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Wiener Morgenzeitung · 1919-12-01 · Heft 310 (1.12.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 310 (1.12.1919)
Date
1919-12-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Ein politischer Skftndsl in Berlin. J'.n „Prager Tazb lat t". schreibt Stephan Gros; mann über die Affäre des Dolior ' ParvpS und ^llar.z» die seit einigen Tagen die polilische» Kreist Deutschlands in Alem hält, folgendes: ■ Die Mehrheits'oüalisten haben trübe Tage. Jetzt ist ihnen das Unglück passiert, daß eine unangenehlu rührige Enthüllerges-ellschaft ihren Führern einen Skandal <t:; den Pelz hängen will. Es handelt sich um zwei Geschäftsleute aus dem Osten, die Politik»und Kriegsgewinn auf eine sehr angenehme Weise versinigen wollten. HerrHelphant (Parvus) und Herr S-klarz sind sicher feine sehr keuschen Gemüter. ES ist unleugbar, daß sie der deutschen auswärtigen Politik einige Gefälligkeiten erwiesen haben, bei denen sie freilich auch keinen persönlichen Schaden erlitten haben. Herr PnrvuS war im Jahr-e 1910 sehr bemüht, den Bolschewiken die Rückkehr nach Rußland zu ermöglichen und nicht nur die Rückkehr, sondern auch eine ziemlich ausgedehnte Agitation. Seine rüssischvevolutionclren Beziehungen nach Zürich, Genf, Petersburg und Moskau sind in der Wilhelmstraßs mit einer gewissen Bereitwilligkeit anerkannt und wohl auch verwertet worden. Die Bolschewiken haben damals nicht nur österreichi'ches, synde.n auch deutsches Geld bekommen. Es kann nicht genau festgestellt werden, inwieweit Parvus bei diesen Ausrüstungen mitgewirkt hat. Geistig ist er dem Unternehmen jedenfalls nahe gestanden. Herr Sklarz hatte im Jahre 1917 eine sehe eifrige Tätigkeit in Kopenhagen entfaltet. Deutschland hat damals Kohle nach Dänemark geliefert, .hat aber diese Kohle nicht an einzelne Kohlenhändler abgegeben, sondern au die dänischen Gewerkschaften. Dieser Handel war, rein politisch gesehen, sehr klug, denn, ee hat große Massen der dänischen Arbeiterschaft cur der Neutralität Dänemarks wirtschaftlich interessiert. Jetzt freilich wird enthüllt, daß Herr Sklarz Lei die sein Kohlengeschäfte viele Millioncn vrrhi.nl habe. Aber aus purer Lieb« sind noch nie Kohlen verschoben, trordew und vermutlich hätte der Agent, der Kohle ohne politische Nebenwirkungen nach Dänemark geschickt haben würde, auch seinSchäflein ins Trockene gebracht. Ck.arz und Parvus haben nun seit einigen Jahren einander .in die Hände gearbeitet. Sie haben eine Menge Geld verdient und noch größere Verdienste sind-ihnen an» gedichlet Norden. Aber sie Halen-dieses Geld zum Teile wieder für sozialistische Zwecke verausgabt. Sie haben Jahre lang ein sozialistisches Wochenblatt:. „Die Glo le", dessen Relaktrur Konrad Haenisch war, erhalten, sie haben in Dresden ein Institut zur Erforschung der Wirkungen des Krieges eingerichtet und unterstützt, für das Eduard David gearbeitet hat. Sie haben schließlich eine Zeitung für die Reichs, wehr hcransgegeben, bei der ein Schwager Scheidemanns angestellt war. Sicher haben sie einen ziemlich beträchtlichen Teil des verdienten Geldes wieder in sozialistischer Literatur anstebaut. Zwei entlassene Angestellte des Mrlages, ein Defraudant und einer, dem noch keine Defraudation «achgewiesen wurde, haben sich jetzt auf bas Enthüllen verlegt und sind nicht ohne Erfolg bemüht, Scheidemann, Harnisch, den Unabhängigen Eichhorn und noch einige