Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 295 (15.11.1919)
- Date
- 1919-11-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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-k. 295 Wien. Samsrag Wiener Morgenzetturrg 15. November 1919 Seite 8" 'irnmmmmm .... ....*■ m .....mmmuuwimrnmn rnmmmmrn ,i »■iiiHwn.—- - * ...... . .. ' 1 111 ■' 111 .‘ ‘ ' *r'. . * ' . . . '■ ... Bühne und KunK. Deutsches Volkstheater. : .Hermann Keffers dreiaktiges Drama .„Kaiserin Messalina" müßte richtig heißen: „M-eisalinas letztes .Ubchrbeuer^ß Leider will aber die Dichtung mehr bedeuten Md, vermag es nicht. Kesser streitet -für die grausame Kaiserliche Dirne mit einem billigen, ach, sehr banalen Plädoyer. Der Mann auf dein Cäsarenthrone, dem sie, jung und glühend, von der ehrgeizigen Mutter, verkuppelt wird, ist W, ordinär und verfügt nur mehr .über jene bequeme. Hinderliche .Erotik älterer Jahrgänge,. die durch .den .Knittelvers gekennzeichnet wird: „Nach, dem Essen kommt die . Zeit,- da sich .regt die Zärtlichkeit." Deshalb also, ward Messalina— o, wenn, sie es pur :nicht festst wüßte. Und nicht auch noch so. umständlich sagen würde! — das wvig nach Lk«ioe dürstende Weib, das nach jeder Liebesnacht dem nächsten Männe cntgegensiebert. Nach einer überaus reichhaltigen Liste konsumierter Nachtgenossen-gerät sie an euren, der außer den Umarmungen Messalinas, auch .noch den Thron.zu erreichen,'wünscht. Die Sache':wird .gefährlich,- die Wächter der . StratSraison wissen die Hpfintri.gr zu zerreißen und dstser Liebhaber, dem Messalina.! merkwürdigerweise recht änbaurmrde Liebesen rpfindungen. entgegenbring^ stö ßt sie im'. Augenblick der Gefahr/von sich.' Für ein. gemeinsames Sterben in.Schäßheit und Liebesrausch ist er nicht zu haben. Zuguterletzt: befurgt Messalina Lu einem: Monolog ihren .Mib und tötet, sich -hirrstc den Kulissen. Diese Episode wirid von . einem Dichter (das ist.Hermann -Kesser) -in einer mitunter sehr -schöpen und edlep Sprache umständlich, drei Mts lang, vor üns ' ausg'äbreitet. Frau Jda Roland hat. eine' Pracht? wolle Rolle,! überrascht durch dramatische Akzente, die auch bei der Generalprobe erschütterten un» das AvendvMikum! shinreißaic dürften. Herrlich sind die Szeuenbilder Professor Strnads. " / / Mehr über die Aufführung und die mitwirkenden Künstler .zü'-säheu, wäre leichtsinnig. Da uns die Referatsihe diesmal .von dev' Direktion des Deutschen Volkstheaters. yoreythälten■ Wurden^ konnten wir nur der. Hauptprobe beiwohnen. - _____ ■:■■■ O. N. v-;; Wiener 1 ' Es ist eine Freude, Josef Jarno nach seinen dämonischen Strindbergrollen wieder einmal in einem französischen LüstsPiÄ zu hören, dazu noch in einem klastischen, wie Ale- .^cknbär DumaS' »Ein Freund der Fra u e n". Man Heiß,, wie sehr er auch dem Sattel des Salonhelden gerecht wird. Aber bei duffem Paul de Ryons kommt noch ein Schuß, überlegener Menschenkenntnis und sprühenden Geistes hinzu und nach etlichen französischen Schwänken, in denen Jarno bloß so aus dem Handgelenk spielen mußte,. um zu siegen, durfte er am Dumaschen Dialog seine Kunst üben. Er war eifrig bei der Sache, aufgeräumt und von erquicklichem Humor — trotzdem das Ensemble nicht