Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 174 (13.7.1919)
- Date
- 1919-07-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2979077-2979251--01552-2986967- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
% 174 Wien, Sonntag --„I ... ... ..««»■■rir-Hfr-naa'i Wiener Morgeuzertung Die rumänische Königin über die Iudenfrage in Rumänien. > Warschau» 12/Juli. (Tel. der „Wr. Mörgenztg.") Wie dem „Moment aus Paris gemeldet wird, hat die rumänische Königin während ihres letzten Pariser Besucheeine Gruppe rumänisches Journalisten empfangen und gegenüber einem jüdischen Journalisten dieser Gruppe über die Imdenfrage in Ru m än i en folgendes geäußert: „Der rumänische König §m kein Antisemit. Wir glauben, daß die endgültige Lösung der udenfrage in Rumänien »on der größten Wichtigkeit ist. Diese rage bereitete Rumänien im Ausland e aroßeSchwierigkeiten, da die Juden in England n n d . i n A m e r i k a s e h r gut vertretensind. Eingesendet. Möbel u. Innen dekoration ■n grösster Auswahl. Kur gediegene 619 Erzeugnisse. J.SPIRA Wien, UH.. Slebensierng. 1 u. 2 (Ecke Karl Schweighofergasse). Advokat Dr. Adolf RotMold - eröffnete seine Advokaturskaiizlei in Lemberg, Hetmanskag. 24 (Sine Enquete über die Pogrome. _ Genf, 12. Juli. (Tel. der „Wr. Mörgenztg.") Dir „AllianceIsraelitwandte sich mit einer Rundsrair | üb er d i e Po g r o m e gegen die Juden an alle französischen Armeeführer in den Ländern des chemäligen Rußland. Der Zweck der Enquete ist die Feststellung der'Schuldigen an den Pogromen. Es langten bereits mehrere Antworten em. Das Ergebnis dieser Rundfrage wird demnächst veröffentlicht weroen. Abgeordneter Rauch in Sejm. Warschau, 12. Juli. (Tel. der „Wr. Mörgenztg.") Der Stanislauer Abgeordnete zuin österreichischen Parlament Edmund Rauch, der während der ukrainischen Herrschaft in Stanislau weilte, beteiligt sich jetzt auf Grund seines erwähutcn Mandates vom Jahre 1911 an den Beratungen des polnischen Landtages. Englische Gefchästsniederlaffnngen in Deutschösterreich. , Zürich, 12. Juli. (Tel. der „Wr. Mörgenztg?) „Manchester Guardian" meldet, datz sich eine Reihe .großer englischer Häuser zu einem Syndikat zusammengeschlossen hat, das in Deutschland und in Deutschösterreich innerhalb Jahresfrist über 3000 Handelsniederlassungen errichten will. Tschechische Rüstungen in Südböhmen. Linz, 12. Juli. (Tel. der „Wr. Mgrgenztg.") In Südböhmen zeigt sich seit einigen Tagen eine erhöhte militärische Tätigkeit der tschechischen Grenzbehördeu, die auf die Angst vor einem Ueberfall aus Bayern mrückzusühren ist. Im Bezirk Katsch i n g wurden die Grenztruppen durch Legionäre abgelöst, die föfort; mit der Requisition von Plerden begannen. Das tschecho-slowakische Landes Verteidigung 8 Ministerium hat, wie schon gemeldet, einen Erlaß herausgegeben, wonach die Enthebungen von. Militärpflichtigen der Jahrgänge 1898 bis 1894 sowie der Train-Piomertrnppen, dert Sanitätsabteilungen des Telegraphenregiments und der Angehörigen der Verpflegstruppen der Jahrgänge. 