Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 269 (19.10.1919)
- Date
- 1919-10-19
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 209_ Wien. Sonntag lg. Sw>S«r Ul» -^stv« 51. -------—----f Sogcsbcridjt. Italienische Reisebilder. " Von Z. F. Finkelstein. l. Abschied jüdischer Kinder von Aneanaro. Tränen, glänzten in den Augen und s>o manches Unter den huwdcrtsünfzig Kindern hatte das Gefühl, kS fei ein Abschied auf Nimmerwiedersehen. Die vier Wochen sorglosen Schlemmer.'eLens in einem italienischen Paradieswinkel inmitten von Wald-rnlagen, die mit einem ewig grünen Krynz das Meer umgeben, entschwanden blitzschnell und nun mußte man heim- Khren. Heimkehr:«? Es ist doch merkwürdig, wie sich die Wurzellosigkeit Mischen Seins schon in den Kindern widerspiegelt. Kaum ein Hauch von Wohlleben und Güte und im Nu werden Brücken geschlagen zu einer neuen will)fremden Welt und bald gräbt man sich förmlich in den Boden eines Landes, den man nie sein tigen nennen kann . . . Den hundertfünfzig jüdischen Kindern, welche amerikani'che Groß'ügigk-eit des Joint und die Hilfe mancher prächtiger Triester Juden (Fawo, Sppinger, Stock, Abramson) auf vier Wochen nach Ancanaw gebracht hat, kam italienische Güte und Milde schier unfaßbar vor. Die Italiener widmeten sich dtzn jüdischen Kindern in Güte und Liehe, hegten und Pflegten sie, betreuten sie tagelang am Gestade des Meeres und leuchteten buchstäblich vor Freude, als sie in den kleinen „Bambini Jsraeliti" so viel Klugheit und Herzigkeit, so viel Dankgefühl und Anpassungsfähigkeit entdeckten. „Ade, ade, scheiden tut weh .. ." Kaum verstehen xs «einige von den zur Abschiedsfeier im Heime Ancastarös erschienenen Italienern und doch stimmt alles ihr und ein wehmutsvolles Gefühl des Abschied- NehrnenS' vereinigt Jung und Mt, Juden und Italiener. Die Kinder sprachen deutsch oder jiddisch, die Italiener italienisch und doch verstand sich hier alles and ein wunderliches Band umschlang in diesen kurzen vier Wochen fremde Kinder des Ostens und die einheimische Bevölkerung des Südens. gm Ofpizio Marino von Valdoltra. Beinahe wirkt's wie ein Wunder. Lahme beginnen hü gehen, wundbedeckte Gesichter, die abstießen und ekelten, nehmen natürliche, Farben an, gebrochene Gestalten recken sich und die blaß und verkommen herkamen, Hüpfen kraftstrotzend am Gestade des Meeres-. Vor vier Wochen kaum brachten wir die dreißig Kinder in das Seehospiz Valdoltras. Keuchende, schweiß'.riefende Gesichter, gekrümmte Rücken, jammerschreiende Dewüchse jüdischen Kinderelends lagen da ächzend und stöhnend im Eisenbahnwagen. Nun kamen wir nach vier Wochen und trauten kaum unseren Augen. Der Arzt, ein junger, ernster pnd zielbewußter Gelehrtentypus führt uns durch die gwßen, sonnendurchglühten Säle und Veranden und ^eigt uns, stolz erfüllt, ferne Wunder. Hier einen Lupussall, der das ganze Gesicht, Hände und Füße zerfressen! hat und nun unter Einwirkung südlicher Sonnenstrahlen zu heilen beginnt, dort drei jüdische Kinder mit schwerer Rückenverkrümmung, die frisch und munter, Ms wiedererkennen und eine an Wunder grenzende Gesundung ausweisen. Ein Kind mit einem, übergroßen Kopf, dessen - Greisengesicht uns buchstäblich während der ganzen Fahrt in) Kransenheim erzittern ließ, liegt jetzt mit aufgeheitertem. Antlitz auf einem Streckstuhl!»nd plappert