Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 305 (26.11.1919)
- Date
- 1919-11-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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HSeJfe 8 /5Bf<n, M8w»ch Wkeuer MorFenZenn«ff Nvvnnvtt 19*9 ystvso^ 'Keinen Srenenbildern. die als ■ traumhafte Bision «n hetz Dichters Auge rornber'-irl-Ln, wickelt sich das reichlich ¥j-rai:fiffc und krasse Geschehen dieser Novelle ab. Dia Übergangs. werden durch den Text der Erzählung, vorn Dichter gesprochen, vermittelt. So ergibt - sich ein doppelter' Schauplatzi der Dichter schreibend am Arbeitspult; das Bild erlischt, sobald -da» Erzählte sich -um Dialog verdichtet und die szenische Gestaltung zuläßt. Aus einer tramnbaft - verdrrukelten kleinen Bühne werden' die dramatischen Boraü'.-ae lebendig, verloschen, um wieder dem Dichter das Vort zu geben, der in seiner Erzählung fortfährt und seine Hestaltru seelisch deutet. Dieses Wechselspiel Zwischen, dem Etchter und seinen Visionen gibt zweifellos reizvolle Möglichkeiten ... . WaS den Vorbier Zittsrlein selbst anlangt: eine, grüblerische, verbissene, verstiegene, überspitzte Arbeit; eine 'Art Barkante von Meister Anton und Klara. Meister Zitterlein liebt seine Tochter so sehr, daß er sie keinem Manngönnt und mit grotesker Sittenstrenge über sie wacht. Er liebt sie als dos verjüngte Ebenbild seiner vergötterten Frau, ließt sie aber als die — unschuldige — Todesursache ibrer 2?iiitrer. An diesem Zwiespalt zerbricht Zitterlein. —' Ernst Snrigelski hat eine verbindende, stimmungsstark« Mniit zu diesem szenischen Experiment geschrieben, die besonders in ihrer weiten Volkstümlichkeit außerordentlich gelungen ist. Ans den Theaterm. " '.Im Burgtheater gelangt morg« Donnerstag a § ihr wollt" zur Aufführung. Beginn 5 Uhr. Im L>p c rntheater werden morgen Donnerstag die Ballette „W i e n e r Walze r", „D i e Vuppensee" und onne und Erde" gegeben. Beginn & llhr. Mdntag dm 1. Dezember eine -E „ .. _ nm */«8 Uhr abends findet im Cm r t-T!, enter eine Wohlkärigktitsvorstellltng für die ^^ettunasgeiellschast statt. Auigesührt wird. „Johann Neffrop" mit Äbiüy^T Haller als Gast. / Karten find an den Kassen deS ^nttThrater? und in der SamMstation der RettungSgescllschast, .madchlysirahr 1, zu haben. Die nüchsten Premiere«. In den nächsten Tagen finden auf Wiener Bühnen folgende staufsührungen statt: : Im Neuen WieuerStadttheater heute, Mittwoch, „Der B i b e r p e l z" mit Hanfi Niese, HanS M a r r und Otto ,Treßlrr in den Hauptrollen. Beginn 'V;6 Uhr. ffreitofl wird das Lustspiel „Dir himmlische Ku g ei" von Flcrs und Callaveh deutsch von Otto Eckensch'.h, in.den Spielplan ausgenommen. — Im Deutschen V.o l k s t h e a t er wird Freitag den28. November Sch 8 n h e rr S simgms Bühnenwerk „K i n d e r t r a g ö d i e" zum erstepmal -gegeben. — Im Theater an der Wien gelangt Sümötag den 2S. d. M. dieOSkarS t r auch fche Novität >D o x fmusik a n t e n", mit den Damen Fischer, K a r t o u s ch und den Herren M a r i s ch k a, Tautenh a y rr in den Hauptrollen, zur Uraufiührung. . ' Im I o s e s st ä d t r r T h e a 1 e r wird SamStag PW 2S. d. M. der französische Schwank „Einquartierung" (lrs diiist de Logement) von Anlonh Mars neu in Szene gesetzt Lieben. ' '5>:c N e I! c W i e n e r B ü h n e, welche in der lausenden Wome eme Reihe von Jubiläumsvorfiellungen absolviert, hat für Montag dcn 1. Dezember die N e ft r o y sche Posse „E i n nt nx will er s i ch machen" als Premiere angefetzt. Am