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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-14 · Heft 264 (14.10.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 264 (14.10.1919)
Date
1919-10-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 264 Wien, Dien«ali. Oktober 191# n~*toL ii Aüf v Tagesbericht. Die ÄcheÜelversammlurrg der Wiener Zionisten. Die Propagandaversammlung, welche die Wiener Zionisten verflossenen Sonntag im dtchtgefültteftMüsikvxreinssaale abhrelten, gestaltete sich nicht nur zu eii er großartige^ Kundgebung dös zionistischen Gedankens, sondern biente, .auch, der Aussprache über den gegenwärtigen ^tarckr der Bewegung und die wichtigen FraM des Augenblicks. Nach der Begrüßungsansprache des'Herrn. NIMhaüser namens des Zionistischen Lanbeskockitee^ ergriff Herr Adolf Böhm bas Mort zu einem bedeutsamen Referate, in wslchein er nntsr anderem ausführte: Theodor Herzl hat schon, bevor « ben ,$ u b enstaa^ schrieb, dem Baron Hirsch gegenüber erklärt, bas größte Unglück der Juden sei, daß sie seit zwei Jahrtausenden nicht durch eine einhMiche Politik geleitet würben. Diese Crkettntms HerzlK veranlaßt ihn, die zionistische Weltorganisation zn schaffen. Drei Phasen sind nun in der Entwicklung unserer Organisation deutlich zu unterscheiden: In den ersten Jahxe» sollte sie bbsß den Zweck erfüllen» den Resonanzboden' zu bilden für die zionistischen Pläne Herzls, das Rückgrat für seine politischen Verhandlungen mit den Großmächten. In der zweiten Entwicklungsphase sie datiert ungefähr vom zehnten Kongreß —■* diente unsere Organisation dazu, einen Bund von Mischen Menschen zu schaffen, die sich selbst »rationalisieren und hebraisieren. Die dritte und wichtigste Phase hat jetzt begonnen. Die Organisation muß, sollen wir unser Ziel erlangen, die ganze lebendige Juhenfchaft in sich vereinen. Dies gibt diesem ersten Schekeltage nach der Beendigung des Weltkrieges eine große) Bedeutung. Der große Segen der zionistischen Organisation h^t sich darin gezeigt, daß die allweltliche Verbundenheit der Juden. aufrecht gehalten, gefestigt und'zum wichtigsten Werkzeug der jüdischen Politik verwendet wurde. Unser größtes Unglück, die Zerstreutheit. H jetzt zu einem Element der Stärke gewandelt worden. Dieser Kardinalgrundsatz der Allverbundenheit, unterscheidet uns auch weiterhin von den. Assimilante«.- welche nur ein 'Judentum kennen, welches an de« Landesgrenzen endet. Böhm behandelte sodann die divergieoenden Strömungen im Zionismus in bezug aus.die Eivw an derungs frage und betonte, daß der sogenannte Maximalismus. das Streben, möglichst große Massen 1» kürzester Zeit nach Palästina zu schafM. eigentlich das Programm aller Zionisten sei. NypHstsse man.vor Ueberschätzung der Möglichkeiten wabnen» Unrichtig sei das von den Maximalisten gebraüchw Argument, baß wir in absehbarer Zeit unbedingt hie Majorität in Palästina erlangen müßten. Die Durchführung des Siedlungsplanes ist keine Frage beD >Mettlaufes" um die Menschenzahl, sondern das Ausschlaggebende ist, daß wir der Kulturfäktor im ’ Lande werden. Auch dürfen die Maximalisten nicht vergesseft, baß wir nicht über unbegrenzte Mittel verfügen. Deshalb sei aber.Redner durchaus kein Maximalist, zumal Palästina sechs Millionen Menschen in der Landwirtschaft zu ernähren vermag. Zum Schlüsse wandte