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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-12 · Heft 173 (12.7.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 173 (12.7.1919)
Date
1919-07-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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... Seite 4lf * , Wien, Samstags .-.. 1 Die Passer Siegesfeier. Verstimmungen in der Oeffentlichkeit. . Saint-Germain» 11. Juli. (Korr.-Bur.) Die Pariser öffentliche Meinung seiet sich über gewisse Einzelheiten der bevorstehenden Siegesfeier sehr erregt. Zunächst hat sich die Ansicht durebaesetzt. daß die Tribünen nur für die Verwundeten und für die Hinterbliebenen gefallener Soldaten verwendet werden sollen, nicht aber für das zahlungsKHstige Publikum. Die Fölae davon , ist, daß nran gegenwärtig in Paris in aller Eile die Mehrzahl der bereits errichteten Tribünen wieder. demoliert. Der zweite Gründ zu der Verärgerung besteht darin, daß die Negierung M a r s ch a l l I o f f r e und s e i n e a l t e n G e ne r al e nicht in d e n P a r a d r z u g e i n g e t e i l t h a t. Die Regiemug veröffentlicht zwar heute ein Dementi, in dem cs hcißt, daß es nicht wahr sei, daK die Regierung dem Marschall den ihm gebührenhen Mab beim Desils nicht eingeräümt habe. Aber da man weiß, .daß dieser Platz nach Ansicht ClemenceauS auf einer Tribüne und nickt im Festzuae ist, wird dieses Dementi »her als' eine neue Demütigung Ioffres empfunden. In der Kammer ist ein Antrag eingebracht worden, die Negierung, soll ausgefordert werden, Joffre und die Generale der ersten Marncschlächt in den Paradezug cinzutcilen. Dieheute veröffentlichte oinzielle Anordnung des Zuges enthält aber die betreffenden Muren nicht. - Die französisch s Regierung gegen den Generalstreik. Maßnahmen zur Verhinderung des Streiks. Paris, ll. IM. (Funkspruch.) Der M i n i st e r r a t hat beschlossen, alle M a ß n a h m e n zu ergreifen, um den,angefagten G c it c r al st r cj k für den 21. Juli zu. v e rb i n d e r n. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat an die Angestellten der Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltmig einen feierlichen Aufruf erlassen, worin den -Angestellten versprochen wird, daß die Regierung'ihncn in kürzester Zeit ihre berechtigten Wunsche erfüllen wird. Die Regierung könne jedoch nicht;ugeben, daß das Personal einen für das öffentliche Lebert uneutbehrtichen Dienst auch nur einen-Augenblick störe. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat an die Eisenbahner einen Aufrüs erlassen, worin er aussp.richt, daß ein Generalstreik im Augenblick der Demobilisierung und des Wiederaufbaues des Landes ein Verbrechen sei. . Pariser Streiks. Saint-Germain»' 11. Juli. (Koxx.-Bur.) Die Angestellten der Hotels, Restaurants, Casös usw. in Parrs haben gestern in einem Meeting beschloffcn, heute in den Streik zu treten. Die Demobilisierung in Amerika. Saint-Germain» 11. Juli. (Korr.