Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 273 (23.10.1919)
- Date
- 1919-10-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979350--02444-2987958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
K Sette Men, Donnerstag Wiener MorgenzLriung 23 OMber ISIS Skr. 273f Die Ernährung. Der Marktbericht. Dir gestrigen Märkte waren sehr schlecht oder gar nicht beschickt. , , Die Großmarkthalle versagte gänzlich. eS waren weder Fleisch noch Würste zu haben. Der Verkehr beschränkte sich Häher auf die F i s ch a b 1 e i l u n fl. die aber auch nur über «riväsitrle Stockfische und eine kleine Menge snscher Schellfische verfügte. Freitag sollen auch lebende Karpfen zrmt Verkaufe sonnnen» doch ist rö noch nicht vollständig sicher, ob die Fisch« an diesem Tage bereits rinlangrn werden. D« G e f l fi g e l m ä x i t e versagen seit Erhöhung der Fkerschpreise gamiich und boten auch gestern nichrS. Avf den G r Ü n w a r < n m a c 111 n sind gestern um! kleinere Sendungen von Gemüse au- Niederösterreich rmgetrofsen, die Zufuhren von den Abendmarkten waren sehr gerng. Obst, das heißt Aepfel vvd Dirne«, gäbest« mehr als ausreichendem Maße. Italienische Lebensmittel für 2v?en. Im Skaatsamt des Aeußern fanden vorgestern eingehende Verhandlungen über die Approvrsionierungssrngr VienS statt. Die Verhandlungen wurden vom ttaliniischev iesandten Marchese drlla T o r e t t o und dem Sekti»nsch-f PP in geführt. Wie verkantet, dürste aus,Grund dieser Be- . Brechung «nenene Aktion Italienzur Belieferung Wiens rinsetz'». Rn Stelle der militärisch« Belmmmg wird ober d« Versorgung durch dft italienischen Zivilbthördrn treim. Da- Lrefei nngswese» wird in Zukunft der Stsandlschtzst in Wien angeglirdert Verden und eS besteht in maßgebenden italienischen Kreisen die feste Absicht, bis zur Witdertchr besserer Ernährung-Verhältnisse m dm Ledensmittellicfcrungm sÜr die Wiener Bevölkerung keinerlei Emschrönkungm eintteten tu kaffe«. ____ W. I. W. Hanptlokal, IX., Berggasse 8. Donnerstag den S8. d.M., vormittags von S b>S 11 Uhr : rot; nachyrillaA von S bis V*5 Uhx: grün. — F r e r t a g den 84. d. M.. vormittags von 9 bis 11 Uhr: gelb; von 3 bis Uhr: blau. Donnerstag den 23. d. M. von S biS 11 Uhr Fletsch für alle Rayonierten. Die Wilchkarte« für Krank«. In der letztm Sitzung der, DezirkSvertretung Meidling wurde vom B-'nrksrale Simon Beschwerde darüber geführt daß die vom Arzte für feie Kranken ausgestellten Mrlchkartrn nicht recht- -eitig zngestellt werden. Es winde darauf hiir- «wiesen, daß Fälle Vorkommen, wo der Arzt die Milchkarte vom Erste» brS zmn Letzten eines MonateS gültig ausstellt, daß aber die Partei die Karte erst am 20. erhalten hat. Die Bezirks- Vertretung hat beschlossen, darauf zu dringen, daß solche Falle, hie ihrm Grund m einer schleppenden Aktmerledi-ung haben bürsten nnd den Kranken znm Schaden gereichen, nicht wieder Vorkommen. Kautoffelabgabe. Donnerstag'bi- Samstag werden im XIV., XV., XVI. und XIX. Bezirk pro Kopf 7» Kilogramm italienische Kartoffeln zum Preise von X 3.56 pro Kilogramm gegen Abtrennung des Buchstabens Q dü Kartoffrlkartf