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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-14 · Heft 264 (14.10.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 264 (14.10.1919)
Date
1919-10-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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He. M Wien. Dienstag ' 14. Oktober ISIS Seite 8 Inland. Die Koalitto ns v erh andl un g en. Die Verhandlungen über die Koalition haben gestern vormittags wieder begonnen. Außer dem. Präsidenten S e i ß nahmen noch Staatskanzler Dr. Renner und Staatssekretär Zerbiß, Präsident Hauser, Dr. Adler, Dr. M a y e r vnd Dr. Weiskirchner an den Verhandlungen teil. Man glaubt, daß bereits heute den Klubs Gericht über die bisherigen Verhandlungen erstattet iwechen kann. , Im Laufe des gestrigen Tages kam -auch die Fraje der Arb eiter räte zur Verhandlung. Ferner wurden Schul- und Unterrichtsfragen Wwie Fragen der äußeren Politik behandelt. Abends wird gemeldet, daß die Verhandlungen ztt einem günstigen Abschluß gediehen sind. - Kreisarbeiterrat. Für heute ist der Wiener Kreisaiberterrat *u einer außer« mdyMchen Sitzung rmhernseri worden, um über dte politische Äage zu berate«. Die Einberufung er'olgte auf Verlangen bet Kommunisten mit Rücksicht aut bie bevorstehende Entscht'duiig sther die Koaluion. Fttedrich Adler, der sich demHntrag widersetzte, dirrb in der Mmontät. Dr. Renner über den snaosiatvischen Löbens» mittelvertrag. Slaatskanzler Dr. Renne r äußerte sich gestern über den Vertrag mtt Jugoilawie«, seine EiWung fet vor allem eine Tr an SD o r t f r a g e. Hinderlich ist letzt der Streit nm dir Schiffe der Donau-Danmsschlffahri-GescsischaU. die Jnaostawien drsanagnahmt hat und nicht ablasten will, weil es flüchtet, daß me Schiffe mcht mehr zmückkehrrn. Dmch Berfügung der Enfnte Änrden dte mr den LebenSmit'tttranSpvrt bestimmten Schiffe nun» imchr unter der Flagge der Dona ukvm Mission verkehren. Keine Verpfandung des L mdbesttzes an die Entente. , Halbamtlich wird m'tgetetlt: In einem Berichte der t «t 14" aus Budapest wird behauptet, StaqlSkanüer Dr. Renner habe sich gegenüber Sir William G o o d e. ser bekannttlch zusammen m>i Mr. B u t t l e r mit der llntn» Archung der Ernährungs« und volkswirtschaftlichen Vethäl>n>>se Oesterreichs, Ungarns. derTschecho-Llowake- und Polens bet’ tiat ist» dahin geäußert» d«r Wiener Negierung bereue sich angesichts her verzwegÄtnr Lage drS Landes vor. wenn noirvkndig» alles S n « tz. o b P r i v at-oder Staatsbesitz. zuverpfänden. Es wird festgestellt, daß der Bencht in d>e^m Punkte auf einem Mißverständnisse beruhen muß. Dr. Renner hat derartige Absichten niemals, weder m der ge» wAbeten, noch m einer ähnliche« Form geäußert. Reue kommunistische Agitationen. Der- Budapester SvnderbertchterLattrr de- ^Prager Tag» ^.Wtt" begegnete in Wen dem rumllnifchen Bvlschewckrnsührer st n g a n. der unter Kan eine Hervorragende Rolle spielte und für dir Leitung drr rumänischen Söwietregierikng aaSetseben war. ffagan weilt m Oesterreich unter falschem Namen mit Zustimmung des ungartfchJ« Referenten im Außenmmlsterium ffn »t 8 ky. Kagan behauptet, innige Beziehungen «it 1 sch rch isch rn u n d reichSdeutfchen Ko m « « n i si e n zu haben und will sichere Nachrichten über einen Putsch plan i« ganz Deutschland für Mitte Ko vetnbtr haben. In Budaprst ist die Propaganda enter Leitung deS früheren VolkSkoMMiffätS Hebest wieder uilflarmrtt» wo durch Flugschriften in allen Betrieben unter-- «inierende Arbeit geleistet wird, diedurchtzrredrichS Gewaltpolitik heranStzrfordert wird. OberkommaNdant Hvrthy läßt alle nichikleiMen Zeitungen ln der Grenzstation vernichten. Kagan erklärte auch, düst der ffurierdienst zwischen Budapestgr und Wiener Bolschewiken wieder angenommen ist. i.W>.llllll|t!