Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 243 (22.9.1919)
- Date
- 1919-09-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'413ten, Montag Wiener Morgenzeitung Nr. 243 Seite 4 22. September 1919 Die Ernährung. Der Marktbericht. ... Der Besuch der Märkte ist wohl stets am Sonntag sckm-ch, - bat aber gestern durch die Einstellung des Tramwahve-.'.eh.^ eine merll.che Abnahme erfahren. Die Beschickung der Märtte tu.tb durch den eich gestcO'cn K n t cTi t leide», d.e 5eb:nsmit!e!last:ügc der rleUr-'-?.,^'. Suaßeub.rhu weiter gest'chrl werden. ranumerarions- E i n l a d u % g. Am 1. Oktober bec/,mr ein neues Quartal. Wir bitten Misere Abonnenten, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern, dmnit keine Unterbrechung in der Zustellung des Blattes cintritt.?;■» >i » n •:!' o i a:;[ den Märkten beschränkte sich gestern aus tstcinuie und Riste an Obst. In der Brktualienhalle im lll.Bcst.K n'N'.d'-a sieben Listen Eier detailliert abgegeben. L-Äs erhält vr.cn. diese Woche? An. ijcctt flo ff: 12 Dekagramm Schweinefett pro Pc,'or: -um Preise von L 5.34; cm M a h l p r o d u k t e n: 'Kilogramm Mehl Pro Kops; Kartoffeln: ab heute für den 1'., JX. und XX. Bezirk, von T.crrttag big Donnerstag für den X. und XI. Bezirk V3 Kilogramm Kipsierkattofftln pro Kopf, Kllograuuupreis X Y.S1. D.hgaöe von Schmeiaesett.' Vom 21. bis 27. September werden 12 Dekagramm Schwemesrtr pro .Person ausaekebnr. so daß auch die Fettkarlenabschnitte sür riiArrahonirrtes Fett zur Einlösung kommt. Brr den städtischen Schweinespeckobgabrstellur wrrden pro.Person 12 Dekagramm Schmalz zum> Breüe von X 5-31 gegen Abtrennung des „1^-Abschnittes Acr. 158 und der beiden Abschnitte Nr. 158 für nichtrayomtttes Jen der ^ellkarte ansgegrbru. Organisierte Verbraucher mit lila- 'uw:n-n Meblbeznpskarten erhalten die Fellquotr bei der V«- icfjtcixijtcUc ihrer Konsumcntenorganisation. .-; BAZne und Kunst. Franz Schreker. („ft ranz Schreker", Studie zur Kritik der modernen Oper von Paul Belker, Berlin 1919. Verlag Schuster & Löffler.. Preis Mark 2.40.) Die von draußen kommen, 'von imem Teaumland jenseits - der neugestrichrucn rot-weißen Ereuzpsähle,s sagen uns gern': „\}a, cs ist noch immer ganz schon bei euch, — vergleichsweise — ihr seid die liebcuZwürdigsten Menschen, man sichst sich so wohl bei euch, aber in Sachen der Kunst, offen gestanden, da seid ihr so ungefähr zwtt Jahre zurück." Der Fall Schrecker zeigt mit b-e, ängstigender Klarheit, daß man in manchen Dingen den Dorwmf gelten l.isscn rnttst. ' ' Crhrecer? Ach ja, der den philharmonischen Chor dirigiert i'.ud dessen „Wpielwerk" in der Oper seinerzeit —' aber redenswir lieber nicht davon. Ist er wirklich so bedeutend? Er ist es.' Ah^! wer sollte sich, nach dem Wenigen, das man hier von ihm kennt e n Urteil daniber bilden rönnen. Lesen wu. nach, was Papi B r k k e r in ftniem neuen Buche über ihn schreibt: ’ «T-e wichtigste Frage war, ob eine der Art nach Wagner iUmliche Begabung überhaupt noch einmal wiederkehreu würde, ob fix rächt etwa nur dies eine Mal erschienen sei. Diese Frage ist. jetzt beantwortet: Franz Schreker ist eine solche Begabung, die erste tat Wagner, die ihm der Art nach verwandt ist, das gleiche Phänomen, nur in ganz anderer, die Verwandtschaft der Art'aus len ersten Blick kaum erkennen lassender Berkörperrmg? Ach, wir kennen