Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 278 (28.10.1919)
- Date
- 1919-10-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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; Seite 4 Wien, Dienstag kup2ns zu finden^ wtt-rett. Mit fachmännischem Blicke haben sie eine große Unzahl Kupons von vielen Hunderten Metern aller Farben und ÄüZsÄhrungen gestohlen. Am mar-antesten ist ein Kupon Seide mit kleinen gogestickten Blumenmustern. Der Wert der Beute wird auf eine halbe Million bis drei Tierttlmillisnen! Z?rone» geschätzt.. Auf dem nämlichen Wage durch den Kanal sind die Täter entkommen. Gesehen hat sie bei ihrer Arbeit niemand. Der Einbruch wurde erst heute früh entdeckt. DaS GicherheitSbureau und das Polizerkommrssariat Neubau befassen sich mit den S-achfsrschun' gen nach den Tätern. Aus die Ergreifung der Tater ist eine Belohnung von 5000 Kronen und von 5 Prozent des zustande gebrachten Teiles der Beute ausg<eZt. Zurückgelassen haben tie,. -Täter «Ws, tvaK taif ihre Spur führen könnte. * BorWrffLsrvwrH« BerLws tim ©*ai «mS Gebäck iw Wiener Gastgewerbe. Die PsltzsiSorrespondenz meldet: In der letzten Zeit nehmen in Wiener Gastwirtschaften und Hotelbstrieben Uebsrtratunaen do« auf Verwendung von Edekmehl bezughabends» Derbste und Borfchrrftsn in auffälliger Weife überhand. tzw-öo sonder» werde« offen unh rmV»fcheut Vsot unLWeiß- LckbäS Kipfel, Necke« u. dgl.) sowie Bäckereien und HnckrÄLckwwaw, gang feiünsift aüS Edelmehl erzeugt und z« «norme« Preis»« fetttzeboteik. Die gedachten- Ordnungswidrigksiten können Lei der bekannten trostlosen Ernährungslage, in der wie uns gegenwärtig befinden, als besonders aufteizend ran so weniger geduldet werden, als sie auch dar Ausland über die wahre Situation irreführen. Die Vorstände des Hoteliergremiums und der Gastwirtegensssen- Vhaft in Wien wurden daher aufgefordert, duech Einwirkung auf ihre Mitglieder rasch und gründlich Wandel zu schaffen, und es wurde ihnen mitgeteilt, daß das Kriegswucheramt in den festgestellten Urbertvetungssallen rmnachsichtlich mit strengster Bestrafung, beziehungsweise, je nach der Sachlage, mit der BetrieöSfperre Vorgehen werde. Ebenso werden die Ueber- Iretungen der Vorschriften betreffend die Einschränkung des Verbrauches von Fleisch- und FeH einer strengen Wstrafimg zugrführt werden. . * Penftonsversichernng der Angestellte«. < 8 staatsrechtlichen Umwälzungen nn Herbste v. I. zerfiel dir Sememe PensionSanklalt für Angestellte in mehrere nationale staltcn und verlor erne große Reihe von PensidnsvrrsscherMgS- Eriatzeinnchtungm ihren Charakter alS ivländttchr Gebilde. Dmch daS Gesetz vom 85. Jänner ISIS, Gr.