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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-30 · Heft 251 (30.9.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 251 (30.9.1919)
Date
1919-09-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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e*ttt t Wien, Dienstag 30. September 1919 »- - » E-l»-rtgswi btna bet Gedanke an eine Aenderung religiöser Formen nach verstandesmäßiger Entscheidung kann erst austauchcn, wenn man an de« göttlichen Ursprung der Religion nicht glaubt, also nicht mehr religiös ist.Andererseits braute dieOrrhodoxie eineEistarrnng. Wohl haben die Inden an de» BuLstabm Md Sätzen der Schritt nie zu rütteln gewagt, ober im Laufe der Zeiten, in dem Maße, als sich ihr G e f st b l wandelte, haben sie Heu einzelne« Sätzen eine jeweilig andere Auslegung gegeben, ohne sich irgendeiner Acnderrmg bewußt zu werden. Erst als unser Volksleben ein krankhaftes wurde, als wir diese fortwährende Agndkuug unserer Auslegung deS Sinnes d« Schrift infolge einer natürlichen Gefüblswandlung nicht mchr erfuhren, sind deren Gebote wie diereligiösen Forme» als etwas starres, lebloses sichen geblieben. Nur eine Belebung der Herzen kann Mser jüdisches Gefühl erneuern sowie der Religion wieder die Roll« eines MtraM Lebensinhaltes geben. Die z Aon-liebe" ist eS, die diese Wiederbelebung zustandebringen wird. Wenn Achad Haam auch Stellung gegen den. politischen Zionismus genommen hat, so ist diese seine Gegnerschaft doch nur als eine solche zu verstehen, die sich innerhalb einer GelMbewegung zwischen verschiedenen Richtungen abspielte. Nach außen hat ec mit nicht minderer Scharfe Stellrmg grnoriime». alS der politische Zionismus und diesem vielfach das geistige Rüstzeug geliefert. Mit unnachah;nlicher Klarheit erkennt er den inneren Zustand des AsstmilalionSjudentumS und bezeichnet ihn prägnant als ».äußere- Freiheit, innere Knechtschaft". Der Assimilant i't ängstlich bemüht, sein Judentum, auch wen« eS noch so verdünnt ist, zu verberge«, er schielt «ach der Anerkennung von Außen u. s. f. Die Assimilation wirb dery jüdischen Volk dadurch gefährlich, daß eS infolge der Schwächung seiner eigenen geistige« -Kmft derjenigen eines anderen Volkegegenüber zur Selbstcutaußerung getrieben wird. Deshalb versuchten hie Alton, die Juden möglichst von den Berührungen mit fremder Geistes» tultur fernmhalten, wohl aber die großen Werke der Juden dev andern zugänglich zu machen (zum Beispiel griechische Uebersetzlylg der- Bibel. Septuaginta). Diese Mchließuug ist ebenso unrichtig, wie die SelbstentSußerrmg. DaS Richtige ist, die Vervollkommnung der nationalen Eigenart im Wettbewerb mit den anderen« wobei die fremden Kulturelemente ans den eigene« Soden gepflanzt werden und dort eine besondere Entwicklung, die nicht identisch ist mit derjenigen derselben Keime auf fremden Soden, erfahre». waS Achad Haam »Nachahmung in Form der Konkurrenz" nennt. ,.Dgs Ideal detz freien Mannes ist nicht, die Stufe der Menschen seiner Umgebung zu erreichen, sonder« jen^ die zu ersteigen ihn seine eigene« seelischen Anlagen befähigen." Mit ätzenden SarkamuS begegnet er den Prebißtm der „Mission"' der Juden unter den Völkern und sagt- -Die erhabene Mission hinderte ihre Anhänger, ja sogar ihre Verkünder auf der Kanzel «icht im geringsten, in jenen unvollkommenen Schülern (den Völkern) w deren sittlichen Vollendung ja jene Mission brstimmf war, die verkörperte Vollkommenheit zu sehen nnd sie