Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 277 (27.10.1919)
- Date
- 1919-10-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Es handelt sich um 30 bis 50 MiMorrerr Dollar, die. zum Einkäufe von Rohstoffen verwendet werden sollen. Die Bildrmg eines ausländischen Konsortiums für die neue deutschZfterreichische Rationalbank ist zwar noch nicht spruchreif geworden, doch finden dereiLs Besprechungen zwischen Wiener maßgebenden Finanzkreisen und einer auslättdischsn Bankgrnppe statt. Mau hofft, in Kurzer Zeit zu einer Einigung zu gelangest «nd der Oeffentlichkeit nähere Details über dieses Projekt kritteilen zu können. Der Kampf gegen die.Bolschewiken. Berlin, 26. Oktober. Wie die „Dossische Zeitung" meldet, berichtet die russische Zeitung „Prisyw": Front des Generals Iudenitsch: Die Garnison vonKrasnaja Gorka setzt ihren zwecklosen Widerstand fort.' Der Gegner machte bei PulLpwo nördlich von Zarskoje Selo heftige Angriffe, die ergebnislos verliefen. iXnfere Truppen sind ihrerseits zum. Angriff übergegangen und stehen im Kampfe um die Höhen bei Pulkorvch die noch vom Gegner gehalten werden. Südlich von Kolpino an der Petersburger Chaussee besetzten wir das Dorf Uschori. Südwestlich der Station Tosuö besetzten wir-Lisine. Nordwestlich von Strugi Bielja gelang es dem Gegner, einige Dörfer zu besetzen. Im Raume von Pskow drängte der Feind unsere Abteilungen zurück. In der Richtung aus Pytalowo setzten die estnischen. Truppen ihren Angriff j erfolgreich fort. Bei den Kämpfen um Petersburg! haben die Bolschewiken Tanks /ins Gefecht gebracht. - Front des Generals Denikin: In der Richtung! auf Mohilew setzten unsere Truppen .den Vormarsch! fort. Westlich von Umcm sind wir über den Bug gegangen und verfolgen den Gegner. Westüch von Kiew haben, wir den Gegner nach heftigen Kämpfen üben den Irpeu-Fluß zurückgeworsen. Nördlich von der Stadt dauern die Kämpfe fort. Bei Tschernigow nimmt der heftige Kampf seinen Fortgang. Der Gegner wurde bisher unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Im Zentrumauf der Straße Sjewsk-Dimüriew wurden zwei feindliche Regimenter .aufgerieben. Südöstlich von Orel, östlich von Woronesch und bei Ieletz dauern die Kämpfe an. Front des Admirals Koltfchak: Unsere Truppen ziehen sich vor überlegenen feindlichen Kräften unter Kämpfen in. östlicher Richtung zurück. Trohkis GeneraSftab gefangen? ■ ■..26^!st)ber. Wie ^di^BläM melden, ist der G'eneralstab Trotzlis in Zarsköje S^lo gefangen genommen worden. Trotzki selbst entkam im Automobil. Ein elsässtsches Mandat für DsieaffL. DelcastS beabsichtigt, nicht mehr für seinen früherem Wahlort Ariöge für die Kammer zu kandidieren, sondern! er will sich um ein elsässisches Mandat/ bewerben. , Der Konflikt Wegen Levie«. München, 26. Oktober. Die Korrespondenz Hofsmann erfährt amtlich : Von der bayrischen Regierung wird nicht bestritten, daß die Angelegenheit der Aus* lieserung Lev ien s eine reine Rechtsfrage ist. Es kann! nach der'angestellten Untersuchung gar keinem Zweifels unterliegen, daß die in dieser Sache durch die Veröffentlichung des Münchener Chiffretelegrammes vorgekommene Indiskretion nicht von München/ sondern von Wien ausgegangen ist. Die . Angelegenheit wird hier weiter behandelt werden, sobald dir in den Zeitungen erwähnte Einspruch der öfter«, .reichischeu Regierung bei der Reichsregierung in dest Besitz der bayrischen Regierung gelangt sein wird. Kramarsch' russische Aktion. . Prag, 