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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-28 · Heft 219 (28.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 219 (28.8.1919)
Date
1919-08-28
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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* Nr. 219 Wien^ Donnerstag Wiener Morgerrzertung "E"-------*-- * Ueberpriifitna der Anmeldungen zur ärztlichen Praxis in Deutschösterreich. Angesichts des. Umstandes, daß für die Ausübung der ärmlichen Praxis m Deutschösterreich seit Erlassung des Gesetzes vom 5. Dezember 1918, St.-G.-Bl. Nr/91, die deutsch österreichische Staatsbürgerschaft erforderlich ist, hat sich das Staatsamt für soziale Verwaltung (Bvlksgcsundheitsamt), im Einvernehmen mit dem Staatsamte für Inneres und Unterricht, veranlaßt gesehen, durch bte Landesregierungen unter Mitwirkung der ärztlichen Standeskörvcrschasten eine Ueber-- prüfüng der seit 1. August 1914 erfolgten Anmeldungen zur Ausübung der ärztlichen Praxis in der Richtung anzuordnen, ob den Bedingungen des obziticrten Gesetzes entsprochen wurde. '* Unter dem Verdachte der Veruntreuung. Am 21. d. M. hat der Kaufmann Josef Butler im Sicherheitsbureau .gegen Isidor S ch rn e t t e r l i n g eine Strafanzeige erstattet. Er? teilte mit. daß er dem Schmetterling 70.000 Lei mit, dem Aufträge übergeben habe, sie in Lire umznwechseln. Nach einiger Zeit.sei er jedoch verständigt'worden, daß das rumänische Geld an/der Grenze beschlagnahmt worden lei. Am 21. d. M. .sei, nun Isidor Schmetterling, Buchdrucker, 28 Jahre alt, gegenwärtig im Hotel Post wohnhaft, selbst bei chm erschienen und habe ihm mitgeteilt, day das Geld gar nicht beschlagnahmt worden sei. Er und seine Schwägerin, die 88jährige Rosa Engel, in Agwm wohnhaft, hätten die Summe für eigene Zwecke verwendet. Schmetterling erschien dann auch im Sicherbeitsbnreau und^ wiederholte diese Angabe; er fügte bimm daß Rola Engel und ihr Bräutigam, der 29jährige Kaufmann Dragotin Keller, auch ln Agram wohnhaft, der von der Sache gewußt babe. in den nächsten Tagen nach Wien kommen werde. Tatsächlich kamen am 25. d. M. die Engel und Dragotin Keller im Südbahnhofe an; sie wurdm bei ihrem Eintreffen verhaftet. Man fand in ihrem Besitze 105.000 Lei. Bon diesem Gclde wurden dem Butler seine 70.000 Lei ausgefolgt. Rosa Engel und Keller leugnen, eimLkeruntremmg beabsichtigt zu haben; sie hätten das Geld des Butler, wahrend dieser m Rumänien war, für eigene Geschäfte verwendet», es. ihm aber Hann zurückstellen wollen. Rosa Engel und Dragotin K,e l l e v wurden heute dem Landcsgerichte emgelrekert. S ch m e t t e r l i n g wurde der.Staatsanwaltschaft angezeigt. .* Das Wetter. Die Vorhersage der meteorologischen Zentralanstalt für beute lautet für unsere Gegenden: Veränderlich, zeitweise geringe Niederschläge, Temperatur wenig verändert, mäßige'westliche Winde. * Eine „Jüdische Volkszeitung" in dev Slowakei. Am 22. d. M. erschien die erste Nummer einer „Jüdischen Volkszeitung", welche als unabhängiges Organ für die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Juden in der Slowakei fungieren soll. Die Zeitung, die in Preßburg erscheint, rst das Organ des