-G.'Bl. Nr. 44, betreffend die Ermächtigung zur Regelung der SozralversicherMg im ^sischentzaatllchen Verkehre, wurde bereits die Möglichkeit geschafieü, den besonders für die Versicherte« vielfach ««Melligm Folgewnkungm der Trennung des ehemals einheitlichen GtaaiSsebntrS vorläufig zu begegnen. Gegenwärtig finden Verhandlungen der Vertreter deS TtaatsamteS für soziale Verwaltung mit jenen der tschechoslowakischen Republik statt, vm auf dem Gebiete der PenfirMSverfichevang zu einem die, .Interessen der Versicherte« beider Staaten möglichst berücksichtigenden Rechtszuüande zu gelangen. Da ntrn für die nächste Zeit eine durchsremnde Aenderuna nicht nur der materiellen, sondern auch der organisatorischen Bestimmünaerr des PensionsverssÄenmgsgrsetzcs beabsichtigt ist,, durch welche die Institution der Ersatzversschernng einen wesenllich-m Abbau ersah«« soll, erscheint es unzweckmäßig, dm Dienst» gebern, Mlchr aus ausläiidischen Ersützemrichtunaen «usschridm. auch dm Arbermtt zu einem inländischen Ersatzversicherungsträger offen zu halten, weil einerseits die Abrechnung Mit den ausländisch«» Ersatzeinrichlrmgei, durch eine einzige Stelle wesentlich einfacher und rascher möglich ist und andererseits fast die Gefahr besteht, daß die mühsame und kvm- Mirrtr Ar-beit des PramiemrservellberwessunssversahrenS in kurzer Zeit dsvvelt gemacht werden muss. DaS StaatSaMt für stzialr Verwaltung hat daher mit einer am heutigen Tage er» rchienenm Bolliuasanwrisüng angeordntt, daß derartige Drenstzrber gehaltm sind, ihre rm Jnlande beschäftigten penssonSvevnchrnmgSpfiichligm Angestellten bei der dettschöstermchischen Pensionsansialt für Angestellte zu versichern. * Die ukrainische AniverftLSt btt Kameneh' Podolskqj. Der llkramckche Drrsscdienft meldet«. Ungeachtet der ungünstigen VcrhLlkmffe der Kriegszrit hat dir ukrainische Universität inKamenetz-Podols kyjdas erste Jahr ihres Bestehens ordnungsgemäß vollendet. Dtt Universität belaß 10 Professoren uns 49 l Studenten, darunter 76 Prozent Ukromrr. iSPrvzevtJnde» Drd'tz Prozent Arrssen n. a. Urber ^00 Studenten konnten wegen Raummangels nicht aufgenommen werden. Erst fetzt «erden dwUniversstLtSrämnlichkrstrn erweitert, was die Aufnahme «wer weit größeren Anzahl Studenten ermöglichen wird. * Schweden will ei« Schiff fllr ««fere Ksiegsgefarrgenen ausxSsten. Wie wir hören, interessieren sich btt Vertreter des schwedischen Rolen Kreuzes, die sich aus Anlaß der Äwedlschen KinderhilfSaktivn hier aulhalten, in dankenswerter Weise siir unsere in Rußland weilenden KrttMefangenen. Das Mwedische Rote Kreuz soll sich mit der Absicht tragen, in Schweden eine Sammlung einmleilm, aus deren. Ertrag ein Schiff zur Abholung österreichischer Kriogsgefangenek ««§««- ckistet werden soll. Da Schweden sich wiederholt schon um unsere Kriegsgefangenen in hochherziger Wesse durch Aufnahme «valider Kriegsgefangener, durch Berensiellung von San/lätSzüge« und dergleichen bemüht hat, ist zu hoffen, daß auch diese Mid» ihre Früchte tragen wird. * Personalnachrtcht. Herr Josef Kretz, Verirrter der Firma Gebrüder Skoliwerck. zeigt die Verlobung feiner Tochter Hilde mit Herrn Dr. Sigmund H U f ch e r a«. * Die ©cbe*tfe?eict am 1. 9lee«i»&«v, Das Landes» befehlshaberemit hat tm Einvernehmen mit dem Neichrvosizn-sauSschuß ««geordnet, um drrS Andenken der im Weltkriege ge- MSrnm und gestorbenen Kameraden zu ehre«, sind in den Vamffonen, wo sich Goldetengräber befinde« <Kr«und und -«lndl M 1. und S. Rsvrmbsr angemrfume mnitLrssche Oedenktzirrn ntzahmtzm Die Tchmiickrmg der Gräber tat, ba« MUumtammck vtMkrm» In Wien findet eine besondere Kei« statt. Wienev MorgerrzeitunZ . .. .ii. .