Wie ne r Komödien hauS findet Donnerstag den 27. d M. die Uraufführung von C. O. Kalls „D e r H e r r M e d i z i n a l r a t" statt. In den K a m m e r s p i e l t n wird Montag den 1. Descml'cr um 6 Uhr abends das dreiaktige Nachtstück „B r a n d i m O p^e r n h a u s" von Georg Kaiser rum erstenmal gegeben. ^prclleller: Dr. Bernhard Reich. ' ... Oreie jüdische Volksbühne. SamStag den 29. d. M., pse VzS Uhr nachmittags, gelangt im Bürgertheater t zwenm Male m jüdischer Sprache „G o t t d er N a ch e> r .in drei Akten von Schalom, A f ch zur Ausführung. Diel.Mugliedrr. die zur. ersten Vorstellung keine Freikarten Irn'.gep. ethastrn Laben, können dieselben im Vereinslokale Cäfs Nembrandr, II., Untere Augartrnstraße 11, zur zweiten Vorstellung beheben. *> ■ . $pürdas demnächst zur Aufführung gelangende OraLvrrym werden noch einige Sänger und Sängerinnen aufgenommen. Anmeldung Mittwoch den 27. d. M. um V,6"Uhr abends im JnduftrieUenkafsö, I., Konkordiaplatz. ' £:■$ ziöniftische Jahrbuch. Der jüdische L l m a n a ch mff das e-nhc'5680, herauZgegeben von O t t p A b e l r S und Lndw-z B ato, ö. Jahrgang, weist folgenden Inhalt auf: B a t v: Das Jahr 5679. — Heinrich M a r g u l i e S: Dvl'.tik und Sendung. — Leon Reich: Die jüdische Delegation in Paris. — Emil Stein: Palästina. — Robert- W e i t s ch : Die Revolution und die jüdischen, Nationalräte. — H. P-- C Hajes: Das Amt. — Max B r o d : Vom Wesen der Demoiratre. -- Ernst Müller: Zur Charakteristik des rellg.cacn Judentums. — Hermann K a d i s ch : Dir Gefahr einer neuen Äisimilation. — Abraham Schwadron: Von den-zwn^Polen der Judmieindschast. — Arnold Zwei g': AuS eurem Ofejudenbuch. — Otto AbeleS: Dre Erscheinung (Ge» bich:). — Lndw y Bato: An berden Ufern. — Schglom A i eb: 'Das Geheimnis des Knaben. — Eugen Hoeslich:ZwÄ Gedi/bte. — David P in S k i: Das Mädchen an der Thoralade. Ch. N. V'.alik: An dieStillcn (Gedicht). — Otto Abeles: Aus be'jereer Tagen. — Uriel B i r n b a ü m: Bier Sonette.— Bernhard Tag: Quellen, die ewig sprudeln. — Marek S ch c r l a g : Wage des Wunsches (Gedicht). — Aus der lü-elich-n Sagenwelt:, Ter Tod MoseS. Im Geheimnis der Illritten-acht (Lohar). Der TodeSengel kGottlieb von Leon). Irrninlsmetanifche Legenden <L. A. Frankl). Zwei böhmische Iu-enmöaeien (L. Kompni). — Artnr Freud: Von Büchern . des Jahres. — Jüdischer Kalender für LaS Jahr, iPB-. — Kern Worte zur Judensrage von Theodor B c h r,.Huio Bergmann, Slcg^cd B ernfrld. Theodor Herzt, Gustav Landauer, Heinrich L o r w e, Max N o rh a it, fH;r Salten, Adob 1 an d, Robert Stricker. Ieeh:cl T i ch l e n o w. Umichlagvicknung und Buchschmuck von Jakob Low. Illustrationen von Joses B u d k v, Elchanan F r a ~ W a IjC i I) it ) u1 10$ iiiiitLuuüiiiu ruii u v i d, ^injcinan rr f, Jakob Löw. Moritz Oppenheimer nnd Wilhelm ht^l "Tei' ennchlrestlich Buchhändlerzuschlag K li.~, Zu erh oenBerlag JüdrscheZeitung. Wien, 5 1c , Berichte jüdischer Zeugen und Jritgenoffm über die unnrn während der Kremzüge. „Das istdad hoheBuchder Gottrrgebenbert, der GotteKheiligung. Ein gewaltiger >! aus dem Blute der Dahingeschlachtetrn. Nicht nur zur chsien Raincns, cm Hymnus zur Ehre dieser Helden, uetn ihr Leben verströmen ließen, um ihr „Schma o t 11 auttugeben, die in höchster Entsagung nnd Ber* -- uiui g uo i als Wegzehrung gm Himmel begrüßten". l„Neue indische. Monalsbcfte.") Preis gebunden Mark b.—. Zu bejtehr« lncch R. Lkwll. Buchhandlung. 