Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 267 (17.10.1919)
- Date
- 1919-10-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* eSBT#' ■.' Wien, FreSaK 17. 0bt°ber 1919 9te 287 . Die Ernährung. Die LeKerrsmiLLel werden wieder teurer. . Vas Ernährungsamt kündigt bereits für dies« W'vche die Preiserhöhung für Schweinespeck, Schweinefett und Speiseöl aus dem Auslände on-. Die Preiserhöhung bezieht sich aber auf albe Artikel, die aus den Ententeländern, sowie aus Jugoslawien und Polen ein geführt wurden. also auch, auf Fleisch, Reis, Kondensmilch usw. '! Wir flehen also vor einer Verteuerung der meisten Lebensmittel, die im Verhältnis nach dem Sinken des Wertes unserer Valuta eine Steigerung erfahren wird. Wir haben bekanntlich seit den Monaten Februar und März vertragsmäßig von den Enbenteländern England, Italien, Frankreich, und Amerika die vorgenannten Artikel sowie Getreide und Mehl bezogen, nachdem uns damckls ein Kredit von 45 Millionen Wltar eingeräumt worden war. Während der Vertragsdauer erhöhte sich der Wert des Dollars, in welcher Valuta wir alle Entente-JmportL bezahlen,. derart sprunghaft, daß der Dollar heute beinahe den fünffachen Wett besitzt. Diese Wertsteigerung des Dollars verteuerte natürlich die Gestehungskosten, was aber im Verkaufspreis nicht zur Geltung kam, weil der Staat di^ Differenz zahlte. Bei feinen zerrütteten Finanzen ist aber der Staat nicht mehr in der Lage, diese- Last weiter zit tragen und so sieht er sich gezwungen, eine Ueberwalz un g'der höheren Gestehungskosten auf die Verbraucher vorzunehmen, was, wie angenommen wird, auch zu einer Wertbesserung unseres Geldes führen« würde. [.'■ Die Ueberlvälzuug der höheren Gestehungskosten' lauf die Verbraucher würde, so meint man an maßgebender Stelle, eine gewisse Parität zwischen den Gestehungskosten und dem Verkaufspreis der Lebens- Mittel herstelleN, so daß der Staat nicht mehr gezwungen wäre, feinen Passivstand durch Zuschüsse für die Volksernährung zu vergrößern. Wohl würde aber damit ein gewisses Vertrauen der Entente, zu unserer Wirtschaft erzielt und damit auch der Weg zur Verbilligung der Artikel und Besserung unserer Valuta gefunden werden. Es verlautet, daß rin neuer Auslandskredit uns versprochen wurde. Er dürfte um so größer aus fallen, je eher unser Staat den Nachweis erbringt, .daß er die Parität zwischen Gestehungskosten und Verkaufspreis, der Lebensmittel hergestellt hat.! Wir vermögen uns dieser öfsiziösen Argumentation nicht anzuschließen. Eine Besserung könnte nur bei einer im Auslände erfolgten Stützung des Kronenkurses ober bei einer Konvertierung der Währung unter gleichzeitiger Stabilisierung der Preise für die Bedarfsartikel erfolgen. So lange aber das Publikum hie Mehrausgaben mit dem glichen elenden Papier Hecken muß wie bisher, und'so lange die Notenpresse" weiter allmonatlich neue Milliarden Papier hinauswirft, so lange kann sich eine Parität nicht erzielen fassen. Warum schreitet man aber nicht doch endlich tzn die. Errichtung einer neuen Notenbank?. . Dev Marktbericht. f Die Beschickung der Markte war gestern im allgemeinen ßnßerordrnldch schwach ausgefallen. Auf den Grünlvarenmarkten herrschte pngeachiet der geringen Zufuhren noch kem jRangck, da gestern auch die Nachfrage sehr schwach war.; Die Ovstzufuhten hatten gestern fast gänzlich auslesetzt» doch sind noch genügende Mengen an Ae'pfrln von den. Vortagen lagernd. In der Grvß markthalle gab eS nichts als eine Kitte Menge WeichwÜrste. Heule getanw nur Braunschwrrger Wurst, das Kilogramm su K 60.