Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 187 (27.7.1919)
- Date
- 1919-07-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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MML MW'SönnLagK rjnr--. 1.;r F eltahsahe. Lr. der kWimudM Wychr wich wi^r die Dalle Fettquoie vsft 12 DÄagrmmn. Fettptodukteü jmb zwar amerikanischer Speck zur Ausgabe gckangtzw Wiener MorgsnzettmrgE^ -Ws'» Seite n ' "****-?—?H( sei den istädtffchen Schweinckpeckabgabestellm wevsvn 12 Dekagramm Salzfspeck zum Preise von X 3.60 argen Abtrennung des X-Abschntttes ' sNtt 50 und der beiden Mschnme Nr. 150 für. nichtrayomertes Hettider Fettkarte und — soferne noch nicht bei der vorwöchigen MuSgabe ' der Spcckrayoniernngsabschnitt in der Verschleißstelle; il>intcrtc.ßt würbe — Vorweisung der,neuen gelbe« Mehlbezugsckarte als Legitimation der Zugehörigleit ' zur> Speckabgabestelle musgeaebe«. Orgamsterte Verbraucher erhalten das Fett bei der iVerschleißstelle ihrer Konsumentenorgcmisation. 1“ Maisgrietz für MinÄestbsmiLtelLe. An die Besitzer Der rosafarbigen Einkaufscheine für Wohlfechrtfleisch wird in der!111. Mrforgewvcke % Kuogrntmn Marsgrieß pro Person des Haushaltes zum Preise von 66 Heller gegen Abtrennung des MffchnitteS 2L cm folgenden.Tagen in den Geschäften der Groß- ' fchlachtcrei abgegeben: Freitaft den 1. August A bis F, Samstag den .2. August 6 bis K, Montag den 4. August L bis R und Xj Mitttvoch den 6. August 8 bis 2. Außerdem wird die Abgabe von Wohlsahrtfleisch (Pferdefleisch), an jene Besitzer der rosafarbigen Einkaufscheme stattsinden, die in den StäiLen Vli, GmMndorscmraße, Vitl., Alirertgaffe, XVII., Dornerplatz, Dörnbach, MsMe und Wattgaffe rayomert sind. Abgckmmi wird der lncks oben bestndkche. durch eine Rosette gekennzeichnete Abschnitt des ftosafarbigcn EitzkaufscheineZ. Jede Person des Haushaltes bcikommb 10 Deka zum Preis von X 1.—. Abgabetage find dieifelben wie für Marsgrieß. An die Ausspeisungen, offenen Kriegssküchen und' Wohlfabrtiustrtute wird in der 118. Fürsocgvwoche ffür jede Person 7* Kilogramm Haferflocken simt Preise von X 8.3O für das Kilogramm abgegeben. '! AbgabesteLe für Angestellte. Rahoniccke bc- . kommen in der Woche vom 28. Juli bis 2. August 7, Kilogramm amerikanisches Mehl zum Preise von X 2.70, 7« Kilo-!gramm Bohnm zum Preise von X 4.50, 12 Dekagramm Speck Zum Preise von X 8.60 mck den MaizMer in Rohzucker. Gegvl Marken wird Seife auf Abschnitt 1 und 2 der Setfenlarle (je Ä Skück> abgegeben. Ferner werden verkauft: KnabcnanKge aus. Zellbkattstoff, Zephyre, Zwirne, Mandeln, Sparkocher, Kochkisten, .lauf Raten, rote NWewe, gavzsr Pfeffer, Paprika, Mrrynck, iKognak, Slibowitz, Mafoli Senst Reib-, Kleider-unL Zahnbürsten, > Erdal- und SchmsllschuWasta, Marmelade ohne Beschränkung. Ab Wputag sind auch Sardm-en in beschränkter Menge, Ziind-» Höher pro Buch eine Schachtel zum Preise von X1.— zu-haben, f- , Abgabe vo« FrÄka«Loffer«. Die Zufuhr von Frühkartoffeln aus der Umgebung Wiens hat nunmehr eingesetzt. Da sie jedoch für eine allgenieine Altsgabe nicht änsreicht, werden die Frühkartoffeln an die ernMlen Bezirke der. Reihe nach aogcgebm werden. D i e e r st e A ü s g a b e f i n d e t vonSonrill a g.. b i § Dienstag im XX. und XXl. Bezirk bei den städtischen Kartoffelabgabestellen statt. Die auf den Kopf entfallende W.ochenmenge wird mit % Kilogramm festgesetzt/ ' .Die Kartoffeln werden zum Preise von X 1.38 für, das -halbe . 