das. Es gibt überall Mitläufer bei neuen Biwegungcn und Herolde, die nicht schnell genug für' den!o »munden M-mn in die Fanfare stoßen können. Gelingt.es» d'nn gefallen sie sich m der Eutdcckenolle, anderenfalls tckgt die Brrgcstenhcü spurlos auch ihren Irrtum. Geduld! PM Bekker hat bisher keine unedlen Gegenstände fiu [eine Vctiaihtnugen gewählt. Sein »Beethoven" ebensowenig wie „Das deutsche Musikleben" und »Die Sinfonie von . Beethoven bis Mahler" können ihn in Verdacht bringeu, der Sknsationslust zu drenm. Auch seine Monographie über Schreker ist keine urteilslose Verhimmelungsonder« rm Musterbeispiel ästhetisch-kritlscher Analyse vornehnlster Art. llnd gerade cmf dem Wege eingehendster und scharfsinnigster Untersuchung gelangt Brkker dazu, die Typen Strauß, Psitzuer und im weiteren Ab, ftnnb d'Albert zur Seite zu schübeu und Schreker als wichtigsten Nruformer dez i'.r.siilalisch-dramatifchen Krmstwerkes seit Wagner arumprecheu. ' Wagner ::nd Schreker! Die Kühnheit solcher Antithesen ist b'gnemste Mittel, aus den Le'er Eindruck zu machen! Ja, und Mißtrauen die bequemste Art der Abwehr. Bekker gekit noch weiter, indem er Parallelen zieht zwischen dem. „7j;mn Kl arg" .und »Rienzt*. dem «Spiclwerk" und „Holländer" . und den «C'e'e chr.c'en" — „Tannhanser". Nicht als Vertmsteise. mir**. mjur.jtx iwam 1 jim iiMmmmmmmtmuaämmmmmmmmmmm Bezugsbedingungen Für Wie«: mit Zustellung Monatlich . . . Kronen 7.— Vierteljährig . . „ 20.— Halbjährig ... „ 40.— Gamiährrg... „ 80.— Für die Tfck)echo- Slowaker: mit Postversand m tschechischer Währung Monatlich . . . Kronen 7.5V Bierte^ährig . . „ 22.— Halbjährig ... „ 44.— Ganzjährig ... „ 88.— Für Deulfchosterreich: mit Postvcrsand Monatlich . . . Kronen 7.60 Vierteljährig . . * 22.— Halbjährig . . . „ 44— Ganzjährrg ... * 88.-— Für Polen und die übrigen Nationalstaaten : mit Postversand Monatlich . . . Kronen 5.50 Vierteljährig . . „ 25.— Salbjährig ... „ 50.— anzjährig... „ 96.— Einzelexemplar 36 Heller. Für Deutschland monatlich 5 Mark, Schweiz 5 Franken, für daS übrige Ausland vierteljährig 26 Kronen. Die Geldsendungen ffir die Tschecho-Slowakei sind per Erlagschein an daS Postsparkaffenamt P. S. Nr. 150.693 in Prag, für Polen, Westgaliz'ien und Polnisch-Schlcsien per Postanweisung an die Wiener Lombard «nd Eskomptebank, Filiale Krakau, für »Wien« Morgenzeitung", Krakau» Rynek 12, zu nchten. Administration der „Wiener Morgenzeitung" Wien» U.,Taborftratze 1—3. Telephon 44.638 u. 43.319.! sondern zur Bezeichnung d« Stellung in der Entwicklung d« beiden Künstler. Zum Fciustm gehört aber, was er über die «otische Spannnng als Kern muslkdramati- , scher Wirkung und insbesondere jener der Schrekerschen | Oper zu sagen weiß. Dieses Kapitels wegen allem verdient die Schrift gelesen zu werden. Es zeigt sich, daß Schreker hier als i Dichter wie als Musiker neue Wege geht, und zwar solche, die weitaus näher zu dem von uuserer Zeit in solchen Dingen erngehaltenen Standpunkt führen als etwa die Schuld und ErlöstmgsthcorieWagners oder die unbedctlllrche Sinnensreudigkeit Mozarts. Vielleicht ist Schreker gerade deshalb der eigentliche Musik» - dramatiker unsere Zeitalters. Seme Erfolge scheine« e-zu bewegen. Aber das „Spielwerk"! Gerade daß wir uuS mit diesim Wiener Mißerfolge brgnügtm und nicht Ni ehr dergleichen Horen wollten, muß uns als . Schuld