Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 254 (3.10.1919)
- Date
- 1919-10-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 L- Wien, Freitag S. Oktober 191- Nr. M von jenen Hchern seinerzeit so viel bewunderte» Negissenre des Blulabenteuers aus ihrem Heim verjagt haben. Die Neuerung mag sich dem Drängen deS Wiener Antrfemni-muZ gegenüber in cmcr perrrl'cken Lage befinden: man siebt, daß mit der mtttict' wachsenden anurrmiuschen Hetze sehr geschickt allgemein reaktionäre Tendenzen verknüpft wer dm, welche die runrtliche Olduung bedrohen und an die republikanische Slaatssotm rühren, man merkt, daß der Kampf auch grgen die <ozialdcmolratie und ihre Führer geht uv, 9 iiibtt sich andererseits aus Rücksicht aus die allgem.nnc st Mlsdiirgertiche Freiheil beh>.nd:rt. mit verboten vorzugehen. ES muß fesigesicllt werden, baß das Slickwort für . die auttscmittsche Hetze, welche Deutschssterreich um das letzte Restchen von moralischem Kredit zu bringen droht, nachdem eS beu materiellen zur Gänze ein gebüßt hat, aus den Reihen der regierenden Sozialdemokratie selbst gefallen ist. Der Auswei'ungserlaß gegen die Flüchtlinge und seine Begründung im neuesten Reg-enmasorgaN. der ..Arbesker-Feilung*, hat dem Klüngel Mut gemacht. An seine!, Früchten erkennt NM «AN. wes Geistes die unbedachte, unp»l-tische und unmenschliche , Bersügirttg hcS uiederösterreichischcn Landeshauptmannes war. Die Nöte Wiens, die Fslgm einer böfcrt polrtlfchen Erbschaft, fnntt nla« nicht lii-dern und kaum beheben, wenn man etliche Zehnkauseade heiinallsie Ftüchtlurge rückfichtslss anS ihrem letzten Asyl vor, lagt, trotzdem dieses Wien von den Gnaden der seinschmateir Nationen erhält, d» nicht darnach fragt, welcher Zu» strnrdiaseit der zu Heteikendc ist und sehr erstaunt sein müßte, zu hören, daß solche Maßregeln zur Behebung der Wohnungsnot getroffen werden, während cs in Wien zahllose AmtsgeiLudc und Paläste mbl, die niemand behelligt. Und welches Recht batte «me Politik, deren Äcrsügungcn sich brüsk über alle Grundsätze der Menschlichkeit hinwegsetze« möchten, sich noch Sozialismus zu nennen? 20 Millionen Kronen für 8800 DaS Staatsamt iür Handel «vd Gewerbe bat vor einiger Zeit eine Ak'.ron zur Beschaffung amerikaurfcherKo-le engeleffet. wclehe bereits soweit vorgeschritten lftund ztr greifbaren Offerte« geWrt bat, daß der Stadlrat in seiner aeftrigen Ritzung nach einem Referat deS Bürge,nMers beschlösse» hat, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Es handelt sich um 80.000 Tonne« amerttrmrlscher Kohle lieferbar bisNenjabr, welche für das städtische GaS- und Elektrizitätswerk angeschafft werden. Mit Rücksicht auf den gegen» ' Iväetigen Stand des Dollars und der überaus hohen Transportspesen würde diese Koblemyenge einen Betrag von nahezu S00 Millionen kosten. Gm Waggon Kohle wird auf rund 20.000 bis 25.000 Kronen zu stehen kommen. Dre amerlkanische Kohle toll der eiserne Vorrat sein, welcher eine böAWndige Einstellung des Berk e h r s p e k d * » d e t n io l l. der Petri tb jedoch wird von der vollständigen Einhaltung be§. deütschen und tschecho »s l o w r k ikcken Kontingents mrd - von dem Bezüge ans B d k e N abhängig sein. Der Stadtrat erklärte sich auch damit einverstanden, dasi die Gemeinde Wien sich an den Borsprsen