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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-13 · Heft 204 (13.8.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 204 (13.8.1919)
Date
1919-08-13
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 204 Wien, Mittwoch *»-'■ - ■ ■' ' ~ »-»!- - ' - * ' ' Der Volkswirt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten der Tschecho-Slowakei. Wir entnehmen der „Weltwirtschaft": Die Wirtschaftslage in der Tschecho-Slvtva-ei ist Nichts weniger als günstig; von allen Seiten.extönen Klagen und die Hoffnungen, die man auf die staatliche Unabhängigkeit gesetzt hatte, erwiesen sich als trügerisch. Dr. Raschin hat durch seine unüberlegten Finanz-, und Wirtschgftsplune nicht nur seinem eigenen Lande, sondern auch den anderen neuen Nationalstaaten viel geschadet. Was die imperialistische chauvinistische Politik des lssven zurstckgetretenenMinisteriums Kramrrsch der Tschecho-Slowakei ejngebvacht hat, kann man aus den Abschlußzahlen desNaschinsche» Staatsvoransch.ages für 1919 Hera ns lesen: einen ungedeckten Abgang von 3902 Millionen Kronen, wozu noch 7.00 Millionen Kronen füraußerordentliche Kriegs-rufwendurrgen kommen. Zur Deckung dieses Fehlbetrages muß die Steuerschraube gleich einige Male herum gedreht und müssen neue Schulden gemacht wexdey. In der Tschecho-Slowakei erlnartet man Heuer nur eine mittelmäßige Ernte, da wegen der Mobilmachung eine geringere Fläche bestellt werden konnte. Auch die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit in der Landwirtschaft hat auf die Feldbestellung nicht günstig eingewirkt. Die Industrie hat mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen und es bestehen vorläufig keinerlei Aussichten, daß sich die Verhältnisse bald bessern könnten. Obwohl die Tschecho-Slowakei über reiche Kvhlenschätze verfügt, läßt auch die Kohlen- Versorgung der Industrie zu wünschen übrig. Mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Industrien leiden alle anderen Industriezweige bitteren Mangel an Rohstoffen, insbesondere an Gespinstfasern und Metallen. Sehr schwierig gestaltet sich die Finanzierung der Rohstoffeinsuhren. Die Nationalversammlung hat hierfür zwar einen Kredit von 180 Millionen Dollar bewilligt, aber damit hat man in Prag noch nichts apfangen können. Die Bedingungen der Amerikaner sind hart. Der amerikanische Kredfüö ist nicht nur recht umständlich zu erlangen, sondern auch recht teuer, da er biß zu 18 Prozent zu stehen kommt. Die großen tschecho-sbowakischen Industrien, die Zucker-, Zündhölzchen-, Maschinen-, Spiritus-, Tuch-, Paumwoll-- und Glasindustrie sind alle für die Ausfuhr eingerichtet, aber die Ausfuhr stockt, teils wegen der unruhigen politischen Lage, teils tvegen der politischen und finanziellen Ansfuhrhemmungen und der Transportschwierigbeiten. Ihr natürlichstes Absatzgebiet, Deutjchösterreich,' hat die tschechv-slowakische Industrie zum'grötzten Teile verloren, indem die scharfen Zollmaßregeln der Prager Regierung zu Gegenmaßregeln dLr Wiener Regierung führten. Aus der Tschecho- Slowakei werden nach Deutschösterreich gegenwärtig nur eingeführt: Kohlen, Zucker, Zündhölzchen und Saccharin, und zwar von det Negierung selbst. Nach der Wiederkehr friedlicher Zeiten kann Deutschösterreich seinen Bedarf teilweise decken. Auch der deutsche und italienischeWettbewerb macht sich für die tschechv-slowakische Industrie schon unangenehm fühlbar, nicht nur in Deutschöfter reich, sondern sogar