Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-07-23 · Heft 183 (23.7.1919) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 183 (23.7.1919)
Date
1919-07-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979260--01633-2987057
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1 -Sien, MiÜlvock - M^i-'WchWMW MLeAsr MovgerrzsMtrtM ’rgr*" fo MAuhMs ßeite/N ©tüffnwjtg einer Wdischen Kinder- W?/'-" '■ ' LriegsLAche. '"'■ l^lu. KienKag bot 22. Mi wurde in feierlicher Weife jüdisch'» ZtinderkriegsküHe M der Vorgartenstraße eröffnet, Welche im-Offizierspavillon der Wilhelmskaserne untergebracht Ast.' Als das amerikanische Hilfskomitee feini segensreiche Tätigkeit für die Wiener Kinder entfaltet hatte, zeigte eS Mch', daß zahlreiche jüdische, sehr bedürftige Familien die Wohltat der amerikanischen Kindrrverköstignng nicht benutzen Konnten, iveil sie nicht' tvqllkn, daß ihre. Kinder die jüdischen Dpeisegefehe verketzere. s f^n. •£'; f | ‘/ l .. lieber Veranlassung der Wiener jüdischen ultuS geure in b e, der A l lia n c e, sowie der Wiener Mbteilung des' Joint Distribution iTom.nrittee trug £ die 'ameriranische Hrlfskvmmission den be- »even Bedürfnissen der örbürfttgen streugreligiösen jüdischen ölkerungsschichten Rechnung, und so, konnte unter der «Aeglde der Frau Anitta Müller und ihrer Hilfskräfte idiess rituelle KinderkviegMche im Prater gegri'mb'et werden,, jin welche jüdische Eltern SAch. aus den entfernteren ,Stadtsteilen ihre §linder schicken oder selbst bringen, damit sie der Kräftigen, unter sorgsamster Leitung 'hergestellten Kost teil- Hastig werden. 1 . |; . An der Eröfsinrngsseier nahmen neben jüdischen Honoiratioven auch' eine Deputation der Volkswehr- Offiziere teil, die in dem Gebäude ihre Amtswohnungen haben und nicht nur -der Benützung des OsfiLierspavillons sür die Zwecke der jüdischen Kinderkriegsküche bereitwilligst zustimmten, sondern in dankenswerter Weise den Veranstaltern -M'jeder Hinsicht zur Seite stehen. Ferner war Herr Stad'ttat Johann Kör ber erschienen. An der Feierlichkeit. naMen -rnter - anderen die jüdischnattonalen. Gemeiuderäte D'r. - EH r-, f i ch und Dr. P l.a sch k e s, mehrere - Mitglieder des Jüdischen Rationalrates und die.jüdischyationälen Bezirksräte' Doktor Albeles und Nappaport teil. . > > Herr Oberrabbiner- Dr.- Cch ajeS eröffnete die Kinder-?rlegslüche mit einer feierlichen Ansprache. Er dankte.--allen' Teilnehmern an diesem Li'ebeSwerke, insbesondere aber.-den jnichtjüdischen Förderern, die er warm .begrüßis und,, denen er auseinanderzusetzen. wußte, daß. die Errichtung einer be- -sonderen rittrellen jüdischen Küche nicht etwa auf -Eigenbrödelei oder unzulässigen FanaLiSntuö zuriickzusichren sei, sondern' aus dem jüdischen Gesetze verstanden.und begriffen werden müsse. ßt habe-im Felde viele .jüdische.Soldaten getroffen, die trotz Furchtbarster Entbehrungen die jüdischen Speisegesetzd, nicht, zu jverketzLn'vermochteni Fraü Amtta M'ü l!« r dankte drnimHause wohnenden Offizieren der Volkswehr für ihr Entgegenkommen, -Insbesondere- 'Herrn Major..Ney kr epp und Herrn Major jArn-kstv.r s.