sich noch Böhm gegen den „sozialistischen" Maximalismus. D S l o m rn u n i st i s ch e P r o g r a m m sei auf Palästina schon deshalb gegenwärtig unanwendbar, weil unbedingt Kapital für Sachgüter mitgehracht werden muß, das zur Anschaffung der Landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte nötig ist. Deshalb ist aber, unser Streben, die neue Gemeinschaft mit wahrer sozialer Gerechtigkeit zu gestalten, keine Phrase, wie schon , die. zürn Prinzip erhobene Sozialisierung des Bodens besagt. Der Vortrag Böhms wurde mit großem Beifall ausgenommen. Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes besprach den schnellen Aufstieg der Bewegung, insbesondere seit Ende des Krieges. „Wir dürfen uns über die wahre Ursache über dieses rapide Wachstum keiner Täuschung hingeben. Die Juden find seit Jahrhunderten den Ansichten der Mächtigen gefolgt. Weil die Mächtigen der Erde den Zionismus jetzt für gerecht^ und gut halten, während sie ihm früher wenig, Aufmerksamkeit schenkten, halten jetzt auch viele , bis npn indifferente Inden die zionistische Bewegung für gut, gerecht urch nötig. Aber nicht deshalb muß sich der Jude der zionistischen Bewegung anschließen, weil sie jetzt begriffen, gelitten oder gar gefördert wird, sonder»' vor allein deshalb, weil sie unsere einzige Organisation der Selbsthilfe ist. Daraus folgen die großen Pflichten der Jrckenschaft der ziKnistischdn Weltorganisation gegenüber, die R^ner in scharfen Umrissen kennzeichnete. Sodann ergriff der Vizepräsident des Pariser 'Komitees für die. nationalen Rechte der Juden, und Führer der galizischen Zionisten. Herr Dr. Leon Reich, stürmisch begrüßt, das Wort und behandelte die bisherige poli ilche Arbcit des Zionistischen Aktionsk« n^'ti'eS bei der Pariser Friedenskonferenz, von in em ■ e deutsämen Februar.age ausgehend, da. die zionlpMe Delegation das erstemal vor dem Forum der Friedenskönferenz die F o r - e r u n g e n der jüdischen Ration Formulierte. Er wies nach, wie sich insbesondere im lQSLubMmr Ms Denken, Fühlen und alle Mietzuuas. vrbekt auf das zukünftig« Leben in Palästina konzentriert Ünd wie dieser starke Druck der Mas!sen, die immer kraftvolleren Kundgebungen für die rascheste Schaffung von Möglichkeiten der Uebensiedlung nach Palästina auf die Führerschaft znrückwirken. Zum Schluß sprach Abgeordneter Ingenieur Stricker. Er legte dar, daß jene großen Männer, welche ursprüngllch am Sieges lifche saßen, allmählich verdrängt werden. Die Schöpfer des Völkerbunbgpdankens müßten langsam den Hyänen der Siegfriedensihee Platz machen. Wilson und feine Mitstreiter sind, in manchen Belangen schwach geworden. Was die zionistischen Hoffnungen anbelangt, haben sie ihr ursprünglichesProgramm bis nun gegen ihre Widersacher behaupten können. Aber die Gefahr, daß sie auch in bezug aujf die Zusagen dem jüdischen Volke gegenüber schwach werden könnten, ist immer im Auge zu behalten. Dagegey gibt es nur ein Mittel: Bisnun haben unsere zionistischen Führer für' uns mit dem größten Erfolge und mit dankenswertem Derantwortungsgesühl gearbeitet. Jetzt aber gilt es, den Endkamps zu bestehen und da muß sich die Führerschaft auf die Majorität des jüdischen Volkes stützen können. Deshalb muß der Schekeltäg der Ausgangspunkt intensivster Propaganda für die Erstarkung und Vergrößerung der Organisation