im eigenen Lande. Dort werden deutsche Maschinen um die Hälfte billiger an geboten als sie die tschecho-slvwakischen Fabriken erzeugen, und die deutschen Monteure arbeiten VerdieZ elf Stunden täglich, dis böhmischen aber nur acht. In der Tschecho-Slowakei werden auch italienische Textilwaren billiger als die eigenen angeboten. Für die Förderung der Warenausfuhr bestehen große Pläne. Ms Absatzgebiet ist außer Deutschösterreich und den anderen Nationalstaaten unter anderem die Schweiz ausersehen, letzte« hauptsächlich für Zucker und Glaswaren. Mit der Ausfuhr nach Polen und Jugoslawien haben die Tschecho-Slowakrn bisher keine guter: Erfahrungen gemacht, unter anderem klagen sie darüber, daß beide Länder die leeren Eisenbahnwagen nicht zurückschicken, was Deutschösterreich pünktlich tut. Weiter lenken sich die Blicke der tschechoslowakischen Exporteure nach Amerika. In Prag hat sich unlängst eine tschechisch-amerikanische Handelsgesellschaft mit dem bescheidenen Kapital von 500.000 Kronen gebildet. Aus der Union sollen unter anderem Baumwolle, Kupfer und Kautschuk eingeführt und dorthin Glas, Email, Porzellan, Granaten, Graphit, Spitzen, Spielwaren, Musikinstrumente, Bijouterien usw. ausgefnhrt werden. Die Ausfuhr machte, wie man sieht, nur einen kleinen Teil der Einfuhr aus, so daß die Tschecho-Slowakei einen bedeutenden Saldo mit Geld begleichen mußte. Auch mit Südamerika sollen engere Handelsbeziehungen angeknüpft werden. Bon den dort für die Ausfuhr aufgestapelten Waren kämen für die Tschecho-Slowakei hauptsächlich in Betracht Getreide, Hülsensrilchtel Leder, Chinin, Baumwolle, als Gegenleistung Gablonzer GlaSwaren, landwirtschaftliche Maschinen, Musikinstrumente und Spielwaren. Dem Handelsverkehr mit Amerika stehen zurzeit aber noch große Schwierigkeiten im Wege, unter anderem der Mangel an Frachtraum. Die Tscheche-Slowaken denken daran, den Warentransport aus skandinavischen Schiffen über Hamburg zu bewerkstelligen. Die ischechv-slowakischen Banken hab-m rm derzgangenan Jahre, wie aus jetzt verösheMichten W- Wiener Mopgerrzettung Jüdische Männer und & Frauen! * Reklamiert euer Wahlrecht zum Jüdischen Natioualrat für Deutschösterreich! Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Unterschied des Geschlechtes, der sich zur jüdischen Nation bekennt und das 20. Lebensjahr überschritten hat» / Anweldnna zur Eintragung in die Wählerliste im Bureau des Nationalrates: Wien, II,» Taborftr. 20 a tanzen hervorgeht, ebensogut^verdient wie 1917. Für die Unternehmungen, die ihren Sitz außerhalb der Tschecho-Slowakei, aber ihren Betrieb dort haben, soll keine Verpflichtung ausgesprochen werden, ihren Sitz auch nach der Tschecho-Slowakei zu verlegen, sondern sie selber nur aufge fordert werden, es zu tun'. Von den in Wien beheimateten tschechoslowakischen Unternehmungen haben bereits viele ihven Sitz dorthin verlegt, woraus Deutschösterreich und Wim ein großer Verlust erwächst. Verschiedene große deutsche Unternehmungen in der Tschecho-Slowakei find ganz in tschechischen Besitz übergegangen. Wie in Deutschösterreich, beginnt auch in der Tschecho-Slowakei bereits Ententekapital in die Industrie einzudringen. Verhinderung der Kayitalsffncht. Berlin, 12. August. Nach einer Mitteilung der »Politischparlamentarischen Nachrichten" sind die internationalen Verhandlungen über die Erfassung des nach den n e \f traten Ländern verschobenen deutschen und feindlichen Privatkapitals bereits m vollem Gange. Die Zucke; pro *r^tson