Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-09-07 · Heft 229 (7.9.1919) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 229 (7.9.1919)
Date
1919-09-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979306--02037-2987507
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

(fönygitfttiupftutt. - - Krri» SMS H»Lrr fH*M Wtt 8*fMba| <*• 0«»r tz....» v.~ i'-fläsSS** * " « »«ljrfay^lg . „ 40.— 80*-** <W vostverfandr st«*. . . .K 7JB0 4 . tlföiptijl •'„ L2.—>;} 88*«* Ssy toS« $fe Nr. 229 Wien, Sonntag, den 7. September 1919 V^rrssrnrprar r^," Ureks S«'H«L« V»a»«»»r<rNa«O» jrtwif« f&r 2 a« Anslsn-r WsnüÄ'cch . . .L 8.80 M-r^rjührrz. ... SS- ^atb^crkxt'rs . . ., 150.— •"*. m #3.— £ls^ ü liiSan «. 7.b:i: i n.;A t ■1 üön: . Mi»», XX. T«darst* «ß» $V. ’.—"i Voftfpa»k « ssyn-Aontr» *Jle. 1.V.M5H» 1. Jahrgang bis " zur Zurück zur Arbeit! —7. Wie«, 7. September. Deutschösterreich unterschreibt den Friedensvertrag. Die Nationalversammlung erteilt ihre Zustimmung imb Staatskanzler Dr. Renner, dessen Verdienst um das Friedenswerk nicht warm genug gewürdigt werden kann, wird am Dienstag in Saint-Germain seine schwere Ausgabe zu Ende führen. Mit der Zeremonie der Unterfertigung des Friedensvertrages wird einem Zeitabschnitt ein Ende gesetzt, der durch seinen zwischen Krieg und Frieden schwankenden Inhalt, hie Leiden der Völker unnötig vermehrt hat und der an Schmerz- Hastigkeit und Schwere seiner Lasten noch die Zeit des Krieges übertrpffen hat. Nunmehr ist der Krieg auch äußerlich, völkerrechtlich vorbei.. Deutschöfterreich ist als Staat anerkannt..Es ist wieder Frieden. Es ist Zeit, das Weinen am Grabe der Monarchie einzuftellen. Es ist wieder Frieden. Und es ist Zeit, zur Arbeit zmückzukehren und all die trostlosen Reflexionen auszugebech die an die Ereignisse, die noch so nahe hinter uns liegen, geknüpft wurden. Die alliierten und assoziierten Mächte, deren zahlenmäßige und technische Ueherlegenheit, deren bessere Organisation und höherwertige Politik,, deren innere GeWossenheit und bessere Wirtschaft den Sieg über das nur .auf Gewalt gegründete MMärsystem der Zeiftralstaaten davontrug, stich nichtmehr Feinde. Sie versichern im Frieden, , daß sie die .wirtschaftliche Entwicklung Deutschöfterceichs wohlwollend fördern wollen, und nach der ganzen traurigen Sachlage bleibt ihnen auch - gar nichts.and eres übrig, als. den bis Zum Ausbluten ern Schuldner zu WM.' .'Hn."ßas. Mand^ nicht r .EnyrMertzny. zu steigetn/ .^Milich' hört . .osterreiW^dem, ..sogar der selbstgewählle Banie. gestrichen wird, auf, ein selbständiger Staat t zu sein. Es,^verliert die Freiheit feiner EntsWeßungen stach außen, und gerät, an Händen undi Dßen gebunden, unter die Oberhoheit einer. ^chär'attqiw'KöMnsfton, W jede LeüeNsüußeruNg des liegenden Staatswesens zu kontrollieren wird. Ahrem Wohlwollen,' .ihrem gefflhl wird ein Gebiet anvertraut, das tMen Rest eines noch vor kMer Zeit so mächtryeN Staatswesens bttbeV rrtltJ feiner ©rbfä^aft belastet wird und in seinem Namen nach dem Willensgebot der Entente für ewige Zeiten die fluchwürdige! Erinnerung an die Monarchie wach erhalten soll. Wäre diese Monarchie besiegt, aber unzerstvrt aus! dem Kriege heroorgegangen, so .Hütten ihrkaum schwerere ENtschädigungslasten aufgebürdet werden' können, als sie' Deutschosterreich tragen' soll! Die