Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 192 (1.8.1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Wiener Morgenzeitrmg 1. August 1919 GeÄe fi ' Nr. 192 Wien, Freitag zeitig die besondere Bedeutung des Bergarbeiterstand es klar erwiesen und der Lei künstlichem Licht und künstlicher Bewetterung in den Erdhöhlen schwer arbeitende Bergmann ist,-sich seiner Wichtigkeit als /Träger der modernen Kultur voll bewußt geworden. Kein Wunder, daß mit den schwerwiegenden Frag":: ^er Kohlenwirtschaft auch gleichzeitig die großen sozialen Probleme der Grubenarbeiter nunmehr auf-» gerollt sind und , die Oeffentlichkeit zwingen, diese Pro°^ J 6ferne zu lösen, um den Forderungen der Arbeiterschaft entsprechend Rechnung zU tragen. In England hat man die große politische und wirtschaftliche Bedeutung der Kohlenausfuhr schon vor sehr langer'Zeit erkannt. Der Rückgang der Förderung , im Kriege und die Not an Ausfuhrmengen englischer Kohle haben auch der englischen Arbeiterschaft-Anlaß gegeben, sich mit der staatlichen Bewirtschaftung des Kohlenbergbaues eingehend zu 'befassen. 'Der Gewerkverein der britischen Bergarbeiter ist im Februar-dieses Jahres an die-.englische Regierung herangetreten,' die Verstaatlichung des ' Kohlenbergbaues ehestens in die' Wege.zu leiten. In einer umfassen-' den Enquete, welcher die verschiedensten Interessenten des Bergbaues beigezogen waren, wurden die Ansichten der beteiligten Faktoren gehört. Da eine Einigung auf einen einheitlichen Bericht nicht zu erreichen war, so hat die Regierung ' selbst die Entscheidung getroffen, welche schließlich von allen beteiligten Sachverständigen angenommen worden ist. Mit 'Rücksicht auf das unzureichende Beweismaterial, mit dem sich die Kommission'befassen konnte/ wurden die BorfchMge, welche eine Verstaatlich-mg des Bergbaues zum Ziele hatten, a b g e l e h n t, und zwar mit ausdrücklicher Zustimmung der Arbeiterschaft. - * Es würde zu weit führen, wollten wir die äußerst interessanter: Darlegungen 6ex Englischen Soz'ialisierungßZommission näher erörtern. Wir verweisen nur darauf, daß in den'Beschlüssen der Regierung die Not» Wendigkeit einer -Verbesserung der Arbeitsmethoden und die Jnteressierung der Bergarbeiter am Erfolg des Unternehmens besonders hervörgehoben worden sind. Die Kohlenniot gebietet.sowohl eine intensivere Förderung, als auch eine rationelle Ausnützung der gewonnenen Kohle. Das war auch das Leitmotiv der Beschlüsse der Sozialisierungskommissiön in Deutschland, welche-bekanntlich die Verstaatlichung als vollständig ungeeignete Maßnahme zur Sanierung der Kohlenw.irtschaft bezeichnet hat. - De'uts ch ö ster r e i ch ist nun ebenfalls mit der Erörterung des' für diesen Staate besonders schwierigen Problems der Sozialisierung der Kohlenwirdschaft beschäftigt und es . ist uns vbrderhand noch unbekannt, zu welchen .Beschlüssen man hier kommen wird. Der innige'Zusammenhang,der durch die schwere Kohlennot 'hervorgerufenen -Wirkungen mit jenen Folge«, erscheinnngen, welche eine Bu reaukratisierung und Be r a m tun g unserer. Kohlenwirtschaft mit sich bringen müßten, wirdauch in Deutschösterreich ganz besondere Berücksichtigung verdienen. VIII. Vsltzitgsariweisrmg über die Anmeldung und Kontrolle gewisser Vermögenschasten und die Sicherung der Vermögensabgabe. Die VUI.. Vollzugsanwcifung des Staatsamtes für Finanzen vom 30:Jul: 1919 über die Anmeldung und Kontrolle gewisser V e r m ö y e n s ch a f t e n und die Sicherung der Vernwgmsybgabe, d:e im heutigen Staatsgesetzblatt zur Verlautbarung gelangt, lautet: Auf Grund des § 28, Punkt 2, der III. Vollzugsanwcisung des Staatsamtcs für Finanzen vom 14. Avril 1919, St.