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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-05 · Heft 227 (5.9.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 227 (5.9.1919)
Date
1919-09-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M 22?' Men, Freitag -- <-»»»-.^., — ...'.if.-. .|-i..';f •*f'Hnif.XT'>t«»»mi — —.. i ■ imi<i«irH»B»'MWH TelbAMMML.^ Tavdien ^egen die Annexionisten. Französische Kammer, . Paris» 4. September.. (Korr.-Bur.) In Fortsetzung der Erörterung des. Friedens,Vertrages, hielt Tardieu btc angeküudigte große ßtede, worin er auf . die gegen den Friedensvertrag vorgebrachte Kritik reflektierte. Er verwies die Annexionisten und Anhänger einer unbeschränkten militärischen Befchnng darauf, daß Frankreich durch dm Bericht.auf gewisse persönliche Bürgschaften de'tt V o l k e r b o d ertii.o g,l i ch t juitb dafür .die Solidarität und das Bündnis Englands und der Vereinigten Staaten gewonnen habe. Für den Fall, daß Deutschlanddarach dächte, uns mrzugrcrjem würde der bestimmte Charakter' unseres eng e n B"ü n d n i s s e s mit England und, den Vereinigten. Staaten es daran hindern, seine Absicht zu venvirilichcn. Die Wiedervereinigung Elsaß-Lothringens mrt dem Mutterlände konnte gemäß.den Grundsätzen. des Rechtes durchgeftihrt werden. Sie (Mattel uns, uns auf das Recht unter allen Umständen zu berusen, aber eure An n e x i o n n e n e-r G e b i 11 e hätte allen Begehrlichkeiten Tür und'Tor. geöffnet, alle Gelüste, Rivalitäten und Lcidenschasten entfesselt. Aber selbstieine einfache Besetzung wäre ein s ch w e r e r' Fehler gewesen. Soll damit gesagt sein, daß wir uns durch ein trügerisches .Vertrauen einschläftrn lasten können? Davöil-M'keine Rede.-Der Bötkcrbünd. ist zu einer Kontrol l e berechtigt, btc er wohl ohne Zweifel ftstlcgcn und in der Zukunft noch aliSdchnen wird. Seme Wachsamkeit und die uillerige werden nicht, versagen.. Mau sagt, daß der.Vertrag die. Einheit D e n t sch l a u d s fest: g t und eS ist zweifellos, daß man sich in Berlin hierdurch in seinem Unglück getröstet hat. Sowie es Deutschlands Art ist, denkt cs natürlich daran, seine politische mtb wirtschaftliche Macht zu erhöhen.- Es ninunt. sich vor, in irgendeiner Form dir Hilfsquellen Rußlands s t ch die.N st b a r z n in a ch e n, und da wird die Diplomatie ohne Unterlaß wachsam sein müffen. Eine. .Pariser KrMK des Begleitschreibens. Sairrt-GeemaUr, 4. Septenlber.' (Körr.-BurZ Das einzige Blattsdas bisher zum Fricdeusvcrtrag ' ausführlich redaktionell Stellung genommen hat, ift das „Journal des Debüts", das zwar zu erweisen sucht, daß'Oesterreich als besiegtes Land keinen besseren - Friederrsvertrag erwarten konnte,- nn übrigen aber gemäßigtere Töne anschlägt als man es sonst von dieser Zeitung gewohnt tffi Der Artikel kommt auch aus den Begleitbrief zu svrechrn-nnd sagt: Vielleicht wird man eine-Spur von kindlicher . Pedanterie in dem Vorwurf finden,, den -der Begleitbrief dem österreichischen Volk macht, weil es den Unternchmuffgen seiner Regierungen nicht enlgegentrat. Es war nicht so lucht, die Idee eines Widerstandes - gegen ein traditionelles Regime zu fassen und d.nrchzmührcn, dem gegenüber man an Gehorsam gewohnt war. Freilich kann man Oesterreich die Folgen seines Handelns »licht ersparen, wenn auch' unzweifelhaft eine - gewisse Naivität darin liegt, Oesterreich in dieser'Weise vorzuwerfen, daß es nicht revoltiere. Rumänischer Protest gegen den dstrtfchöstLrreichischen Friederrsvertrag. SarnL-Gevmain, 4. September. Nach dem „Journal des DebatS" meldet