'Kflogramm gegen Abtrenmmg des Wochenabschnittrs v der Kaktoffellarte abgegeben. f ’’’ Abgabe vm SaAerkrarrL. Auch in der kommenden Woche wird Sauerkraut ohne Einschränkung der Menge imd Dhne Vorweisrmg einer Ausweikarte abgegeben. Der Preis für >1 Kilogramm beträgt 70 Heller.! Botzreen «ks Fleischersatz. In der kommendm Woche jwird an alle mehlbezugsberechtigten Personen 7. Kilogramm Bohnen pro Person ber den Konsumenterrorgamsatiouen und bei den städtischen Mehlabgabestellen abgegeben. Vorzuweisen ist die jlilasarbene, beziehungsweise gelbe Mshlbezugskarte, abgetrennt wird her Abschnitt Y des grauen Emkanfschcines für Rindfleisch, beziehungsweise des rosafarbenen EinkausschemeS für Wohlfahrtflcffch. 1 Kilvglamm Bohnen kostet 6 Kronen. [ iAbgaKe voy,AMLerzüad?zolz. Die Abgabe von je 5 Kilogramm UnterKudholz an einen Haushalt für eine Woche -erfolgt in der Zeit vom 28. Juli bis 2. August gegm Abtrennung des Abschnittes v d:r Mehlbszugskarte. Der Preis fft Unverändert.. BiihM Wd tu# .. Die MrsiKische« SärrZer. - / (Konzert der ALrainischen ReMbMamIchen Kapelle.) I . Auf. ihrer Pvopagandafahrt durch den europäischen Kontinent und' Amerik-a sind die ukrainischen Sänger nun auch zu uns gekommen. Die junge Uepublik schickt :fie als musikalische Sendboten - in die Welt hinaus. Die politische Kraft, die aM der Pflege des VolMiedes. strömt, ist von den ukrainischen Organisationen schon, lange erkannt worden. Im Kriege entstanden (nicht ohne- Förderung der österreichischen Zentralstellen) zahlreiche. Vereins, die sich der nationalen KmrMbung widmeten. Ihr Zentralpunkt lag in Kiew, aber auch -von Wien auö geschah manches zur Entsachung des 'Eifers für, die nationale Sache. Mit dem Murze des ^russischen Regimes 'warfsich das ukrainische Ministerium sogleich aus den Ausbau einer staatlichen Stelle für KNusikpflege^ und ein Krieger, der sicherW kein schlechter 'Diplomat war, der Ataman PeLljura, regte die Errichtung eurer musikalischen Auslandsmission an, mit dcLen BiHung Ulsx Prychodko betraut wurde. So Entstand die „Ukrainische Republikanische Kapelle", eine Vereinigung von ungefähr .40 Herren und 30 Damen -unter Leitung des Kompmnsten O. Kofchhtzj, die aMM auf Reisen ging, gerade zur rechten Zeit, um 'best bolschewikischen Wrven, die das U^ernehmey.im .Kesin?. zu gefährden drohten, zu entgehen. MmbMEsch stft,- wre rMmend hervorgehoben wirÄ, auch die innere WiMrung der Mpette^ MnugleÄH auf dem. Pvdmm -dÄ Wille des' Dirigenten mjt absvluWifcher' Aus^ ' 'schWMchkeit regiert, wird diese Schar von künMerWen' 'S^aLÄbeam'ten durch em woMusgebikdetes System von HöHst dEBvaÄschen und feerhMschen EinriHtmtzgen -MMUMgrheAten. Da Mt es einen „Rat der KaMe", MM „Kkmstrat", ein „Kremrdsstzericht" und eine gange jRerM vom ToÄorKKtMOMM ber eMzeknen M»mn- . PvuMn. Davon wirs bm PEkmn frpMch nichts Es merkt mw das eine: W Sache klappt ijganz vorzÄgKchi, mck so ist '««ch der -SMch 'anf die ''itwfflp Wtss diches MrMistvaKvWstW gDveDftvtigt. i Dpefien Kamen piolrtifchisn, dipkomaiischim und' 'prganisatovifchen Aptzsvr-t vspgM rna« aber, -',veyn hie SftNM Und in iwvPdiS^iMuLrter Mche WMW. hetreton. WMchst die Damem, ip wt- .Mtß..Mklerdsst,^vo.n beiden Setten dex. Mitte/ entgegenschreitend, bann.die Herren in Schwarz. Alles kennt genau seinen Platz', die Gruppe schließt sich Um das Dirigentenpult, es erscheint, von Beifall begrüßt, die Seele des Wanzen, der Dirigent und volkstümliche Komponist O. Ko,sch'yffj. Er benützt-weder Dakt- .stvck noch Partitur, ebenso wie '.seine, Sänger ohne Notenblatt erscheinen. Die Melodien sitzen diesen Leuten eben ist ber Kehle, wie sie sie im Herzen tragen, und es bedarf nur der beschwörenden HcnMewegungen ihres Meisters, um sie voll erklingen zu lassen. Diese Melodien, sie haben, für viele von uns einstigen Bürgern der vielsprachigen Monarchie den Reiz deS heimatlichen, der Jugenderiunerung,.. für manche wieder verweben sich ihre KläAge mit Erinnerungsbildern aus ben^ KÄegItcigen,' mit den 'Gedanken an stille, teppichverzierte Bauernstuben, wo junge Mädchen zur Spindel! sangen', an biesMÄne Weideslächen unter weitgespanntem HoriZMt, an die Mondnächte im Dorfe, wenn über den Airscherchen Schnee Trupps von Bursch.-u und Mädchen zogen, um vor der hölzernen Kirchc .hr^ Andachtslreder anzustimmen. Zu allen Zeiten sang dieses Volk imd es fand einen unerschöpflichen Schatz seiner Lieder Ausdruck, für jede seiner Stimmungen, auch für den Unmut über die Unterdrückung, .die auf ihm lastete. Damals klangen sie. frellich nicht so kunstvoll wie jetzt im Lonzertnräßjgen Gewände, aber sie wirkten darum nicht, weniger stark. Es war das locke:Äe Gefühl des Fremdartigen und doch wieder Verwandten, das aus den eigenartigen Rhythnuen, den ' ungewohnten' Tonsolgen sprach. Es war die Stelle, wo der Okzident sich dem Orient öffnete, und' uralte geheime Beziehungen sich unbewußt offenbarten./ „Känty", nrit diesen ernsten Gesäßen geistlichen^ Charakters erofsneten die Ukrainer ihr Kopzert. Ähre naiv-andächtige -Form, korrespondiert mit der volks'tümkichen Frömmigkeit' der' De^tei Die Melodien steigen auf' wie Weihrauch uw die altersgeschwärzten Figuren byzantinischer Heiligenbilder. > - Die >),Koladky" und „Soedriwky" sürd Weihnachts- und Dreikönigstagslieder mit meist sestlich-fröhlichem Inhalt, die gewöhnlich im 'Kehrreim (wie „Söedrij weöer, dobryj weeer“) auf die FestLagsbeziehung Hinweisen, „Pisni" endlich, weltliche Lieder berühren jede Memen von Liebe, Freiheit, Schmerz und ausgelassener Frerwe, die den Inhalt der Volkspvesie aller Nationen bilden. Di« Vorführung dieser .Gesänge könnte nun eine ethnographisch interessante Spielerei' sein oder die Angelegenheit nationaler Vereinsmeierei. Aber was die Akvainsspzeigen, ist wirklich, verblüffend. Ein Unternehmen, dassich so rasch, zu staunenswert hochstehenden Leistungen. enrporschwingen kann, muß von einer Fülle künstlerischer Individualitäten gestützt werden oder es muß aus dem großen, Reservoir einer entwickelten Nationalen Kunst schöpfen. Bei den Ukrainern scheinen beide Möglichkeiten sich glücklich zu vereinvn. - Eiserner Fleiß und meLhodischft Mb-ung haben noch ein Uebriges hiNMgetan.