Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 271 (21.10.1919)
- Date
- 1919-10-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* *myr m. tniiot)« IFX9 -kr. 2TT Dkm, Dlmsraff Die Ernährung. Der Marktbericht. Auf den Märkten wer gestern nichK vl- Gemüse ttt ausreichenden Mengen und von Obst Aepfel und Weintrauben zu haben. Geflügel und Eier fehlten gänzlich. An Fischen kamen nur gewässerte Stockfische M ft. 11.50 zum Verkaufe. In der Großmarkthalle waren bloß 190 Kilo* gramm Rindsblutwürste zu haben, die rasch und restlos ÄKingz-r, da. jedes andere Angebot fehlte. Die Fleisch arrsgabe. x Im Ernährungsamt findet gegenwärtig eine Beratung , statt, jfett sich mit den Einzelheiten der geplanten d i e S w 3 ch e n t * il i ch r » Fletfchabgad e beschäftigt. Zur Stunde istehl fest, daß m der nächsten Woche 16 Deka Fleisch fit r d en K o p f zur Abgabe gelangt. Ob dies Rindfleisch oder «ne andere Fleischgattvng sein wirb, ist noch nicht bekannt. Erster Wiener Konsumverein. Fortsetzung der Kartoffclabgabe in de» Lerschleißstcke» deö k. HK eillschlleßuch VH!. Bezirkes« Fortsetzung der Eierobgabe am DienStaa den 21. d. M. in de» Magazinen des V. b,S einschließlich XV. Bezirkes, rin Stück nrv Person, in der gewohnten HLeise. Bohnen für Mrndestbemittette. In der 120. AklionZ- Woche erhalten aste Besitzer der neuen rosafarbenen E-nkauischeiue für Wohlfahr tsieisch '/, Kilogramm Bohnen pro Person zum Preise ron 80 Heller gegen Abtrennung deS Abschnittes D rn den Geschäften der Großschläcktern an folgenden Tage«:, Montag den SO. d. M. für A f g P, Mittwoch den 22. d. M. für S bis ff. Freitag den 24. d. M. sür I» biS R, Samstag den 25. d. M« für 8 bis Z, R»-vlf Feldschuh, II.» Pratevstraße 54. Zucker' adggbe sür September, Schokolade. Tee, Kakao, Tischwei««, Sordinen usw. Geöffnet von 8 bis 12 und 3 bis 7 Uhr abend». Bühne und Kunst. „Tanfa", von-Ernst Weiß* Arausführrrng in Prag. Prag» 20. Oktober. (Privat.) Die Uraufführung des Dramas »Tanja* von E r n st W e i ß in den Prager Kammerspielen brachte dem Stück einen großen Erfolg. DaS Stück behandelt den Kampf eines Rttters des Glaubens gegen die Losen Mächte der großen Welt und gegen die Dämonie der von Teufeln Zerrissenen Seele seiner Geliebten. Die Dichtung hat vre! Geist und stofflichen Gehalt; es ist sehr viel dichterisches und muskulöses Theater. Zu dem verdienten großen Erfolg trog »lks die elementare Leidenschaft und erstaunliche Stimmbeherrschung der Hauptdarstellerin Rahel S a tt j a t <t bei. Ork. Bau«. Das Tagesvrrdget der Oper. Trotzdem die Oper täglich ausv erruft ist und trotz der neuerlich erhöhten EiutritiSprrife reichen die Riefenemnahmen zur Bestreitung des Haushaltes nicht hin. Der tägliche Eta< beträgt 80.000 Kronen and ba» Defizit deS OpernthraterS hat bereits die Hohe von 6 M i l l i t n i n erreicht. Auch im Dnrgtheater find die Fehlbeträge trotz deS guten Besuche» erheblich. Man befaßt sich gegenwärtig in der Hof- . ärarffchen Dnwaltung damit^ Vorschläge zur Sanierung der beiden Anternrhmungm auZzuarbrrten, die wahrscheinlich auf neuerliche brdrnlmde Erhöhungen der Eintrittspreise hinauslausen werden. Operniheatrr und Burgtheairr sind der stolzest« Kunstbesttz MenS und sollte» von StaateS wegen erhaltenwerden. Die Gelegenheit darf nicht vorübrrgeben, ohne darauf aufmerksam zu machen, daß es höchste Zeit ist, den - drohendenVerfalldesBrrrgtbeater» .hintauzuhatten, das nach wie voe die erste deutsche Bühne