werden. Sämtliche Referat« wurden mit großem Beifall ausgenommen. Eine große Zahl neuer'Mitglieder ist sofort der Organisation beigetreten. Diese Bersatsimlung ist der Beginn ernster propagandistischer Arbeit für den Zionismus, die jetzt in allen Bezirken Wiens einsetzt. ______ I Die Hilfsaktion des Joint DLftri-utio« Committee. Das Präsidium des Joint Distribution Committee, Abteiluna Wien. teilt folgendes mit: In öTofhößiflct Weiie hat das Joint Distribution Committee in N<w-Dor! uus Mittel zur Verfügung gestellt, um dm unmittelbar durch den Krieg tn Not geratenen Juden beizustrhen. Die MUtel, die uns zugrwickcn wurden, ermöglichten rS «nS bisher, a« alle Juden, dre infolge der kriegerischen Aeigmsse ihr Hem verlassen und nach Wien kommen mußten, wenn sie hier m Rot lebten, eine fortlaufende Gelvunter Nyong zu gewähren. Tie Aufrechter Haltung der Bargrlduntnstützung im bisherigen Umfange an alle bisher Deterlten ist aber leider ü nm ö g l i ch. io daß die im Verhälwrsie zür großen Zahl der Hrlscherschcndrn verügbaren und unzureichenden Summen den werter unten angeführten Kategonen der gänzlich Hilflose» und vor allem den von rmS erhaltenen InstrtutioSen (Krankenfür' sorge, Kinderheime. Kinderküchcn und ösienrliche Aüsspeisnngen' Vorbehalten bleiben müssen. Ab 15, Ottober d. I. werde« daher in «nse^er Abteilrmg , M ö r i a h r l fer st r a 6c ti ft t* b t e öl 1 einsie he nden Frauen, die für schulpflichtige Kruder zu sorgen habe«, hilflose Grerse samt deren Gattinnen und fürs o r g e b e d ü r f t r g e n Kindern, ferner arbeitsunfähige Invalide, wenn dre BebürUgkert fesisicht, dre fortlau ende Untcrstützrwg, infolange als dre vorhandenen Mittel ausrechen, beziehen können. Wir werde» jedoch bemüht sein, durch Berte,lang von tz e b r n s m r 1 t e l n und B r k l e r d u n g s st S ck e n. dre uns vom.Jo nt Drstrrbutlon Committee" rn New-Dock zur Bersiigung gestellt werden, über den Kreis der vorerwähnten Personen hinaus den Bedürsmffe» der notleidenden Flüchtlinge gerecht zu werden. . Das Präsid um des »Jomt Drstlibuiion Comm trei", Abt. Wien. Em UrSeegriff des llgtridisreuden Kriegsmnristeriums. Die Staatskorrespondenz meldet: Bor ernipen Tagen hat daS liqmdierende Krirgsmrnister'mm die Postspa»kasteukonlrs mehrerer Heilanstalten für Krirgöbeschädigte, dre von rhm drS Ende 1918 verwaltet wurden, sperren lasten, ohne hiervon das Volksgerrmdheitsamt, dem die-e Avstalren sci'her unterstehen, in Kenntnis zu setzen. H erdurch sind rn einigen Heilanstalten sür Krregsbcschödrgte schwere Beirrebsstörungen entstanden, dre zu den ahenleuerlrchstea Gerüchten Anlaß gaben. Die Sperre der Kontrs wurde sofort nach dem Emsch'enen des Bolksarkundhensamles aukgehoben. Hierdurch erscheint der nicht zu rechtfertigende Uebergrrst des üqrdrerrvden KrregsmrnrstrrmmS defrckgt. SPORTKLUB VilZn Samstag don 18, Cktob er 1919 Sa dea SofJeo-Sfile» ABEND Mitwirkends: Kiallir T«ila H # 11 •.» •,« t«ll) Loc ley (klass. Tänze') ■ * , Lene Reiner (Vorträge) Dora Kaiser (Theater m l)r. Fiitz Löhner (Beda) der Josefatadt) Prtte 6rtafc*w (HM.) (Konzertaänger) M» Ncofcld (Kunetfilm) Beginn hall» 6 ül»r abends. Haelt äolilae« des Ab nd* iit fnr raHrts«l«(o&b«äw;: alles Ric!itung*n vorgtsorgl. KARTENVORVKRKACF: Cftfd Icdagtrlel^B. I., esa«orai»pt»r« ItachbaodtaBf Löwit,Rotototcrmclraie* SS; BadUtasdleoc I., WippUDsentrasa» 25. 