-Bur.) „Chicago Tribüne" meldet, daß die amerikanische Armee bis zum 13. September aus Friedensstärke gebracht sein soll und daß infolgedessen viele tausend Offiziere ihren Rang verlieren werden oder zumindest mehrere Generale und Divisionskommandanten, die dünn Majore oder höchstens Oberste sein werden. Der Brigadier Fonlor vom Luftschlffcrdienst wird sogar nnr den Rang eines - Jnfantcriehaüptmannes haben. Arrreerkauische Kriegskosten. Saint-Germain, 11. Juli. (Korr.-Bur.) Der amerikanische Fchanzselcetär teilt mit, daß die amerikanischen Kriegskosten 32 Milliarden 427 Millrdnen Dollar betrugen. Rabindranath Tagore legt den englischen Adel nieder. Saint-Germain, ll. Juli. (Korr.-Bur.), „Manchester Guardian" veröffentlicht einen Brief des berühuiten indischen Dichters Rabindranath.Tagore, worin dieser angesichts der fürchterlichen Grausamkeit, mit der die Engländer den.AMänd brr Inder im Pandschab bestraften, den chn von König Georg verliehenen englischen Adel niederlegt. Freilassung internierter Deutsch öfterreicher in Rumänien. Bukarest, 11. Juli. (Tel.-Komv.'i Der Ministerrat hat eine Verordnung erlassen, derznfolge alle bisher in Rumänien aus irgendeinem Grunde nstcruiert gewesenen D e itt sch ö st e rG reicher s o s o r t a u f freiest F ü ß zu setzen ' i n d. Jenen, deren Vermögen oder Besitztum mit Beschlag belegt wurde, wird dieses r ü-ck e r st a t t et werden. .. ., Albert von Sachsen für Wilhelm II. Dresden, ll. Juli. lTel.. der „Wr. Morgenztg.") Der gewesene König von Sachsen hat sich mit seinen drei Söhnen au Stelle des früheren Kaisers Wilhelm zur Vereisung gestellt. _ . - . .. Czobel von Wien abgereift. , Der ungarische Gesandte Czobel hat heute nachmittags Wien verlassen. Er fuhr - um 4 Uhr nachmittags ■ vom Gesand'schastsgebändc in der Bankaass'e mittels Auto nach Kiralstbida und wird von dort die Eisenbahn zur Weiterreise uaey Bu d a p e st benützen. - . L<- Die ungarische Gegenregierung. Die Verhandlungen, "welche ' fest längerer Zeit wegen der llmbildung der S z e g e d i n e r ungarischen Negierung gepflogen werden, scheinen dem Abschlüsse nähe zu sein. Gras Alber tApponyi soll das Portefeuille des Ministers des A e u ß e r n übernehmen; auch mit den an der Räteregierung nickst beteiligten sozialdemokratischen Führem, die ihren-ständigen Aufenthalt in den besetzten- Gebieten Ungarns haben, wird noch wegen ihres Eintrittes in die"' Szegediner"Regierung verhandelt. Infolge großer technischer SchWierrgKeLten wurde die Frist zuD Eintragung in die Wählerlisten - des Jüdischen Natirmalrates v e r L 8 n g e r t. K ★ Anmeldungen im Bureau, Taborftr. 20 a Wiener Ärorgettzeitnug12. IuN 1^919A' 957178^ Chriftlichsoziale Demagogie. Eine freche Provokation der Pogromhetzer im Wiener Gemeinderat. Die gestüge Sitzung des Wiener Gemeinderates, die letzte vor Beginn der Ferien, stand wider Erwarten im. Zeichen einer Iudendebatte, welche von dem .Christlichsozialen Wr. Glassauer in unverantwortlicher Weise herb eigeführt, wurde. Bei der Debatte , Liber die Erwerbung des Flüchtlingslagers Steinklamm behufs Errichtung eines Tuberkulosenheims entblödete sich dieser Herr nicht, in geschmackloser Weise über die Flüchtlinge aus Galizien herzufallen, denen er Schuld an allem Elend gab, bas übex Wien herein» gebrochen