-G.-Bl. Nr. H30 (I!l^ Vollzugsanweisung), über die Anmeldung und Kontrolle gewisser Vermögenschatten und die Sicherung der Vermögensabgabe wird in teilweiser Abänderung dieser Vollzugsanweffung sowie der VI. und VII. Vollzugsanwersung (vom 12. Juni 1919, St.-G.--Bl. Nr. 317,. und vom 3. Juli 1919, St.-G.-Bl. dir. 341) angeordnei. .. , 8 l- Die Frist zur Anmeldung der in- - inläffdischer bankmäßiger Verwahrung erliegenden Vermögenschasten und der Aktiv- und Passivsaldi aus bankmäßigen Kontokorrenten oder Girokonten (Artikel 18,1.?. 2 und 19 der Anleitung zur Hl. Vollzugsanweisuna) sowie jeyer Geldeinlagen (Artikel. 21' der Anleitung zur III. Vollzugsanwcisung), welche gemäß 8 9> Absatz 3 der VH. Vollzugsanwcisung be: der in den Räumen der das Einlagedokument verwahrenden Depvtstclle errichteten Anmeldestelle anzumelden und. wird in nachfolgender Weise erweitert: 1. bis zum 15.,August 1919 können diese Anmeldungen in der bisherigen Weise «stgttet werden. 2. In der Mt vom 16. August 1919 bis 31. August 1919 ist fiiv , lebe Anmeldung eine Verspätungsgebühr von K 10.— zu entrichten. Außerdem ist für Guthaben und Einlagen eine Anmeldunasgebühr von 1 Pro Mille, zu zahlen und es erhöht sich die Manipulationsgebiihr (Artikel 16 der Anleitung zur III. Vollzugsanweisung) hinsichtlich jener Wertpapiere, die auf Grund solcher Anmeldungen der Kontröllbezeichnung gngeführt werden auf K 1— für das Stück der nach Stücken gehandelten und auf 1 pro Mille vom Nominale siir andere Wertpapiere. 3. In der Zeit vom 1. September bis 10. September ist für jede Anmeldung ' eine Versvätungsgeblihr von L 20.-^ zu entrichten. Außerdem ist für Guthaben und Einladen eine Anmeldungsgebühr von 2 pro Mille zn zahlen und es erhöht sich die in Punkt 3 erwähnte Mampulationsgebühr auf K 2.—, beziehungsweise 2 pro Mille. Die Verspätungsgebühr ist in Stempclmarken zu entrichten. Die Anmeldungs- und Manipulationsgebühr wird von der kontoführenden Stelle, beziehungsweise Depotstelle eingehoben. 8 2. Die Verspätungsgebühr, die Anmeldungsgebühr uitb d«e Maniplilationsgebührenerböhung gilt nicht: 1. für-die Anmeldungen gerichtsmäßiger Depositen und der bei öffentlichen Kassen erliegenden Devostten und Kautionen. 2. Für jene Personen, welche d:e Anmeldung innerhalb der ihnen nach 8 2 der VI. Vollzugsanweisung zustehenden Frist erstatten. . » 3. Für jene Personen, denen kirre Fristerstreckung behördlicherseits zugebllligt wurde. -Die,Steuerbehörden I. Instanz sind ermächtigt, die Nachsicht derVerspätimgsgcbübr, derAnmeldungsgebühr und derManipulationsgebühren erhöhnng über begründetes Ansuchen auszusprechem Den Dcpqjstellen, brzw. kontoführenden Stellen steht, es frei, in jenen Fällen, in denen ein Versäumnis der Frist für die gebührenfreie Anmeldung durch eme Verzögerung in der Aussendung der Ausweise (Muster A) veranlaßt wird oder aber durch Schwierigkeiten im Auslandvcrkchr