in der Tschecho- Slowakei. Prag» 12. August. „Narodni 8 i st h* meldet: Aus dm Kl eisen der Z u ck e r t n d u st r i e l l e n erfahren wir. l,aß der Stand der Zuckerrüben im großen und ganzen zu den besten Hoffnungen berechtigt und sichere Aussichten auf eine gute Ernte vorhanden sind. Wenn es noch in letzter Stunde gelingen sollte, die Kohlmsrage m lösen und allen Zuckerfabriken in Böhmen, Mähren nnd der Slowakei wenigstens die- Hälfte des gesamten Kohlenbedarfes vor dem Bctriebsbeginne zu iesern, so könne man mir einer wahrscheinlichen Zuckerproduktion von Vjs bis8MillionenMeterzentnern Zucker im Rohzustände rechnen. Aus dieser Menge ließen sich ungefähr 6'75 Millionen Meterzentner Raffinadezucker erzeugen, wovon z w «i D r i t t e l für die Ausf uh r in Betracht kommen könnten. Liquidierung der Materlalarnter in Ungarn. Budapest, 12. August. Der Handelsminister hat die Liquidierung sämtlicher Materialämter, wie Mineralölamt, Mobelamt, Kohlenan^t usw. angeordnet. Die von dm einzelnen Kausleuten in Anspruch genomnrmen Material" bestände und Einrichtungsgegensiände sind sofort zurückz u e r st a t t e n. Eine weitere Verordnung des Handelsministers betrifft die sofortige Auflösung der Mühlenb e tri ebszentrale. Anmeldung von Kompensationsgeschäften mit dem Anstand in Ketdkrrch. Aus Bregenz wird gemeldet: Dü Vorarlberger Landesregirrung macht darauf aufmerksam, daß Kompensationsgeschäfte mit dem Ausland in allen Fällen dem Warenverkehrsbureau in Feldkirch anzn-? melden sind «nd zu ihrer Durchführung desim Mitwirkung bedürfen. Eigenmächtige Kompensationsgeschäfte sind verboten. Schweizerisch- Angebote in InnsbrnÄ. Aus Innsbruck wird MS gemeldet: In der Warenverkehrshalle warm heute unter anderen Besucher aus der Schweiz mit Angebote» für Rohbaumwolle. K a f f e e, R e i s und Feigen vertretm» doch kam eS wegm der Schwierigkeiten in der Beschaffung der Devisen zu feinen Abschlüssen. Berliner Produktenbörse. Berlin, 12. August. (Produktenmarkr.) In Saatgetreide scheint sich ein lebhafteres Geschäft entwickeln zu wollen, da bi* Zahlungsbedingungen für die Kaufleute wesentlich gemildert worden sind. Für Haler, der demnächst amtlich notiert werden soll, trat lebhafter Begehr, besonders nach dem Westen, hervor. Lupinen Md Srradrlla liegen, nach wie vor still. Rauhfutter konnte sich behaupten, da die Zufuhrm wegm der dringenden Feldarbeiten nicht besonders groß sind. Byn Sämereien hmu.. Inkarnatklee und Gelbklee angeboten. Für Winterwicken fehlte die Kauflust. Rüben und Gemüse warm auf Lieferung stark angeboten, begegneten aber keiner Kauflust. Wetter.: heilen. Freie Einfuhr nach Polen. Aus Warschau meldet man den „Polnischen Stimmen": Ln einer der letzten Sitzungen des polnischen Landtages wurde ein neuer Zolltarif be. fchlosim. Der Gesetzentwurf enthält eine Bestimmung, derzufolge mit Einwilligung des Fmafizministers Artikel des tägliche» Bedarfes, in erster Linie: K l e i d e r, S ch n h «, P a v i e r Md Getreide durch drei Monate zollfrei »ach Polen eingeführt werden könne«. Schmore Schäden in den rumänischen Petroleumgruben. Aus Bukarest wird berichtet: Wie die Agmtur Dacia meldet, sind die Petroleumgruben in B u st y n a r i durch Blitzschlag in Brand geraten. Der vemrsachte Schadm ist sehr bedeutend, der.Braud Lmute »och nicht lokalisiert Verden. 