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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-29 · Heft 189 (29.7.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 189 (29.7.1919)
Date
1919-07-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der dSNtschWerreichischen DelegsLion wurde eine F r i st v o n z. e h n T ngen gestellt, um ihre Bemerkungen zur Gesamthsit des Vertrages schriftlich Zu formnLiererr.Grs WslegMon hat sich sofort ans Werk gesetzt, um die Antwort in der vorgLfHenen..Frist-vo-rlegen Zu können. Infolge der Demi ssiou des deutschösterreichischen svLKaLsseKrEirs für Pe'utzsres haLen jedoch die Arbeiten der Delegation eine V e r H ö g e tun g Ve^r f Ä h ssn Essen, da sich BsraLVNhen mit den Vertretern der dsrrtschW^SichiMen Regierung und den WlchLigsLen politischen Parteien als notwendig e r to i e s .e n. Ich Korrnte von der Zu diesem Zwecke rmLernEmeneu Reise erst heute nach GainL-Kermsin ^ArLckZshrs«. Die v e r rv ri - Ce:! L e A r L n n t der g r o ß e U m.fa-n g d er Frisdensbed i rr. Zungen, die der deutschöfterreichischen UrredeMdelsgatwu oergeleZt wurden, hadeN Werdiss die Berufung von Extzertech die gewisse Fragen a u f h. s L l e n sollen, notweudig .gemacht. Dre FrisderrsdelegMiorr wünscht sslsfft ihre Ärdeiten so sehr als möglich zu d e f ch l e n n i $ e rr, doch bedeutet eiNS.gewiffsnh.afte uud.-WvhlbegrZndeLe.D a-t-l e g u n g der wichtigste n T a t f a H e n und der für nufere LsdeRSfLhigkeiL mrsrLWlichen RstwendigstsiLsn ein Ledsnsisrirrssie- DsutMZsterreichv. Wir müfferi esher -hohen Frrsdeür-- ksuferstrz erleichtern, ihre ERLfcheWnrr§erraZtzer das SchiMfal DsutschTsterrsichs in voller Kenntnis d e r Ärr st e r st o e r w i ckt e l t e n A m ft 2 n d M uür , die es sich- Handels zu treffen. Ich Halts es daher für meine Pflicht, den Mersten Rat-'-der' aMierten und affoznertsu Mächte Ln^ersuchsu, Last-die-der Deltzg^Liou-.. ZNSestsutsMe.'''H-ch4.'.ß,.x % d Er-u.l i e r u' n"g' He r ' % n"t‘‘ w v t f" 'e ine Mvcho v erlän L e/r t w e r d e, Gez. Neunes". Eim Rsie Me«ers Wegeu der KDhleRfxWe. Dis FriedeNsksrrfeVLRZ sslL iRLermRisreR. S a in t -- Gsr m a i rr, 28. Juli. (Korr.-Vrrr.) BtaatJkanZlsr Dr. Renner hat an den Präsidenten der Fri ed enS ko rrf erenz eiue Ns Le. gerLchtst, in der er dis v erzweifslte «Koh lerrsiSuatr-o.n ^.eutsch^§ ftrrreich s irrallen Emzslheit-rn schildert imd-diePesÄschSuus-MSM'Wt,>dich, Wenn.nichtsrasche Wfs geleifiet Würde» der Bevölkerung DsuLschösterresHs,-insdefonderv Wiens, cht Winter uusagLaren .Elends bessrstehe, wie ihn selbst die geduldigste BeMNerung. nicht rutzig. hinnKMSU.würde. . Es wird in der Note mts^eführ-,/ hast die WerMgo, die D'euschssterrerch mit den neu entstandenen StaaLen und DsutsHlaud rVLgsn der KotzLsVliefermrJS»^ .aSgsschlsffen HE, ''trotz der i a U kräftigen N n t e r st ü tz u n g der a l l r i e r L e. n Ko m Mission nicht e i n g e h a l t e n w u r d e n. Deutschland sei auch nicht in der "Lage, Zureichende Msugsn der irrr Friedsn gäuZlich znr BsssorMnZ Wiens 'diTneMM obMchleUchen Kohlen zu liefern, weil' eS ,durch den Friedsnsyertrss verMichtet -E- -grstzS: Mmge« an dis aNrierten und KssozUertsn Mächte ad- ZuZeben. Es Heißt weitsr/-in. der Note, daß eins -«iMame Mhilfs Mr dir KohlsnnsL in Deutschofterreich «ur mSMch --ersche8ns»''werm.