Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 279 (29.10.1919)
- Date
- 1919-10-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Serie 6 Wien, Mittwoch Die Ernährung . / \ ■ ■- . ■?■■>• Der MarkLSerrcht. i '/ Die Märkte waren gestern mit Gemüse u n d D b st! sehr günstig beschickt. Aus dem N a s ch m a x! t allein standen 40.000 Kilogramm Gärtnerwaren,' 100.000 Kilogramm Weißkraut und 24.000 Kilogramm Karotten zur Beringung. An O b st! tamsu auf diesem Markte 87.000 Kilogramm sterrisehe Achsel an, > unter denen sich auch sehr teure Sorten besandm. . .. - j In der G r o ß m ä r k t h a 1l e war das Angebot inso-! fern besser, als es neben dem rationierten amerikanischen Speck-; Üerich auch etwas Schaffsirsch zu. Ri 46.— bis Ri 52.— pro .Kilogramm gab. | Auf den Fischmärkten waren heute neben den üblichen gewässerten Klrppstschcn auch lebende Brachsen, das Kilogramm zu K 20.— bis K 30.—, zu haben.! Eier fehlten. _ | Halbe Mehlquote.! Bom StaatZamte für Volksernährung wird verlautbart' Da die Mehlzuschübe nicht ausreichen, um die volle Mehlquote auszugeben, werden in der Woche vom 2. bis 8. November in Wien an Stelle von 500 Gramm Berschlerßmchl an alle. Mehlbezugsberechugten 350 Gramm Berschsiißmehl und 250 Gramm Bohnen ausgegeben. WirLschafts§emernschafLWrschevFästbe?olveter, II., Obere Donauftratze 6. Brennholzabgabe. Die bisher entgegen- Gerionnnenen Vormerkungen hatten bloß den Zweck. das Erfordernis an Brennmaterial icstzustrllen, aus Grund welchem wir den Einkauf besorgten. Die Lieferung erfolgt jedoch erst, nachdem ans unserem Konto bei der „Merkur"-Bank A.-G., Filiale, ü., Taborstraße 4, eine Akonio-Zabluny von K 1500.— für eine große Fuhre oder K 1600.—, für eine kleine Fuhre zur nachträglichen Verrechnung erlegt werden. Kleinere Qmmitäten können m AuZnabmssällen gegen rmiere Anweisung an den Lagerstätten selbst abgehott werden. Fuhrenlieserungen erfolgen prompt nach Erlag obiger Betrage. — Bekleidung s fürso r g e. Wir haben eine große, modernst eingerichtete Schnetderwerlstätle Liitbegründet. Unseren Mitgliedern wird hier zu besonders billigen Preisen Fasson- sowie Maßarbeit geleistet. Die Festsetzung der Preise und die Ausiührung der Arbeiten werden durch unsere Ueberwachungskommisston nych bestimmten Grundsätze« kontrolliert. Anweisungen für die Werkstätte sind in unserem Bureau zu beheben. — Waren-Kreditstrlle. Wir find mit der Einrichtung. einer solchen Institution für unsere Mitglieder eisrigst beschäftigt und werden rüden nächsten Tagen das Regulativ vrroffrnilicken, aus Grund welchem wir unseren kreditsuchenden Mitgliedern Darlehen zum Einkäufe von ' Waren m unseren Licserstellen zu gewahren in der Lage wären. , — Gemeinschaftsküche und Konsum Halle gelangen, wenn die baulichen Ausgestaltungen rechtzeitig fertiggestellt werden, am 4. Dezember d. I. im Hause U., Taborstraße Nr. 1, zur Eröffnung. ___ Erster Wiener Konsumverein. Die Abgabe der eingekeilten Artikel erfolgt in dieser Woche für die erste Gruppe der Mitglieder am Mittwoch, für die zweite am Donnerstag und für die dritte Gruppe am Freitag und: Samstag. Zur Abgabe gelangen: Mehl und Reis. Schmalz, Salz, Sardinen. Zn allen Versckleiöstellm: Salzgurken. Bäckereien, Sparöfen verschiedener Systeme. In der Textilabtellung, I., Hoheustaufengaffe 15: Abgabckan sämtliche Mitglieder gegen Vorweisung der Mitgliedskarte oder des Mitgliedsbuches und zwar Textilwaren aller Art und Schuhe. Die auswärtigen Mitglieder werden ersucht, die grüne Bezugsküte iw den Verschleißstellen zu beheben. W. Z. W, Donnerstag