mitging, zum guten Teile nicht mitgehn konnte. f ^..Anny^Mtz,g d ei ne vornehme Erscheinung, wird man wöht^ersk nach, anderey Aufgaben gerecht beurteilen können. Als', Jan., de Simrese ein wenig . hausbacken, die zweite Debütantin. Paula I e l! i n, aber diesmal wirklich nicht zureichend. > Von den sonstigen - Mitwirkenden sind nur Felix Nor f oI k, Ellitwr Brinke» und Ludwig Nerz zu loben. Manche völlige Unzulänglichkeit sei wohlwollend übergangen. Neu,e Wiener Bühne. „Geldzanbe r" von Otto S o y k a. ttnc vurall'pe Komodw. bte vor etlichen Jahren mt Deutschen VoUsthcaler aufgeführt wu de. fand bei ihrer gesingen Ausführung in der Reuen Wiener Bühne ein«* frmudlicke Ampahme.' Ein Mer Teil am Gcl'Ngm ist der trefflichen Ausführung zu dankeir. Das Siück ist gute l'tcrarrsche Aibnt. zeigt l'Grschwäck und weist manchen Lusl'pteleinsaÜ auß ä.ber 'das Ganze ist eben nur Litera'nr und nicht mehr. Menschlichkeit. Humanität ra'lonalistert nach dem TMoxshstcm; eine mäßig dramaiich entwickelte Handlung, ge.st- Mch'konstruiert. mit kompl-z encrVerzahnnng, um erneu unech-blichen Schreibüscheinfall in Bewegung zu sehen. Zu unwirtlich für MLustspiel und für eine Gro'cske zu wenig grot sk. Sehr zu loben ^le Aufttihrung. rn der Herr Lovrtc den ve> liebten Milliardär ßt t guter Haltung jp>elte und an Fräul^n Lwpvsky eine treffliD Pazwenn halte Die Herren M i k s ch, Schreiber. S'ch r e ck e r und I e n f e n durchaus am Platze, für den plötzlich erkrankten Herrn Lrffcn sprang Diicktor G ey er verdienstvoll ern. Der Autor wurde vou se.ncn Getreuen ty.'rderholl hervorapplaudiert. _ F~d, ' Tvochenspitzlplnn der Neue« Wiener B3hn«. Sonntag den 16. d. M.. nachnntrags Va-3 Uhr tzn ermä; gtty Mreiieni, „Die Sendung Semaels". abends 7*6 Uhr, . ..Geldhauber". Montag den 17., abei ds 7-6 Uhr, „X-e Scudüng ' tzvemaels". Dienstag den 18., abends */»6 Uhr. „Gc!d', ,nber". Mtttwoch den Id. und Donnerstag den SV. abends 7,6 Uhr, „Die/Sendung Semaels". Freiiag dm 21., abends 7«6 Uhr, .»WerFeLdberrnhügel". Samstag ben Lü., abends 7*6 Uhr, .Geld- Äuber . Sonuiag den 23. abends %6 Ufyr; ..Die Sendung SeruaelS", nachmittags VsS Uhr (zu 'ermäßigten Preisen', „Die Dchisfbrüchigen". __ Dee Zustand Max Klinsevs, btr, w'e wir vor einigen l^agen berichteten, ernen Scklaganfall erllltru har. rst sehr bedenttich. Wie aus Leipz-q lel'graphrcit wird, ist das Schlirnrnste z u b e s ü r ch t e n. Das Befinden deS berühmten BildhmrrS uyd Radierers hat e ne ungünstige Wendung genommen. - . Der Rompreis für Komposttionen. Der Prix« de, Rom« für Kolmiomionen, der seit 1JH 4 Nickt verteilt wurde, ist Marc D e l m a s tür eine Kantate zuersannt worden: V MrrstksLkLion der Hakwoh sDrchester). Tie P>oben ßitden von nun ab regekmä^ig am Sonnt-rg um 7-10 Uhr vyr M'stagS tm Berewssaal des Konze,ihn>lies Eingang H^uwarlt. Gfiege!?'statt. Du.Mitglieder werden ausgejordert, pirnktlich und regelmäprg zu ericheinen. Siegmund Mayer» der hockbctagle Schvi rü .i r und Pr-l-uler, har in ie nem?'