mit einer Million Kronen beteiligt. Mit Milcht' auk d':c Schwierigkeiten politisch e r N a k n r sollen die Bclbaridlnnaen dahin abgeschloffea werden» daß die Lieferung amerikanischer Kohle l o k o de u t schäfte rr e i ch i s ch er B a h n st a t i o n geschehen soll. In der dem Referate folgendw Debatte sprachen sich die chrisilichsozialen Stadträte für dm Be mg der amenkanffche» Kohle aus, sie tadelten jedoch, daß der Bericht erst in letzter Stunde vorgelegt wurde. Keine Erhöhung der Tarife. Der Bezug amerikanischer Kohle bedeutet eine DerseckSiachung des Preises gegenüber dm gegenwärtig berahlien Kohlenpreisen, waS aber nicht auf die Tarife übermalst werden Kohle. Waggons ameriLanischer Kohle. kann, sondern beidellnteruehmungen -- GaStot* Elektruitätswerk — ans Jahre hinaus mit ejae» Schuld von wehreresMillione« belasten wirb- SiednLtion Le» Eif««bahnverLehr». Wie rmS von unterrichteter Seite mitgetrilt wird, wird dv ZttgSverkehr der dcEchösterreichffchm Eisenbahnen am nächste» SoNntag k einerlerEinschränkung erfahre«, sondere^. in der bisherigen Weise normal abgennckelt werden. Es war schon vor einigen Tage« gemeldet worden, daß ,m Staatövm für Berkrhrswesen ,nter»e Berattmgen darüber statlsinden, w welchen Ausmaße eventuell für Len Fall ungenügender Koblew liefttvng emc ,n diesem Falle bedingte Einschränkung des HugS> Verkehres stattsindcn soll. Im Be,lacke d eser Konferenzen wurbi auch der Gedanke erwogen, wen« sich -hierzu die Notwendigkeit berattsfiellen sollte, den Lokalzugsverkehr ein S v n n ter g zu reduziere«. Diesbezügliche Emschtttncktzen sind hrSzurS-tüNdenicht g e t r o f f 1* wvrden. In keinem Falle wird aber der Hugsvcrkehr bereits a» nächsten Sonntag irsentzeine Aendecung Erfahren. / Bon anderer Stelle wii-d hrerzu berichtete Wie Staats sckrMr P anl erst kürzlich geäußert hat, will man dre für de» Schnellzug Wien—Gmünd mörderliche Kable — dieser Schnell» zug soll dekaMtllch den Anschluß an dm S ch n e l l z u L Prag-Berlin Herstellen — ohne Behinderung übrigen Eisenbahnverkehres -erstehen. Rach dem gegenwärtige« Stande der Kohlenveriormurg der Stgaisbohnen rst dies keivi leichte Aufgabe. Es muß daher, wenn auch keineswegs eine El« stellnng. so doch «ne Red ukt io n h eS Fernverkrhrel an Sonntagen «ach Schweizer Muster in Erwägunf gezogen werden. Der stvkakverkehr, der ohnehin auf ein Minimum redufiert ist, kann schioer noch werter -v drosselt werden.Eine volNommeneEinftellntri de- Svnntagsvrrkrhres aut den Staatsbahnen ist derzeit noch, lücht in den Kreis der Erwägungen gezogen. Die Herbstfaison der Natto»ralversammlu«g. Mit der vorgestern erfolgten Einberufung des HauptauS» fchuff.s rmd der Nationalversammlung hgt die polrttsche Saison ihren Anfang genommen. Die Abgeordnete» werden nun insgesamt aus chren Wahsbezukm »ach Wien beschieden werden, wo schon in den allernächsten Tagen bedeutungsvolle EnücheidlMge» zu treffen fern werde». Em enormes AkbeitSmaterial lst bereit* Mtrüt. dre durch deuFriebevSvertras bedingte B erfass u n g s r c f o t m vmß durchgefübrt. der w i r t s ch a ftliche Wiederaufbau und die Gesundung unserer B a l u r a inrWege einesweitauSblickeudm F i u a n z P laneS in die Wege gelritek werde»; vor der Erörterung aller dieser wichrise« Gesttzesrverke wird aber voch die