26. Oktober. (Meldung des Tschecho-sloq wakischen Preßbureaus.) Einem Telegramck aus Konstant:* nopel zufolge ist Dr. Kramarsch gestern dort eingetroffen^ Auch . Generäl Mangin und Maklakow sind dort angekommen. Banditeuromantik in Mexiko. Washington, 26. Oktober. (Havas.) Das Staats^ departement hat die mexikanische Regierung aufgefordert. den Konsulatsagenten Ienkins, der kürzlich^ von mexikanischen Banditen gefangen genommen .worden ist, zu befreien. Im Falle der..Freilassung! würde das Staatsdepartement ein Lösegeld vorv 160.000 Dollar zahlen. Deutschlands Schulden. . 200 Milliarden MNrk. Berlin, 26. Oktober.. In der gestrigen Sitzung des ReichSrates machte der Berichterstatter daraus aufmerksam, daß die finanzielle Lage überaus ernst sei. Die Gesamtschuld erreiche 172 Milliarden Mark; am 1. Ap r.il 1920 werde sie, wenn alle Kredite realisiert werden, die noch offen sind, insgesamt 204Milliarden betragen, eine ungeheuerliche Summe, da das Deutsche-Reich vor dem Kriege nur eine Schuld von fünf Milliarden hatte und das gesamte Nationale vermögen auf höchstens 200 bis 300 Milliarden geschätzt wurde. Ein Vertreter des Finanzministers . erklärte, daß dieser dem Reichsrale demnächst mitteilcn werde, wie er sich die Zirrückiührung der Reichsfinanzen in geordnete Bahnen denke. Von der Pariser Konferenz. Paris, 26. Oktober, (Funkspruch.) Der Oberste Rat der Alliierten hat in seiner Samstagsitzung beschlosten, die von der bulgarischen Delegation.übermittelten Gegenvorschläge zum Friedensvertragsentwurf an die zuständigen Kommissionen, aufzuteilen. und dieselben beauftragt, innerhalb einer Woche darüber zu berichten. Die Mrrmairer Frage. Nom, 26. Oktober. (Funkspruch.) Nach einer Meldung des „Meffaggero" schreiten die in Washington über die Fiumaner Frage geführten Verhandlungen rasch weiter. Es dürste ein sowohl Italien als . auch Wilson befriedigendes Kompromiß bald gesunden werden. x Berlin, 27. Oktober. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Rom: Die Pariser Korrespondenten der römischen Blätter melden, daß eine Lösung der Fiumaner Frage im Zusammenhang mit der Grenzfeststellung für Albanien bevorstehe. Die Anklage gegen Kronprinzen Nnpprecht. Versailles, 8b. Oktober. Eine Meldung der Lgenee Fournier will.wissen, daß die Anklage gegen den früheren Kronprinzen Ru pp. recht von Bayern seitens der Entente erhoben werden 'oll, weil er als erster bei seiner Heeresgruppe giftige Gase in einem Augenblicke angewendet bade, in dem andere Heerführer sich geweigert hätten, dies zu tun. . Spaltung in der deutschen Kommunisten- Partei. Berlin, 27. Oktober. (Tel.-Komp.) Auf dem Parteitage der kommunistischen Partei Deutschlands kam es zu einer Spaltung. Die Leitsätze der Zentrale wurden mit 25 gegen 18 Stimmen, angenommen und darauf die Mmderheit für ausgeschlossen erklärt. Die Minderheit erläßt nun in der Hamburger kommunistischen „Arbeiterzeitung" einen Ausruf, in dem sie sich als eigene Partei konstituiert. Die Erukgungsheftrebungen in der deutschen ■’ SoziaLdeckskratie. Berlin, 27. Oktober. - (Korr.-Vur.) Gestern tagte die zweite Delegievten-Hauptversammlung der Zentralstelle für Elmgung' der Sozialdemokraten. Es wurde ein Einigungsprogramm festgelegt, das nur noch der redaktionellen Durcharbeitung bedarf. Als Hauptgrundlage für jede Einigung gelten arich fernerhin die poliüscheu Grundsätze des Erfurter Programms. Drs „Deutsche Zeitung" eingestellt. Berlin, 27. Oktober. (Korr.