-,kike „Die Wiener Juden"' eine höchst itCercffcmti', autschkußreicheWirtsckafsgeichiclite des abendländi-chen Judentums gegeben. Mayer schildert d.rS Leben der Ghettojuden nr: Preßdurg und 2ß«ctt, die Entwicklung des kommeiz-ellcn LebenS När der 46er"Revolution und bte Acndnung der Struktur der sozialen, politischen uno gesellichattlichen Berdä tmrtc fett den Märztagen und dem Bcg-tin der Der asiuugsära. Es ist dank d:ui E>° zWertalenk deS BelfafsrrS, der d er den Niederschlag 'erneS ci en'U reichbenicgten Lebens gegeb'n hat/ ern höchst angehendes Wert gkwordm, dcsten Leklü e hohen Genuß bereitet. Prelvgchester kl 19.20, gkbnndLn P ,S4. -> Zu bezrehen durch R'- L^wrk. Bn-Hbandlung, Wlen.Rolruturmstraße 22. Sport. D!e FußLaklwettsPrele. Heute und nrorgen knnrmen zabl'i'iche W^ttsp'ele zur Airstragimg. Wählend die erste Klnste d'e Melste>sckaslssp ele auf beide Tage verteil», ireten die Zwritklassi''en nur am Sonntag m dieser Konku r enz an. Am Samstaa spielen W a ck e r—N n b o l s s li ft n e l und A d m i r a—W. A.F. Die letztgenannten Bcr r ne dürsten siegreich bleiben. Am Sonntag trenen solaende Bemire, aitfonttttert r W t e n ii a—A m atenrr Hohe Wartel, Hertha— R a v i.d ssvaporNen-, W A C.—S i m m e r i v n (P a'-r7 Svor 1 klu b—F, A. C. tFloridsdorf) > Der Ansgar:a der Spiele ist nne-ewiß. D'e H a k o a h spielt ans ihrem Plü;e gegen die B e w e g u n qß spielet, denen sie glatt die Pnnsie chmehmen dinste. We-teis sp^-n: O>'ast''na aeaen C"cketer: Germania geoen Ostmnck. Nir^dtn-' aegen Plne Star. Slovan gegen Borwätts. Red Star gegen Ober-St. Veit und Sturm gegen Sportsreunde. L^chtathlelr-sches Meeting. Als letz'e Bahnve'anstaktnna ti mmt beute dem Praierspoitpln»' deS W'ener A'blN'fspo'tklnbs der mm And iis-m an das g^snllene, M tgl'ed -eS W. A. C, Fv'ef Ambros gestif'eie Ambras Graf-Eb knwanderpre's für «men Klnbmehrkamvt?ur E>nsckeii>nng J»8aesf,mt wirrden fitv d e 18 Konln''erneu 106 Nmnuugen abgegeben. Das Meeting beginnt um 2 Uhr nachmittags. __ Gründung einer akademischen Sportabieilung „Jrrdasu". D'r Gesamtveiband jüdischer Hocktchüler W-ens bat ein "vortrescrat getckasfen. das d'e Ausaü'e Hit. d'e indi'che Studentenschaft m ipv'tlicbse Betätignna lnr>nizutstt?>en. Es sollen, a^e Svortzw^ge. w e L e i ck t a t h t e t» f, Ä ch m i m m e n, R u I) tm, Invn nt, F n ß b a l l. H o ck e y, Ten n > s, Touristik. Wintersport, Fechten (italienisch), bktr'eben w^'den. Die Leitung bat Dr. Erick F r i e d m a n u vom Sportllick Hakoab nbernomirim, , wi«' auch alle Svoitd^sivt>nen von bewäh'tnr Sportlcuicn der jüdischen Sportunb Tianbewegung gele tet werden. D e ak'rve Bctätigimg wird bereits in der nächsten Woche aufgrnomn'en. Aumstdirnakn: Dienstag. Donne'stag und Samstaa von 11 bis t Uhr, IX., Alserst'aüe 28, Akademische Sportabtcilung „Jud.iea" ber JUC. Bronko Fester. SMlmr'e für Anfänger. Der Sportklub H a k o a b veranstaltet, gii"st-ge Schnrr- und Aeikehisveibältniise vc>ians'>e'eyt, im MonateDezen,ber;wcr S k r k u r s e s ü r A n t ä n g e r nach Lilientesder Methode — m't einem Stock — und zwar in der Zeit vom 1\ bis 20. und ’M-. bis 3t. Dezember. Kmsbcrtrag tür Mitglieder K 20.—, für N'chtmtiqlieder si 10p.—. Interessenten wollen ibre Anmeldung nnter Bcmhlung des Knrsbn vaacs im Sekretariate der Ha'oah abgrb-'n. Am 18. November, 7 Uhr abends, wollen stch alle Teilnehmer rm obgenannten S-'Netar aie zwecks. Be'pi echung bezüglich Ansiüstnng, Anschaffung von Skiern m'w. emstnden. Kad?ma. Samstag. 