die rumänische Korrespondenz Dacia, daß dem rumänischen Delegierten in Paris, M i s ch u, bereits ein von ihm zw überreichender formeller Protest gegen die Rumänien betreffenden Klauseln' des österreichischen Vertrages Angegangen sei. Kein Irdischer ProLest . Hegen "dön Friedens- 'i > (' '' ""'i nertrag^ ' Saint-Germaini» 4. September. ^Temvs* und „Journal dcs Debals" bringen die anscheinend oifiziöse Meldung aus serbischen.Kreisen,- wonach Serbien n i ch.t d i e A b s i chck habe, ..die Unteneichiumg des österreichischen Vertrages zu v e rw e i g r r n,. .sondern .nur darauf bestehen .- wolle, .-das; der Minoritätem'chntz auf die während dieses Krieges an Serbien gefallenen , Gebiete beschränkt. bleibe. Eine Ausdehnung des Miuoritätenschtttzveriragcs auf . alle vyn, Serbien seit 1913 erworbener Gebiete, könne nicht ^ugeständen werden. Die Anträge der Senatoren Knoxrmd Lodge. Haag» 4. September. Ecl.-Komp,) Hollavdsch Nieuwsbnreau meldet ans. Washington: „.New Aork Herold" berichtet: Die Senatoren Knox und. L o d g e haben jetzt ihre Gesetzentwürfe zur A e n d er« nvg des Sri e d e n sabkommens und des Bölkerbundvertragcs ftrtiggcstcllt. Im allgemeinen gehen die Vorschläge, aus folgende Punkte hinaus-: I. Sicherstellung, der Mcmroelehre. 2., Selbstregelung interner Angelegenheiten. 3, Das Recht, Krieg, zu erklären, bleibt dem Kongreß v'örbehalten, sei daß nicht d'er Rat des Völkerbundes, sondern Amerika die Entscheidung hat. Die aghpttschs Anabhängigksitshswegüng. VersaiKes, 4. Septembers (Korr.-Bür.) Nach einem Londoner Telegramm des „Temps" meldet die. „Daily Mail" aus Kairo, daß der Führer .der nationalistischen ägyptischen Delegation in Paris, Za.llnt P as ch a, nach Kairo telegraphiert habe, der a111crifnnil chc £ a: ti:sausschuß für auswärtige Angelegenheiten habe A e g y p t c n f u r u n a h h ä ngig erklär t. Diese Nachricht habe große Bewegung hervorgerusen. Am Sonntag hätten in Kairo und Alexandrien wiederholt Kundgebungen stattgesnnden. -- Auch' der Berichterstatter des „Daily Expreß" meldet, daß die ägyptische Presse un Tone anmaßender werde und daß'die Lage aufs neue beunruhigend sei. Die englischen Soldaten , erhielten Yen Befehl, nur bewaffnet anSzugehen. Bündnisveshandlungsn Mischen Polsn sind RttmLnieü..' Zürich, .4. September. (Tel.-Komp.) Wie die „Neue Zürichec Zeitung" berichtet, sollen demnächst B ü n d n i s v e r h an d l u n g e n zwischen Pol ui und Rumänien beginnen. Dieses Bündnis sicht unter., anderem die Schaffung eines Handelsweges Galatz—Danzig vor. Eine Ententsmifsion in Kawenetz-Podolskyj. Kameuetz-Podolskhj, 4. September. (Ufr* Pressedienst.) Hier ist eine E n t e n t erat ff ion, bestehend auZ französischen, englischen nnd amenkanischm Offizieren, eingetraffeu. Enver Pascha im Kaukasus. Versmlles, 4. September. Wie dem „Jntranfingeant" au3 Genf getneloct wird, wurde im Karckasus die Anwesenheit Ettver PatchaS gemeldet. Mau ermattet dort nach beut Abtransport „der knglischerr Truppen, der.Md,ersten wird, schwere Zwischenfälle. Wiener MorgenzeiLung vararyf.rwasri-vi..... >. .> .....i - .. ..-. .- > (Sin Bombenattentat gegen den ägyptischen Ministerpräsidenten. London» 4. September. tKorr.-Bur.) „Daily Telegraph*, zusolge ist' in London die Nachricht ringetroffen, daß'ein Attentat auf den P r emi e rm i n i st er von Aegypten unternommen worden ist. Es wurden Bomben aus ihn geworfen'; er blieb aber unverletzt.- Kronprinz Ruppsecht an den öriyrischen^ . '- LanÄtcrg. - -. E!r:r ^LereffauLe Knndgebnng.