ist. In treffenden Zwischenrufen haben ihm die jüdischnationalen Vertreter heimgeleuchtet.' Bei der Erwiderung des Gemeinderates Doktor S ch w a r z - H i l l e r, des nächsten Redners, kam es zu . turbulenten Szeney zwischen den Christlichsozialen und den Jüdischnationalen Dr. Plaschkes und Dr. (T h r l i ch, welche fö schlagfertig eingriffen, daß ■ die Christlichsozialen immer mehr .in Harnisch gerieten. Dr. P las ch k e s, welcher ngch Dr. Schwarz- Hilles als Redne^gemeldet war, konnte zum all- , gemeinen Bedauern nicht zum Wort gelangen, weil Schluß der Debatte angenommen und Dr. Grün zum Generalredner gewählt wurde.' Hier der Sitzungsbericht: Die Frequenz auf der Straßenbahn feit Einführung der Fahrpreisechöhung. Bürger,neister 'Renmann teilt einen Bericht der Straßenbahndirettion über di: Frequenz seit Einführung der Fahrpreiserhöhungen. mit. Ueber das finanzielle ' Ergebnis , der Tarifregelung läßt sich-wegen der kurzen Zeit ihrer .Geltung lein massgebendes Urteil abgeben. Die Frequenz macht Imerkwürdige Sprünge. Es glbtTag^wsÄ70.000 bis 380.000 Abgänge.«sind, während einzelne Tage wieder nur 100.000, ja an einem' nur .40.0.00 Karten, weniger ausgegeben' werden, lieber die wirkliche Abnahme der Frequenz werde man sich erst ein kxlares Bild machen können, wenn ein größerer Zeitraum verstrichen ist. Die AbsondcrimgsbestreLungen der Länder gegen Wien. Gememderat Skaret weist in eurer Interpellation daraus hin, daß während der Friedensverhanblungen immer wieder 'Stimmen laut wurden, daß sich-die Länder.auf den Standpunkt stellen, ihre Naturschätze, wie Holz und Salz der Entente als Kompensations-- oder. Pfandobjekte zur Deckung ihrer Bedürfnisse, nicht aber für die Beschafftmg von Lebensmitteln für Wien angeboten werden dürfen, und fragt, ob der Bürgermeister geneigt ist, seine Haltung gegenüber diesem Egoismus der 'Länder, der. einer offenen Feindseligkeit gegbn Men gleichkommt, zu kennzeichnen. Bürgermeister'N e u m a n n erwidert: Die jIemeindevertretnug Wien kann entgegen dieser Haltung der Länder nur anßfprechen, daß das Vermögen des ganzen Staatsgebietes beansprucht werden, muß. Wenn die L'änder auf den entgegengesetzten Standpunkt stehend/ verlangen sollten, daß , r h r e Naturschätze,' zum Beispiel Holz,' Salz, Wasserkräfte. nnr. für ihre Bedürfnisse verwerchet werderi dürfen, dann müßte sich , die-Gemeinde Wien ans den gleichen Standpunkt stellen und. verlangen, daß die in Wie-n befindlichen Neichtümer — in erster Linie die in den Wiener ' Banken h'interbegten Wertpapiere — ausschließlich für die Versorgung in Wien bet> wendet werde n. .Ebenso könnte die Gemeinde Wien n i ch t .z „stimmen, daß hie in Wien aufgebrachte V er m 5 g e n sab g ab e, die unzweifelhaft' mehr als die. 