Volksverbandes der Juden für die Slowakei. Als Chefredakteur zeichnet Dr. Moritz Zobel, der in < zionistischen Kreisen noch von seiner Tätigkeit beim zionistischen Zentralörgan „Die Welt" bekannt ist. Die erste Nummer beweist, daß die politische Umwälzung auch an den slowakischen Juden nM wirkungslos vorübergegangen ist. Es beginnt sich ein starkes jüdisches Leben zu entwickeln und es ist zu hoffen, daß das neue Organ dazu beitragen wird, die bisherige polnische Indolenz der slowakischen Juden zu durchbrochen. Aus dem Inhalt erwähnen wir zwei Aussätze über die wnlschaklspolilischen Aufgaben der slowakischen Inden, ferner eine ausführliche Auseinandersetzung Dr. Zobels mit der berüchtigten antisemitischen Rede des Ministers Schrobar, ein Aufsatz „Volkszählung und jüdische Statistik" von Dr. Artux Fischer nsw. An der Spitze steht die Entstehungsgeschichte der „Jüdischen Volkszeitung", bei der das Programm des Volksverbandes und der Zeitung dargelegt wird.;* Brief aus Amerika. Für Frau Jetta G r o ß ist im Zionistischen Landeskomitee für Deutschösterreich. Wien, H., Zirkusgaffe 33;! em Brief von Max Groß, 346 E lOthe Street NewDork emgisiausm,. der nn genannten Bureau in der Zeit von 9 bis. 12 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags abzuholeü ist. ^Sammeltag für das jüdische Kind. Der Verein „Jüdische Kinderfreunde", Wien, II.. Obere Donaustraße 91, veranstaltet.am. Sonntag, den 14. Schtember 1919 mit behördlicher.Bewilligung einen Sammeltag „Für das jüdische K i ff d". Zweck dieses Sammeltages ist die Ausbringung von Geldmitteln, welche zur Schaffung von Tagesheimst ä H e NundHeimen notwendig sind. Die Errichtung von solchen im H., XX. und IX. Bezirk erweist sichals dringend und vom. Erfolg des Sammeltages allein ist es. abhängig, ob /der Verein seine Aufgabe bewältigen kann. Es ergeht daher'die dringende Bitte.au die jüdische Jugend, sich für den 14. September als Sammler in' den Dienst dieser außerordentlich wichtigen sozialen Ausgabe zu stellen. Anmeldungen erbeten an das Sekretariat, II., Obere Donaustraßr 91 (Jugendheim). Amtsstunden 9 bis 12 und 3 bis 6. * Personen- und Paketflugdienst London- Paris—Brüssel. Am 25. d. M. ivurde der regelmäßige Personen» und Paketstugdienst zwischen London und Paris eröffnet; Der Flugpreis beträgt 21 Pfund, die Paketgcbühr 7.Schilling 6 Peace für das Pfund. Mit 1. September wird der Flugdienst durch große Handley-Page-Flugzeuge nach Brüssel und Paris, vorläufig dreimal wöchentlich, ausgenommen werden. Der Flugpreis wird dann 15 Pfund für die Person, die Paketgcbübr 2 Schilling 6 Pence für das Pfund betragen. Die Flugzeit ist zweieinhalb Stunden. Bühne und Kunst. Zur Literatur des ostjüdischen Volksliedes. So mangelhaft noch alle Versuche sind, demWesen der jüdischen Volksmusik nahezukommcn, sei es, daß man ihren Erscheinungsformen mit dem wissenschaftlichen Apparat an den Leib rückt oder sie ohne Bedacht auf ihre Sonderstellung mit den Ingredienzien der europäischen Kunst eine mißtönende Verbindung entgehen läßt, so zeigen sich doch, vielfach Ansätze zu einer Besserung. Man ist bestrebt, das Essentiell-Jüdische aus der Mannigfaltigkeit der Einflüsse. die aus der nahen Berührung mit dem