Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 237 (16.9.1919)
- Date
- 1919-09-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 237 Wien, DienstaF ■K"1*11 ■ " »,» »' -»>»»>>»» .. « ■*>»■»■" UW!' I ' Telegramme. D'Armunzlos Putsch. , ^Lugano, 15). September. (Tel. der ,W'r. Morgeuztg") Die-Nachrichten über die Ereignisse in Fiume sind immer noch verworren und ungenau. Nach ,Corriera dclla Sera" hat d'A n nunz i o am 12. d. M. das interalliierte Kommando dort abgefetzt und die Annexion der S t a d r durch Italien erklärt. Die englischen nyd französischen Truppen haben sich.-iu ihre Kasernen zurückgezogen. . Der J^ormarsch d'Aummzios begann in der. Nacht auf den'12. d. M. von N o n ck r aus aus 4t) Kamions und sechs Panzerantomobllcu mit Maschinengewehren. Längs des Weges, vermehrte -sichder Zug. so daß schließlich dMmunzio über 10.QQQ Manu verfügte. Trieft w u r d e p a s s i e r t, oh u e d a,ß - das d a r t.i.g e Kommando d i e V o rg ä' üg e r e ch r?, e l 1 r g bemerkte. 15 Kilometer vor Fiume trat' der Kommandant 'der italienischen Truppen. General P ill talug ä, d'Cnnnnzio. entgegen, um ihn mm Rückzug ans- -usMery, gab aber nach kurzer Unterredung diesem ^und seinen Truppen den Weg frei. Zum Kommandanten der Truppen in Fmme' hat d'Annrmzio den ' Obersten .d.er Stoßtruppeu, R e-P e t t o, ernannt. Die M a n n s ch a f t e n der beiden itatiensichm K r t c g s s db t f r c int Hasen von Flüme, ^Einanuele Filibrrto" und »Dante Alighieri".' haben sich der Bewegung crngeschloss e n. Me Friedrich die Pogrome macht. Budapest, 15. September. sTel. der ..Wr. Morgcnztg.") Aps Gumd einer vertraulichen Weisung des MiuisterrateZ.wird vor allem di» Verkolgun g jener Bolschewiken oder Konjnnktnrkomnlunistcn durchgefübrt, die Juden waren. Ihnen wird auch im »Regelt Hirel". eure d'.c Tatsachen übertreffrnde 'Anzahl von Verbrechen angedichtet, um so,, zu dem Antisemitismus ein hllliaes Peopagandam ttel. 'zu haben. Hingegen hat es der Pressechef der Regternntz Friedrich, der frühere Journalist @ s a f (t t § zu bewirken vermocht, daß sein Verwandter^ der politische Beauftragte . für Kinowesr». Bela P a u l i k, seinerzeit - ein enrägrerter Bolschewik. nicht nur nicht verfolgt werde, sondern sogar-mrt der Stelle eines Sekretärs. beim St. Emmerich-- Kollegium betratst werde. Das -Sti Emmerich-Kollegium ist jetzt eme Zweigstelle der erwachenden Magyaren, das sich mit der Veranstaltung von Pogromes beschäftigt und offenbar für diesen Zweck erst nnlängst über Veranlassung des Kriegsmunsters S chm e tz er cuie Subvention aus Staatsmitteln im Betrage von 600.000 Kronen erhalten har. Die rmgarischerr TerrorheLderr. Budapest, 15. September. (Tel. der „23r. Morgenztg?) Zu den größten Bluthunden des weißen Terrors gehört den Sohn des ehemaligen Ministers Zichy, Graf Georg Zichy, der als Hwarenvberlentnant der weißen Terrorarmee Horthys angehört und sich nettlich öffentlich dessen rühmte, daß er in Ä e p s v drei I u d e n mit eigener Hand getötet hat. Die Getöteten waren alles-eher denn Bolschewiken. — Ein zweiter Held I dieses Kalibers ist her Oberlcutnant v. K m e t r, der im Bester Komitat sein Unwesen treibt und sogar schwangere Frauen nicht verschont. Kmeti ist ein Sohn des bekannten ungarischen Staaisrechtslehrcrs, der wenigstens bisher immer in der ersten Reihe der ungarischen Pazifisten genannt sein wollte. Die Lovaszy-ParLei. Brrdapeft, 16. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Vor.-riin'ger Zeit hielt die L o v a s z y - P a r t e i eine Sitzung ab, im-der die Beibehaltung des uationaldemokratischen Pcogramms.ausdrücklich.-beschloffeu wurde. Einige verkappte Klerikale sind red,LÄ über. Friedrichs Befehl trotzdem aus dem Kltib nicht ausgetreten, um als. Agents provpcakeu.ra von Zeit zu Zeit die Jnteieheu der Reaktion m der Unabhängigkeitspartei zu vertreten und eine Zermürbnng, ja womöglich eine ' Sprengung. der Lovaszy-Pärttt herbeizuführen. Lovaszy, der dieses Manöver von vornherein.durchschgnLe, macht«, bisher gute Miene .zum bösen Spiel, scheint aber, jetzt , entschlossen zu sein, auf die.Ausschließung der Friedrichspitzcl schon in der nächsten Sitzung hinzuwlrken. Wiener MorgenzeitnnA Dan? mrssprach für die warmen Sympathien, die'er während der ganzen Zeit seines Aufenthaltes in Kärnten diesem armen Lande entgegengebracht habe. Redner wies darauf hin, daß es vor allem der Anwesenheit des 22. italienischeit Korpskommandos nt Kärnten zu danken sei, wenn dem völkerrechtswidrigen Vormarsch der Südslawen vor den Toren der Stadt Vrllach Halt geboten und wenn Klagenfurt wieder befreit worden sei. Krrndgebungen gegen die schlechte Approvisioriierrrrrg in Graz. Graz. 15. September. (Korr.-Bnr.) Heute vormittags , sammelten sich vor dem Rathaus, etwa Kundert Frauen an, um gegen das schlechte Brot, die verminderte Mehlzuweisung.,den Ersatz des Mehlcs durch Haferflockev, die unerschwinglich hoben Fett-und Fleischpreise sowie wegen der schlechten Milchitnb Kohlcnversvrgung der Stadt zu demonstrieren. Eure mm Bürgermeister entsendete Abordnung brachte eure Reihe von Beschwerden vor und verlangte insbesondere die A u f h e b u n g der Z e n t r a l e n und . E i.it s ü h r ung d e s F r e i h a n d e l s.. Auch im Laufe des Nachmittags imd Abends fanden vor dem^ Gebäude der „Sielest" kleinere Ansammlungen statt, die jedoch von decSicher-- heltswache zerstreut wurden. . ' ~ Kaissr Karl geht nach Spanien. Paris, 15. September. „Victoire" meldet auS Madrid, daß der königliche Palast Magdalena in S a n t a n d.e r iustandgeketzt werde, angeblich well der frühere KaiserKarl dorthin übersiedeln werde. Russischer FronIberiHt. Bereinigung Lev Bolschewiken mit den turkestanischerr »Truppen. Moskau/ 15. Septeinbsr., (Funlsp'.nch.) Frontbericht,:. An der Westfront üb'-rschritten unsere Truppen die Luga. Wir stehen 80 Merst vor Dünahurg. Im Gebiet von Polozd über« schritt d^r Gegner, die Düna und drängte südlich von Driffa unsere Trupven' zurück. Im Gebiet von Bobruis? zogen wir un; bis 80 Werst östlich Bobrnisr zurück. Im Gebiet von Tschernigor^ rückten wir weiter vor. Bei Zarizyn schwere Kämpfe. Am 13. September vereinigten sich die t ü r k e st a n i s ch e n Truppen mit den bei T a s ch k e n t.o p e r i er e u d e u. wodurch d e r W e g n g'ch Tu r k e st a n für uns geöffnet wurde. 70 Werst südwestlich und 20 Werft südöstlich von Uralsk heftige Kämpfe. Tand, 50 Werst südwestlich von Aktsch'msk und Taguz, 110 Werst nordtvestlick des Kaspisees, wurde von unseren Truppen besetzt. — An der Ostfront gingen unsere Truppen in neue, 00 Werst westlich von Petropawlowsk - liegende Stellungen zurück. Im Gebiete vöu Jschim wird gekämpft. Bei Tobolsk fü' uns günstige Kämpfe. *- Dre VolLsaHftiMmrmg irr Tescherr. Prag, 15. September. (Tel.