- —-r- 1. —u. Di© Organisation „ßapod Hazair^ Veranstaltet am Samstag den 1. November 1918, pünktlich halb 6 Uhr abends, im Saale des Ingenieurtmd Aromtektenvoroi&es, L, Eachenbachgasso 9, eine VERSAMMLUNG mit der Tagesordnung*. Das Wesen tmd die Ziele des „Hapoel Hazaii^* Referenten:' M. J. Leder (hebr.) and Dr. R. fTeltsch (deutsch). Regiebeitrag 1 K. (davon 10®/« Wr den Jüd. N.-F.) 17W dieser Klage ist die, daß in den ersten Dttrmbrrtagen, als die M a ck e n s e n - A r m e e ans threin Heimweg Neupest paifierte, der Neuprster Nalionalrat sich b«>U halte, die Lebensmittel und Matenalv-irätt der durchziehenden Truppen zu beschlagnahmen. Die urigarssche Negierung hatte noch währmd des Regimes Karolyi festgestellt, daß die beschlagnahmten BonSte. die mehr als fünf Millionen Kronen wert waren, durch die Mitglieder deS Rationalrates milcrschlagen chordev waren. * Heimkehr aus englischer Kriegsgefangenschaft. In den nächsten Tagen treffen zwei deutsche Lazarettzüge.mtt 500 auS englischer Kriegsgefangenschaft hemikehrmdm Angehörigen deS «hnnslißen OesierrilÄ-Ungärn ein. Nschfchom im Grand HotÄ. Am 86. d. M. wurde die Nachschau im Grand Hotel wegen UeberprNung der AuSweisvsvi«e dsr dort «vhnheften Personen fortgesetzt. GS wurden 167 Personeu einer eingehenden Perlustreerung unterzogen. Gegen S6 Personen wurde die Amtshandlung eingelertet, da sie sich mrt -in« Lnfe«th«l1SbewrÜrgmktg nicht auSwersen konnten. * Razzia in Gtuadenhotets. Gestern früh haben Organe •btS SittenamreS in bekannten Stundenhotels eine Nachschau nach uvkontrvllimm, der gewerbsmäßigen Unzucht ergebenen FrauenSperlonrn vorgenoMme«. Dabei wurden unrrr 16 an» orhaltcnm Frauenspersonen zwölf als gelchlechiskrank dem Frauenspital in Meidimg überstellt. Bon den 16 Angebaltenen waren 8 minderjährig, von den 12 inS Spiml gebrachten 6 mindefiahrrg. Eine Minderjährige wurde dem Fürsorgeserfahren zugeführt. * Großer Ginbriech. In der Zeit vom SS. d. M. biS gestern früh wurden die Räumlichkeiten deS Seiden- und Tuchwarengeschästes Lazar Weiß (Inhaber Leopold L fl z a r), l., Bauernmarkt, vom Kanal aus erbrochen. Die Täter haben Waren rm Werte von K 150.000 bis 200.000 gestohlen. Dann haben die Täter im Kontor die erlerne Kasse erbrochen und ihr einen Betrag von K 14.000 entnommen. BerekrSnachrrchterr. (Nachrichten von Bereinen erscheinen anßn a h m S l o s » u r a m T a g e d e r B e r a n st a ltung.) H e u t er Jüdischer Gesangverein. Sämtliche Mitglieder werden ersucht, zu der heute Dienstag um 6 Uhr abends SW i e n e r K on z e r t h a n s e. l., Hnrmarkt 6, . Stiege (Bereinssaal) siattsindmden Gesang- Übung zu rrschemm. —ton. Sektion Wieden - M a r g ar e 1 e n. Heute admdS um lU' Uhr-findet im Caft Savoy, IV., Margarerrnstraße 83, eine Ausschußsitzung statt. Rriereut für Frauenarbeit: Frl. Ehana H a h e k, Aeferrnt für Hebräisch und Kultur: Dr. G o l d b e