Lebewder Wirtsvölkcr resultieren mußten, zu lösen und einen 'Stil zu finden, der die Erzeugnisse, der Volkspoesi^ in der allein ihnen gemäßen und von der landläufigen Art der Bearbeitung und Aufführung abweichenden Form zur Erscheinung zu bringen. Die Arbeiten auf diesem Gebiete sind durchwegs jüngeren Datums. Das literarische Interesse am Volkslied war zunächst das stärkere und wurde gefördert durch jene Theorien, die das Jüdische allen Anfeindungen zum Trotz als eigenberechtigte Sprache deklarierte. Daß diese Sprache auch eine voetffche Funktion erfüllen könne, sollte durch Sammlungen der im . verbreiteten D'chtungen erwiesen werden. Es entstanden di? Amzeichnnngen van G i n s b u r a'und Marek (Petersburg -Jiddisch Folkswnas" van I. L. C a h a n (New-Vork 1912^ Nojach Priluhkp (Warschau 1910 und 1912) und die dk? ..Pmkeß" iWilna 1913V An diese Sammlungen anknüvfend, schienen zahlreiche für den praktischen Gebrauch bestimmte -ocarheimngen, die von der guten Absicht der Povnlarisierung fragen waren, aber auch den Nachteil der ^likvermischnng. der bcabstchtigten oder unbeabsichtigten Entstellung an sich beachten. Das „Liedersammelbnch für die jüdische Schule und Familie", die Einzelausgaben der Petersburger Gesellschaft für jüdische Volksmusik, die Bearbeitunaen von I. E n g e l, von Janot S. R a s k i n und Arno R-a d e l sind bierber zu rechnen. In den Zeitschriften „Ost und West" und „Der Jude" sind gleichfalls derartifle musikalische Beiträge erschienen. Der Jnaend bat da? „Blau-Weiß-Liederbuch" eine Auswahl dieser Gelänae vermittelt, die mit einfachem Lantensatz in Buchstabenbezeichnuna versehen sind. Ein Verfahren, das bei seiner Primitivität pietätvollere Resultate ergibt als die anspruchsvolle Klavierbegleitung oder die noch schlimmere durch Klavier und Violine. Am schnellsten orientiert über die bisherigen Bolkslii'demusflakien eine kleine Schrift, die soeben vom Ausschuß sw' jüdische Kulturarbeit in Berlin verbreitet wird^ und Fritz Moudechai K a u f nt fl n n zum Versflssrr bat. Kaufmann bat schon seinerzeit in seinem Auffatz ..Die Auffübrung jüdischer Volksmusik vor Mestjnden" („Der Jude' H.. Seite 756> dankenswerte Anregungen zu diesem Tbema gegeben. Er unternimmt es'jetzt. auf dem schwierigen Weg Führer zu sein, den er selbst zurückzulegen batte, um als Westiude zum vollen Verständnis ostiüdischer Art zu gelangen. Er nenntzdie wichtigsten Sammlunoen ltitb weist die Wege zu ihrer Beschaffung und rationellen Benützung, würdigt kurz nsid treffend die zahlreichen praktischen Bearbeitungen iwb. gibt wertvolle Ratschläge zur Einführung in das Wesen ostjüdischen Singens. Die Lektüre dieser Schriftwird allen von Nutzen sein. die sich über den aegenwärtigen Stand der Sammeltätzigkeit orientieren wollen,insbesondere ienen.für die das jüdische Lied nicht den Reiz der Krndbi'itsernrueriing bietet mid denen seine Welt erst von außen erschlossen werden muß. Kaufmanns Arbeit ist wieder ein erfreulicher Schritt vorwärts auf dem Weae zur Erforschung jüdischer Musik, die allen Anzeichen nach einer aussichtsreichen Zukunft entgcaengeht. Die Gesellschaften in Petersburg, Berlin und Wien.. die diesem Zwecke dienen, haben noch reiche Arbeit vor