'Hälfte, öielleicht sogar zwei Drittel der. gesamten Vermögensochgabe Deutsch-- östcrreichs a'usmachen wird, f ü r Zwecke d e s Ge sa m tst aates verwendet würde. Wenn trie Länder verlangen, daß die Verrnögensabgabe ist ihrer Verwahrung bleibt und der Verfügung der Staätsregierung* entzögen wirdi, ksnn .Wien das gleiche fordern. .Ich' glaube, daß chMe kuxze 'Erklärung genügt, um die Länder aufmerksam zu machen, Pas; sie keinesfalls ganz unabhängig von Wien sind.. (Leb-' hast« Zustimmung.) ' Die Zuweisung der LebeMmitirl. ' " Geineinderat Speiser bringt Klagen der "Geschäftsleute. bezüglich-der Zuweisungen durch die städtischen Abgabestelletr für Lebensmittel zur Kenntnis und fragt, ob der Vürgerpieistev bekanntgeben wolle,' nach welchen .Grundsätzerr ber der Zuweisung vorgegangen wird und ob er eine Ueberprüfung der Art - der Zuweisung der. städtischen Abgabestellen an die Geschäftsleute vornehmen wolle. Bürgermeister N e u m a n n : Dje Vergebung -der '.städtischen. Mehlabgabestellen erfolgte seinerzeit aüläßlich der Mehlrayoüteruttg im Einvernehmen mit den beteiligten.Genossenschaften, Marktamtsabtellungem und Bezirksvertremngen^ K'er oer Schaffung von menen Abgabestellen geht der Magistrat von dem Grundsätze^der- Eignung eines Geschäftslokales und der örtlichen Lage im Brotkomnlisjionssprengel 'vor. Diese Gesichtspunkts finden. auch ' bei der -Verteilung von Fett, Butter und Marmelade Anwendung. Eigene städtische Zuckcr- . verschleißstellen bestehen nicht. Die freie Zuck^rrayoniernng ist der deutschösterreichischen Zuckerstelle' angegliedert, welche die Abgabe des Zuckers und die'Kqntrolle-allein durchführt. Was die UeberPrüfung dtzr Vergebung detr Abgabestellen anlangt, Iverd'e ich einen Bericht , des Magistratsrätes mit Erstattung vön Vorschlägen für künftige Bergtzbungen verlangen. Einfnhrnng einer Abgabe auf Pers-rncm-Automobile und fier ^ohnfuhrwerker. ' ' G'emeinderat Speiser eritattet. nun das Referat 'über den Stadtratsantrag. einer Ab g a b e' auf . P e r s o n e n- . A u t o.m o b i l e, Auflassung' des Lohnwagengefälles und der Plahreinigungsgebühren und Einführung einer Gemeindeabgabe für Lohnfnhirwerker.' Es wird beantragt,...für Fiaker . und Automobile 300 Kronen, für Einspänner mit. Pferdebetrieb 150 Kronen, für Kleinfnhrwerker mit zugewiesereem. Standplatze 30 Kronen pro Jahr. Der Referent schließt seine Ausführungen mit der Erklärung, daß der Gemeinderat zum ' Ersten Male einen Schritt zur'Bestsuerung derjenigen tue, die das Volk besteuert sehen, will. - , Bei diesem Referat entspinnt sich eine sehr ausführliche Debatte. G.'emeinderat- B a re g o in bemängelt die Auflassung de^ Lohnivagengefälles, weil sie une ein Vierfaches niedriger ist als die neue.Steuer,. .. ... G'eineindera/F^o r st n e rhätte.die. Steuer gern als'eine Neichsstener gesehen, von der - ein angeinessener Teil der Gemeinde zufließt. ..Sie wäre wirksamer, und erträgnisreicher. Ec stellt, einen 'Abänderungsantrag, wornach Au-tomöbile,.. 'Fiaker und. Eilispünner 150 Kronen und kleine 'Fuhrwerken 30 Kronen'bezahlen.' . . Geniciiiderat'B r e n e.r führt arrs,'dass durch die llenerr .Steuern die Lohnsührwerler iu' d.as größte Elend gebracht > würden, /,' "> ‘ ...j . ■ l , , . , . ^G'emeinderat Dr. Schwärz-Hiller bemängelt die' Textierung des Gesetzentwurfes und beantragt die Rückverweisnng der Vorlage an den Stadtrat und di« rascheste nenerliche -Berichterstattungan Ken lÄ'enreinderat. Hierauf tverden die Skadtratsanträge mit dem