bleibe» kann, wenn man daiür sorgt, datz diesem Kunstinstitute alle seine hervorragenden Kräfte erhalte« dlelben tmd daß eS daS größt* Ziel aller ersten Bühnenkünstler bleibt, im Burgiheater wirken zu dürfen. _ AuS den Theatern. Fm Burglheater gelaugt morgen Mittwoch »I v l i u - Cäsar* zur Aufführung. Beginn b Uhr. Im Operntheatrr wird morgen Mrttwoch nwuüsten der Kmderhilfsaktion die „Boheme^ aufgesiihrt. Erhöhte EintritlSpreise. Beginn 5 Uhr« Im Wiener Stadttheater wird morgen Mittwoch in Fortsetzung des Sttmdberg-ZhklufieS ^D e r D a t r r* in teilweiser Nnlkuieiumg gegeben. An diesem Abend nimmt Laura Zeller ihre kilnülerischr Tätigkeit wieder aut. Den Rurwe'ster spielt I osefIarno. Die anderen wichtigen Hauptrollen find besetzt mit den Damen Brinke n, Josefs y. und de» Herren: Nerz, Norfokk, It « sen. Bkgrn» 6 Uhr. iJn der NenenWirner Bühne geht -ente Dienstag bte 25. Ausführung der Komödie „Die gelbe Lilie" von Ludwig Diro in Szene. Die Nolle der Judith spielt diesmal Fräulein Pauli. Die Vorstellung beginnt um l/«6 Uhr. Heine-Abend. Der Sänger Andersen und Herr Klitsch hatte» sich zu einem Heme-Abend zusammen getan.' Herr Andersen sang den Schumannscheir Heinezykln» mit warmem Gefühl und einem entwickelten Sinn Jöc musikalische Delikateste, aber sein schmächtiger, jedoch wohlklingender Bariton müßt« erst richtig .sitzen-, «rn sich zu voller künstlerischer Wnkung entsaltni zu kvnnm. Herr Klitsch zeigte sich bei der Meder gabt des Raielifs- DramaS im volle» Glanze seinsS Virtuosentums und der jungen Weiblichkeit -rusrlte »S ganz auSgiebig. Für den Rezitator Klirsch bietet diese Jugendarbeit deö Dichter» diel Dankbare», vom' künstlerische» Gestchlspunkt wird Legen diese Wahl manches »mLrwmden lein. o» Der diesjährige prlx äs Kvmo für Mufik. Dm diesjährigen krvr äs Roms hat der Genter Komponist: d e S u t t e r erhalten. Er bekam dm Preis für eine Kantate auf Eulenspikgel. Barbier ans Namm trug den zweite« Preis davon. .. H. B» Irving,- der berühmte englische Schauspieler, ist. wie aus London gemeldet wird, am 19. d. M, gestorben. Er wirkte. am Londoner Lyceumtheattr und hat als Shakespeare- Darsteller groß« Ersplge errungen, wenn er auch die Bedeutung seines Baker» nicht erlangte. Irving hat bloß ein Alter von 50 Jahren erreicht. . Die V«chau«»nbs von Arnold Ziveigs Tragödr» .Ritnalmord 1» tztngar»" rst in Wien emgelroffen und mm Meise von ff 14,-- gehchet und ff 18.—gebunden erhältlich. Bon den Werken des Dichters find weiters zu haben: ^Di« Novellen um Etaudiät' . lgebettet L Sv.—, gebunden ff 80,-^^ r, »Gkscknchtenbuch- (gebunden ff 24.—); „Ab'gail nnd NabM t gebunden ff 20.—). Samiliche anzezrzgten Werke stutz durch die Buchhandlung R. L ö m i t, Wien, t, Votenturmsträße 22, z« beziehen. in «Unit Psei»r«t,eir. Wetiotature« unter 6i«r»ntte. "f5r ale Materi«1. Leop. Kurzer, Wie«, W^ Dcstbsihnstwße 2L. Telehpon »837. ra» Sport. ILdifcher Sport in ^raka«. .Mastirabi-Czarni (Lemberg)? : 0 (8 : 0). Der vor einigen Wochen von Malkgbr in Lemberg geschlagene Cwrni wollte diesmal Revanche nehmen, trat aber nur Mt einer Neservemannscha't an, so daß er sich neuerlich dem überlegmt» Spiel des Makkabi beugen Mußte'. Da» Spiel glich einer ununterbrochenen Delsgerunz de» Ezarnii-Torr». da stch die Lemberger nur auf die Bs>te>digang beschränken mutzte». Nur der Lustlosigkeit, der dmch das unsportliche Vorgehen des Szarni arg enttärjschtcn Mäkkablleute ist die verhältnismäßig niedrige Trefferanzahl rmuschreibm. Die Treffer ec» zielten B. Schneider, Heim (3) und Klein (8). Wocherrprogramm des SporLtzkubs Hakroah, ZVieu. (Erscheint jede« DienStag.) «chWkbdemfektt-»: Herrenlksininfl'SamMk: 5Uör abends, i« JSrgrrbbd. Xfil., Iörgerstrabe Nr. 41 Damentra nmg Freitag. V,5 Uhr nächMlträach ddrtftlbst.