1. Rotenturmstraßr 22.' I d > 6 Ehre ce r Wintersport und Straßenbahn. Die Mitnahme von Skiern auf der Straßenbahn ist gestattet. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals die diesbezügliche Bestimmung aus der Betriaebsordnung der Straßenbahn«^ in -Erinnerung gebracht, die besagt, daß Skier auf der vorderen Plattform mitgenonimen werden dürfen, und zwar ein Paar pro Fahrgast. Auch die Mitnahme von kleinen Schlitten und Rodeln ist gestattet, falls diese unter den Sitzen untergebracht werden können. AuSlandSfahrten von Wiener Fußballern. Mehrere Wiener Vereine unternehmen im Laufe deS Monats De» zember Wettspielreisen iuS Ausland. So spielt der S.»C. Rapid in Süddeutschland und in der Schweiz, der Wiener Athletiksportklub in Sachsen, der W. A. F. in Süddeutschland, Auch die Amateure stehen mit deutschen Vereinen in-Unter» Handlung. ' r/ ,] Die Eishockey.Mellt r^-ait 391 »'1920. Der Eishocket,, verband hat bereits die Bestimmungen für die heurige Meisterschaft erlassen. Teilnahmsberechtigt sind alle Ver° bandsveretne. Jede Mannschaft spielt einmal gegen jede andere gemeldete. Der Nennungsschluß ist am 1. Dezember. Der Sieger in der Konkurrenz erwirbt den Titel „Meister von Wien 1919/1920." Angeblicher Spielerübortrttt. I« der letzten Zeit waren Gerüchte verbreitet, daß^ sich der Napid»Star Bauer mtt der Absicht trage, der Schwechater Germania deizutteten. Nunmehr berichtet das »Sport-Tagblatt", daß diese Gerüchte jeder Grundlage entbehren. Die Wettspiele des Sonntags. Am Sonntag wird die Meisterschaft mit folgenden Wettspielen fortgesetzt: Rapid— W. A. C. sPrater), Rudolfshügel—Sportklub ^Favoriten), Amateure—Simmering (Ob. St.-Vett), F. A. C.—Admira (Floridsdorf), W. A. F.—Vienna (Hütteldors), Macker—Hertha (Meidling).^ « Hnkoatz» Fechtsektto». Die konstituierende Plenarversammlung findet Freitag den 28. d. M. um l/%1 Uhr im Casö Industriellen, l.. Konkordiavlatz 4, statt, wozu alle bisher Gemeldeten und sonnigen Juterefientrn höslichst emgrladen werdeni I. Sp. B. Hechawer. Sämtliche Zöglinge haben sich wegen Abgabe von Brennholz Donucrs.tag oder SamStag zwischen 6 und 7 Uhr nn Sekretär nit, VIU., Alsersiraöe 31 (Casö „zu den drei Läu'ern"),.einzunndcn. /-'MW) r*1»* 4»t-i Mftü i ui» Hiwi ni* I > Herreu»«. OamenMie werden nach nettest. W8äg$5Ä'"> Mode prompt und billigst modernisiert - xvm,, watrlngov Gürtel 31 und VII., SZariahllforsttaB»» 86 DiegsftotzleKe SLradivarirrrgskAe Hnbermans. Vor, dem Schrourgerichkr linier Vorsitz deS OberlandeSgerichtscates Dr. Jacob hatten sich gestern der 28jährige Zeichner Josef Baum weern Gcwohnheitsbiebstahls nnd Betruges und der 24jährige Schlosser Franz Hvfmann -wegen Teilnehmung am Diebstahl zu veranttvorten. Wie in der Anklageschrift mrs ge führt wird, hat Baum ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Am 18. Jänner, d. I. fuhr Baum nach Budapest. Er trug die LeutnarstZuniform und traf im Abteil zufällig mit dem Viosintiirtuosen H u b e r m ä n zusamrnen. Dieser sprach von seiner SLräbiv-ariusgeige -und erwähnte, daß \te ihn im Frieden 70.000 ftrwmett gekostet habe, heute aber das Vierfache wert fei. »Auch erzählte der Künstler, daß ,er sin den nächsten Tagen in Wien /intreffen und im Hotel Imperial Wohnung nehmen werde. Wie Baum in der Untersuchung zuge- ' standen hat, faßte er schon im Eisenbahnwagen den Entschluß, die kostbare Geige zu.stehlen, doch bot sich hierzu keine Gelegenheit. Um den Diebstahl doch au§- znführen, begab sich Baum am 27. Jänner in das Hotel Imperial und erfuhr, daß Huberman