-dLs aWerten und aAssiiertru Mächte für eine gewiffe Zeit, wenn auch E^e i n e'n-;' g e w i f f c n Bruchteil d er 2 i e f es r « u g s rr, zu denen Deutschland Verpffichtet ist, etwa L5.KW T o n e n,' t> e m Deutschen R e L ch e e r L a f f e n würde, bmiU ^SAtschland die gleiche Menge mrs OLerfchLesien. an DELschöfterrelch aÄgsdsn könnte. Schließlich ftsM dis Note das Ersuchen mr die FrLedsnSkoufsrenZ, die. tschschs-florVskische und die polnische NepuSlik zu deaustraZen, daß sie die KohLenLiÄfsrrLngen im Sinne der adgeHchloMen Verträge ohne Verzögerung sofort durchMven mögen.; GiN ZUdeWeMtzeL iu Odessa. Sdttfettke Tete. — D«^Z«de«v!ertel im BrsKd gesteckt. Bukarest, 28. Iuli. (Tel.-Konnp.) Das. rumänische PVestdurean meldet ans Kifchinew r Aus Odeffa ein-getroffeue Flüchtlinge -erMHLesr, daßin Ödessa ein.großer Pogrom ftMgesundetr HaS. Me TruPpen des Generals ÄseZsrisw, die DÄMa Sesetzt halten, hahs-n eine erSitSortK WsrfsZBMO dor 'I « d sn S e g o n « e n. O as>J-ud ensi.ert ei in D d sff a wurde z e r n i e r t, worauf flch ei u G s m e tz e l e r h o k, d s m n r ch t sin s i n Z i g e r I « d e e « t r a n n, Gsdasim -rmirdd hm JudenvierLeL in Brantz gsfteckt m% Vir Feuersdruust dmre«ts drei Tage und Nächte an. Außer dsm G-rLdrurks der furchtbaren Ereignisse hat die äuge ordnet, der BsVölkLMUA der ganzen Akrarne eiRS Traue die Inden Vvu BestarabiLn anaeichlsffen V t? WLShKlh die GRiLKts DLNtschland schWWchLN WM. W i e», 29. Juli.' Emige Tagtz «ach der Uuterzetchnmlg de§ FrirdenSverirageS durch DcnWland kam Herr v. 8 a v r a d e l l e, der berühmte französische RechtZgelchrte rmd simstische Mitarbeiter bei der FriedenÄVnserem, nach Lausanne, um dsrt an der Universität m mehreren Vorträgen die Bedeutung des FrisdenZdukumentes, fernen Inhalt mrd die Geschichte .somer Entstehung vor einem z>.M großen Teil aus Neutralen bestehenden PuhW^ ry«? Gesichtspunkte der Entente aus zu ArKrieren. ./ 'k:> In der Frage der t e r r i t» r-i a l e n B r st i m.wrr n« S«« hat man sich nach Lapradelle von dem obersten Grun^atz leite» lasten, den Forderungen der mrzelnen Völker Gerechtigkeit widerfahren zu lasten und hierzu womöglich die Bolksabstinnmmtz in Anwendung zu bringen. Diese wollte man aber nicht zur all» gemeinen.Regel werden lastm, hauptsächlich dann nicht, wrnv durch ihre Anwendimg der allgemeine Friede gefährdet werden könnte. Eure Volksabftinnmng in Elfaß-Lothringm fei Lbv> flüssig gewesest, weil änch die Deutsche«, trotz zweier Mstischer Proteste im Jahre 1370, kein Plebiszit veranstaltet hätten rmd sich damals nienrand in Deutschland um den Willen des Volkes -ge« künnnert habe. In Schleswig hingegen war auf Wnnfch Dänemarks' sogar eine dreifache VolksabstimmMg vorgesehen! Der hervorragende Jurist bekennt ohne weiteres, daß «ran den Deutschen nur in unwesentlichen Dingen EntgegeÄkönninm bewiesen habe. Lese man, wie die Tschechen dre Forderung nach -Einverleibung DeutschböhmenS in ihre Nchublik beßrisiiden, so finde man, daß die wirtschaftlichen Fragen im Vordergrunds-stünden. Die SlcherheitZfrage» kämen erst in letzter Lmie, welcher Umstand für die Aenderung der Meltanfchammg charaktenststch