- Am Sonntag Wettschwimmen »Damlbiü", 4 Uhr nachmittagS, im JSrgerbad. - H«rLrHf«kti»»: Freitag nachmittags Training auf de» Hakoahplatze. - LetchtckLhleMschktkoni Training: Donner»tag nachmittag» und Sonntag tzölMitrag» auf dem Hakoahplatze. Diese Woche letztes Trärnntg« . ' RingsoKtiv». Mittwoch Training tun */«8 Uhr abends t« Klubhrir». TourrflenseKN«». Tour am 1. mt> S. November. Mfabrt Freitag nachmittags nach SteinffauZ. A. Bei schönem Weiter nachts Anistieg aut das Stublcck, LcchnerhiiuS; nrcht, so nächsten Tag srüb. Dortielbst Samstag und Sonntag. Bei günstigen Schneeverhältnisten UebungSlauseir, auch für Anfänger. U. Wenn ke,n Schnee, dann Plairauwandt'Nna, Terrain, und Wegstndien, über Prctnlälpe. Rvfeggeihaus nach Mstnm'chlaa.^ Skier sind gegen Leihgebühr in der Hütte zn haben. Jeder Teilnehmer und Teilnehmerin: Laterne, Kerze, Zundhölrer, Feldflasche, Becher. Proviant, soviel al» möglrch, Wollhandkchuhe. Anmeldung M Mtttwoch den )S. d. M. bei Sprra. Telephon 32.186. FrchdaAsektto». Donnerstag Training der ersten und «Veiten Mannschaft ml dem Hakoabplatz. Sonntag daselbst Mrifterschafttzsprel gegen Favörilner Vorwärts. Sport^lrrb ^N»ktck»*'. Am 13. d. M. hielt der Sportklub »Ui'iiaS" feine d-iesjährige Genrralveisammlung ab. die besonders bedeutungsvoll war. als der Antrag. d»e „llni'as" al-5 j ii d i f ch « a t i o n a! e n Verein zu erllären. den Hauptpunkt der Tagesordnung b'ldete. Nach kurzer Einleitung mtens des Borsthendt» ergriff Ingenieur Ackermann. dc»S Wort und leal klar und wirksam der Versammlung die momentane Lage des jüdischen Volkes dar und zog den Schluß, daß nm die eine Stellungnahme znr Iudenfrage möglich fei: das offene und ehrliche Bekenntnis zum jüdischen Volke. Nach kurzer D'Skufiion und nochmaligen Ausführungen des Herrn Ingenieurs Ackermann wurde der Antrag der Klubleitnng e i nstimmig angenommen. Ingenieur Ackermann bcatüstte sodann die Anwesenden namcnS der zionistischen Partei als neue Mitglieder und sagte ihnen die Unterstützung der Organisation bei all ihven Bestrebungen z«. Brieskaften der Redaktion. ,,L!«de»." Der Verein hat seinen Sitz im Cafs N e mb r a n d t. tt. Untere .Augartmstratze. — G. S. W. II* Wenden Sie sich an die veomten de» zionistischen Bureaus, .JL, Zukusgaffe 88. VereirrSrlachrichterr. Werband jüdischer Invalider und Heimkehrer in Wien. Heute um 6 Uhr abends findet ittt Wiener Theatercvss. tt., Praterstraße SS, eint AuSsckuchsitzung statt. — Zionistische Sektion Wieden- Mar a a r e 1 r m Heute findet p r 8 »\ t e *^7 tt b r abends i«t Cafe Savoy. 1^.. Margonlrvstraße 32, eine Ausschußsttzung statt. — Jüdische t ■ Gesangverein. Dir erste ordentliche Äenrlalvm'nmmlung findet heute um 6 Uhr abends im Urbun^Slvtalr. W i e n e r K o n z e r t h a u 9. l.. Heumarkt Nr. 6. kX. Stiege (BemnSsaM, statt. — I u n e n dverein Ahavarh Zion b>bt bekannt, daß das Vere!