1718 Erste Hilfe f>elSe&fel mascfihkeni fepatatofi Telephon Rr, 4073/8 interurbsn, M. F. J. Pa»! 9 Werkstatte far Feinmechanik aJ ■ Ja ■ Maschinenbau^ i^Bataarstrafta9 Jüdische Heimkehrer» Offiziere und Soldaten^ Ihr. die Ihr vom Felde und aus der Kricasgefangenschall nach Hause tu bessere Verhältnisse heimgekchrt serd» habet Eure mrlnärrsche Kleidung abgelegt mrd bedürfet ihrer nicht wcklttj llm jo dringender benötigen wir sie für unsere jüdische» A. t b a i t e r, dre in harter, ehrlicher Arbeit durch den Meist! ihrer Hände zwar ihr tägliches Brot, aber auch um nichts mch^ verdienen konnten. Wir müssen ihnen m Kleidung für den Winter; verhelfen, wollen wrr nicht haben, dast ihnen das Arbeiten unmöglich ‘ wird. Aus eiaemm können wir e3 nicht tun. denn es gebrich^ rmS an GeldM't eln. Gebet uns Eure müilärischen Kleides Eure Mantel. Milrtärwäfche und Militürschuhe! Für Euch bedeute« sie nichts, für unsere Arbeiter sind sie Existenzfrage. Direktej Zusendungen der Bekleidungsstücke, beziehungsweise Angabe btt Adresse, wo solche abzuholen sind, erbitten wrr an «ns« BurvUtj Denen, die helfen wollen, sagm wir herzlichen Dank. . . Die Gewerbesektion des Jüdischen NcrtronalrateS für DeutschöstrrrE Wien, ll., Praterstraße 13/H./11. Das Mische Handwerk 1» Jerusalem. 1 Das Kopenhagener Zionistische Bureau teilt mit : . . .Nach einer Mitteilung der «Jewish Daily News* gibt es MMt rn Jerusalem 4t!v jüdische Schuster, lvll Maurer,' 30 Hauser maler, 70 Druckrr und Setzer. 40 Buchbinder, 10 Photographen, 160 Schreiber. 80 Barbiere. 25 Kürschner, 200 Schneiders 20 Klemschnnrde, 40 Mechaniker, 50 Kuvferschmiede, 60 Milch-, Händler, 68 Träger. 40 Müller, 40 Kutscher, 200 Tischlers 40 Schmiede, St» Uhrmacher. 225 Goldschmiede, 80 Kesselflickers 40 Bäcker, 90 Weber mb Spinner, 20 Glaser nnd 800 ÄonM Ungefähr 1300 Knaben und Mädchen arbeiten als Lehrling« in verschrrdenen Werkstätten. Insgesamt gibt es ungefähr 4000 jüdische Fannlien in Jerusalem, die sich selbst durch Ächerß erhalten. ... \ Dle Paplersrrbverrtkone« für die TagssvrMch Eingestellt. M , .Der Staatssekretär für Finanzen, Dr. S ch » mp e tt r] bat einem Abgeordneten schrrftlich folgendes mitaeteilt: »Dtr Kabinettsrat hat rn seiner Sitzung vom S. Avril beschlossen, dre Baprersub v entron en an die Presse er nznst e l l e n und nur für daS erste Halbjahr 1919 die Subvention noch einmal' zu gewähren. Mrt Rücksicht auf die Tatsache, daß schon vor diesem Bckchlusse des Kabinettsrates sämtliche Zertungs- Unternehmungen mit der Subvention gerechnet hatten imb eine Sistierung derselben mit den schwersten wirtschaftlichen Folgen für die meisten Zeitungsmlernehmungm. für deren viele Tausendes zählende Angestellte und ihre Famrlrm und für die weiteste Oeffentlrchkert selbst verbunden gewesen wäre, sowie mit Rücksicht auf den obenerwähnten Beschluß des KabinettSrateS hat Fmanzverwaltung dre betreffende Summe Msig gemacht". Iusammenstotz zweier SLratzenVah«zSge» Aeh« Persone» verletzt. Bei der Remise Hernals der Straßenbahn hat sich gesieM abends ein Zir-ammenrivst zweier Slraßenbahnzüge ereignet, betz dem zehn Personen zu Schaden kamen. In der Richtung von! Dorndach kam er« Zug der Lmie 48 mit offenem Beiwagen. Be? der Remrse fuhr der Zug in den in die Remise; einsahrenden SttaßenbabrWkg der Linie