1893 bis 1887 eingestellt werden. Im Bedarfsfälle können auch Angehörige anderer Waffengattungen und Geburtsjahrgänge eiuberufen werden. Im Raume von Neu mar kt bis Eisenstein, sowie Friedberg bis Kn schwär da wurden die tschechoslowakischen Besatzungen bedeutend verstärkt. Am Zwiesel haben die tschecho-slowakischen Truppen 24 Zenlnttetcr-Haubltzen eingebaut. In Wallern, S a l n a u und O b e r p l a n wurden,die Maschinengewrhrabteilungm bedeutend verstärkt und traf reichliches Munttionsmaterial und Schanzzeug ein. In Schwarzbach und Oberplan wurden die Soköln mit Spaten, Handsägen usw. zur Aufwerfung von Schützengräben ausgerüstet. Längs der Grenze darf nach 9 Uhr abends kein Licht mehr brennen. Auch die Mühlen müssen von dieser Stunde ab die Arbeit einstellen. Eine Prager Stimme sür Wien. Prag, 12. Juli. (Korr.-Bur.) Das „P r a g e r T a gb l a t t" weist in einem Artikel über die ungünstige w i r ts ch a f t l r ch e Lage Wiens darauf hin, daß die Machthaber in Prag der Entwicklung der Verhältnisse in Wien nicht mit Schadenfreude zuseh en sollten, denn das Mherrücken des Niederganges sollte sie doch darüber ausklärch. daß das, was in Wien^dröht,. unmöglich in seiner Wirkung aus den Nachbarstaat lokalisiert werden kann. Nicht bloß, daß sehr viele Tschechen und sehr viele 'tschecho-slowakische 'Bürger m Wien und von Wien leben, liegt es in der Natur der Produktionsverhältnisse der tschecho-slowakischen Industrie, daß unsere ohnehin nicht auf Rosen gebettete Fabrikation den Bankerott von Wien mit lebensgefährlichen Opfern bezahlen müßte. Für eine ernste Wirtschaftspolitik, die ohne Bosheit und Nevanchegcfühl die Sachlage betrachtet, kaust keinZweifel darüber bestehen, daß T s ch e m o -S l o w crk i e n alles, was in seinen Kräften liegt, tun muß, um die Lage W i e n § z u e r l e i ch t e r n. Die bevorstehende Neugestaltung - des Verhältnisses zu den Deutschen im Lande sollte Anlaß sein, aui das Verhältnis zu Wien aus dem unfruchtbaren Häßgeiühl in die Sphäre ruhig abwiegendcr Betrachtung überzuführen. Wenn es gelänge, den Wienern in ihrer Pot beizuspringen und ihnen das Gefühl der » Einschließung in einen Ring von hartherzigen Feinden zu nehmen, so würde die junge tschecho-slowakische R?puvlik, die ja auch an ihren Grenzen nicht lauter Freunde hat, viel mehr gewinnen als durch allerhand Korridore, Transitverkehr- und Hafenreservate und ähnlichen Sicherungen, die nur ein Fetzen Papier sind in der Hand eines Sta teS, der mit allen Nachbarstaaten in offener „ oder stiller Feindschaft lebt. Nicht Gcsühlspolitik, sondern die wichtigsten wirtschaftlichen Interessen legen dem Nachbarstaat -die Pflicht auf, Wien beizustehen. Der neue Ministerpräsident, der Wien bester kennt als sein Vorgänger, sollte sich' dieser Pflicht Aicht entschlagen. Kundmachung. Auf Grund des Erlasses des Ministeriums des Aeußern in Warschau vom 7. Mai 1919, Nunimer 3538, A. IV,_ 1741/19, im Einvernehmen mit dem Kriegsminifterium ordnet die polnische Gesandtschaft in Wien die Musterung der polnischen in den .Jahren 1896, 1897 und 1898 geborsten Staatsbürger an. "Niemand kann von der Stellmigspflicht befreit werden. Im Falle einer schweren Krankheit muß bei der Musterungskommission um Aufschub angesucht werden. Wer zur Musterung nicht erscheint, wird alle durch das Gesetz vorgesehenen