- uÄ so/ , steht man. vor musikalischen LeistuWen',- denen wir selbst ' in der Kunststadt Wien Aum etwas ^.Wchnliches ent^egenzüsetzen haben.. Dieser Chor ist ein wünderbar gefügiges JnstruMnt, das/ Mer alle Stufen der Tonstärke, vom wuchtigen Ao'rtissimv bis zum zartesten Kianissimo, verfügt. Seme Bässe sind von schier unergründlicher Tiefe, die berühmten „Dktävisten" der ukrainischen'Kirchenchöre sind eben Leine. Legende. Die Atemtechnik ist so. einheitlich .geregelt, als wäre es nur eine Stimme, mit der die Siebzig singen. Jede Phrase ist in ihrem Ansch.wellen und Verklingen aufs sorgfältigste durchdacht, jede Stimme lebt ihr eigenes Leben und fügt sich dennoch völlig harmprrisch dem Ganzen ein. Die Mänmrstimmen imponieren uns vor allem? Sie sind das' eigentliche Fundament des Chores, dem die etlvas herben Frauenstimmen ein ungewohntes Kolorit verleihen. Ueber diese Körperschaft gebietet Herr K o s.ch h tz j mit Temperament, Begeisterung und voll Vertrauen auf bas Können seiner Leute. Ein spniger Kontakt der-' hindet ihn mit seiveu SängeM nnd Sängerimren. Auch die feinste Nuance seiner impulsiven Zeichengebung' wird sofort im Klange vernehmbar, er reißt den Chor zu stürmischem Elan mit sich fort und vermag ihn wie mit Zauberkraft int Nü zu einem Hauch ersterben zu lassen. Einen eigentümlichen Effekt bewirken die langaustönenden Schlüsse, die von einzelnen Stimmen ohne das geringste Sinken gehalten werden, was für unsere Chöre ein gefährliches Experiment bedeuten würde. Der größte Teil der vorgvsührtrn Kompositionen stammte auch aus der Feder des MünölM gebiwaten Musikers. Hier verwevtet er mit glänzender Wrkung die Virtuosität dieser Chöre und verbindet die volkstümlichen Elemente der bearbeiteten Lieder zu einem neuen, stil- ^erechüm Kunstwerk. Mim lauschte den Gästen mit wirklichem Vergnügen. Nicht nur das konnationale Publikum, das die LmdSleute begeistert begrüßte, und die Vertreter der unterschiedlichen sventdon Mächte, die Wien jetzt be- Wchergt, auch jene Atttstfvsuntze, 'dae das Interesse ak den seltenen Darbietungen in den Konzerthaussaal lockte, kamen voll auf ihre Rechnung. Das Ur- MDge. Lebendige des Volksliedes brachte frische Luft in die von ntanchem Snobismus stickig gewordene Wmpsphäre des Konzertsaales. Mit ihrem ersten Abend haben die Ukrainer einen glänzende Erfolg errungen. :• Dr. Konrad M a r i l. MetVopsL-Lheatev. Die Direktion dieses SoMlvrihvaters hch gestern mit ehnr rnng der unßerb'uchen „F l e d e r.m a u s"überrascht.; Sehr erstMch, daß die echte Wiener Kunst dych yoch zu kommt wrnoch erffrcuWer, daß,ber an dre SeriencnMhrnnüel der neuen Operettensabrnsware gswobnte Geschmack veS Püvlff kuws doch noch nicht gqnz verdorben ist. Das Haus war^übervol! und für dm Genuß, den edelsten Johann Strauß zu hören, überaus daukbar..Die Aufführung hat die Erwartungen, dre man an ernsfür dit . Sommerszeit znsammengcsiellles Ensemble stellen darf, weit über« treffen. Die Damen Else M i'r l l e r und Stella Nicoladoni.' sowie die Herren Haus S 1 e i l a u, Fritz S ch ö n h o f | tmb Gustav SJi