sich. Was Amerika während d's Krieges auf diesem Gebiete publizierte, ist 'noch unbekannt. Aber es ist anzunebmm, daß die Sammeltätigkeit auch dort ihre Fortsetzung gefunden hat. kbenfo wie ln Palästina, wo A. Z. I d e l s o b n an einem historischen Werke über jüdische Musik arbeitet. Es sind also allenthalben Kräfte bereit, um ein lange, vernachlässigtes Gebiet jüdischer Kultur der gebührenden Würdigung zuzusübren. Die nationale Bewegung bat an diesen Bestrebunaen großen Anteil. Sie wird aber auch den Nutzen daraus ziehen können, der aus der Förderuna volkstümlicher Kunsinbimg für sie entspringen muß. Dr. Konrad Maril. Die Theaterkrise. Die Lohndifferenzen zwischen dem Direktorenvcrband und den Bühnenangehörigen sind noch nicht ausgetragen. Die Theaterangestellten aller Kategorien fordern eine Erhöhung der Bezüge, und zwar für die Künstlerschast um 68 Prozent, für die Theaterarbeiter um 100 Prozent und für die Musiker, welche besonders schlecht gestellt sind, um 160 Prozent, während die Theaterdirektoren von ihrem Gegenanbot, 25 Prozent dieser Forderungen anzuerkennen, nicht abgehen wollen. Das Gerücht, daß die Theaterangestelltcn am 1. September in den Streik treten wollen, wird jedoch vom Oesterreichischen Bübncnverein auch für den Fall als nicht zutrcsfeud bezeichnet, als die Differenzen bis zum 1. September nicht beigelcgt sein sollten. Seit gestern vermittelt die Landesregierungz wisch enDirektorenundSchau- * Eine flüchtige Filmschauspielerin. Von der Wiener Polizeidirektion wird die 22jäbrige Filmschauspielerin Adele D r e t t l e r aus Lemberg, zuletzt hier, III., Hörncsaasse 20 wohnhaft gewesen, verfolgt. Sie hat Mitte April d. I. dem Boleslaw S o b i r e i s k i einen Brillantring um X 40.000, einen Persertepvich um X 2500 und ernen gelbledernen Handkoffer mit einem Anzug um X 2500 gestohlen. . * Zugszusammenstotz. Aus P r a g wird uns gemeldet: Btt Wildeuschwcrl ist gestern nachts der Brunner Personenzug mit einem Lastzug zusammrngestoßen. Die beiden Lokomotiven türmten sich iniolge des heftigen Anpralls übereinander, die Wagen des Lastzuges wurden aus dem Geleise gehoben. Das Unglück forderte zwei Tote und mehrere Verletzte. Der Verkehr konnte erst am Abend wieder ausgenommen werden. * Selbstmord eines galizifchen Flüchtlings. Wie berichtet, wurde vorgestern früh, der Holzhändlcr Jakob F l int e n st e i n aus Wien, II., Volkertplatz 13, ber Splllnn tot aufgefunden. Wie uns jedoch gestern auS Stockerau gemeldet wurde, scheint es festzustehen, daß Flrntenstein S e l b stur o r d verübt hat, indem er seine Kleider mit Petroleum übergoß Md diese anzündete. * Falsche Polizeiagenten. Am 25. d. M. fanden sich in der Wohnung des Ulrich Horglitz, XX., Karl Meißlstraße 8, drei jnuge Männer ein und gaben sich fälschlich für Polizeiagenten aus, die angeblich auf behördlichen Auftrag eine Revision vornehmen müßten. Die Gauner nahnien Herrn Horglitz eine goldene Uhr mit Kalender am Zifferblatt,' eine goldene Damenuhr und X 5000 in tschecho-slowakische« und ungarischen Banknoten ab und entfernten sich dann. Erst später kam Herr Horglitz dc^auf, daß er Schwindlern aufgesessen ist.!' * Aeberfledkmg des Safesperreamtes. Das Safesperreau». besindec sich vom 1. September an im I. Bezirk, Singttsiraße 26, Hl. Stock. . r ' '' . «w«na|.U"l>! ')Das jüdischeVolkslied. Ein Merkblatt von Fritz Mordechai Kaufmann. Jüdischer Verlag, Berlin, 1919 ..Illll... WWBnBUMTOWBiB—WWBWWWBWHmWBIWIH, SIGMUND ELSTER Einfuhr Ausfuhr kayff und verkauft Waren aller Art WIEN, I., DQROTHEERGASSE 7 Tel. 7510 67 Telegr.