Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 270 (20.10.1919)
- Date
- 1919-10-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Z70 Men. Mlmtatz L0 Oktober ISIS SekteS) , * Gestohlenes Automobil. Am 19. d. M., eine Viertelstunde nach Mitternacht, wurde dein Automobileigemümer HanS Quester aus Tarms vor dem. Wobnhause seines Bruders, des Rauchfangkehrermeistens Josef Ouester, l, Inden- Platz Nr. 7, em gran lackiertes Pcrkonm-Puch'Alitomobil 140-, VlNer-Ttzpe, gestohlen. Es Hai Flrrgcrsirr offene, ift HU' zwölf Personen, hat drei Rei'eu m>t Stollen und euren glatten Reifen, rrckts einen Werkzeugkasten. Meisinggenerator. graue Segeltuch- Polsterung und zusammenlegbares Dach. Es bat einen Wert von K 90.000.—. Auf die Wiedererlangung ist eine Belohnung von X Ö0Ü0.~ ausgesetzt. # Eine unangenehme Begegnung. Am 17. d. M wurde dem Oberstleutnant Josef Gerringer. XVtl., Hernalt'er Gürtel 84 wohnhaft, von seiner Dienstmagd e,ne An'ahl Juwelen mr Werte von l! 400<> gestohlen. Die Diebin fliich ete mit der Beute» Noch am selben Tage sah sichere Gattin des Geschädigten «och e»r neuen HauSgehilsiii um und kam m nne Trenstverm ttlurig im tX. Bezirke. Ihr erster Bsick stel dort auf die Diebin, die wieder dorrhm gekommen war. einen neuen Dttnst«. Platz zu suchen: Frau G'irmgrr ließ die Piebtn gleich verhaften. Sie tst die wegm Diebstahls »chon zweimal abgestra'ie und von Wren abgelchaffte L'iährige Bedrenerm Marre Waldstcin. Sre wurde dem Landesgenchle eingeluierr. »»Eine Perle." Der dem Hokrat im Stoatsamte für Berkehrsw len Richard H laute, Xlll., Zeheinergasie 1 wohnhaft, war oit L3jälmge Chrrstme Bnrghard als Hausgedilsin bedienstrr. Am 15. d. M. wurde in der Wohnung ein Kosten erbrochen aufgc» surtdrn. ES fehlten Wertsachen um K9(>00 und zu gleicher Zeit war tue HauSgrbilsin verschwunden. Dem Polüeikonimsiar'ia' H ey>ng wurde die Anz ige erstattet, und aut sene Anordnung wurde am «ochsten Doge die diebische Magd rn Floridsdorf verhaftet und dem Landcsgerichte eingeliefert. B>s oat einen Baibetiag von K 620 wurde die ganze Beute 6« der Diebin gefunden und dem Hofrat auSgefolgt. Christine Burghard, d>e auch vom Bezirks grnchte Mank wcgm Diebstahles verfolgt wird, wurde demLandeS- Lerrchre eingelieferr. _ * Elu Diebstahl lm Telegraphen Matevlaldepot. In der £i<tt vom 7. d. M. rrachmuiags bis znm 8. d. M. früh Wurde »m Telearcivhen-Mateualdrpot au» der Landstraße e>n Magann erbrochen. Gestohlen wurden 31 cirar iche B uokleS samt Futte-al und 26 Nickellaiche,inhien mit der G>av>erimg .,?• U. k. Feld ekegraphau der Rüctsete. zusan»men ti 8:>.CMjh » wert. Auk Grund der vom Polizeltommisfanaie Landstraße cm' geleiteten Erhebungen wurden unter dem d ingeuden Berdachie oer Toter schalt d r t t Bolkswrhr mä nner dir zur Zeck der Tat den Wachdienst veliehen halten, aber inzwischen schon von der BolkSivehr entlasten worden stnd. ve'bas et', «S sind d>eS der 89fiibrige ehemalige Koivoral ^o»et P Ikan. iH., Ggllner« aaste 29 wohnhaft. und die ehcmasigen Bolkswelirmänner Bik'or Pigler. 