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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-19 · Heft 269 (19.10.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 269 (19.10.1919)
Date
1919-10-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 26Y Wien, lsomrta- 19. Oktober 1919 Betze T " Die heutigen Fußballrvetispiele. ' Mit Rücksicht darauf, das? di'' brieen Hütleldyrser Vereine < m Budapest weilen. ,ft beute der Schauplatz der Hauptereignifir verlegt. Wiens äliestrr Fußballvercin. d'e Drenna, begeht heute däS 25jährige Jn'"läum seines Bestandes. Ans diesem Grunde veranstaltet ste eine Reche von fußballlportlichen Weitbewerben. Heute stehen sich W. A. C.—Amature und tt. T E—Vttnna aegenübrr. Mit Rücksicht daraus, daß diese Vereine nngetäbr gleich stark sind, dürste die Hohe Warte der Schauplatz mleresianier Kämpfe sem. / Am Herlba-Svortplatz findet das einige erststa'stge Meisterschaftsspiel statt, in den» stch der Wiener Sportklub und H e r 1 h a aegenttberstckm». Auch hier wird das Ergebnis sehr knapp sein. Dre übrigen Spiele zählen nicht zur Mersterschast. Auf dem Floridsdorker Sportplatz dürste das Zusammentreffen einer aus Simmnängern und RudolsShiiglern msnnmengrstellten Mannschaft gegen die »vloribSbovfcr viel Interesse erregen. Aul dem Adm-ravlatz werden die Hausherren trachten, gegen Wacker günstig abzuschneiden. II. Klaffe. Spielabtcrlung finden sieben MeisterfchastS- Die H a k a a h bat aul ihrem Platz den Ober- St. Bei 1 er Sp. CI. zu Gaste. In der Mann'chast de» Hins- Herren dürste diesmal Grünfeld als Mittelläufe' und Jenö Gantl als Berbmdungsstüimer käl'g sein. Ober-St Le,» 'st kein schwerer Gegner. Die Hakoahner müßten bei entsprechendem Spieleifer sichere Sieger bleiben. _ _ , Germania wird in Schwechat Slovan besiegen Deiters finden folgende Spiele stack : W. A. C —Bewegung lNußdorf», Sturm—Bouvärts (Rudolfshüaelplatzi. Donaustadt— Red Star (Sttaßenbahner-Svoriplatz). Sportfreunde—Blue Star (Oltakrrng), Ottakring—Ostmark (Ottakrmgi. . In der -Welten spiele statt. Schwede» bei den Olympischen Spielen 1920. D e Regierung Schwedens bat soeben ur Bcstrelkung der Unkosten für die Tcilnabme schwedischer Svortslente an der nächstjährigen Olymvia dre Genehmigung -ur Austragung einer Lotterie erteilt, deren tteberschuß eine halbe Million Kronen betragen wird. Von diesem Betrage erhält der Pseidesport allerdings K IOO.oöO. Makkaban, Prehbura, bestegte den bisher stärksten Preßburger Fußballklub P. T. E. 4 :1. . V. A. C., der itibischnationale Sportklub Budapests, sicht^in der Me sterschast der zw-cken Klasse an erster Stelle. Vor kurzem gelang es ihm. seinen schärfsten R'valen tt. R. A. K. ö: 2 zu besiegen. '_ Bühne und Kunst. Tanz. . Die Generation der Sief e n t h a l s bat sich »n -wer feindliche Hceilager gespalten. Das Schwrsternrrio Elsa. B e r t a und Martha steht gegen die auf eigenen Bahnen im Tänzerinnenschrilt wandcknw G r et e. Heber d»e ehcmalge Zulammeugehöngkeit dieser beiden Gruppen, scheinen b storistbe Irilüm>r im Schwange zu sem, denn El'a Hub'r-Wtcscmhal. btt Führer'» der Drei, ergreift im Vrogramm -u ihrem Tanzabend das Wort und stellt vnverrü kbar fest, daß d e v er Wieseylbals wirkl-ch und wabihattia Kcschivister sind: daß Elsa und Grete die eigentlichen Erfinder der Tänze zü-weit und di ick sind, die als W'escntbalsche Egenart gelten und daß erst später die jüngeren Schwestern b in-ntraim. Rach solcher Bei eiche» ung des allgemeinen Willens konnte man m't kla'erein