Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 238 (17.9.1919)
- Date
- 1919-09-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wen, Mittwoch Wiener Worgenzettung 17. September 1919 Nr. 238 -- , M ■ Die Ernährung. -T~ Der Marktbericht. . Die Märkte zeigten gestern infofcrhe ein ftettndlicheres-Bild, ftlfi ca wenigstens Gemüse in ausreichender Menge und ziemlicher Auswahl gab. Es kamen Kohlrüben,.Kohl, Kxaul. Gucken. Mais ^n Kolben und Paradeiser zum Berkanse. Leider ist ein' großer ^eil der zu Markte gebrachten Genchsearlen nicht besonders guter Qualität. DieZ gilt namentlich'vom Karfiol, der außerdem Noch sehr teuer ist. Grüne Fisolen fehlen in den letzten Tagen gänzlich. Heute wird das Gemiiseangebot durch holländisches Weißkraut, das gestern hier ringetroffcn ist, bereichert werden.';' An O b st kamen auch gestern wieder nur Achsel und Birnen zum Verkaufe, doch gab es wenigstens quch die-billigeren niedsröstrrreichisch'en und steirischen Sorten. Auf den F i s ch m ä r k 1 e » waren frische Schellfische zu K 9.50 und K ii.-> das Kilogramm erhältlich. In der G r o f; m a r k t h a l l e wurde der Verkauf dev Fleischkonserven fortgesetzt. Auch eine kleine Anzahl lebender.Gänse kam wieder an, die zum Preise' vonkvk).— für das Stück verkauft wurden. Die Grinse eignen sich aber nur dann zr»r Auffütterung, wenn Aufzucht im freien möglich und Wasser in der Nähe ist, da die Gänse, gerupft find.'Bekanntlich nehmen gerupfte Gänse nur schwer zu, da durch das gewaltsame Entfernen der Federn eine Entzündung der Haut entsteht, durch welche die Tiere leiden. ' , Ster waren unr in der Biktnalienhalle im dritten Bezirke erhältlich. Was zugrundegeht. Rom, 16. September. (Tel.-Komp.) Jll Sidney lagern, wie „Cornere della Serra" meldet, mehr als 3 Millionen Tonnen Getreide, 50.000 Tonnen Fleisch, 23.000 Tonnen Gefrierkaninchen, .60.000 Tonnen andere Lebensmittel und 1,320.000 Tonnen Wolle, die mangels an Schiffsraumnicht abtransportiert werden können. Abgabe von Kipflerbartoffeln. Mittwoch bis Freitag werden im VIII., XIII., XIV. und XV. Bezirk und Donnerstag bis Samstag im VI., XIX. und XXI. Bezirk Vs Kilogramm Kipflerkartofteln pro Kopf zum Preise von X 3.84 für das Kilogramm gegen Abtrennung des Abschnittes X der Äartosftlkarte abgegeben. Kartoffelrayonierung. Die bevorstehende Uebertragung des Kartoffelgeschäftes an die Wiener Obst- und Gemttseverleilungsstelle bedingt bei den städtischen Kartoffrlabgabestellen die Aufnahme einer genauen Kartoffelkundenliste. Die Haushaltungen werden daher ersucht, in den nächsten Tagen ihre Kartoffelkarten bei ihrer Abgabestelle zur Eintragung in die Ltste vorzuweisen. Die Kartoffelkarten find von diesen Stellen nach Einsichtnahme sofort zurückzustellen. Auf die bei1 Konsumentenorganisationen Monierten Haushaltungen bezieht sich diese Aufforderung rucht. Die Flcischverterlung. In dieser Woche wird an sämtliche Fleischhauer mit den Anfangsbuchstaben A. 6i§ K a tti-c r ikauisches Rindfleisch abgegeben werden. De» Fleisch-' Hauern mit den Buchstaben L bis Z wird inländisches Fleisch zugewiesen. Die Emheitsfleischhauer «halten Einheitsfleisch, die Extremfleischhauer Exttemfleisch. Die Abgabe erfolgt zu den bisherigen Preisen. Mitteilungen der „Nohö". .Heute Mittwoch den 