in allen Lebensperhültniffe« als ihre Lehren z« betrachten*. Auch haben sie die Milsionsidee nur den Juden gepredigt, sich aber gehütet, sie nach außen, de« Völker«, z« verkünden«. Mit ebensolcher überlegener Ironie fertigt er die Jünger der »Wissenschaft des Judentums* ab. die alle wirkliche Forschung in die Tiefe« der Volksseele nichtjübischm Geehrten überlaste» und sich mit Apologie und Rechtfertigung. der Jude« abgeben, wobei sie das Judentum als etwas' in feiner Entwicklung abgeschlossenes, durch wissenschaftliche Seziernug z» ergründendes anftherr. hiebei', den Kampfe« nach avße« und nach innen, geht bei Achad Haam die Analyse der Grenzfragm, die Zionismus und Galuthnationalismus scheiden. Im Sprachenkamps Jüdisch- Hebräisch ist Achad Haam natürlich anf Seite des letztere«. Da seine Sprache — so sagt er — sich zur Stufe seiner nationalen Sprache erhebe, dazn genügt es nicht, daß sie die Muttersprache, wie daß „Jüdische" für die Mehrzahl der Juden, sei, .sie muß vielmehr zugleich auch die Geistesschätze d« Ratio« a«S vergangener Zeit in sich fasten. Es gibt kein Volk, -von /dem wir behaupten können, $ fei selbst älter als seine nationale Spräche und das als Nation ganze große Zeitabschnitte r« Lichte der Geschichte durchlebte, bevor cS seine nationale Sprache kannte. Wen nichts mehr mit de» nationalen Gütern der Vergangenheit verbindet, besten Nationalität ist oh«» Inhalt und Daseinsberechtigung. Achad Haa« ist übrigen« unbesorgt wegen der schließlich«« Entwicklung und erwartet, daß in längstens 100 Jahrm das Jlünfche verschwunden fein wird. Den« «das gesprochene Wort dient de« Bedürfnissen deS tägliche« LcbenS und wenn dieses dem Volke eine fremde Sprache anfnötigt, so wird kein Appell an das nationale Gewisse« vermöge«, die dem Tode geweihte Sprache zu' retten*. Im engsten Zusammmhang damit steht seine Polemik gegen den GaluthnattonaliSmuS, der Forderung ans nationale Autonomie für die Jude» in der Diaspora. Ihre Gewährung, so sehr sie auch anzustrebe» ist, könne niemals zv einer restlose» Losung der nationale« Frage führen, wenn sie auch unser nationales Leben in der Diaspora bis zur Grenze der in ihr vorhanden«) Möglichkeit verbessern könne. Auf diese letzteren Auseinandersetzungen, wie ans die Stellung Achad HaamS zu den einzelne» Phasen der politisch.zionistischen Bewegung wird «och näher nnzugehen sein. Die rein chronologische Berichterstattung mußte jedoch hier durchbrochen werde», um ein Gesamtbild einer große» Persönlichkeit zu skizzieren. Seine zionistische« und nationalen Theorim haben Achad Haam innerhalb der gesammtzivrnstischen Bewegyng zvm Vorkämpfer der Kulturarbeit in Palästina und in der Diaspora gemacht. Die kulturelle« Leistungen der zionistische« Bewegung sind in der Hauptsache auf ihn nnd seinm Einfluß zurückzuführm. Mit einem nicht sehr glücklichen Wort hatman die zionistische Theorie Achad HaamS als »KultnrziomSmuS" bezeichnet, obzwar auch in kulturelle« Fragen sein Standpunkt durchaus mcht der allemherrschmhe im Zionismus geworden ist. Schluß folgt.) TTT Nr. 251 V- Y Friedrichs Politik Der ungarische MimsterpröMeut Stephan Fried rich-sieht sich unter der Wucht der van der Entente ppeW.gegPl das gegenwßxtigr. Re^me erhohsuen. Wfchüloistirysten'pegew &e«:'v' •? ‘-J";Y; % f ■ Hüdemworde U DWiS^MMSbon /. endlich dazu veranlaßt, dtzs zuzugeb-U. was. tt bisher als DusgebM jüdffcher PheMßasiö bezeichnet hat. Hat Friedrich bisher disMötderische Tätigkeit der H>orthy- Buben tatt tiftigst