7»3 Uhr nachm'ttgas, gegm Kanermiihlen Arb.-Sp.-Kl., Sonntag, 7,1 Uhr m tta"s. gegen Hcchawer aus dem Florrdsdorfer Vikto'ia-Sportplatz. XXI., Anton Störkgasse 68. Sonntag. 6 Uhr abends, jüdischer Lieder- und Dichicrabcnd rm Caf6 City, IX., Porzrllangaffe. Sportklub Hakoah, Wien. Heute um 6 Uhr abends und morgen um 7*7 Uhr abn'ds gimcm^amer Klubabend sämtlicher Sekt onen im Äludhcim, C^sö Industriellen, l., Koukordiaplay 4. Fechtsektion der Hakoah. Für diese neugeschaffene Sektion gibt sich m a'ten jiis>>cken Kreisen regstes Interesse kund. Die bereits zahlre ck ein gelaufenen Anmeldungen berechtigen n der Hoffnung, daß sich auch diese Sektion der Hakoah bald eine wütd ge Position in ihrem Spolt-.welge sichern w rd. um so mehr, als die Be,Handlungen nnt eiw'm der ersten Fechtmeister Wiens vor dem Abschluß stehen. N nanmeltungen von Dam n und Herten werden täglich rm Sekretariate der Hakoab. l., Konkordiaplatz 4, schuftllch oder mündlich entgegcngenomlnen. _ GwiMssiMl. E A reichHtzerrtscher KsmmunM vor dem Wiener Vor dem Zeitungshause der ..ReichSpost" in der Strozzigaffe marschierte am 10. August abends ein Trupp Kommunisten ouf. Eine Deputation unter Führung eineZ Reichsdeutschen namens Eugen Scheuer begab sich in die Ned.rktion und forderte den Chefredakteur Dr. Friedrich Funder unter Beschimpfungen und Drohungen auf, wegen der konterrevolutionären Haltung der „Reichspost", insbesondere wegen der Beleidigung Vela Kuns und deffen Genossen Abbitte zu leisten. Dr. Funder treigerte sich, das zu tun, er sei lediglich bereit, vom Fenster an die Menge eine aufklcirende Ansprache zu halten. Darauf beschintpften die Leute Dr. Funder und wollten ihn mit Gewalt auf . die Straße bringen. Eugen Scheuer soll dabei den Dr. Funder am Arm gepackt haben. Da dies unter einschüchternden Drohungen geschah, wurde gegen Eugen Scheuer, der mit dem -bekannten kommunistischen Schriftsteller Rabe identisch sein soll, die Anklage erhoben, und heute hatte sich Scheuer vor dem Einzelnrichter Dr Dörr wegen öffentlicher Gewalttätigkeit. zu verantworten. Der Angeklagte beginnt seine Verantwortung mit eitler flammenden Rede, in der er das Wesen und die Ziele des K'-Ullmninsmus anfznklären suchte. Auf die Sache selbst übergehend, sagte der Beschuldigte, daß am Tage vorher eine Sitzung der kommnmstischen Parteileitung stattfand, an der auch ungarische Genossen teilnahmen und in welcher das Verhalten der „Rcichspost" und ihre monarchistische Propaganoa besprochen wurde. Cs w'rtrde der Vorschlag gemacht, das Erscheinen der „Reichkpost' unmöglich zn machen und zugleich der Beschluß gefaßt, am nächsten Tage eine Demonstration vor dem Hause des genannten Blattes zu ' ranflalten. Nach einer Versammlung vor dem Nathause zog eine Menge von Teilnehmern zur „Rerchspost" und die Stimmrmg war allgemein sehr erregt, je. es hieß, die ganze ..NeichSpost" müsse demoliert weroen. „Ich als getreuer Eckhart der Partei", fährt Scheuer fort, ..durfte nicht dulden, daß solche Gewalttaten verübt werden. Ich hielt eine sehr redolntlonäre Rede und verlangte dann von den Siodlschnhleuten, die daS Gebäude unrstellt hatten, daß die Deputation zu Dr. Funder hinaufgehen dürfe. Dies mm ßjiitcn Gr ößte Auswahl! Billigste Preise! 