||l|||lM>l|lljllll»|l||l. I ««II» IIUMI I m* ,*••*»** hhast. Diese Bereinigung ist er, die in den großen WenoungcN , her Geschichte gugleich umgestaltend. und erhaltend yewlikt hm. Rach Spino aS politischem Traktat sind Rechte die Seele des btaätrH. ^Aber Rechte können nur dann unüberwindlich werden, wenn sie zugleich durch Vernunft und durch eine gemeinsame, - Leidenschaft der Menschen verteidigt weiden; sonst, .wenn sie ßämlich nur auf die Hilfe der Vernunst sich stützen, sind sie aller- InngS «kräftig vnd werden sichtlich überwunden." (0p. postum» ». Sfrt.) So ist in drr Tat im Kampf umS Recht die notwendige Frscheinung, daß mit Le denschaft errungene Rechte alSbald auch mit Leidenschaft verteidigt werden; und nur» sosirne m ihnen Vemvvft enthalten ist, baS will sagen, svferne sie zugleich als ältlich notwendig und naturnotwendig erkannt werden, können sie dauerhaft stch behaupten. ES ist schwer, m diesen DenktypuS. von dm Adler sagt» daß er seit Spinoza immer mehr zur Ausbildung mns. sich hinetnzudenkeu; er wird immer mit dem zesunden Menschenverstand zu ringen und zu rechenen haben und itmß allerdings in bestimmten Grenzt» gehalten werden, um nicht sie Kant sagen würde, »schwärmerisch" zu werden» Wer ihn etwa nicht begriffen hat, wird auch nicht Über denwahren Sinn der be« mfenm, »materialistischen" Geschichtsauffassung nachzudmkeN vtr» Mögen, Üb« deren ärgerlichen und Diel Unheil stiftenden Zusammenhang mit dm phtlvsvphischen - MatetialiSpNtS Adler klagt: »Mattrialisirsch in dem Zusammenhänge des Marxschen Sprachgebrauches bedeutet nicht mehr als empirisch" D. Lg). Und die- Empirische ist nur spnwz st sch zu verstehen. Mt$ HM alS Jdemiküt von Materie und Geist, von Leib und Seele. Wie die empirische Psychologie daS Gehirn und den gnn;en törperlichen OrgamSmuS e>fvrscht, um die Seele zu besch eiben, iv muß dir rMhirische Soziologie dasoziale Leben ,n der knawmie der Bottswirlschast studieren, um dapoliiische und inoralrsche Leben zu begreife». Weil Marx dies verstanden und -elrhrt hat, so ist» wir Soinbart rühmt, die Wirksamkeit seines Werkes, Kunstwerk, als Zelttnspregel"» in eine ferne Zukunft tlfiillj AjflJt a'Mf Erhöhte KohLensendMg von den Tscheche« zugesagt. - Das Resultat der Pragrr Derhandlungr«. Die Keüleiiiorge schwlybst Glicht inid man kann der Bevö kerung nicht driug«nd genug die Mahnitng ans Herz legen, dbe Sparverordnungsn aufs' streugsie einzuhalten. Aus Prag, 13. Oktober^ wird telegraphlert: Die österreichische Delegation wurde vom Ministerpräji enten Tusar und vom Minister des Aeußsrn Dr. Benesch empfangen, die die Unhaltbarkeit der öfterr-eichisch^n Kohlenderhältnksse anerkannten und trotz der Schivierig«« keiten,.in denen sich der tschecho-slowakische Staat selbst befindet, das möglichste Entgegenkommen in Aussicht stellen. Unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Müller fand dann eine Konferenz der Fachreferenten statt, in der bie tschechoslowakischen Delegierten aus führten, daß eine wesentliche