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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-20 · Heft 270 (20.10.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 270 (20.10.1919)
Date
1919-10-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Drei» Birtt Mi SuOeTluno ins H»u4: W«mEch. . . . Ä 0.~ Sr-kterish-is *«L?.— Aaldfikhkis . » * * 6K»— «fcstttUftJfrifl.lü'J.— Nit Loflvrrftird: . . SC «.— &!i«rt*l}üJj*io . » „ 8V.— SZcrlbrShrig . . . bL.- B-msSh^g. . . . TttO.- Für die LscheHo-Elorvakei - gelten obige WeziinSpreis» ,« tschechischer Wütznm» Nr. 27» iztttx o. '• V* ,4 r , .! Wien, Montag, den ZS. Oktober 1919 MriM-r?eirrpl<mi $Ms ML» ZeSK Sfr&mttKevititon#« mself* fk»» »o» A«»loN»I>, M»«aen«tf . , . SS 10.—' VdovtsNSlirig. *M 89.— ,4mttrfnk*i& » » « Vorqiöi^d» . - * 120,— N-»aktt»« n. ileru »Hcw, XZ. KßöorpTog» gtr. i—8 Eelrphoner ALministr«» lh>n 44088, Rrdaktt»»- 48010, rtb ii Uhr nbev&d Nr.16801 ™ Vsgfparkay»n-AoUZW Llr. läo.öuu *&■ t. Jahrgang KaLaftriSPhe der Bolschewiken. Die WeLtzen Truppen in Petersburg eirrgedrrmgerr. -- Die boLschewikifche . Front dnrchhrochen. B e r l i n, 20. Oktober. (Korr.-Vur.) Die „Dosstsche Zeitung" msltzet: Krasrrraja Gorkrr, Oranisnbaum, PeLerhof und StsieLmes sind von den Truppen IudeniLsch' dnrHschrrLLen worden. Die Küste des Finnischen Meerbusens ist Vollständig von den Bolschewiken gesZrrbert. Die Truppen Iudenitsch' haben die Stadt Petersburg vorn Süden erreicht und stehen int Weichbild der SsadL in Stratzerrkämpfen. Das englische Geschwader ist in die Drewsmiindnng eingefahren^ Helsingfovs» 19. Oktober. (Korr.-Bur.) Die Weiße Armee hat dis StaLron L i g o k» o, IS Werst vor Petersburg, erreicht. PatrouiKsn sprengten die EisenhaHnbr^che von Tstzno on der Bahnstrecke nach Moskau. , Wien, 20. Oktober. Wenn man den ftairMschsn und englischen Depeschen Glauben schenken darf, so scheint es mit der Herrschaft der Bolschewiken in Rußland recht schlecht bestellt zu sein. Die militärisches Erfolge der Weißen Truppen, die mit Hilfe der Entente der russischen Sowietrepublik ein rühmloses Ende bereiten sollen, sind nach den heutigen letzten Meldungen von moßer Bedeutung. -Kronstadt ist gefallen rmd in Petersburg Kämpfen Weiße und Rote Truppen um die Herrschaft der ©tato! Die Karnpfmiidigkeii der Sowietarmeen scheint Hwß zu sein und der militärische Wert dieser Truppen rft bedeutend gesunken. Die Hochburg der Bolschewiken, Moskau, wird ebenfalls bedroht, da Denikin seine Truppen aus -der Wkxc'r.t Zsrkck-rg «ad gegen MoskM dirigierte. , Es. wäre aber ein Irrtum, z« glauben, daß Hie Bolschewiken Hrreita verloren sind. Rußland ist groß, und selbst der größte Erfolg der Weißen Truppen «are nicht imstande, dir bolschewikische Herrschaft fv zu vernichten, daß sie sofort das Spiel auf geben würden. Es wird noch längere Zeit bauern, bis in Rußland die Herrschaft des Bürgertums wieder emzieht. Vorher dürfte noch