bedingt ist. die steuerbchördüche Nachsicht siir ihre Kommittenten zu erwirken. §8. Die Steuerbehörden haben Amn'eldungen ^der außerhalb bankmäßiger Verwahrung befindlichen Vermögenschasten (Anmeldungen mit Muster. L und 11) und. der nicht im 8 1 behandelten. Geldeinlagen (Anmeldungen mit Muster C) auch nach Ablauf der für die Anmeldung dieser Vermögenschasten geltenden Frist innerhalb 14 Tage nach Kundmachung dcS Gesetzes betreffend die Rechtsfolgen von Uebcrtretungen der Vollzugsanwe'isnngcn Aber die Anmeldung und Kontrolle gewisser Vermögenschasten und die Sicherung der Vermögensabgabe entgegen zu nehmen. 8 4. tz 13, Abs. 2 der VII. Dollzugsanweisung wird dahin richtiggestellt, daß es nicht „1918" sondern „1919" zu lauten har. Die Frist für die Vermögensanmeldung verlängert. Amtlich wird verlautbart: „Die Besonderheiten des Vorganges bei der Anmeldung der in bankmäßiger Verwahrung befindlichen Vermögenschasten baden es notwendig gemacht, die Frist für die Anmeldungen der Bankdepots einschließlich der in Bankverwahrung liegenden inländischen Anlngcbücher und der Saldi aus bankmäßigen Kontokorrenten und Girokonten noch einmal zu verlängern.,Diese Fristverlängerung wird in einer erscheinenden Vollzugsanweisung des Staatsanttcs -dir Finanzen verfügt werden. Die Fristverlängerung beziebt sich auf Anmeldungen nach Formular A und nach dem kür R r n t e n h ü ch e r derPostsparkafse vorgeschriebcnen Formulare, ferner auf Anmeldungen nach F o rrnu l a r 6 m jenen Fällen, in denen die Verbindung mit Formular A vorgeschrieben ist. Die jetzt verfügte Fristerstreckung unterscheidet sich' jedoch in ihrer Art wesentlich von den früheren. Nunmehr wird gestattet, die Anmeldung b:s-15. August in der bisherigen Weise zu erstatten; darüber hizlaus sind-die Anmeldungen noch bis' 10. September zulässig; jedoch unter empfindlichen finanziellen Nachteilen für den Anmeldenden, da eine Verspätungsgebühr, eine Anmeldungsgebühr ' für. Guthaben und Anlagen und eine Erhöhung der Manipulationsgebühren vorgesehen ist. Diese Gebühren sind derart abgcstnft, daß sie!>ci Anmeldungen, die nach dem 31. August erstattet werden, in doppeltem Satze erhoben werden. Diese Einrichtung wird geeignet sem, die Parteien zur raschesten Vorlage der Anmeldung anzuspornen. Für die Anmeldung der übrigen Vermögenschasten. (Formulare L und D und d>e mit A-Formnlaren nicht verbundenen Formulare 6) ist eine Fristverlängerung nicht verfügt, wohl aber sind die Steuerbehörden beauftragt; derartige Anmeldungen noch binnen, 14 Ta gen nach Kundmachungdes von der Nationalversammlung bereits bcschloffenen Gesetzes über die Rechtsfolgen von Iledertretnngen der Anmelpevorschrrf 1 en e n t g e g e n z u n e h m e n. Damit' ist den Säumigen noch Gelegenheit geboten, ihr Versäumnis gulzumachcn." Die englische und amerikanische Presse über nnsere Wirts ch aftsv erh ältniff e. Aus London wird gemeldet: Im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Staatssekretärs Dr. Bauer widmet bte englische und ein Teil'der amerikanischen Presse-der inneren Lage in Deulschösterreich größere Aufmerksamkeit, wobei Aeußerungen der Wiener Funktionäre über einen drohenden Staatsbankerott erörtert werden. „Eveving Star" meint, der, Wiener Bankerott sä praktisch eigentlich bereits