den 30. d. M. von 9 bis 7t12 Fleischverkauf für die Rayomerten, 10 Dekagramm pro Kopf. Abgabe von Kartoffeln. Von Mittwoch bis Freitag werden im IX. und X. Bezirke italienische Kaitoffcln zum Preise von K 3.56 pro Kilogramm gegen Abtrennung des Buchstabens ..ft" der Kartosfclt.ntc abgegeben. ' KommmmLes. Dis WohnungsrmfrrtchNrs. In den einzelnen Bezirken sind die Wohnungskommissionen gur amtlichen Begehung sämtlicher im Bezirk befindlichen Wohnhäuser bereits gebildet und Anfang November soll die Aktion zur Anlegung des WohnungskatcisteiS und zur Ueberprüfung der Frage, ob die einzelnen Wohnungen genügend ausgenützt sind, in Fluß kommen. In den letzten Tagen sind mehrfach Nachrichten in der Oeffenilichkeit per«, breitet gewesen, daß im Rathaus in dieser Frage ein gewisser Stimmungsumschwung zu verzeichnen gewesen wäre, daß die sozialdemokratische Partei gegenüber mannigfachen in der Oeffentlichkeit erhobenen Einwänden gegen die Durchführung der Wohnungskommission einzulenken beabsichtige, und düß der Wechsel in der Situation in einem Zusammenhänge mit der Abstinenz der christlichsozialen Funktionäre im Stadt« und Gemeinderate stünde. Dies wird von unterrichteter Seite, 'in Abrede gestellt. Nichtig ist, daß sich bei einem großen Teil der Häuser und der Wohnungen, namentlich' an der P e r ipherie der Stadt, die Aufnahme vieftkursorischer gestalten wird, als bei den luxuriöser gehaltenen Bauten in anderen Teilen der Stadt, Etwa neun Zehntel der Wiener Wohnungen sind Kleinwohnungen, bezüglich derer von. einer ungenügenden Besetzung nicht die Rede sein känn. j Gegenteil, sie sind übervölkert. Ebenso läßt sich im Wege der B r o t k o m m i s s i o n e n . feststellen, wie viele Wohnungen in jedem Bezirke mehr' als drei Wohnräume haben Und wie groß die Zahl der Inwohner ist. Es wird daher Bezirke geben, in denen der Rest der Wohnungen, über deren entsprechende Ausnützung erst durch die kominissionelle Aufnahme. voll Klarheit geschaffen werden kann, recht gering ist. Das ändert aber nichts an den im Rathaüfe herrschenden prinzipiellen Absichten in der Wohnungsaufnahme, auch nicht atr der Zusammensetzung der Kommissionen, und eS wird nur rrtSgttch sstn, daß sich mr Saufe du» Verfahren» zeigt, daß ein Mtrtff« Lei! der Arbeit mit Zuhilfenahme der bereits vov- Kand«iar» Daten »afch erledigt werden kann, wall sowohl lLrstcnsparend wäre, >rls auch die frühen.' Fertigstellung des Msiut^tos sxn^alicherr würde. ' WiSMk MsrgenZerLrrttK 29. OLtySer L9lS M27S BeveMsirachrrchtert. OJi achr i ch t e n v o n V erei n.rn e r^ch-s i n r n a tt s- « a h ms l o S n n r a m T a g e d e r V e r a n st a Nn ng.) - - H Mt t e: Z j{ d i sch e Bern fzs b e rat il n g sü e l l t Der anstalirt freute Mittwoch um 3/J llfjy abends irn Vereiushom, VI, Amei lingsiraße 10 ^Hoitrcrkt), ilnen ersten Vorkragsabend — Es - werden , sprechen Gemcinderat Dr. P! a! ch k es über „Politisch«: Tagcssrageu" und Sekretär des LandeskomitceS Herr W e i ne r über „Unser Programm". —^Fngendgruppe der z i o n. B e z i r k s s e k t i o n Brigittenau. Heute, %d Uhr nachmittags, Vercinsabend, XX., Karl Melßll'traße 5/1. —. V e i e i n i g n n g u k r a r n i s ch t r Militär-Mittelschüler. Heimgckchrte ukrmN'sche lgasiz.) Re,stschüler. die die Nerseprüsung ablegen wollen, mögen sich bis 1. November 1N9, II., Weintraubengaffe 30/21, melden. Dokumente sind mirmbringen. > — A k a d. B < x e t n i Ü d. M e d i z i n e r. Dlk/sür Donnerstag den 30. d. M. rm Wrmer Komödienbans' angeküttdigte Sondervorstellung mußte dalnn abgrändert werden, daß statt ^Bcr ewige Jude" rmd- „Mtt dem Slrom" Jakob^Gordms vreraktiges Drama. „M i r e l c E f r o S" zur Aufführung gelangt, Karten an den Kaffen des Kvmödienhauses und im Beremslokal. IX.. Alse:straße 2.