Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 199 (8.8.1919)
- Date
- 1919-08-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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' - ,"M-n?F:-ikaz DMrnerMrorgeuzeiLuW -—---; Politische RMdschau. " Zur Frage der AutorryMie Ostgalizierrs. Warfch an, 4. August. (Bericht der „Wiener Ntvrgenzeitung.") Tie Konstitutbitsfomuiintoit des polnischen Landtages. ^csastte sich eiugcliend 'mit der Frage der territorialen Autonomie für Ostgalizien. Dabrr hatte der, Abgeordnete G'rürrfiait m Gelegenheit, den siwischen Standpunkt in dieser Frage auseinanderzusetzen. Er erklärte: Die Frage betreffs Ostgaliziens ninß erwogen werden. Mögen noch' Zweifel darüber bestehen, ob die Ukrainer ein Volk sind oder bloß ein ethnographisches Element, da? sich' den Russen oder Posen assimilieren wird, zugegeben imijj jedoch', werden, daß speziell während des Krieges die nationalen Unterschiede zwischen den Ukrainern und den Polen und Russen sich verschärft haben« Alle Projekte, die den politischen Motiven der ukrainische» Bewegung nicht Rechnung tragen, können dazu fiihren, daß Galizien zur Stätte steter Unruhen wird. I Einer der Redner — sagte Abg. G'rünb au m — sprach von der Notwendigkeit der Einführnng von nationalen Katastern in Ostgalizien und bemerkt dabei, daß die I »'.den vor die Wahl zwischen einem polnischen und einem ukrainischen Kataster gestellt, für de« polnischen sich entscheiden würden. Bezüglich eines jübischerz Katasters meinte dieser Redner, daß er nicht annchme, daß eine solche Forderung gestellt .werden könnte. Ich dagegm kann nicht an- ' nehmen, daß ein derartiges Postulat nicht anerkannt wurde. Eine solche Fragestellung an die Juden, Uuc 'sie jener 'Redner will, könnte die Juden in Zukunft nur zur Bes'chWerdeführung vor dem i n t e r n a t i o » a l en F oru m veranlassen. Woher die Sicherljeit, daß die Juden sich für den pol- Frischen Kataster entscheiden werden? Vor diese Wahl gestellt, werden die Inden in Ostgalizi-err rechnen müssen nicht nur nM dem was ist, sondern auch mit dem was sein wird. In derr letzten polnisch-ukrainischen Kampfe»' waren die Juden neutral, es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß sie in Hinkunst namentlich im Hinblick auf die Politik der polnischen rechten Parteien, zu den Ukrainern hümeigen, und für den u k r a i- N i sch e n Kataster sich entscheiden werden Auf einen Zwischenruf des Abg. Lutoslatoski, daß ihm dies sehr lieb wäre, fuhr Grünbaum fort: Ich würde mir dies nicht wünschen. Ich erachte es daher auch' fax den Fall per Einführung^ von Katastern .fiir nötig, einen eigenen jüdischen Kataster zu schaffen. Es ist bas grundsätzliche Merkmale der Palitik der rechten Parteien gegenüber den Juden, daß fie die Juden bewußt in das gegne-' rische Lager drängen und sie dann — der Polen fei ndlichk eit beschuldigen. Diese Arbeit gereicht zum Schaden des polnischen .Staates und ich' als polnischer Bürger rrröchte nicht, baß die Juden neuerdings in eine solche Zwangslage hineingedrängt werden und such nicht für den ukrainischen' Kataster entscheiden. Die Juden in Ostgalizien weöden ihren eigenen Weg gehen und werden sich von niemandem als Werkzeug der Unterdrückung mi ß §r a u che ».lassen. Die Rede Grünöaums wurde von den Kommissionstzntglicdern aufmerksam angehört. Injand. SLellimgrmhme des Obersten Rates zum Bndapester Staats- ' ' streich. i n t - G e r m a L n, 6. August. Der. ^Lewps" meldet, daß der Oberste Rat heute nachmittags zu einer Sitzung Zusammentritt, um zu dem neuen Bndapester Staatsstvr e rfch^.S L e l lm n g z u nehme u. DLeWeilnng der Siegesbente. zsf2'm$ a\n o, 7.