—, zum Verkauf. Auf den F r s ch m Ü c 111« waren gewässerte Stockfische ,» mehr altz ausreichender Menge, stellenweise auch kleine wie Karpfen zu K 28.— pro Kilogramm zu habe». i Eie? fehlten. Keine Verkürzung der Brot- und Mehlgrwte. Wie wir von unterrichteter Seit« erfahren, besteht amtlicher» seitk e i««r l r r A. b s i ch t, in absehbar e r Z t i t Üne Verringerung oer Brot- und Mehl« »uotrvorz unehmen. Bi. I. W. HaupttM:!X., Berggasse 8. Heute vormittags'dv» 9 bis t/jlL uhr gelb z nachmittags von 8 bis b Uhr bla«.- — Tamsmg vormittags von 9 btS '/i12 Uhr rot; Nachmittags von S bis V Uhr grün. , . .. Kartosfelabgabe. Freitag bis Montag werden im ll„ PV. und Xv. Bezirk V, Kilogramm italienische Kartoffeln zum Vreile von K 8.S8 gegen Admrtrmng deS Buchstabenk der Kartoffelkatle ausgegedrn. ' Bühne rmd Kunst. > Schönbrunner Schlotztheater. jZmn ersten Male: „Diebe im HauS-, Komödie in drei Alten von Andreas Eckbrecht.) Einfach trostlos! Wenn diese denkwürdige Uraufführung virNi ch reine unsaubere Prvtrktioaßgeschichte ist, was chic «Nie aimchmen wollen — ein Armutszeugnis für die Direktion M VurgtheetnS ist fleftdmfallS. Man läßt sich schon eine Portion fallen, wenn irgendwo, irgendwie Talent» ei« gepflegter Geist chcr auch nur die Anlage hervorguckt, ein Theüterstück zu zimmern. Sh« . M.ÄM.nicht. MvlttltdM .noch wörtereiche Unfähigkeit. Manchmal diinkt^rS dem geplagten Zuhörer, als wollte die Verfasserin lAndrras Eckbrecht ist eine Dame) die,Armseligkeit der Reichen geißeln, dem Kommunismus daS Wort sprechen und den Satz „Eigentum lstDrebstahl* ab« wandeln, aber was dort oben gesagt wird, ist so ünglaubsich albern oder abgegriffen oder lächerlich oder dumm, daß man eS mitleidig Wirklich über stch ergehen läßt. Darum ersucht der Referent den Leser, ihn der Pflicht, über dieses Stück ordmmgsmäßia zu referitten, freut,blichst entbinden zu wollen. Schade um den Raum und ihn die Zeit. Unter Belle'd dem so wenig beschäftigten Fräulein M « cb .e r g, das endlich wieder einmal eine Rolle bekam und diesen Text studieren mußtet Ihr anmutige- und diskretes Spiel genießen zu dürfen, half über die verlorenen Stunden. hinweg. Auch für die übrigen Mitwirkrnden, insbesondere die Herren M a y e hvfer, Lack « er und E. Reime r s, sowie Fräulein Aknap (die Ärwe hat tüchtig herbaltrn müssen) unser uneingeschrantzes Mitgefühl. Nach dem drrtten Akt« erschien die Dichterin vor der Rampe. 0. A* Gesangskonzert Richard Mahr. Die reife Sangeskunst MayrSrst allzubekünnt, als daß stch darüber noch etwas Neues sagen ließe.,. Immer wieder fühltman sich vritgeriffen durch den warmen, edlen Ton dieser Stimme, die in allen Registern sicher ist und deren bestrickender Glanz, durch «ne vollendete Technik erhöht, im Dramatisch-Wuchtigen wrr un Zartlyrjschen in gleicher Weise zur Geltung kommt. So bedeutet jedes Konzert für Mayr einen neuen Tr-uniph ynd auch bei seinem letzten Abend im großen Mustkvereinssaal, wo er Schumann, Mendelssohn, Schubert und Löwe sang, war