vergnügt mit der italienischen Krankenschwester. Es sind Wunder der medizinischen Kunst und der heilwirkenden Sonne, die sich hier an den Kindern vollziehen. Dreißig jämmerlichste Kindergestalten werden Menschenähnlich und dreißig jüdische Seelen erwachen allmählich nach dem schweren, bitteren Traum Physischer Verkrüppelung. Nur dreißig Kinder sind es und nur kaum vier Wochen. Ein Tropfen im Meere jüdischen Kinderelends. sEs ist ein Tränenmeer, aber auch jede Träne eines' verkrüppelten Kindes wiegt zentnerschwer, wie jedes Leid einer frühreifen Seele, dis dem unentrinnbaren Schicksal bewußt entgegengeht.,. Triest, Oktober 1919. Wiener „tzmrior". In der letzten Sitzung deS Wiener'Gemeinderat:s beklagte sich der Sprecher der Wiener Tschechen, daß feine Nation den sogenannten Humoristen mit Vorliebe zur Zielscheibe eines beleidigenden Spottes diene und daß ordinäre Lieder solchen Inhalts gedruckt und verkauft würden. Der Bürgermeister antwortete, et könne sich nicht als Zensurbehörde für Volkssänger und Gassenhauer etablieren. Auch dürfe man nicht so feinfühlig sein, wenn man selbst in öffentlichen Sitzungen die Wiener beschimpfe. — Was nun die Frage der Zensur anlangt, so macht sich tatsächlich das Bedürfnis Nach einer solchen, die freilich aus dem Geist der Republik geschaffen und der jeder polizeilich-vormärzliche Beigeschmack genommen werden müßte, täglich mehr rege; man braucht nur gewiss; Plakate und Zeitschriften an Straßenecken und in Schaufenstern auzusehen, die unter dem Schutze einer mißverstandenen Freiheit die Instinkte für ein schmutziges Geschäft ausbeuten wollen. Die Mahnung aber, nicht so feinfühlig zu sein, wenn man selbst nicht besser sei, könnte unter H-nüLu-veu.dLmInterpellanten aeaenüber ihre Berechtigung haben, sich aber nicht auf die ganze Bevölkerungsklafse beziehen, in deren Namen dieser seine Forderung erhebt. In der Tat hat gerade der kulturell rückständigste Teil der Wiener Bevölkerung durch Jahre sein Bedürfnis nach Erheiterung auS einer ebenso dummen wie beleidigenden, Verspottung der tschechischen Nation gestillt und der ^böhmische Wcnzl" mit dem „böhmischen Zirkel" gehören zu den populärsten „Schlagern" dieser Wiener Geistigkeit. Wieviel gerade diese dumme Wiener Art zur Verschärfung der Gegensätze zwischen Wienern und Tschechen bcigetragen hat und in wie hohem Grade dieses tölpelhafte Wienertum auch politisch von unheilvoller Wirkung war, wird jeder Kenner der Verhältnisse bestätigen. Die Tschechen aber haben alles Recht, empfindlich zu sein, und niemand kann ihnen dieses Gefühl besser nachempslnden als wir Juden, die wir in noch stärkerem Grade ein Objekt des verhetzenden und herabsetzenden Spottes sind. Freilich bestehen hier gewisse Unterschiede, nicht zuletzt auch der, daß es wohl keinen Tschechen geben wird, der an humoristisch sein sollenden Verletzungen ■ seines nationalen Empfindens Unterhaltung findet, während es leider noch immer Juden gibt, die sich bei zotenhaften, mauschelnden Verunglimpfungen des Judentums vor Behagen wälzen. Das Treiben der Friedrich-Buben. Bon einer durchaus verläßlichen Persönlichkeit, die aus Ungarn hier eingenoffcn ist. erhallen wir nachstehenden Bericht'. Der weiße Terror gegen unschuldige Juden wird m Ungarn von den obersten Gemalten gehegt und gevstegt. Daß harmlose jüdische Neckende