Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 281 (31.10.1919)
- Date
- 1919-10-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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«1. Stirin 191» Seite 3 3a Ä» »»s »>>»—,,»-,—— Wim, WIK, Frankreich mrd Italien vor de« Wahle«. 3« Frankreich wie in Italien setzen di« SahMmpse tzckt großer Heftigkeit ein. Dia Pariser bürgerliche Preffe beginnt mit einer Kampagne gegen die Sozialisten, namentlich gegen Longu et, de» man in baS «eu.'ich im Glfrß aus- «edeckte angebliche Autonomie-Komplott hinein'U'iehen bestrebt L, während Louguet jeden Zusammenhang damit ausentschiedenste bestreitet. Auch Painlevö wird als Defaitist herabgesetzt, womit die gesamte Partei der Radilalsozialisten getroffen werden soll. Die Sozi allsten replizieren, indem sie die Ententepolitil gegenüber dem Bolschewismus zur Zielscheibe ihrer Angriffe machen. Sie verurteilen auf» heftigste die Blockade Rußland- und unterstützen in innerpolitischer Hinsicht Caillaux, aus dessen Proze« sie »me zweite Dretzfuß-Affäre zu machen bestrebt sind. Auch agitieren sie nach Kräften gegen daß neue unvollständige «mnrstieaefetz, dabeispiel-weise die «enternden Matrosen der französischen Schwarze« Meer-Hlotte vsu der Amnestie auSschueßt. Die Spaltung zwischen den Extremen Und gemäßigt«« Sozialist»» vertieft sich übrigenimmer mehr. In Italien erlaßt die sozialistische Parteileitung einen Wahlaufruf, der die feindselige Haltung gegenüber dem Krieg fedPrfiftiöt und erklärt, daß das SelbstbestrmmunZSrecht der Völker den herrschenden bürgerlichen Klassen als neuer Vorwand diene, den Völkerbund »u verteidigen, der nichts anderes fei, als die ehemalig« Heilige Allianz, der mau noch ein fadenscheiniges Mäntelchen von Demokratie umhängt. Der einzige Lichtblick, der sich aus der Finsternis des Krieges abhebt, geht von der russischen Revolution aus, die der Heiligen Allianz Widerstand leistet. Die Diktatur der Proletariatwirs zum allgemeinen Wehl die ein Jahrhundert «rite Diktatur de- Bürgertumunterdrücken. Die ,<Rote Aahrrö" gegen derr Dntschrsmrrs. I» der „Asten Fahne", dem bv« de« geivestne» Redakteur der „Arbeiter-Zeitung", D§. Straffer geleiteten Organ der österreichischen Kommunisten, schreibt ßerr Dtruthofer Ader den Putsch vom IS. Juni: Der arme Tropf Bettekheim hat zum Teil keine Sünde gebüßt, indem er seine» unbezahlbaren Bericht geschrieben hat und so ungewollt den Kretinismus der Putschtaktik jedem gesund denfertten Arbeiter auf-eigt. Daß er selbst »ach der Er- ^hrung vom IS. Juni diesen Kretinlrmuseine- VorzehenS nicht erkannt hat, daß er „neue radikale Führet »ählen ließ. von denen er behauptet, daß fie „jedoch um ersten Tage «ach der Dahl vor der Ärvelutio» purückschreckten", zeigt, daß wir mit einem u «heilbar kranken Ai»alb»A inaldini zu tun haben. Aber die kommunistischen Arbeiter sind nicht krank m Geiste; sie werden durch den Bericht BettelhaimS $tit tiefstem Mißtrauen zu dem faulen p u t s ch i st ilche» Zauber «r-üllt werben. ES ist die Pflicht »er dentschösterreichischcn k-'umunistäschen Partei, ihnen »«bei zu helren durch klare Feststellung der Tatsachen -vliiischeu wie moralischen Charakters, durch klare KerauSarbaitung der Lehren der Mai—Auguftkris«. Dir ßsmmunisti'che Partei kan» durch diese Selbstkritik nur gewinnen, denn sie bedeutet die geistigtleie*» Mild urig des Putschismutz. % Bsrks«chfti«murrg in London» 30. Lcktober. (Trl.