^. — A e r z t e g r u p v e d r s P a l ä st i n a a m t e s. Aerztc,' die auf euren Kurs der Krnderberlkuude reflektrercn, wallen Donnerstag den 30. d. M. zwischen 2 bis 3 Uhr nachmittags in der Aerztegrupp'e' oder bei Herrn Dr. Sanel B eer, ll., Praterstmbe 25 », täglich von 4 bis 5 Uhr nachmittags vorsprechen. — Kurs Frau M a r g u l i r s über Frauenarbett im Zionismus: Heute Mit'woch um \'26 Uhr abends rm jüdischen Hochsckulausschuß, IX., Alscrstraße 28. — Verband jüdischer I» v a l r der und Heimkehrer in Wien. Alle, jüdischen Invaliden, und Heimkehrer werden ankgefordert, sich int eigenen Interesse im lokale des judischm Handels« augeüellttnverbandts, U., Obere Dovaustraße 65/4, Hochparterre, mit Milriardoknmcnten zu melden. Anttsstundrn täglich von 3 bis 5 Uhr nachmittags. n'. HUTSEPÄRÄTÜR-fflSTILT Werr«n* u. Damenhüte werde» tineb neuest ' Mode prompt und billigst modernisiert **'- ‘ 3tVin^^781»rin/ver Qftrtel 31 und VII., 'KariHMlferBtraSB® 86 Bühne kmd Kunst. Volksoper. lReu einstubiert: „Aida* von Giuseppe Verdi.) Die zweite Verdi-Neuinszenierung seit Weingartners DirektionsantriLt und zugleich ein sinnfälliges Zeichen für den Kurs des Jnstitnis, das eine Pflege italienischer Musik mit Nachdruckanzustreben scheint. In richtiger Erkenntnis, daß auch das tägliche Brot der Musik aus dem gesegneten Lande jenseits d«;r Älpen bezogen werden muß, bemüht sich Direktor Weingartner um sorgliche Zubereitung des üuentbehrlichen Nahlrungsmittels. Die Aid« gehört freilich schon zu den Schau- und Prunkstücken dieser Art von künstlerischer'Kost Und will sich an einer Volksbühne nicht -recht Heimisch fühlen. Höfische Munifizenz, Lust an Pracht und Verschwendung, wo sollte^ man das bei dem bescheidenen Etat einer durchschnittlichen Bühne antreffen! Im Rahmen des Gegebenen hat die. Ausführung der Volksvper eine durchaus würdige und von bestem Lünstlertschen Geist erfüllte Wiedergabe des Berdischen Meisdrrwerbes gebracht. Im Ensemble glänzte ein Juwel -- die Stimme der Mareell, die nach langer Pause wieder als Bühnensängerrn und zugleich als Direktorsgattin debütierte. Siesch lest zünächst des erforderlichen dramatischen Farbtznauftrages noch ungewohnt zu sein, gewann aber bald, die Fühlung mit dem Hause und die alte Sicherheit. Herr Rit te t s h t im 'schmetterte mit sichtbarer Lust seine hohen Töne ins Haus, auch tn HerrnBra nd war etwas von italienischem.Furor gefahren und er brachte die dunkelhäutige Bosheitdes Amonasro mit lebenswahrer Leidenschaft zum Ausdruck. Tüe Amneris des Fräulein Saling er war eine hübsche Leistung. Die Herren Markowsky und Frisch ter fungierten in ihrer Rolle als „bewährte.Stützen" des Ensembles. Weingartner entfesselte allen ficht- und hörbaren 'Tumult,der sich an dieser Bühne erzeugen läßt- Er goß leidenschaftliche Bewegung in Sänger und Orchester, -ließ die dramatischen Gegensätze kraftvoll gegeneinander stürmen und dann wieder die Stille orientalischer Nächte romantisch ansktiugen. Er entfesselte stürmischen Beifall für sich und seine Künstler und war mit seiner Gemahlin wieder der Mittelpunkt begeisterter Ovationen, die den Erfolg der getanen künstlerischen Arbeit bet. ' Dr. K. M. ftätigtejt Dis Burgtheater-Krise. Der B c t r"i e b s r a t des Burgtheaters hat gestern zur Demission tzes Direktors Heine Stellung