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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-01 · Heft 223 (1.9.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 223 (1.9.1919)
Date
1919-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Er wird dies nicht können, wenn er Bürger eines der neuen Erbftaateu geworden ist. Weiters sollen die nicht ans Titres fundierten Vor Kriegsschulden in ähnlicher Werse ans sämtliche Snkrzessionsftaaten verteilt werde», wie dies nach dem bisherigen Entwurf nur bei den nicht titulierten Schulden der Fall war. Der Oberste Rat hat sich auch damit beschäftigt, die K o h l e «Versorgung DentschSsterreichs zu s i ch er«. ES werden Vertrage zwischen Dcmsch'öfterreich, Polen nnd der Tschecho-Mowahei auf Grundlage der Kohleulieferrrsigen vor dem Kriege abgeschlossen werden. Dentschösterreich wird für die Kohlen Waren/- ul i e f er n h a h c n. Keine wesenLlichL ÄenderMg der territorialen Bedingnngen. Paris, 31. August, (tzavas.) Der vom Oberste« Rat der Alliierten angenommene Text des Friedensvertrages mit D e n L s ch ö st erreich enthält in t e r r i L o r in l e r tz L «- f ich t keine wesentlichen Ab« » d e r «n gen,' nur das Städtchen R a d k e r sb ü r g wurde Deutschosterreich wieder zugesprocheu. Im Beglestschr.ei.-e» wird Deutschester» reich für den Kriegsausbruch m itv er autw örtlich gemacht. Die Alliierten feien fich seboch der Tatsache bewußt, daß AeuLsch öfterreich wirtschaftlich und finanziell geholfen werden müsse, damit seine Existenz gesichert werde. Das Begleitschreibenwendet sich auch gegen die 2lngliedernng Oesterreichs an Deutschland. ■ Der SchW^BrL' MinMMtsntWHem- GNWWKkMMiM-... Die Regelung einem SonöeraSkoMMeu Vorbehalte«. B e r L i«» 1. September. (Korr.-Dür.) Der „Bosfischen Zeitung" zufolge berichtet der „Corriere della Sera", der Oberste Rat der Alliierte» habe beschlossen, eine Klausel in de» Friedensvertrag mit Deutschösterreich aufzunehmen, wonach Deutschs st erreich er» vt L ch t i g t wird, ein S o n d e r a b k o m m e n mit den Nachfolgestaaten der ehemalige« österreichisch-ungarischen Monarchie über die Regelung der Interessen der dort v e r d l e i b e n Ä e n D e u t s ch e n zu treffen. Ferner wurde die Teilnahme DeutschSsterreichs an der Arbeitskonferenz in Washington genehmigt. Anschlußverbyt imd AnäLHLngigLeiL? Bern, 31. August. (Priv.-Tel.) Dev Oberste Rat in Paris hat beschlossen, in den Friedensvertrag mit Oesterreich eine neue Klausel einzufüaen, nach der Deutschosterreich fich nicht ohne Einwilligung des Völkerbundes mit Deutschland vereinigen darf. Es darf auch keine vorsätzliche Handlung ausführen, die seine Selbständigkeit bedroht. Zrn Falle eines. Konfliktes zwischen Deutsch öfter reich und den anderen Sukzesfionsstauten find als Schiedsrichter die Alliierten bis zur Gründung des Völkerbundes zuständig. Saint-Germain, 31. August. Der „Matin* schreibt: Während die Reparationskontmission in Deutschland dafür sorgen wird, daß die Alliierten nicht zu kurz kommen, wird sie durch mehrere Jahre in Oesterreich eine ganz andere Aufgabe zu erfüllen. haben. Sie wird die Existenzmöglichkeilen der kleinen Republik zu überwachen haben. Eine der Hauptschwierigkesten, wird darin bestehen, zu verhindern, daß Oesterreich von einer der Nachbarnationen abhängig wird. Nach Meldungen der Blätter ist schließlich doch eine gegen den Anschluß gerichtete Klausel in den Vertrag mit Deutschösterreich ausgenommen worden. Aeberreichung des Friedensvertrages. Lyon, 31. August, (Funkspruch des Tel.-Korr.- Bmeaus.) Der Oberste Rat hat über die Antwort auf die deulschösterreichischen Gegenvorschläge weiterberaten. Am Dienstag wird ste übermittelt werden können. Die Fiumauer Frage ist außerhalb des Vertrages gebliebem Saint-Germain, 3^August.- Die Blätter melden übereinstimmend, daß im V^.Hbrief, der dem österreichischen Vertrag beigelegt wird, ausdrücklich gesagt ist, daß die Alliierten D eu t s ch ö st e r r e i ch wirtschaftlich und finanziell die Existenzmöglichkeiten sichern werden. Die Vorarlberger Frage. Haag, 31. Aug-. st. (Priv.-Tel.) Ans Paris wird gemeldet r; Zufolge der von der Vorarlberger Bevölkerung überreichten Petition schlägt der Redaktionsausschuß vor, in den Vertrag mit Oesterreich eine Bestimmung aufzunehmen, die es verpflichtet, den Anschluß Vorarlbergs an die Schweiz anzuerkennen, wenn es die Schweiz verlangt und der V'ölkerbnnd feine Zustimmung gibt. Verbesserung der Grenzen gegen Jugoslawien. Haag, ’ 31. August. (Priv.