am nächsten Vormittag in seinem Zimmer nicht anwesend sein werde, weil er in Paßangesegenheiten Wege zu machen habe. Um die Mittagsstunde dieses TageS kam Baum neuerlich in das Hotel und wartete zunächst am Gange. Dem Stubenmädchen sagte er, er müsse auf Huberman warten, der sein Bekannter sei. Dabei sah Bauni, daß daS Stubenmädchen den Schlüsselbund an^ eine Glastür hängt«. In einem unbewachten Moment ergriff er den Schlüsselbund, sperrte die Tür zum Zimmer Huberman auf und hängte die Schlüssel wieder an ihren früheren Platz. Dann betrat er das Zimmer des Virtuosen, sah auf dem Tische einen Dappelgeigenkasten liegen, nahm ihn an sich und verließ unbehelligt bas Hotel. In dem Geigenkasten befanden sich die von der Anklageschrift mit 250.000, Kronen bewertete Stradivarius imd eine ztveite Getg« im Werte von 18.000 Zkvrme«.? Die Anklage schildert nun, wie B«um an die Verwertung der Geigen schreiben wollte. Noch am Mend des Diebstahls suchte er den ihm bekannten Zweitangeklagten Hosmann auf- und beide fuhren nach Graz. Baum stieg im Hotel Daniel ab, meldete sich als Rittmeister v. Santa aus Troppau und gab Hvfmann für seinen Diener aus. Da die, ©feige« in Graz nicht au den WLann zu bringe« waren, fuhren die zwei Beschuldigten wieder nach Wien, Hosmann warf den Doppelgeigenkasten im Wert« vv» 2000 Kronen nächst der Brigittabrücke in den Do na« kau al, verbarg die Stradivariusgeige in ferner Wohnung und es wurde beschlossen, daS Instrument erst später zu verkaufen. Ans vertraulichem Wege hatte die Polizei schon kurze Zeit darauf Kenntnis erhalten, ws sich die zwei Geigen HubermanS befinden, stellte die selben sicher und verhaftete am 6. Februar de« HauptangeLlagten Josef WM»-.. i '!/ Die DerhaMmtg. ' Bon Brvulslav Huberman, der als Zeuge borget laden ist, liegt ein Schreiben vor, in dem der Künste bekannt gibt, daß ihn. Abgesehen von seiner künstlerischen, Tätigkeit-, die ihn erst C'üde. Februar oder Anfang März, nach Wien führt, auch PaßschWidrigkeiten. ym Erschrim-u:. in Wien verhindern. , / . > - y T>er Angeklagte B a um leugnet entschieden, er durch längere Zeit auf'der Strecke zwischen und Br^apest Neisekoffer ausplündertv. - Man habe Osi auf der Polizei zu einem Geständnis gedrängt, und uvi Ruhe zu haben, ,äuß'ertr er sich in der ihm von der klage zur Last gelegten Weise. ' 1 Im, weiteren Verlaufe des BexhÄrS erzähkte dev: Angeklagte, daß er eine Schauspielersin in «in«m Äabaretsi' kennen lernte und die fest« Msicht hatte, sie zn kichM Hr wollte sich ^juen eigenen Hausstand grütchfe»^ Und dieser Umstand charMauch der Grand, daß «e de« Diebstahl an Huberman verüösie, um eine größere Geldsumme ztt erhalten. Er habe auch, nachdem der Died' stahh .in den Zeitungen bekannt gemacht wurde. Huberman unter fremdem Namen telephoniert und dut- Rückgabe der Geigen gegen die Zahlung der für ihr«: Zuftandebringung aus gesetzten Prämie von 20.00k Kronen und eines werteren Darlehens im Betrüge vov 40.000 Kronen pvoponiert. Huberman habe dis An* nahcke in Aussicht gestellt, mittlerweile sei aber die Verhaftung erfolgt. ' . Hofmann, der einen guten Leumund hat, erklärt^ daß er von dem Diebstahl erst m Wiener-Neustadl«, auf der Rückkehr aus Graz, erfahre» habe und daß.' er von da c& den Befehlen Baums Folge leisten nrußte, weil dieser ihm / gedroht habe, ihn im Milder Entdeckung „mitzuziehen". Die Braut des Baum gibt an, baß sie van be? aufrichttgen Liebe des Angeklagten zu ihr fest überzeugt war, daß sie seine Gefühle