am Bahnhof inSzombathel v (Stein« amangerl vom Militär unter Hinweis, daß ihre Ausweispaviere nicht in Ordnung ferm, zu wiederholtenmalcn halbtot geprügelt wurden, »st bekannt. Große Auiregung vermochte vor eruigen Tagen eine wüste Szene, deren Schauplatz daS Cafä Kovaes war. Das Cafä. es war am Abend, war überaus stark besucht. An einem Tücke saßen ungefähr 80 Osizlrre. die tranken und stck von den Zigeunern ausspielen lreßcn. Plötzlich sprang ein Hauptmann aut, zog serne Uhr und rief in den Kaffechauslaal: Juden! in filniMinutenmüßtibr rlledraußen s.e i», sonst schaut euchan! Da trat ein junger jüdischer Zivilist, der den Krieg alS Offizier vom Anfang' bis mm Ende mitge.l acht hatte und für seme Tapferke-t zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte, den betrunkenen Offizieren entgegen und verwabtte stch energisch gegen Licke Anmaßung. Daraus hin zog einer der Offiziere seinen Revolver und sagte dem jungen Zivilisten: „Schweig! Jude, sonst schieße ich dick nieder! Unerschrocken saglederjlnigrMami:»Jch habe demFemd hnvLmmal im Felde ms Anilitz gesehen. ,ck fürchte nichts! Schießen Sie. wenn Sie Mut haben!" Der Oisizicr juchieite wvdi noch langem« dem Revolver m der ttrckt herum, oder er drücke doch nicht loS. Mit dept Revolver in derH.ind ging er auch auf die übrigen Gäste los, die anderen Offiziere ihm nach und alle Anwesenden ' mußten sich legitinckeien.- Unter dm Angrhaltenen befand sich auch -ein amerikanischer Journalist und erst als dieser stch als amerikan,scher Staatsbürger ausgcwirsen hatte, schienen die Ossiziere' ein wenig ernüchtert worden zu sein. Das Publikum, auch das mchlMsche, verließ sodann unter Entrüstungsrufrn das Hokal. < Die Kohlennot. Bessere Zufuhren. Die gestrigen Znsuhrkn waren wieder etwas besser, aber insolange diese stärkeren Einläufe nicht dauernd anhaltrn. ist an egen Betrieb des Gas- und Elektrizitätswerke-,aus eigenen M-tteln n l ch t zu denken. Ans Oberschlesien sind 801 Waggons, aus Polen 6 Waggons für bic Wiener Verbraucher, 2 Waggons für die Verbraucher außerhalb WrenS und einige Waggons für dre Bahnen eingelaufen. _ «... Aus Ostrau kamen 188 Waggons, auS Böhme« 148 Waggons, welche aus die Verbraucher entsprechend verteilt wurden. __ Abwicklung des polnischen Kompensatkousvertra es. Vom Deutschöstcrreich'schen Warenverkehrsburear, wird uns mitgetrilr: Der Kompcnsaionsveitrag mit Polen, welcher stiner» zeit, nach den unter Leitung des Staats ckretärs Z e r d i k Lurch» geiührtcn Verhandlungen. abgeschlossen und am 6. Juli l. I. ratifiziert wurde, ist in voller Abwicklung begriffen. Die beider» seit'gm Transpone sind bisher von der zu dickem Zwecke ins Leben gerufenen Transportgesellschaft „Wawel" besorgt worden, welche trotz der bedeutenden Schwierigkeiten mit Ertolq bemüht gewesen ist. den durch dicken Vertrag notwendig gewordenen lebhaften Warenverlchr durch wführrn. Wie bedeutend diese Waren» iranSparte sind, gebt daraus hervor, daß von Wien bereit« 49 mit Kompensaironswaren vollbeladene Züge nach Polen abgrlassen werden konnten. Der 50. Zug rollt heute ab. Auch dmt''chö>terre>ch,scherie>t8 sind m allgemeinen befriedigende Jmportergebnlffe zu verzeichnen. ES sind nämlich brsher ans Polen aus Grund deS Kompensationsvertrages ein» getroffen: m WaygönS Gasöl. 215 Waggons Benzin, 482 Waggons Petroleum. 