emgetreten, da die K tone I au n: mehr int ernationale Zahlkraft habe. Das Blatt verweist darauf, daß die Krone in Kopenhagen seit Monaten nicht mehr notiere, in Genf einen Stand erreicht habe, der einer fast völligen Entwertung pleichkomme, während die Märkte von London und Paris mit Kronenwcrten nicht ernstlich rechnet: könnten. Das Blatt spricht von dem „verschleierten Wiener Konkurs" und bemerkt, es sei gefährlich, e: n en sotchenZustand andauern z u l a s s e n, da der Zusammenbruch ein-s so großen Hauses f ü r andere nicht o h n e F o l g e n bleiben könn e. 'Die Gläubiger Wiens hätten Grund, dieses wieder zahlungsfähig zu machen. Zu d:esem Zweck müsse man d a s L a n d zur Arbers zurück führen. Es brauche Kohle- und Rohstoffe. Nachdem Dr. Bauer gegangen sei, dcsien ungarische Politik die Kohlenkatastrophe verschuldet hgbe. da er sein Land eher in den wirtschaftlichen Verfall treiben wollte, als gegen das Bolschewikenungarn Waffen zu liefern, so könne man glauben, daß sein Nachfolger mit diesem Svstcm brechen werde. Die Wiener Politik trage die Hauptschuld selber. In der ..Daily News" wird von der Notwendigkeit einer weiteren Abänderung einiger unsinniger Bestimmungen des Friedens gesprochen. Deutschösterreich könne die Berge von Papierkronen nicht allein ertragen, ohne zu ersticken. Eröffnung der Prager Börse am 4. August. Prag» 81. Juli. (D'checho-slow. Preßbur.) In der gestern unter dem. Vorsitze des Vizepräsidenten der Börse Obüdirektors August N v v a k und im Beisein des Börsekommissärs Sektionsrates Josef B a r a abgchaltcnen Sitzung der Prager Börsekammer wurde nach eingehender Debatte auf Grund der vom Finanzminister erteilten Zustimmung der Beschluß gefaßt, die Börse für den Handel in Effekten am Montag den 4. Angnst wieder zu eröffnen. Diesem Beschlüsse zfffolge wird vorläustg an der Börse n nur der Handel in den im amtlichen Kursblalte, der Prager Börse notierten Anlagepapieren mit Ausnahme der im Abschnitte 6 angeführten Effekten der österreichischen und ungarischen Staatsschuld gestattet sein. Es wird demnach der Börseverlehr vorläufig auf die nachstehenden, im amtlichen Kursblatte angeführten und dem Gesetze gemäß bezerchneten Wertpapiere beschränkt sein: 'Abschnitt A. Staatsschuld des tschecho-slowakischcn Staates. B. Oesfenillche Anleihen, v. Pfandbriefe und Obligationen der Geldinstitute. E. Prioritätsobligationen und F. Lose. Die,Börse wird aff jedem Wochentage mit Ausnahme der Samstage - und zwar stets von 11 bis 12 Uhr nuttags 'abgchalten werden. Die amerikanischen Anleihen für Europa. Ein Dementi der Nerv-Borker Banken. London, 81. Juli. (Korr.-Bnr.) Hie „Times" meldet aus New-Tork: Die New-V orker Banken widersprechen den europäischenBerichten, denen zufolge Amerika bereit sei, Italien e i n e M i l l: a r d e Dollar und den anderen Ländern verhältnism 8 ß i g gleich großeSümmen zu leihen. Uebcreinstimmend ist man in Bankkreisen dex Meinung, daß der Kapitalsbedarf in Amerika und Europa in. jedem Falle auf das allernotwcndigsie beschränkt werden muffe und daß die zeitweise verfügbaren Gelder nach einem sorgfältig aufgestellten Plane zu verteilenseien'. Die Regierung hat neue Schatrzertisikate ansgegeben, die für Schatznoten, welche vor dem Verfall der Schatzwechsel am 1. Jänner 1920 