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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-16 · Heft 237 (16.9.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 237 (16.9.1919)
Date
1919-09-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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In Sen Bureaus des Nationalrates: H., Taborstvnße 20a, XX., Kart Meitzr-Stratze 5 iZroniftischc Bejükssektron Brigittenau), werden Auskünfte und Natschläge erteilt und die Gesuche um Aufenthalts- Bewilligung zwecks entsprechender SVeiterleitung übernommen. Sprechstunden von 0 bis 12 Ahr vor mittags Und 3 bis 5 Uhr nachmittags. - Das Präsidium. Oie WestösMche OrlEKtßerung. . .t.-'— vWieri, 1.6. Bpptcmbcv. ben „Wester, Abcndpost*, dem Winkel, iu stech zu den' Zeiten der Monarchie ' die i ossWseu MWe einandcx \Qutc Rächt wünWen., ^ccjtün^ef her aM iSaint-Germstin" rückMHsrt^ Staatskanzler.. i7bas. PHtzramm der Regierung' Äe erst, gebildet werben, iq(t teilte Borganher, die k. k.-.'Mmistrr'---tzvri-'iKäU. Josefs Wlthen,. wählten assl.SchastplG der MstreMng ihrer völksbeglückeicheri 'Konzepte, diei.--'ein fleißiger, m der Mrnst des Lesens. und SchreibenswoWrsahrener. ' Schreiber / . äugefertigt halte,' bas Parlament imb 'alsZeitpunkt, ihres. Vörlcagcs die PräfenMüng ihrer' bereits geörldeten. Regierung. Herr Dr. Renner aber.wandelt andere .Wege. Die von ihm effonnene Koalitions-Schiffschaukel senkt sich schwer ustbi gewichtig nach der schwärzest Seile; die Länder wollest «los von.'Wien", dU Urbeiterräte konfiszieren,' die MuexMte obstruieren^^ die BeämteMabotteren. Der>. sonstiges - stttMzahlentz^Mhel? Ä1' ratlos UM. rechts nach links und weist MM Hys das alles ste-, destten soll,. welchem Ziel Schiffer, und' Kahn Mteuem. DA tritt nun der StaatsKänM W üM - redet zM Mlke. Er ist ein Meister des Stils und' verschweigt. Meise so ziemlich alles, was die Kritik beschlistigen könnte. / _ Die deutschen Lllpenlande 5in der Sprache >dc Kronenschulden m bestiMMte feindliche AKsWndM. Von ittformieVtep Seite wird uns mitgetsilt: Mit Recht mutz jedermann, der Schuldner eines Staatsbürgers des feindlichen Auslandes ist, wegen der ALtraoung seiner Verpslichtungsn besorgt sein, da die Verschiedenen BsstlstLMmrgen des Hriedensvertrages den deuLsch» öfterreichifcheu GLäuöigern in N-rssn Fällen mit . schweren Nachteilen Ledrohen. Falls der Schuldner ein GSaaLsftrr<;ehärrger Frankreichs, Wrotzdritanniens, Italiens oder Rnmämeus ist (maßgebend ist dev Amfang dieser Länder«js.r Urregsheginn) und es sich hierbei um -Krousnschulden hmrdeLL, so kann sichrer denLschösrcrrsichische Schuldner von seiner Ver- PflichLnug dadurch befreie n, daß. cc den geschnrdrLen Betrag im Sinne der RetArjions^ verordumrgen, die gec.en diese Staaten erlassen ^wurden, bei der O e st e r r e i ch i s chungarischen Bank oder bei der P o st s p a r k a s f e zugunsten des betreffenderr fernd- Lrchen Ausländers erlegt. Da im FrievensvertraZe srrsdrrrMrch anerkannt ist, datz die irr den Kriegsgesetzgebungen getroffenen Maßnahmen als r e ch L s tz r ä f L i g angesehen werden, ist damit das Schuldverhältnis, soweit es die Beziehungen zwischen dem inländischeu Schuldner und dem ausländischen Gläubiger betreffen, g e l o st. Das KLM österreichische Wti; Abbau der Volkswehr. Linz» 15. Seprmiber. (Korr.