17. d. M. Zentmlmagazin, VIII., Vrarnimgaffe 19: Abgabe von frischer:, geleuchteten Eiern unk nrüchtenmarmelade für Mitglieder des VIII. Bezirkes vor Nr. 2001 bis 4782 vou 8 bis 12 Uhr und für Mitglieder de- X. Bezirkes von Nr. 1 bis 1418 von V,3 bis 5 Uhr. Die Bezugskarte für 1919 ist vorzuweisen. Mitglieder der Genossenschaft werden ersucht, ihre Anmeldescheine mitzubringen. — Magazin Nlbelunarngaffe 7: Haselnüsse, Kartoffelwalzgrieß, Sardellenpasta, Senf, Maso! und chinesischer Tee von 9 bis 12 Uhr und vor .,5 Uhr. — II., IV. und V. Bezirk: Sardellen in Oes Kartoffelwalzgrieß, Reibtücher und verschiedene Kleinigkeiten vor 8 bts 12 Uhr und von 3 bis 5 Uhr. (H. Bezirk keine Sardellen.' — XIII,, XVII., XVIII, und XIX, Bezirk: Abgabe von Frjjchtenmarmelade, Sardellen in Oel, Kartoffelwalzgrieß, Rechtlicher uni verschirdeue Kleinigkeiten von 8 bis 12 Uhr und von 3 bi« 5 Uhr. W. g. W. Donnerstag den 18. September: Fleisch für dii Rahonierten. Außer dem alten, ist noch, dex. neue Fleischeinkauffchein behufs Abstempelung u n b e d i na t mrtzübringen. F r e i t a g den 19. September von 9 bis 11 Uhr blau und von 11 bis 2 Uhr grün. Samstag den 20. September von 9 brs 11 Uhr gelb und von 11 bis 2 Uhr rot. Vereinsnachrichten. T i e z i o n i st i s ch e B e z l rl s s e k t i o,n „Lk/0voldstadt" hat sich konstituiert. Gewählt wurden folgende Gesinnungsgenoffeu. Präs i d e n t: . Dr. P l a.s ch k e s; Vertreter: Torczhner, Rappaport: Sekretär: Schwertfinger, Haber; Nationaltonds: Alster; Kassiere; Marilles, Fleischmann; PropagandiWFeiler; Palästina: Horowitz; Soziale Fürsorge: Frl. Andermann; Jngenderziehnng: Dr. Taglicht. Zuschriften: Sektion „Leopoldstadl", II., Znkusgaffe 33; — Zr o n i 'st rs ch e JugendgruppeBrrgiitenau. Heute Veremsabend im jüdische« Jugendheim, II.,, Obere Donaustraße 91, 4 Uhr. ' „Das Wesen des Zionismus" (II. TeiU. Referent: mag.'Bern" bard Lauterstein. — Bezirkssektion XX. Heute im Cafs Döblmg. V«9 Uhr abends, dringende Aüsschußsttzung. — Jugendvereiu „Aha wa^ h Z i o n". Heute 6 Uhr. abends dringende Besprechung der Veremsmitglieder. — V ereinigung jüdischer E x p o r t a k a d 6 nt 11 c r. Morgen Donnerstag den 18. d. M. um 6 Uhr abends findet im Heime der Vereinigung jüdischer Exportakademiker, II., Obere Donaustraße 111, oder H., Taborstraße 1—3, ein Vortrag über die „Ärabersrage in Palästina" statt. Referent: Dr, Schmitz. Gäste toillkommen. — Zionistische Bezirksf e k i i o n 11. An den kommenden hohen Feiertagen wird die zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt in der Produktenbörse, »I., Taborstraße 10, rin Minjan veranstalten. Um Jrrtümern und Verwechslung vorzubeügeu, wird die jüdische Oeffentlichkeit darauf ausmerlsain gemacht, daß die zionistische Organisation an allen mrderni Veranstaltungen nicht interessiert ist. Zu den jüdischen Feiertagen erscheint der güdische Nationalkaleuder 368Ü» 5. Jahrgang > * Hergusgsgeben von Otto Abeles und Ludwig Bnto Umschlag und Buchschmuck von JakobLöw Dieses zionistische Jahrbuch wird unter . anderem Beiträge enthalten von: Schälom Asch, Ch. N. Bialik. Urtel Birnbaum, .Max Brod, A.P.'Ch ajes,L. A. Frankl,Artur Freud,- Eugen Hoeflich. Hermann Kadisch, Leopold Kompert, Gottlieb von Leon, Anitta Müller, ' Ernst Müller, I. L..Perez, Marek Scherlag, Abraham Schwadron, Emil Stein, Äobert Stricker, Robert Weltsch imd Arnold Zweig Keruwovte. / Reicher Bilderschmuck. / Preis bei Boranst estestungM. iS./ Bestellungen sind zu richten an d«;n Verlag Jüdische Zeitung Wie», 2. Bezirk, Taborstratze 1 Bühne und Kunst. Ans den Theatern. Im B u r g t h e a t e x wird , Samstag Fritz von U n r u b 8 Drama „E i n G e s ch l e ch t" zunl erstenmal aufgeführt. Anfang 7 Uhr. . . 