viel Blut unnütz vergossen werden. Die russische Reaktion wittert ja Morgenluft ... Der AttflVsrmgsproZetz des BVLschL- .. rsikerrheeres. AmsterdkrrL, .iS.OKtsker. Irr KsprAhagerr erNgeLrsfferre'WLLdrmgeN' Le- Mtigerr Len GiMKarsch ZNdßEsch' in St. Petersbrrrg. Der ArlfLVsZmZsproZe'tz des holscherNMschrN Heeresallge- MZiN. Die Frsnt her BslscheOtKerL ist m Vielen SLeNem hrrrchbrocheA. ' KrsnstahL gtfcftett. BeLerKhArg totufte s^cht STMSardrerL. Oelsr«gfsrs, 19. Oktober. -kro«stab§ Vißts Kssierw wschvUt«-» fcta Weihe KVws- «ojr Eels M qe»«««««. GL. P»ß«vsb«eM s«L» sandte e'me DeP«H«tt»» M A«bs»LLsch, «« Wer die A«piL«rM»» z» V»rha«dsL«. Notterdar», IS. Oktober. (PsLVOS.) HelsiNKfses Wirb femslbet: Mns Arbritrrabteil»«- «»S PetKr<h«ra?»L I A b 8 « i L.f ch L« G«LfchiNck »es«cht V«s LH« ckebete« Hobe«, PetesW«ss «icht |« bo«bavshisre«. Die AZvrHE«K 2«be«Ltf^ rtz« Kege» die KOLschSWiklsHs« Grom-Mts $» ^eystLitzLÄ.. NWstsrdMM, IS. Oktober. Dis „LiMLK" erfährt eim Paris, M© KrbeiLes vs« GL. P^srsbnrg naH AbMZ der Somwnniftischarr Truppen den Äefehr erhalten haben, dis Stadt ebLsrfallS zu verlksien. ZLruierMg Der boLscheWikisch'eu Flotte. Am.sterb am, '19. Oktober. Nach einem Berichs der „Limes" ans Kopenhagen steht der westliche Teil von K sonst ad L r n Flammen. Das Geschwader der EnglLnder verhindert die b o L s ch e w L- EU schen Kriegssch i f f e an dem Perlassen des Hafens, rrm steh an der Ber- ^Lei.dignng von St. Petersbrrrg zu beLeMgen. BduaB&BasmsBmm&mmussaspismamaesmmMaamßmuBmaaaBeBXim Von der Pariser Konferenz. . ■ Paris, 19. Oktober. Der Oberste Rat der Friedenskonferenz hat ' gestern unter dem Vorsitz Clemeneeaus eine.Reihe von Beschlüssen bezüglich beZ Inkrafttretens des Versailler Verlrages gefaßt. Insbesondere die militärischen Maßnahmen in den zu besetzenden Gebieten wie Ob er sch l.esien und Schleswig haben den Gegenstand der. Beratung gebildet. Es wn.rde bestimmt, «daß überall gensischte lkoutingente der alliierten Truppen Verwendung firden sollen. Der Oberste Rat hat auch die äußeren Förmlichkeiien festgelegt, die bei der offiziellen Hinterlegung der .Rarisikatiousurkundcu zu beobachten sein werden. Liese Zeremonie wird aber erst stattsinden, wenn alle militilriichen Maßnahmen entsprechend vorbereitet sein werde», damit die Zurückziehung der deutschen Besatzimg sogleich von der Dkjatzung der Alliierten gefolgt sei. §Loyd Gesr§e über die WreLfchaft'LLchsrr Frage«. Amsterdam., 19. Oktober. AuS den englischen NILttern gehl hervor, daß 8 l o y d G e o r g e in feiner sttzde in Sheffield de» Rachdruck darauf gelegt hat, WH England mit seinem gewaltigsten Feind Frieden gesch.sssen habe und daß damit die Zeit gekrmme» sei, ernstlich an Krbeit.jtt gehen. «.Es müsse -rsdnktiver ßr»rdeitet werden »lS je zuvor. Die Vaste», \U England zn tr«g»u jfi*n schwerer a!S »or dem itrwge und d« ßl»t sei gestiegen. Die Wett BedArfniffe fe. .Wit wichtkAften ^«udelsartike!»; bezüglich der RschsraKr sei nichts za sesiirchten, wohl aber sei es sr«glich, ob England seinen M zulommeuden Anteil an der Beftiedüiuug deS Hc-. darfes erholte. Während deS Krieges habe man dik Wichtigkeit des-Transportwesens für den Sieg einsehen gelernt. Das fetzt herrschende System der Konkurrenz ohne zentrale Leitung führe unvermeidlich zur Verzettelung der Kräfte. Es sei höchst wichtig, dem zuvorzukommen. England habe den amerikanischen Standard in der Ausnützung der Maschinen und in der Oelouomrsternng der Erzeugung noch nicht annähernd erreicht. Nach einer drahtlosen Meldung an? H o r s e a teilte ^Lloyd George in Sheffield noch mit, daß die englische Negierung seit dem Waffensiillstaud vier Millionen Mann des Heere- und der Luftsireitkröfie.demobiWrt habe, wovon rund 90 Prozent in der Industrie untergebracht worden'seien. v Haag, 19. Oktober. Holland sch Nieuwsb ureau meldet aus London: Aus der Rede Lloyd Georges in Sheffield -ist noch folgendes bemerkenswert: „England mirß sein Heer und seine Flotte behaltm, bis alle Friedensabkommen unterzeichnet find. Es steht jetzt nur noch ein Abtammen offen, und zipar mit der Dürk,ei. Die Derzögerung de- FriedenSschlusjeS mit diesem Staate ist auf die Tatsache zurück- -uführen, daß wir Iber das Schiikfal ßersetden «ichiS, ftststrllen könmn,-bis nicht bekannt isi, wie Amerika sich zu dem ganze» tttrNscheu Fragenkomplex stelle und »H eS eieren Teil i»r hiebei «nlstehende« VsrantwsrLttchkit mttübarnehmen werbe. Dir erwarten, daß Ai-.rrrika dies tun wird. Inzwischen hat. aber England di« D«M»iüifieru»g tzr» H-«« «r»d Lustflstte aifr-ig f»rtx»s«tzt. fc** btty« demobilisterbe» hat«» ’ßf® Pmzarst ihve NrschüfLiglrnz in Handel und Industrie xrfnxden. Wen» ZlmsriZa. bi» d«r Löinnr hm. ftwu» ni^t... Mithilft und sich nicht an der Verantwortlichkeit beteiligt, so weiß ich nicht, was mit den verschiedenen! Teilen des türkischen Reiches geschehen soll. England und Frankreich können nicht die ganze Bürde auf sich! nehmen und deshalb muß Amerika helfen. Es ist von wesentlichem Interesse für England und die ganze Wekt^ daß das Friedensabkommen mit der Türkei Mbxta Ordnung kommt." : s 1 Warum die französische Frühjahrsofferrstve rm Zahre 1917 verunglückte. i . . Genf, 18. Oktober. (Priv.) Einem heftigen Angriff hatte in der französischen Kammer der frühere^ Kammerpräsident Psinlev6 standzuhalten. Von allen Seiten her wurde« Klagen erhoben, daß der Krieg um 1ö Monate zu lMg geführt wurde, da durch Verschuldet Painlev6< die gut begonnene Offensive im Frühling 1917z ohne klar erfichttichen Grund anfgehalten werden mußtar Der hart bedrängte Pvliükrr wehrte sich nach Kräften. Er gab §u, daß die Offensive einen prachtvolle« Sieg brachte, daß an allen Punkten die deutschen Liniew eingedrückt wurden; aber nur Laien könnten folgern, daL - es eine LrichtigkrÜ gewesen . wäre, an den Rhein z« komme«. i Or xrißeste M BmhaNr» der