-Bur.) Bei schzer .Amvciacheit »' dieses Söldnerheer liegtaber, darin,.daß sich viele VolsäiveWrutv MwöhWchen Mänäeo heißt, das Oesterreich'. . WM die zweimalige feierlW. Pwklauiierung- 'des . , ,, an Deutschland negaM ' ausgedriickt',.-'.d'ätz M die politische Gcmemschast Mt^en NatwnälsMen ählehnen. Hier stockt man . schon/ W's denn nicht uni- Mehrt gewesen? Lud da der Anschluß, den' das Stlbstbestimmungsrecht gestattG die. Entente aber verboten hat, Kühlungen ist, bleibtes bei der negativen Wllensmeinung? Kann es in der Politik, die ja die Msführnng politischer Ideen ist, überbauet eine Festlegung nach irgendeiner Sette ' geben, weil. doch düs Völkerlcben Kein abgeschlossener Zustand, sondern eine fliegende Entwicklung ist? Aber — sagt Dr. Renner — wir sind Zur Berstyndlgung nüt den Nationalstaaten bereit. Worüber? Vielleicht über eine wirtschaftliche Gemeinschaft? Das liefze sich hören und würde uns jedenfalls große Aspekte eröffnen. Wir müßten freilich, da die westen. Absatzgebiete unserer Industrie nur im Osten zu, erWiefzen wären, unsere Handelspolitik auf den. Osten Mnrichten. Brelleicht meint dies auch Ht.?Heilner?'.hych^' sstrMst er dies nicht deutlich aus.' .'Dangen.' wnft.'er.W...^ menir man so sagen .kgnn'/.^.-'GeWgLeit- 'nns-tter Politik.'die ^westliche -Aichüchg? . V-ll Deutsthösterreich •loat5ei.'fdneu-Sjttff; von nun-nb:»ach 'Westen.,' Ermüdet' durch'' Sit ün'gufijödufj^i' Mißverstirnd- ■ ‘Vn-tffe; tvomit ba$ ZnsÄMeülebeir init seinen oMchen uNechbarn .' uitfer Volt 'gequält hat,.. nicht -nMr gehemmt. dw:ch Rücksichten.quf werdende Kulturen und. ans . ftaatSrechttich« Best^bungsn .arrdersi: Böger, endlich ei» geschrofsenee Ra.t.'oi:alsra:tt von gleicher wirtschnsLMLU->und in- Lüz. gad S taütssrkruär Utr Hcerweim ,M,^/D e uks ch in - clucr- Bersarnuiluug dcs.SoldaieurcücS urnMsame -Auslliümlgm über den A b b-p'-u d e t V o l l s w e h r mtd die - E .r-, r i ch r n u g des.» -o u g e s. ch r i e. b e n^S ö l d n e rb e c>-e s. 9ö«ch cincwi.; Berichte des.• „Änzcu BoÜZblatt" führte der StaatssckrctäL unter auderem aus: In hie, pM.Wehrmacht,'- die em Söldnerheer fein .-soff und 30.000 Mann nicht überschreiten -dar!, - wrrd die Bvlkswchr - ür < ihrer Gesaurthrit übernommen .- werden,-kömre».....-Jeder Wehrmaun,,., der - sich nuwerben-» Wen will und. dm sirnürKen Bedingungen, mtsyücht. nM'slch"iür,s e ch,s. I a-b t t ,a Mt ö c ^.DimstMyd f eÄ ö Jab rö'-DiNistü« dÄ-'Nefe rv t vechsintpen.;f4Öie L3ed«MNgcu 1»L die!Ausyahitte ..sind, vor ntlenreM.üubescholtcn^s.Vorleben nnd dqnn eine. gezviffe .'Altersgrenze.