26 Jahre alt, HI., Kugclgaste 7 mobnhafi, und Adosi Supanik, 88 Jakne alt. Ul.. Göllnergaste 29 . wohnhaft. Dre Feldstecher und Uhren konnten bisher nicht uistcivdegebracht Serden. Die drei Berhastelen wurdrn dem LandehLenchte em- Xttfttt Wien bei Nacht. Uw 18. M. um r Uhr nachts trat aus den Sicherheitswechmanii Johann Hulka in der Bäckcrlsiaste ern M mn zu. der f«b als ^.Dlrekior Johann R. vo, stellte und den Wach* wann avsloiderte. gegen eine im Hanse Bäcknstraße htt Frau Charlotte Badas w ilende Gesell'chafl. dck dm Zrchg'lage vereine. e'N'iischre> en. Er bcariinde.'e feme AuNorderung damit, daß er selbst Gast bei Frau VadaS kewekkn sei trnd sich über astzuhobe Preise aurgehaltsn habe. Man habe chm nämlich tür 3 Rostbraten. 12 Brrpen. 5 Flaschen Leck Und 14 Gläschen Likör nicht weniger als K 1795 au'geiechnet. Wachmann Hulkn wollte sich zuerst Sutturs hol^n, doch bestand Dnektor R. auf sofortiges Einschreiten. Der Wachn'ann begab stch» begleitet vom Dlreckor R.. m die Wohnung der Frau BodaS und trat dort eine aus vierzig Pe sonen bcsteb-nde Gesellschaft zechend an. Kaum batien die Gäste den Direktor R. w Begleitung des "^'achmannes erblickt, als sie sich, ohne daß es der Wachmann verhindern konnte, auf Drrektor R. stiilzten und' ihn mißhaiidel'en. Sie schlugen mrf «hn los und wandt rn sich dann zur Flucht. Im Gedränge der Flüchtenden wurden e ne Spl-gesichride und zwer Scheiben der Glastitle eingeschlagen. Dlrekior R., der es sicher! Ä bedauert haben must, daß er nicht gewauek hat. bis der Wachmann SuklurS bekam, r'l'tt leichte Hautabschürfungen an be den Händen »nd »m Gesicht. Jnzwischrn war at er auch der Sicher Heus» wachpostenkomnianbant Safranek mit vier Wachmännern erschienen, hnd sie kannten wenigstens noch eine Anzrbl der Gäste testhallm Und zur Namensnennung veranlassen Es sind d es i der au2 Budapest zugereiste Kanmrann Sigmand Körner, der aus Slavonim »ugerriste Kaufmann Otro Svihei.derP'.ivalb>'amte Robert Krkch. brr Artlst Alexander Gei grli, der Agent Justin Ca tcr. der Techniker Eduard Wcw,, der Privalbeamte Hermann Sonnerstorf, d>e Tänzerin Tnt'chr Steiner, die Private Iosesine Kienka, die Tänzerrn Karol'ne Kolla. der Boxer Adi West, der polu'sche Leutnant und Kommandant -es polnischen Drtackrm n Sin. der StifiSkascrne Julius C'.aczkowski, der Zahntechniker Gevrgty Michawetz, der Kan mann Enrieo BanoS, der Musiker Franz Bart und Gaitin, der Redakteur Fianz Fächer, bie / S^inoicijau^vu flenn E>na Stoth, die Artistin Elisabeth Dick, die Artistin' Luise Hubmann und der Bttvatbeamte Ludwig R>ng. Der Salon war mit v er Flammen, Voi«mmer und Küche mrt se einer Flamme n hellt. Die Fenster, die in die Kilckcrstraste münden, waren w't MnI'.a'ren.derlirk vermacht, batz man.von der S traße aus kernin Lichtschein wahrn tzmen konnte. Die WohnungSinhaberin behruviete, daß die be, ihr wohnend ( Tänzerin El saberh Dick daS Zechgelage zur F^ier ihres Geburts* festes veranstaltet habe. Es he'üt auch, daß um Hobe Beträge Karten gespielt worden »st. Dre Szenen bei dem E>nschre»en haben durch ihren Lä:M den Hansbewohnern großes Aufscheu und AergernlS erregt. Die Amtshandlung ist ciiißcktuu Die ErflShrung. Der Marktbericht. . Der Verkehr auf den Märkten beschränkte stch gestern aus den Verkrns von G müse und Obst. Beide Artikel waren, wen« auch keine nennenswerten Ncuzuiuhren zu verzeichnen waren, ge» uügmd avgeboten. Weißkraut kommt in kvlchen Mermen auf dir Märkte, daß eS auch unter dem amtlich yorgeschriebencn Pre>4 zu haben ist. Weißkraut guter Beschastenhesi ,st zu äi l.SO, mindere Sorten zu X i.