Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 172 (11.7.1919)
- Date
- 1919-07-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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i Seite'4 7§ Telegramme. Wier^ Freitag? Die Ratifikation des Friedensvertrages in der deutschen Nationalversammlung. Der Gesetzentwurf mit 218 gegen'115 Stimmen angenommen. -' Weimar/ 10. Juli. (Korr.-Bur.) Die gestrige Sitzung der Nationalversammlung, in der d i 'e R a t i s i k a 11 o n b c § Fried e n svertrages auf der Tagesordnung stand, war außerordentlich stark besucht/ Auch die Tribünen warm überfüllt. - / - ->... Als erster Redner sprach Reichsmimster des Auswärtigen/ Hermann M ul l e rder unter drin Blifall des ganzen Hauses ' erklärte, daß, 'heute und immer der ««stimmige P r o t/e st g e g e n d i e s e F r i c d e n s v e r t r a g . gewordene Vergewaltigung aufrechterhalten werde. BcsvndeMi Nachdruck legte er auf die Betonung der u n b e d i n g t e n V e r l r a g st r'e u e. Der Minister sprach die Hoffnung auf baldige Mck-' kehr der deutschen Kriegsgefangenen aus und fand damit ehcnso die Zustimmung des Hause? wie mit dem Dank'an. die Neutralen und an dm Papst für ihre Fürsorge für dir deutschen Kriegsgefangeucri. v - ' . 7 Jsn der folgenden Debatte gaben die Vertreter der einzelnen ' Parteien Erklärungen im Sinne ihrer bekannten Stellung- - nähme ab. Der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion hob hervor, daß das Bündnis mit Oesterreich u n s e.rreiübar bleibe, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Deutschen-auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes in einem Einheitsstaat werden vereinigt werden. Ein von den Deutschnationaleii eiugebrachter Antrag ans Einholung eines Gutachtens, von Bollerrechtslehrern über die Zulässigkeit der Bildung eines Gerichtshofes zur Aburteilung von Verstößen gegen das, Völkerrecht sowie der Einsetzung eine? neutralen Gerichtshofes zur 1l n.r e r s u ch u ü g der S chuldfrage wurde s ch l i e ß l i ch a b g e l e h n 1/ und der Gesetzentwurf zur Ratiffzierung des F-ricdmsvcrtrages in namentlicher Abstimmung mit 218 gegen J15 Stimmen angenommen. '• Sein Projekt abgelehnt. * "• v Berlin, 10. Juli. (Korr.-Bur.) Wie die Blätter ans Weimar melden, stimmten in der gestrigen Kabincttsitzuüg alle Minister' gegen das M i s s e l l s ch c P r o j e k t' der ' Planwirtschaft. Abends verlautete, daß Wisscll sein Abschiedsgesuch eingebracht habe. . ' Barnes eu§L?schsr GssarrLLer in BerLin^ z' - Berlin». 10. Juli. (Korr.-Bur.) Die „B o.s s i s ch e Z e i t u n g" meldet ans dem Haag: Nach einer Mitteilung des sozialistcschen „Daily Hcrald" dürste der britische Arbeiterminifter Barnes britischer Gesandter in Berlin werden.!;:u ’ t" Kämpfe im Osten. | > Berlin, 10. Juni/ (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der /.Vorwärts" bringt Nachrichten aus bem Osten, .ans denen^ hrrvorgcht, daß die dortige, deutsche Bevölkerung sich der Besetzung durch die Polen auch mit Gewalt widersetzen will. Der ..Vorwärts" sagt dazu, daß Deutschland jetzt ohnmächtig sei, daß aber die Brüder im Osten Geduld bewahren mögen, bis die $gjfe kommen wird! . . Holland und die Auslieferung Kaiser U.-'y Wilhelms. I -7; Versailles, 10. Juli. lKorx.