«»- hckn. tt., EnnSgaffe lb/4, ausgelöst worden ist. Zuichr>1en für den B«t,v mud zu richten an He»rn OstoS B v a e l i ä n g r r. lk.,jÄere Mjjstgnst^gtzf»/-». — Zitznestische Bezirksf r k t i o * Innere ® t a b t Mittwoch den 92. b. M. findet püaktltch «m S Uhr abend» im Cal» Prstckl (Sonterrainlokal) vdwv«K« oxkmüiäu «LtlUJUiJUdLUaö aUÄA «alt <3eticftt$faaL v Die Kamille ohne Wahvntttz. Unter Vorsitz de» OberlvndnKgvrichtsrnbe»-HÄ«Ltzl vtzw Handels.. daS Zivttlandesgmicht kürzttch Lüer m des jugoslawischen Staatsbürgers Salamsn Jkak Hokhksp gegen bas UrteÜ des Bszirksgerkchte» Haudstraßo, tv-mw seine MndigungSNags gegen den Kaufmann Heinrich brunn abgewwlsn worden war. Der ALE woh«f M elf Jahren teils in «imm Hytol in Man» drM in woseM er me.hretre G über besitzt; doch LharwiM smK Aufenthalt in Mett, WoseM sich auch dor gröW WV seines BqrmSgens befindet. Bor «iuigrr Zeit tzerratM W und ^war-.eim Wienerin, die etz«n rehnjahrrgtz« KnahtzA in hie Eye' Srachty. Sekne Gattür &lu uw» n«L im Hotel wohnen, will 'aber auch nicht nach D q H n r e sondern^ in W i e n bleiben« Er kündigte NN» dom MnanntMtz ftctufmcmn* der in einem der sechs, tsttweisa chm MhSrisM Häuser die Wohnung, da er Lieft dringend M llötige.' DyS' BezlMcr-richt sLandesAerickMat Dv« H ate/st. bat oie Klage ab gewis sen und ur der BesrÄndMU UuA» anderem hervorgeh'oben, daß der dringende Bedarf uichd gft> geben erscheine. In der von dem Kläger vingebruchdm W» rnsunK wurde geltend gemacht, datz der KLndigungKavulch schon dann gegeben. Srschern«, wenn der Hausbesitzer in ftinG Interessen erheblich geschäd igt würde. Das sei twv« liegend gewiß der Fall. Da» Leben dreier Psrsonsn ip einem Hotel sei pro Monat minMen» so hoch zu bezifftru^ als eine Mietwohnung für ein ganze» Jahr. Ans f 11 fc* lichen und gesellichaftlichen Gründen gehe e» »W an, Jahr aus, Jahr et», in einem Hotel -mit einem Kind« in einem Zimmer zu wohnen; dre Gattin haß« Äechü wenn sie einen solchen Zustand ablehn«. DaS Ersturtey hat mit dem Verwurf der Gründung eirieS HauSftandeS unter den gegebenen Verhältnissen ein aklgemerneS 'G he'- verbot ausgesprochen, denn viele junge Leute heiraten oder wollen heiraten, ohne daß sie eine paffende Wohnung Gegenseitigkeit — aus Wien verweisen will, so sind derartigst Absperrungen dem bürgerlichen Gerichte fremd um» sino vielleicht von den B er waltun gSbehö rden durch« zuführen. DaS Gesetz gewährleistet dem Drstandgebtt M Befugnis, im Bedarfsfälle in.seinem Hause eine Wohnung a'nzusprecheu, gleichgültig, ob er Ausländer oder I *tländer ist: eS ist auch gleichgültig, ob er außerhalb bst» OrteS deS Bestandgegenstandes noch Über weitere Bestandräuins verfügt. Was die Berm öge« Slage des BerüfungSwerberS ünlangt,so kann sich ja in den heutigen Zeiten, bei dieser Teuerung, auch der Reich«, wenn er vevhelratet ist, denn doch nicht alles gestatten; als Junggeselle tonnte er sich erlauben, in einem ersten Staothotel zw leben; heut« muß auch der Besitzende rechnen. Das! Landesgericht hat dach längerer Beratung der Berufung st,a t t gegeben und in der Begründung hervorgehoben: Wenn der Kläger elf Jahre in Wien wohnt, geheiratet hat' und in Wien dauernd bleiben will, und e8 richtig ist, baß er mit Frau und Kind in einem Hotelzimurer wohnt, sö ist der bringende Bedarf gegeben. - Die Vorgeschichte einer Ehe. Ern merkwürdlges Paar, . der 4ljährig-f beschästigrmgsloft Robert F l e r s ch m ä n n und drffen Gattm Stepbarrie warm vor einem Erkenntlnsienate unter dem Boi fitze des Oberlandes» gerichtsratts Dr. F r a u e n s e l d mehrfacher Diebstähle, der Falschmeldung und der Urbertretung gegen d,e öffentliche Sittlich!