— das Kilogramm zu haben. WaS erhalt man diese Woche? AnF e rrstvfi: 12 Dekagramm Margar ne; Kartoffeln: rmr i« V, und IX. Bezuk, '/, Kilogtamm pro Kops znm Prelle vo« X 8,56 für daS Kilogramm; Saidinen, 1 Schachtel oder 6 einzelneEmdinm. -um Preaevon K 6 20 be, den Konsumenten' «rganrsalionrn oder inden dmch Attkliiidigttngen bezeichneten Geschäften. Mrhlbezugsschem und neuen Emkavsichem mitnehmen« , Die trifte Kohlenlage Wiens. Wien, den 20. Oktober. Die Kohkenemkäufe der letzten Tage weilen keinerlei Bessernttg auf. $u den bedenklichsten Symptomen der Kohleiiknapphert, die fast schon zur Kohlenebbe geworden ist. gehört das fast vollständige Ausbleiben der Braunkohle, worunter außer dem städtischen Elektrizitätswerke in Wien auch die Bahi,en auf das empstiidlichste leiden, daher der Bahnverkehr eine neuerliche Eins chränku ng erfahren mußte. Geradezu katastrophal wirkte jedocki -in der abgelau^epen Woche der Umstand, daß kaum die Halste' der Wiener Bevölkenrng auch nicht den Kstchenbrand bei den rayonierten Stellen erhalten konnte, so daß tausende und lausende Familien buchstäblich vor das unlösbare Problem gestellt waren, die wenigen Lsbensruittel, welche überhaupt zu erhalten waren, zu kochen. -Die AolzmiförinMUft. Die H o l z a u f b r i n g u n g scheint übnhanpk. wie dies Fachleute sofort voraussagten, ganz ins Stocken geraten zu sein, zumal es einetseilS an Ar'e tskrä'ten und andererseits, an Transportnntteln fehlt, um angesichts deS reduzierten Etsinbahnverkebres, deS Waggon mangels re. das Holz nach DZlen zu bringen, es hier zu zerkleinern und der Bevölkerung wenigstens als allerdings sehr teuren und unzureichenden Crkatz für den unmöglichen Kohlenküchenbrand zu verabfolgen. Kein Wunder, daß unter diesen llmsländen die D e v a st i e r u n g d e s W i e n e r w a l d e s geradezu unheimliche Fortschritte macht. Die Kommission in Mährlsch^Dftrau. * D>e interalliierte Kodlenkommiision in Mährisch- Osirau ist. wie unS berichtet wird, beieits im Besitze entsprechender Instruktionen und hängt die Prager Reise des Borsitzenden dieser Kommirsion, Oberst Nutti, mit dieser Frage eng zusammen, zumal auch der jiiunste Ptager A^fentlialr nu'cres Koblenreferentm Hofrat D'./.K! o ß keine Ent'chkidung zum Befstren brachte, n-eil die Prager Neg'.e' nng eifsört, angesichts des Eigenbedarfes vor eineG unlösbaren Rätsel zu stehen, trotzdem sie von beti beften SUfiileit besteck sei. Fest steht jedoch, daß die Produktion sowohl im Mährisch-Ostraner Schwor kohlenals auch im wcstböbmischen Draunkoblengebiete sich bedeutend gehoben hat, daß bei Bereitstellung von Transportnntieln sehr wohl die Möglichkeit vorhanden ist die Belieferung Teutschösterreichs wenigstens in halbwegs ausreichendem Maße t zu besorgen, aus besten westlichen Testen kn den letzte» Tagen immer gellendere Hilferufe an unser Kohle«- a m t gelangt sind. Zugseinstettrmgen auf der West- und Franz Zosefs-Bahn. Die gänzlich unzureichenden Kohlenemläuse zwinge» n weiteren Verkehrseinschränkungen im Personen verkehre, b Dienstag. 2l. Oktober entfallen nachstehende Züge: Strecke Wiey-Ä'estbahnhof—Salzburg: Zug Nr. 218 (ab Wlen-.Wesibahnhyf 6.40 früh). Zug Nr. 218 (<tn Wiew- Westbalmhof 9. 5 abends!. Strecke W,en-F -J.-B.—SigmundSbezbergt Zug Nr. 11v (ab Wmi--F.-J.-B. 8.05 früh) und Zug Nr. 116 (arr Wrev- F.-J.-B. 6.05 abends». - «Strecke Sigmundsberberg—Krems d. D.: Zug Nr. &81A (ab Slegmundeberberg 4 03 naebw.. an Krems 6.34 abends) im» rn der Gegeirrrchtmig Zug Nr. 3812 .