- '..ff ' v München, 4. Septembsb. Die „Münchener 'Zeitung" - veröffentlicht ein Schreiben des früheren bayrischen Krön». Prinzen Rupprecht vom 2. Sepk., das er an den Präsi-detrteu des .bayrischen Lcnrdtages gerichtet hat. In diesem Schreiben drückt Rupprecht zunächst seinen Dank dafür aus, daß. ihm die bayri-, sche Staatsregiertrug das ihr allein" noch zustehende Recht des ' moralischen Schützes ihrer eigenen Staatsangehörigen zugestehe. Von diesem Schutze werde er nötigenfalls Gebrauch machen. Hierauf begründet Rupprecht aüssührlich,. warum er-, das ihn: von einem befreundeten Staat -'gewährte Gastrecht p ausnütze. - . Er -führt ans, baß er per sö'nlich die monarchische .Staatsform für lebensfähig hg-lte. Da^ er aber in der Monarchie keinen Personenkult, . sontzern ein geistiges Prinzip sehe, stehe für ihn über jeder Dynastie das, Land. Deshalb verlange er von sich selbst, wie von jedem deutschen Fürsten, daß er sich vorbehaltlos der staatlichen. En t w i ck l u n g s e i n e r H e i m a t füge und alle - Versuche weit von sich weise, durchfremde Wünsche unterstützt, sich in - den inneren Gestaltungsprozeß einzümengen. Er habe bereits anfangs November 1918 eine dahin gehende, öffentlich bekannt gewordene Versicherung abgegeben, und zum äyßeren Zeichen seiner Eutschloss-nheit zu. solcher Zurückhaltung und. Einrecht gesucht und gefunden. Das- Einfügen in die Bedürfnisse orünung in «den Willen der 'Heimat 'habe er .fremdes Gästder eigenen Heimat sei für die Deutschen jeden Stammes das Gebot der Stunde. Die „München-Augsburger Abendzeitung" fügt zu diesem . Briefe goch hinzu, daß der bayrische Kronprinz am 29. August seine Verlobung mit der Prinzessin. Antonie von. Luxemburg gelöst habe. Gegen das franzsstsche AttimaLrrw. München, '4. September. Die „Münchener Neuesten Nachrichten wenden sich gegen das französisch« Ultimatum und die Note Cleinenceaus wegen Aenderung der Verfassurrg. Diese Note bedeirte die Zumuttrng auf die staatliche Unabhängigkeit und auf den Besitz der wichtigsten Svuveränitätsrechte zu verzichtete. Für das Ansinnen eurer 'solchen 'Selbstabdankung könnte es nur eine strikte Ablehnung geben. Die Tefchsnsr Frage irr der tschecho-florVakischen NaLivnalVersaMmLrrrrg. Prag» 4. September. (Tel.-Komp.) Die nächste Plenavsttznng der tschechischen Nationalversammlung findet Mittwoch den 1V. d. M. statt. Mmistcrpräfldent T u s a r kündigt für die erste Sitzung eine Kundgebung über die Teschener Frage cm. Es winde bcschloffen, über, diese Erklärung unverzüglich die Debatte zn eröffnen. Seitens der Nationaldemokraten wurde eine dringende Anfrage in der.Angelegenheit des Verhältniffes zu den Deutschen Lnseknndigi. - Die Ministes Praschek mtb SLribrrch des tzasasdspLeres beschuldigt. Prag, 4. September. (Tel-Komp.) Wie vor'längerer Zeit gemeldet, defrandierte der Beamte , der städtischen Sparkasse, M e st e k, 270.000 Kronen, die er im Hasardspiele durchbrachte. Er wurde verhaftet und es wurde gegen ihn die Strafanzeige erstattet. Wie nunmehr aus der Untersuchung durchfickert, find die übrigen Personen, die nnt Mestek gespielt haben, Großkaufleute uni» zwei Minister. Die Tatsache steht bereits fest, daß an den Hasardspielen im tschechischen Repräsentationsl>ause unter anderen, wie ein tschechtsches Blatt meldet, auch die Minrster Praschek uni» Strib rny teilgcnommen haben, welche auch mit dem Defraudanten spielten. ' . . ' Dis tschechischen Wanken ziehen sich aus Galizien zurück. 8 Prag, 4. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg/^) Die Zentralbank der tschechrschen Sparkassen zeigt an. daß sie infolge der geänderten allgemeinen Verhältnisse ihre Filiale in Krakau ausgelassen habe. Die liquidierende Abteilung amtiert vom 1. September ab in den Räumlichkeiten der Prager Zentrale. LohnLewsgung der Prager SchLuspisler. - 8 Prag» 4. September. (Tel. der. „Wr. Morgenztg.") Die Angehongen der deutschen und tschechischen Bühnen stehen in einer Lolmbetvegnng. Sie' traten an die Bühnenleiter mit einem Kollektiv vertrag und einer Lohnerhöhung heran und drohten im Falle der Nichterfüllung mit Streik. Proteftkundgedungsn tschechischer IttValider» « Prag» 4. September. (Tel. der „Wr. Mvrgenztg/) Heute vormittags veranstalteten etwa 200 Invalide eine Protestkundgebung gegen die beabsichtigte Versetzung der Invaliden .in deutsches Gebiet. Der Wucher in der Tfchecho-Slorvakei. Prag» 4.-September. (Tschecho-stow. Preßbew.) In der Sitzung der Parlamentskommission der KoalitionSparteien fand eine Debatte über den neuerlich überhanduehmenden Wucher statt. ES wurde festgestellt, daß alle bisherigen Maßregeln nicht genüget!. Es werde ein eigenes Gesetz z n r B e k ä m p f n n g des Wuchers vorbereitet und es werden unveczügl'ch Maßregeln getroffeü werden,, um die Mtßbräuche auf den Obst- und Gemüsemärktey sofort streng zu bekämpft« und zu bestrafen.' Die Beschlagnahme von Kirchengütern in Vöhmerr. 8 Prag, 4. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie der ,,Ccch" meldet, wurde denr fürflerzbischöflichen Studentenkonvlkt in Pribram und dem Kloster ans dem heiligen Berg ein Erlaß eingebändigt, in welchem mitgeteilt wird, daß Samstag, den 6. d. M. cme amtliche Kommission das Konvikt und das Kloster besichtigen würde; ersteres wwd vollständig, letzteres teilweise in Anspruch genommen werden. - , Litta darf nicht nach Trebnitz. -TepM» 4. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der bekannte - Obmann des deutschen Volksrates . in Böhmen, Du. T i t t a, der seinen Heimatsort Trebnitz immittelbar noch dem Umsturz verlassen mußte, hat jetzt von der Bchörde die Mitteilnug erbalteu, daß er u i ch t nach Trebnitz' zur ü ckk ehr en könne. 5. September 191f; Serte"^ , t KeparafMi*en - ff, schnell, billig und gut Joacf PeEz, B., Babepstrasse ©. TezgesherichL.. WMstMhiges Fiasks des EiseMahrrer-' sLreLks. - - - - - Stürmische Vorfälle in Wiener-Neustadt. In der gestern abends, 7 Uhr, ab geh altenen Eisen-'' bahnerversanmilung wurde beschlossen, den 'Dien ft u m 1 2 Ühr nachts wieder äufzunehmen und mit.' der Arbeit heute um. 7 Uhr Früh-einzusetzen.. Aus) der Ostb ahn wurde der Betrieb bereits um 2 Uhr ' aufs-enoyrtnen^ auf der Aspangbahn erfolgtedie' Aufnahme des Betriebes iü den Nachmittagsstunden.? Die Südbahner versammelten -sich um 7 Uhr abends ' und warteten auf die Rückkehr des nach Wiener-Neu-- stadt entsendeten Agitationszuges, welcher um ^bUhr in die dichtbesetze Halle einfuhr. ' Hierauf eröfftrete der Streitlei-er G i s b e r L die- Berfanrmlung und meldete die Aufnahme der Arbeit auf der Ost- und Aspangbahn.und ferner, daß-die Negierung zu keinen lveiteren Zugeständnissen zu bewegen sei und die Wiener-Neustädter Agitationsfahrt mit einem vollen Fiasbo geendet hgbe. Die Südbahnstrecke ab Wiener-Neustadt steht im Gegensatz zu der Wiener Südbahn. Die Vorfälle in Wiener-Neustadt sind eine große Schmach für die Südbahner. Die Lokonwtivsührer seien mit Revolvern bedroht, und '-die Wiener Eisenbahner, ungefähr 600 Mann, seien von den Wiener-NeustWtern beschimpft und beflegelt worden, Volkswehr sei aufgezogen und habe die Ausgänge, besetzt. Die Abordnung wurde im Wartesaal