Re-' parationskommission wird viel Großzügigkeit und Gerechtigkeit aufwenden müssen. Aber auch Deutschösterreich 'muß mit voller Loyalität - und in dem ehrlichen Willen zum Frieden m die neue- Zeit hineinschreiten. . Seine ganze Bevölkerung, seine Regierung/ - seine Behörden müssen die alte Zeit vergessen - und nur - die Heilung der Wunden denken.. Diese Aeberzeugung, daß die neue Epoche neue Methoden - erfordert, ist noch nicht Gemeingut' geworden. : Es. -gibt: noch Heute, in diesem Staat, die von einem Bachekrieg träumen und die das so rnenschliche Gefühl des Schmerzes- Mer.» den ungerechten Verlust von Volksgenvssewdazu-benützen - wollen, ein . politisches-! SLchpchrn.,. HUvkochen.> Diese Leute sehen die Unterfertigung.: des .Vertrages? mit scheelen Augen an. Sie hetzen' und schreien, weiter, sie sehen nicht, daß die Bevölkerung, widerftandsunfähig ist/ ohne Nahrung, ohne Waffen, phne^ Kleider. Sie protestieren gegen biev Unterfertigung» haben aber nicht djur Mut» daraus, die notwendigen Schlüsse. zn ziehen. Italienische- Truppen nftchen; üt; Innsbruck. Ungarn bebt unter dem' Marschschritt der, rumänischen Armee. Was wäre wohl das,/Schicksal, Deutschösterreichs.- -Da die Entente NWtMMoMKe Kontingente verfügt, iivürde sie die Südflgwen in Hmz einrücken? lassen, würden rn-WieNi ,und-! Lipz , die- Bajonette der tschechischen Legionäre^ blitzem -' Welches Los würde dann wohl den deutschen. Würgern dieser Gebiete erblühen! -?? Der Vertrag:ist so., wie ihn die.Entente.aus.den. Es ist notwendig, daß die Arbeit wieder beginnt., tzie zu politischen Zwecken gebildete Koalition der Arbeiter und ' Bauern muß ' einen nnrtschastlichen Inhalt be- Die AnLerfertigUNg des FriedeNSVerLrages mit , großer Mehrheit beschlossen. Die hat gestern mit 74 Stimmen Mehrheit dem Staatskanzler Dr. N. e n n e x die Ermächtigung erteilt, den FrieÄensvertrgz M unterfertigen. : ______ MMeell SembKLs KnMMerrede. Polen als Keim - Mkünftiger Kriege. KoLonisterung Rußlands durch ' DekLWLand. — Die Abrüstung. B e r fai dl e s, 6.September.(Korr.-Vur.) Zn seiner vorgestern in der Kanrrrrer gehalLenett Nede führte Mareekl.S em f) at LAS: Die WLederherftellnug Polens fei vsn der gLftrmten Wett gntgehsißen worden, trotzdem habe man diese Befreiung dergestalt arrsgesührt, daß sie die stLrkstrn Keime eines Zukünftigen Krieges * in sich trZgt. Ganz R n tz l a n d f e r g e g e n F r s n k r e r ch, nicht nur dis Bolschewiken, auch, die revolutionären SoZiMsLen beklagen sich, daß inan sie verlassen habe. Deuikin und Kottschakwoltten ein einiges^,WußLanh. .Trotzdem hätten die Alliierten bereits .emer ZerftrrckeLung . Rrrßlarrds . ZregeftrmmL, - wie.'^ LeispLeLsweise Ln der- Akraine. Eine -derariige PoLML nrWe ----- -- - . Rntzlknd' in' die' Arme Deutschlands treiben. Dsntfchland hahs nachr'seinem Siege das Zarenreich kolonisieren WsKen. Gslperd s es ZetzL «ach seiner, MsÄerlag^ viÄ.Mehr k o-L o n L s L e r e n können, Haben doch DerrLfthland-.. und:Rußland, die-polnischeDrage. Frankreich auf Len Hals geladen. Man habe DeNLsMand nicht" ekLwaffne^ -MliLLrWe^WVantiWWrmten Niemals "moralische Garantien ersetzeG. Werrn ^rsM^H^^d^,WDWrMAALKM.tMW^H^,Mhindsvtt. woJe? msiffe e§ -. ein Jdeal.. ,dM, G e pach"t^.EEi't Mh.'d^'-MMlche^AEäes anfftellen,. es dürfe aber-sich nicht das. Äns-, sehen einss ü h c r t ri e h,e «^ElGH.OKe-r in-1r's.m-n-s geben, wie dies seitens der AMiertenf gefchshen-fei,.. PsM.Bölkertzzind ermZrrte-man- Me ALrüstnug. Wenn er die 'srforderlWa "'Sichernn'g-' brirrtzsn "foLLe»,wüßte« alte'.Staaten ihm angehörer, Äaü«. - erst. könne-'"- Man' -dis - M'er.k'M't w.o r t lLchLr eit rr rn Kriege, feststelle»' und-> d.le Schuldigen . HestrWsi^Wtz-,ser..MnAHGn ArLLz! der Sieger, sendsrn das LlrteU der zivilisierten PSltzer. Dass ÄLdm^i.UMchMWA'' ' ' -:v der MerKMonaleK Zugs - }' " Mna MyM MfMr DelegaLron an dis Konferenz. .'^^-,,-S'a^-n^L)-Me!rM'MM^6.-NSeptember. (Korr.-Bur.) Die österreichische F^ied'e«"S» de:l eg-ntro n-rn-SKÜlch-GermainihaL an den PrLsidsntsn der FxiedensLonferenz eine fl&ic ■ gMchtSt, '"Nt- Her-dafaÄWWswiefsO'wird," daß «ach , einer ZeLtnngsmsldnÄg die Schaffung svon AoniW: L-wx-UHaFO i nd n n g e n ■ zwischen' Paris u n d W a r s ch a n -svfvie" zwischen. P a r i a r'ast-i«s-?Pnge gefaßt wurde, von denen k e i n»e ü d e r O e st er r e i ch^ e zi e h u n g,s.'w.e i f e Wien ' führen soll. Die Rote führt ans, daß eine derartige Ä^sschaltung Oesterreichs und Wiens vom direkten intsrnationalen Zugsverkehr-^erirs' n s n s f.ch w e r e S.ch ä.d i g üng des Landes bedeute, dessen Frerndsninh.nstrie dädnrch gefährdet würde. Es wird darin erinnert, daß die aLüerten - und--assoziierten- Mächte in ihren; Begleitbrief - vom- "2. September versicherten, die unglückliche 'Lagb Oesterreichs Nicht'erf-ch-weren und feinem Volk nach Kräften helfen zu wollen.;ImHiNblich üus..diefe.AKchernyg HMden ^des^Pvasident "der - Friedenskonferenz sowie der ^Oberste'HatErsucht, ihre. UMmerKsarnkeit Ms ^diese'wichtige Derkehrsfrage za lenken ru;d!bsr den beteMgten Mächten dyhin zn wirken/ daß Oesterreich bei Einrichtung des Luxus- ^«gSverKehres nicht übergangen werde. : Kommen s undf' attch' * die Bürger umfassen:; Es ist verl! stäridlW. wenuÄeine .ins Angkück' geratene 'Fmmlie' - ihren - Jammer^ ^beklagt; aber einmal Kommt doch der- : AutzenbNWMrw Gec-l wieder. zur^Arbeit! znrückkehren *; mufe wenu-'sie-.nicht ewig AlNlosdnempfänger fein ■ j soll; Deutschöfterreich emuß - >ein -fteiyeMches Land -Wörden, das die Arbeitsenergie' eines jeden Bürgers'! für' das i. großegemeinsame. Interesse nutzbar macht:! Die- Schuldknechtschast bald zu ^beenden.undaus der? demütigenden Rolle;der Kolo.üe.Für tatsächlichen An-' - abhünaigkeit.zu "gelangen. ' ' r - - > v. i Das- Schicksal. Dentschöstetteichs -hängt in erster Linie von der Reparativnskomnnsswn ob. Dann aber von der. .Entwicklung -der Millionenstadt Wien, der gess.igeil und kulturellen Metro-- pole eiu^ Kleinen Landes. - Die Anziehungskraft Mens ist durch .die.. Kriegsniederlage gesunken. Stz . zu . .heben,, ihre' unvergleichlich günstige geographisäje Läge onszunützen, ist'fast die eiirzige Ausgabe der Regierung und der Verwaltung dieser Stadt. Wien' kann ein wirtschaftlicher Breimpunkt Europas werden, wenn es gerecht und demokratisch geleitet wird, werrn sich jeder in den Mauerrr dieser -Stadt wöhlfühlen Kann. Jeder Rückschlag, jede Ab« -lehnung des Fremden, in welches Kleid immer 'sie fick ^hüllen mag. bedroht die''Existenz Wierw und damr Mtch'- jene Deütschösterreichs. Nicht' Raunzerei. ind)i .RAckständigkeit, - sondern nur Freiheit - und 'A-beü kann uns-Kelsen. ' - . .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.