(ab Krems a. D. 8.88 früh, an Slgrmnidsbe'berg 10 5 > vorm. . . . Strecke Krems a. D.—Grein: Zrrg Nr. 132 l (ab Krems 9.80 vorm.» nnd Zug Nr. 1923 (an KrcmZ 5 84 nachm) Sir ecke Pöchlarn-Kienbe.'a--G.: Zug Nr. 2113 (nk Pöchlarn 10.00 vorm.) und Zug Nr. 8120 (** Pöchlrr« 6.30 nachm. Strecke Haiirseld—-Leobersdarf: Zvg Nr. 1818 («b selb 10 .^0 vorm, und in der GegrnrrchtMg Za< Vkr. 1828 (ab Zeobersdorf 7.50 abendS). Dis LebenSmiLLslkrmPphett. Trotzdem die Kartoffelernte nach überemftlMMItdSW Mittcil«ngen auS dem Tullnerfeld, aus dem Korneuburger«'' unv Siockerauergebiete sowie aus den Ortschaften an der Ostbahn, wie z. B. Ladendorf, Mistelbäch, Neubau-Kreuz« stctten rc. eine sehr gute war, ist die Kartoffelversorg ung Wiens nicht nur im Momente auf den Nullpunkt gesunken, sondern es droht euch «x* aesichts der bereits hereingebrochenen Kälte und dtt trostlosen Tranvportve'hältnlsse die Gefahr, daß die Einlagerung von Karioffeln in den Mieten der Stadt Wien für den Winter fast zur Unmöglichkeit wird. Wer sii' nicht in einem Rucksack' vom Lande Kartofs"ln nach W'en zu bringen weiß, muß mit den ärgste« BerpflcgSkalulyitöten rechnen, für welche die derzeit noch etwas reichlich vorhandenen Vorräte an Grüngemüse nur einen sehr schwachen Trost bilden. Angesichts der andaueinden Kürzung der Meblquote und der'drohende« neuerlichen und überaus empfindlichen Verteuerung der staatlich bewirtschasteten Lebensmittel, von^ deren Liste das Fleisch bereits vollständig gestrichen zu sein scheint» kann es nicht wui dernehmen, daß die Bevölkerung Wient zum größten Teile bereits in dumpfe Mfiznatlyn verfallen .ist. Literatur u^Wiffeuschaft. Die Nacht in dev Tenne. Bon 2« Onolchi^ Wir erilnrhmcn nachstchende Sch'ld'rimg * einer paläst,musische» s)(idit der Er zäh Um g „llufev Viuib" des iebr taleniieilcn jungen j d' buchen D^chrers I. Onojchi. rlilhsiten m der ^0 erschienenen Eamniliina ,O>'jld'kchc i'llen" deS Berlages Georg Müller (überjetzt von Alexander Elrasperg». Im Dorfe gibt es plöizlck Lärm. Einige Leute, die dort geblieben sind, haben einen Araber rr»vischk. der Weiren stehlen wollte. Eie kommen zu der Tenne und erzählen es. Nun gehen alle in das Dorf. Der Wächter allein bsubt rn der Tenne zurück. Er fiihki sich schon heimisch im Do> e Man ist nick rbm zufrieden. Er gefallt auch den AiLdchen. Sie gehen mrt ihm her um und wollen >bm gefallen. Aber sein Herz sehnt sich nur nach der einen. Dre schwarze M»rfam mit den swü'zen Augen hat ihn gefangen genommen. Auch sie fühlt sich zu »hm h-rigezogen. Sie hallen sich aber in Einiger Entfernung voneinander. S,e dtpfen ja nicht immer Zusammensein. Die Dor^werber haben schon etwas genrcikt und passen auf. Einmal sind sie allein zur Tenne gegangen. Der Weizen und die G r»te. der H mmel und die Sterne waren Zeugen: sie hatten die ganze Zeit geschwiegen. Er ergrisi ihre Hand nnd wollte sie etwas fragen. Eie sah ,hn nm einem so ließen, liebevollen, -du, chdrmgenden Blick an. And er ließ ihre Hand los. Am nächsten Moroen mschrlken aber schon die We der und machten auch »hrc Mutter darauf aufnierkiam. Und die Mutier sah sie döse an. Seitdem Hallen sie sich in einiger Entfernung von einander. * Die Nacht hat sich tief über dir Welt gesenkt, eine stille, tiefe. Helle Nacht, von Schatten dlnchwcbt, mck Mondschein