „Tadaco" und wollten ihrem Gast ebenfalls ein soches Ding aüfdrängen> vaS derselbe natürlich mit schlecht verhehltem Grausen pon sich wies. _ Die häßlichste Fra« gesrmden. Die Suche nach der häßlichsten Frau Londons, die vo« eine« Unternehmer durch eine Anzeige m du „Times" eingile'ftt worden war und seitdem Mt Eifer betrieben wurde, hat nun ihr glticktlche» Ende gefunden. Ein auS Zntunzd!tMe» zusammengesetzes Komitee entschied über die verschiedrnen Btwrrdrrmne«, dir sich kür diese Stellung für geeignet hielten. Et waren dem PrciSnchterkollrgium über drnßiel Bewerbungen zugesangen, darunter auch eittt von einer Dame, dw rhr Dienstmädchen emviahl. Aber nur acht h-rtten den Mut, vor die Richter zu treten, die die umgekehrte Rolle dÄ Paris spielen ssllten. Al» Sregrrm der dem ungewöhnlichen Wettbewerb wurde schliesslich mit 14 von iS Lümmrn eine Dame anerkannt^ die 'sich sogleich den Decknamen .M>ß Lehton" rulegte, damit» «u sie sagte, ihre Mitbewohner nicht gleich wüßten, welche Ehre ihr zuterl geworden. Die „häßlichste Frau" rsi erne MusillehrulN, der ober ryre Stunden nicht io viel rinbrmsst», als dass sie nicht lreber den neuen einträglichen Posten äugen »mme« hätte. »Ach habe niemals versucht, mich irgendwie za derschöneru,". erklärte sie stolz in einem Intelvlew. ^Meine Muster sagte immer, ich wäle sehr häsilich, und sie hat mir auch de» Ast «geben, «ich zu melden. Ich habe sehr viele HelrenbekanutMsseu, ja svgar einen oder zwei Bräutigam». Mein AeupereS tft mir m dieser Beziehung durch«»» nicht hinderlich." Die Ermordung der Mizzi Kra«m. Trotz aller Bemühungen der Polizei ist das graueuhustk Dunkel, dass daS verschwinden der kleinen Krumm umgibt. bisher nicht aufgeklärt worden. Die Autfindung der Te-lr der menschlichen Lerche aus dem Schnktablagcrungjplatz in der Laxenburgerstraße steht, so muss vermutet werben, zweifellos m>t de« Verschwinden de» armen .Kinde» rm Zusammenhang. Gesier» vormittag» hat sich der Chef de» Sicherheit-bureau», Rkzittunasrat Dr. Schultz, mit seinem Stellvertreter, Poluvrat Wahl, abernial» auf den Fundort der Lrichenteile n» ,R«fenLal^ »e- . gebe», um selbst bte neuerliche Absuchung gtt leiten. 8» konnte wieder nicht» gefunden werden, was mit dem £kt* schwinden de» Kinde» irgendwie im Zusammenhang strbt. Die Polizeisschörde hat aut Angaben, die zur Aufilndtttg de» vermissten Kinde», zur Auisinduna -werteter Teile der Leche oder zur Feststellung, der Perlon deS Mörders führen, erne Belohnung von t a u s e n d Kronen ausgesetzt. *(H« «ftte# ostsiidische» Tasblutt tz«u L»ttz»doxen- I« Handelsreg stcr de» Warschaner Kr«i»arricht» ist e«ne Ko«- M,»d>tgeieMch«ft mit einem Kapital von einer Million Mark unter dem rcame» ^Israel" iinartrage« worden. DaS Kapital ist bestimmt, ene Zeitung .Der I u d" mb andere hera»«nrgeben. Die Organisation dieser KommandttgeltÜlchatt wird vo« der »Agudas Haorthodorrm" betriebe». o