-Komp.) Der schlesische Natronalverband in Prag veröffentlicht einen Protest gegen die Entscheidung in der Teschener Frage und macht die Entente auf ihre Pflicht inlstnerksanl, dafür zu sorgen, daß di e A b st t m m ung i m T e s ch e M e r G e b r e t n n v a r t c i i s ch ü n d g e r e ch t sei. Diese Ausgabe sei für die Entente nicht leicht zu lösen, denn sie kennen nicht die Vorgänge bei g a l i z r s ch e n W a h l en. Deshalb werde schon im vorhinein ans folgende Bedingungen aufmerksam gemacht: 1. Die Abstimmung muß sich auf das ganze Teschener Gebiet beziehen. 2. Um jede Agitation unmöglich zu machen, umß das ganze Teschener Gebiet von einem«. Ententebeer besetzt werden. 3. Die Abstimmung darf erst nach, einer gewissen Zeit durchgeführt werden, bis die aufgehetzte Bevölkerung sich beruhigt hat. 4. Die Bevölkerung, die aus d e m L a n d e g' e j a g t worden ist, m u ß i n i b r e H.e i m a t z u r nck k e h r e u d ü r f e n. 5. In der Verwaltung des Landcs . nluß jener Zustand hergestellt werden, der vor dem 26. Oktober 1918 bestanden hat. 6. Das Abstimmungsrecht gebührt jenem Teil der Bevölkerung nicht, die aus Polen in das Teschener Gebiet übergestcdelt ist. 7. Die Aufsicht über die Abstimmung werden unparteiische ' Kommissione» führen. "Ohne die Erfüllung dieser Bedmgiiugen können wir, so heißt es in bem Protest, die Volksabstimmung tnt Teschener Gebiet überhaupt nicht zulasten. 16. September 1919 Steife -S^'- liflijei Größte Auswahl! Billigste Preise! Leopold Steinhart, Wien, I^BibWaße 9. T TWeshericht. ,. Abfahrt von achthrrirderL jüdischen Kindes. nach Holland. Die Ferienaktion des 'Jüdischen NatioualraleZ in. Deutsch-» österreich und der Sozialen Fürsorge der Frau Anitia MMen - hat Sonntag -den 14. Septernber neuerdings achthundert- - jüdische SCtubsr nach Holland entsendet. Die Kinder und ihre , Angehörigen sammelten sich im Saale der Produktenbörse, voir wo im geschlossenen Ztrge der Weg über die TabdrstrüfjL zum Nordweftbahnhose angctreten wurde. Der Kinderzug bewegte sich in größter Ordnung und war von den, jüdischen Pflegerinnen 'und Ordnern flankiert. Fahnenträger mit bec. deutsch österreichischen, holländischen und jüdischen Flagge er- - öffneten den Zug, der großes Aufsehen erregte unddurchdie musterhafte Ordnung sehr angenehm auffiel. Ans allenv Fenstern wurde den' Kindern zugewinkt, die mit Tücher»- schwenken dankten, rlnd vor dern Nordwestbahnho'fe wurden die Kinder von einem dichten Spalier erwartet. Frau.'! Aliitta Müller begleitet selbst diesen zweiten Transport nach Holland und Herr Dr. Rehmers aus dem Haag, der in Wien zu dem Zwecke weilte, das Wiener Judenelendi, zrr studieren, ist mit dvm Külderzuge nach Holland zürnst--- gekehrt. Am Bahnhofe waren Vertreter des Joint Distribntiön Committee des Jüdischen Nationalrates sund mehpexe-, Wiener jüdische Bürger zugegen, welchö der jüdischen Kmderhilfsaktion ihr besonderes JuteressL zuwenden. Für die liüte'v-? wegsverpflegung der Kinder ist von - jüdischen ' Komitees 'säirden einzelnen großerr Unterwegsstationen liestens vorgesorgt worden. Besonders ist noch zu bemerken, daß das. , Jqjntz, Distribution Committee für ° jedes jüdische Ferientind ^inen Betrag von 50 Kroneu beisteuert. ' Für die nach^ Trrestz entsendete Expedition-, Von der jüngst an. dieser Stelle^ -bel richtet wurde, hat das genannte amerikanische jüdische-Hilfskomitee außerdem sehr bedeutende Geldmittel vewilligt. Der erste' nach Holland entsendete Kindertransport, an, dem fünf-/ hundert jüdische Kinder teilnahmen, über deren Befindei^ fortgesetzt die besten Nachrichten Mlanfen,' kehrt ^oraussichtlich Freitag den. 19. S-ept^nrber nach Wien Zurück. ^_ . . . Eirr poLmsche.