abgegeben. Aewivevba. Infolge verspäteter Anliefrrimg kann die texte Fettmrnge frühestens Freitag d'eser Woche zur Aus- Szelanpen. Sunden, welche daher erst nächste Woche zur Beug gelangen, bekommen daS Quantum für diese Woche anstandslos nach. Audolf Feldfchuh, H., Praterftraße 54. Zucker« Mgabe für September, Schokolade. Tee, Kakao, T'schwmre, ^mdincv usw. Geöffnet von 8 bis 13 und 3 biS 7 Uhr abends. Kommunales. Die tschechische« Schulen in Wie«. . Bürgermeister Reumann brachte in der gestri-en ««dtralsttzung eine Zuschrift de- UnterstaatssekretärS. tür Unter-?«cht pn KennrnrS, in der ersucht wird, daß mit der Zusammen» Ottlung der ErhebungSkommissionin über diese Angelegenheiten ehestens vorgegangen werden soll. Die Kommissionen Hatten aus je drei Vertretern deS betreffenden Bezirkes, einen Der- Uetrr der Schulbehörde und zwei Berlrauensmünner der Tschechen zu bestehen. Die Abgabe der Kommissionen soll '<S sem^ - soiort die Anzahl der volksichulrfl chirgen Kmvrr ostenrichischer Staatsangehöriger tschechischer 'S p r a ch e tn dem btzüglkchen Bezirke seflzustellen und falls die tz»r Errichtung rmer Schule Mit tschechischer Unterrichtssprache ft« Sinne des Re'chsvolkssch ulgesetzes vtl langten Voraussetzungen igmeben sind, hinsichtlich der Beistell ungderSckulw 8 u m l r ch k e l t e n die entsprechenden Erhebungen zu pflegen.! Bürgermeister Reumann tulie mit, daß sich bis letzt «r Dmdeskchulrat mit der Gemeinde in dieser Anaelegenheft noch xncht m- Einvernehmen.gesetzt bat und daß die Gemeinde Wen « Vertretern in dirien Konimissionen die Stadt- und Gemeindexvte deS betreffenden Bezirkes bestimmen wird. Bühne und Kunst. Liederabende. Kranz Steiner sang einen Abend lang Hugv W»lf. Das bedeutet, die Welt Mürikes, Eichenborsss und Keyses, die Welt rvmanti'chcr, ewig jugendlicher Träume, «iedergesptegelt in den kleinen Aunsttverken des großen 'Liedmeisters und aufs neue ins Leben gezaubert durch «inen Sänger, dem man sich gerne als Führer in diesem Wundergarten überläßt. „Auf einer Wanderung", „Der •tärtitet" und „Im Frühling" 'sind Lieder, die uns «nmer unbewußt so erklingen, wie Steiner sie singt. Sein ^seuerreiter" — ein Meisterstück klarster musikalischer Deklamation — zeigte die dramatische Kraft des Borttags, landskrrechtenhofter Humor beschloß den Abend mit „Seemanns Abschied". Daß das Publikum nach Beendtjgung des offiziellen Programms den Sänger noch' lange «icht entlassen «vllte, muß wohl nicht hervorgehoben tttttat. Steiner mit Recht bevorzugter Begleiter gtotf Nreisach, tft für den Klavierpart dieser Lieder, fet de« der Srundgehakt und da» Wese« Hugo Wolfscher Musik beschloss« liegt, ein Jnterp«t von höchstem Künstlerischen Range. - Elisabeth Schum an«, ei« hoher Gewinn für unser Opernhaus, hat auch Im Eonzertsaak die Sympathien rasch für sich gewonnen. ftlla ttwM*». ßww w iwwtao Hutä* kraft und echtem Soprancharakber, die anmutige Erscheinung der Künstlerin, die vornehme Art des SingenS, dies alles half den ersten Erfislg begründen und sichert der. Hamburgerin die baldige Einreihung unter die Wiener Bähnenlieblinge. Sie führte ihren Gatten