- keil nach § 507 deS Strafgesetzes angrklagt. Des letzte«» DclttteSwurdenfiebezichtigt.wett sie >m Jahre ISl8 in Czernowchmst Berfchwt'gung des ihnen bekannten gesetzlichen EhehmdernisseSderüd« Robert Slerschmann bestehenden DtödsinnSkurarel ohne Ernkeimng der DiSpcnsätron geherratet haben. Diese Ehe hat rrne interrffante Vorgeschichte. Fleischmann . ftrtuö acht Jahre hindmch wegen Schwachfinns unter BlödfinnLkuratel. Im Dezember 1014 würde er anläßlich eines Diebstahls aus Grund gerichtSärzllicheü Gutachtens der Irrenanstalt am Steinhot übergeben, wo er fünf Jaffre verblffb. Während der letzten Monate trat er zu der Pfiegerin Stephanie Nowotny in mtime Bezrehungen. Als er am 5. Mai 1918 aus her Anstalt «geheilt" enilaffrn wurde, vereinigte er sich m>t detNowotny'und nun führten sie e,n unstetes Leben^von Schleichhandel und Diebstählen ihren Unterhalt bestreitend. De« Drter der Nowotny stahlen sie Schmuck und Kleider» deren Tante Lrovoldine Schtegl vcrsckürdene Effekten. Sw relsten dann «ach Böhmen und verübten eine Reihe Hokeldiebstäble und schlievltch nach Czernüwitz, wo ste sich trauen ließen. Nach Men zntückgkkehrt, mreteten sie stch.bei der Privaten Leopoldinr Rrtsch ein, meldeten sich falsch und räumten emes Tage-, während Frau Reisch abwesend war. die ganze Wohnung aus. Dann wanderje» ste zu Fuß nach St. Pölten, stahlen dort, wo sie nur konnte«, wgen weiter nach Amstetten und Markersdorf, wo sie ber einem Diebstahl ertappt und verhaftet wurden. Robert Fleischmann wurde während det llntersuchuntz-bast neuerlich psychiatrisch untersucht. Nach dem Ausspruche der Gerichtsärzte ist er wohl moralisch defekt, aber weder gersteSkrank noch gerstesschwach. Vor Gericht warm die von Dr. Braun vertridigtmAngellagk''n im wrsrnll!chen geständig. Der Gerichtshof erkannte lediglich sie der Diebstähle und der Falschmeldung schuldig und verurteilte Roben F l e t s ch m a t a zu s e ch s Monaten. Stephanre Fleischmann -N d r e i M o n a 1 e n Kerker. G!n unterbrochener.Prozeß wegen ErpreffrmK. Wie berichtet, war für den 17. d. M. Nor einem Erkenntnüfendte unter Vorsitz des OberlandeSgerichtsrateM Dr. Aich in ge r eine Verhandlung anberaumt, der mit Rücksicht aus die Uirgewühulichkett des Falles, eS handeltsich um Persönlichkeiten von tausrnänntschem Ranae, mit lebhaftem Jikteresse entgegen gesehen wurde. Die ffoklage lautete auf Erpressung gegen den Großkaufmann Hugo. Heller, der dem Industriellen Friedrich May angeoroht habe» soll, Mitteilllngen von dessen angeblich kompromittierentw» Handlungen im privaten und geschäftlichen Leben öffentlich zu machen, wenn ihm nicht zwei Millionen Kronen bezahlt würden. Die Verhandlung mußte, ehe noch dl< Anllage verlesen wurde, vertagt werden, weil sich weder der Anzeiger und Privatbeteiligte Fr der Hauptzeuge Dr. E r nst erschienen waren von kompetenter Seite mitgeteilt wird, mußte die De*» Handlung erstreckt werden, weil die Zustellung der Vor» Ladungen nicht ausgewiesen erschien. Da Dr. Ernst An-» lönder ist und das Gericht über keine Machtmittel verfügt, ih„ als Zeuge zu zitieren, wurde der Akt an den Unter»» nrichter zurückgelettrt, um Dr. Elnst im Requisition»» Budapest e»n-uvernchmeu, damit bet der nächste« Verhandlung wenigstens sein« schriftliche« Angabm tzorlftyon» Dr. Ernst befand sich am Tage der Verhandlung in BüdMpest, Friedrich May am Semmering. ES verlautet, dckß m den beiden Parteien ein Ausgleich -iistanbcgekommen für dckS Verbrechen der Erpressung, da» kejHtz kennt, «b»» Kediwtun» Lvi«