des Beifalls kein Ende. Daß da8 Publikum sich Wiederholungen und Zugaben erllatschte, ist bei einem erklärten Liebling der Wiener-, wie es Mahr ist, nur selbstverständlich. Äus den Theatern. Im B tt r g t h e a t 11 wird morgm Samstag »Kl < i n - E y o l f" aufgcführt. -Anfang */»6 Uhr. — I m Schon« brunnerSckiloßtheater gelangt morgen dir Komödu „D r e b e i m H a u s" zur Aufführung. Anfang 5 Uhr. Im O p e r n t h e a 1 e r findet morgen eine AuMrrmg von »tunon" zu erhöhten Preisen für dos Pcnfionsmstrtut statt. Anfang 6 Uhr. Am Wien er Komöd.renhanS findet Montag den 20. Oktober. 7 Uhr abends, eine Wiederholung des Schauspieles ieHochzei 1 v o n B a l e n i" statt, Den Tschuku spielt diesmal Overregrfieuc Egon Brecher. Fritz von Unruh wird am 2t. d. M. »m mittl«'«». Konzerlhaussaal sein neues dramatisches Gedicht «Bor der Entfcheiruug" vorlrien, das in den Kampftagen vor Verdun entstanden ist und das bei einer Züricher Vorlesung erschütternde Eindrücke hmterlaffen haf. Karten bei-Heller. In der Renen Wien er Bühne beginnt, wegen des frühen Schluffes der elektrischen Bahn Fitttag den 17. Oktober „D r e B ü ch s e d e r P a n d o r a* um 6 Uhr, Samstap"den IS. Ok'ober dk^ Premiere von Ainold Zweigs iüd'lcher Tragödie i l u a l m o r d i n U n g a r n" um 5 Uhr. In B e r l r n und M ü n ch e n gelangte gleichzeitig »E r kann n i ch t b «f r h l tu-, Lustspiel rn drei Abzügen von WilhclM 'G p e y e r, zur Uküirfführnng und hvtte starken Erfolg. En Echwänkchm mit schnurr gen BorauSsetzunaen. Der junge MertenS. nach dem Tode seines Vat>'rS, des Groirindustrirllen. aus Amerika bemikehbend, macht am Fabrikselnoana d,e Bekannffchafi deS Arbeiters Schillings, eines jugendlichen Idealisten. Sie beschließen, das Ich zu vmau chen. Georg Mertens, der nicht befehlen kann, wie ef veimeint, folgt als Diener Schillings ins Haus, der mrt wahrem Vergnügen die Rolle des Mertens übermmmt. Shakespeares Märchen „C y m b e l i n" gelangte in der Uebersetzunp, Bearbeitung und Regie Ludwig Bergers im Deutschen Theater in B e r l i n zur Ausführung. Im München erSchauspielhattke fand die Urausführung von Bruno F r a n k S Sch,iUsv'el » «. Trösterin" großen, aber nickt rmbestrittenm Beifall. An dem Stücke seflelt insbesondere ein meisterlicher Dialog und e«ne lein erfundene Handlung, in deren Mittelpunkt eine Ebecpisode steht. El'e Heims als Gast ragte neben einer im übrigen unzulänglichen Darstellung besonders hervor. In Bordeaux ist eine G v h a«A n S st e l l« n g ' mit 24 Tavifierien nach Goyas Entwürfen, 21 Gcniäldr» Goyas und vielen Radierungen eröffnet worden. _ ...... i. Freie jüdische DolkSbührte. Äm Sb. d. M. veranstaltet die F r e i e i ü d l s ch e Volksbühne im B ü r g e r t h e a t e r eine Nachmittagsvorstellung. Zur Äuffühiung gelangt: ^Zerikgekimen".