und Rückständigkeit angerechnet werden. Die Nachrichten . über die tiefe Wirkung der Schrekerschen Operu in Deutschland Hansen sich und wir find so viele Jahre daran vorbei gegangen. Ist es wirklich so lange her? Der „Ferne Klang" entstand 1909, daS »Spielwerk" 1913 die,,Gezeichneten" 1915 und „Der Schatzgräber" wmde in diesem Jahre vollendet. Merkwürdig! Und dabei lebt Schreser doch in Wien! Ich glaube, das ist es aber, meine Lieden! Wenn er in Deutschland übte, müßten wir nicht nach Franksurt fahren, um . seine Opern zn hören. Dr. Konrad M a r i l. Zurückziehung dev Demission Karl Forest. Der Präsiüirlausschuß des, Oefierreichischen Bühnenvereines hat in seiner heutigen Sitzung über die Demission des Präsidenten Karl Forest verhandelt. Die Mitglied« des PrasidialausschuffeS erklärten sich mit ihre« Präsidenten solidarisch, worauf dies« seine. Demission zurückzog. Eine Entgegrums ans Dr. Nathm Birnbaums De^ lennerschnft „Gottes Volk" hat Dr. Max Wertheimer zmn Dersaffcr und betitelt sich »Gottes Volk oder Gottes Volker"- ' Diese Broschüre entwickelt die rcligios-theoretischen Grundlagen, auf denen sich daS dogmatische Gebäude Dr. Birnbaums aufbaut und bekämpft anfs heftigste die dort ausgestellten Thesen. Wer für die religiösen Streitfragen vns«er Zeit Jntereffe hat, wird diesen Beitrag zu deffen LLtärmg mit Gewinn lesen. Preis X 4,56. Zu beziehen dvrch 8. L L » i U Buchhandlung, I., Rotvi-- turmstraße 22. Büchereinlauf. De. Alfr. Klenncke: Die deutsche Volks« Hochschule; Dr. Wilhelm Mann: Sckulstaat und Selbstregicruns der Schüler als Mittel der WrlleuZbrldung und des U.uterrichtes< Dr. Gerhard Budde: Ersiehungsfragen zur Zeit der französische». Renolntton; Dr. Hernr. Lictz: Das deutsche VollShochschulheim Verl.-Herne. Beyer & Söhne, Langensalza. — Jul ms Bab; Gustav Landauer,. Verlag Paul Casstrer, Berlin. Wat! Whitmaun: Ich singe daS Leben, Verlag E. P. Tal & Co. Wien. — Dr. Erich Blschöff: DaS Jenseits der Seele. Verlag . H. Barsdorf. Derlen. — Dr. F. Frendenberg: Der Blick in dsi Zukuntt, Verlag H. Barsdor^, Derlen. — Ernst Liffaper: Di'- ewigen Pfingsten, Verlag Eugerr Deederichs, Jena. — Dr..W> W. Kaptun Koaan: Die jüdischen Warederbewegungm in de' neuesten Zeit, Verlag A. Marcns & E. Web«, Bonn. — Sensationelles über Kais« Franz Josef l. und seinen Hof' Lconhardt-V«lag, Wwn, 1/15. — Jacob Rosenhenn: Der Zusammenschluß d« Thoratreuen, Verlag des ZentralbvreauS dn Agudas Israel. Zürich. — Flauberr: Briefwechsel m\t Georg» Sand. Verlag S. K,egenbauer, Berlin. — Jul. Berger: Ost, fichrsche Arbeiter rm Kriege, Verlag Volk und Land, Berlin. Sport. Dke gestrigen Fußballivettspiele. Trotz der Einstellung des SttaßenbahnverkehreS gelangtes' gestern die angesetzten Meisterschaftsspiele zur Austragung. Di» Spieler wurden zumeist mit GesellschaftZwagen oderzu solche» hergerichtetrN Streifwagen auf die Sportplätze gebracht. Daj elende Wett« trug auch dazu bei, daß die Besucherzahlen Leine, als sonst waren. Die Spiele verliefen fast durchwegZ «warlnngs» gemäß. Rap i b blieb über den W.A. F. mit 4:2 (S:2) siegreich^ wobei sich dii Unterlegenen als fast ebenbürtig erwiesen. Die Tori schollen Uridil (3) und Dietrich (Elfer) für die Sieg«, Wölfl für die Unterlegenen. Schiedsrichter Trinks. 2£. A. C.