28 Waggons Kerzen. 38 WaqgonS Paraffin. 172 Waggons verschiedene Rohölrilckitände, 24,21 l Kisten Eier (zu je 1440 Stück'. 2574 Schiach'vierde, 32.830 Gänie und 85 Waggon? Rohhäute. Wertere Transporte sind unterwegs, so daß die vorst'henden Ziffern schon in allernächster Zeit .eine entsprechende Erhöhung erfahren werden. WaS die Kohleuliefer ungen b e t r r f f t. sind bis zum 14 d.M. msgckantt nur 38-0'0 Tonnen Kohle auf das Berrragskontinaent geliefert wo» den. Polnische»scus besteht das Bestreben, die Lieferungen m Emtlang mit der steigenden Förderung z« hringen. __ Lebensmüde. Die 72i>'ibr ge Private Rosa Bö dm wurde gestern in ihrer Wohnung, XX,, Jägerstraße, mit dem Gasschlauch >m Munde bei okinem H ihn bewußtlos aufgckundcn. Dre Retiungsgesellschafk brachte d e alle Frau, die wcgcn Krankheit sterbe« wollte, ins Allgemeine Krankenhaus. Eingesen-et. Mölel ii Innen- I CpiDjl dekoration woririn In grösster Auswahl. Nur gediegene lÖiß!®, ill'.i SSßtjßflStßFÜQi I U. 2 Ohl Erzeugnisse. (Ecke Karl Schweizhofergassc). Zionistische Bezirkssektion Alsergrund., Heute findet um 10 Uhr vormittags im Saale der Bezirksvertretuntf Alsergrund, (IX., Währingerstrasae 43) eine Oeffentliche TAGESORDNUNG; 1. Die politische Loge der Joden. * Referent: Abgeordneter Ing. Robert Stricker« 2. Rechenschaftsbericht der Mandatare des Bezirke« . Redner: Gernemderat Dr. Polfak und Bezirksrat Vr. Weiner. w Juden und Jüdinnen, erscheinet zahlreich! heiSchfelB* y maschineareparaturen Telephon Np. 4078/8 Interurban. F| B0|y WerkstSttefOrFeinmechanik u. ■ CI* Maschinenbau, I.,Biberstraße8 Versuchte Beschlagnahme dev Valuten im liquidierenden Kriegsministerinm. . Vergangenen Mittwoch erschien, wie mitgetcilt wird, eine Kommission des StaalsamtcS ' für Finanzen unter Führung des Direktors der Staaiszentralkaffe RrchnungsratrS Otto, begleitet von Polizisten m Unifmru und DcteÜ>vs, im liqmdicrcndcn Krtegs-, Ministerium und verlangte dre sofortige Uebergabe der dort erliegendenBaluten. die den Betrag von rund 140 Millionen Kronen ausmachen. Unter dicken Valuten bestndcnsich 32" Millionen Lei. davon 22 Millionen deutsche Lei und 10 Millionen Retchslei, 153.000 Lewa, 78.000 türkische Pfund,' davon 9000 in Gold, 2337 Romanow-Rubel, 50.000 Lire, 7000 englische Pfund, 20 Stück deutsche Reichsmark in Gold, dänische Kronen, holländische Gulden. 18 österreichische Dukatens Drachmen und tschrcho-ilowaklsche Kronen.! Der Kaffenchei des liquidierenden KriegSministeriumS Oberindentant Rotier verweigerte rn entschiedener Weise> d»e Auslieferung und erllärte, daß darüber sowohl das Bevollmä'chtlgtenkollegium, welches aus Vertretern der einzelnen Staaten bestehe^ und überdies dre Liquidternngskommission entscheiden müffe. * Verzögerung in der Benzinlieferung. Es wird unS mitgeteilt, daß aus dem Auslande e i n Z n g B e n zi n^ an der Grenze eingelangt ist, welcher infolge Kohlenmangels nicht nach Deutschösterreich abtransvortrert werden kann. AuS dem glckchen Anlaß stößt auch der Abtransport der Mineralölprodukte im Jnlande auf große Schwierigkeilen, waS eine Störünq in der Belieferung einzelner Gebiete zur Folge haben wird, wofür aber die deulschösterreichlfche Erdölstelle keine Verantwortung übernehmen kann. j * Verteuerung der Klassenlose. In der heutigen „Wiener Zeitung" wird der Svielplan der 