Steigerung der Kohlensendnngen nach Oesterreich gegenwärtig nicht möglich sei, weil sie mit zu großen LiLfer'rngen für Deutschland und Polen belastet wären- Während diese Staaten die Koh en-in^ ih en eigenen.Kohlcnwag'^onS abhvlen, mache der herrschende W'.igrnmangel die Beförderung größerer Kohlenmengen nach Oesterreich unmöglich. , Oesterreichischorsetts wurde erklärt, daß auf der Lieferung der vete nbarten Quantitäten bestanden werden müsse, die ohnedies sowohl im Verhältnis zum österreichischen Bedarf als zur tschecho-slowaktsch'.n Produktion sehr geringfügig seien. Auf Grund besFriedensvertrages würden unziveifelhaft größere als die vereinbarten Mengen nbchi nur für Wien, sondern für ganz Oesterreich geliefert werden müssen. Die Erfüllung dieser VertragSbestftnmung sei eine Voraussetzung der Existenz Oesterreichs. Ein Hilferuf an die Entente. ES wurde vereinbart, baß'sich beide Teile an di« alliierten Großmächte um rasche Aushilfe mit Waggons u n d L o ko Motiven wenden werden. Für die Zwischenzeit wurde eine ~ wenn auchnicht betrüch tliche E r h ö h u n g der Kohlensendungen zugesagt. . - - Die Wiener MttttkvhlmhäMrr und dw Beheizungsfrage. Sonntag fand im Rahmen, der Genossenschaft per Telegramme. Ein Neinigungserlaß des Ministers Klofatsch. Prag, l8. Oktober. sPtivat) DaS LavdeSvertci b i ß un ßS nt t « t flertum w,ltmn: Eswikdrrhvlensich die Fälle, daß du polnische Ä-iWon m doS Hcer gltlft. dtsiru Angrhöiiae von der bihnctttrliert Bcvbtke>ung ,tt MteltÜinpse und nationale Kämpfe pezogrn w rdeu. Im verdeutschten Gebiete pflegt das Militär dazu angttricben zu werden, die sogenannte RetntaungSarbelt durch Beieittguug jener Gegenstände, die an daS verffosfene Regime erinnem, durch;ufühi«n» anderivLitS wieder merdeu Soldaten, hauptsächlich Angehörige des tschechischen Militärs, angerei.'^eigrnmächl tg. gegen Bürger einAchrenen, d:e in der Presse oder in Versammlungen sich gegen dte Revubltk oder gegen die Armee g'üußert haben. Das Mmisterium fiit nationale Verteidigung ist Üverzeugk, daß dte organisiei len politischen Grnppendlt b ej o n d er e S t e l l u n g d er A.r m e r tm Staate resp ektieren und daß sie nicht dte Beiant» Wortung dafür Übernehmen würden, daß irgendwelche v ol r t i s ch e A g i t a t r o n in das Heer getragen wird und daß dieses btt der AnSlrügrmg von Partenämpfen und nationalen Snestlgkrilen mißbraucht werde. ES tst aber notwendig, daß es solchen Elementen, welche nicht drr . DlSzwUn der politischen Parteien unterliesten, derwrhrt wtide» politische 'Agitation ins Heer zu tiaaen. DaS Heer muß bereit sein, eittzig und allein dteBe tehlesein er durch dte verantwort» Ist es bloßer Zwall, daß biefö beiden großen Denket dem Judentum entsprossen sind? Man kann eS doch dem BetstÜndniS näher brmgen, wenngleich «me vollkommene »Erllä>.»ng^ aus» geschlossen tst. DaS Jndmtuin ist daS merkwsird'gsie Beispiel ein« Rationalität, die zugleich Religion ist, und elncS PolkkS, daS sein politisches Dasein verloren, eben dadurch aber sem geistiges Dasein Mr die ganze Erde hin erhalten und sortgepffanzt hat. Seine BermehiUNg und Verbreitung, mehr, aber noch leine Zer» streuung und Heimatlosigkeit weisen den Juden zugleich auf den Verkehr und Handel und auf das Zusammenhalten im Glauben an semcu Gott als den einzigen und wahren Gott hm. Dte schvlasttsche. für die lMtigen Menschen kaum genießbar^ GeisieSbildung