^August. (Tel. der „Wiener' Morgenztg."). Laut ^Popolo Romano" hat es der Außenminister T r t t o n r erreicht, daß das N e a n d e r t a l Italien zrrgefprochen wurde. Itatterr wird dafür den D o d e k a n an Griechenland abtreten. Albanien soll seine Völlige AnabhängigLeit erlangen, Fiume, S eb eureo und Z ara werden als Freistädte erklärt werden, wahrend die S o n v e r K n it ä t Italiens/ durch befond e r e .BNrgschasten festgeftellt werden soll. hat. —' Me Landesregierungen werdenhiervon mit der Einladuwgin Kenntnis 'gesetzt, die int Rrmderlaß des .Staatsamtes für .JimerSs vom 31'. Jänner 1919 erwähnten bedingten Bewilligungen Zur Namensänderung der Kirchesmntter in Hinkunft „für den Fall auszusprechen, daß derS taats sekre,tär fürJustiz" das uneheliche Kind aus Grund?ch er'Ermächtigung des .Präsidenten der Nätionakverf amm ln n g f u r?--e h c li ch erklär t". .Die Arbeiterurlaube. Die „Wiener. Zeitung" publiziert das von der Nationalversammlung beschlossene Gesetz über die Urlaube der Arbeiter. Das Gesetz tritt 14 Tage nach seiner Kundmachung, also am 21. d. M. in. Kraft. Telegramme. Befreiung der Internierten ans Galizien? Warschau» 7. August.' (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Einer Meldung des „Jüd. Volk" zufolge erhielt das Kommando des Jnterniertenlagers in Vrest-Litowsk den Btfehl, sämtliche Jpternierten aus Galizien zu befreien« Bolschewikifche Aktionen gegen den Zionismus. Eine westungarrsche Abordnung bei Allize. Gestern.mittags wurde vom Chef der französischen Mission m Wien, Mr. A l l i z ö, eine westungarrsche Abordnung, bestehend aus Vertretern aller Komilate des westungarischen Gebietes, das an Deutschösterrcich angeschlossen werden soll, crnpsangen. Die Abordnung bat Allize den Dank für den Anschluß Deutschwestungarns an Deutschösterrcich zur Kenntnis der Pariser Friedenskonferenz zu bringen. Gegen die Abtrennung niederosterreichrscheir Gebietes. Landeshauptmann S c v'e r hat an den Staatskanzler Dr. Karl Renner einen Brief gerichtet, in dem er namens der Bevölkerung Mederösierrcichs gegen die Abtretung niederöstercerchischen Gebietes an den tschecho-slowakischen Staat Einspruch erhebt. Staatskanzler Dr. Nenner hat in Beantwortung dieses Schreibens an Landeshauptmann Sever folgende Depesche gerichtet: „Die Fciedensdclcgation ist nach besten Kräften bemüht, »üederosterreichischcs Gebiet vor Zerreißung und Hmtangabe an tschecho-slowakischen Staat zu schuhen. Alle wirtschaftlichen und nationalen Gründe werden zur. Kenntnis gebracht, soweit Stellung der Friedensdelegativn und ihre. Absperrung von unulittelbarem Verkehr nnt den alliierten Mächten es ermöglicht. Als Gegenantrag für Gebictszeneißung bei Feldsberg wurde m erster Linie Ausbau der Bahnlmie» Lundeuburg—Eisgrub— Nlkolsburg, gegenüber Einbruch bei Gmünd Ausbau der Bahnlinie Budwers—Wittinpau beantragt. Für den Fall der Ablehnung dieser Anträge käme Betrieb der betreffenden Bahnlinien dmch tschecho-slowakischen Staat in Betracht". Die Legitimierung unehelicher Kriegskmder -und Namensänderung für Kriegerbränte. 