politische A«Seiuanderietzung Nvifcheu dm zwei koalierten Pafteie« weiterfchrriten, die sich nun darüber klar -u werde» haben, ob und unter welchm BrdmgMgen em weiteres Zusammenarbeiten möglich werden soll. Dir Wortführer der Ehristlichsoriale« haben in den iüngstea Tagen die BereiMÜißkeit ihrer Partei bekansttgegebt», unter gewjffen Borausschungr» daS bisherige Gefüge der Regierungsmehrheit aufrecht zu erhalten, und eS wird mi» Sache b?t- Sozialdemokraten sei», zu erkläre», ob sie bereit sind, bie wünsche der Christlichsozialr» zur istenntmS zu nehmen vnd ihre Durchführung in verläßlicher Werse z« gewährleisten. Diese für die nächste politische Zukunft der Republik äußerst wichtigen Vorbercitungen werden allem Anschein nach sofort beßiwtai. Der Präsident der Christlichsozialc» Vereinigung, Abgeordneter Hauser, ist bereits in Wien eingetroffe», und Vizekanzler Fink dürste ihm in den nächsten Stunden folgen. Damit ist die Acoglichkeit znr Einleitung der polnischen Erkrterungm Eine WaLdgeschichtr. Bon David Frischmqnn. Gerauscht hat der Wald und gerauscht, gelärmt hat er und geplappert, und wohin der Wind geweht, dorthin haben sich die Bäume geneigt. So ist einmal di« Natur des Waldes . Das gMKe liebe Jahr sich abgemüht, tagaus^ tagem und niemals Zeit gehabt, Einmal aber, m einem schönen FrühlingsmarM, geschah etwas Wunderbares. Mne junge Birke blickte zufällig auf ihren Abreißkalender und wurde bleich vor Schrecken. Mit ihrer ganzen Kraft rief sie ans: „Du großer G^tt im Himmel, morgen ist doch der fünfzehnte Schebst, Rosch-Haschanah!" *) llrck der Wald wind, dieser alte Schwätzer, hat bald eine« Ausruf von Baum zu Baum wettorgetragen und in wenigen Minute« wußte schon der ganze Wald von Eck zu Eck: morgen ist Rosch-Haschanah! In der Nacht darauf ist alles wie durch einen Zauber verwandelt worben, so daß man in der Frühe den Wald nicht mehr erkennen konnte. Fromm und andächtig standen sie schon bei Tagesanbruch, die Augen ge« Himmel gerichtet. Mit der Frömmigkeit eineeinzige« Lagewollten sie alle Sünden eines vollen, runden Jahreabwischen. So ist erunral die Natur des Walde- ... Der ganze Wald war in Weiß gehüllt; vom srischßesallenen Schnee waren die Laleißim, und dt« ZiziS hingen in langen Eiszapfen herab. Eine alte närrische Nichw. hatte sich eine weiße Haube zierlich aufgesetzt. Und ein Zittern entstand; ein ehrliches Zittern zmg durch den Wald. Die ZeU der Gewissensregung vac gekommen. Sie begriffen Plötzlich ihr ganzes nichtiges Dasein. Ihre Augen wurden zum Heizen geholt... tznd ihre Alten werden in Vretter zersägt ... Nicht beneidenswert sei ihr Los! Ob es wirklich damit getan *) Dcr 15. Schebat «* hanrffchvossor-besrHebat ist nach £aitiiuö der NeujahrÄag -er Bäume, an dem über jeden bäum Gericht gehalten und dessen Schicksal kür das kommende Mr._vaLa»KbMmmt wird« von Partei zu Partei ameben »nd e8 ist spmit zu erwacken, daß eine Klärung der vorläufig ziemlich verworrenen Lage in Bälde zn erzielen sein wird. Eine gestern abgchaltene Besprrckiung der in Wien weilenden chrWckisozi'alen Abgeordneken baite fernen politischen Chaiastee «nd galt nur der Besprechung unwesentlicher Partei^rage». Der H a « v t a u S s ch u fi der Nationalversammlung tritt am 8. d. M., die Naiivnalversammluva selbst am 14. d. M. zckammen. Ueber