unterstützt, so scheint er jetzt sinzusehen, daß die Vernichtung jüdischer Menschenleben und der Raub an jüdischem Gut in der zivtlistzertsn Welt nicht gerade Sympathien für Ungarn zu erwirken vermögen. Für die HälUuyg des ungarischen Ministerpräsidenten bildet wohl seine Erklärung, baß er den Grafen Julius Andrafsy und Stephan Bethlen ins Hauptquartier des Oberkom- Ittalchanten Hörthy entfernt habe, um Verhandlungen über die Lenireidung eines gegen die Juden gerichteten B ü r g« r k r i e g e s einzuleiten, einen vielsagenden Beleg. Zugleich läßt die ungarische Regierung melden, .daß auf Befehl des Admirals Hortchy der Husarenrittmeister a. D. Baron NopcSa verhaftet nnd in Giofok interniert wurde, gegen den die Anklage erhoben wird, daß er einen Kommunisten ohne Prozeßverhandlung habe hinrichten lassen. Friedrich und Hvrthy wollen offenbar damit der Welt weismachen, baß sie mit allen Mitteln gegen die ungesetzlichen Lhnchjustizakbe Vorgehen. Wer soll den Herren, die solcherart der öffentlichen Meinung Sand in die Augen streuen wollen, «och auf den Leim gehen? Ist denn dieser Nvpcsa, der nebenbei bemertt, während der Kommunistenzeit in Wien faß nnd hier hasardierte, nebenbei auch mit Hilfe seiner gegenwärtigen Mordbomplicen Gegenrevolution spielte, her Einige, dar schwere Blutschuld auf sich geladen hat? Gibt es nicht in Transdanubien einen Pronai, einen Kmeth und noch zahlreiche andere Verbrecher, die abseits von jedem politischen Treiben stehende Juden grundlos gehängt und erschossen haben nnd die ebenso wie NopcSa, wenn Friedrich wirklich jetzt Ordnung schaffen will, hinter Schloß und Riegel gebracht werden müßten? Wenn Friedrich sich und sein Regime wenigstens nach außenhin rehabilitieren will, dann muß er gegen den weißen Terror und die von dessen Anhängern verübten Verbrechen mit derselbe» Strenge Vorgehen, wie gegen die schuldigen Bolschewiken. Dann genügt es aber »icht, wenn Andrassy und Bethlen nach Siofak entsendet werden, um dort Ordnüng zu schaffen. Dann müssen auch die Jude« zu Worte tsurme« beider Untersuchung d^r nach Tausenden zählenden.Kalle. die dringend nach dem StröWchter schreien. Friedrich hat ebenso wie wir Kenntnis von der Existenz .des Landesverbandes der Juden in Ungarn und wyiß e$, daß dieser Verband unzählige Fälle regMierft Hai, die zur Untersuchung gelangen müssen. Aus den Reihen dieser Organisation müßten die Männer herangezogen werden, die zur Vertretung dar jüdischen Interessen an der Untersuchung in den ' von Judenblutgetränkten Gefilde« Trau?hanubkenS . dorthin eutsSndKt werdest müßten. Dann werden die Juden Ungarns und mit ihnen alle zivilisierten Elemente Europas sehen, daß .man in Ungar» endlichdarangeht, dar Pogromhetze urch, hem Mordw rhu der weißen Terroristen efcv Mde zu machen. Nicht mit Vaszonyi und den änderest füdeowagharischen Vertretern darf die Lü su« g der J.ud enfrage beraten werden, sondern direkt mit den breiten Massen de- Mischen Volkes, die vor allem ist Budapest ein 'Drittel her Gesamtbebölkerung ausmachen. Friedrich hat hier Gelegenheit, zu beweisen, daß er auch demokratische Allüren markieren kann. Es besteht dafür allerdings wenig Hoffnung, wenn man bedenkt, daß derselbe Friedrich durch seine politischen Schieber die Ententemissionen bearbeiten läßtdamit diese ihre Zustimmung zur Wiedereivberufung des sterkvachten ungarisch?» ParlastreutS und des arteriosklerotischen Magnatenhauses geben. Man munkelt in eingeweihteu pottttifchen Kreisen Ungarns, daß hinter dieser