genommen. Es wurde beschlossen, eine Deputation zu Direktst Heine zu entsenden, um ihn zum Verbleiben auf seinem Posten zu bewegen- Heine erklärte, sein Entschluß, die Direktiönsgeschäfte niederzulegen, sei unabänderlich. Die zahlreichen Kandidaturen auf den Direktorposten, die von verschiedenen Seiten gemelrewerysn, lassen darauf schließen,'daß es noch immer als sehr erstrebenswert gilt, das Amt eines Burgtheater direkbors zu perwalten. Altntüh'licb wird -sich auch ergreifen, daß das Wogst releu vom Burgthea-er. nicht immer den Weg zur Rie'engage oder zur .Zollen künftleri chen Entfaltung" bedeutet. Das Vergnügen, in Varietlbühnen täglich aufz«tte'en/ öerblaßt bald uni läßt ein katzenjSmmerltches Gefühl zurück, und wer itt der Vur-thearerumgebung grfpielh hak. fügt sich nicht immer gerne in M V.-rSadtepsemble. So verlautet,, haß. dxr r«;KtM Hans Hr * t r. der gegenwärtig im Wiener Stadt«» wirft, ins Burgtheaterzurückkehrt. ' Z' ' * ■ ' •: Die Dernissio.n.Heines hatte den nnmittelb-aren folg, daß sich sowoht Staatskanzler Renner als auch der Staats'e.re är für Finanzen, sDr- Reisch, mit der Frage per Echattuug bps Burgtheaters und deü Oper be'a seut Dle. hofyrarische Derw a lLunK will «nächst He rn Direktor Heine belpegey,.die Direktio nsgeschätfie bis zum Schlüsse deK K aleuderjahres weiterzuführen. Hojsentlich, oeliugt "es, tvähreud dieses Provisyriums die beiden Theater finanziell zu sanieren und für die Zukunft sicherzustellen. ' . ' / Aus den Theatertt. 9m Burgtheater gelangt morgen Donnerstag *<2> a K; Ko nzert" zur Aufführung. Beginn V-b Uhr. Im Operntheatrr wird morgen Dorwerstag Sek: erhöhten Pre'sin „D i e H o ch z r i t d e s F l g a r o" gegeben-. Beginn 5 Uhr. > Im S t a d t t h e a t e r.ist die am n ä ch ff.e n S amS-» t ß a den 1. November stattfindrnde Erstaufführung deS Schausviels „Gottsucher" von I. W. R a k a s o f f in den Hauptrollen besetzt mit den Damm Jrme Kraus, Aly Karo! p, Thea R o s e n q n i st, Rosa B a s s e r, J-sisine J o s e f f y und den Herren HiniS M a r r, Otto T r e st l t x, Paul Richter, Philipp Z e s k a, Heinrich Fuchs. Dw von Hans M a r r rtnstudierte Aufführung beginnt präzise *1*6 Uhr. PinSkisDrama,; »Fekel der Schmied^, doS seinerzeit bei Reinhardt in Berlin in deutscher Sprache an^» pefiihrt wurde, gelangt Samstag den 8. November mn '/,3 Uhr: nachmittags im W i e n e r K o m 5 d i e n h a u s in jüdischen Sprache, von Mitgliedern der Jüdischen Bühne dargrstellt, zur A u f s ü b r u n g. Drei« Vorstellung wird vom: iiidlschen Verein «Nord-Ost" veranstaltet. — Karlen sind im Vorverkauf an den Tbea.erkaffen IX., Nußdorferstraße 4, rmp im Basar l.. Rotentnrnrstraße, Buchhandlung R. Löwit. Roten-" rurmstraße 2S, und Karlenbureau „Aida", II., Taborstraße 5^ ,m haben. Wiener KomvdienbauS. Die OperetdmttvvW „D e r L r r b e S t e n \ c t" von Leopold Jacobson Wd Robert B o d a n s k p. Musik von Julius B r st r o st, Acht am St. Ottobrr erstmalig m Szene. DaS Werk, welches' jSpnt Oberreg-ffem Herrn Artur G « t t m a n n inszeniert wnd, jN unter der musikalischen Leitung des Kapellmeisters Julius Kaka^ wie folgt besitzt: Prokov Swoboda — Artur Guttmaun, Mklenw. ~ No>h Wergruz, Loisl Karmgrr — Otto Glaser, Grab Schwarzenttls — Harry Payer, GrLsin Schwarzenfels — Hansti Frühwirt. Baronin Drw> beim — Enamir Burg, Pank. v. Klamm»- witz — K. Matuna, Johanna — Mrrgit Künl. D>e Generat-- vrobe sind et Donnerstag den 30. Oktober um 10 Uhr vor« nnttags statt. _ Verbot jeder deutschen Opernvorstellung in Nerv« Pork. Wie ans dem Haag gemeldet