den stinanwlan wird, nach der Ankündigung teS StaatSkanzlerS im Kabin--itSrate, schon in den nächsten Tagen mit den Pglteie« verhandelt werden. Anläßlich der Natisikation des Friedensvcrtrages soll in der National^ Versammlung eine große politische, wirtschaftliche und siranzpolitische Debatte abgelührt werden. Ueber die vorgestrige Sitzung des KabinettSrales verlautet beute in parlamentarischen Kreisen, daß Staatssekretär Doktor Bauer seine Ansichten nicht in yorm eines vollständigen UnanzvrogramnttS, sondern als kritische Gegenvorschläge zu den einzelnen AnIrä^n dtS yin^nzvlaneSDr. Schumpeters voraebrachthabe und daß die Details des FinanzvlaneS Dr. Schumpeters auch von ünderm Mitgliedern des Kabinetts vom Standpunkte unserer wirtschafflichen Lage erörtert wurden. Es verlautet ferner, daß über die Gmndzüge iür die Vermögensabgabe keine wesentlichen vriyzlpiBrn Meinuögsverschiedenbcittn vorhanden waren, während über andere Punkte die Ansichten oft nickt unwesentlich auseinandergingen, so daß der ursprüngliche Fincinzplan i» manchen Detail- Änderungen erfahren dürfte. Die Grundzüge des Kmanzplams werden jetzt den Parteien zur Begutachtung vorgelegt werden. Diese Berhandlrmgen werden spätestens Anfang der nächsten Woche beginnen. Die Pariser Dertretvns Deutschöfterreich^. Die Vertretung der Republik Oesterreich in ParrS, die weg«» der fortgesetzten Tagung der Fnedmskonferenz von besonderer De» deutung ist, wurde bereits konstituiert. Sie wurde möglichst llelr gehalten, da der große und kostspielige Apparat, wie ihn bv frühere Monarchie unterhielt, selbstverständlich nicht mehr Uf Frage komme« konnte- Sh es der Mission ist der frühere SektionS« chef im Staatsamt für AeußereS, Dr. Johann E r ch h o f f dem Konsul Walter M a tz r h a u s e r und als PresieattachS rmd Berichterstatter des Tckegraphen»Korrkspondenz»Durca«S Dr.Paul Zrfierer zuoeteilt sind. DaS Kanzleipersonal wurdeack das Notwendigste beschrankt. Dr. Sichhosi befindet sich bereilt aus dem Wege nach Parts, wo er seine Tätigkeit alsbald auf» nehme« wird. _ Kleine Nachrichten. Moskau, 2. Oktober. lFunffpruch.) Drr finnisch« Landtag hat dm FriedenSvorichlag der Sowjetrepublik so» prüft, ohne noch einen Beschluß z« fasten. Lyon, S. Oktober. kFunstprvch.) »JourualdeSD«' b ü t hu teilt mit, daß die Antwort W i l s o n S in der F i u m a n e r Frage schon nach Rom unterwegs fei. Berlin» r. Oktober. (Tel.*Komp.^ Wie das „B erliney Tageblatt* erfährt, ist gestern abends der erste StaatSvertrag zwischen Deutschland und Pole» unterzeichnet worden. DaS Abkomme» behandelt eine Amnestie iür politische Verbrechen und Vergehen und die Freilassung der Krieg-' gefangenen. sei, wenn tttem sich das ganze Leben lang nach allen Winden schaukelt... Und die Bäume fingen bitterlich zu weinen au. An der Seite stand ei« milder, greiser Tannenbaum und saug seit morgen, halb verschlafen, seine T'htlim. Di» Sonne, blaß und trüb, sandte einen schwachen Strahl durch das Gehölz ... und plötzlich gebot ein junger Ahorn Schweigen und begann fet^ Sldaun-Aulom; sein Jüdisch war schlecht, aber es kgm von ganzem Herzen,.. Und fort ging es der Reihe nach: der Baal-Schachris war ein fester Eichenbrum und der Baal-Mussaf ein stllmmiger Erlenbaum. Dei Wind blies kräfttg das