Folgen tragen müsteu. Die im Jahre 1896, 1897 und 1898 geborucn Mustrruugspslichtigen müsteu sich spätestens bis 20. Juli l. I. in per Sammelstelle der polnischen Soldaten (Mariahilfersiraße, Stiftskaserne. Oberleutnant Deskur) in den Vormittagsstunden anmelden, um sich in die Konsignationsliste eintragen zu lassen; dortselbst erfahren sie auch, wann sic vor der Musterungskömmission zu erscheinen haben. Tagesbericht. Der Mord iM§ Arsenal. Ein typisches Schiebergeschäft mit blutigem Nachspiel. Die Kompagnie S ch r a m e k - R o l l e d e r, beutegierige Plusmacher, werfen sich auf den jetzt höchst einträglichen Schleichhandel mit Waffen und Munition für die Sukzessionsstaateu. Gehen dabei großzügig ans Werk. Wer im Wege steht, wird niedergeknallt. Was hätte diese Mordtat im Arsenal sür prächtigen antisemitischen Leitartikel geliefert! Ocstliche Aussauger — Volksplage — Tarnopoler Moral — lästige Fremdlinge — Reinigung des christlichen Wien von dieser Pest usw. Leider sind diese Spekulanten und Mordgcsellen keine Juden. Ja, von R o l 1 e d e, r weiß inan, daß er eine christlichsoziale Erziehung genosten hat. Sein Vater. stand im Vordertreffen der Wiener antisemitischen Bewegung und gab den berüchtigten „Figaro" heraus. Wir pflegen nicht nachzuschnüffeln, welchen Stammes und welcher Konfession ein Gauner oder Mörder ist. Aber da die Antisemiten, um Pogromstimmung zu erzeugen, jeden Juden als geborenen Schleichhändler, Seelenverkäufer und feilen Prositjäger hinstellen, der die bedauernswerte christlich-arische Menschheit aussaugt, unterjocht und ihre Moral untergräbt, muß man schon von Zeit zu Zeit daran erinnern, daß die Jagd nach dem arbeitslosen Riesengewinn eine internationale Ertcheinung ist. Die meisten Wiener Greisler fronen dem einträglichen Kettenhandel und ein großer Teil bodenständiger Arbeitsloser hausiert heimlich zu unglaublichen Wucherpreisen mit den wichtigsten Nahrungsmitteln. Die Schleichhändlergesellschast. die man jüngst bei einer Geschäftsfahrt ins Oberösterreichische absing, waren durchaus . „harbe Wiener" von Ottakring und Hernals. Und unter den Abenteurern, die sich die ganz großen Fischzüge Vorbehalten, finden sich recht häufig die RollederS. Allerdings tritt dann gewöhnlich ein erschwerender Umstand hinzu: die Roheit. Diese Herrschaften gehen im wahren Sinne des Wortes über Leichen. Sie sind nicht nur abgefeimte Schieber — sie handhaben auch vortrefflich bei ihrem sauberen Handel den Hirschfänger und den Revolver. * ' Die Erhebungen und Einvernahmen in der Angelegenheit des Verbrechens, dessen Schauplatz' am Donilerstag das Arsenal gewesen ist, werden vom Sicherheitsbureau mit allem Eifer fortgesetzt. Die Untexsuchung wird nach zwei Richtungen geführt: erstens, um festzustellen, ob der tschecho-slowakische Legionsma-or Neander noch Hintermänner hatte, in deren Auftrag er die Waffen erwerben wollte, und zweitens, um das gegenseitige Schuld Verhältnis der Personen klarzulegen, die nach der Ermordung Geisers und Stanzls noch auf den: Tatort oder in der Nähe desselben ans der Flucht, respektive beim Ostbahnhof verhaftete wurden. Bezüglich Neanders scheint es, als ob'er nicht inoffizieller