Führer in eine Skandalgeschichle zu verwickeln. Dabei ist vorläufig ein unsauberes Geschäft der politischen Führer der Mehrheitssozialisten nicht mit einer Andeutung zur Sprache gekommen. Aber es wird gcmunkelt und angedentet und gedroht. Die Jnszenierimg des Skandals hat einer der gewitztesten Berliner Anwälte übernommen.. Eine liberale Korrespondenz verbreitet den Klatsch bei der demokratischen Presse und die deutschnationale macht die Andeutungen natürlich in den dicksten Lettern auf. Die Stinkbombe hätte schon vor einigen Tagen bei einer Versammlung, in der Scheidcmann gegen Noske sprechen wollte, von einem Adjutanten Noskes geworfen werden sollen; man hat sich aber dann für eine andere Kampfmethode entschieden. Erquicklich sind diese Zustände nichts Eine Partei, die so kurze Zeit am Ruder ist und sehr große Aufgaben hat, sollte auch innere Kämpfe aus eine edlere Weise auszufechten trachten. Wenn aber nicht alles täuscht, wird Scheidemann aus diesem Klatsch und Tratsch unbefleckt hcrvorgehen. Die Herren Sklarz und ParvnS werden freilich kein politisches Geschäft und auch keine sozialistische Aufklärungsarbeit mehr besorgen können. Aber der Schade wird nicht sehr groß sem. Postalisches. Die Postgebühren, die mit Briefmacken zn entrichten sind, werden erst vom 1ö. Jänner I0J0 erhöht (Gebühr für Briefe, Postkarten. Drucksachen. Pakeie, Postnnvasangen uiw). Dagegen tritt du Arndernng, bezichnngSweise Erhöhung folgender Gebühren -bereits heute in Krajt. , Anfolge der andauernden ungünstigen Behcizungs- und BtsenmtungLberliälnnfse blechen biS auf me teres uachbenann.e Postämter geschlossen: Wien 29 (H./l, Kais er Josesst r ü ß e 8, mit Ausnahme der Tclcgravhcn', Fcinsprcch» und Nolnpoststeue), Wien 30 (UJi, Sch ilttelstratze 1), Wien 8) (H./j Unlexe Augartenst r a ß e Au), Wien l>3 slr. Bezirk, K a r o l i n c n p l a u 5), Wim 6t (VU. Bezirk. N e n st i j 1 g a s s e 42), Wien 78 <X. Bezirk- Arsenal'', Wim 84 (XI r/1, Sel> önbrunne rst r ä st c 2SS/SS1, Wien R6 (XVII. Bezirk. Bero n i k ng c> I i c 22), Wien 1U 'XVilI/i, G Um nasi um st ra fl t 86', Wien NS (XVm/i, Gentzgasse 109), Wien 116 (XlX/l, H e i! i a e n st ii d t e r st r a ß e 69). Wreu ISS (XlU/2, A u s w ,1 tz g a s f e 21). *Mr Wlse P»lt Wisn. Berl'n, 29. November. Der Vorsitzende des Vorstandes des deutschen Städtetages" Oberbürgermnster Wermuth hat an dir MltgliehKstädte des deutschen Städtetages ein Rundschreiben gerichtet, worin er sie ausfordert, zur Steuer der in Oesterreich herrschenden großen Not entsprechende Sammlungen für die österreichischen Städte zu veranstalten. Die Lehrerschaft Berlins beabsichtigt die Ver. anstaltnng einer besonderen Sammlung zugunsten der Wiener Lehrerschaft. Außerdem wollen die Grog- Berliner Lehrer sich in den Samiueldienst der Wiener Hilfswoche stellen. Im „Vorwärts" wirb angeregt, zugunsten der notleidenden Bevölkerung Wiens öffentliche Sammelstellen für Brotmarken einzurichten. Für die abgeliesersen Marken könne die Rei-chsgetreibesj^l'e weiteres Mehl nach Wien schicken. Auch sollte man denjenigen, die bestimmten Personen in Wien etwas zuwenden wollen, die Möglichkeit geben, mit den Sammeltransporten Pakete hinzuschicken. * Im Nahmen des hynr britischen Militärbevostmächtigten Sir Thomas Cuninghame angeregten ^Britischen Hilfswertes für Wiener Kinder" fcmb am M. "November die Konstituierung des Finanzkomitees im Beisein des britischen High