war ein mächtiges Mittel ch« zähm Erhaltung heiliger Uebciliefcrungen und der Enisaltung schatssinnigrr Denkkraft. ES tst durch den getsiretchen Baseler Philosophen Joel nachgewiesm wordm. daß S p i n v z a S Studium drr iüdi» schen Theologie gtvße tmd nachhaltige Wirkungen in seinem Geiste yehobt hat. Bei Marx ist nicht-dergleichm; aber er hat g«n darauf hittgrwieftn, daß fern Vater -aus einer langen GeneranonSveihe von Rabbinern stammle; also tst die KenntniS deS Talmud ein Familienerbtril gewesen. , Dieselben Momente, die detz Juden zum Weltbürger machen, auch wenn er ein treuer Sohn seine- AdopiivoaterländeS ist.« wie denn Spinoza ,m Gemüt em Holländer» Marx im Gemüt ein Deutscher war. machen auch die Seele berett zur WeltwetShcit und das GkN'üt zm Menschrnllcbe, dir bei Spinoza sich vertieft ln GoiteSliebe. das heißt jene von Goethe beivmwette Liebe des Ewigen »Nd Unendlichen, die keine Gegenliebe >n Anspruch niwntt. ES . darf wohl auch, als Tatsache brzrtchnrt werben, daß aus dem Judentum» daallen Wissen» ichasten gute, ja vorzügliche Kräfte geopfert hat, gnade Phttosophm in mehr als verhältnismüßiger Menge entsprossen sind. Natürlich ift .baiüv wie lüt.öEe «ertag übeial«»“, -te Freiheit J Kleinkohlenhändler die Gründung eines BereineS de« Kleinkohlenhändler stutt, bei welcher Gelegenheit mehrere auf die Bersorgnng der Bevölkerurtg mit BrermmateriÄ bezughabende Fragen und Miß stände zur Erörterung; gelangten. Mehrere Redner lonftatiextc», daß die städtischchnc Lagerplätze über Kohl-: verfügen., während es unter den. Kleinhändlern viele gäbe, welche durch elf Woche« kein Stückchen Köchle zugewiesen/erhielten^ Mit Befriedigung wurde zur Kenntnis genommen« daß in Hinkunft jede wie immer geartete Kohlenzufuhsr von den Bahnen und den städtischen Lagerplätzen, KU den Privatkunden verboten sei und daß nur mehr Hausbesorgern gestattet werde, für kranke Hausin fassen Kahke zu übernehmen. . Eine große Debatte löst« die Holz frage! auf. Nachdem es den Händlern unter größten Schwierig- ' leiten gelungen sei, Verträge ab zu schließen, welche ihnen die Zufuhr von zwei bis drei Waggons Holz im Monat sichern, komme die Gemeinde Dien und nehme. deip Händlern die Hälfte des Holzes weg und gebe dafür 24 Heller, obtvahl der Händler es sich für teures Geld beschafft hat. Deshalb müsse die Aufhebung der Holz sperre , und die Einführung des freien Handels gefordert werden, allerdings mit Ausschluß der Holzschacherer' 'Wenn die Holzsperre nicht aufgehoben wird, so soll kein Händler Holz nach Wien bringen und die Behörde sich um die Aufbringung kümmern. . . Herr Riedetmayer befaßte sich hierauf miß dem fortwährenden Steigen der Kohlen-- «nd KokSpreife. ES werde der Fall eintreten, daß die nötige Ware vorhanden ist, die Bevölkerung aber nicht mehr fc der Lage sein werde, dieselbe zu kaufen. j Nachdem noch einige Redner dafür ein traten, baß die Versorgung der Bevölkerung mit Brennmaterial den Kleinhändlern überlassen bleiben möge, wurde der Antrag, tzeinnächst «in« Versammlung der Kleinkohlenhändler in die Volks Halle einzuberufen, der auch alle maßgebenden Behörden zugezogen werden, einstimmig angenommen. liche Regierung bestell te« Borges etzte^ a u s z u s ü d r e n und wtr werden in keinrm Falle Aw° teaungm nachkomntem die von der nicht veräntwottlichen Be? böUctutt« ausgehcu. Der Schutz der Republck gegen äußere An^ griffe und gegen