« OssiKer beschirWft' . - s - Morgeytharr. -. , ü Ein Freund unseres Blattes macht uns folgende Mit-, teilnng: Alls der Fahrt des Entente-Schnellmgcs von Prerau nach Wien ereignete sich in der Station Hohenan folgender Zwischenfall: Ein Paffagier der ersten Klasse ergmg sich wahrendder Revision iu Schimpfereien gegen d i e Juden und bchrentesich hierbei der denkbar g e^m e i n st e n A u s d^r ü.ck e.. Ein älterer Herr, der sich in Begleitung eines, amerikanischen. Offiziers befand, gesellte sich zn der Gruppe und -'stellte den' Schreienden zur Rede,/ worauf er in noch rüderer Weise' öorubtefetti beschimpft wurde. Der ältere Herr, der, wie sich herausstellte-.Herr,!. Morgenthan selbst war, vsraulaßte sofort - -. ft c 1X un g des Mannes durch d i e Volks.wehr,' was ungcheure-Z Aiiffehen erregte uich Hm-nMorgenthM.MW" Ovationen seitens des reisenden Publikums erntmg. Bci''der Aus-'- nähme des Nationales stellte sich heraus, daß der Schimpfer.der Ingenieur Julius Wagner, Leutnant der - polnischen Armee und Mitglied der polnischen Gesasidtschaft ist, Herr,; Morgenthcm wird dieser Angelegenheit noch bei der Wiener' polnischen Gerandlschasr . nach gehen. — Diese Mitteilung wird uns von Kondukteuren des Zuges bestätigt. . Kabrnettsretzonstimktion irr Ungarn. . Budapest, 15. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Graf , Emmerich C f a k h. der Außenminister im Kabinett Friedrich, hat sein Portefeuille uiedcrgclegt, da du Entente die V,iv1e Friedrichs wegen Anerkennung feiner Regierung bisher nicht beantwortet lmt. An seine Stelle soll Graf Julius S o m sfi ch Üetcn. der bisher nur durch seine Paralyse bekannt geworden . ist. . Man hat zu semen ..Fähigkeiten^ bte nran Nits der'Zeit seiner Tätigkeit in Paris und Berlin kennt, so wenig Vertrauen: daß man ihm als Staatssekretär den Antiftm'iirn P e k a r zur .Seite gegeben hat, der die Verhandlimgm mit'der Elitente 'ühien soll. Graf Delekh soll die Besprechungen über den Frieden emleiten. Zum Minister des Innern wurde?-'der Staatssekretär vonBenr'czky ernannt. Das Handelstzortsfcüitte ist noch nicht.besetzt üvorden. Der Abschted der Italienee ans KKrntsn. Ein yolittfch^s BankreLL. .BÄach, 15. Septcmhcc. ^orr.-Bur.) 'Gestern abends fand km großen- Saale des PorkhoteE ein vom Komniaudaiiten des königlich ftalienischm 22. Ailneekorps, Generalleutnant de B o n o, vcranstakteles Festdincr statt, zu dem eine Anzahl von Persönlichkeiten Kärntenserugcladen waren, darunter als Stellvertreter des ..Lreufilich ^abwesenden Landesverwesers von Kärnten, Landeörar H ö n l i n g e r, Landesv crwe' erst ellvertreter Dr. Iran ck, iemer 'Landcsbcfehlshaber Oberstleutnant H i t 111, der Bürgermeister yon Villach Dr. Strobl, der Militärbevollmächtigte der Landesregierung beim iialreuischcn Korpskommando. - Major Kliman.' der italienische Honorarkonsul de Marchi und der iialrenische Kainnicrdeputierte Crespi: Außerdem waren zahlreiche . Kommandanten, Stabs- und Oberöfffziere der in Kärnten dislozierte» italienischen Truppen anwesende -. .Wahrend des Diners ergriff-Generalleutnant de B o no das. Wort. Er hob hervor, daß