zur Ausgabe gelangen, t werden angenommen werden. Mai: erwartet allgemein, daß im Herbste eine neue stkotenausgabe in der Höhe von 3 bis 4 Milliarden Dollar statrfinden wird. Der amerikanijche Emissionsbedarf bat sich infolge der Krediteinschrankungen derartig angehäust, daß der Geldmarkt mit Kapitalsanfraoen überschwemmt wird. Kovenhageuer Firmen^ arrangieren den Verkauf von 12 Millionen Dollar langfristiger^ Bonds an Brown Vivthcrs, Lee Higginson L Co. und W.Seug^ mann & Co. Diese Bonds werden wahrscheinlich zu einem Qüm trage von mehr als 6°/» angeboten werden. Dänemark verhandelt ebenfalls über einen Kredit. Der Amtausch -es Papiergeldes in Deutschland. Berlin» 31. Juli. (Korr.-Bur.> Die „Deutsche Allgemeine Zeitllng" schreibt inner der Ücberschrist „Der kommende Papier-, geldumtausch und die deutsche Valuta": In manchen Kreisen,! besonders auch den neutralen, scheint ore Auffassung vorzuherrschen»' daß mit dem g e p l a n r e n U m t a u s ch v o n P a p i e r-> g e l d die He r a bsetzungd es Nennwert e s d e r, Banknoten verknüpft sein soll. Derartige Absichten liegen dem R e i ch s m : n i st e r für die F : n a n z e n fern. Es soll' lediglich verhindert werden, daß größere Beträge anbarem Gelbe der Besteuerung entzogen werden. Eine Beein-, trächtigung der Rechte wrrd mit diesen Maßnahmen nicht verbunden sem. Der geplante Uintausch des Papiergeldes wird eine: wesentliche Einschränkung im Umlaufe an Geldzeichen herbeiführen, da die sogenannte Thesaurierung von Papiergeld , als zwecklos aufgegeben werden dürfte. Dadurch wird schließlich eine BefferuvK der Valuta im Auslande herbeigeführt werden. Aufhebung der Zölle für Betzarabien, di« Bukowina und Siebenbürgen. Ans Bukarest wird telegraphiert: Die Agentur „Dacia" m.'ldei: Der Ministerrat hat beschlossen, die Einm:d Ausfuhraus den einverleibten Provinzen*£8 eßarabrens, de« Bukowina und S iebenbwrgen weiterhin nicht meh^ mit Zöllen zu belegen. Der belgisch-französische Handelsvertrag. Lyon. 31. Juli. (Funksvr. d. Tel.-Korr.-Bür.) AuS' Brüssel wird gemeldet: D:e Verhandlungen über den belgisch-' französischen Handelsvertrag schreiten günstig vorwärts. Der. französische' Botschafter in Brüffel,. M a g e r i e, hat bei ben; Besprechungen mit den belgischen Fachleuten erwähnt, daß bec; . Handelsvertrag die Zollschranken, vie zwischen, zwei so fteund» schaftlich verbundenen Ländern geradezu paradox seien, nach' Mochlichkett aujheben werde. Tätigkeitsbeginn des Postscheckamtes in Prag.! Prag» 31.Juli. (Tel. der„Wr.Morgenztg") Ami.Augusts beginnen die Postscheckämter in der tschecho-slowakischen RepuM ehre Tätigkett und endet mit diesem Tage auch die Schecktatigkest der Prager Postsparkasse. Die ganze Getreideernte von der kanadische« Regierung aufgekauft. Aus London wird gemeldet: Nach einer Meldung au8. Ottava hat die kanadische Regierung die ganze Getreideernte de-c Landes aufgekarfft. Dev Neichsbankausweis. Berlin, 31. Juli. Der Ausweis der DeMschen Reichsbknk über bte dritte Jultwoche zeigt auf den Anlagekonten eine nicht unbeträchtliche Entlastung. Im Zusammenhang mit f dem be-, friedigenden Absätze non Retchsschatzanweisungen ist die gesamte- Kapttalsanlage um '1396, auf 28.741 Millionen Mark zurück-; gegangen. Andererseits haben sich die fremden