- Die.rasche.'Md zweckmäßige Adaptierung der 'zur' Verfügung gestellten Räume sei ein Verdienst des Herrn Oberleutnant ß ma u n/ Auch dir Orthodoxe Jugendgruppe^stehe den Veranstaltern tvacker zur Seite. Jmntcr wieder aber müsse inan die Leistungen der amerikani» sschen Hilfskoinmissiotl und deSJoint Distribution Committee hrrvorheben.. >!u--1 1 1' i I ■ - > - ' - - - /. V! Frau Erna P a t a k brückte unter stürmischer Zustrmnmng Frau Anitia. Müller den Dank brr Oeffentlichkeit für ihr vorbildliches Wirken auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge aus. i ' i Ein Rundgang durch die schütten Spetsesäle —'die Kinder /aßen an den-Tischen, schlürften Milchkakao und verzehrten eine tüchtige Schnitte Kuchen — und durch die KüiHenrümne 'hinterließ den besten Eindruck. | . Die Küche verköstigt 8 6 6 Kinds«, darunter 80 christliche, die in der Nähe wohnen und natürlich/bereitwilligst; ausgenommen würden. Es sei noch' besonders hervorgehoben, daßneben''den jüdischen Damen, die die Ausspeisung Vorinehmen/ auch.die Damen Major N e h k re p p, Major A r nst o r'f.-'.unb" 'Fräulein Grete Ziegler in schöner Nächstenliebe unausgesetzt Mitwirken.. Sie sind des D'ankeS her gesamten jüdischen. Oeffentlichkeit gewiß. \ Ueber die Kinder selbst kaitn leider wiederholt werden, was' schon so. oft gesagt, aber noch nicht genügend begriffen würde: Ihr Aussehen ist wirklich erschütternd. Mögen , alle« die in dem'Wahne leben, ^daß das gesamte Judentum'vom /Schleichhandel wohlgenrustet ist, in die VorgartenstraßL gehen und bei dec'AnZspeiünig dirse-s jüdische Elend? beobachtest.. L Eine zweite jüdische Kriegskinderküche wird in der B' r i» 5 i ft eit au (D'enisgasse 33) eröffnet. << Die Kohlermot. Die SchwierigLeite» im GlekrLriziLäLswcvk stabil. EinschvLnLrrngsn des Lokalverkehres auf der Süv- | bahn und allen Linien der Staatsbahnen. I".*- Um eine Katastrophe des Elektrizitätswerkes, wenigstens vorläufig, zu verhindern, hüben, wie wir genwldet haben, die Bahnen-aus ihrer eisernen Reserve ausgeholsen. Ob aber auch nur auf kurze Zeit das burchgeführt werden kann, lohne daß der Bahnverkchr selbst einer Katastrophe entgegengeht, wenn den aushelfendmr Bahnen nicht so bald als ,möglich Ersatz geboten wird, ist kaum zweifelhaft. Die Situation im Elektrizitätslverk ist nach wie vor eine sehr itrostlosp und die Gefahr d.er Bet'riebseinstellung ist nv'ch. lange nicht gebannt, ihre Beseitigung, hängt davon ab, ob die Bahnmr genügend Kolslenliefernng erhalten, f Wie schwierig sich die Lage der Bahnen durch die dem. Elektrizitätswerk gettöferteu Kochlm gestaltet, kann plan, sich denken. Sie K^evn, wje uns vvn achtlicher Stelle mitgeteilt IvW, oem. töMch BöA Tonnen, die dem ch" ® i »a.öfjtt {SutmiAne». werden, ÄdA es 'rm- -rnöAich^ist, dis- 'Kohlenv.ysltäWl -dLr StaalZoahmn, die in chen. größererc Stationen' -zerstn-rut - lagern, anzuareiftn. i Diese Lieferurtg 'haben die Bahnen vorläufig durch zehci Mge zu leisten. Aber auch-dies« Aushilfe, zusammen mit dem Einlauf für daS ElekrrizitätSwerl, ist. nicht irüstarlde, EMeM wtzlchex^LM %mm betrügt, Werk ist deshalb^ gezwungen, üu'ch chenftz zu decken.^ 'stoch, die für zwei Lage veicher^en DorrVe wnzUgreifen, da' am heutigen' Tage aus der Tschecho-Stolvakci und Oberschlesieu nur 20 Waggons einliefen. ' Mit den AuShiffen der Bahnen im Ausmaße von 1450 Tonnen Und mit Hinzurechnung der eingelangteu 20 Waggons 280 Tonnen, beträgt die helrtige Kohlenbelieferung für das Elektrizitätswerk nur 73.0, daher um 12 0 Tonnen weniger, als der Tagesbedarf' mtSmacht. Es ist klar, daß-der 'Betrieb des Elektrizitätswerkes von der klaglosen Aushilfe der Bahnen abhängt und daß die Katastrophe n ä, h e r r Ü'ck t, je geringer,, die. Zu- - . fuhren, der Bahnen werden. ' -/.s,, . . h\ Die. NLdKHv verlanB: mehr Kohle.?r'Äl; ' Da iu der nächsten Zeit schon die Zahl bec L'ebensmittelzüge von fünf auf zehn erhöht werden soll, verlangt die Südbahn ejne tägliche Mhrzuweisung von 300 Tonnen. Die Südslawen erklären, daß sie diese Lebensmittelzüge nicht führen köni^u, da