Tekyo-Scheborim-Truyo, und die ganze Gemeinde erhob ein Klagegeschrei. Ein alter, dicker Fichtenbaum verslrchbe bei Waanachnu-Kaurim, sich bückend bis zur Erde herabzulassen . r. und konnte sich kaum noch wieder aufrichten ... Und ein Krächzen entstand; ein ehrliches Krächzen ging durch den ganzen Wald, von Eck zu Eck. Der Nachmittag rückte heran, und die Stimmung begann allmählich, nachzulassen. So ist einmal die Natur des Waldes... DaS junge Volk schickte sich anscheinend an, zu Taschlich zu schreiten, und die Alten standen und unberhielben sich. Ein närrischer Erlenbamn erzählte stolz von seinem Gpoßvater und seinem Datier seligen Angedenkens. Gei« Großvater, als er verschieden war, wurde sorgfältig zersägt und aus seinem Holz machten sie einen Thron für die Königin von Saba, und aus feimm Vater schnitten sie Mastbäume für bi« Schiffe heS Königs Hiram. „Dolch ein Glück! Svlch ern Glück!" nickten ihm die Zuhörer begeistert zu. Und der Erlenbaum fuhr fort: „Sollte mir am heutigen Rosch-Hofchanah beschieden sein, die- Jahr von der Welt zu gehen, so wünsche ich mir keinen besseren Tod.. Ein frommer Kastanienbaum versteifte sich: „Wenn schon der Tod,, so wünsche ich atterdings lieber, daß man aus mir eine» Rabbinerstuhl für ein,» großen Rabbi mache und aus meinen Zweigen Deutgrtffeln schnitze, »vorntt man den Kindern in den Sch»tlen auf daS heilige Llleph-Beth deuten solle." „Weltfremd!" dachte sich ein langer, dürrer Faulbaum ... Eine junge, einsame und unfruchtbare Linde ließ die Augen hängen und flüsterte verschämt: „Wenn schon sterben, so soll man aus meinem Leib Kinderwisge» machen . . - Die Nachmittagsstunden waren vorbei. Das junge Geschlecht am Bach hatte inzwischen sein Daschlich begonnen; es schüttelte seine welken Blätter ab, die ins Wasser fielen. Eine junge Birke trieb indessen einen Flirt mit einem leichtsinnigen Westwind .. . sw tändelten und plauderten vertraulich und wurden nun ntinutenweise durch -i« Gtimure des greisen TannenbaumeS gestört, der noch immer abseits stand und müde und schläfrig seine T'hilim sang, die et von vorne angefangen hatte: „Lamqh mgschu goym ulumim jehegu rlk. Warum toben so di« Böller und trachten die Nationen Böses." Die Heiligkeit des Jaum-Hadin war nun ganz! entschwunden und das junge Volk nahm fein gewohntes Rauschen wieder auf... Plötzlich aber ereignete sich etwas Ungewöhnliches. Ein alter Rabe war krächzend und kreischend angeflvgen gekommen... „Ein Wahr-' sage«, ein Wahrsager ist erschienen!" In wenigen Minuten wußte eS der ganze Wald, daß ein Wahrsager gekommen ist. Die junge Birke war die erste: „Kinderchen, wollen wir uns nicht Karten legen und wahrsagen lassen?" Die' ganze Gemeinde lachte; jeder stellte sich ft», alS ob er an solche Narrheiten^ nicht glaube; im Herzen aber zog und zog eS mächtig dahin zum krächzenden, schwarzen Propheten... Die Wirke natürlich war wiederum die erste gewesen. Sie reichte ein Zweiglei« dem Raben, der an * den Linien abzulesen begann: „Siehst du hier diese mittlere Linie?" sagte er krächzend und kreischend, „sie geht hinaus und oben ist sie spitz; da droben zieht sich «me andere Linie über die Spitze hlntveg und fällt an den Seiten in zwei Enden herab. Wisse! bevor noch das Jahr herunr ist, wirst du unterm Beil kalleir und aus deinem Holze wird