Eigenschaft, sondern aus Privatinitiative an das Geschäft gegangen ist. Die Vorgeschichte des Geschäftes erscheint in folgendem Lichte: Fritz S ch r a m e k, der unter dem Namen Widder im Grabenhotel wohnte, sich aber auch Möricksohn nennen ließ, war Agent für alles, ein Schieber von Geschäften der merkwürdigsten Art. Durch .Arnold Rolle der und Alfred Löfs kam er mit Hübner und Zavodsky in Verbindung, dis sofort bereit waren, die ihnen zum Kaufe angebotenen Gewehre zu erwerben./Dabei dürfte Schramek schon haben durchblicken lassen, daß die Waffenlieferung nur dann zustande kommen könnte, wenn man eine größere Summe als Bestechung für die<Arbeiterräte des Arsenals riskieren würde. Da nun 'das Geschäft am Donnerstag zum Abschluß gebracht werden sollte, traf Major N.eander^von Hübner und Zavodsky brieflich in Kenntnis gesetzt, vor vier Tagen aus Prag in Wien ein, um. die Kaufsumme zu erlegen und die Gewehre zu übernehmen. Da folgte die Ueberraschung, fttbein Geiser, als Schramek mit Hübner und Rolleder im Arsenal erschienen uno dort die 480.000 Kronen auf den Tisch aufzählten, das Geld für beschlagnahmt und die drei Personen sür verhaftet erklärte, wobei es zu der von unS berichteten Bluttat kam. Die „verdächtige Rolle" Geisers. Der. Korrespondent der, „Nova D'oba" erfährt aus Wiener Arbeiterkreisen, daß der Kommandant der Arbeiterweyr, "G,ei ser, wegen des Muniti'onsverkaufes aus. dem Arsenal in Wien bereits se i t v iv r W o ch e U i n Be r han dlungen stand und scheinbar mit allen Anträgen der Unterhändler einverstanden war. Es sei auch über jeden Zweifel festgesiellt, daß Geiser für die Zusammenkunft mit den Unterhändlern, außerordentliche Vorbereitungen traf. Er nahm einen scharf geladenen Revolver zu sich, legte seinen .Bollbart ab und erschien bei der Zusammenkunft glatt rasiert. Geiser instruierte im vorhinein bei Arsnalwache und erteilte ihr den Befehl, aus ein gegebenes Zeichen ins Zimmer zu dringen, in welchem sich die Unterhändler befanden. Diese Umstände bezeugen, daß der Kommandant' der Arbeiterwehr, Geiser, in der ganzen Affäre eine sehr v er-" dächtige Rolle spielte. Zum 15. Todestag Theodor Herzls. Zum 15. Todestag Theodor Herzls (20. Talmus —18. Juli) veranstaltet d'as zionistische Landeskmmtcc für Deutschösterrerch folgende Feierlichkeiten: Donnerstag den 17. d. Ai., h-7 Uhr abends, im Stadltempel, l, Seitemtättcngaste 2, Gedächtnisfeier. (Einlaß nur gegen Einladunq, rcspekkivc Eintrittskarte, welche vom ziomstlscheu Landeskomuee auZgcgcbru werden.) Samsiag den 19. d. M., 7 Uhr abcnds: Herzl-Gedenkscier im großen Saal der Produktenbörse. (Eintrittskarten müssen im zionistischen Burrau rechtzeitig behoben werden.) — Sonntag den 20. rs. Juli MS _ SMS ' r ...--.