es. ihnen selbst an Kohle mangelt. Ilm nun diese 300 Tonnen für den LebLnsmitLeldienst mcfzübringen, werden in den nächsten Tagen schon <- v/; 1 bedeutende Eirrschrarrkungen des Lokalverkchrcs ' sowohl aus'der Südbahn als auch auf allen Linien der Staalsbahnen in Angriff genommen werben, um so viel als möglich Kohle zu ersparen. An amtlicher Stelle gibt nran btt Erwartung Ausdruck, daß es. doch, noch' gelingen. Wird, einer Katastrophe vorzubeugen. - ...... .s ,_- - - ............. Fleischarrsgaöe in Wisn irr der Wochr vom 24.brs31.AM. Vom deutschösterreichischen Staatsamte für VolksernLhrmg wird mltgetrüt: In dieser Woche wird der D.stnuS für die Ausgabe inländischen Nindfleisches fortgesetzt. Z,stn Kaufe gelangen' jme Haushaltungen und Konsuistentenorganisationcu sowie Kriegs-' und; Gemeinschaftsküchen,. ..die bei. Fleischhauern / rahoniert sind, deren Familienname (Firma) mit dem Buchftabcu H,. r, J oder;K; ’ beginnt. / Dys inländische Rindfleisch wirdzu den geltenden Höchstpreisen für ' EinheitZ-/ beziehungsweise Wremfleisch abgegeben. -Die Quote für die privaten. Haushaltungen ist. mit 10 Dekagramm pro Kopf festgesetzt. Beim Bezüge des Fleisches werben die mit Nr. 14 bezeichneten Abschnitte des grauen Einkausscheines für Rindfleisch äbgetrennt. Die Zuweisungen "an 'die Spitäler-und'Versorgungsänstalten.-erfolgen allyemejmohueUnterschied,mitwclchettlAüfangs- , buchstaben,8er Fanülwnname (Firina). ihres Flcischlieseranten beginnt. Eine Zuwelslmg von Nnldfleisch .an Gastgewerbebetriebe kannwegen der UiMänglichkeit' der' zur Verfügung stehenden Menge' nicht stattsinden. - Die ü b l i ch e A u s g a b t von a m t r i k a n i-, s-ch e m,- g-e s'a-l-z en e m,-f e 1 t e-m-S-ch w.^rn e-fl e>-i Mkann in der angeführten Woche n i dj t ,Jtv fvo t cj e n, da. wie bekannt, die Zuschiwe der Entente schon seit längerem -ins Stocken geraten nnd die Vorräte nahezu erschöpft sind. Es wird jedoch an Stelle des entfallenden amerikanischen Schweinefleisches■, eine andere Zubuße zur Verabfolgung gelangen, nnd zwar */* Krlogramm Dohnen, Die näheren Modyütäten über die Ausgabe werden noch verlautbart. Die A u s gab e v o n.f r i s ch e m Sch w e i n eu nd K a l b fl e i s ch, deren Umfang von der Größe der Eingänge, während der Woche abhängt, geschieht nach den Bestimmungen der Magistrassknndmachimg vom 31. Mai. 1919 gegen Abtrennung des Abschnittes §7' -'es''?aMichm?'Gnkanfschnües. Die - Abgabestellcn werden bei den Pvlizeiwachstubrn evstchtlich gemacht. -; -■ , Die Bezüge an Rinderm. und -Fleisch ausländischer.Herkunft gestatten, auch in dieser Worbe Aus l a n d fl elst,ch-zu den Gestehnngskosten abzugeben. Es wird daher dichtürnüsweise' Ausgabe des ausländischen l-Rirtdfleisches;tfortgeschi.,Etzügs--sbcrechtigt sind jene Haushalttmgen mrd, Konsumentenorganisatwuew sowie jene Kriegs- - und Gememschastsküchen, ./welche bei .Meisch-. Hauern rahoniert sind, deren Familienname (Finna) mit den Buchstaben T, U, V, W oder Z beginnt. / Die Quote beträgt 10 Dekagramm pro Kopf. Der Detail-. ' preis .ist auch in dieser Woche mir K 36.— für 'Vorderes, L 39.—für Hinteres und Ri 46.