-Drama in 2 Akten von Schalom A ich und g e n t e n". Lustspiel in l Akt von S ch o l e m A l e ch e m. Die Freikarten für M>1glreder werden ab 2l. d. M. täglich zwilchen 7 und 8 Uhr abends im Perelnslokale ansgrgeben. Am Tage der Borstellung findet keine FreikanenanSgabe statt. —- Mrt dieser Vorstellung beginnt die öffentliche BerrinSrätigkeit im lanfknden Jahre. Wenn die Freie jsidisckie Volksbühne, wir biSnnn. dem Intereffe der breiten jüdischen Bevölkerung begegnet, hofft sie. ein bedeutendes jüdisches Kulimrnstitut zu werden und zunächst die jüdische Bühnt auf ein höhere« Niveau zu bringen. Eine Sektion des Vereines beschäftigt stch mit der Heranbildung jüdischer Schau'pieler. Fähige.Dilettanten werden von berufenen Lehrkräften auf BerernSkosten für 'die Bühne auSgebildet. Kein Verkauf des Theaters a« der Wie«. Seit längerer Zeit verlautet, daß zwischen Direktor Wilhelm K a r c z a g und mehreren Finanzkonsorlien Verhandlungen geführt werden, die auf den Verkauf d eS Theaters an der Wien sowie deS Theater Verlages der Firma Wilhelm K a r e z a ft abzielen. Sowohl von amcnkantfcken Gcldteuten wie auch von der/ Firma Sonzogno wurden Herrn Direktor Karczag Anbote gestellt, dir. von diesem m ernste Erwägung gezogen wurden. Direktor Karczag beschloß vor einiger Zeit, alle Anbote abzulthnrn und stch ganz wieder semer direktorialen Tätigkeit zuzuwenden. Ww e«n hrestgeS Abendblatt meldet, hat Sonzogno gegen Dierektor Kartzag bereits die Klage auf Erfüllung des .Kontraktes emgrbracht. BLcher»lnla«f. .Di« Frau ohne EchaM. Over von Richard Strauß, Text, von Hugo von HofwannStdal. KlavieranSzUg mit Text von Otto Dinger. Um!chlagze chnung von Prof. Alired Roller. Ad-lph FUrstner, Mustkverlag, Berlin; Textbuch, Adolvb Fürst ner- Berlin». Sport. IüdMer Sport. Man findet^ in unseren jüdische» Sportderekne« häufltz Meinung, wir nennen uns jüdisch, um den. »Anderen" zu zeigen^ daß wir Juden garn'cht das degenerierte und körperlich mrbrauchi bare Volk find, für das wir verschrieen werden. Das ist unrichtig Tatsächlich gibt es unter uns Juden mehr' schwächliche Leute als unter, den arischen Völkern. Man sehe stch das DürchsckmttK material der christlichen und dasjenige, unsrer Sportvereine an Nur durch eine größere Exklusivität suchen wir diesen Rachteit auszugleichen. Die Tatsache des geringerwertige« Materials D unserer Seite ist ja auch nicht verwunderlich, denn «ach Wo hundertelangrm Ghcttoleben ist Nichts natürlicher als «n A» wachsen der Zahl der Schwächlinge. Trotzdem erzielen unsere Vereine gute teilweise sogar sch» gute sportliche Leistungen. Das hat jedoch einen gqw anderen Grund. Wir gewinnen die Meetings und Wettspitck nicht wie die anderen Vereine mit der rohen Krast. sondern ms der G e s i n n u n g. Die Juden,. die in den große» christlich Sportvereinen Hervorragendes leisten, werdet» immer nur ver« schwindende Ausnah-m en bilden. Warum leisten die viele« dich Namen »ach ^paritätischen" Vereine nichts, brr in Witllichkch doch vollständig derjubet sind - Sie haben .eben nicht tich Mut, offen zu bekennen, daß ste als Juden anders find, daß heißt, daß sie von ganz anderen Voraussetzungen zum Sport gp komme« sind, und daß sie ändert körperliche und geistige Ou«ü täten mitbrmgen, also auch wenn ste etwalestm wollen, dies» Pistung auf anderem Wege und mit anderen Mittel» zu erreiche suchen müffen. Der Mangel dieses Mutezeigt^sich dann ehch in ihren Leistungen. I d n e n f e h l t dir Ges i N n a « - die j Ü d r s ch e s o w o h l wie d i« s p o r t l ich es den» die eine ist ohne die ander« dicht e x r st e»z f L h i g. ES muß den jungen Mitgliedern in den jüdische« Short» vereinen llar gemacht werden: Ihr kämpft au-und für sich unte» ungünstigeren Bedingungen als eure