wild, hat der Bürgermecster Von Nerv-Aork der Polizei im Hinblick auf die im L e x i n g t o n e r Theater stattgefundenen D e m o n ffrativnen neuerdings den Än^ttag gegeben, deutsche Opettk-, vorstellmrgen mit allen Metteln zu verhindere. Arnold Zweigs Drama'„Nitualmord tn Angarn^' wieder fveigegeben. Das gestcm erlassene Verbot d e x Aufführung dieses Stückes, welches an der Neuen Wie n e t Bühne eine ganie Woche hindurch täglich «ch großem künstlerischen Erfolg und ohne jeden Mrßto« in Szene ging, wurde heute wieder bedingungsweise auf gehoben. Die Freigabe der Tragödie rst nämlich vo« deL Behörde unter der Bedingung in Aussicht gestellt worden, daß einige Striche vor« genommen werden und das Stück bloß unter dem bisherigen: Untertitel ,Die SrndungSemaelS" angezeigt w r r d. Die für diese Woche angrkündigirn Vorstellungen finden also Mter dem Tuet „Die Sendung Semaels" statt. Beginn Vaö Uhr. Morgen Donnerstag findet die Erstausführung d« Bühnendichtung ui Frankfurt amMain statt. BenaiflancebÜhne. Unter diesem Namen wird m der» nächsten Tagen die Volksbühne nnter der Direktion Harrst 28 a l d e n 8 wieder eröffnet. Als erste Vorstellung wird die Komödie „Der dritte Gatte" von Saba'mo L 0 v e p " ... * .-,0 — o..a:^.»< und Glanzrolle iano. rrury ocr wui jhh» Burgtheater bestimmt und sollte dort mit Herrn Walde« aus« geführt werden. Jetzt bat Hrrr Wolden die Freigabe des Werkes das ohne ihn das Burgtbeatervubllkum kaum uiteresstert hatte» tiir sein neues Theater erwirkt. ^Oer Tag der Eröffnung ist noch nicht definitiv bestimmt. Vorlesung Wüllner. Am vorigen Samstag dersammelie sich wicdrr eine große Gemeinde seiner Getreue« um Ludwiß W ü l l n e r. Wüllner sprach mit seiner seltenen Kunst plastischer Wortgestaltung. Wie ein hoheiisvoller Onkel dozierte er Schiller» in dramatischer Bewegtheit brachte er GortheS »Trilogie der Leidenschaft", voll lebendigster Wirkung Marquis Posas Pathos, Andersens Märchen von der Glocke umwob er mit allem romantischen Hauch seiner. Poesie. Immer wieder bestaunt man WüllnttS gedächtnismäßige lleiftung, die dem Wort den Charakter größt« Nnmittelbarkrit gibt und so die Wirkung noch erhöht. So war dcö Beifalls kein Eude. ~ä. Vorlesung Heinrich Schüller«. Uebrr Einladung der literarischen Sektion des .,K v l t u r p v l i t i s ch e n Disk u s s i o n S k l u d s" las gestern der als Romcindichter wohl sehr bekannte^ aber in Oesterreich noch lange nicht nach Gebühr gewürdigte Trroler Poet Heinrich S ch tr l l e r u im Sayle dch „Neuen Fraunittubs" aus semen Werken. Eine Erzählung ^Der Schmetterling", in der sich daS herrlicheRaimgefüh! dieses SohneS der Berge offenbart, einige wirklich meisterliche Skizzen — Begebew hetten, die sich der Dichter aus dem weiten Land der Kindersee» holte —, zwei sehr charakteristische Grotesken und lyrische Gedichtt ivaren die reichen Gaben des Abends, für. die großer Beifall bankte. Schriftsteller Bernurb Tag sprach einbegleitend Üdtt Heinrich Schuverns Wesensart und über seine Dichtung. A. i Volk und Gemeinschaft. Als erster Ter! des grundlegenden Werlrs von Heinrich M q r g u l i e s «Kiitik he» Zionismus" tst soeben der Band ,Volk und Guneinschast^ schienen. Der Bcrsaffer unternimmt es hier, vo« der jüdischer» Bewegung ausgehend, die theoretnchen Grundlaste« festzustelltch dknen sich der Uebe, gang vom ZwangHvertand der,Gesellichait zur höheren Form der ^Gemeinschaft" im sozialen Leben vollzieht. PmS geheftet K 14.40, ßcbmibm K 19,60. Zn beziehen durch N. Löwit, Dnchhtwdlnnq, Wien, 1.. Rotttk' fuaafirak