durchtränkt. Gleich wnd der Tan fallen. Und dre ganze Welt GotteS singt ihr stummes Lied: ^Nacht, Nacht, Nacht.E Einige E'el erheben hie und da einer nach dem andem rin jämmerliches Gefchrtl, und dann ist es w.cdcr still. Nacht, Irgendwo fällt ein Schuß. Hat dort hinter dem Hügel ekn Mensch erneu andern Überfallen? Und es rst wieder still. Nacht. Man hört die Schellen einer Karawane. Ucber die Hügel bewegt sich rm Zug Kamele, mrl Warendalleu beladen. Und alles ist still. Nacht. Im Dorfe hallen einsame Schritte, Red Nochnm geht vor seinem Hause auf und ab. Er bleibt stellen und gehl dann w eder auf und ab. Er glaubt, ein Geräusch zu hören. Nnd er dknkt sich r ^Nnser Land, un.er Land, Erez-J,st»rl. Alle Wunder sind hm möglich.* Nacht. Etwaraschelt im Grase. Mne Schlange gleitet vorbei und verschwindet. Und dann rü es wieder stell. Nacht, Nacht. Nacht. Es ist eine Erez-Jesrocl-Nacht mst allen ihren Geheimnissen und Wundern. Im Dorfe schläft «a» schon. Mirjam -allem schläft n'cht. Sie hatte sich schon zu Bette gelegt, konnte aber knney Schlaf finden. Nun ist sie barfuß, M bloßen Hemd mit offenem Haar hinausgcgangen und hat sich auf die Bank vor dem Hause gesetzt. Und sie bbckt mrt ihre« schar en Augen zu der Tenne hinüber. Sie sehnt sich nach ihre» Liebsten. Wenn sie mit ihm jetzt sprechen könnte. ♦. Sie würde' ihm sagen: „Ich habe schon mein Kleid auSgezogen, dir Schuhe den Füßen geworfen, das Haar aufgelöst, und bin herausgekvnlinen. um dich zu tuchen. Wenn nicht die Nachbarinnen und die Mutter, so wäre ich zu drr nackt wie ich bl« gelaufen." Und sic würde ihm sagen: ^Me,n Gesicht «st braun. ES ist von der Sonne tztrHnmnch Aber mein Lc>b ist srrsch und hell. Und mein Herz rst so heiß. Es sehnt sich nach dir." Und sie denkt: „Liebt er mich, wie ich ihn liebe? Liebt er. mich?" Vor der Trnne geht der Wächter, das Gewehr aus dtt Schul er, ans und ab^ Er bewacht den Besitz von Nachlon. Sei« Herz sehnt sich aber nach Mirjam, nach dem wilden, braunen Älkädcl. Ec schaut m btc Nacht hinaus und vergeht vor Sehnsucht. Er nimmt die Büchse von der Schulter un- Wesik in di« wilde Nacht hinaus. Was giebt's? Hat et ein Geräusch gellört? Oder hat nur feiit Herz vor Sehnsucht und Siebe gezittert? Es schießt ein Mal nach dem andern. Mlljam eih.ebt sich. In dieser wilden Nacht ist sie toU ei» wiedererstandener Traum von einst. Eine Tochter Jerusalems zieht nachts durch die Gaffr» und sucht ihren Gesiebten. Ihre Haare sind feucht vom Tau. Ihr Leib zittert vor Sehnsucht^ Ihre bloße Brust hebt und senkt sich. Das Feuer der Liebe glüht in allen ihren Gliedern, und ihre Liebe ist stark wie der Tob^ Und ihre Seele sehnt sich nach der Tenne, und sie starrt mfi ihren scharten Augen in die wilde Nacht hinaus. Einige Männer stecken ihre Kopfe auS den Fenstern. Gke haben die Schüsse gehört und lauschen hinaus. Schon fällt wieder ein Schuß. Und dann rst alles w.eder still. Nun wiffen sie es r dev Wächter schießt. Und ste ziehen ihre Köpfe wieder ein. ES ist still. Es ist Nacht. Eme Ndcht voller Wunder Und wild:r Trnnme. Sehnt sich der Himmel nach den alten ProvKete», nach dem Me sias? Werden neue Religionen geboren? Stille Nacht. Es ist die Erez-JlfroesiNacht mit allen rhre» Wnnde« und wilden Träumen. «Mi-VLAM, IFrTWfll finden Sie am leichtester durch ein Stellen-esuch im »Kleinen Nn-ei-«e7 der Wr. Morgen-eitMU