CommissionerS Hon. Franciö Lindley, Sir Thomas Cuninghame und Frau Dr. Hilda Clark unter dem Vorsitze des Präsidenten des Finanzkomitecs Richard Sch voller statt. Es wurde ein engeres ArbeitLromitee gebildet, dem nachstehende Herren angehorcn: Direktor der Verkehrsbank Philipp Broch, Direktor der Depositenbank Paul Goldstern, Präsident des HauptverbandeS der österreichischen Industriellen Fritz Hamburger, Direttor der Kreditanstalt für Handel und Gewerbe Dr. Paul H a m m e r» schlag, Präsident der A'iiglo^österrcichischen Bank Professor Dr. Julius Landesberg, Direktor des Wiener Bank» Vereines Bernhard P o p p e r«Art b erg, Präsident deS Wiener Jndustriellen-BerbandeS Ludwig Urban jun. und Generaldirektor' der Bodenkreditanstalt Alexander Weiner. Schon vor der Konstituierung sind bedeutende Beträge cingelaufen, wie u. a. Spenden des Herrn Ludwig .Wi t t g e nstein im Betrage von 1,000.000 K., von 100 Pfund des britischen High Coinmisswners Hog. Francis Lindley; Präsident Eastiglione zeichnete für seine Person^ S00.V00 K. Von Spenden, die in Naturalien erfolgten, sei die ^uwedun g von 56 Fuhren Brennholz erwähnt, die Generaldirektor Körner in hochherziger Weise veranlagte« In der letzten Sitzung der Gesellschast dir Aerzre teilte Vorsitzender Hofrat Prof. Dr. EiselSberg mit, daß er au) Holland und Chicago neue Geldanweisungen für daS notleidende Wien erhaltenhabe. Prof. Eiselsberg bezeichnete dies als hoffnungsvolles Zeichen, daß die Not, unter bn: die Stadt Wien leidet, Verständnis in der Welt f i n b e. -Der Vorsitzende teilte weiter mit, daß, wie kürzlich eingelangte Nachrichten besagen, die Holländer 3000 Wiener Kinder ausnehmen wollen. Ganz besonderen- Dank schulde man'dem jetzt in Wien weilenden Professor Doktor Wenckebach, der bekanntlich selbst Holländer ist. Verprügelte Teutonen. Die Bik'schckrn, deren Svnntagsvecgnügcn seit Wochen ein Bummel zwecks Bclästigmig harmloser Passanten am Fran) Josess-Kai bildet, sind gestern mit blauen Beulen in ihre Bierstuben lieimgekchrt. Die Polizeikorreiiponden^ meldßt darüber: „Gestern sammelten sich gegen 11 Uhr etwa 800 Personen auf der DoraukanaUeite des Franz JvsesS-Kai an. Auf der Sradlsecke waren etwa 200 Personen erschienen. Die beiden Parteien promenierten ungefähr in gleicher Hohe der Sraße auf und ab. Ein starkes Aulgebot au Sicherluns- und Stadtschnywache sorgte dafür, daß es nicht zu Zilsonimcnstöstcn kam. Um etwa */<12 Uhr zogen die Dcutschnationatcn m die Notenturmstraßc uud marschierten vor dem Cafö Habsburg auf. Sie wollten in das L o k a l d r i n g e n, wurden aber von der SicherheitSwache daran geh.ndert. Hier fam cs, da auch d i e I ü d i s ch n a t i o n a l e n nachgedrängt waren, zwischen beiden Parteien zu e i n e r S ch l ü g e r e i, d i c k n r z r Z r i t rv ä h r t e. Dann erst konnten die Demonstranten zerstreut werdcn.* __ NllchMche dturmszetten. Ein Mann erschossen. Gestern um etwa V«N Uhr' abends war daS Cafö W e s f e l y, 'XX, Rrfaelgaste 2, noch nicht geschlostcn. Sicher« heitswachmanir Andreas M a g e v 1, der vorberging, trat m bas Lokal, um die Durchtiliirmig der Lolal'pene zu veurnlassm. Er fand aber bei den noch immer zahlre-chm Gästen Widerstand, ßkanwntlich tat sieb ein Mann hervor, der. wie später festgestellt wende, der Llljährige Tifchlcrgehilse Franz K e r z l i k, denn Tischlermeister ,m XX, Bezirk, Winiergaste (K) wohnhaft, war. Da er g'gen die Wache