-Tel.) Aus Paris wird gemeldet: Die Konferenz hat beschlossen, Marburg samt seinem Verwaltungsbezirk ohne Volksabstimmung Jugoslawien, Radkersburg und einen Teil des Murbezirke's ebenfalls ohne Volksabstimmung Oesterreich zu überweisen. Rumänien und die Entente. Bukarest, 31. August. (Tel.--Komp.) Die Agentur Dacia meldet: Die Antwort Rumäniens auf die letzte Note des Obersten Rates ist heute erfolgt. In dieser Note wird unter anderem erwähnt, daß Rumänien mit den politischen Vorgängen m Budapest in gar keinem Zusammenhang stehe. Die von den rumänischen Truppen in Ungarn vorgenommenen Requirierungen seien im Verhältnis zu ' deu seinerzeit von den Mittelmächten in Rumänien gemachten sehr. gering. Zum Schlüsse versichert die rumänische Regierung, daß alle militärischen Maßnahmen in Ungarn im vollsten ®hu’;ru;!};;! u mit dl'u tfiUciitemhuitrat voegeuonnneu werden. Die ungarischen Schwade» für den Anschluß a» Rumänen. Paris, 30. August. (Meldung der Agenee Havas.) Eine Delegation der Banaler Schwaben hat der Friedenskonferenz eine Denkschrift, überreicht, worin der vollständige Anschluß des Banats an Rumänien verlangt wird. Die Denkschrift enthält auch eine längere wirtschafte liche Ueberstcht, die beweisen soll, daß eine Teilung de» Banats dessen Ruin zur Folge hätte. Fiume. Paris, 31. August. (Havas.) Man berichtet, daß Tittoni heute mit Lloyd George in Deauville eine Besprechung zur Lösung der Fiumaner Frage hatte. Damach soll Fiume eine ttalienische Stadt werden, während das Hinterland an dm Völkerbund zu -erpachtm sei. Hoover bleibt im Amte. Paris, 31. August. Nack einer Meldung der? Agenee Havas soll der amerikanische Lebensmittell' Kontrollor Hoover seine Tätigkeit als Letter der inÄnationalen' Lebensmittelversorgung auch nach beul 1. Septentber mit dem Titel eines Oberkommissäre fortsetzen. Senator Knox für Deutschland. Samt-Germain, 30. August. Die Blätter melden aus Washington: Der frühere Staatssekretär Knox hat im Senat eine aufsehenerregende Rede gehalten, worin'er erklärte, die Vereinigten Staaten könnten niemals einvr Vertrag unterzeichnen, der Deutschland vernichtet und dm Keim zu neuen Kriegen w sich trüge. Knox proph^eik ein Bündnis z w i s ch e n D e u t s ch l a ü%J R u ß l an d, den sla wischen Staaten Europas und Japan. Er ermahnt Frankreich, gute Bezichungen, Womöglich einen. freundschaMcheu ' Bttkeht mit DrssschkaM'' zir fttchm''Mb zu vergessen. . Wilsons Konflikt mit House. Versailles» 31. August. Die Pariser AüSgabe der „Daily Mail" meldet, daß zwischen Wilson und Oberst House Differenzen entstanden ferm. Oberst House sei nicht mehr offiziöser Vertreter des Präfideutm in Europa. Er habe sich auch geweigert, sich nach Paris zur Unterzeichnung des österreichischen Friedensvertrages zu begeben. Letzteres habe aber Oberst House in einem Interview bestritten und eS abgelehnt, Erklärungen darüber abzugeben, ob er noch Vertreter Wilsons in Europa sei. Den Vertreter der ^United Preß" habe er zu der , Erklärung ermächtigt, daß sich in seinen persönlichen Beziehungen zu Wilson nichts geändert habe. Gx-Kalser Karl verläßt die Schweiz? Saint-Germain, 31. August. „Journal" erfährt, daß Ex-Kaiser K a r l die Absicht habe, demnächst die Schweiz zu verlassen. Es sei unbekannt, wohin er sich zu begeben gedenke. ,, Allize Gsfandter in Bern. * Saint-Germain, 31.August. Dem »Journals zu» folge bestätigt sich das Gerücht, daß der französische Gesandte in Bern und Generalsekretär der Friedenskonferenz Dutasta französischer Botschafter in Berlin werden soll. Als sein Nachfolger in Bern werde unter anderem Ä l l i z o genannt. Die Losreißungsbestrebungen in der Pfalz. Eine Gegenaktion der Arbeiter. Mannheim, 30. August. Wie die Pfalzzentralv meldet, fand heute mit Genehmigung der französischen Behörden in Ludwigshafen eine Vertrauensmännerver-; sammlung statt, an der rund 2000 Vertrauensmänner aller Parteien und die Führer aller Gewerkschaften teilnahmen. Einmütig wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die Arbeiterschaft Ludwigshafens wird am Montag die Arbeit wieder aufnehmen, erwartet jedoch von den französischen Behörden, daß alle unschuldig Verhafteten sofort auf freien Fuß gesetzt werden. Ist dies bis Montag nicht der Fall, daun wird die Arbeit. in der ganzcn Pfalz eingestellt. Weitere Vergewaltigungen der periöulichcn Freiheit werden durch entsprechende Altionen derArbeiternnd Bürgerschaft beantwortet werden. Die Pressennd Versammlungsfreiheit ist w'ort derzustsllen, e'oeuso die volle Bewegungsfreiheit für Reg'.emugs- und '"-'inlnasstelleu.

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