der Friede soeben urltcrzeichnet. worden fei. Es lei die Pflicht aller.' den Krieg mit seinen sämtliche« Ursachen, Ereigmffen und Folgen nunmehr -m vergessen und an dm Wiederaufbau d e r F r r,e d e n s w i r tschaft und der Annäherung der Völker zu a r b e i t e n. Generalleutnant de Bono sprach die Ueberzrugung aus, daß der Aufenthalt des italienischen Korpskommandos, welches d.cser Tage Kärnten verläßt, dazu beigeträgen habe, die Menschen der verschiedenen Nationm zu nähern, indem man Gelegenheit hätte, sich gegenseitig bester. kennen zu lernen und sich näher zu treten... Redner gab auch der Hoffnung Ausdruck, daß die, iiälrenischcn Truppen in Kärnten sicherlich dazu beigeträgen haben, die BtuehMigen zwischen den beiden Nationen zu vertiefen. Die Militärkapelle der Brigade Piemonte,. die während des Dinerskonzertierte, spielte jetzt das Volkslied „Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt." . Im Nämen der Kärtner Landesregiermlg antwortete LandeS- ^at H ö n l i n g r r, der dem Generalleutnant seinen herzlichsten Konferenz der amerikanischen Ernährnngs- Kommission. Prag, '15. September. (Tel.-Komp.) Heute vormittags wurden hier unter Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Bara die für drei Tage anberaumten Beratungen d e r a m e r i k a n i s ch e n E r n 8 h r u n g s k o m m i s s 8 r c eröffnet. Unter anderen hatten sich Frl. Alice M a.s a r y k, Ernährunysminister Doktor Winter sowie die amerikanischen Kapitäne Shaw und Brown und Abordnungen der amerikanischen ErnährungskOMmissionen in O e si e r r e i ch, S ü d s l a w i e n, Finnland, Lettland, R u si l a n d, P o l e n und Rumänien eingefunden. Bürger-Meister Dr. Bara begrüßte die amerikanischen Delegationen in t f ch e ch i s ch e r S p r a ch e und dankte der Prager Konmuffion besonders dafür, daß. sie in- Prag selbst ungefähr 50.000 Kinder und in der ganzen Republik 400.000 Kinder ernähre. Er erklärte, daß die amerikanische Hilfe zur rechten Zeit gekominen sei. als d-e Hungersnot auszubrechen drohte. Fräulein Alice M a s a r y k dankte in englischer Sprache und schilderte die Ernährungsverhaltniffe in der Republik. Kapitän Brown erklärt^ daß der Grund für die Abhaltung des Kongresses im Studium der Ernährungsverhältnisse gelegen sei und gab die Versicherung, daß die Kommission auch weiterhin die tschechische ssiepublik unterstützen werde. Hierauf zogen sich die Kommissionen zu internen Beratungen zurück. Erhöhung der Brotrmd Mehl«suote in Böhmen. Prag, 15. September. (Tschecho-slow. PreßburO In einer Woche soll im ganM Gebiete der tschrcho-slowakrschen Republik die B r o tu n d M e h l q u o k e a u f z w ö l f K i l ogramm für denKopf und denMonat erhöht werden, was allgemein als eine gewaltige wirtschaftliche und soziale Tat angesehen wird. Der Münchner KommnniKenprozetz. München, 15. September. (Korr.-Bur.) Im Geiselmord- Prozeß beantragte der Staatsanwalt die Todesstrafe für die Angeklagten Franz Seidel, Johann Bidl, Schickelhofer. Josef Seidel, Höffelmann, Lermer, Pürzel, Fe hm er, Hannes und Niethmcier; 15Jahre Zuchthaus für den Angeklagten Gesell, 10Jahre Zuchthaus für' die Angctlagten Kick, Völkl, Huber und Schmittcle und den Freispruch des Angeklagten Petermaier. Kein rumänisches PeLroleum für EngZanÄ. Vnftarest, 15. September. (Tel.