Blick d>e tanzkünstlerischen Ofien''a'unaen der Dre> und der Emen verfolgen. De im Plural auftrelenden Wiesentbals find von 'Lblreichen Abenden her bekannt und erfreuen immer wieder durch ihre ensach-anmutige und geschmackvolle Art des Tanzeus. die frei ist von der khi'gen'gen Ak''obatentcck>n>k der italienischen Schule und dre vor allem dis Heitere. Graziöse. Wienerische in der Elscheinung der^ drei Mädchenaestalten ins rechte Licht stellt. Und deshalb musiziert Johann Stranst ihnen am me'sten Gefallen. Mtt feinen Walzern holt n sie sich auch diesmal den größten Erfolg. Ein holländisches Tanzvaar, Ernest nnd Claire ö.(in Dür e n, könnt' uns N'cht viel Neues brinaen. Anständiges Mittelmaß. d is überall Aneikennnng finden wad. ante Schule, aber keine schotzs"! ikche Leistung. — Otto Schulhof ließ in Tanwau'en leine Eleganz und Brillanz in einigen wrtuosen Klrv'erfiiicken bemnndei«. — Grete Wiesentlwl »st »Kren Schwestern in Novitäten voraus. Sie führt kleine Ballette ruck» knr-e Tanckpiel, mck H>lf" einiger Damen vom Ove,ballet und zweier Tän'er. Die „Hand'"ng" wird durch E> läuterunaen im Kinvstil bänl'ch gemach*. ^E" 'st juna und findet Gefallen an allen drei Mädchen, dach fede der Schonen mochte auch d»e E nz,ge sein in femem Herzen? Run. das mag neu fein, sonderlich schon oder geistreich ist <*§ nicht. E n einziges dieser Vosm«'. «Amor auf Jagd" war ein'' Erngebuna besseren Geschmacks, Rich'sdestowrv'ger bleibt d'e Kunst der Täwenn unbestritten und sie leuchtet auch,aus d'cheu Narreteien noch hervor. Es fielen der junge Toni B , r k tu e » c r imb die kleine Nik> Raab als begabte Jünger des nenetdings so, verbreiteten Berufes an bicfcm Tanzabend auf. __ M. Aus den Theatern. Der' Svielplan des Bnrgthealers für die kommende Woche lautet: Montag den Sl).: «M i r a n d o l rna". D i e H e irat w »de r W i l l e n". lAnfang Hör): — Dienstag den 21.: ,C a n d i d a". iAnfaira ‘,*6 Uh'). — Mrtkwoch den 22.: u l' u s C ä l a r". Anfang 5 NhrV — Donnerstag den J5 n n b t b a". lAnkang Vs?> Uhr). — Freitag den 24.: „Das Konzert". tAnfang ^/,6 Uhr). Samstag den 25.: „Was i h r w o l l l". (Anfang 5 Nhr). > , 'lA m Schönbrunner Schloßtheater schließt die S p i e l,s a i s o tt mit der heutigen Aufführung der Konrödie ..Diebe im Haus." Der Sv'elvlan' dcS O v e r u t h e a t,e r 8 ist wie folgt festgesetzt: Montag den 20. d. M. (zu erhöhten Preisen, für das Pnfionsinstitnt de- OverntheaterS): «Die Frau ohne Schatten". lLlnfang 4 Uhr.) Dienstag den 2l. d. M.: ,D? e I a h r e S z e, t e n der L rede". «Faun und N n m v h e". ..D »r P r i n - e t s i n v o n T r a g a n t." sAnsang V,6 Uhr.) Mirt'voch den 22. d M. (zu erhöhten Preisen, anfier dem Iahressmion- und Ctammfitzabonnen'ent. Für die Kniderhilssastivn. Reu einfiudicrl.): «D i e B o h ö m e". (Anfang 5 Uhr.) Donnerstag den 28.H.M. (zu rrböhtrn Preisen, für daS Penstonsinstitut des Opcrntheaters): „Die Frau obneSchatten." (Anfang 4 Ukr.) Freitag den 24. d. M.: „Der fliegende Holliinder". (Anstng '/,6 Uhr.) Samstag den 25. d. M. (n\ erhöhten Preisen, für das Peufionsinstitnt deS Ovetmtheaters): «D »e B o d m e". (Anfang '/»st Uhr.) Sonn'ag den 26. d. M (zu erhöhten Preisen,, de» au ° pchobbnem Saisonaborinemrnt, für da- Pensionsinstitut des OprrntheaterS): »DieFrauohnrSchattru".(Anfang -Uhr.