640 Leopoid Steinhart, Wien, I., Biberstraße 9. wurde bewilligt. Ai? wir hrnaufkamen, wurde von Doktor Funder verlangt,.das; er auf dre Straße gehe und der- 'oer« smnmelten Menge' eine Austlärung über sein bisheriges-,Per«' halten und das Versprechen gebe, die politische Haltung des, Blattes zu äudern. Dr. Funder wollte auf.unseren Vorschlag l nicht erngehen. Er wollte vom Fettst« aus zpc Metrge sprechest, l ich hielt das aber nicht für ratsam, weil ich/dünn für seine t persönliche Sicherheit nia)t bürgen konnte. ES koimte jü:.vo» * der Straße aus ein Schuß gegen ihn abgeseucht; werden.'77-. Al-5 er stch noch immer weigerte, nannte ich.ihn einen-, feigen > Wicht, v orauf . Dr. Furrder davonlief." Der Angeklagte ' gibt dann an; daß er auf die Gaffe gegangen sei und dre Gettoisen. verarrlaßte, abzuziehen. ,Snt mir ist es zu danken", Mlotz. der Angeklagte, „daß jeder gwaltsanle Schritt verhindert wurde; ich habe Dr. Funder nicht bedroht, sondern bin stur zu seinem Schutze'tätig gewesen."?' 7 Der Richter hielt dem Angeklagten vor, chaß stach hm1 Erhebungen des Gerichtes der Verdacht besiehe, er fei 'mit dem deutschen Anarchisten' Raabe identisch. Der AngestagiS' erklärte; brerüber keine Auskunft geben zu wollen.- Dr. Friedrich Funder gab an, daß sich die Sozialdemokraten stürmisch.Eintritt in die Redaktion erzwungen hatten,: daß sie'ihn bedrohten und zwingen wollten, auf die Straße zu gehen und dort der versammelten Menge Abbitte':.fü^- dre Haltung der „Reichspost" zu leisten. Vor der Verkündigung des Urteils erklärte -der Angeklagte, der kommende Winter werde Demonstrationen ingroßem Stile bringen. Der Staatsantvalt verstehe nicht,-hast, es zwecklos sei, die Führer dieser Demonstrationen -circhnsperren und an ihnen eine kleinliche Rache zu üben.--: Fallt ihr Urteil aus wie immer, sagte der Angeklagte schließlich, die kommenden Ereignisse werden sich doch nicht hintanhalt'en losten, denn wir gehen einem Winter entgegen, 'dessen Schrecken wir kaum zu ahnen vermögen. Nach durchgcführter Verhandlung.wurde der Angeklagte des Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit schuldig, erkannt und nach dem höheren Strafsatze zu sieben Mo» natenschwereii Kerkers verurteilt. Die Untersuchungs- Haft vom 29. August bis heute wurde in die Strafzeit eingerechnet. Verteidiger Dr. Valentin R 0 s e n f e l d behielt sich gegen BankfiesßMft 1. R ö HATYN Wien,Maria Tfeeresienstrasse 10 Telephon 20-3-63. Kulanteste Durchführung Ton Transaktionen jeder Art, Warenlombardierung, Auszahlungen, TIeberweisungen. Speziftlabtcilunfj für Polen. 