-Komp.) Das Rumänische Preßburcau meldet: Die zwrfchcn Rumänien und England eilt* geleiteten Verhandlungen;um Zivecke der Petroleumlieferimg Rumäniens an England scheiterten an dem formellen Widerstand Amerikas« Neue rumänische BanKnsteu. Bukarest, 15. September. (Tel.-Komp.) Das Rmiiänische Preßblircati meldet: In nächster Zeit wird das rnmämsZ)e Fiuanznuttisterium neue Banknoten herausgeben. Das hierzu nötige Akatcriüt ist im Anstande bereits augekauft worden. » Leorrid Andrejerv gestorbene Ein Telegramm - äutz. S t o ck h o l .m besagt, das; L e o n i b A n dre j e \v. ut: Finnland auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. .Die Ortschaft, in der er wohnte, wurde von bolschewikischen Fliegern beschossen und eine Bombe explodierte über seinem Wohnhanse. Er erlitt einen Nervenchock und starb an- Herzschlag. Lconid Andrejew, der ein Aller von bloß 4-8 Jahren - erreichte,' gehörte zu den größten russischen Dichtern und den 'bedeutendsten' Charakterköpfen der modernen Weltlitcratnr. * Jüdisches Realgqrnrrirftrnn. Die Direktion teilt mit^ daß Anmeldungen von'Schülern für die erste-Nasse nicht mehr entgcgengcuommen werden. Vorgemerkte .Schüler mögen ihre ' Dokumente Montag, den 15. oder Dienstag, den 16.d. M voü 3 bis 5 Uhr nachmittags im Bureau des Jüdischen Nationülrät'es'' lll. Taborstraße 20Ä) abgeben, wo auch Auskünfte -erteilt werden«.- Die schriftlichen A u fn g h m s p-r ü stil.-n-g e-ir werden Mittwoch den 17. und Donnerstag, den 18, SepteMec. um 8 Uhr vormittags in der Hebräischen' Schule, H. Große Möhrengasse 16, Tür 22, abgehalten werden. Der Unterricht wird Sonntag den 28. September beginnen.-, , . w Wiederaufnahme Les SchrreÄzugsAevkshrs. -- Die etwas aebcfferten Kohlenzufuhren haben die Bähnverwaltnugen, veranlaßt, sich mit der Frage der Wledereinführuiig der Schnell-, züge zu beschäftigen. Wie wtr erfahren, steht auf der S üdb ah'n' die Inbetriebsetzung der Schnellzüge unmittelbar bevor.: In erster Lmie wird es, der Schnellzug Nr. 1 (Wkm ab 7 Uhr 45 Min. nach Triest) sein, der wieder verkehren wird. Auch hie S,t a.a.t sb a h n s ch n e l l Z ü g e dürften in der nächsten Zeit' wieder, wenigstens teilweise, abgelaffen werden. ' -' * Die ForLevrmaorr an die ehemalige k, ru b. Heeresverivaltrrng. Der Wiener Magistrat erläßt. behufs Schaffung eurer Ueberficht über sämtliche gegen die Llcsüidiei'nngs-' masse der ehemaligen Heeresverwaltung noch bestehenden Mrde-'- rungeu eine Kundmachung, worin alle, denen materi'el te’ Ansprüche gegen die L i q u i d a t.i o u s m a s s e der ehemaligen Heeresverwaltun.g zustehen, .cingeladen werden, diese Ansprüche bei der -'Abteilung XV des liquidierenden Kriegsinluisteriums, Wien, lll./ Radetzkyvlatz, Hotel Hungaria, U. Stock, tunlichstmir 1. Oktober l. I. schriftlich anzumelden. Die Amn'e-lbmttzen habetiru getrennten Eingaben nach ' folgenden Kategorien von Ansprüchen zu erfolgen: 1. Ansprüche aus Aussolgung von dem Amneldenden eigentümlich gehörigen, in Verwahrung^.?Benützung oder sonstiger Jnnehabung der Heevesve.rwaltung stehenden Vermvgensobjekten; 2. Forderungen airs mil'.tärHchen Lrefcrungsvertragen, oder sonstigen mit militärischen Behvrden oder Anstalten abgcschtoffmen Verträgen; 3. Forderungell'Üus' sachlichen Kriegslcistungen; 4. Sonstige Fordernugen'' auf Ansprüche, insbesonder Ersatzansprüche, Fordernrigen an Personatgebübren nsw. Welche Angaben sede Av Meldung' iw eüthallen bot. besagt die Kundmachung des NtägistrateS' (Äbreilung XVI).