^ . Mittwoch den 22. b. M. gelangt »mOverntbeater Puccims «B o h e m c", neu emfiudiert unter dem P'otrklorat der ,an>e»ikgn'schen Kindnh llSaktivn. -ur Aufführung. Da§ Rrin» erträgnis dieser Vorstellung fließt der O c st e r r r i ch r f cki e n K » n d e r h l l s 8 a k t, o n zu. D'e Attsii'chiung findet bei aufgehobenen, Jahres-, Saison- und Stammsitzabonnement und -u bedcut-'nd erhöhten Preisen statt. I m , W jener Stadtt bester beginnt heute Sonntag die Nachm>ttags-Vorst'llung «Die Ratten" von Gnhart Hauvtmann u m 2 U b r und die Abend-Vorstellung ,.F r e r w i l d" von Arthur Schnitzler um 6 U h r. Der Spielplan des W i e n e r S t a d t h e a t e r s ür die kommende Woch" lau'et: Monag den °>0 d. M.: «Die Stützen der.Gelellschatt". (Ai'sang */,6 Ubr? — Dienstag den 21.: ..Der W e r b s t e u f e l". Anfang '/,6 Uhr.) — Miitrvoch den 22 : „Der Vater" ReMn- '.zenierung). lAnlang 6 Uhr.) — Donnerstag den 23.: ,.F r e i - »v i l d". ^Anfang 6 Uhr' — Frestaa den 24.: „D e r B a t t r". (Anfang 6 Uhr.) — SamStag den 25.: «F r e» w » l d". 'A ^ang 6 Uhr? — Sonntag den 26 : ,D i e S t L tz e n der Gesellschaft". (Anfang 2 Uhr nachmittags.) Sonntag den 26.: „D er W e i b s t e u s e l". (Anfang V,6 Uhr abends.) Im Deutschen BolkSth eater beamnt dir kür, Montag den 20. d. M. anae'etzte N'neinstnb'erung von Goethes ..Torquato T a s l o" um V- 6 Uhr. Mi' Frau Roland in der Titelrolle w rd an dirlcr Bühne gegenwärt'g Hermann Keffers D>ama „Kaiserin M e s fa l, n a" vorbererret. — In den Kammersvielen find btt Proben von George Ka'sers Rachtfiück „Der Brand » m O p e r n h a u (e" im Gang. , Direkivr Dr. R chard Strauß hat die Absicht, nebst Reuinszenttl ungen von Werken Mozarts. Webers und anderen auch die seit vielen Jahren nicht gegebene Over von Meyerbeer „Robeit d e r T e u f e l" au^zutühren. Die Parttrur dieses Wertes w rd einer vollständigen Neueinrichtung unterzogen. Im g»oßm Saale des Konre,»haufeS findet Donnerstag den 6. November der Arim- und L'rdera>'end JgnazKörner statt. De»- Künstler w rd nn'er anderc»n fingen : Mozart: Ar,e ans „6osi (an tults": Mrndels'ohn: Ar»e ans „Elias": Verdi: Arie aus „l^» korr» ckol desti? o*4 und aus „Rigoletto": Puccini: Ar e ans „Boböme". Lieder von J.n m, Herrmann Fohrivger, Korngoid und Richard Strauß. Eröffnung der Splelsalson ln der Sowietknmmnne Petersburg. Ein Rad'vtelgiamm von Zsarkoje Sselo teilt mik. daß in der SowjetkommunePetersburg wieder alle Theater zu spielen begonnm haben. Die Große Over wird Richard W igners „Ring des Nibelimaen" und die „Meistersinger" -ur Auffühiung br ngm. D>e Große Dramatische Bühne zeig e nel-en Schillers Räubern. Oihello. Hernani und den Za, ew'tsch Alexand'ow'tsch an. Die übrigen Theater weiten einen >"hr minnigtachen Spielvlan ünt. von Lopez de Bega bis zu Mae'erlinck. In erster Lime find dir Vo stelluimen naturgemäß für die Arbeiter und Soldaten reserviert. Der erste Paul Emmerich-Abend (Bach) feines Klivie-ztzkluü-8 findet am 22. d. M. »m kleinen Konzerthaus» saale statt. Karten be» H e l l e r, 1. Bauerumaikt 3. Literatur u^Wiffenschast. Umsturz und Aufbau. Walter Hasen clever: Der politische Dichter und. andeies. Der V rlag Ernst R o b w o h l t 'Berlin) grbt unrer dem Titel „tt m ft u r * und Aufba u" eine Reihe dünner Hefte heraus, in denen sich der vorwaitsstürmrnde Geist der Zeck spi-'gelt, der von den Iünasten des hewigen Deuischland revräientie,t wrd. Das Bändchen von Walter Hasenclcver enthält einige wenige Gedichte, in denen aus dem Granen vor der Bestmliräi der Kncgszeit der laute Ruf der Empörung gällt. In dresen Versen, in denen der Ansd'Uck das Höchstmaß zu erreichen sucht, zeigt'sich echte Gest.iltunaskra't. nur da und