-Adr.: Warex, Wien 4 28. August 1919 % 44s ms Hi «er Größte Auswahl! Billigste Preise! Leopold Steinhart, Wie», I.,Biüerstraße 9. < s p i e l e r n. Die Verhandllmgen, die unter dem Vorsitze desj Landeshauptmannes Sever oder seines Stellvertreters zwischenj' den Delegierten beider Teile geführt werden, sind im Zuge. Die gestern nachmittags, unter dem Vorsitze des Landes-! Hauptmannes Sever ftattgefnndenen Verhandlungen, die bis» 1/211 Uhr nachts dauerten, hatten das Ergebnis, daß infolge^ Nachgebens auf beiden Seiten eine Basis für weitere Ver-i Handlungen gefunden wurde, welche Höffen lassen, daß es!' morgen zu einer Einigung kommen wird. ■ ’•!' An den Beratungen nahmen teil: die Direktoren! Bernau, Ben Tiber, Höllering, Jarno und Fronz, 'für^ie, technische Union Hermann, für die Musiker Haulbrunner und ' für den Bühnenverein Obmann Forest, Sterk und Sekretär Eisler. Aus den Theatern. Spielplan desBurgtheaters. Moritag den 1. Sevtcmber: „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua." (An-, fang l/25 Uhr.) — Dienstag den 2. : „Das Baud." „Vorm Tode." (Anfang V-7 Uhr.) — Mittwoch den 3.: „Iphigenie auf! Tauris." (Anfang 1/a7 Uhr.) — Donnerstag den 4.: „Der Verschwender." (Anfang V26 Uhr.) — Freitag den 5.: „Der häßliche Fcrante." (Anfang V-7 Uhr.) — Samstag den 6.: „Garten! der Jugend." (Anfang V«? Uhr.) — Sonntag den 7.: „Das! Band." „Vorm Tode." (Anfang Uhr.) — Montag den 8. „Pygmalion." (Anfang 6 Uhr.) . . . r) Spielplan d e s S ch 0 n b r un n e r Schloßtheaters. Montag den 1. September: „Das Konzert." (Anfang 6 Ubr.) — Dienstag den 2. und Mittwoch den 3.: „Logik des Herzens." (Anfang Uhr.) — Von Donnerstag den 4. bis Samstag den 6.: „Das Konzert" (Anfang 6 Uhr.) Sonntag den 7. und Montag den 8.: „Logik des Herzens." (Anfang V-7 Uhr.) Die nächste Vorstellung der Freien jüdischen Volksbühne findet Samstag den 30. d. M.. 3 Uhr nachmittags, im W i e n e r B ü r g e r t h e a t e r statt. Zur Aufführung gelangt David P i n s k i s Schauspiel „I e k e l d e r S ch m i e b."1 Im D e u t s ch e n V 0 lk s t h e a ter gclangt.Sonntag! dm 31. d. M.. nachmittags Vb3 Uhr, Schönherrs „Glaube und Heimat" und Montag den 1. September, abends 7 Uhr, Anzengrubers hintcrlaffenes Wiener Volksstück „Ein Geschivorner" zur Wiederholung. Für beide Vorstellungen , gelten volkstümliche Preise ohne Vonnerkgebühr. — In den K a m m e r s p i e l c n wurden für Sonntag, 1IS Uhr nachmittags, Ibsens „G cs p e n st e r" und für Montag, */?7 Uhr abends, Gerhart Haupt- . manns „Einsame Menschen" angesetzt. 