1 Im Operntheater gelangt Freitag den 19. September d'A l b e r t s Oper „T i e f l a n d" zur Ausführung. Anfang Vz7 Uhr... '' '' ' l Thea' R o s e n q u i st vom Deutschen D v l k st h e a t e r tritt ihr neues Eligagemeüt am W i e n e r S,t.a d tt h e a t e r nächsten Freitag den 19. d. M. an. Die junge Künstlerin spielt die Dina Dorff in der, Erstaufführung des Schauspieles „D i e S't ü tz e n der Ges e l l s rlj.'a f t" von Henrik Ibsen, Haust Niese spielt die Lona Hessel''ünd Hans M a r'r den Konsul B e r n i ck. > Fritz v. Unruh wird in seiner im Nahmen einer Veranstaltung der „C o n c o r d i n" Donnerstag den 18. d. M., im' mittleren Konzerthaussaale stattfiudenden Vorlesung lein neues , dramatisches Gedicht' „Vor her Entscheidung" vorlesen. Karten bei. Heller und an der Konzerthauskasse. Im W i e n e r> K o m ö d i e n h a u s geht allabendlich die Operette »Das Nachtlokal" mit Artur Guttmann als. Graf - Wolfrxth in Szene. Die Vorstellungen beginnen um 7 Uhr. Donnerstag den 18.1). M., V-7 Uhr. gelangt „Medea" mit Irma Strunz in. der Tftelwlle zur Aufführung'. Reue Grzählungsliteratur. Die „P o Int [ ch e n I n d e n g e s ch i ch t e n" von Hermann B l u m e n t h a l, deck- Autor zahlreicher Romane ans dem jüdisch-PöMchen Milieu, werden als anregende und formreife Lektüle gerne gelesen werden. (X 8.40.) — ..Vor d e in St ur m", das neue Novellenbuch von M. I. bin G y r i o n, dem bekannten Sammler ostjüdischer, Sagen und. Herausgeber des- „Born Judas", sei als wertvolle Novität des Büchermarktes der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. Preis, in geschmackvollem Pavvband, X 6.—Au beziehen durch R. L öwi t, - Buchhandlung, Wien, K Rotenturmstraße 3st. Sport. güdischsr Sport in Bietttz. Der Sportklub Hakoah, Biclitz, entwickelt eine erfreuliche Regsamkeit. Am 7, und 8. September veranstaltete er im . Verein mit denk Bielitz-Bialacr^ Sportverein ein. großes Sportfest, das , einen glänzenden Verlauf nahm. Es fanden leichtathletische Wettbewerbe, Fußballwettkämpfe,- ein-Tennisturnier und cm Radrennen statt« Der gelungenen Veranstaltung wohnten an den beiden Tagen zusammen säst 5000 Personen bei.;J Die leichtathletischen. Wettbewerbe würden als Mehrkampf durchgeführt, den die H a k o a h,. die 20 Mann ins Treffen schickte, mit 90 Punkten gewann. Zweiter wurde der B. B. S. B. mit 70 Punkten. Dtitter M a k k a b i. K'r a k a n mit 16 Punkten. Vierter ,S. V. Losch e n mit 16 Punkten. Fünfter - S. C. O st r a u mit 2 Punkten. Die erfolgteichrn Athleten der Hakoah'waren Josef Brückner, Ennl Meßner und Hans Rosenberg» Die wichtigsten Ergebnisse waren: .100-Meter-Juniorenlausen:a pfttf lMakkabi, Krakau) 1T9 Sek. 1. — 100-Meter-Lauf: Spiegel (Makkabi. Krakau) 121 Sek. 1. r- 400-Meter-Lauf: Josef FiNder^-(Hgkoah) 1 Min. 8 Sek. 1. — 4Xi00-Meter-Stafette: Hgkogh. 51 Sek. 1. 