dort stört noch blafie Rhetorik. Has-'nclevers Ver e bedeuten eine Ablage an all''« Aestheti-ismrts, der polst 'che D chter will in stine Verse alles Leid von Welt und Kreatur verströmen: ..Der Dichter t'änmt nicht mehr in blauen Buchten, Er sieht aus Hö'en Helle Schwär»ne reiten, Sun Fuß bedeck, die Le'chen der Verruchten, Sein Hauvt erhebt sich. Völker -u begleiten. E'' wird ihr Führer sein. Er w-id verkünden. D e Flamme seines Wortes w rd Musik. E-- wi'd den großen Bund der Staaten gründen. Das Recht des Menschentums. Dre R'vnbük." Auch in zwei P'.osrred''n -e,chnet der Dichter eindrucksvoll den Riß zwilchen Gott und der entaockerten Welk. Bon schöner Menschlichkeit erfülle »st die Ansprache Rudolf Leonhards ,Kampf gegen die Waffe", ein anderes Hef chen „Friede den Hüllen, Krieg den Palästen" enthält Auszüge auS Georg B u ch n r x 8 vol tifchen Schrüten und Brieten, die den jung verstorbenen Dichter nnd Revolutionär aus dem ,Bormärz im L chic einer geradezu überiaschmden Aktualität zeigm, »n einem Ernst Toller gewidmeten Bändchen -eichnet Stekan Großmann ein lebendiaes Bild des jüngeren l brprischen Revolu'ionäis auS den letzten Tagen, dessen nesini-e ste Abscheu vor Gewalt und Bluivergreßen deutliche jüdische Züge trägt. —ck. „Das neu« Europa." Jnt.enralionale Monatsschrift, Verlag „Das nette Europa", Zürich. Jahresabonnement Franks 10,—. — Das vorliegende Oktober-November-Hest der von Dr. Paul C.ohn herausgegebenm Züricher Monatsschrift „Das neue Eurova" nimmt m weckgchend'm Maße -u den Problemen Stellung, von deren Lalung und Entwirrung unter Leben und unsere Zukimft ab« bängn». Von hochaktueller Bedeutung sind die Ausführungen Dr. Gustav Peters „Warum wir uns in Böhmen rr»cht ver« iöhucn", ferner b-.e AuÜatze: „Vvlkermarkt und De» v r s e n - e n t r a (c" von F W. Engelhorn; „G e l d » n d' , L o h n" von Karl Amon : ,.W e l t s ch u l d und Welt« e r n e u e r un g" von Dr. Friedrich Hülste; „L e« i n d e rj Utopist" von Rudolf Schick. Büchereinlauf. Ernst Horneffer: „Erkenntnis." Ber» lag U. Frevschm'dt. Kafiel. — Ernst Karl: ..Von einem» der dafür büßen mußte": Fnedr. Borges: „Der Schutt ins Dunkel": Friedr. Poraes: ,„.ß0 Meter Kmoweisheit." Verlag Karl Saibaner. Wien-Leip-ig. — Hans Thomcr: „Im Wm,er des Lebens." Verlag Engen D'ederlchs. Jena. — Heinnch Tesseno,v: „Hindwerk und Kleinstadt." Verlag Bruno Cissirer, Berlin. — Lulu v. S t r a u 8 und T o r u e h: „Reis steht btt Saat." Verlag Eugen DiederichS, Jena. — Eduard Engel: „Deutsche Sprachschvpfer." Verlag Heffe & Becker^ Leipzig. __ Die Wiener Juden (1700—1900) schildert Sitgmund Mah«>r in s'-inrm Werke, das soeben in -weiter vermehrter und vcibesselter Anlage dem Buchhandel übergeben wird. Das Buch b eter mehr als es dem Tttel nach verspricht, es ist in Wahrheit e»ne großzügige Würschafis- und Knltmgekchichte der letzten Jahrhunderte, aekchildert von einem gründlichen Kenner des kommer-ttllm Lebens Preis gehefict 19.20. gebunden K?4 —. Zu beziehe»' durch N. L ö w i t, Verlag, Wien. 1., Fleischmarkt 1. i Gerichts?aal. Ern zu Tode geprügeltes Kind. Wegen Mißhandlung ihres fünfjährigen Töchterchens war gestern die 28jähr,ge Gärtnergehilfensgaittn Anastasia Dolez'al vor einem. Erkenntnissenat unter dem Vorsitz des Oberlandes* ger chtsrates Dr. Kämpf angeklagt. Die auf das Bnkreche» verruchter schwerer Körverbcschädrgung lautende Anklage, die Staatsanwalt Dr. Hellriegl vertrat, entwarf aus Grund der Unter suchungsergebnrste von den Leiden und Martern des armen