Pslrtsker wahrend dar Schlecht. Da« Stabe der A.Ar«ae war «n DntzenW P«rka«e»tarwr, tanrata (lewe »eean und 9t# »anßrl, KvsetaM mk diese »»« Anfangserfolg «Le W«ße« itpfytrt, desiitawta» de« Kriegsminister, Ach« %m Borwmsch tarlmogsawen, weil sie fürchtrtaM rs U%m «in pl-tzkch« Mckschla- ««treten. Und taiw Kchlich mmichts» sie thr Zick, taohde« der stüchtendv Se«ner sch»» »i im M«ess stand. Ader «m ganz gerecht z» sckn, «nß hokv»r§oh»dM werden, daß die wahrö HanpLsrsache doch «r»e «Höre war. Die »«»drrvoll ßmta« detaschck Mafchtar»-echehrr wäre» «9, die d«ß Te«q« der P»nckWdi« dr«ch«n. Zndo« wnßten dß? DwusHen Hu» d«, MLae d»: S. Arme«. " ^Btiess, dis «tchHW—=^=- ßck ft«« . v«n - attaa Generale« Vertretenen Meinnk« knKßisch vertrMzt « sich gegen den Vorwurf, die BeH Ürste xu ßvH beneeffk« §n haben. Die von ihm angeblich herwührende Meldung v»n 23.000 Tpten statt 1b.00» fei eine Fälschung, in Wirklichkeit kosteten die erstes rwei Tage 34.000 Mann. Daß er Fachs Einfluß durc« Ernennung des Generals Petain einengte, habe seinem Grund in der Kränklichkeit Fochs gehabt. > Die Kammer war mit diesen Erklärungen aber nicht zufriedeu. Sie verlangte die baldige Vorsage aller amtlichen Meldungen und Befehle. Das frarrzFsischs Amueftiogesetz. Pü'ris, 19. Oktober. Die Kammer hat das Amnestie-Gesetz angenommen. Die Amnestie wird, allens Eiugecückten für Delikte zuteil, die vor dem 17. Oktoben begangen worden sind, ferner allen Vätern und Müttern) die ^einen Sohn im Krieg verloren haben oder dereru Sohn kriegsbeschädigt ist, dann allen Kriegerwittven und, schließlich den Gattinne^ von Kriegsbeschädigten vbey von Eingerückten, die sich vor dem Feinde besonders! ausgezeichnet haben. Die Amnestie! wurde trotz des - Protestes dev! Sozialisten verweigert allen jene», dis an dev Front gemeutert haben, insbesondere den Meutererw' der Schwarzen Meer-Flotte, ferner allen, die vor dem Feind desertiert und nicht innerhalb einer bestüumta» Zeit an die Fr»«t Kurückgekehrt find. Die DerrLsche« wehren sich geZe» die KssiM der BesLtzu«gsarMsen. ♦ Berlin, 18. Oktober. Der Haushallausschuß der Nationalversammlung empfahl dieser eine Entschließnna,:. welche die Regierung «nffordert, mit Rücksicht auf dch außerordentliche Höhe der zweieinhalb M i B liatdrn Mark bedtagerrden Kosten für die Bs?-; setzungSarmeen und UeberwachMgSausschüffe dahin $jr wirke«, daß 1. n«ch A-ckrafttvcke« des Frieden-vertraz-S Vie^ Vesetz«n§t«r«ee« k«v«HjsfttzL m\ die Z«hl srwie die, Untertzrinxvnß d« Trupp«» tz«r demsche« ReLMung getellt werde«; 8. die ReichkvelwkßyMOvtkwaLimd«e «isch«r Gedieta «taierichtck werds; 9. die «it bn wii«itaisch«r VesetzunG »er-«nta«ck frweit »e«ivDM werd«», ww öS M tapaW DmchfkhrL»- ta» Kri«d«Aävmw«g«S «s'srverlich ist, m& 4. die Uederw«ch«n§H«u4fchMe bedeutend v?r«tad«L werden, rm tckkwche die delcgtr« Vchautzc wieder frei sg. bekommen»

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