Mion auch dar noch immer agile Erzherzog Josef.stecke. Die Leute, die Ungar» um den letzten Rest der Errungenschaften der Okwberrevylntiyn bringen wollen,-arbeiten dabei mit dem Vorwand, daß sie durch die Einberufung des alten Reichstages die Herstellung der Rechtskontinnität snstreben. Die Sozialisten, die im alten Reichstag gar nicht vertreten waren, sollen nicht ehuM dabei mikznsprechen haben. n?enn das »eus Wahlgesetz beschlossen wich. Sie sollen, wenn es nach Friedrich und seinen Komplicen ginge, sich mit jenen Brocken politischen Einflusses begnügen, die ihnen von der einigten Reaktion gnädigst zngeworsen werden. Es ist bezetchnend für das anhaltende Chaos in Ungarn, daß die Svziawemokraten sich bei den nach wie vor in Budapest verbleibenden Rumänen für den gewährten Schutz gegenüber den erwachenden Magyaren" Friedrichs offiziell bedankte«. Auch die Ausschaltung der jüdischen Hochschüler, hie bereits im Gange war, hat eine Intervention der Rumänen zur Folge gehabt dia zur Schließung der Bndapester Nuiver-- fitSt führte. . Die stationäre' Kohlennot. Dte Stratzendah« verkehrt wieder. — Kein Anlah zu Lbertrlebene« Hoff, nunge«. — Aufrechthleibeu der sonstigen Sparmaßnahmen. — Ersatzfuhrwerk Als geller« früh znm ersten Male nach acht Tage« die schrillen Glockentone der .Elektrischen" und die Trompeten der Kondukteure wieder an unsere Ohren Nangen, da siel ein Alpdruck Von unserer Brust Z» Ende war die strsbenbahnlost Zeit nnd mtt einem gewissen Hochaesühl, wieder eine ^aiallrophe Überllanden zu haben, besteeg der Wiener wieder feilt tägliches Fubrwerb Erleichtert atmete bte Bevölkerung auf und in den Gesprächm während der Fahrt kam es so recht zum Ausdmck. welche Mühsal die Emsiellung der Straßenbahn der Bevölkerung auferlegt hatte. Wir «ollen unL die gewiß berechtigte Freude Über die Wirderetnsiellung der Straßenbahn nicht verbittern, aber trotzdem ist es u i ch t am Platze, übertriebene» $Qfftt»ttgctt «achzvgehen, weil unsere Kohlcnvelsorguno. obwohl einigermaßen g e o e s s e r t, immer noch nicht so gesichert »ft. daß wir mit Gewißheit annrhme» können» daß wir in Zukunft von »der weiteren Katastrovde verschont bleiben werde«. Aus amtlichen Jnsormaüoneu geht wohl hervor, daß die Einläufe aus dem Mäbrrsch-Ostrauer Revier im Zunehmen seien und daß bte deutsche Reichskohlrntvmmisllon dem Staatssekretär Z e r d i k und seinen Begleitern Zusagen gemacht hat. welche eins SttigerungderdeutscheuKohleuzvschübe Mit einer gewisim Sicherheit erwarten laßen. DaS sind aber vorlausig nur Zusagen, deren baldige Erfüllung wir abwarten wüsten. Diese Magen, welche ja eine gewisse Unsicherheit involvieren, sind es auch, bte nach allem, was bisher geschehen ist, zur größten Vorsicht mahnen und zu übertriebenen Hoffnungen kernen Anlaß bieten dürsten. Deshalb bleiben auch alle sonstige« Sparmaßnahmen» mit Ausnahme der Straßenbahn, aufrecht. Die frühere Sperre derHauStore, die Einstellung der elektrischen undderGasbeleuchtunginden Gast- und Kqffechäusem um 8 Uhr abends das Verbot der Strowverwendung für Persönenauszsitze bleiben so lange in Kraft, bts ein praktischer Erfolg der uns gemachten Zusagen und Versprechungen greiibare Gestalt angenommen hat. Mit der gebotenen Reserve wird uns mitgeterlt. daß an eme Aenderung vor Beginn der nächstenWoche kaum gedacht werdenkann. Hier sei aber mit avem Nachdruck darauf hinaewiesen, daß eS nun dringend an der Zeit ist, um in Zukunft für alle Fälle, wie wir sie jetzt dmchlebt haben, gewappnet