- .-Es Wden nm- Äcute zwischen dem 20. und dem 40." NenLrähre.>.aMcnomMMr,v.'Es wird das Bestreben fein, solche Leute filiv bä« neue Heer M bÜorniucn, d^e Mchgckildet sind nnd sür düsen. Berns die nöLige-Ersahrrmg besitzen. Die Schwierigkeit des Übertrittes ans der.Pollswehr in glicht werben . entschließen föiiucn, einen so langiahrigen Bcrtrcig! eMugehen. Dazu.'kommt.' -daß... ibn.en der Staat, auch, wrnu sie i 12 .Jahre gedient haben, keinerlei. .Bersprechen. für die Zukunft : gMusküNrr.. äLenn.dre.Lenre'.lL Jahre gedient haben,, tömieu sie \ eventuell, weiterdienen, wenn sie aber. nicht bleiben wollen, daun; a,bt ,cs kernen Anspruch, daß sie > 'in eine staatliche Zivilsteffimg s übeuwunuen werden. . Die künftige Wehrmacht w.rd auch eine Bcrireinug bei tv!umcu'-MÜssen>.I damit ^die Mannschaft chrd° Interessen wahren kann.' Die .Interrssenvertretuyg darf.aber nicht soweit gehen, dan 1 sie'.-sich-- inrein -rrulstarische.Dwüru. cmmrw;r. AiaterieU werden. idiLWHruänM.. .inl.MWyKsM.c--. - Purdarmrrir . gestellt,., sem.- .,Dre. lieber}iumuur '-her BrMntthr'ut ■ | das neue FriedmAbcer Muß .drei.Mounle nach dcr--.Naüsi.;ieuulg dtzsMriedeusvertrages vollzogen' sein, also ungefähr bis.Eude dieses : lMrrs. R« -Leute/ -die. nicht m die ueue Wehnnacht. ^ruZ der! Voll?wehr übertreten - tänneri oder wollen, wird nach - Möglichkeit grsorgt werden, daß sie materieft nicht zu schwer getroffen werden.; ztsgen 7 im Irrnern/ retsch HDWsn '...«lch dam Frieheusverstag .rhiu.. dies . eStnöglichert, /wird DeutschiZsterreiÄ seine Vvlkswittschirkt ttviedsi:' LotMueb lsimi Besiegung ...«—. —. * Anärchie, der Nebetwindung physischer uild ^geistiger «Er- ». schlaffüng, der Ertüchtigung heS f ganzen: Bottes; der-^lust , richtung eines, wohlbisziplinierieu,!ans -Frslheit ^rheichLrt . Reckttsstaates! Diese' uachjttu Ptele .werden cho.n... der. ' NaLionalversatnmlung gewiitz nni Eikc" chltd' ^erffäiidnis ^.artfgegrtifen werden. ' ' . PeiMKzWWiLK MsMLTNLM von OstgMziEN. MLHrrsch - O-.ft.r s Ä, 1ö. September.. fTschecho-slow. Preßbur.) „K u r y. e r Povä tyn meldst aus R o w n s: Emer MygelsugLeK .R^chefchL Zufolge hat Derriknr vor dem BsplÄsisn Kiews P e L v u s z e w r e Z Zum G o u s c v n c n t uo « O ft g a lizre n ernannt. Ru-s^ Krek» mied gemeldet» daß D errikrn die AnabhänzLgkeit Polens ohne Oftgalizren, den Chslmer Krers rmd WolhMien anevkaE haL. Großartig. Wuudvrschön. Nur schade, daß sich der Weg zur Erreichung der Höhe der westlichen Demo-, kratie gleich anfangs stark uach rückwärts, nach dem Osten wendet. Die Grundlagen der östlichen Politik, die ihre geistigen Nährquellen in der innerasiatischen Stepve.hat, sind Gewalt, Unterdrückung».rücksichtsloses Anerkennung der Vodenständigkeit. Sind zu viele Fresser da, so zerbricht.man sich nicht erst lange den Kops, sondern wirst einfach die Ueberzähligen vor das Zelt. Kann , man sie aber nicht hinaüswerfen, so sekkiert man sie und klagt sie Mer