r g e r. — Z i o n. Bezirksf e k t i o n XX. Neuanmrldungen für hrbröische Kurse füt ®ot* geschrittene und AniLuger werden 'täglich von 8 bis 6 Uhr entgegengmomMen. Diejsülgen, die sich bereiteinaefchMen haben, mögen heute um 5 Ubr Nachmittags im Sektropslskale, XX..Karl Mcißlftraße ö/l, erscheinen. — Zion. B e z t r k S's e k t i o n Alsergrund. Heute, */»5 Uhr nachmittags. Jugendgrüppe, Vortrag: Dr. Mandl. — H e ch a l u z. Alle in Wttn sich aufhaltenden Tdaluzim lverdrn aufgeforderl, SamSlflg den!. November, pünkilich 3 Uhr nachmittags, U., Zirkusgasse 83, behufS Besprechung äüsrerst wichtiger und dringender Angelegetihetteu zuverläisig r» erscheinen. __■ Die Grnährmitg. Die Aussichten für unsere ErnShruug. Eine neue Schweizer Aktion. — Die RsparationSdvprmisfis» an der Arbeit» — Gegen die Derantekung der LebensNittelfrsge «ilt der FlüchMngsfritg«. Die Aussichten für unsere Ernährung im kommenden Winter beginnen sich günstiger zu gestalten. Die Schweiz, welche uns schon so oft Beweise ihrer menschenfreundlichen Fürsorge gegeben Lat, bereitet' abermals ein« großzügige Hilfsaktion für ganz Oesterre.ich vor.' Der Schwerpunkt unserer Sorge, liegt bei her ReparationZkommkssion. tkww nicht all« Anzeichen trügen, so dürfte dörkma.i von dieser Seite mit ottem Ernst an unsere Wiederaufrichtung. gegangen werden. In den ersten Beratunzen über unsere LrnährunaSlage und Über unseren Bedarf wurden öle FraKsn der Beschafstrng tan Die hl, 8«tt, Fletsch, Milch, Reis, Kartoffeln und Zucket sowie Sie B ez uasmSgNchkeiten auS den Aachfolgestauden behandelt. General MaUrldre, der Vorsitzende deS SuLlomiteeS der Revarationökommission, der diese Beratungen geleitet hatte, ist nach Parts aefahren, um dort darüber zu berichten. Juzwifchmt wurden die Deratmt-m fortgesetzt und die Verhandlungen stehen vor dem Abschluß. Unser SniähnittgSamt hat die von der Äch>at»Ltl»nSkomwilsion verlangten Auskünfte, die tabellarischen und Üattsttsch«l Unterlagen, fertig gestellt. In der heute stattstubendeu Sitzung toetoitt alle diese Unterlagen der Kommission Übergeben, so daß, schon in den nächsten Lagen der Bericht durch einen Vertreter cer &ommt(iion dom Obersten kfiat in Paris Überm lttslt wertz^n wird. Im engsten Zusammenhänge mit der LebenSmiitelfrage interessieren sich die fremdländischen Missionen, wie wir von bestinfowlierter Seite erfahren, lebhaft für die Fl üchl in g». frage, wa» auch in den angeforderien statistischen Tabellen zum Ausdruck kommt. Sie verlangen tnsbefondere endlich die genaue Ziffer der anwesenden Flüchtlinge und verurteilen aufs schärfste das Vesireben gewisser nationaler Parteien, welche mit dieser Frage ein Geschäft betreiben. Diesen politischen «eschäftSmachern wünscht die Entente das Handwerk zu legen. ti dtNl>rrsrr§*wwb vsr deirti rDrrtsKe GAckW. Me der O st w e st <« sstpm meldet,, und in A e v p e L w »mer ImMmldattr Mta vsv Bttdtchrst H deutsche K Nt ziere . _ tft r», M-T > n % tj ai v.r t «l «j | L qt.. M Ltzmwistlm Krnztt, Wim, U, WMahsfircht M-tzsst-tzWil. rn 28. Oktober ISIS '9fc. 27S .»fl ■ —»I» i ii - »i » iii.' — ».» imiii »i^.l i"i«i wi.1l mf»i nin<n».Tlli in Nach unseren Informationen betrug dieZahl der sÜdtz schon Flüchtlinge irn September 38.060 Seelen. Don diesen find in den letzten Woche» 8080 bis 10,006 Personen abgereist, so daß jetzt mit einer Kopfzahl von 25.600 jüdischen Klüchttingen zu rechnen wäre. Und diese Zahl soll «ine Bedrohung hetz. Wiener Bevölkerung bedeuten! Wahrlich» schwer ist e», dnfc Satire nicht zu schreiben. . . Fassen wir nun das Resultat der bisher geführte» Beratungen zusammen, so dürfen wir alle Hoffnung Hegern dass nur eine ausgiebigere Belieferung mit RahrungH Mitteln für uns erfolgen wird. Wir dürfen sogar eve warten, daß die Belieferung noch vor der Kkärung tat Finanzfcage erfolgen wird» da wir ja außerstand« find, dir gewährte Hilfe sofort zu bezahlen. Der Marktbericht. Der Verkehr beschränkt« fich gestern ferst «rSsWeUichf auf die Grünwarenmörkte, die aber auch feine groß« Auswahl boten. Die eingelangten Sendungen reichten zwar zur Deckung des Bedarfes, doch umfaßten sie nebst Duppewgemüle fast nur Weißkraut und eine geringe Menge KM Die Obftmärkte waren mit Aepfeln steirischer, otari österreichischer und Tiroler Herkunft mehr laS ausreichend versehen. Sonst gab e» nur etwa» Weintrauben. Auf den Fi sch Märkten kamen nur Reste von gewässerten Stockftschsn zum Verkauf. In der Großmarkthalle gab es kür den Kleinverkauf nichts als das amerikanische Pake! Nachzügler. Mit der Dahn sind gestern 13 Waggons Mit M TovrfeNi amerikanischem Rindfleisch «ingelangt. Di« Wrhlquvt« kür zwei Woche» geficheyt. Enßß gegen allen grgenrrlligrn Gerücht«« wrrd an maßgebender Stelhj mugrteilt, daß b>S S. November die M e h l r a r t o « ia ihrm gegenwärtige »Ausmaß gefichrrt rst. j Abgabe von Kartoffeln, Bon Dienstag LiSDonnerstag werden im VIII. Bezirke italiemfdje Kartoffeln zum Presse von L 8.56 pro Kilogramm gegen Abtrennung des Buchstabe« „R* der Kartoffelkarte abgegeben. Audsls Feld schuh» N.. Praterstratz« 54. Zock«« abgabe für September, Schokolade, Tee, Kalao, TischwemL Sardine« »sw. Geöffnet von 8 bis 13 «nd 8 btS 7 Uhr abend« Bühne Md Kunst. Bnrgtheaterkrlfe. Direktor Heine bat demissioniert und trittf hsH man das Lied vom „Verfall des BürgtheaterS" in *ffek Tonarten. Wer im letzten Jahre die Leistungen taS VurA theaterS ernstlich verfolgt hat, wird doS Hvrunteqrizitferech der Qualltülrn dieser großen Bühne nicht billige«. Wen» auch einzelne Stars nicht zu halfen waren, so hat matz doch Vorstellungen genossen, die dem Ruf dieses KnnM instituws Ehre machen, Premieren gesehen, dfe für die Forfe entwicklung dieses noch immer ersten deutschen TheaterS zeugew und Neuinszenierungen, die daS Streben tawesien, tan aMst Stil rein zu erhalten und eine» wiuu Stil zu suchen, Wfe erinnern an di« Erstausführung von Wildaans* ^ieS fo«", Beer-Hofmanns »LaacoüS Traum" uud ünruhS ,^had H schlecht, an di« mustergültige Neuinszenierung der „PtzSdtt und beispielsweise au die künstlerisch tadLutlame, List» eigenartige Wiedergabe der .