-Komp.) In wohliniennstrten Kcnsc« ist «an der Ansicht, daß die Schritte, dis P a d 111 w i! i i'n L onvo » in drr osigalyüchm Fräse mlernvmme« habe, nicht de» gewünschten Erfolg hatten. De britrschen Befreier, w't denen er sich über diese strage unterhielt» behanlen auf dem Standvnnst. daß Großbritannien nicht- «egen den Wunsch det Bevölkerung unternehmen könne. England mW daher auf der Volksabstimmung beharren. Dir Vereinigte« Staaten ferm derselben Ansicht. r.ber es nutzte nichts. Warum hustet Mutter so? Sie sagt, eist ein Hefe!, aber man kann alt werden dabei. Ihre Mutter —> die Großmutter — hatte auch den pösen Husten und doch hat sie ihre schönen Jahre gelebt, Gott sei gelobt... „O Gott, laß Mutter lange leben!" fleht Rrsele leise. Sie fie^t le- Mutter blasses Gesicht vor sich, und e» zieht sie zu i*t; da) enge Stübchen wi:d ihr »och e» «r. „Aach dem Markte "fährt )S ihr durchs Köpfchen, „zur Mutter!" Und barfuß, wie sie ist, im zerrissenen Kleidchen, säuft sie zur Mutter. „Run, Resele, war»» List fett gekommen?" stmgt Mt- Mutter zärtlich. „So . . . Mütterchen . .. % war ßW»»-ä§". «mtpf-rtet Resele wie verschämt. „Na, na, ^8 ja nicht schlimm," kiffet sie Mt Mutter, ,Mib' da, verkaufen kann «an ja doch nichts." Sine Höckrri» von gtßenÜfer. die gew-hnNch Resele» Mutter zu schelten pflegte, wenn die eine Kope'e verziente, und die beste Freundin war, wenn beide nicht» Asten, verlaßt ihren Gtandort und kommt zu ihnen. . „Weißt du, Chase," sagt sie, indem sie Resele Mit forschenden Augen betrachtet, „deine Aesele wächst, man soll t» nicht berufen!" „Soll nur ihr Glück so wachsen," feitfet «Haje. „WaK meinst bu?" fährt die Höckerin fort, „daß Mt schnell — paar Jährchen und sie ist heiratsfähig ... fö* ganz schöner Kind, wirklich . . Resele kan» die Blicke der Höcker!» nicht vertragen. Khre blasse» Mange» Uten sich und M Gssi-chtzche» wird «och hübscher. MirTich, -in schlnes Milchen!» . „!R*f sie ein s» schäm- Glück tz.br»!" feaftzt 8§aje. „Ihr Pater soll für üein -stwr Fürtzprechn Mstt inz Himmels & Telegramme. MstWv Anrrrhea in den Lrlfatter Kohlenbergwerken. Wien» 30. Oktober. Der Korrespondenz Sxvrrß wird gemeldet : In dem Xtifaitti Kohlenbergwerke, das bisher der Südbohn angchörle, sieben 2!>-0vy Aibeiier im Streike. Heute kam e8 zn großen Unruhen nnd Nusschreitnngrn 'wischen den?t eckenden rmd siidslaw schen Truppen. Aui beiden Seiten gab eS Tote. Dre Ausständlschen sind mU Si-MMchmengewehren und Handwaffen »»AsiLndig an-geriistet. Jnrereffant ist eS. daß die Streikenden «nier der Svri«krsikrMde- Bergwerkes und irf»P>ozent Lohnerhöhrmß «rch die Adsetzung der serbischen Dynastie u»d Ausrufung der Nepublik verlangen. Die geplante Reile de- K> snpr!v»en Alexander nach Agrani wmdr aufgeschoben. Eine Trkumtzhps-rle, brr m Ehren Alexanders bereits m'itfrW war. wurde nieder gediannt. D'e Aufsiandischen pe> langen ferner, daß keine Kohle nach Belgrad ge'übrt wuden drirke. D"°r?llnstavd t'age kommmiisilchen Charakter und nchmm an demselben auch Wiener Agitatoren te!. Die Mission Clarks ln VrrdaH<»ft. Budapest, 8* Dftfeer. (Korr -Bur.) Sir G-'orge 8s«-k empstng b'N'e m'NieS den Äckerbaumivister Rublnek in keneerer Audi«»'. Der Min'ster äniette sich »ach M«« And enz g^aenttber einem N-'dakieur lalgendei mosten' Sn G-orge Clark hat mich ermärhug», öi^ntkich m klären, s'im Mission!e> die. daß d>e g^ge»w«ttise A'-i^nna sich derart eraSnre, daß sie de'- Entente b»ste Oinantie» desiir b,e'e. best die Wahk'n rmpr'tei'ich dmchgekstdrt werden, zn w ckchem st »ecke er eS für genügend n gch'e» würde, wenn die grp^rren Partien m der Remernug, «ert'-'te» wären. Err George Dark setzt die Empsäuze pokrtischer PersSnk'.chlciten f»rt. Grr L-s« z«s hrv tzmrserS«vt. $ts de« Londoner Bsratunsen. An. Osiebe^. ,Daily Mack" feit Lerche mit, baß die Benlabang m dem De«er «n berv-rranenbe beMfchr «nb österre,chchche A^-nlkAkeste« nickt »»m?»rb V«r«»»r verlinkich nn-g-ganpen fch. t-^bern mrr vsn der ffiga nrr B''- kvmv'nieder Hn»ger-n»k. t»ie sich die Hckie % d e nvkleidende» ©fM#e EwvpaS «nn stwle geie-t bade ebne Rücksicht am bib« Bew-hner. Ü»rb «arma-r sei b»r DMtzrnt bies« Dga meb w»ed« akS toicher den Versiq beim Bankett mbren. Dock b«b« bee englische -keENng nnr rinn' stenrn Anzahl dnr Gngckadenen die 8rn» enSrbew'^gnnz ntuft, mid »war im Deon'chen «dnarb Bern» st e r », DeG^mor Brentano. Karl K a « t « k y. Brokefsor O v v e n h r r m r r und dm Oesi<"reichern Otto Bauer. Ellenbogen und -'S 11 * <* r. Aalast au dem Bankett gebe di' Konierenr, an der etwa nO Dck girrte «ul allen Teilen der Weit, aus Zrpan. brn B. re-'viaterr S aatr» von Amerika, kfra'rk« rrtch, Velaren. Jt-il'e». -Norwegen und England zufammen mit bc« B'rtrelern drr Mrrtelmäcklc teilnehmrn werben De4 Blatt meldet ferner, daß die Absicht der Drnischen. ber diesem Kongreß die tzrogabe der »ertraaSmäß'g m Kekernden M Ich^sthe m erlangen, m BawS protz« Aniregrena hervorgern^en habe. Der Direktor des Mckckktzn» kaiS bade erklärt, bei Dar«- fcktzst an «'»dem Milchmangei leide nnd noch me, Jahre m lechen haben werde. Der Ausfall der erwarteten MrichkRhe «Lß Drmkchland würde Frankreich empstndlich treffe«. Das enrUfche Frem^tttseketz KefaÄstt. Haag, w. Oktober. tTel.'Komp) Infolge d'r Niederlage brr tngfchchen Regierung t« Unterhause wirb das Fremdengesetz rn asten Pnnkten in d-r verschärften Form verab'chtedel weiden sin enrr Unterredung mtt dem Führer derOpPssttwn strpitulrerte stloyd George in allen Trückm. Die Ratrsizrerrrug des FrZedenDvertvageK. Rotterdam, 80. Oktober. Der engltiche Unte,staatS» sekretär HarmSworih rrklute gestern im Untcrhame. daß der Frieden-Vertrag am N. November, dem Jahrestag de- WaffrnsiillsiavdeS. rattsizirrt und somit an diesem Tage in Kraft treten wwd. „Gewiß, wer denn sonst, wenn nicht ,er' —- aber deswegen ktznnieft 6u auch beginnen, für sie $u foegen . . „Wa» soll ich t««?" seufzt Chaie. „sie vor einen S^rS Aepfel stellen, ich lös' allein nichts..." ,MaS Aepfslßorb!" schreit die Höckerin, alS hätte sie Angst vor einer neuen Zkonkurveniin, ^ine .Stelle' ßollst du für sie suchen." Chase und Resele blickten sich schnell an. ihre Gesichter wurden noch blässer, und dann sahen sie env« setzt die Höckerin an, als wollten sie ihr zurufen: „Mörderin! Trennen willst du uns?.. Als sie wieder in Ihrem Stübchen waren und Resele Licht macht«, erschrak sie: über der Mutter blasse-, magere- Gesicht liefen zwei graße Träne». „Du weinst, Mütterchen!" rief sie beklommen, sich an dir Mutter schmiegend. „Wie denn ander»? Hat sie denn nicht recht? Bist doch zwölf Jahre alt und hast nicht einmal ein Paar Schuhe, Sein Hemd auf dem Leib, und ich bin krank, Gott allein weiß, wies« ich noch auf dem Markte stehen tzan«... Wawird da» Ende sein?" „tzKasoll ich tun?" antwort-be Resele tvaurig. wie verdient man ftkft?" „Hast doch gehört, w»S sie gesagt hat..." Resele- Augen blickten erschreckt. „Und dich «Nein lassen. Mütterchen? Damit du nicht einmal jemand hast, der dir nachtein GtaS Wasser reicht^ Die Mutter antwortete nicht- — zwei große Tränen fielen anihren Augen und siossen auf Resele- Köpfchen, dain ihrem Schoße lag. „Nicht weinen, Mütterchen." bat Resele, „du wirst mich doch zu einer guten Hau-frau gebe», die «ich nachtnach Hause lasse« wird .. „Rein, Töchterchon, gute Han-frauen gibt*- nicht, wenn sie zahlen, walwn fie «chh «ach-- davon Nutzen -ahett." Holland liefert Exkaiser Wilhelm a«s. London» 80. Oktober. sTcl.-KomP.l?kach Nrw-Dvrker Nlättfrmkldnngen «ms Washingwn hätke die holliindiscke Rl> einunz besckloffe», bcn K a r s t r «och drn Bedrngurigrtt tr^S BölkerbunbeS «uSzulrefern. Freiheit für Gsw. Prag, 80. Okrober. kPrwai.) Der Natioualpe^ammürckg log hrme rme Boilaae über einen Kred't von WO Millionen! Goldiranken mr Btwkll'gttng vor. DrescS Gels stellt den Beckrsg zum sogenannten VefrelungSfonds dar und soll in 25 Jahren ob* gemhlt werde». Der sinhast dieses zwischen den En'en'-'a'osiinächten und dm befreiten Gtaaren abgeichlossenen Uebereinkoiumens ist folgen»«: Die besrenen Länder bezahlen der von den Ge»» enngte» Staare», Eu-lan?', Frankke'ch rmd Ikal'en bere>chn>:!tu B^r on ode»' Orgaaiiailon den Verrag von 1500 Millivunr Franks nt Gold *k b Prozent, velzinSlicb vom 1. Jänner 1S2S und isickEbsr m 45 Jahresraten ab l Jänner 1031. Aut den tschecko-flowakischeu Staat entfällt von bieie» DesunrnMollen ein Anteil von -50 Millioircn Franks. Meun ber Vert drS Denprs und der b)üker, die einem be'rrtten Smate auläsilictz seiner Befrening -ugew-eien wo.drn sind, die auf rbn entiallende BekteiungLgebuhr!ibcrfir>gt, ko wird dicker Staat im li'eilau'e d'.eier Monate nach der Ratisiziernug des Abkommens Anweisungen im Dlfferrn^brtrage «nsgeben nnd d ese Anweisnngeu jener Person oder Organisation übergeben, welche von de« voth'N genannten vier Großmächten beze-chnrl werden wird. Drese Anweisungen werde« am den Befitzer lauten und von dem EmlssionSstaate verzinst rmd zttrückgezahlk »erden.' Die Affäre Hi'nka. Bi« L«hge in der Tschecho-Slowa^ek. Praz» 80 OftüBcr* In der heutigen Klubobmämierb'esinnmlung erklärten d;e Vertreter der slowakischen katholischen BvkkSpartei, basr sie Hlivka noch immer als Abgeordneten ausehen nnd die Gvtschr'duug über fein Schtcksal m ihre Hände geles'ä werden müsse. Der Klub der flvwaktschen Abgeordneten beschloss m seiner letzten Sisnng etnsttmmig, den Beschluß bezüglich der Anckl'kßuna Hlinkaß' «ud Iedlickas ausrechiznerh-cktcn.. Die slvwMche Dolksparrewmde aufgeiorderr, wei neue Kandidaten fSc »tc Nalisnaloe'.fanrnrlttng zu nominieren. Die Bolkspanei erklärte, sie werde weder Hlinka uom'nimn.Der Ausschluß sei nnasilkiß. erst