-Bllr.N Der Amsieldamrr -Korrespondent des „Petit Journal" berichtet: Im Falle/die!Entmte die Auslieferung des f r ü Heren Kais e r-s von Holland verlang e n sollte, werde die holländische Nezgierung die Angelegenheit dem Völkerbund z u r Entscheidung unterbreiten^ und sich deffm' Entschließung fügen. Das Ministerium Tusar in der Nationalversammlung. S Prag» 10. Juli.' (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Das M i n i st e r i u m T u s a r hat sich" heute nachmittags inder tschechischen Nationalversammlung v o r g e st e l l t. Galerien und Fremdeuloge Ovaren bis ans das letzte Plätzchen gefüllt,, zahlreiche a n s ländische Gäste waren anwesend, auch General Pell fehlte nicht. Um 2 Uhr 20 Minuten e röffn e t e Präsident T o m a s ch c k unter allgemeiner Spannung die Sitzung und verliest das Schreiben' des Präsidenten der Republik, unk welchem Tusar zum Ministerpräsidenten ernannt . wird. Nach der Abnahme des Gelöbnisses ergriff Ministerpräsident Tusar das Wort zu .einer ausführlichen Regierungserklärung. An enizeluen Stellen 'der Rede erscholl Beifall, im großen ganzen aber hat die Rede enttäusch t, sie ging nicht über den Rahmen der im alten Oesterreich üblichen Erposäs hinaus. Nach der Rede Tusars wurde der Antrag auf sofortige Eröffnung der Debatte über die Regierungserllärung gestellt und angenommen. Zunächst ergriff der ^gewesene Finanzminister' Dr. Raschin das Woit zu einer längeren oppositonellen Rede,.die insbesondere mit Angriffen gegen D e u t s ch l a rp.d gespickt war. DM Die neuen tschechischen Banknoten. Y 1 Prag, 10. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Das sozialdemokratische „Pravo Lldu" veröffentlicht eine scharfe Kritik -der Herstellung der r s ch cch i s ch e n Banknote », die lohne jede Fachkenntnis geschehen sei, Man mußte sich jetzt cnt- -schließen, die Herstellung der Ein-und Fünfkronennotcn nach iWicn -zu vergebest, wo, sie .nach Mustern von deutschen Graphiken: heracstetlt werden. Die Tausendkronennoteu werden in 'Amerika, bestellt. Sie werden von der New- %) o r v t a n t sdrnckerei geliefert. Es waren dieselben Noten, sdie .ohne den jetzigen tschechischen Ausdruck, seinerzeit >f ü x chä e d e u t s ch e R e g r e r u n g hergestellt worden'wären Md die beim. Einzug in Paris im Jahre 1911 in Umlauf chatten gebracht werden sollen. Nach d e r Sch lacht a n!d e r M a r n e wurde der Auftrag nicht cffcktuzxrt. Die Nottp chlieben ohne Ausdruck in New-Aork liegen und werden setzt, mrt dem tschechischen Aufdruck versehen, in New-Aork hcrgestellr. ' . ' / Die Rumänen greifen wieder an. Volkskommissar Böhm an General Pelle. Budapest, 10. Juli. (Fnukspr. des Korr.-Bur.). Volks-, 'kommissär Böhm hat denr General P e l mitgetcilt, daß 'die Prmrünen entgegen allen Bestimmungen des Waffenstillstands^ l Vertrages rmd der-verschiedenen Anordnungen dtr Alliierten strff >8. Juli vormittags neuerlich d i e u n g a r i s ch e'2l!'T r u p p e-n a n g e g r i f s e n h ü t 1 e n.. Er bitte, Genetai iPell^ möge'den OoerkommMdierenden der nimänischm Truppen Bauweisen, die Vertrüge nicht zu v ersetzen. Sollten neuerliche Grenzübelschreituuacu Vorkommen, so weide er .von der nuglNischcu ReMe>'mig..dic Ermächrimmg zu energischen. Maßnahmen ubitteu. /MkeE'MoriMzettüng ' 11. Juli 1919 I Nr." 172'^. 1 I» "Wi".;»«. ) ' Ti'" ' ■ ' ' " '"**,»*< » . - —> y . . ii »■ Eine geheimnisvolle Mordnffäre im Arsenals Fremde Agenten wollen Mnnition kaufen. — Der Revolverkampf im Dienstzimmer. — Zwei Todesopfer.- — Die Mörder angeblich tschechische Offiziere. .