^Heirat wtber Witten". Ds neue Bühnenkunst sucht immer mehr vom Starwesen los zukommen - und «4 ist sür die Bedeutung de- Burgtheatkrs nicht ausschlaggebend, wenn dieser oder jener Stern nicht bleiben will, zumal viele erste Kräfte, darunter manchbrachliegende, von früher her da sind, hoffnungsvoller Nachwuchs brüht und auf den anderen Wiener Bühnen so manch« Künstler wirten, die längst burgtheuterreif sind. FeßlgMch die vielfach angekreidet wurden, wie zum BeispiÄ die Anw führung „Diebe im Haus" oder die sehr bedenkliche Zuteilung einer wichtigen Rolle in Shaw- Mysterium .Kanvida" ast deu kaum der Schule entwachsenen jungen Thimig find in tan besten Burgtheaterzeiten vorgekommen. Merkwürdig bleibt, daß fich die kritisierende Oesftnttlchfeit mit Vorliebe auf bas Bnrgtheafer stürzt «nd eS eit Jahr Und Tag nicht gerade wohlwollend tahandelt. Es soll aber nicht geleugnet werde», daß die Leitung deS Bnrgtheaters endlich in tar Hand eines betantentan und therierkundigen Mannes ruhen sollte, der womöglich nicht äuS Gchauspielerkveisen stammt und die Zügel eines so großen UnternehmenveranttvortüngG voll zu führen ttaiß. Deshalb wted der Rücktritt HetneS^ der als Direktor respektabel durchgehalten" bat, den man aber nur ungern auf den Bvettern mißte, hekfentlkch tank Burtztheater den richtigen Direktor bringen und gleichzettifl den hervorragenden Charakterdarsteller Hein« wietargeivmnem Bleibt noch die Budgdtfrage, an der die gedeihttch« Fork^ führung tat beiden ehemaligen Hoföühnen unbedingt «ttchr scheitet« darf. Wir zweifeln nicht, datz die Regimn^z schg« im yntefesft Wiensind feiner Bsvölkenrng Butgtheafer «Nb Oper stützen wird, zumal nach tan letzten BevechkungM. dfe Ausfallzifftrn gar nicht erschreckend groß find. Konzerte. Angard-Vestdig, der neue Tenor nnferrS^pern« Hauses, repräsentiert tan germanische« Typus dieser gck« schätzten DängerNasst. Bon Blondheit förmlich ducchträvkt» verrät seine schlanke breitschultrig« Erscheinung gleichwohl nicht so sehr da- Mannlich-Heldenhafte, als vielmehr ephebenhaste Weichheit und Zärtlichkeit, die auch tat Dttmnfe 'lhrisck^ Klangfärbung verleiht. Eine glückliche Mischung Notsl bischer Arische und romanischer Empfindsamkeit 'scheint hier zustandegekommen zu sein. Neußerst wohltuend wirkt nach de« vielen technischen Künsteleien, in der sich andere GangsS« größen ergehen, die ganz ursprüngliche Art. in der Oestvig feine Lieder ausströmen läßt wie den Gesang eines Nyturi lindes. Am reinsten trat dies bei Liedern Edward Eriegg zutage, die man diesmal in der Ursprache höre« könnt«» Weniger gut gelang e« ihm, Hugo Wolf fo seiner ganzen GensibtMLt zu erfassen. In Liedern von Richard Strauß dagegen siegte dr mit der unbekümmerten Entfaltung fenoralen Eilanze», tat, wie zu erwart«, war, dar weiblich«« ZMrerschafil besonders in di« Augen stach. — Erika M o r 1-n t» Ran^«M locken nicht m tarrch das Wunder der -eühkeift tat fimgnj KÜnsUsrtn, fie find auch, absolut -onommey, AüsUallscht Oit aignisse Von «woogkeichttchoA Sfei» Nit »sgbNckoB-ji fltfifttfittl Uii a&aA SybfeBMft iiuMBiuiküL iüi Milli zzi'WWi 11 l^Wm