msikse keme Sache vor Gericht auSgeiragm werden. Sämtliche Mitglieder der LvlkSpartei wollen ihre Mandate »tederkrgr», wen« die Regierung «uf ihrem Standpunkt bcharrt. Aste Redner der kaibsl'schk» Bolksparbre en der OomännersltzMS erklärten dem Mi« üeiPräsidenten, die durch Hl'nkas BerhiNtüuz >» der Slowakn geicheffene i?age sei kritisch, eine solche Stimmuur sei für dabevor siebende Plebirztt nicht sehr geeignet und wrr^» ffer de« Staat die ernsiesien Konsequenzen haben. &Ikb DssM«tzr»ttg der italienischsn Ges«»d§» schafö. Gs» feer italienischen Gesandtschafk wird unK. vfftriell mitgeteitt: Mir Bezug auf die in mehreren Blättern, und zwar in der Rubrik „Gerichts''aal" erschienenen Mitteilungen, in welchen von Einmischirngün der italienische» Militärmissiou in eine Gerichtsverhandlung betreffend einen Streitfall zwischen e-'n-rr itatie.'.ischen unv einer öst rr ichi chrn F-irina di>r Rede ist, dementiert die itelienische Gesandtschaft auf daL nachdrücklichste, daß italienische Behörden in Wien jemals durch irEndweiche Einwirkungen die österreichische Justizautorität beeinflußt oder gar da^ Borgehen derselben zu behindern versucht hätten. Diese tendeuziösen' Mitteilungen find zweifellos darauf gerichtet, um den im ZugeHbefindlichen Verhandlungen betreffend politische und Handelsbeziehungen zwischen Italien und Oesterreich Schwierigkeiten zu bereiten und um den Anschein zu erwecken, als ob die in dem erwähnte» GcrichtSsaalberichte erschienenen Mitteilungen au8 offizieller Quelle stammen würden. Die diplomatische italienische Vertretung in Wien hat bei der österreichischen Regierung das Ersuchen gestellt,. Nachforschungen «inzuleiten, um die Quell« dieser teulenziösen Ausstreuungen festzustellen. „Und haben sie denn gar kein Mitleid?" fragt Resele erschrocken. Die Mutter antwortet »üht. m. Acht Tage später kam Resele zu. Madame Gritd« m*ttr l» Dienst. „Sollst nur fleißig sein," sagt ihr Madame als erste Uuttrweifung, „flcißige Leu!« haben alle gern. Und allen gehorchen, auch der Köchin, dann wird dir hier gut sein." ReseL blickt bekommen «Af dis bkckc: Dame. Eir konnte nicht verstehen, wie ihr gut fein, könne,, we»n eine s» große, dicke Madam« ihr zu essen geben, ihr sage» wird: ,,D«h' schlafen" »der „Tu' da§, t»' jene-!" Richt „mein Kind", „meine Tochter", nicht einmal „Resele", — einfach ,4m"! Nein, du bist oin« Lügnerin, schlecht bist du — s» Machte Resele, atz8. sie die erste Nacht in ihrem Beit iu der Küche Lag. Hie: kann'S nicht gut sei». Gut ist'S dort, bei der Mutter . . . Hier ist für mich ein Gefängnis. Rächtwird die Mutter dort huste» und ich werde hier arbeiten müssen. N»z« braucht sie mich eigentlich, die groß«, dicke Mi^ame? Hustet sie denn, wie Mütterchen? Sie ist dach so gesuxd. Und wen» sie einmal hustete, er wäre» f» viel Menschen da, die ihr Wein reichen würde». Und dort liegt mein Mütterchen allein und hu-bet, hustet und bittet: „Resele, ein bißchen Wrism'! Rcs-e's, ein biß.chen Wasser!..." Und Resele sprang aus dem Bett, ging ans FensteL und suchte mit den Augen das kleine Stübchen, wo ihre- Mutter allein lag und nach ihr rief... „Mütterchen, mein teures Mütterchen!" Und. schl«ch^end warf sie'sich auf die Kiffrn. Aber »teiMttfe hörte ihr Weinen. Alles im ^gaus-r wmw -.