Abänderungsäntrag Forstner angenommen. ' Errichtung einer TagrserhialüngSMte für lefcht tuberkulöse /;,i Frauen, Mädchen nnd Knaben bis zu. 14 Jahren. Vizebürgermeister Winter berichtet über die 'Errichtung einer Tageserholungsstätte - für leicht tuberkulöse Frauen, Mädchen und Knaben bis zu 1-4 Jahren im .Anschlüsse an den Laenzer Tiergarten neben der Herinesstraße für )dcn Betrieb von Ende Juli-bis Wde September 1919. Der erforderliche Gesamtbetrag betrügt 32.010 Kronen. Nach eingehender Begründung lmr'ch den Berichterstatter wird der Antrag angenommen. Schulärztlicher Dienst in ollen Wiener Bezirken. ''tt Gemeinderat Dr. G'r ü n weist ans die.Rückstände im Schnlärztedienst. hin-und. berichtet.über die Einführnng des schulärztlichen Dienstes in allen Wiener Bezirken mit Beginn des Schuljahres 1919/20. Der .Antrag wird nach kürzer- Debatte angenommen. Erwerbung des Flüchtlingslagers Steinklantm durch die Gemeinde Wien zur Schaffung einer Liegeheilstatte. Bürgermeister Reumann berichtet über den Antrag, das Flüchtlingslager S t e i n k l a m in durch die Gemeinde Wien zu erwerben, der an die Staatsverwaltung zu leistende Kaufschilling' beträgt 2'5 Millionen Kronen, wovon 2 Millionen auf die Liegenschaften mrd 500.000 Kronen auf die beweglichen Gliier entfallen. Die Gemeinde leistet'ohne Einrechnung in den Kaufschilling zur AbfertlKnng der gesamten Angestellten des Flüchtlingslagers, und zwar wwohl der vefiragsmäßig Angestellten wie auch der im Taglohn beschäftigten Personen einen.Beitrag von höchstens K 150.000. Bürgermeister Reumann bemerkt, daß mibedingt Vorsorge getroffen werden mußte für die Schaffung einer Lungende i l st ä tt c. Es werden in SteinttamM nnndrstms 500 Tuberkulose verpflegt werden. Sine scharfe Auseinanverfetzung zwischen den Jüdischnationalen und den Pogromhetzer». D'r. G'lassauer: Steinklamm war früher ein Flncht- 'lingslager und wir brauchen viele solche Flüchtlingslager auch' in der gegenwärtigen Zeit sehr notwendig, dan^t wir die ,70.000 Flüchtlinge -aus Galizien und der Bukowina dort unterbringen. Ich beantrage zahlreiche Flüchtkrngslager zu 'diesem Zwecke zu erwerben. -; Dr. Plasch kes: Durch die Erwerbung der Flüchtlingslager werdet Ihr bas .700 Millionen-D'efizit urn weitere - >100 Millionen erhöhen und Wien-schänden. . . Dr. Glassauer: Die Fliichtlinge -sind ein Ueber-', bleibsel der alten-Monarchie, wir müssen sie loskriegeri, 'es ist kein Vorteil, wenn sie hier bleiben, sie blamieren unS-vörber Welt. . /- Dr. P l a s ch k e s : Das Blainieren besorgen S ie schdn - ganz allein und im eigenen Wirkungskreise durch solche' Hetzreden. ' > - r - Dr. Glass au er: Wenn D'r. Plaschkes jüngst gemeint hat, daß durch Flugschriften , gegen tzie Juden-'Pogronle .ent-. stehen,' so irrt-er. Auch die jüdischen'--Kommunisten WWMiP4 Flugschristen nichts - ansgerichtet. (Zwischenrufe.: M-!>' "Herr Dr. Plaschkes! Was ist mit den jüdischen, Kommunisten?) - Dr. Plasch kes: Die Kommunisten schenken wir.Jchren zur gefälligen Behandlung nach chrrstlichsozialer Methöoe'l: Dr. Ehr-lich: Schicken Sie -Ihren iatholifchen. Reitzeff giach Polen i oder ins Flüchtlingslager znmDank für die Spende zum Eucharistenkongres;-. . ' -..