Karl Alwin, als Beglsitün^sdirigenten mit. Er trat für diesmal, hinter der Persönlichkeit der Sängerin zurück,, auch dort, wo er auS eigenem zu schtlpfen hatt«, '-wie in Strauß' „Tod und Verklärung". Elisabeth Schumann begann mit Mozart und endete in richtiger Konsequenz beim mozarthaften NichaiL Strauß., Daß sie auch Lieder ihres Gatten sang, war ein Zeugnis für das schöne eheliche Verhältnis der Beiden, aber kein solches für die Gleichstellüng dieser 5dompositionen mit dem übrigen Programm- Die Sängerin konnte für Überaus warme Ausnahme danken. — Ein vielversprechender Erfolg war einem neuen Konzertsänger, Dr. Bruno Fischer, beschieden.-Da gab eS weder die irretierende Unsicherheit deS Debütanten, noch das Experimentieren deS Künstlers, der feine Wirkungen, nicht abzuschätzen. weiß. Man lernte hier einen ganjs ausgezeichnete« GefangSdechpiker von bester Schule i^nnen, der seine Mittel vollkommen, beherrscht und sie mit Geist und Geschmack verwertet. Daangenehme, weiche Timbr« deS Organs scheint Dr. Fischer auf die Kou-ertkarriere/die mustergültige Aussprache und Beweglichkeit der Diktion auf das Fach des SpießbaritonS hinzuwei'en. Jedensalls wird, diese interessante Erscheinung unter den Vertretern des Baritonfaches noch von sich reden machen, welchem Fache immer der begabte Sänger sich zutvenden möge. Dr. K. M. Borkes««F Frltz y. Anrrrh. Der j«nae Dichter, desien «Gckchlechi" kürzlich im Burgtbmier seine Elstauffükruua elkebie. WS DimStan als Gall der ,Cvncordia" >m mittlerm Konurlhmcksaale aus seiner D'.chtung o r d e r E n t s ch e i d u n ft*. Fritz v. U n r ii b liest mit innerer Ergrifienkieit und einem merkwürdig berbm. pewiffermaßen vreußiilden Schwung, der dw Herkunft von der Kommandosprache des O^sizierS nicht verlcugN''r. DaS Drama erwerst sich als eine EilebniSdichlung, in der Marntfchlacht ist die Idee emvorpekeimt. Es ist eine Dichtung in lialladisch-hymnischen Rkitztlimen, die sich oft zu drachlvoller Kraft deS Ausdrucks erheben. Im wesentlichen' bildet es eine Ausemanderletzung zwischen emem jungen KriegSireiwilligen und einem Ulanen, die daS Pioblenr: Kriea von den entoegengeftMesien Seiten beleuchtet,, dazwischen kaleidoskovartlg wechselnde Bilder: Verwundete und Wahnsinn»-«. Frauen und Mütter; Begeisterung und Todr-graue«. Entsetzen und lk'erzlickiln,. Der. AuSllang drS GedlchkeS.ist verlöhnltch: der Krieg wud als ein notwendiger Dmchtangrsiadium m Höhe entwicklung der Menschheit erk«nnt. Nicht immer vermochte man der pts»mntengrdr«»«trn Gedanklichfeit der sich vielfach in« Besionäre stewentden Berse völlig zu folgen, aber es war ein E'Ndrnck von iwerznigender Echtheit und wirklicher Dichtrrkrast und dem Dichter dankte warmer und 'hetzl'chcr Beifall. -6. Das Spernthevter «ird^ntcht verkavft. Vesmllber gestern verbreftetm Mitteilungen, wonach das Ovnutlieater.an ein amerikanisches oder italsinischeS Fmanzkonkorlium verpachtet oder veräußert werden soll, wird die ^StaatSkorrelvk'ndknz" ermächtigt, testzusiellen. daß drescs Gerücht jedweder Begründung rntdrhit. Es besichl keinerlei derartige Absicht. Marti« Schenk gestorben. 