*;r’!' Dia Polizeikorrosponbenz meldet.-einen mysteriösen Vorfall, der sich gestern' im . - Wiener Arsenal zugetragen hat und der alle Merkmale der wildesten Balkanromantik, aufweist..Die Verhältnisse in Mserer Stadt wer- ' ' ' den Don Tag-zw Tag interessanter ckndvöine Klarstellttng .der -gestrigen, blutigen Vorfälle - ist dringend geböten. Der Bericht besagt:. .-! Jru Vebünde der Betriebsinspektiän?>n Arsenäk ist es gestern nachmittags' nm etwa 3 Uhr zu einem Kampfe zwischen .verschiedenen .fremden Mi i.ärangehöcigen und Angehörigen der ArbNierwehr gekoirimcil, bei dem der. Kommandant^dee Arbeiterwehr, der llIjährige Schlosser JosefD'eise^r, -20'..Bezirk, Borgartenstraße- 94',.wohnhaft » durch einen Schuß am re ch ten Mund min ke l und der 30jährige Hubert S t a n 31 Mitglied der Arbeiterwehr, im Schnlhaus in. Meidling,' SteinbIuergasse wohnhaft, durch einen Schuß in den M u n d g e t o t e t worden sind. Ueber die Vorgänge, die der Bluttat voraugegangen sind, erfahren wir: (Lin etwa 30jähriger Mann der sich für den tschecho-flowalischen Oberleutnant.Roman H üb ner auZgegcüen. haben soll, hatte Verhandlungen mit dem Betriebsrat des Arsrnales mngelnüpft. Er hatte verlangt, daß ihm zwei Waggons verkauft werden. Es soll sich um Muv.ition gehandelt ■ haben. Hübner har' mcyt ans erzene Fan st die Verhandlungen angcknüpt, sondern Zoll als Beauftragter einer Gruppe auf-' getreten sein, die aus Ungehörigen fremder Mächte ibestünd. Der Betriebsrat soll die ,Wer Handlungen bezüglich .des Kaufes der Munition mfr'zum Schrine geführt haben, um Ine Machen? schäften aus-zudecken. Als 'Preis für die Lieferung waren £DU.OOO' Kronen äusvedunge". Für henke war der ilöschluß der Verhanvlungen und pu ^'.tsetzung der Anqcnutg xit Aussicht genommen. . . > , ', ■ Am Nachmittag fanden sich der angebliche Oberleutnant - Hübner und drei andere Herren im.Arsenal ein, um die letzten Verhandlungen zu pflegen. Unter den vier Herren sollen sich. noch ein -Major einer fremden Macht und ein Oberleutnant befunden haben. Die letzten Verhandlungen leitete der Kommandant der Arbeiterwehr Geiser selbst, der. die Absicht gehabt haben soll, die 400.000 Kronen zu . beschlagnahmen und an die Militärbehörde abznführen-, uw die Machenschaften mit dein Munitionskauf aufzubecken. Im Dienstziininec der Arbeiterwehr waren drei der Herren, unter ihnen auch Hübner anwesend. Geiser und-.Stanzl und. mehrere Angehörige, -der. Arbeiterwehr hiüten sich im Zimmer auf. Als dir frcntbc Kommission ein'sah, daß die Verhandlungen mix zum S. ch-e i n e geführt. worden sind und daßes sich darum handelte, die. Summe von 400.000 Krönen zu beschlagnahmen, kam es zu einem Streite und . plötzlich zogen die Frekyden ihre Revolver und schossen auf die-'die Verhandlungen leitenden Personen. Zwei Schüsse streckten Stanzl und Geiser zu-Bodens Oberleutnant -Hübner und zwei, seiner Begleiter eilten, als., "die Mitglieder* der Arbeiterwehr auf sie eindrangen. Mm Fenster und sprangen vom ersten Mock': iy "die Tiefe. Romchr -Hübner - erlitt Brüche des linken Fuß- - lnöchel und konnte-nicht weiter. Auch! seine,Begleiter'wurden sestgenommen. Die Rettungsgesellschast -wurde mon dem Vorfall in Kenntnis , gesetzt. Jnspektionsarzt Dr .Walter Weiß, 'kam alsbald.'mit einer' Ambulanz. Er konnte bei Geiser und Stanzl nur den Eintritt des-Todes seststellen. Hübnervourde .verbunden, undin Begleitung eines Mitgliedes dev Arbeiterwehr i