---i- - - Vizebürgermeister Emmerling: - Ich mache Herrn Dr. Wassauer aufmerksam, daß. seine Ausführungen nicht zum Referate gehören ünd'''Kollegen D'r. Plaschkes, daß' nicht er das^Wort hat, sondern Dr. Glassauer. . - Dr'. G'l a s s a n e r: Ich muß' meinen Antrag begründen, Pogrome könnten entstehen Dadurch, daß sie von den Jude.M veranlaßt'werden. - ' ' Dr<' E h r l i ch: - Deshalb ' wurden 14 Juden, niebergeschossenweil sie sich zum' jüdischen Volk bekannten, Dr. - G l a s sauer: Wenn die Juden es überall so treiben, iuic; die jüdischen, Flüchtlinge in Wien,, finde ich Pogrolile verstchidlich und entschuldbar. ' D r.iP l a s ch k e §: Schämen Sie sich, Sie deutscher. Mann, den Mord zu entschuldigen! Das ist Ihr goldenes Wiener Herz, die Wiener Gemütlichkeit und Gastfreundschaft! Dr.-Glass auer: Hoffentlich werden hier Pogrome nicht stattsinden, aber wir müssen die Veranlassung zu Pogromcn aus der Welt schassen und deshalb müssen wtri außer diesem Lager ', noch andere Flüchtlingslager erwerben, um die jüdischen Flücht-- linge im. Lause des Sommers hinaus zu iransstorüeren... Dr."P',l a s ch k e s: Bis Sie das erleben, werden Sie ein alter Christ! In den Flüchtlingslagern würden Sie die ^'üden' doppelt so viel kosten, als Menschen sonst brauchen. weil'Beschäftignngslofe Menschen bekanntlich doppelt so virt essen, wir Beschäftigte und darum betteln Sie dann, bei der Entente. GeMemderat E l l e n d t: Aber regen Sie sich nicht-auf,. wir meinen es ja nicht so arg! ' Dr. Plaschkes: Mit Ihnen muß man deutsch reden- Auf einen groben Klotz gehört ein grober- Keil. r. G l n s s a u e r : Nichtsdestoweniger' muffen Dr. damit die polw:eder gesunde Berhältniffe nach nischen Inden verschwindetl, eintreten.- - üt u Ul m e l h a r d t: Wien den Wienern.! - Dr.' E. h r l i ch : Hernals den Hernalsern! '' -. "Dr.'P'l a s ch k e S: Und eine Einreisebewilligung Ottakring. . - . Dr. G l a ss a n e r : Ich stelle, also' den Antrag auf Erwerbung . zahlreicher Flüchtlingslager zur Ulsterbringung der polnischen Juden. Dr. P l a s ch k c s : Deutscher Kulturträger!' ' Gemeinderat Dr. S ch w a r z --H i l l e r' erklärt, srüher wurde jede Gelegenheit vondm Christlichsozialen benützt, um eine Iudendebatte herbeizuführen. Das sei auch, diesmgl bei unpassender Gelegenheit gefchehm. Die Flüchtlinge seien an diesen Verhältnissen nicht schuld. Gemeinderat Rotier: Arme Hascherln! - '' ■ Gemeinderat Dr. Plaschkes: Ja.wohl, armeHascherln> man ist'ein armes Hascherl, wenn-man. in Eme Hände gerät! Dr. Schwarz-Hille r: An der Wohnungsnot sei die christlichsozinle Partei schuld,-weil sie seit Jahrzehnten die 'Anträge-der Liberalen abgrlehnt hat. . - . - -' Dr? P'l a s ch'k e s: Warum werdeu die- ^ihlreichen Hotels -zrad die-von den militärischen Stellen nutzlos' besetzten Nkikalionm nicht in Wohnungen nmgewandelt? . Dr. Schwarz-Hill e r: - 3000 Personen haben sich bei mir zur-Heimreise gepü-lhet und können >nicht -znUick,». weil feine Waggons.'da-sind. ------- ' - - -

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