H, an. Wühtt ichechlich hat falsche Werchenstelluna den Unfall verrrrfachtE Der Anprall war so hestrg, daß die dünnen Sänlchen des offenen Beiwagens des 43er-Zugrs brachen und das aauzn Dach einstürzte und de« Fahrgäste« auf die Kopfe fiel. Dir Sache sah sehr bedrohlich aus und man vermutete, baß sich ein großes Unglück erergnet habe, zumal Schreien und Weiuerr gehört wurdk< Drx Frlrale ver Rettungsgesrllschost wurde verständigt mrd entsandte eine Ambulanz. JnspeitrvnSarzt Dr. Lrndenbaum leistete fvlamdeu Berlevten erste Hilfe: dem 46jäbrigen Revidenten Josef Körbeu Dlümberggaffe 19 wohnhaft (Skalpirrrmg der Kopfhaut auf 15sir«lrmktkrL8ng« und Nervenerfchüttemn^; dem 13jährigen Dienstmädchen Anna Jakob, Florianigaffe Rr. 47 wohnhaft lSkalvreurng der Kopfhaut auf s Zentimeter); der Zgjähnge Bankbeamte Richard John, Römergasse Nr. SS wohnhaft (schwere Nkrvennsckütrernngf; die 24jädrige Modistin Marre Leinlnger, Hern aller Hauptstraße Nr. 181 wohnhaft (Schwellung nnd Blvt-s unierlaukung des rechte» AnaeS, Wunde am Kinn); der 46jährige Faktor Franz GrSll, Zeillergasse Nr. 60 wohnhaft (mehrere! Bünden am reckten Auge, der Stirne und der Nase): der Wjährrae Geschäftsdiener Karl Hammer, Römergasse Nr. 1? wohnhaft (Nervenerschütterung); der 38jährige Vertreter Felix Wassing. Dornbacherstraße Nr. 107 wohnhaft (Wunden an de« Stifne und an der rechten Hand): der 28jahrige Schriftsetzer? Rudolf Maahary. Seitenberggasse Nr. 70 wohnhaft (Wimdr a» der rechten Ohrmuschel); der 23iährige Schaffner der Straßenbahn Heinrich Sedlaeek. Bachgaffe Nr. 36 wohnhaft ^Quetschung am rechten Oberarm) und der 4vjähnqr Baumeistev Karl Pechotich, Penzingerstraße Nr. 108 wohnhaft; lOuetschung des Brustkorbes). Körbel nnd Anna Jakob wurden in die Unfallstation gebracht, John m seine Wohnung befördert. Die anderen Verletzten konnten sich allem entfemeu. Eme Unters fuchmrg über daS Bnschuldm an dem Unfälle ist emgeleitrt. ' Film bom Tage. Die Wiener Fraker» gemütliche Seelen, habm striS dir Würzerei als ,hr uneingeschränkte- Privilegium betrachtet. I« neuester Zeit bekamen sie sich zu dem Grundsätze: «Und bist d» nicht willig, so brauch ich Gewalt". Dir Tänzer«^ der ein Fiaker gestern die Börse entrrß, weil sie sich nicht mit seiner unverschämte« Forderung einverstanden zeigte, kann noch von Glück reden, daß er eS dabei bewende» ließ. Wre leicht hafte sie für ihre ^Auflehnung" mit der Peitsche Bekanntschaft machm können. An diesen Rohlinge» wäre er» gründlichch Hkempel zu statuiere«. j Wien, die Stabt der Lusiöarkeit, geht nicht uriker. «Während dre Not des Mittelstanbrö ne ungeheuerlichster Weise zunlmmt. tobt sich d,e Beranrigungssucht bodenständigen SchieLertnmS in zahllosen Bars. Mustkhallen und zwerselhaltrn Kabaretts auS. Die Ankündigungen dieser Gaststätten lafien «rchtS von Ro'lonienms und Sparmaßnahmen ahnen. Fleisch wird frisch am Rost gebraten, trotz, des DalMarusammmbrüch'rL gibt eS echt franzö nchen Champagner und sogar -- sie haben'- laug entbehrt - richtige« Kavmr. Bon all dem sehen dw Herren» die sich ie eifrig mir de» lasirar» Osijude« befchAngen, natürlich «Ws. PaS Brot der Armut ist ihnen ei« Dorn rm Auge, doch die'fkandalöfc Vergeudung und Schleunucrei rn diesen ' * wird durch seine behördliche Maßnahme getrübt. .tmetmmm .tk

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