'Geste, u siüh ist b'er der bekannte Koiniker Maruu Schenk nach langem schweren Leiden gestorben. _ Soeben erschien: Heinrich Martzvlie» „Kritik De» ZioniSmvs". DaS lange elwarletf Werk über die tdeorek.schen Grundlagen der «>oßrn pol-tilchen Beweeung. DaS Bnch glredert sich in fslgmde Adlchnitte: Aufruf mr Kritik; 1. Kapitel' Theor« der menschlichm Kräfte; Kavuel: Theorie der Geschichte; S. Kapitel: Theorie desozialen Leben-); 4. Kap tel: Theorie der Nation. V>eiS geheftet K 14.in. gebunden K 19.20. Zu beziehen durch R. L ä w i t. Wien, I., Notenlurmsiraße 22. in all,n Pr?,»'cnen. NeNnratttrk» uiitfr (Bflfjnltf, FarbdSiidkr fflt all« ®t)f|eme, «rsttlallig«» Material. Leop. Kurzer, Wien, B!l„ Westbahnstraße 23. Tekebpon 81537. »«» Sport. Wiener M ennsch ersten in Sntzkpest. Die G astspiele deS W- A.'F. und N«vidS >n Budapest haben nur lehr mäßigen Sport gebracht.. Zwei Spiele endeten v: 0. daS dritte gewannen die Ungarn 8:0. Es zeigte sich bei allen Mannlchalten drutl ch der allgemeine Rückgang der Fußballerklaffe. Der W. A. F. spielte gegen den m der ungarischen Meisterschaft führenden KiS- Pesti A. C. 0: 0 und unterlag trotz zahlreicher Ersakleme gegen den M. T. K..nur 0: 8. Das Treffen Rapid-F. T.'C. endete bei voller Gleichwertigkeit der Gegner toilo). Aul Grund der gezeigten Leifinngen kann man «»nehmen, daß die Wiener auch am 8. Novemller m Budapest den Lände»wellkampf' für sich emlcheiden werden. Wngiektion per H«ko«k. Die NedungSabrnde finden nunmehr D l e n S t ü g . und D » n n e r S t a g von S bis 8 Uhr statt. Kadima. Freitag den M. d M., präzise 9 Ubr abnidS. Cpielerversamnilims im (£# Jägerhof, wozu fäutiliche Fußballer zu erscheinen haben. Derein-nachrichte«. (Nachrichten vonBrreinen erscheinen auSna,hmtloSnuramTagederBe.ransialtung.^ H e »i e: Lionistischt Berirkssektivn Döbling. Heute, 8 Uhr abeudS M talicheipetsaimiilln,- im Cals Döbling: I. Deucht der Tenung, 2. Jikob Weiner: Unser Pi-tziamm. Die Mitglieder werden dringend km chr E,scheinen gebeten. - tlrontstische Sektion tür die westlichen B e z i r t« W i e« ». Heute, ft.7 Udr abmd-, VI.. Mariah lser- Kraße 75, vomag de« Herrn Dr. Dckltzet Fried «ann: Die Jude« ünd d»r FrichenSvertrag. — Z i $ n i ft i f «fy e Ber,rkSsektts,Ottakri«a'Hernalr. Heuie, */»• Uhr abends, findet im Ta!» Jungmann. XVI., OttaKing«- wikt «5. mö# VttttcumlSmiüuitcsusammUma GerichLssaal. Falfistk«« tschecho - slo wakLsch er Stemprl»- M-rken. Wegen Fälschung von Stempelniar^n, dcke lM kschrcho»» slowakischen Staat, zur Abstempelung der- Geldnöten ^dev-- wendet wurden, hattpn sich heute vier Personen vor «Kem Erkenntriisfenate unter dem Vorsitze beS^ OberlMld»SK;riqt^ rateS Dr. K aemp f zu verantworten^ Die vom Gtaatsanw^ Dr. Finger vertretene Anklage lautete auf oaS Berhreche» des Betruges. Am. 24. Juni d. Ierstatteten der^Bearut^ der tschecho-slowakischen Gesandtschaft in Wien Bohrkinlk S ve c und der Prlvatbmmte.Anton M e s.e r dir Anzeige,^, daß letzterem der Maschinentechniker Franz B.aumann go» fälschte Stempelmarken des tschecho-slowakischen Staates fiuttt Kaufe angeboten habe. . Meser ging scheinbar