vv'g'ng. erfolgte seine A r r e t i er« n ö wegen Richlfolgclciltimg. Die Szenen wurden aber immer ärger. Ans den unmebenden Strasren strömten Menschen gegen das Casä und im Ru hatten stkb enva Imndeit Personen angrsanunelt. die den Wachmann Magert und Kameraden, die ,bm zu Hilfe geeilt wären, bedrängten.. Sie wvllicn auch die Amtshandlung verertrln und hielten sich über die Sperre des Lokales out. Dre Wache halte Mühe, sich der Angreifer zu erwehren. Plötzlich, f t e l n u S d e r M e n g e e r n S ch u der zwklftlloder Sicherheit-wache gegolten har. Die Wachen wurden jetzt so hart bedrängt, daß sie eist jetzt ihre S ä b e l u n d R e v o l v e r zogen und mit Waffengebrauch drohten, weirn die gewaltia.igerr Angriffe n:cht ans" höttcn. Mit großer Mühe gelang cS der Wache, dle Menge zu, zerstreuen. Dt« Ruhe war schon wledergelehrt, als eine halbe Smnde Svister,auf dem Brigrltaplatz von der Wache ein Mann ausa,fanden wurde, der s ch w e r v e r l e y t war. Du Wache brachte ,hn zum Pol zeikomnussar-at Brigittenau. Während der Hilteleistnug ist der Mann gestorben. Er winde als der vorbin nneturte K e r z l»k erkannt. Der Schuß, der der > SlcherheMwache aegollen hat. bat ihn aetiMfcn urrd atiöieu iyifr Seite S VroLkavtenschwindler und Mörder. 'Gin städtischer Lehren verkauft Brotscheine. Ein bedeutsames Nachspiel hatte jetzt eine fast fünf Monaten begangene Bluttat, die anfänglichj ganz rätselhaft schien. Am 8. Juli l. I. wurde nämliG im Caf6 Nit sch, Ottägringerstraße Nr. 119, dcv als Gast dort weilende 32jährige Pflasterergehlls,-. Karl Wein wurm durch einen Nevolverschuh QC' tötet und der Kutscher Thomas Indra durch ein«.? Schuß schwer verletzt. ( An länglich schien bi« Bluttat 'ganz rätselhaft. Nur 11. August l. I. wurde als Täter der schwer vor« bestrafte 25jährige Hilfsarbeiter Johann Fachs in* der Wohnung seiner Schiyester, Leopoldine Czernii,. verhaftet; dann kam etwas Licht in die Sache. Es wvrds festgestellt, baß Fuchs das Haupt einer Bande die systematisch Gaunereien mit gestohlenen Be;ugscheinen aller Art zum Nachteile der Ällgemeinh-rH in großem Maßstnbe ausführte und daß her an Weinwurm in einem Streite begangen wov'den ist. d«c sich wegen der Bezugsscheine entfponnen hatte. F:rchs hatte beim Verhör erklärt, er habe di« 160 Broischeine, um deretwillen er den Weinwurm erschossen hat, von einem gewissen „Josef Gruber" uwo! einem Manne erhallen, der „Maxl" gerufen won <-vv ist Am 11. Oktober l. I. gelang es. den Bruder dr.s! Josef Grnber, LenKartvnnogearbeiier FranzGruber, wegen Besitzes von 28 nnausgefüllten/ aber schon w'ö dem Originalstempel der Brolkymmission XVI verseh n n Einkaussscheim zu verhaften. Franz Gr über, wollte üoet die Herkunft lange nichts sagen; schließlich gkstan) er, daß er sie von einem städtischen Lehrer, Mit^ glied der Brotw^'mission, erhalten hat. Der von ihm verdächtigte Lehrer wurde verhaftet^und mußte zugeöen, haß er vier vder fünfmal in! einem Hernalser Gasthause dem Franz Gruber It.xz, Scheine, darunter auch Brotfcheine, verkauft und hie.für insgesamt 120 Kronen erhalten hat. Der Lehrer entschuldigte sich damit, daß er sich im.Kriege, als er als! Oberleutnant eingerückt war, das Trinken angewöh.rd hat, hierdurch in schlechte Gesellschaft gekommen uns d«r Versuchung erlegen sei. Vor einigen Tagen ist nun auch Josef Grußes der Eisenl)reher ist, bei einem Raufhande! auf der' Straße verhaftet worden. Zahlreiche gestohlene