eingesperrt. Nach heftigen Auseinandersetzungen fuhr, der Zug unverrichteter Dinge wieder, ab. Redner.meint, daß mit Rücksicht darauf eine weitere Fortsetzung des Streiks zwecklos sei, welcher Ansicht sich auch andere Redner anschlossen. Der Vertreter der Staatsbahn erklärte^ daß sie' im Prinzip mit dem Streik einverstanden seien, doch halte er im Augenblick dön Zeitpunkt für -- ungeeignet. Man sieht daher vom Streik ab und werde erst; den Friedensvertrag ab warten. Hierauf wurde der Besch ln ß.g e faß t, die Arbeit um '12 Uhr nachts, beziehungsweise heute um 7 Uhr nrvrgens aufzunehmen. Hierauf^ wurde der Staatssehcetär beauftragt, weitere Verhandlungen mit der Direktion zuführen. Die gesamten Anwesenden'traten aus - der Gewerkschaft aus, da die Gewerkschaftsführer mitgeholfen haben, den Streik zu brechen. National rat Domschik sei mit dem Auto nach Wiener-Neustadt gefahren urch habe gegen den. Streik agitiert. * .'3 Jmnrer deutlicher zeigt -es sich', daß die aus der wirklich großen Not der Eisenbahner entstandene Bewegung von Anbeginn an nicht organisiert und nicht einheitlich geleitet war. Die führenden sozialdemokratischen Eisenbahner sind sich ihrer großen Verantwortung bewußt und der furchtbaren Folgen, die ein allgemeiner Eisenbahnerausstand im jetzigen Augenblick mit sich bringen müßte. Der Zentralausschuß, der gestern tagte, erklärte sich gegen die Fortführung des Streiks, .und durfte seine Haltung auf vorliegende Zu.gestä.ndnisse der Negierung stützen. Es wurden nämlich bindende Zusagen gemach t, d aß in kürzester Frist, man spricht von höchstens sechs Wochen^ sofort-nach Perfektion der .Valutaanleihe den Staatsangestellten ansehnliche Zuwendungen gemacht werden sollen.. Eines steht fest: Die Bezahlung der Eisenbahner, besonders der Beamten, Unterb-eamten utrd Diener, ist einfach kläglich, und wenn auch einzelne Gruppen,, so' insbesondere die deutschradikale, aus diesem Streik sichtlich ein Politikum machen, muß doch festgestellt werden, daß vor allem die Verzweiflung, dqs 'Gefühl, daß man mit der am 1'. September ausgezahlten Gage' kaum biszum 10. des Monats bas Auslangen finden könute, die Eisenbahner in den Ausstand getrieben hat, und' baß auch ein großer Prozentsatz der soziawemokratischen 'Gewerkschaftler kein Verständnis mehr für die Argumente 'ihrer Vertrauensmänner haben. ] \ Die Befürchtung, daß man mit windigen Zusagen nur beschwichtigen wolle, scheint uns diesmal nicht angebracht. Es handelt sich um einen großen und' -wichtigen Teil der Bevölkerung, die Eisenbahner in den artderen' Sukzessionsstaaten sind' schon -jetzt weit' besser gestellt, urck ein gut gerüsteter allgemeiner Eisens bahnerstreik müßte die Antwort sein, wenn man die! Beamten und^,.- Bediensteten der deutsch österreichischen- Eisenbahnen auch weiter hungern ließe. Selbstverständlich fuhren, die Eisenbahner diesen Kampf nicht nur für sich,-sondern^^ für alle Staats- und Lanoesbeamten,-ja für alle Fixbesoldeten, welche sich in ähnlicher Lage befinden. . " " Das Treiben dsr Lehar-O fsiziere. Die Parlamentskorrespondenz meldet: Aus Stennnnanger wird unterm 4. d. M. berichtet: Gettern fand unter den als besonders vertranenZwürdlg geltenden Offizreren und Soldaten Lehars m Steinamanger eine Besprechung statt, welche den Zweck hatte, für diesen Santstag einen P o g r o m zu arrangieren. Esl wurde abgemacht, daß sich die Soldaten nicht in Uniform bff tciligen sollen, damit die Schuld an dein Pogrom ^ns die Bauern .geschoben werden könne«..

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