4X200-Meter°Stafette: Hakoab 1 Min. 82 Sek. 1. — Weitsprmrg vom Stand: Tramer (Hakoab) 2'65 Meter 1. — Weitsprunä ryit Anlauf: ,H. RosenM'g (Hakoah). 5'47 Meter 1.« Im Tennisturnier siegte Ernst G old b erg (Hakoab). während das Radrennen B r o ch m a n n vom D. F. C. „Sturm", Bielitz, gewann. ' , t Im Fußballwetlspiel wurde hie Hakoah vom Sp.»Cl. W i & t o aus Krakau 3 : 0 geschlagen, was zum Test darin seine . Erklärung findet, daß die meist?» Fußballep der Hakoah vorher an den leechtathletischen Konkurrenzen teilgenommen hatten. Ein Tor fiel auS einem „Elfer".-—Am zweiten Tage siegte Wisla über den B. B. S. B. 4:1, neuerlich den Beweis ihrer hohen Spielstärke erbringend. . Die Grazer Hakoah errang bei dem am letzten Sonntag staitgefundenen Meeting des Grazer Athletikklub recht schone Erfolge. Pollak gewann das 60-Meter»Laufen für Knaben, während die 4XI00-Meter-Stafette als zweite durchs Ziel lies. Zum Stafettenlauf «Quer durch Wien" find bei 80 Stafetten genannt worden, was einer Beteiligung von 1200 Läufern gleichkormnt. ' Anitas. Das Training findet von nun an jeden Mittwoch und Freitag ab 8 Uhr nachmittags auf dem Rußdorfet A. T^-Platz statt. Sämtliche Läufer der Stafette „Ouer durch Wien" haben zu cy'chemen. Morgen Donnerstqg um 7 Uhr abends AusWußsitzung. Der Volkswirt. Zur Neuordnung unsxrex Staatsbahnen« ' '2hm Sarnt-Gecmain zurückgekehrt, hat Staats^ kanziler Dr.- Renner.einem'Vertreter der'SHweszex Depeschenageritur unter anderem auch mitgetE,'dW die Republik Oesterreich nunmehr an die BewältiguM der schwierigen inneren. Arbeiten'schreiten müssch' um die notwendige Neubelebung der dLVniederliegendeni StciütswirLschaft. in. die Wege zu leiten. ^" i „Nun wollen wir vor allem unsere Wasserkrä!stL' ausbanen und unsere Eisenhahnon- Zieren", führte Dr. Renner aus. Die•;katästroAslew' Verhältnisse.auf dem Gebiete unserer. Kohlenversörgünz dürfte^ in ihm die Ugberzeugung der dringendsten Durchführung dieses Arbeitsprogramms gMM HabM Die Eisenbahnen des alten Oesterreich, sind duW. die Bildung der Nationalstaaten in nchhxere selbstäMga Interessensphären zerfallen.. Das alte Netz des alten Oesterreich-Ungarn hatte int Jahre U913 die gewaltige Betriebslänge. von 46.195 Kikrmeter. Die „k. k. österreichischen Staatsbahnen" waren^ an dieser Ausdehnung, des BahnnetzeS mit 19.472 Kilometer beteiligt und für das nunmehrige- Staatsgebiet der österreichischen- - Republik verbleibt ein Verkehrsnetz von 50'62 'Kilo--. Meter, wozu noch die Eisenbahnen Westungarns. mit ungefähr 250 Kilometerhinzuzurechnen' wärentz Nun 26 Prozent der alten österreichischen Verkehrslinien sind also im Staatsgebiet unserer Republik verblieben. Den Anteil der deutschen Bed ien st ete n an dem altöstevreichischen Bahnnetz hat Sektionschef Ingenieur End eres mit 50 bis 60 Prozent veranschlagt. Hat Dr. Renner in der eingangs erwähnten Unterredung bloß die 'technisch-wirtschaftliche, .außerordentlich schwierige chFrage der Elektrifizierung unserer Staatsbahnen berührt, 'so sind zweifellos die' katastrophttlen , Verhältnisse unserer Kohlenversorgung richtunggebend für diese notwendige Aenderung der Betriebsivirtschaft unserer 'Bahnlinien. Diese unbedingt erforderliche Neuorientierung .unserer Kraftwirtschaft wird.mit Rücksicht ttufi-isie. besonders'. schwierigen Arbeiss-r Material- und