Gelder noch stärker/ nämlich um 1472 ans 8171 Millionen Mark, vermindert. Die- Entwicklung des Bedarfes an Zahlungsmitteln war eine wieder verhältnismäßig günstige. Die Abnahme der tm Verkehre befindlichen Banknoten und Darlchenskaffenscheine betrug insgesamt 339 Millionen Mar? gegenüber einer Verminderung von 376 Millronrn Mark in der zweiten und von 137 Millionen, Mark in der ersten Juliwoche. dieses Jahres sowie einer solchen' von 143 Millionen Mark in der dritten Julrwoche des Vor-- jahres. Im einzelnen nahm der Notenumlauf um 250 auf 29.346, der Umlauf an Darlehenskaffenscheineu um 88 auf 11.797 Millionen Mark ab. Der Goldbestand weist eine erneute; Abnahme um 1'3 auf 1111'8- Millionen Mark auf. Der.; Darlebensbestand bei den Darlehenskassen verminderte sich infolge ' von Rückzahlungen um 175 auf 20.741 Millionen 'Mark. Dee Mandatsdauer der wirklichen Mitglieder der Handels- und Gewerbekamnrern verlängert. Zufolge des in der „Wiener Zeitung" verlautbarten Gesetzes wird bte ötmfttoiiS»i baitcr der wirklichen Mitglieder der Handels- und Gewerbe-i kammcrn abermals, und zwar bis Ende Dezember 1919 verlängert.' Schlechte Läge des englische« Exporthandels? Ans S a i n t-G niaiit wird berichtet: „Daily Mail" meldet: Die britischen Eisen- und Stahlindustriellen erklären, daß das fortwährende Steigen der Produktionskosten den englischen Exporthandel mit einer Katastrophe bedrohe. Der europäffche Kontinent gebe mehr und mehr Aufträge an Deutschland, die Vereinigten Staaten und Japan. Aufhaltung polnischer Warentransporte in Oderberg. Aus K r a k a n wird den „Polnischen Stimmen";, telegraphiert: Wie der „Kuryer Codzicnny" .mitteilt, halten die -Tschechen seit einiger Zc,t bte für Polen bestimmten Wareniransvorte auf. In .Oderberg befinden sich zurzeit über 800 W a q g o n s mit für Wien bestimmten ' Waren, die deswegen nicht weitergelettet werden, weil die Tschechen behaüvten, daß die Polen 3000 tschechische Waggons auf ihren Linien verwenden.. . - Eine jugoslawische Bank. Aus Laib a-ch wird gemeldet: In Belgrad-weilen der Vizepräsident der Landesregierung für Slowenen, Dr. Gregor Z e r j a w und der Prag'er Gesandte des Königreiches S-H. S. Ivan Hrib ar zwecks Gründung einer jugoslawischen Bank. Diese jugoslawische Bank soll eine Institution der demokratischen Partei werden und würde großestaatliche Privilegien genießen. Von den Petreidemärkten. Ans dem hiesigen Platze ist keine Aendernng in den bisherigen unbefriedigenden Verbältniffcn elngetrctcn und auch auf dem Berliner Platze bewegt sich der Verkehr derzeit in ruhigen Bahnen. Nur von den . amerikanischen Märkten wird eine größere Regsamkeit gemeldet, bte sich in eine Maishausse zn entwickeln scheint. Anlaß hierzu bilden der ungiinstiqL Julibericht des Mashingtoner Ackerbnndb^reaus sowie weitere Nachrichten, daß infolge Hitze die Maisernte gefährdet sei. ' Wiener Börse. Die gestrige Börse war von einer ruhigen Tendenz getragen, der Verkehr nicht mehr so lebhaft wie in den letzten Tagen, die Grundsttmmung des Marktes jedock ziemlich freundlich. Alpine-Aktien standen neuerdings in Nachfrage und vorübergehend waren auch S t a a t s b a h n-A k t i e n. Gegenstand regerer Nachfrage, uwg"gen Südbabnwerte angeboten und - abermals billiger erhältlich waren. Banken-