aus den Vor»', schläg ein und ließ bet einer folgenden Zusammenkunft iwe Caftz „Lindenhöf" den Vaumann verhaften. Gleich darauk erschien die mit Baumann im gemeürsamen Haushalte leberld« Agnes. Parzer mit einer Aktentasche, in der sich^etw« 1000 Stück falscher tschecho-slowakischer Stempel zu 10 Heller, 50 Heller und einer . Krone befanden. Sie wurde gleichsau» in Haft genommen. In der Wohnung der Paares war ein» sogenannt Abzugmaschine, wie sie von Buchdruckern, benutzt wird, vorhanden^ ferner fanden sich Klischees, JDruoi*ttW< nnd sonstige Fälscherutensilien vor. Baumann erklärte, er habe auf einer Hamsterrelfe in Schwarzenau nächst GiftiM» einen jungen Tschechen kennen gelernt, der ihn auf or- Idee der Fälschung brachte und ihm auch Klischee» und Holzschnitte zum Abdruck von Marken zur Verfügung stellte. Er weihte dairn feinen Freund, den Beamten Ptoritz W o h l * m u t h, in den Plan ein. Durch Vermittlung 'deS Handels^ agenten LadiSlaUS Br an ah wurde ' eine Druckmaschine gekauft und in der Wohnung deS Branay ausgestellt. Brvnatz erklärt zwar, er war mit der Fälschung der Marken michck einverstanden und habe jede Beteiligung abgelehnt, er liest aber doch zu, baß Baümann alle Vorbereitungen für d«' Herstellung der Stempel traf und mit der Arbeit begann. Erst nach einigen Wochen wurde die Maschine in die ge» meinsame Wohnung des Baumann und der Parzer gebrachte Da sich aber herausstellte, daß die erzeugten Stempelmarken zum Verkaufe ganz ungeeignet waren, will Baumann, wie er in der Untersuchung angab, die Herstellung mit de» von Wohlmuth ihm zur Verfügung gestellten - Metallklischees vovgenommen haben. Die ersten tausend Stück, die ihm gelungen schienen, brachte er dem Privatbeamten Meser, was zu seiner Verhaftung führte. Wohlmuth ist ferner angeklagt, i» Gesellschaft des Elektromonteurs Ludwig Kiew eg u» Elektrizitätswerk. in.Belgrad, wo sie während der Besetzung durch unsere Truppen tätig waren, ein Mikroskop entwendet zu haben. Det' AgneS Parzer liegt zur Last, daß sie von einer Bekannten gestohlene Wäsche gekauft hat. MS Verteidiger fungierten Dr. Herzberg-Främkel, Dr. Mdoltz Ungar, Dr. Rabenlechner, Dr. Deutsch und Doltdtz Auge n s e l b. Derli Angeklagte Vaumann war vollkommen geständig» die Übrigen Angeklagten stellen jedeS strafbare Verschuldet« in Abrede und behaupteten, nicht gewußt zu haben, daß die Herstellung tschecho-flowakischer Stenchel geplant war. Der Gerichtshof verurteilte nach durchgeführter Verhandlung Franz B aumann unter Anwendung des außerordentlichen'MilderungsrechteS nur Ivegen^ versuchte» Betrugt zu fünf Monaten einfachen Kerker. Diese Strafe ev- - scheint durch die Untersuchungshaft als verb.