Gegner. Ihr könnt st« jedöch schlagen und chr werdet sie schlagen, denn wir Juden hoben dcp^ unserer große» AifimikatlonStLhigkeit gelernt, das, worauf vm unseren Vrllm konzentrieren, zu eirercheu. Ihr werdet ersotgreich fein, wenn ihr den absoluten und unerschütterlichen W 111 i'v zumSiege habt, aber auch nur dann. SchiedSrrchterbesetzuns. Am Samstag und Gonvtatz finden folgende Wettstuele stait, die von den beigctügten SckttkvK iichtcrn adeltet werden: S n m st a g: Amateure-UjvestlT. tHohc Warte): Albrccht; W. A. C.-Bienna (Meisterschaft, Hohe Warle): Schmied. — Sonntag: W. A. E.—Amateuw tHdbe Warte): D. Grünbaum; Vienna-Uivestr T. C. .lHvht Warte): Reichsfeld; Spoittluv—Heltha (Meisterschaft. Hertha» vlatz!: Wolf Reserven: Ärein: Jungmannschaften: Wtner; Floridsdorf-Simmering und NuvolfshÜgel kombiniert (FlondH» doricr Platz): Lopater; Admira—Wacker (Admiraplatz): Rieeguep; Ottakringer S. C. Ostmark; Mayer; Blue Star—Svortfreunde; Wagner: Donaustadt—Red Star: Stop; Vorwärts^' Sturm: Strauß; Bewegung—Nußdörfer A. C.: Schwarg; Skovan—Geimania: MakovlcSka; Hakoah—Obn-St. PeKx Güllö. Mit de« Stadtonfrage wird sich heute der Zentm^. verband für gemeinsame Sportrntereffeu m emer Dlrektormwß» sitzung beschättrgen. Abgesagtes leichtathletische- Meeting. Am Sonntag hätte rrn le chiathlemches Meeting des W. A. C. stattstndeh sollen. Nunmehr würde es vom W. A. C. abgesagt, wnl sercht Mitglieder ber den internationalen Wettbewerbe» in Preßbutstarten wollen. GeriMssaal. Der Hunger des 17jShrigen Dieusts Mädchens. . Meuchelmord an der Dienstgeberi«. Bor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze deß Lanbesgerichtsrates Dr. Biztste hatte sich gestern daD am 8. Jünner 1902 geborne Dienstmädchen Mari« Schaludek wegen Meuchelmordes zu verantwort««. Die Anklage führt folgendes aus: Marte-Schaludek war am 4. April d. I. bei der Kaufmanttswitwe Hermine Herzfeld als Mädchen für alles in den Dienst getreten. Frau Her^feld, eine 67jährige, schwerleidetriw Frau, wurde von ihrer Umgebung als leicht reizbar und ungemein genau geschildert, welche Art in hetz Angeklagten bald ein Gefühl des Hasses gegen ihr« Drenstgeberin etregte. Eines Tages entwendete daß Mädchen aus der Küche sieben Buchteln und versteckte sie im Kredenzkasten. Als Frau Herzfeld den Abgang; der Mehlspeise bemerkte, zeigte sie sich sehr aufgeregt Und drohte der Schaludek, sie werde einen Wachmann holen lassen. Am Morgen deS nächsten Tages ging Marie Schaludek in das Schlafzimmer der Frau Herzfeld, ergriff eine neben dem Bette stehende, mit Gand gefüllt« Stein» gutftasche und schlug mit dstser gegen den Kopf de« schlafenden Frau tos. Da Frau Herzfrld tvotz der wuchtigen Schläge noch lebt«, preßte ihr die Schaludek mit den Händen den Mund und hi« Nase zusammen rmd würgte sie am Halse, bis der letzte LebenSfunken entflohen war. Zwei Hausbewohnerinnen, die oberhalb der Frau Herzfeld wohnten. Rosa Zustig und Hermkne Mittler, hatten bas Stöhne« der Sterbenden gehört und sich an die WohnungStür der Herzfeld begeben» mußten aber eine Stunde lang an der Lür klopfen, büß die Angeklagte öffnete und unwirsch fragte, was sie schon so zeitlich wünschten. Dt« beiden Frauen traten in die Wohnung und gingen . In das Schlafzimmer,. ti&A fefe im Lettt toaenta Jhau