erwiderte und ihn.' in das Haus ihrer Eltern einführte. .; Da sie ihn für einen in bester Stellung stehenden Menschen aus gutem Haufe hielt, war sie gar «icht erstaunt, wenn Baum oft Zechen in der Höhe von 1200 bis. 1600 Kronen an einem - Abend bezahlte. Die yoir ihm erhaltenen kostbaren Geschenke stellte' sie sofort zurück, als sie von den Geigendiebstühlen j&awOii3 erhielt. . Der Verteidiger Dr. Kramer fvggt die Zeugru, ob sie die außerordentlich leidenschaftliche ZuneiguM des Ängektagien erkannt und auch geglaubt habe oder ob sie der Meinung war, daß es sich um einen bloßen Theaterflirt handelt. — Zeuginr Nein, wir waren beide von den ernstesten Absichten durchdrungen. Cr hat bei meinen. Eltern um meine Hand angehalten und sollte nach der Heirat in das Geschäft meines Vaters emirrton. — Dr. Kramer: Dann ist es also richtig, vah er die 'Entwendung der Hubermanschen Geige eigentlich aus Liehe zu Ihnen und um.sich - Ihren Besitz zu sichern, begangen hat. — Die Zeugin jMueigt sichtlich bewegt, ~ %; ■ Dias Urteil. Die Verhandlung wurde in später jA'oendsUcnde zu Ende geführt. /Die Geschwornen erkannten Josef Daum des flfor truges durch Herausloclung der Sch muck fachen und des Diebstahls der Geigen einstimmig schuldig, verneinten aber die zwei Zusatzfragen, daß ep sich das Stehlen, -beziehungsweise das Betrügen zur. Gewohnheit ge«' macht habe, mit ill Stimmen. Die Schuld frage auf Teilnehmung am Diebstähle für s^ranz Hosmann wurde einstimmig verneint. Auf Grund dieses Verdiktes verkündete der Präsident den. Freispruch des angellagten Hvfmann, während Josef Baum zu fünf Jahren schwerem Kerker verurteilt wurde. Verteidiger Dr. Kramer behielt -sich gegen das Urteil Bedenkzeit offen. Die rmgarischen Kommunisten vor Gericht- - Budapest, 25. November. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) In bei heute fortficfetjlen Verhandlung gegen die Terroristen wurde zunächst der Fall der Ermordung deS Fähnrichs D o d s s weiter erörtert. >v „ ' „ . -. Eme Reibe von Zeugen sagte belastend gegen Ts ernh, S ch 8 n und G t o o anS. So sagte der als Zeuge vernommene Terror>st Rudolf R e i n h e i m e r, Groo habe sich ihm gegew über gerühmt, daß man Dobia in den Kohlenkrller geführt habe, ihn dascldst sein Grab schaufeln ließ und auS einer Entfermmr von einem Meter zweimal auf Dobsa schoß." Der ehemalige politische Kchnmifiär Paul Spitzer gab an, Schön habe sich chm gegenüber gerühmt, daß er Dobka hmrichten ließ. . Sodann wird der Terrorist S u l h o k einvernomme«, gegen - den der Verdacht vorlrcgt, daß er die Leiche DobsaS 'in einem Lastenauto zur Donau beförderte rmd sie dort ins Wasser warf. _ Ü r ' Die EiseMeinert Meuterer vor dem Gericht Praa, 24. November. Der HochverratSptozeß neigt seknew Ende;n. ES wurden seitens des Vertreters der Anklage eine UH . insbesondere Leg welcheoffen rugestehen mußten, daß fie an der Ättton der Meuterer Anten genommen hytten. Als besonders interessantes Faktum erscheint eS, daß die Verteidiger der Beschuldigten dm BewerS zu erbringen versuchten, daß Präsident M a s a r v f selbst den Beschuldigten Straflosigkeit zugestchert havt, wenn dieselben in ihre GarnisonSorte zuriickkehrcn, und daß sie an! diese Zuficherung hin von ihrem Vorhaben, «ach Prag zu ziehen, Abstand nahmen. . M Das BeweiSverfahrm bitrfte in dm nächsten Tagen geschloffen «erden, es wud hieraus eine Pause von emigen Tage» rmSefchaUrt werden, worauf dann die PlütdoperS beainnm werden. Je yfmiii.. •Ww *** ^*rs,^ssxa.-'