— für Bratenfleisch pro .Kilo- ' gramnt festgesetzt. Beim Bezüge des AüslandSfleisches wird der mit einer Rosette bezeichnete oberste Abschnitt auf der linken' Serie des grauen Einkausscheines für Rmdflcisch abgetrennt. Flrrcht des Prmzerr Max von Baden. Berlin, 21. Juli. Die ^Bofsische Zeitung" meldet aus Karlsruhe: Prinz M von Baden ist dieses Tage mit seiner Familie in einem Motorboot in die Schweiz geflüchtet und auf dem Schweizer Ufer in Bottighofen gelandet. Von der plötzlichen Flucht des Prinzen erfährt die ^Konstanzer Zeitung", daß dem Prinzen Max persönlich berichtet wurde, daß die Beobachtungen in den letzten Tagen erwiesen haben, daß die Kommunisten einen Anschla g auf ihn ausübm wollen. Wertsachen und Gold wurden vorn Prinzen nur zum persönlichen Bedarf mitgenommen. _ v Wien bei Nacht. Eine ausgehobene Spielhölle. Beim Sicherheitsburean waren schon mehrfach Anzeigen eingelausen, daß sich in der Wohnung des Rudolf Fellner, 1. Bez., Kärntnerring 15, eine Spielhölle befinde. Am 19. d. M. um Uhr nachts nahmen polizeiliche Organe in der Wohnung eine Durchsuchung vor, erschwert dadurch, daß der „Sicherheitsdienst" vorzüglich klappte; demgemäß konnte die Gesellschaft nicht in flagranti ertappt werden. Bei der Wohnnngstüre stand beständig eine Person, die als Aufpasser fungierte und jeden verdächtigen Besuch abzuhalten und zu signalisieren hatte. Außerdem bestaub zwischm Wohnung und Hausbesorgerloge eine Signal- Verbindung. Den behördlichen' Organen wurde erst, nachdem sie längere Zeit gewartet hatten, geöffnet. findenSie amlerchtesten durch HiwDtellengesuch *im ^Klektten Anzeiger" der Wr. Morgenzeltung ■ V1'"» ♦ f\ ein-. '• 1 ... » ..- *■■ " - ';r . Als nach langem Harren die Polizeiorgane . dringen konnten^ fanden sie eine Gesellschaft von siebenu n d v i e r z i g Personen, die " jn drei Spiel-' zimmern und irt den Nebenräumen fast im Finstern saßen. Nicht alle Gäste waren sofort zu finden. Einige. hatten sich versteckt und konnten erst nach längerem Suchen hervorgezogen werden. In aller Eile waren ^verschiedene Veränderurtgen in der Aufstellung der Möbel und im Arrangement der Tische vorgenommen worden, die eine harmlose Unterhaltung Vortäuschen sollten. In der Asche des Küchenofens wurden, aber Reste verbrannter Spielkarten, der Kagnottekaffette und der Jetons gefusiden. In der Küche waren drei Personen mit dem Herrichten von Speisen beschäftigt. Zum^ großen Teile. hatte man aber die guten Dinge, die fiir die Gaste bereit standen, schon verräumt. Auch sie mußte man lange suchen; dann aber kamen zum Vorschein: elf. große Stritzel, belegte Brötchen, ein mächtiger Gugelhupf, zwei- Pfannen mit Apfelstrudel, Wem, Kognak, Butter u. s. w. In einer Hvlzkiste fanden sich die Zigarettenvorräte. Herr Fellner wurde bereits im Bette angetroffen. Als Veranstalterinnen fungierten seine Schwester, die Ztinoschauspielerin Grete 'Fellner und die Private G e n u m a de R e y,a. Frau de Repa hatte eine größere Geldsumme, nämlich 15 Nöten zu je 1000 Kronen und 85 Noten zu je 100 Kronen am Körper versteckt. Die Strafamtshandlung gegen die' Veranstalter nnd gegen die Teilnehmer an der Hasard- Partie wurde eingeleitet. Unter den Gästen befanden sich: Priva!r, Kaufleute, Beamte, Ingenieure, so der Kaufmann L a m b e r t u s de V r i e s, r der Beamte der^ polnischen Gesandtschaft S l e s i n s k i- , Z b i g n i e w, der Oberleutnant Graf Arese L u c i n i- M ar c,o, der Schriftsteller Carol A b r emo vir. die Private'Wilma F r i e d e l, der Private Viktor' (vormals - Graf) T h u r n - T a x i s u. a. >/. / ' .MorÄVerftzch arr einem Polizsiagenten. > - Selbstmord des LLters.' - Gestern vormittags haben sich im 13. Bezirke bei der Verbaftuna eines entsprungenen Einbrechers Schreäensszenen ereignet. Der Verfolgte hat gegen das Amtsorgsn auf der Flucht N r v o l v e r s ch ü s s e a b g e f e n e rt und es s ch wer v e rl e tz t und-sich dann, als er keinen Ausweg sah, s e l b st/ e r s ch o s s e it. Wir erfahren darüber: :' - Der gesuchte Verbrecher, der zum Selbstmörder wurde, ist der 30jährige. Markthelfer Rudolf K o r a n, ein oft destraster Verbrecher. Er hat einer Bande^angebort, die im Juni v. J. aus dem Magazin des Spediteurs Alexander S a-l z e r, M.. Gardeaasse 8, eine Anzahl Kisten gestohlen hat, die kostbare Teppiche/ Seiden- und Damastwaren, javanisches Geschirr, japanische VaM, Kasteiten nnd kostbare japanische^Knnstöcgenstäride im Werte v orlwe.it mehr a l sei n e r V t ertelmillion außer ein. Zn..