'Zu diesem Gegenstand hat das Staatsamt für Inneres und Unterricht allen Landesregierungen heute nachstehenden vom 14. d. M. datierten' Erlaß, Zahl 21.146, im Verordnungswege bekanntgegeben: „Laut einer Mitteilung des Staatsamtes für Justiz hat der Präside nt - der Nationalversammlung mit Entschließung vom 15. Mai 4919 den Staatssekretär für Justiz ermächtigt, auf Aulrag der Mutter des unehelichen Kindes eines gefallenen oder an den Folgen einer Verwundung oder an Kriegsstrapazen verstorbenen Kriegers die Ehelicher klär ung im Sinne der § 162 a. b. G. B. im Rainen des Präsidenten der Nationalversammlung vorzunehmen, wenn der Vater erweislich die Llb sicht hatte, die Mutter des Kindes zu heiraten oder doch wenigstens das Kind wie ein eheliches zu behandeln, und nicht schuhwürdige Interessen seiner ehelichen Kinder oder gewichtige»- Bedenken vorn Standmznkte der öffentlichen Sittlichkeit im Wege stehen. Da diese Ermächtigung mit der dem Staatsamte für Justiz am 16. Dezember A918. vom deutschösterreichischen Staatsrate erteilten Ermächtigung vollkommen übereinstimmt, hat das Staatsamt siir Justiz den Gerichten mit Erlaß vom 2. Juni d. I. eröffnet, daß in der Behandlung d-c Anträge auf Ehelicherklärung von Kindern gefallener vder^prrsborbener Krieger keine Aend-erung el.nzutrew.n Wilna» 7. August. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Dem hiesigen „Tag" wird aus K i e w berichtet, daß der j ü d is chk o m m u .n i sti ff che Verband an den Bolkskommiffär für Inneres ein Memorandum gerichtet habe, worin vorgeschlagen wmde, die Tätigkeit aller zionistischen Organisationen ' und deren Institutionen.zu untersagen, da die Z-i o ni ftc n . d i e V e r b*ü n d e t e n d e r E n t en t e seien. ' Die Rechte der Minoritäten. Genehmigung der Spezialverträge mit den Tschechen und Rumänen. Saint-Germain» 7. August. (Korr.-Bur.) „Matin" meldet, daß der Oberste Rat gestern die S p ezial- Verträge genehmigtem denen die Rechted er M i n o r i t ä r e n in der T s ch e ch o - S l o w a k e i und Rumänien festgestellt werden. Die Verträge seien in denrselbcn Geiste verfaßt, wie jener mit Polen. Der „Matin" meint, daß der rumänische Vertrag stast von Bratianu, der sich ihm scharf widersetzt hat,' von einem anderen rumänischen Delegierten unterfertigt werden wird. . . ' Die amerikanische Ernte. Saint-Germain, 7. Angnst. Der amerikanische Getreide-' kommiffär Barnes teilte in der Senatskommission» die zur Unter-" suchung der Lebenslnittelleuerung eingesetzt worden ist, mit, daß die, nördamerikamsche Getreideernte um etwa 109 Millionen Zentner hinter den Schätzungen zurück bleiben w e r d e. , Amerika will den Welthandel finanzieren. Saint-Germain,. 7. August. (Korr.-Bur.) „Chicago Tribüne" führt in einem längeren Telegramm aus Washington aus, daß die amerikanische Finauzwelt ernstlich daran gehe, den Welthandel zu finanzieren;, der Kongreß sei geneigt, das seinige beizutragen. Die amerikanische Krise. Amsterdam, 7. August. (Korr.-Bur.) „Daily News" meldet aus New-Uork,.. daß bei der politischen und wirtschaftlichen Krise, rbelche die Vereinigten Staaten augenbliMch durchmachen, der Name Hearsts in den Vordergrund tritt. Hcarst hat endgültig' mit Wilson und den Dnnokraten gebrochen. Es ist möglich^ daß er die Bildung einer neuen Partei vorschlagen wird, welche folgende vier Ziele verfolgt: 1. Anerkennung der irischen Republik, 2. Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, 3. Nutzbarmachung der Profite für die Allgemeinheit und 4. Satzungsgemäß festgelegtes Recht der Arbeiter auf Vertretung in der Leitung der Industrien. Panik auf der New-Porker Börse. Nem-PorL, 7. August. (Tel.-Konrv.) Die Haltung der Eisenbahner hatte gestern einen großen Kurssturz an der Börse zur Folge. Fast sämtliche während der jüngsten vier Monate erzielten^ Kursgewinne gingen verloren. Die Kurse sanken bis 10 Prozent.. Der Kurssturz ist in der jüngeren " Geschichte der Börse ohne Beispiel. - Streiks in Amerika. . / New-Porkr, 6. August. (Korr.-Bur.) Es wird berichtet, daß 150.000 bis 200.000 Eisenbahner streiken. H y n e s, der Generaldirektor der Eisenbahncn, befürchtet ernstliche Störungen des Betriebes der Eisenbahnen, wenn, der Streik länger als 'eine Woche anhält. E Der Ansstand hat den' Stahltmst gezwungen, 8 bis 12 Hochöfen in Gary' zu lös ch e n, woprach 10.000 Aiüpitei' brotlos werdcir. '8/AMME '' ■ rngm* -1 .. Washington» 6. August. (Renter.) Bi'Kzehn amerikanisch« Etsenlachtlerverbalide. in denen zwei Millionen Arbeiter vertreten sind, haben der Effenbahnverwalmng gemeinsam die Forderung ans sofortige Erhöhung der 7öhnc vorgelcgt. - . D!e Streiks in Engraad. London, 7. August. (Tel.-Komp.) Der Eisenbahnerstreil ninunt den Blättern-zufolge immer größeren llmfang au.- Das Personal dvG Südloudoncr Untergrundbahn und der Londoner Südwestbahn hat die Arbeit im ganzen Thems.egcbiet medergelegt. —, Die Zahl der in London streikenden Polizisten beträgt gegenwärtig 1075. — Der Bäckerstreik scheint gleichfalls großes Umfang -anzunchmen. In London und in per Provinz streiken 20.800 Bäcker. Mehrere Bäcker, die bisher Weiterarbeiten konnten, wurden gezwungen, ihre Läden zu schließen. ' Infolge des Streiks mußten bereits die Portioneu der Backwaren in. den Restaurationen, und m dm Privathäuseru verkleinert werden. Heute sind et im Arbeitsministerium eine Konsemez statt, deren Gegenstand dir - Streiklage bildet. ' GeneraLstreik in Bulgarien. * Ein Protest gegen die Besetzung, Bukarest» 6. August. sTel.-Komp.) Die „Agentur DaAa meldet: „Ilniversul" berichtet aus Sofia, daß es den, bulgarischen Sozialisten gelungen ist, zum Proteste gegen die Besetzung Bulgariens dmch französische Truppen einen Generalstreik der Arbeiter aller Fabriken und Unternehmungen herbeizuführen.,,, Bukarest, 6. August. (Tcl.-Komp.) Die Maentur Dacia^ meldet aus Sofia: Die-sranzösischen Truppen, die Bulgarien setzt halten, haben mit der Entwaffnung Bulgariens begonnen . Die Kriegshetzer verteidigen sich. Eine Erklärung Michaelis.' Berlin, 7. August. (Korr.-Bur.) Der sriiherc Reichskanzlei Dr. M i ch a e l'.i s veröffentlicht mit , Zustimmung von H i n d e n b u r g, Lude n d o r f s und H e l f f e r i'ch in der -„Bossischen Ztg." und im „Lokalanzeiger" in näherer Aus- führung seiner ersten Erklärung "vom 26. Juli 1919 eine ausdrückliche Darstellung der Vorgänge von September 1917 mch weist darnach die gegen ihn erhobenen Vorwürfe! zurück, in seiner Eigenschaft als Reichskanzler rrgrnd. etwas versäumt zu haben. - was beim' Vorliegen einer . amtlichen Verhandlungsbereitschaft Englands hätte zum Frieden führen können. „In gleicher Weis« weisen Ludendorff. Hindcnburg und -Helffecich die gegen fie erhobenen Anschuldigungen zurück. Sie seien sämtlich anomer diplomatischen Aktion in keiner Weise beteiligt gewesen. Sie haben nichts getan, wodurch eine auf den Frieden gerichtete Aktion der Politischen Leitung in irgendeiner Weise durchkreuzt oder erschwert worden wäre. Dr. Michaelis halte diese Aeußerungcn -für nötig, um' zur Beruhigung eines großen Teiles der Bevölkerung beizutragen, di« durch die wahrheitswidrige Darstellung des Reichsfinanzminrsters in Erregung versetzt wordenZ ei. Die deutsche Anleihe in Amerika. London, 7. August. (Tel.