it 11 c r. boten treffliche Leistungen. Es wär< löblich, wenn die Direktion auch weiterhin die klassische Otzerrttr pflegen würde. Die Zeit scheint gekommen zu sein, wo auch Strauß und -Offenbach wieder gespickt werden können, ohne, die Ein-- nähmest zu schädigen. ~lt* AWs den Theatern. -Wie mit aller Bestimmtheit verlautet, soll Direktor Rainer - S j nt ons Chancenhaben, die Direktion des Prager,. D e u t s ch e n T h e a t e r s zu bekommen. Direktor Leopold Kramer/ gegen dessen Direktionssührung von verschiedenen maßgebenden Stellen Einwendungen erhoben wurden, beabsichtigt aber nicht, vor.Ablauf seines Vertrages von seinem Posten zm-ückzntreten. Es ist daher wahrscheinlich, daß Darektor Rainer Simons, sein Amt erst zu diesem -Zeitpunktd anlrere» wird. . - Jda R o (a n d.wurde von Direktor Bernau als Gast für! - die nächste Sviclzeit verpflichtet. Sie wird wahrscheinlich so--.. wohl im Dnttscheu, Bolkstheater, als auch in den Kammerspicken v auftreteu. b Man ...... ... .. ..... ... .. teilung der Erlaubnis, die Werke - ihres verstorbenen Gattes zu > - verfilmen, diese literarisch, herabgesetzt habe. . Bolfchermsrrrrrs» , J«dsrttrerrr rmdi die Zukunft ist - - der, Titel eines Aussatzes vow Engen Hoefllich^ iw dem soeben er». ~ schienenen Juliheft der jüdischen Monatsschrift „E s r aM,;bieVder Jüdische Hochsümlausschich seit kurzem herausgibt. : Hirgp /> B e r g man u stcnert-zn diesem Heft eine ausgezeichnete Arbeit!:' ^Ansprache" bei, ein Aufsatz „Der asiatische Kurs" von Oskar-- K a r b a ch, Jcschnalegendenvon Elijahu R ap p a p o rtz sowie'Beiträge von Adolf B ö h m. Friedrich- T h i e b e r g e r >- und Robert -W ei t s ch sichern der Zeitschrift den führenden - Matz,, den sie sich schon durch ihr erstes Heft errungen hat. : Abonnemeiits nimmt der Verlag „ESra", IX-, Alserstraße 28, sowie jede Buchhandlung entgegen. . ' .Hsst 12 des- JevubSsl ist evfchisnen. Ein besonders reichhaltiges Heft mit Beiträgen von E. K o-h n, Sch. Rud el, F. Schis f, A. S ch w a d r o n, M. H a K o h e.u, O. F e n i ch e l, M. Leis ch i n g. A. S u h l., B. C o h » schließt den ersten Jahrgang dieser Zeitschrift ab. Eine Einbanddecke in Halbleinen wurde gleichzeitig sertiggestellt, die zum Preise von X 4.— bezogen werden kann. Fehlende Einzelheste werden zmn-Preise von X 2.— abgegeben. Komplett gebunden kostet der erste Jahrgang X 25.—. Zu - beziehen durch R. Löwit-Verlag, I., Fleischmarkt 1. - R^WUbWschKst. i^.//Mäs.' LeHerr Thesdsr HerzLs. ' Von Adolf Friedmumr. . ' (Jüdischer Verlag, Berlin und Leipzig.^ Diese LebenZbeschrcibung Herzls, knapp vor Ausbruch des Weltkrieges^'geschrieben.und m der Oeffentlichkeit daher zu wenig gewürdigt, sollte jetzt weiteste Verbreitung finden. Nicht nur den vielen neuen. Freunden und Anhängern der zionistischen Be-.' wegung, auch den allen Zionisten ist die Lektüre dieser ernsten^ schönen, im. besten Sinne deS Wortes volkstümlichen Arbeit eindringlich zu empfehlen. Ja, nur die- ' jenigen. welche die Geschichte deS politischen Zionismus vom Teige des Erscheinens des „Judenstaates" miterkedr haben,' können den Wert des Buches richtig emschätzen und nur wenn man sich vor Augen'hält, daß