fei. - Der erste Grundsatz sei die Erhaltung des Friedens, Wen? müßten sich die Svnderwünfche der Staaten rmterorhrren »yd daherkonnte D e u t f ch ö st e r.r e i ch f i ch n « r m i t 8 üstimmung d^es VörkerbsndeS an Detttsch, t a n d a n f ch l i e ß e n. Aus de« Argumente« Herm von LapradelleS erfährt man mm nichts, was die Berhandümgen und ihre Ergebnisse nicht schon längst klargemacht hätten: die große Konzeption, daS Vorherrschen emeS allgemeinen leitendm GmrchfatzeZ, mit der man rechnen $tt dürfen glaubte, als dw Staatsmänner der Westdcmokratien sich in großen Worte« Lberbotm nnd dm von Wilson mrsgestellten Prmzipim feierlich znstimnten, hat sich nicht gezeigt und so blieb an Stelle einer all^ gcnreinrn großen leitenden . Idee nur das gemeinsame Ziel übrig, -Deutschland z n s ch w 8 ch e n und diesem Gesichtspunkte alle allgemeinen Grundsätze zu opfern. So versteht man, daß eine VolksabstimmMg in Schleswig bereitwillig zugestauden wird, daß die vorwiegend wirtschaftliche Begründung für die Notwendigkeit der Zng e h ö r i g k e i t D e u t s ch b 3 h m e n s zu T s ch e ch i e n — ein plötzliches Zeichm geänderter WeltanfchaMng — viel gewichtiger fem 'muß als der Wunsch, den Forderungen der Völker gerecht zu werden» nachdem dieNotwendigkeit der Schaffung einer eigenen tschechischen Staatlichkeit, als eines der Mittel .ur Schwächung Deutschlands außer Frage steht, nnd über DeutschösterresHs politische Znkimst soll wieder nur der Völkerbund entscheiden dürfen, da ja der Friede das' Höchste sei. Das ganze bisherige Chaos, das die monatslangen BerhMdlnngrn in Paris nur gesteigert, haben, statt es schwinden zn machen, wuchert zufolge , der Methoden weiter, die man in Paris eingeschlagen hsi^ oder besser gesagt, e§ ist die Folge des Mangels an Methode. -Rnr eine großzügige- Forinel, die etwas von dem idoalistischm, welterlöferischen Geiste der Wilsonschen' Elaborate enthalten .hätte, wäre imstande gewesen,' di^ Wolken zu lichten, welche den Horizont'der Welt noch immer ümdikstern. ' ' Nun aber hat der Materialismus.wieder einmal über die Idee gesiegt, und statt zuerst an die Schaffung des gemeinsamen Weltforums zu gehen, welches der Völkerbund werden sollte, diesen mit der höchsten Macht rmd Autorität anszustatten und dieser Instanz eine wirklich gerechte Lösung der Weltfragcn anheimzugeben, zu der sie viel geeigneter gewesen wäre als die Friedenskonferenz in ihrer bisherigen Form, hat man die gesamte Arbeit daraus konzentriert, Denrschland und seine österreichischen Stammesgeuaffen uw glichst rvirksam und. möglichst dauerud zur politischen Ohnmacht zu ver- -dainmen, nnd ist hierbei mit völliger Priuzipienlosiitteit verfahren, von der der französische RechiSgelehrte auf der Friedenskonferellz -am sff«re Knude -ibt. Nach der gM-e« Äsrgeschichtv und Geschrchte disie^ nsch den T a t c n d er G ewalt-! h a b e r - o n tÄ i e n u n d % c r l i w, welch,e dieses Blutj 6*b enlfciid* HÄrnnach all den .-.ch-Uaseu Opse:n. welche die I Wrstnrächte gebracht haben, mn; Vi vrr der Gesabr einer dro- - hendcn ttul-?rjrchnng unter den G?:-,n uNisuurI zu den-.u-ren, bei er-efft man den L'?rnl-ch. uuriiestst inst Denstst'lnw rertla zu

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