2. beutschösterretchlschen Klaffcnlotterie veröffentlicht. Der bei den letzten Lotterien eingefsthite ManipulationSbtltrag wurde im Hinblicke auf die b« den Geschäftsstellen emgetretene außerordentliche Verteuerung des VetriebrS auf lo °/0 des LoSpreiseS, also auf 50 Heller pro Achtellos und Klaffe erhöht. j * Wirtschaftsgemeinschaft jüdischer Festbesoldeter, Wien, U», Obere Donaustrabe 65, Die fürBrenn - holz vor gemerkten Mitglieder wollen unverzüglich an der Kaffe der ^Akrrkurbank"/ U., Taborstraße 4. auf das Konto der ,Wlf" den Betrag von K .1500 erlegen. Der PrelS des HolzeS wolle gelegentlich der Einzahlung der der Bank erfragt werden. Die Lieferung erfolgt im Lauke der nächsten 14 Tage franko Keller zerkiemert und wnd die Abrechnung nach Ablieferung desselben vorgcnommcn werden. j * Der Rücktransport unserer Kriegsgefangenen. Amtlich wnd mitgetttlt: Das'Kriegsgefangenen- und Zivil--» 'mteinlertenamt sicht mit dem polnischen Staate wegen Abschluß eines Vertrages m Vnhandiung, der den Rücktransport unserer Gefangenen aus Rußland durch Polen wesentlich erlcidncin wird Die Einrichtung von WmtrruntcrkiinftkN in den Uebernahmsstationrn für Heimkehrer, insbesondere itt Leopoldau, wird vorberertct. Die immer wreder auftauchenden Gerüchte, daß LledeutschösterrelchricheRegierung den Rücktransport un'rrer Gefangenen aus Italien wegen Lebens« mittelmangrls verzögere, sind völlig haltlos; die Regierung «st nach wre vor unausgesetzt bestrebt, bic Heimkehr der Gefangenen unter allen umständen zu beschleunigen. * Die Fremdenansweisrrng itt Baden« AuS Baden wird gemeldet: Eine an die niederosterreichische Landesregierung gerichtete eingehend begründete Eingabe, welche unter Hinweis auf kürortliche Jniereffm dalür emtntt, daß die Ausweijung von Fremden stch nicht auf kurbcdürft'ge Ausländer, die stch yuf amtsärztliche Krankheitszeugnisse beruhen können, wurde ohne Begründung abweislich befchicdcn. * Tzernowitz. Die Sammrlstclle des Jüdischen Nationalfonds in Deutschosterrcich bittet Zionisten, die nach Czernowitz reken und gewillt stnd, eine kleine Sendung von Materialien für daS dortige Landeskomitee mitzunehmrn, diesbezüglich in den Amtsstnnden von 8 bis 8 Uhr im Bureau, ll., Zirkusgaffe 33, vorzu« sprechen. * Französische Offiziere als Schmuggler verhaftet, AnS Amsterdam w'.rd gemeldet: Rach hier vorliegende« Meldungen aus Paris wurden in Mainz sieben französischt Otfiziere unter der Beschuldigung deSSckmuggels mit Deutschland verbauet, desgleichen sechzig französische uni deutsche Kausl'uie. DleOlsiziere gestörten zur Wirtschaftsableiluns des BesatzungsheereS, und haben ihre Stellung dazu mißbrauch^ ' Durchs u h r b e w l l l i g u n g e n für Waren zu ertellen« dre nicht nach Deutschland gesandt werden dürfen. * Laschendiebstahl. Am 75. d. M. abends wurde den! Herrn Zdcnct I e r a d e k, III., Untere Weißgärberstraße ls wohnhaft, m einem Straßcnbahnzug der Lmce 2 auf der Fahrt vym Schwarzenbergvlatz b«S zum Praterstern eine Brieftasche mis L 10.900.— gezogen. * Unfälle. In der Kärntnerstraße wurde gestern der elf» jährige Bolksichüler Franz E l e r m a n n von einem Automat ni-'dergcktoßen und am linken Knie verletzt. — Auf der Ninastraßt sprang gestern der 5;siihuge Kaustnann Josef P r » n z aus einer fahrenden SlraßeubahMg; er stürzte und wurde mehrsach verletzt