--11ijv. | um.) iinui ein wt'öbelvycker an. .. Koran war lange in Untersuchungshaft ßesessen. Er - ist daup..'. ans de r H a f t e n t.s p r u h g e n und würde seither verfolgt. Gestern vormittags haben ihn Poli'zeiagemcn. die nach ihm mchtcn, ans der Linzerstraße augetroffen. Sw wollten ' zu'seiner,, Verhaftung schreiten,, doch Koran, erkannte die Polizeiagenten und-/ ergnsf die Flucht. Die Polizeiagenten liefen ihm nach; da, zog per Verfolgte, plötzlich einen. Amieerevolver und gab auf seine Perwlger m e h r e r e Sch ü s s e ab. Eme der Kugeln" I r a.s d^e n 38 j a h. r i gen P o l i z eia g e n t e ü E d u a r d N a m o z n v und verletzte ihn s ch w e r. Näroznh lief noch eine,kurze Strecke und brach' daun zusammen. Koran rannte weiter und da er keinen Ausweg sah,. verschwand' er un Hause 54 der Arbertergaffe. Man eilte ihm nach. E^r» S.ch u ß e r t öm t ei a u s dem K e ll er.--Seine Verfolger.liefen-der Detonationin dem Keller nach und trafen bo#-,: den K o r a n m i t e i tt .tr S ch u ß w u ü d e - im Munde blntüberströmt an. Er hatte sich die letzte Kugel in den Mund .: gejagt und war auf der Stelle tot gebli e'b t'iii:■' Poltzeiagent Naroznv wurde ins Stevhanicspital gebracht. Seine Bemundnnß ist schwer, aber nicht-gefährlich'... >7-'., - .... - iRevv'Msvende - StrLfMge." ' - .. Am 19. d. M. ist unter dxn Üntersuchungshäftlingen beim Kreisgerichte Korumbürg eine Revolte ausgebrochen. - Es gelang einer großen Anzahl Häftlingen zu entkommen. Die Wachmannschaft und Gendarmerie machten sich gleich an > die. Verfolgung der Ausbrecher und es gelang, alle Entsprungenen- bis auf fünf Personen wieder zu verhaften und einzübriugen. Die Entkommenen sind: Franz Vuchitz, Anton Kürnböck, Hermann Zuchal, Heinrich Elmauer, falsch Johann Eisl und Karl K o z a?. Der Gefährlichste ist Heinrich Elmauer. Er hat am 10. d. M. nachts in Meidling nächst der Notkirche den Eisenbahner Max L a n g, 15., Gasgasse 13 wohnhaft, auf der Straße überfallen, und ihm einen Stoß gegeben. Dann raubte er ihm eine Brieftasche mit K. 26,000. Als Elmauer dann verhaftet wurde, hatte er einen Geldbetrag von K. '18.030 bei sich. Die Untersuchung wurde-gegen ihn wegen Raubes geführt. Ucber die Ausschreitungen im Gesangenen« hause des KreiZgerichteS Korneuburg. wird nom berichtet': Samstag den 19. d. M. um 4 llhr nachmittags versuchte eine größere Anzahl von Häftlingen aus dem Gcfanan'.enhanse des 'Kreistzertchtes Kornenbnrg anszubreclicn. Elf dieser Häftlinge gelangten nach Ueberwälligung mehrerer Gefangenmanfseher in den Hof deS solgung der fünf entsprungenen Häftlinge wurde mit allem Nachdruck eingeleitet. In das Kreisgerichtsgcdäude wurde eine Abteilung Volkswehr ans Stvckeran verlegt, so daß erne vollkommen entsprechende Bewachung der Häftl-nge gesichert erschrint. Tatsächlich herrscht im Gesangenenbm'.se seither vollständige Rübe. Zur Emlastnng des Gesangenenhansts Kornenöura. dessen Häsilingsstand sehr groß ist, wurden entsprechende Borst'lri'.nqeil' gcüoffeu. Für onSrinch.'ndc Verpflegung der Häftling: ist gesorgt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.