Schuld an dem Mangel an. So-' lange, bis das übrige Volk den Sinn der Klage net-. steht und die Abschaffung der „unproduktiven Elemente" in eigener.Regie, besorgt. Das ist der Osten. Der Westen bekennt sich —- allerdings nur in der Theorie — zur Demokratie: gleiches. Recht, gleiche Pflicht. Der Staat ist nichts Dlnpersönliches, nichts - Metaphysisches, kein unsichtbares Idol, zu dessen Ehre Menschenopfer rauchen, sondern er ist der Bürger selbst,' dessen Verhältnis zur Gemeinschaft durch die Gesetze bestimmt wird, die er sclbst.beschüeßL.-und vertritt. Der Weg hat wie so vrel^i anderes Mch' Rescn Brunnen der"' menschlichen Sittlichkeit'' und * Freiheit verschüttet' aber aus - tÄrfend-^'Mchtn-' '' Äann, man' erkennen, daß die 'Nationen: dES Westens diegroße ^Gefahr r sehen, die-ihreri bürgerli - - im Un°' abhängigkeit > durch' eine neue-Verkleidung des Militarismus drohen, und in schweren sozialen Kämpfen sich dem Weg zirr demokratischen Entwicklung, zurwahren Volksherrschüft fteimacheu wollen, die dem. Einzelnen-die gleiche Dtt'anLwvrtüng Mutzt wie dem- Ganz'en. - Und wenn tauch ihre heurigen Führer im blutigen Rausch und Rauche des Schlachtfeldes Maß und Ziel verloren haben und mitten in-Eurova eine armselig mit Theaterslittern verputzte Hörigkeit ganzer' Menschhcitsgruppen auftichten und verewigen wollen — die Völker denken anders und der Völkerbund, der aufgebaut werden soll, wird nur sicher stehen, wenn die Herzen der Mütter und Frauen, die im Krieg unter milliottcnfachem Leid gezuckt haben, seinen Unterbau bilden werden, fester als Zement, weil er mit Blut gekittet ist. Diese Völker wollen nichts von Beschränkungen des Verkehrs, der Wohnung, der Bewegungsfreiheit wissen. Sie werden es sicherlich mit Freuden begrüßen, wenn die Politik der österreichischen Republik sich auf den Weg, begibt, der zu ihrer Auffassung von: Staat und seinen Gliedern fiihrt, der die Mittelalterli6)d Unterscheidung zwischen Stratsvolk und Gastvolk in das Massengrab des Krieges bettet. Einstwellen aber stehen sie und wir alle mit großem Befremden vor einer'Politik, die mit einer generellen Ausroeifung von Fremden ihren Anfang nimmt. „Du gleichst dem Geist, den Du begreifst, nicht mir." Das. ist ' nicht das'Ideal' des ,wohldisziplm'erjeu, auf' -Freiheit ruhenden Rechtsstaates, den Renncr', der reine iTor, erträumt. Das sind vielmehr, die Erschemnngs-- 1'drmen der Anarchie, der phhsischen und geistigen Erschlaffung; Auswüchse einer Moral,. die den tiefen und letzten Sinn dieses Krieges Noch nicht erfaßt hat: ^Die Befreiung der weißen Menschheit von den <^echtsuüfsässungen mongolisch-sarmattscher Tyramiei. - Die Botschaft, die Dr. Renner verkündet,^ hören wir. Wir wollen ihr gerne glauben. . Aber noch -fehlt uns hierzu Grund und Anlaß. Wir wollen-Höffen, daß'es ihm gelingen wird,- den.Antagonismus zioisWn^ Idee und Wirklichkeit zu überwinden. ■V **vm»

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