zu sein, für Grsatzfuhrwerk vorznsorgen. Wir mvffe« trachten, so vrel wie möglich uns von fremder Hilfe unabhängig zu machen. Die Herren nn Rathaus« wiffen, daß in Wien sehr viel Fuhrwerk und Pferde vorhanden sind — eS gibt sogar eine ganze Anmhl ausrangirrter Straßenbabnbeiwäge», die undenützt in den Remisen stehen — welche als »Ersatz" im gegebenen Fall« herangrzogen werden könnten. Es handelt sich nur um sestesLugreisen und um em Uebereimommen, das getroffen werden mlißie. Aber es ist kerne Zeit zu verlieren; dir Frage, wer an der entsetzlichen Misere schuld sei, ist jetzt am Pftitze. Die Herren hn Rathause mögen noch in letzter Stu«d^ zeigen, daß sie imstande sind» etwaigen kommenden Gefahren energisch und mit Erfolg entgrgrnzmmen. * Aste Spitalskohle gesichtet. DaS Staatsamt für öffentliche Arbeiten hat einen neuen Mag für die Kodlenverlorgung der Wiener Spitäler entwoxftu. Bo« dm emlangende« Kohlen soll der SvttalSbedarf von vornherein zurückgrbalten weiden. Es wird, wie versichert wird, alles ausgeboten werden, daß die Kranken in den Spitälern unter der Kälte im Herbst und Winter nicht gu lewen-haben. Es muß aber auch dafür gesorgt werden, daß diese Kohle wirklich den Spitälern und nicht Schletchhändlem zukomme. Aeberprüfnug der im Sommer getroffenen Kohlensparmatznahmen. Wie wir erfahrt«, steht eine neuerliche Ueberprüsmrg der Kohlensparmaßnahmen bevor. Die letzten Sparmaßnahmen wurden im Sommer erlassen. ES bandelt sich nunmehr darum, die Svai maßnah mm mrter dem Gesichtspunkte des geänderten Bedarfes tot Herbst und Winter neu zu regeln. Aütkkehe der dentschSsteereichifche» Zrohlenkommisfion. Die Mitglieder der deutschösterrrrchischrn Kohlenkommissivn Staatssekretär Betbit und Dizebürgermeister Emmerling sind heute nach Wim zurückgekehrt. Wie verlautet, wird eine Darstellung der Ergebnisse der Reise vorbereitet und im amtlichen Wege vertmiibatt werden. Vizebürgermrrster Emmerling berichtete hegte dem Bürgermeister Reumann über die Kohlenfrage. Im Laufe der Woche sollen sich, wie verlautet, neuerlich Vertreter der Staatsamtcr und der Gemeinde zu Kohlenverhandlnngen nach Prag begeben«. Die Prager Verhandlungen. Dl« .Korrespondenz Herzog" meldet: Der Effekt deS Prager Abkommens des Staatssekretärs Z e r d i k, das übrigens noch der Ratifizierung durch die tschechische Regierung bedarf wird erst Ende der kommenden Wache in die Erscheinung trete« können, da die L ö s u n g d e r T r a n Zportfrage ebenfalls einen wichtigen Bestandteil der Abmachungen bildet und zur Durchführung zirka ei,re Wocho verlangt. Rach authentischen Informationen habe» die Abmachungen, welche sowohl bezüglich des Inhaltes M auch der Form über das Augustabkommen weit htirausgingen, eine« derartigen Charakter, daß sowohl für die städtischen Gaswerke, für die fast ausschließlich die Ostrauev Kohle in Betracht kommt, als auch für die städtischen Ele ktrizitätswerke nunmehr die Sicherheit der Aufrechterhaltung ihrer Betriebe besteht. - Die allgeineinen Sparmaßnahmen werden freilich alifrecht bleiben müssen, zumal außer der Anlage einer gewissen N e | e rve endlich auch der Industrie Kohle zugesührt werde» muß, um das Arbeitöloseneleno nicht noch mehr zu steigern. Schließlich muß die Regierung auch ärrs den Einläufen gewisse Kohlenmengen nach den westlicheil Ländern, iriSbeso,,dcre nach' Linz, Salzburg und Innsbruck dirigieren, deren GaS- und Elektrizitätswerke ebenfalls notleidend sind.

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