6C8o Der Volkswirt. Wirtschaftliche Nachrichten. Alls dcm Haag wird uns berichtet: Wie das Antwerperlk-I Llait ..De Sckclde" mitteilt, macht die, A n t w e r P e rr e vt D l a m a n t e n r n d u st r r e ctitc gefährliche Krise durch. Nach einer Penode höckstcr Blüte ,st eine E r s ch l a f f uit s: nngetrrten.. Es iss em Ricsenvorrat von Diamanten fabrrsiert worden, den man nicht allmählich an den Mann zu.bnugen vermochte. Die Folge rst, daß nun über dreitausend Diamantenarbciter arbeitslos sind. Tatsache ist, daß es m Aniwerpen derzeit vielmv>el Diamantschletfer grdt. — ..Ceske Slovo - erfährt von autoritativer Stelle, daß aus die Stabilisicrmtgs-- crnleihe m der Tschccho-Slowakei im ganzen 1600 M'.lliouerr. Kronen gezeichnet wurden. — Ucber den abzuschlreßenden italienische tschecho-^lowakischen Handelsvertrag erfährt die „Narodm Friiy", daß die V rhandlungm aus Schwierigke ten stoßen, well hei oeL, Ausfuhr aus derTschecho-SlowakeinachJtalicn dicstlden Zollsätze wies für die Aus'uhr nach Oesterreich und nrcht die erniedrigten Zolltarife' wie für Frankreich und Ingollawien gelten sollen. — NuS Berlin wird gemeldet: Vom 14.d.M. ad werden Wert^ und E i n s ch r e r d P a k e t e wieder zur Postbeförderung a it=» n ni 0 m nt e n, Damit sind alle Bcrkehrsbeschränkungm mr Postbetrieb beseitigt., — Der New-Aorler Korrespvudent des „N,xuwe Courant" berichtet, daß die Umsätze,an der N e w-- Aorker Effektenbörse gestern zweieinhalb Milli--! onen Anteile betrugen, was einen hohen Rekord ' bedeutet». Baumwolle ist um zweihundert Punkte herabgegangen, Kaffee um hundert Punkte. Die Getreide-, Fettuild andere Mäikle sind völlig demoralisiert. — Gemäß einer .-.wischen Frankreich und Belgien getroffenen Uebereinkunst stellt Frankreich Belgien nlonotlich 140.000 Tonnen. deutscher Kohle zur Verfügung, die für die belgische Jndnstrle bestimmt ist. — Wlk aus Mailänder diplomatischer ' Quelle verlautet, rst zwischen der französischcn und der serbischen Regterung eine Vereinbarung zustande gelommen, wonach der Südslawischen Bank bet derPank vonFrankreich ein Kredit von IM Millionen Franks eröffnet wird. — Wie dem' „Kurtzer Polskie" aus dr'-Schwe'z gemeldet wird, beginnt bereitsdie Tät'gkeit der neuer richteten polnischen 'Devisenzentrale in der; besseren Bewertung der polnischen Valuta im Ausland zum Aus-^, r»uck zu kommen. So znm Bcisvill nchmen englische Fckulrn. bek' Transaktionen mit Polen die Hälfte des ihnen zu entrichtenden Kauivreffes in polnischer Markwührun g an.. Der polnische Kredit im Auslande hat sich wesentlich gebeffert. Vttlutensturfe. Durch den Rückgang unserer Krone im,- ueutral«'n Ausl.rnd haben im gest'igen freien Verkehr fremde Zahlungsmittel wieder angezogen. Bezahlt wurden für ^e iuoten 4.02, Rubelnoten 2.67, M a r k n 0 t^e n S.80. Schweizer Franken 20.—, Fra n z ö s i f ch e Franks 13..-, Lire 9.63, Dollar 108.— und A u s» zahlung Berlin 3.44. Die tschecho-slowakische Staatsanleihe. Wie ^V e n< k o v" erfährt, haben die Zeichnungen aut d>e tschecho-flowaktsche Staatsanleihe bit-ijeu dre Höhe von 800 Millionen Kronen erreicht. - j Liefernngsv erpflichtung in Tirrkenlosen. Mik Rücksicht auf die Unregclmäß'gkettrn, zu welchen d:e Rückstände im den Esiektrnablirfcrilngen geführt haben, bestimmt die Wiener! Böifckammer zunächst hinsichtltch der Türkenlose folgendes: .All^ BLr'cmltgltkder werden ausgeiordert. bis Sl. Novemh« ihre/r Liefcrungsvtrpfl'chtungen >n Türlenloicn nachzukommen und dre von ihnen aus Lieferung solcher Effekten ansgestküten BvnS «st» znlöien. Gegen Taumlge wird die Bestrafung nach tz 17 des, Änrie,icietreä ln Anmendmia kommen. Der für die nächste Ansaab«