-Vur.) Die „Deutsche Zeitung" ist vom Oberkommando im Interesse der öffentlichen Sicherheit auf Grund des Gefetzes^ über den Belagerungszustand bis auf' weiteres verboten worden. . DeuLschland und England. Amsterdam» 25. Oktober. Nach dem Hreßbureau Radio meldet „New Uork American" aus.London, daß dort die W edereröffnung der britischen Botschaft in" Berlin und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland bekanntgegeben wurde. (Anmerkung des Wölfischen Bureaus: An hiesiger zuständiger Stelle ist von der Angelegenheit nichts bekannt.) Die dsntschen Kolegsgefangsuen in England. Amsterdam, 26. Oktober. Nach den englischen Blättern wurde in der Sitzung des Unterhauses vom 23. d. M. mit^eteilt, daß sich am 20. Oktober noch 72.06b Kriegsgefangene in England besand^n. Vor einem großen Kohsenarbeiterftrelk in Amerika. Washington, 26. Oktober.-. (Reuter.) Die Berg-. leute haben. Wilsons Schiedsspruch, der von den Arbeitgebem angcnütumen worden war, c''?^!ehnt. Der Streik scheint denrnach unabwendbar. Die Aufgaben der Negiernn^sparteisn. Staatssekretär De. Ramek über die Koalition. Salzburg, 26. Oktober. Staatssekretär für Justiz Dr. R a m e! sprach gestern in einer Versammlung über politische Tagesfragen. Betreffs der Koalition be-. merkte er, die chriftlichsoziale Partei sei mit den Soziale demokraten eine Weggemeinschast in der Erkenntnis eiv--. gegangen, daß Parteibader der Untergang unseres junges Staatswesens sein müßte. Bisher habe die Koalition nuü in der Regierung bestanden; die neue^ Koalition gehe einen Schritt weiter, indem für alles, was die Re-» gierung beschließt und durchführt, Leides Parteien haften. j Es wäre zu begrüßen gewesen, wenn auch die Großdeutsche Vereinigung sich mit den anderen Parteien zusammepgeschlosten und, den Weg zu gemeinsamer Arbeit gefunden hätte. Wenn die Großdeutschem glaubten, daß die beiden großen Parteien nicht fähig seien, das Werk der Rettung des Staates zu vollende», tväre es um so mehr ihre Pflicht gewesen, ihre Kräfte in . den Dienst der Volksnotwendigkeiten zu stellen. Der Staatssekretär beschäftigte sich', weiters mit; einem Artikel des gestrigen „Salzburger Volksblatt",. worin es heißt, daß es z w i s ch e n i h m u n d d e m S ta a t s k a nz l er zu Unstimmigkeiten in der Frage der Auslieferung Dr. L e v i e n S gekommen sei und er s o g. a r m i t der D e m i s s i o n g e-- droht habe, wenn die Angelegenheit nicht ausschließlich der Justizbehörde zur Austragung überlasten würde. Daran sei kein wahres Wort. Diese Nachricht beweise wieder,' wie geschäftig die großdeutsche Presse, am Werk sei, um zwischen den beiden koalierten Parteien.^ Mißtrauen zn säen. . j , In seinen weiteren Ausführungen befaßte sichi Staatssekretär Dr. Ramek mit der Finanzreform und dem Finanzplan. Zur Sanierung der Finanzen seien 'die Be-i kämpfung der Auswüchse auf dem Devisenmarkt, die Berringerung des BanknoleuumlaufeS durch eine innere Staats-' anleihe,^die Stabilisierung des Kronenkurses, eine Valutaanleihe bei» den Großmächten und die Heranziehung ausländischen Kapitals für unsere Volkswirtschaft notwendig. Die Errichtung eines StaatsamtcS für VerwaltungSreform sei von dem Gesichtspunkt auS erfslgt, daß di» Reform der Verfassung und der Verwaltung ehesten» durchgeführt werden wüste. Bezüglich der A r b e i t e r r ä te feien sich Seidr K o o l i t i o n s p a r t e i e n d « r kr b e r v o l lkommen klar, daß wit der bisherigen >Vraris gebrochen werden müsse.