—i.f y -'—--<"-^"7-. ■■ - »CT 10 Uhr vormittags, Gang zum Gt»b Herzls. Sammelplatz nächsr der Hochschule siir Bodenknltnr; Formierung de§ Zuges V-1.0 Uhp vormittags; Marschordnung wird noch verlautbart. Korporationen- Verbände, die als solche -geschloffen zu marschieren wünschen- / wollen sich unverzüglich mit dem zionistischen Bureau ins Ein- , vornehmen setzen. — Die Straßenbahndirektion wurde um die 1 entsprechende Verstärkung des Verkehres auf der 40er-Linie für die Hinfahrt und auf der. 40er- und. 4ler-Linie für die Rückfahrt er sucht. Zionistisches Landeskomitee für Deutschösterreich. * . ■ . Die Z i o n i sti s ch e Bezirks sektion O t t a« k r i n g - H e r n a l s veranstaltet anläßlich des Todestages' Theodor Herzt im Gemeindetempel, XVI., Hubergaffe 11/ eine Gedenkfeier. Die Gedenkrede wird Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach ballen. Die kantorale Funktion wird Herr Oberrantop M. B. Kaufmann versehen. Die i o n i st i s ch e B e z i r k s s e k t i o u?lt f c grün d veranstaltet anläßlich des 15. Todestages Theodor, Herzls am Dienstag den 15. d. M., Vr8 Uhr abends, im Festsaale-des magistratischen Bezirksamtes, IX.., Währingerstraße 48/ eilte § e r z l -Feier. Donnerstag den 17. d. M.'» .7'Uhr 'abeüds, findet im Tempel in der Müllncrgasse eine Tra n er- - a n d a ch t statt. ' ' Die Invaliden. v Viel durch beti Krieg verschuldetes Elend kann uiau jetzt in den Jnvalkdenanmeldestellcn vorbeiziehcu sehen, wo die Kriegs-' beschädigten ihre Ansprüche nach dem neuen Juvalidencntschädigungsgcsetze erheben können. - >ti .;•, Nicht mehr die, das Staatswohl und den Staatssäckel ar.- geblich schützenden lnilitärrschen Machthaber begutachten die Gebrechen der Beschädigten, sondern eine Kommission von Aerzten,' die vom alten Regime her nicht belastet sind, wird den Grad der verminderten Erwerbsfähigkeit festzustellen haben und ein vom Zeutralverband der Kriegsbeschädigten entsandter Vertrauensinanu wird die Interessen der Kriegsteilnehmer zu wahren wissen. Jeder, der eine bedeutendere Einbuße an Gesundheit und Erwerbsfähigkeit erlitten hat, kann der Würdigung seiner Ansprüche sicher sein. Selbstverständlich wird es oberste Pflicht •, der Begutachtuugskom'i'.issionen sein, die am 15. Juli in , den einzelnen Bezirken ihre Tätigkeit beginnen, den Vollinvaliden,' den Blinden, Lahmen, Amputierten, Schwerkranken, die ihre völlige Berufs- und Erwerbsfähigkeit eingebüßt haben, völlige Gerechtigkeit in der Zuerkeunung der Entschädigungen zu sichern. Die Hilflosen, die dem Vaterlande alles geopfert haben, müsteu entsprechend begutachtet werden, damit sie wenigstens vor Not und Bettelei geschützt werden. An diese unglücklichen Opfer des Krieges darf der Staat nie und nimmer vergessen, mag seine finanzielle Lage wie immer gestaltet sein. Die BMtachtuugskymmissionen werden aber nicht allein gerecht die Einbußen an Erwerbsfähigkeit der Invaliden einzuschätzen haben, sondern sie werden auch den Staat vor allzu großen EntschädigmigZansvrüchcn der Arheltsunwilligen bewahren müsten. Denn die im Frieden vielfach beobachteten Rentenkrankheiten und Unfallnenrosen könnten jetzt in entsprechender Zahl zunehmen. Der Staat kann nicht die erlittmen Schiuerzen, die Beschwerden an sich, die Verwundung, sondern ausschließlich die wirtschaftlichen Folgen der Kriegsbeschädigung, die effektive Einbuße an Erwerbsfähigkeit ent-, schädigen. __ Dr. Sanel Bee r. Die Gast-und-Kaffeehaussperre. Gasthäuser 7a11 Ahr, Kaffeehäuser V212 Uhr Ein dringender Wunsch der Kaffeehausbesitzer, die Differenzierung zwischen Gast-jtnb Kaffeehäusern bei Festsetzung