innere zersetzende Elemente kann nur dann ge" itchert werden, wenn der G « h o r s a m d e $ 2Ji i l ,t t ä v 8 aegmüber den audaegebcttm Befehlen gesichert fein wirb. Dte Bevölkerung, die sim ihrer patr otiichen Pchcht bewußt ist und die patt torische Brrffe maß. von alledsm Mäffen, was zu einem eiaentnöchtlgen Vorgehen des Militärs sübren würde und was in seinen Folgen dte Autorität der Militärischen Komntandante« und der untergeordneten Maniu'chast schädigen würde. In gleicher Weise muß mit ^llen Mitteln verhindrrl werden, daß daS MtlilärdurchntchtloyaleTaten innationale r u n d p v »i t t sche r H i n s t ch t p ro v oöi er t werde und daß ferne nationalen und republikanischen Gefühle heleidiyt werden. Taten von . naüvnalem Chauvinismus, und parteiischer Voreingenommenheit, die Angehörige des Militärs zum Emgreifen verleiten, müilen vom Standpunkte der, militüri-- schcn Dispplln und der - siaalltchen Sichet heit ebenso entschiede» zurückgeiviesen werden, wie die eigenmächtige Teilnahme der Soldaten an der Austragung nationaler und politischer Konflrkte. Hlinka verhaftet. Prag, iß. Oktober. (Privat.) Der ehemalige Abgeordnete Hli«ka tst m st wer Pfarre Nosenberg m der Slowakei ver» hastet worden. Sein Mttrrlirnder Dr. Franz Jehlickü dagegen wurde nicht verhaftet. Hlinka hat an Tukar und Scodäh' int Schtuben gerichtet, in dem er sich zur Veitügung stellte der Muße, die Verniügen uud höheres Einkommen gewähren, immer rim unstaatliche Bedingung gewesen; und Vermögen wie hohe- Einkommen wurden durch Handel und durch alle freiere» Berufe erworben, dte den Juden als Fremde» und Andersgläubigen immer am meisten zugängitch waren. Go ist den» auch eben diese freiere Stellung den herrschen-- den Religionen und anderen sozialen Mächten gegenüber für den Denker und insbesondere für den Forscher des sozialen. Lebens, der drssm Umgestaltung befördert» eine begünstigende Kraft, weil sie ihnen Unbesangetcheit leichter macht, also die K r'il i k.'Aükh dadiuch sind der große Kritiker ds Gvtteesbe'griffeS und der große Kritiker des Kapitals einander imterltrh verwandt Ferner .darf mit Nachdruck betont werden» daß beide aus deutschem Boden gewachsen sind und ihre Bildung empfange» haben: ich sagt auf deutschem, denn z» Spivozas Zeit wate» die Niederlande ihrer Kultur nach noch An deutsches Land, eine nationabholländische Kultur war erst im Entstehen, und äuch diese tst, wie die niedersränkischr Sprache, doch im Grunde eine deMche Pflanze, wenn sie auch reiche Nahtunß aus Franftetch gesogen hat; so stand ja auch das Moselland und Trier stark unter französischem Einfluß und Marxens Vater wat «mehr Franzost als Jude" (Wilbrandl, Marx, S. 9.), sein« Mutter stammte auS Holland.. — Auf> diesen- Zusammenhang jüdischen und deutsche» Geistehat Hermann Cohen, der neulich verstorbene Philosoph, liebevoll htngewiesen. Man hat oft dem Zudengeisi eine zerfetzende. Mrknntz nachgrsagt und zur Last gelegt. Diese Zersetzung ist das Lllerk. deS wisiensäiitftlich'n TrnkenS überliaupt. aber auch seine. Ausgabe. WaS daS Denken und dte Kritik ^verschuldet". ,st nur dte Bloß» legung der tm LebenSgesrv geschehenden Zersetzung, und wenn sie bet diesem Geschäfte auch Wunden schlage» muß. so kann sie doch von sich tlihmen, was dem Speer deS Achilles Nachgefagt wurde; ,Der dte Wunden schlug, wird sie auch hriletr".

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