Kindes ein düster s Bild. Eine Wohnungsvachbari« batte am 17. Juli die Strafanzeige erstattet, daß Anastasia: Dolezal ihre außereheliche Tochter nicht nur schlecht nähre, so daß die Kleme zum Skelett abgemagert sei, sondern daß das Kind auch die ärgsten Züchtigungen erdulden müsse; die rohe Mutter schlage es brutal und schleuderte cß, an die Wand. Dre Anzeige erwies stch als richtig. Die klein« Anastasia wurde in daS Spital gebracht und hier stellten die Aerzte am Körper, am Kopf und an den Beinen mehrfacheDer« l e tz u n g e n fest. Das furchtbar herabgekomittene Kind starb nach einigen Tagen an einer Lungmkrankheit und an Entkrästung. Die Angeklagte, eine robuste Frau, behauptete vor Gmch^ sie habe das Kind nur manchmal gezüchtigt, wenn es um«« war. Mißhandlungen habe sie sich nicht zuschulden kommen lassen, di« Antt'ge sei e»n Racheakt böser Nachbarinnen, die ihr seindsrlis gesinn' seien. Eine Reihe von Zeuge« bestätigten, daß die Angeklagte daS Kind in der rohesten Weise geschlagen, mit dem Kopf an.die Wand gestoßen nnd sich öfters geäußert habe, „die Anastasia soll nur hin werden". Nachbarn horten wiederholt das Jammern und Stöhnen des armen lleinen Wesens. Der Gerichtshof erkannte Anastasia Dolezal im Sinne dev Anklge schuldig und verurteilte sie zu zehn Monate» schweren Kerkers. _ Ein Wahrheitsbeweis über russische Nachb^ lokale. In fortgesetzter Verhandlung hatte sich gestem das Bezirksgericht Josefstadt mit einer Edrenbeleidigungsklage zu befassen, die der Schauspieler Gustav Werner und d»e Sängerin Minn Brix gegen den Direktor desLustspieltheaters Emrl Schwarz deshalb erngebracht halten, we-l Letzterer m einer Verhandluntz vor dem Zivillandesgericht, m welcher Direktor Schwarz Fräulein Bnx weyen Koutraltbrnches aus Zahlung einer Konventionalstrafe von K MiOgcklagt halte, die Aeußerung gemacht habe, Gustav Werner habe Fräulein Brix verführt, es nach Rußland gebracht und dorr e«nem Sckandleben zugetührt. Be» der heutigen Verhandllmg erbat sich der Verteidiger des Geklagten. D r. K l e m p e r e r» zum Wahrheitsbeweis in der Richtung, daß Gustav Werner di« mmdkijährige Sängerin während des Krieges durch, ganz Rußland durch Nachtlokale herumgeschleppt und dann via Türkei nach Wien zurückgekehrt sei. Der Verte drger beantragte ferner die Requisition einer Anze-ge des Vaters der Sängerin gegen Gustav Werner beim Landesgericht wegen Verbrechens der Entführung und' die Vorladung von Regisseur und Schauspielern des Lustspieltheaters über die Art. wie Gustav Werner Fräulein Brix aus dem Lustspieltheater fortgebracht, daß Letzterer ifavc Kleider in ein unten stehendes Auw geworfen habe und ohne Wißen ihres Vaters mit Werner davonsuhr uiw. Der Klagevertreter Dr. L a m b e r g tührie Gegenbeweis darüber, daß die russischen Lokale, in denen Gustav Werner mit Fräulein Brix austrat, durchwegs seriöser Lkatur seien und legte Rezensionen luMcher Blätter über das erfolgreiche Gastsvrel der Beiden. in französischer und englischer Sprache vor. Schon daraus und aus den hohen Gagen, welche beite erhielten, gehl hcwor. daß es sich um nichts andereS alS um eine Ton,nee nach Rußland, nnd zwar um eine sehr erfolg» reiche künstlerische Tournee handelte. Der Richter, LandesgerichlS» rat Dr. P o l l a k. ließ alle Beweise zu und v e r t a g t e zu diesem Zwecke dre Verhandlung. lAIVÄTOR SCHUHCREME 4tdjTiaAjic ÜBER ALL ZU HABEN! Tn:,3i«6 i CHEM. FABRIK CEZAHfftCZEC WIIN.V, BAClUßCAJJENta

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