EW-' Verhältnisse wohl bedeutenden Hindernisses begegnen. Äber die Durchführung dieses Arbeitsprogrammeß.mußbei entsprechender zielbewußter, den' BnreaukratismW möglichst aus schaltender Arbeit gelingen. - ' Die österreichischen Staatsbahnen werden jedoch noch, eine Reihe anderer dringender und besönberL schwieriger Probleme zu lösen Haben. Es istt die durch die Ablösung der nationalen. Verkehrsgebiete nunmehr besonders'' dringlich^ Frage bet R e o r g a n i s a ti a nder .GeschäfLsgcbarung. Von den großen verstaatlich ten Privatbahnen -— der Nordbahn, Staatseisenbahngesellscha^t und Nordwestbahn — bleibew nun-. mehr nur kurze Verkehrsstrecken übrig. Zurückgeblieben sind die Wiener Direktionen dieser zur Zeit der Priyattvivtschaft sehr erträgnisreichen Linien. Die Verstaatlichung -dieser- Bahnen hat eind gewaltige Vergrößerung dM. Personalstairdes der drei i genannten Direktionen zur Folge, gehabt. Verhältnismäßig gering war der. Anteil von tschechischen und polnischen. Beamten an der Dienstführung dieser Bahndirektionen und nun bleibt ein. Heer von Bediensteten zurück, die ihres Wirkungskreises verlustig geworden sind. Gestützt auf, die durch den Staat neu erworbenen Verkehrsdirektionen hat seinerzeit auch eine wesentliche Vermehrung -des Personalstandes des ehemaligen Eisenbahnministeriums! stattgefuttdeft. Hohe Beamtenstellen wurden kreiert und ein machtvoller Apparat - steht zur Verfügung, a'N welchem die Deutschen den hervorragendsten Anteil , besitzen. , '. Jede Maßnahme zu einer Modernisierung des' bureaukratischen Systems in der Amtsführung der . Staatsbahnen muß noch auf sehr lange Zeit hinauf an der schwierigen und fast unlösbaren Personalfr a g e scheitern. Das groß^ soziale P r o-b l ent eines durch den Krieg ohnehin hart getroffenen Beamtenkörpers steht einer durchgreifenden Reorganisation der StaatSbahnverw'altung hinderlich im Wege. Hier muß! man jedoch bedenken, daß die notwendige Neuordnung; der Staatsbahnen zu den dringendsten Aufgabeul der jungen Republik gehört. Im gewaltigen Wirtschaftsgebiet der alten Monarchie konnte man sich den Luxus kostspieliger imd passiver staatlicher Unternehmungen wohl noch leisten. Anders ist die Sachlage heute. Gerade die erträgnisreichsten Verkehrslinien , sind uns ' entrissen' worden und der alte, enorme-Kosten verursachende ' Beamtenkörper ist gebliebender - durch den Krieg in Not und Elend geraten ist. Hier harrt eine ganze Reihe von' schwierigen Fragen ihrer Lösung und nur eine von modernem, kaufmännischem, aber gleichzeitig menschlichem Geiste geleitete staatsmännische Führung kann' im Wege der mit so großer Machtbefugnis au§- gestaiteten „Reparationskommission" die richtige Lösung finden. Es wird sicherlich eine Reihe von. organisatorischen Fragen geben, die wir selbständig und unbeeinflußt lösen können und müssen, aber die Finanznot unseres Staates weist uns in' wirtschäftlicher Beziehung an die Sieger, die sich in der Reparattvnskommission eine Institution geschaffen haben, der wir mit allem, was wir besitzen, auSgeliefert sind.' Zwei große Richtlinien weisen den österreichischen Staatsbahnen ihre Wege: Soziale Fürsorge für das. Personal und unter Wahrung dieses durch die Not der Zeit gegebenen Gebotes diel driMegdr BelMllssW detz AljösterrMischen $umu«