ützt.' Baw-' mann wurde sofort enthaftet. Die übrigen Angeklagte« würden frei gesprochen, weil das Beweisverfahreu dis Glaubwürdigkeit ihrer Verantwortung erwiesen hat. .Der Freispruch vom Diebstahl erfolgte bei Wohlmuth und berN Kieweg deshalb, weil den Gerichtshof annahm, daß sich diese Personen in einem sträfanSschiießenden Irrtum besundm haben. Dasselbe nahm daS Gericht auch bezüglich der Bevfehlung der Parzer an. Mit Zustimmung des Wohlmuth und des Kieweg beschloß der Gerichtshof, daS aut dem Gerichtötische stehende, aus dem Elektrizitätswerke in Belgrad enttragene Mikroskop der Universität Wien zu überweise«. Der Volkswirt Tra«-aWonen im galizischen Naphthagebiet. Die „Naphtha-Jnhustrie" berichtet wie folgt: Da» allgemerne Interesse für daS galizische Erdölgebiet ist inr stete« Wachsen begriffen und speziell kann man Vorbereitungen für eine intensivere Arbeit ist de« galizischen Erdölquelle« beobachten. Selbstredend spielen dabei auch aeldtechnisch« Monrente mit und speziell der Tiefstand der in Galizien noch imrner kursievendeu österreichischen Krone bildet bei aus-« ländischer i Nachfrage einen nicht zu verkenne,lden Ansporn. Das Eingreifen deS Auslandes ist von . großer Wichtigkeit und würde sicherlich zur Hebung der Produktion wesentlich betz» tragen. Bon wichtigeren Transaktioucn wären hervorzuhebenr Vulkan (Boryslaw), biSnün Eigentum der Vulkan G. m. b. H., würde von einem kapitaiskrästigen polnischen Konsortium erworben. Als Geschäftsstthrer der neuen Gesellschaft fungieraü Dr. Maryan Rvsenberg in Dtohobycz und Direktor Steez-- kowSki in Krakau. — Kobh lau y> (Wcstaal^ien). Die bekannte A.-G. Tepege (Kwakau) hat den brSherigen Gruben^ und Terralnkomplex in dieser Ortschaft, wo bi« BohrungSarbeiten bereits bet manchen Sonden bis zum Oel geführt wurden, von einem französischen- Konsortium (Victor Petit» Gesellschast) käuflich erworben. — . PaSzowa (Mittelaalizlen). Umfangreiche Naphthafelder (zirka 400 Joch). Josef I biS IV wurden von einem einheimischen Konsortium erworben, welches mit den Anlagen der ersten Schächtt demiiächst beginnen soll. — Schodnica A.-G. JnNophtbakreisen wird verlautet, daß die Majorität der Aktie,!, dieser Gesellschaft von Engländern erworben wurde.-— Die Kär-> Pathen A.-G. ist bereits seit der Gründusig eine tm Lande gerichtlich eingetragen« Gesellschaft mit dem Sitze in Glinnik Maryampolski, ,wo sich die bekannte, dieser Gesellschaft g<» hörende, MineralölfabrU befindet. — „Äalicia" hat kurz nach den» Zilsaiiimenbruch Oesterreichs ihren Zentralfttz nach dem Lande, verlegt und in Wien die Petroleum-HandelS-> Gesellschaft ml b. H, gegründet. — A.-G. für Mineralöl lndustrie, vormals D. F a n t o Sc Comp., schreitet desgleichen zur Nationalisierung ihrer in Pölei» und Tschecho-Slowaklen befindlichen Unteriiehmungen. — Silva Plasta G. nr. b. H. hat sämtliche in Boryslaw und Mraznica befindliche« Grubeiibetrieb« dev „Flüssigen Brennstofs-Gesellschast" überl. An der Spitze dieser- Unterneymungen stehen die nomine». Herren Dr. Paff, Miaczynski und fietdmann. „O z y mb^a r t" . ^ftoleilMbo^r-Gejettschast m. b. H. (SzhrnbarSka Hp. naft ). Zu GeschästSführern wurden Artur Tezmt und Albert Lefkowie», beide in Wien, bestellt. Äs» bisherige Geschäftsführer Kndolf Ne«o«»th wurde gelöscht. Äufcflnowiee4Loruslawer Rohö l-Erploitatton»-Gesellschaft m. b. H. Der Geschäftsführer Arpad T s » n k a, GrobtrüiustrteHer in Dien, ünb Prokura de» Gottfried Kakdo», Prlvatbeami««! iü .PprvsLaw. güöM. gMjüate Auüaltcu sür MwlliU^ bililtl 1T1 , . .,mwnw+*tv immMrn