zum. Polizeitommissariate Favoriten gebracht, . Dort gab er an, wohl gleichfalls seinen Revolver' gezogen zu haben, doch will er bloß Schüsse in die Luft abgegebe,r . haben. Er würde nach seiner Einvernahme ins Garnisonsspital Nr. 1 ' gebracht. .Auf dem Schauplatze der Bluttat Versitstter Staatsstreich. fanden sich.der Polizeiberzirkslettcr von Favoriten, Negierungsrat Gutschreiter und Polizrirat Kicnberger ein. Sie nahinen den Tatbestand auf und verhörten die Zeugen der blntigmr. Vorfälle. Die Untersuchung fuhrt die Mrlitürbehvrde. ■■£ >x; Ein amtlicher Bericht.''' ' In später Nachtstunde wird über dm Vorfall amtlich ge! meldet:. . ' A>n 10. Juli um ungefähr" 1/43 Uhr nachmittags horten:. der Kommaudanisiellvertreter der Arbeiterwehr m Arsenal Hnhert' S t'a n z d . und . drei Arbeiter in einer im ersten Stocke der Betriedsmspektion I des Arftnalcs' gelegenen Kanzlei aus dem benachbarten Zimmer, ln dem sich devKounnandaut der Arbeiter-, wehr: Josef G c i s e r befand^ einen Schuß und Hilferufe. Sie eilten, sofortin das . betreffende Zimmer, wo in unmittelbarer. Aufeinanderfolge noch Schüsse abgegeben wurden und bemächtigten sicheines..bei derTüre chesindlichenMannes, während zwei andere MänneöMs dem Fenster herabspraugm. Bon den Schisjsm' wuM-Hubert'.S,tanzcl getroffen und stürzte auf der Stelle tot zusämmcü.? Dem Kommandanteir. Josef Geiser, der gleichfalls . getroffrü-worden war, gelang - es no^, in das Parterre zv i flncliten; "doch - brach er dort isü ärztlichen Verbandszimmer tot zusammen«' 'Von den beiden Leuten,- welche aus dem - Fenster - geflüchtet wären,. zog -sich -der -eine' einen'doppelten Beinbruch zu,-blieb-qn-Ort und Stelle liegen und könnte sogleich angrhafteu werden; der zweite,' der noch dm Revolvrv m der Hand hatte, wurde auf der Flucht yön einem Unteroffizier eingeholt und 'verhaM '-Durch die. spsort ein geleiteten Erhebungen wurde folgender Tatbestand festgestellt: . . . . / .1 : DieiKüüjlenle Alfred L ö s f, "-Arnold .R o l l e d e r ' und Fritz S ch rämet sowie ein tschechischer Leutnant Roman H ü b p e r, ein ^tschechischer Major Anton N e a n d e r und der tschechische Leutnant Gnstav Z a v o d s k y hatten schon vor 'yvig'er^ib'Mit--Gerser''B!»handlmgeu angeknüpft, um ihn zmn Öiebstah.li.von größeren Mengen v on.W.affen zu vev». änlasseu.- anr welches Anerbieten Geiserzum Scheine ein-' ging. Diese Verhandlungen hätten heute zu einem Abschluß« gebracht-werden syllen, zu welchem Zwecke sich das Konsortimu .heute - mm Arsenal begab. Während Neander, und Zavödskh beim. Cafö. „Belvedere" , warteten, fuhren die übngen ' in einem A u t o\ i n S A r st.e.n a l und ließen dort. Löfs bei dem Wagen .warten.. Hübner, Rolledernnd Schrämet begaben sich zu Geiser und wollten ihm eben einen großen Geldbetrag als Bcstechnngssumme übergeben. Als das Geld ans. den Tisch gelegt. war und Geiser dasselbe für beschlagnahmt ititb die drei für verhaftet erklären wollte, hob Hübner — soweit die Angaben des Schrämet, welcher, bisher einzig und allein einvernommcn werden konnte--.feinen Revolver und wollte ans Geiser schießen, , doch wurdeder Schuß durch Eingreifen des Schrämet angeblich so ab gelenkt, daß. er. nicht traf. Schrämet behauptet, daß in diesem Augen- . -blicke Leute ans demNebenzimnür cingedrimgen feien uitb vonHübner möglicherweise auch von Rolkeder mehrere Schüsse abgegeben worben'seien. Hübner und Rolleder flüchteten durchs