13. August'1919 Seite . Lautiere Navale Triestino. Die Bodenkreditanstal! Md der Wiener Bankverein geben als Zeichrnmasstellen für dit neu zur Ausgabe gelangende^ Aktien des Cgntiere Navale Triestino S" 'ft einer m der heuttam »Wiener Zeitung" veröffentlichte» . machung bekannt, daß sie auf Grund neuerlicher Ermächtigung des Staatsamtes der Finanzen nMmehr auch seitens nichtdeutsckp österreichischer Aktionäre Erklärungen auf Ausübung des Bezugs-. rechtes auf diese Aküm zu den vom Cantiere Navale Triestino ursprünglich bekanntgegebenvn Bedingungen, das ist gegen Einzahlung' des Gegenwertes in Lire, entgegmnehmen. Eine neue KohlenbergbnugeselLschasL. Es wird uns mitgeteilt, daß in Fürsteufsid in Steiermark die Fürsten-' selber Bergbaugesellschaft gegründet winde. Das Stammkapital betragt K 875.000. Wagerrvepzögerunge« in deutschöftevreichischen Grenzstationen wegen fehlende« Ausfuhrbegleftpqpiere. Die niederösterreichische Handels- und Gcwcrbrkaunncr teH mit: Laut Mitteilung des deutschösterreichlschen Staatsayrtts) für Verkehrswesen hänfen sich die Fälle, daß die mit Anssuhrgütern beladenen Wagen »n den Grenzstationen init dcr Tschechoslowakei oft tage- und w o ch c n l a n g mcku übergehen fönucn, werk die zur Ausfuhr bestimmten Waren nicht mit den erforder--- lichen Zollbegleitpapieren, "Aus- Md Emsuhrbewilliguugen. Vidierungsklqusel der Devisenzmtrale usw. gedeckt sind. Den fiagen anforder ungen der tschecho-slowaklschcn taatsbahnen fist die K o b! en- und Zu ckertrans- Porte nach Deutschösterreich sowie der Italiener für die Lebens mitteleinfuhr ' kann nur bei beschleunigtem Wagenumsatze entsprochen werden. Jede Wagenverzogernng unterbindet die Einfuhr der no:we>idlgstcn Approvisionierungsgüier ui'.d nrilß Mbedingt vermieden werden. Im Interesse der Lcbensmöglickkeit Deutschösterreichs rü eine wirtschaftliche Wagengebaruiig erstes Gebot Md muß auf das nachdrücklichste gefordert werdeir. Die Berfrächter werden daher aufgefordert. Aussuhrsendungen nur dann zu verladen, wenn die zur Ausfuhr n o 1 i g e n P a p i e r e und Belege vollzählig vorhanden sind, damit in den Grenzstationen eine glatte Zvlwchandlung gewährleistet ist. Novellen zum Krankenverstchernttgs- «nd Anfall-, vevftcherungsgesetz. Das Staatsgesetzblari verlambarte gestern die vierte Novelle zum Krankenversichernngsgesetz vom 30. Juli' 1919, das am 1. Oktober 1919 in Kraft mit; ferner die vierte Novelle zum Unsallversicherungsgesetz der Arbeiter. Dieses am 30. Juli beschlossene Gesetz tritt rückwirkend vom 1. Jirlr 191!) an in Kraft. Polnisch-sinnländlschev Handelsverkehr. Wie den „Polnischen Stimmen" aus Warschau gemeldet wird, wurde dre Ankunst des ersten finnischen Handelsdampfers in Danzig mit Waren für Polen bereits signalisiert. Nach einer Information der polnischen staatlichen Em- und Aussuhlkommnnou führt der Dampfer 10.600 Kisten Sardinen, 10.000 Paar Schuhe, 8000 Tonnen Tee, 100 Tonnen Kaffee, 30.000 Kisten Zündhölzchen. Im Warenverkehr mit Finnland wird Polen an Finnland Naphthaprodukte liefern. Geschäftsverkehr mit der Tschecho-Slowakei. Die niederösterrcichische Handels- Md Gewerbekanrmer empfiehlt neuerlich, keinerlei Sendungen ohne vorher eingeholte E i us u h r b e w i l l i g u n g e n in die, Tschecho-Slowakei zur Ausgabe zu bringen, da die nachträgliche Beschaffung der EmfuhrdewilligMg, zumal für Artikel, welche auch von der tschechoslowakischen Industrie produziert werden, mit den größten Schwierigkeiten verbunden ist mrd nur ganz ausnahmsweise genehmigt wird. Anmeldungen von Vermögenswerten in der Tschecho-Slowakei. Die Schutzstelle für deutschösterreichische Vermögen rm Ausland egibt die Informationen, die sie über die Anmeldungen zur Vermögenssteuer sin der tschecho-slowakischen Republik von dem tschecho-slowaküchen Konskriplionsamte erhallen bat, wieder: Anmeldepflichtig sind auch mcht tschechv-slowakische Staatsbürger, also auch Dentschösterreicher. Für diese gilt folgendes: 1. Das gesamte bewegliche Vermögen (Fordennrgen, Mobilien, Geldeinlagen) ist nach dem Stande vom 1. Marz anzumelden und zwar blS 81. August beim tschecho-ilowaftschrn Konslriptiousamte in Wien, 1., Herrengaffe 12. 