1 Die neue Spielsaikon der V 0 l k s ö p e r wird am 31. d. M. mit Richard Wagners. „Die Meistersinger" eröffnet. Direktor Felix Weingartner dirigiert. ff In der Volksbühne gelangt am Montag den 1. September als Eröffnungsvorstellung zum erstenmal das. Wiener Volksstück „'s K a t b e r l" von Max Burckhard zur Aufführung. Anfang der Vorstellung.7 Uhr. Das Metro poltheater hat seine Spielsaison bis zum 15. September verlängert. Zur Aufführung gelangt an? allen Abenden die Operette „Schwarzwaldmädel", welche am 2. September zum 150. Male gegeben wird. * . ~ > Kleine Presseschau. Die „Freie Zeitung", Zeitschrsit für sozialistische Politik in Berlin,, brinat in Nr. 81 einen interessanten, gut informierenden Aufsatz von Dr. N. S v r k i n über „Zionismus und Sozialismus", der zuerst in „L'Humanits" erschienen ist. — In Nr. 3967 der „Leipziger Illustrierten Zeitung" veröffentlicht Dr. Hermann Bücher euxen Artikel über „Heu- , schreckenbekämvsung in Anatolien und Syrien während des Krieges". Die angeführten mechanischen Bekümpfungsmittch durch die in der Türkei im Jahre 1917 etwa 85,000.000 Kilogramm Heuschrecken vernichtet wurden, dürsten auch in P a l ä st i n a erfolgreich angewendet werden, um die Ernte von der Lellistoesra P6regrina zu schützen. _________ „Die erste jüdische Republik". Die soeben erschienene humorvolle Erzählung des jüdischen Mark Twain, wie Schojem A l e ch em genannt wurde, schildert die Erlebnisse von dreizehn Juden, die, auf eme wüste Insel verschlagen, eme Republik begründen, aus der dann bezeichnenderweise dreizehn Staaten entstehen. Man muß die Geschichte gelesen haben, um ihre Komik zu erschöpfen. Eine Anzahl der launigen. Kmdergeschichtm des beliebten Erzählers beschließt den Band. Preis broschiert. X15.—, gebunden X 21.—. Zu beziehen durch R. Löwit, Buchhandlung,. Wien, I., Notenturmstraße 22. Gerichtssaal. Während des Badens bestohlen. . Einem kecken Gaunerstreich ist der 18jährige Bauernsyhn Ferdinand Hofer zum Opfer gefallen. Er lernte anfangs März einen Mann kennen, der ihm gegen Lebensmittel iLandtabgk gyb.^ und auch Saccharin zu liefern versprach. Hofer, der nach einigen' Tagen zu diesem Zwecke nach Wien kam, besuchte mit seinem unbekannten Freunde eine Weinstube am Hohen Markt, wo sich ihnen ein Mann zugesellte, der das Saccharin angeblich, in Wer- ' Währung hatte. Auf dessen Vorschlag, besuchten sie das Römerbad. Während des Verweilens in der Dampfkammer steckte der eine Mann, der sich Hupffr genannt hatte, dem andern hierauf den Kabinenschlüssel 51t und der Freund stahl aus der Brieftasche des Bauernburschen X 8400, - die Hofer für den Einkauf von Schweinen auf dem Tullner Markte bereit hielt. Der Dieb gab dann seinem Komplicen den Schlüssel zurück und entfernte sich ohne Abschied. Auch der andere verließ'früher die Badeanstalt. Zu spät erkannte Hofer, daß, er von zwei Bauernfängern bestohlen worden war. Auf seine Anzeige wurden die Täter in der Person des Kellners Franz Brunner und des Barmischers Anton H ö ch t l ausgcforscht und verhaftet. Die beiden hatten sich gestern vor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitz des OLGR. Dr. P r e t t e n h ose r wegen Diebstahls zu verantworten. Sie waren beihL im wefentlichen geständig. Die Geschivorncn bejahten bei beiden Angeklagten die Schnldfriigen, worauf der Gerichtshof Franz B r'ü n n e r - zu drei I a l, r e u und Anton H Ö ch t l zn fünfte h n M 0 n .r; c u fdjpjemi Kerkers verurteilte. .

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