—S portklub 3:1 (1:0). D« vom Glüö begünstigte Praterklub konnte einen knappen Sieg erringe». Sein» Tore schossen Köck (21 und Busch, während Teufel dm einzigen Treff« des.Sportklubs «zielte. Schiedsrichter Grünbaum. Amateur e—W a ck v r 4 : 2 (1:2). Schwer erkämpft« Sieg der Amateure, für welche Konrad II und HanSl je zweimal iusenden. Für die Unterlegenen warm. Huber und Liebhardt Erfolgreich.. Schiedsricht« Bisenius. - Brenn a—S i m m e r i n g 3:3 (2:1). Simm«!»- konnte in dem recht d«b geführten Wettspiel erst ziemlich spat dm Ausgleich erzielen. Schiedsrichter Amberger. H e r t h a—F. A. C. 1:1 (1 r 0). Dieses Wettspiel wurd« wegen des heftigm Regens eine Viertelstunde vor Schluß abgebrochen. Die Tore schössen Dizan (arrs einem Elfer) und Seidl. R u d o l s s h i'r g e l—A d m i r-a 3:0 (1:0) Sicher^ Sieg d« Favoritncr, deren Tore Deck schoß.; In der U. K l a s s e trat B l u e S t a r gegen G e r-» ui a n i a, so daß das Wettspiel den Schwechatern mit 3:0 gut-> geschrieben werden dürste. Dre übrigen Resultate waren: Donau« stadt—Bewegung 3:2 (1:2), Nußdorf—Crrcket 3:1 (0:0), Ost-- mark—Red Star 2rv (1:0), Slovan—O. S. C. 4:2 (3:2). Die Meisterschaft von Oesterreich im Radfahren. Dir gestern zur Durchführung gekommene Meisterschaft über 100 Kilometer, die auf der Laxcnbnrgwstraße von Kilometer-- stein 6 bis Kilometerstein 52 Md zurück zur AustragMg kam, wurde von 15 der besten Rennfahrer bestritten. . Als hoher Favorit galt Kokoll, der das Neunen auch in denkbar Lbmlegenst« Mani« gewann. Er setzte sich sofort au die Spitze, gefolgt von Peresson, der aber beim Wendepuntt aufgab. Kokoll beendete dann das Remen in der guten Zeit von 3 Stunden 19 Minuten 58-6 Sekunden. Zweit« wurde Artur Töpfer in 3 : 32 - 06'ö, Dritter Eduard Gsörrr in " 3:32:11*5. Zeitmedaillen erhielten: Puhrer Md Hönisch, die innerhalb der vorgeschriebenen Zwangszeit von vier Stunden das Ziel passierten. Stark« Sturm Md Seitenwind stellten a» die Konkurrente» besondere An« kordevmgm. Stafetteulans „Qner durch Wien". Zn dem «v nächsten Sonntag aus der Strecke Westbahnhof—Prater (W. Ä. G* Matz). stattfindendm Stasettenlauf „Omr durch Wien" haben 100 Stafetten mtt 1500 Läufern genannt. Die jüdischen Sportvereine werden sehr stark vertreten sein. Die Hakoah geht mit vier Manüschasten an den Sart: 'ferner startet je eme Stafette des S. C. Kadima, S. C. UnitaS, Makkabi l, Makkabi X und Blau- Weiß. Die Hakoah stellt zwei Stafetten für die Kategorie der Leichtathletikvereme. ferner zwei Fußballstafetten. In der ersten werden fast sämtliche Spieler der ersten Fußballmannschaft tätig sein. Bur<?trK2ter. J D««t*ciiciUotttetinaterJ Mtner Stadttbeatcr. «!-ks.. u. Akst--ub::r'>'i,: 85S6 TklepSvn?cr. 3W37 Tie F-ahrL in6 Vlanc. (rut Volksfeind. y r jts’it r. Gr.it J/.9 l!Sv i V-? Mir &:>»? m- Opc?ntr5ta{cr. i Aiener RaHimcrspicie. u. SefirSfct’.rr.i:;*. Tkl.26?.<7ö T ie lustigen Weiber von Äsiudsv'.'. ' ^,z-nri Tier <£'.ib; 9 lt:-r I., Rotentnriilstrakk 90. Gespenstersonate. Beghtn-7 ttjr. End: 9 Nhr vsistrdSdne. Tn.,.5«fc8p3ffc Sv. Tet. r»S5L Rosa Altschul. Ein Ehemann, der alles j %-**”7ftk " » w»r weist. mieiter Homöaieni)a#$. B?gliin 7 Mr Endes. Mir I IXL Sr-Hd»rsnstraße 4-e. $Cb\Q$S-Z\Kittt. 3oscT$täater Cheafer. Tobby. — Versteckte i Waffen. — Das Bett ti . Herzens. i Napoleons. — Minna Hfjlnn V* liür Crbr 9 Wr I Magdalena. UoiKsopsr. 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