der Autor eine besondere Richtung' im Zionismus vertritt, wird man die Objektivität, deren ersich befleißigt, gebührend würdigen. Die Anlage' des Buches für sehr glücklich gewählt. Keine Kavitel, keine „Lebens-, abschnitte", keine „Anordnung nach Gesichtspunkten". In einem Zuge, wird das Stück dampfenden Lebens dargcstellt, das in die neun knappen Jahre der zionistischen Betätigmcg Herzls zusammenftedrängt ist. Nach einer Einleitung, die über „Das Judentum vor Herzl" handelt (und nicht auf. der sonstigen Hohe des Buches steht), ruft .sich Friedemann die Gestalt Herzls in Erinnerung ' und wir 'zitieren die Stelle, weil sie der „stiminende Akkord" des Werkchcns und. für den Stil des Autors bezeichnend ist: „Im Gedächtnis derer, welche das Glück hatten, Theodor Herzl zu kennen, lebt sein Bild als das des Lenkers der zionistischen Kongreffe. . . Schlank und groß, mtt den feinen bartumrahmtcn Gesichtszügen eines alten Assyrerl'önigs und den Traumeräugen des Prophetm, die doch so scharf und klug blicken konnten. Er erhebt die Hand mit jenen charakteristischen, abgerundeten Bewegungen und das Tosen des bewegten Kongresses, weicht aiemlvscr Stille. Und seine klare, weittragende Stinnne, ' die auf alle rhetorischen Effekte verzichtet, wecke muschartige Begeisterungsstürme. Ueber all seinem Wesen liegt schlichte Ruhe, die selbstverständliche Sicherheit und Anmut, welche sonst nur das Erbteil alter Aristokratenfamilien mir Generationen dauernder Hochkultur ist und aus dem leichteren Kampfe ums Dasein dem Bewußtsein völliger Unabhängigkeit und , ungangefochtenen Ansehens folgt." . ' Herzls innere Wandlung im Paris des Drehsußprozeffes ist gut und scharf herausgcarbeitet: „Aus der klaren Erkenntnis/- daß er sich ftlbst nur wiedersiudcn könne, wenn er die, eigene, Persönlichkeit auf neuen Voraussetzungen wieder aufbaue, erstand , das; starke und tiefe Gefühl der Zugehörigkeit zu seinem . Stamm." Rtm hebt das Drama seines Lebens an. In der Periode atemloser Arbeit und harter Kämpfe bis zuin ersten. Kongreß ist unseres Erachtens bei aller Kürze nichts Prägnantes und.. Wichtiges vergessen. (Vielleicht hätte, sich die charakteristische Szene von Herzls Schikderhelmng im Ronachersaale gut cingefügt.( Tue grandiose Entwickluna bis zur Fahrt nach Lrußland zwischen! dem sünftm und sechsten Kongreß ist großzügig und lehensboll dargcstellt. Dieser Steife zu Plehwe ist em breiter Raum gnvidmet. Mit. p.utem Grunde behandelt der Autor gerade an dieser Stelle' das Wesen der Politik Herzls, denn es bereitet sich die schicksalsschwere Klimax vor. In furchtbarer Erregung hatte der Führer iu'Wilna d.ie Not des östlichen Judentums gesehen. Schwarz drängte sich das Volk m nächtlicher Stunde in den Straßen, die zum Bahnhof' führen, um seinen Wagen. Die Kosakenpeitsche saust nieder, Hilfe! heischende Anne, strecken sich dem enteilenden Retter entgegen.! - Die Not und ber Jammer, mnsebmeben seine Träume, als - der Zug durch die wollen nicht ans ruhlschr Ebene dahiubraust. Sie. fernem Empfinden weichen ' und veranlassen i>nv wieder und wieder chen Brief zu lesen, der rhu zvuPeiid dcs Ausemhaltcs ün Hotel Sr. George in Wilna er-'