Leben-- mittelkarten würden in einem Versteck anfgesuntden. Nettet die RettungsaeseMch^st! DaS unbedingt notwendige Hilfswerk für die ihI* leidende Llettungsgesellschaft will noch immer nicht rech: in Fluß kymniers. Man hofft und glaubt, daß es nicht so ecn-t zu nehmen ist, wenn die Drohung ausgesprochen worden i't, daß bie* Gesellschaft ihre, beiden Stationen s p e r r e.n m n wenn nicht rasche und ausgiebige Hilfe kommt. Es ist c'Ve wahr. Die Sperre ist unabwendbar, wenn die großen Spröden bisherigen saumseligen Tempo kommen. Für nicht rr! mehr als ach t Wocheni:eichen noch dieMittel, dann ist die Gesellschaft'.am Ende ihrer Kräfte. Dann werdcn die Netungsautos eben nicht mehr durch die Straßen rasen r.-.-t abgehetzten,-immer hilfsbereiten Aerzten, dann werden eXu die Verunglückten liegen bleiben, bis die Tragbahre korpinct Eine leise Besserung in der Auffassung gegenüber dem Notstand der Gesellschaft beginnt sich ooch durchzuringen. Es Y'r heute auch die sehr ansehnliche Spende der Gebrüder Gut» in a n n"~bön ' 100.000 K. zu verzeichnen. Als Gegenstück sei im Wortlaut ein Brief angefutut. der von den wirklich ärmsten der dlrmen, den Kindern erneÄi Kinderheimes kommt: „Die Kinder des Kinderh^cneS „Schloß Schönbrunn" des Arbeitervereines „Kinderfreu,i,'„v" haben, da bei ihnen die Selbstverwaltung eingeführt ist, irr ihrer letzten Vollversammlung einstimmig beschlossen, Ih'.'v ihre Gemeinschaft der NettungSgesellschaft als Mitglied w>t einem Jahresbeitrag von 30 K., zu welchem alle glrichmüßig beitragen, beitritt. Wir übermitteln Ihnen hirr» mit den Jahresbeitrag per Postanweisung. Mit Hochachtnuo: Kanitz, Leiter, Franz Reinprecht für die Kruder." Der Verräterische Zettel. Kürzlich wurde in den Mumm der Exportfir iii Ll. Schmidt & Komp., 7.» Sigmundgasse Nr. 7, ein En,- brach verübt und hierbei Silber- und Lederwaren rin Werte von 100.000 K. gestohlen. Bei dem auf drru T«iorte vorgenommenen Lokalaugenschein wurde eiue Hoie gesunden, die ein großefrische- Loch Offenbar batte sich der eine der Täter das Lvu beim Einsteigen gerissen und sich daher der Hose eniledigt. Man sah genau in dm Taschen nach und fan « nichts als einen Zettel, auf dem der Name eineb^- kannten Rechtsanwaltes stand und daneben die.. Worte; „Wanda! Der Doktor für Fritz!" Mit diesem geringen Bebelf hat Polizeiage' t Pfleger weitergeforscht und festgestellt, daß der" Y» - wähnte ^Fritz" der wegen mehrfacher EinbruchSdtebsto - wiederholt vorbestrafte Sattlergehilfe Friedricb Batbücst i ist, der mit zwei wiederholt nbgestrasten Männern, l . , Hilfsarbeiter Karl Hebling und dem SitberschmiehgehstYL Otto W i e s i n g e r im Bunde stand. Balbuchta und fe - beiden Freunde wurden nun dieser Tage verhaftet. %. > man die drei untersuchte, fand man bei Wiesinger eine r Erpresserbrief, der vyn Karl Hcpling stammte In b, Schreiben droht Hepling dem Wiesinger. er werde, we, n er weitere Geldforderungen «un ihn stelle, der Behbr' e zahlreiche Einbruchsdiebstähle, die beide gemeinsam lcgangen haben, avzeigen. - Der Zettel in der. Hose und der Drohbrief X; > Helling belasteten alle drei so schwer, daß sie einer gar- Reihe von Einbrüchen überwiesen werden konnten, - V der die Beute mehrere hunderttausend Kronen ßetr y Auch mehrere Hehler wurde» verhaftet. Der G t Alvis Bojanowski. der aleichsalls einen Teil c Diebsbeute erwarb, ikt Üüctzüa.

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