3. Versicherung s, volizzen und andere Urkunden über die Rechte von Versicherten sind bis 15. August bei demselben tschecho-slvwakischen Konskriptionsaml anzumclden. Nähere Auskünfte über die Art der Anmeldung, die notwendigm Formulare und Beilagen können dort emgehoü werden. 3. Sämtliche bücherlich eingetragenen Rechte sind bis 31. August beim Konskr'iptivusamt, in dessen Bezirk das Vermögen liegt, anzumeldrn. Als Konskriptionsämter fungieren in Prag und Vororten die Notare, sonst die Bezirksgerichte. Es empfiehlt sich, die Anmeldung durch einen am Orte befindlichen Vertreter vornehmen zu lasten. 4. Juristische Personen, mit Ausnahme von Kommanditgesellschaften Md offenen Handelsgesellschaften, die wie physische Personen vorzugehen haben, sind nür zur Aufstellung einer Liguidatiansbilanz ihres im Gebiete der Tschecho-Slowakei befindlichen Vermögens nach dem Stande vom 1. März 1919 verpflichtet und überreichen dieselbe in zwei Exemplaren Mter Beilage eines Statutes dem Steuerbemessungsamt erstex Instanz, i» dessen Bereich sich der größere Teil des Vermögens befindet. Bo» de» Getreidemärkte«. Der heute vorliegende RegierMgsberickt des amerikanischen Ackerbaubureaus bestätigt die bisher von prrvater Seite vorgelegenen Akeldungcn über eine wesentliche Verschlechterung des Emtestandcs. Damit hängt auch augenscheinlich eine ministerielle Verfügung zusammen, welche die Ausfuhx von Weizen verbietet. Die letzte VerfÜgMg scheint auch eine Folge der verfehlten amerikanischen Preispolttik zu sein, die vlelleicht aus diesem Wege die Produzenten zur ErmäßigUttg der Preise nötigen will, die ihnen bekanntlich bis zum Jahre 1921 seitens der Regierung garantiert wurden., Die deutschen Ernteberichte lauten w e n i g günstig. Der Witterungsvrrlanf während des ganzen Wachstums und jetzt zur Emheimsung der Fechsung hat den Landwirten selten so viel Sorgen wie Heuer bereitet. Der Geschästßverkcbr ist auf den deutschen Plätzen, gleichwie dies übrigens der Fall bei Ms ist, belanglos. Interessant ist cs, daß selbst kleine Pöstchen handelsfreier Artikel nicht immer zu vollsten Preise» ttnterkMst finden. In den Kressen des Konsums herrscht die MetMyg, dgß ein ehester Preisabbau eintreten w.rd. VZßener Börse. Im Gegensätze zu ihrer Vorgängerin eröffnet die gestrige Börse in schwächerer Haltung, namentlich für S t a a t s b a h n- und K r u p p a k t i e n, da in diesen Effekten Gewinnficherstellungen durchgeführt wurden. S k y d a dagegen gewannen auf die Meldung. Hatz der amerikanische Stahltrust cm den Skodawerke» interessiert sei. Femer waren Siemensaktien wesentlich höher» doch vermochten letztere ihre volle Avance nicht, zu behaupten. Bevorzugt und höher gehatten waren auch Alpine Montan sowie Südbahnwerte. Die übrigen in der Kulisse gehandelten Werlo neigten eher der schwäch^'.".' Richtung zu. Im Schranken war der Berkehr geringfügiger. Einzelne Schiffahrtwerte wiese»

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