-Komp.) Die „Times" erfahre», aus New-Nork, daß eine deutsche Bankgruppe gegenwärtig in dkew-Iork über eine Anleihe von 1000Mlllionen Pfund Sterling, das wären also 5 Milliarden Dollar verhandelt. Der Korrespondent glaubt, daß bei dieser Ziffer wahrscheinlich ein Jrrturr vorliegt. Wirtschaftliches aus der Tschecho-Slowaker t s Prag, |7. August. (Tel. der „Wiener Morgenzeitg.") Wie unser Korrespondent erfährt, begibt sich heute ein Vertreter der tschecho-slowakischen Republik nach Warschau,^ um ulit den polniHentykaßgebendeu-FaMreu megöu Lieserufia von Naphtha M-vcrhandeln. Man hofft-'iir^vitr-Vis sechs'-"'' Wochen 1000 Zisternen Naphtha erhalten zu könueu. Auch mit Rurnänien wird wegen Lieferung von Naphtha ver» handelt. _, ' Nach einer Meldung der ,'Narodni Listh" aus P r e ßburg wird' die Rübenernte der Slowakei mit sechs bis sechseinhalb Millionen Meterzentner geschätzt. Die letztenÄegen» .fälle und das warnie Wetter haben die Eritwicklung außerordentlich^ gefördert. Die Reichenberger Messe. Prag, 7. August. (Tcl.-Komh.) Für die Reichenherga i Meffe nach Leipziger Muster gibt sich das größte Interesse kunh. Disher sind mehr als 200 Aussteller aus den verschiedenstev Orten angertzeldet, so daß mit Sicherheit auf bic erste Reichen« berger Meffe im Frühjahr 1920 zu rechnen ist.' Tschechische Blätter über die ungarischen * ' - Vorgänge. Prag, 7. August. (Tel.-Komp.) „Narodin Listy" - schreibt: Mumnehr, da Bela Kuu und seine Helfer auf Sommerfrische nach Niederösterreich' übersiedelt wurden, glaubten^die Offiziere", die den Umsturz voll-'; führten, ihre Zeit -für gekommen. Sie stürzten das Kabinett.und ernannten Josef H'absburg zum Gouverneur. Sid versuchen, ein Interregnum mit demokratischem Beigeschnrack zu errichten, irgendeine Re- . publik mit einem Erzherzog an der Spitzerem militLrisch-absolutistisch'-monarchistisches.Provisorium, verbrämt mit einem volkstümlichen Mäntelchen. Bis zmn Äugenblick ist uns nicht bekannt, welche Stellung das neue magyarische Gebilde einnehmen wird. Wir wissen nur, wie sich die Entente und die Rumänen daM . stellen. Nun ist Erzherzog Josef Gouverneur, wie der rflwße Napoleon Präsident der Republik tvar, ehe er. - Kaiser wurde.' In Ungarn ist alles ein brodelnder Kessel, nirgends ist ein Faden zu sehen, an den sich. ' Kristalle ansetzen könnten. Japanische Gewaltherrschaft in Korea. v Bolnmr, i7. August. (Funkspruch.) Aus Paris wird berichtet: Der als Führer, einer VoreaNischen Un-.v ' abhängigkeitsmission. in Frankreich weilende Professor ' KimSic-Kimm äußerte sich über die koreanische Frage ' gegenüber den amerikanischen BerichterstatLern, - daß Japan weder die Fähigkeit noch die Absicht habe, die. Koreaner zu assimilieren. Falls" Japan'weiter gestattet werde, das Land zu vergewaltigen, werde es zur syste- ' malischen Ausrottung der Bevölkerung kommen. Die japanische , Militärdiktatur sei entsetzlich. Japan iovlle ein asiatisches Riesenreich auf dem Festlaud schaffen und hierzu sei Korea der Schlüssel. Mle ' Demonstrationen werden in Blut erstickt, ohne daß die Außenwelt bierimu''LKaLN.. '