der Sperrstunde, geht fcincV Verwirklichung entgegen. In den nächsten Tagen soll schon die neue Sperrstunde für die Gastimd Kaffeehäuser in Kraft treten,' und zwar für die G a sth ä u s e r u m Vall Uhr und für die K a s f e e h ä u s e r n m V, 13 Uhr. Begründet wird das Zugeständnis der längeren Osten- Haltung der Kaffeehäuser damit, daß es sich um 800 Kaffeehäuser gegen 3000 Gasthäuser handelt, bei denen tatsächlich die L>chtersparniZlin die Wagschale fällt. Die Sparmaßnahmen — Rückverlegung der Sperrstunde um eine halbe Stnnde in. den Gasthäusern — ist auf die permanente Kohlennot zurückzusühren, wie bei der gestrigen Beratung im Staatsamte sür Handel, Gewerbe und Industrie betont wurde. Die Casstiers sehen nun einen langgehegten Wunsch in Erfüllung gehen. Zu wünschen wäre nun. za geradezu ein vitales Interests der Bevölkerung verlangt es, daß die Behörde endlich daran geht, mit schonungsloser Energie die Preise in den Gast- und Kaffeehäusern zu überprüfen und sestzufetzen. Zusammenstoß eines Autos mit einem . Motorr.ad. Mehrere Personen verletzt. Ein schwerer Unfall, der großes Aufsehen erregte, hat sich gestem gegen 2 Uhr nachmittags auf der Neulerchenfelderstraße ereignet. Mit seinem Motorrad fuhr der 20jährige Student Johann Flack, VII., Neubaugaste 51 wohnhaft, über die Straße; an der Ecke der Kirchstetlernggste stieß sein Rad m i t e'i n e m A u t o t a x i zusammen. Der Anprall war so heftig, daß das Motorrad teilweise zertrümmert und - auch das Automobil beschädigt und weggeschleudert wurde. - Der Student fiel auf das Pflaster und erlitt eine s ch w e r e Wunde a m H i n t e r h a u v t. Zwei Kinder, die zufällig vorbeigingen, wmdrn vom Automobil niederst e st ö ß e n und erlitten schwereVerletzungen. Sie wurden ins Spital gebracht. Auch die bljahrige Hilfsarbriteriu Marie H a d a n, XVIII., Klostergasse 19 wohnhaft, wurde vonl Auto erfaßt und erlitt Schnittwunden i m G e s i ch.t, an den Händen und Ellbogen und Quetschungen des Oberschenkels. Die Rettungsgesellschaft lnstete der Frau und dem Studenten Hilfe. Die Ausdehnuug der Samstagsperre. Die niederosterreichische Landesregiemng hat verfügt? daß vom,12. Juli ab Betriebe, welche Großu n d K l e i n h a n d e l gleichzeitig betreiben, um 2 Uhr nachmittags zu fperren haben, wenn sie mehr als 50 Angestellte beschäitigen. Diese Verfügung tritt am 12. Juli 1919, also weuige Stunden nach der Kundmachung in Kraft. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft hat auß diesem Anlaste einen Protest an das Staatsamt sür soziale Verwaltung gerichtet, indem" cs .auf die Ungesetzlichkeit dieser Verfügunc hinwerst. Im Gesetze vom 15. Mai heißt es ausdrücklich, da? Verfügungen der Landesregierung, wodurch die Sonntagsruh, erweitert wird, nach Anhörung -er einzelnen Berufsorganisationen zu erfolgen haben. Die Anhörung des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft fand nun auf dies, Weise statt, daß das Sekretariat Freitag den 11. Juli, nachmittags! von der Landesregierung angernsrn und aufgesordert wurde, tele, phonisch das Gutachten adzugeben, so daß e8 gar nicht möglick war, vorher die betreffenden Ausschüsse einzuberusen. '',{!»>.. ■