Fenster, wob«.' sich- Hübner den Beinbruch zuzvg. . Auch Alfred Löss sowie 'Neander und Zavodskp wurden in Haft genommen und zu- - sammen ' mit Rolleder und dem zuerst angehaltencn Schramek in das Polizeigesangenhäus gebracht. Hübner wurde dem landes- - gerichtlichen Jnquisitenspital. überstellt. . Außer der pollzeilichen Kommission, war auch eine landesgerichtliche Kommission '(Staatsanwalt und Untersnchnngsrichterj auf dem Tatort., erschienen. : Die LeickKr des: Geiser, und Stanzet v wurden .zwecks .Vornahme, her gerichtlichen. Leichenöffnung in das --- Allgemeine Krankenhaus gebracht. Die weiteren Erhebungen m der Richtung des Verbrechens des M o r d e s, beziehungsweisi-' der Verleitung zum V e r b r e ch e n d e s D i e b st a h l ö s sind im Züge. . - . Falsche polnische Paffe. Nktionalisten als Verschwörer? — Verhaftung von Offizieren und Soldaten. Berlin» 10; Juli. (Korr.-Bur.) Das „Berliner Tageblatt" ntdbot ans Lugano: Nach einer offiziellen Meldung ist es der ■ römischen Polizei gelungen, ein a n a r ch i st i s ch e s K o mp l o t t zu vereiteln. Eme Anzahl von A n a r ch i st e n war -nachts zmm Fort Pietrölata gezogen und suchte ein dort liegendes ' Bataillon ^Sturmtruppen f ü"r d i eRe v o l n tionz u gewinnen, um alsdann mit Handgranaten die Stadt zn überrumpeln und zu revolutionieren. Die Sold'aten wiesen indessen die Agitatoren m r t S ch ü s s e n zur ü ck und nahmen einen Teil der Fliehendenfest. Andere wurden von der Polizei verhaftet. So läutet die amtliche Version, i; Vom „A v a n t i" wird dagegen behauptet,, das Komplytt sei nicht von iÄnarchisten, sondern v o n N a l i on a l i st e-n a u s g -e g a n g e u, welche die Negierung überfallen und . durch- . -eine nationalistische Regierung ersetzen, wollten. ‘ V . ' , Der „Abanti* meldet weiters, daß die Mckitärbehörden bisher 7 Offiziere u n d 02 M a n n d e r Stur mt r u p p t « unter dem Verdacht eines beabsichtigten S t a a t s st r e i ch e s v ,e r h a f t e t haben. ,, '' ('Die. AvSörWachungs'kommisfio«.' '' 91ew-2)orü, 10. Juli. (Funlspruch.)' Ans Paris wird' gemeldet: Die Ueberwachungskommissionen für die Durchführung der müitä'.-ischen Bedingungen des Friedeusverrrages sind bestimmt, worden. An-der Spitz':, der Militärischen Kommission steht, - ein. sranzösischer. General, die mancime Konumssion'wird von-einem': britischen General, die Lustsahrkommission von einem britischen Maiorgeueral '.betebligt 'werden.' Das Hauptquartier der Kom-- nnssion' wird-in - Berlin sein, zahlreiche unterkommifsionen man spricht von zweihundert -y werden in den verschiedenen Städten Deutschlands ihren Sitz-haben. - " - \ &ic franzsstjche FrieÄcnsL)srtragskommission für cme Revision des BolRevbnndenLwLtrfes, Genf, 0. Juli. (Tel. der „Wiener Morgenztg."). Die mit dem Studiumdes Friedev.Svertrages betraute'.Komnüssion der französischen Deputierteukannuer hat; beschlössen, - eine Revision des bisherigen EntwurfLZ' deS Völkerbundes'-zu beantragen, nur es dem Völkerbund zu müöglichen, genau überdie - Bewaffn u n g und die S t.-ä r k e der Einzelnen Heere informiert zu sein, um so imittadie Garantie zu haben,, daß .ein Angriff von irgend einer Snte nicht lmpyrbereitet.ansgehalten werde. gKrv. 'Grirer«LstsLiL .-.,7 Anschluß dyr Wenytrhrrer»- / . .VrrscrrKes^-e:io.- ' Juli.' (Nöi-r.-B'nr.)Die .':-frsin<Wchen - Effenbahnec^habm'brschlosien,' -an dem DeMmsteatidnöstreit-am - 21. d. M. -sich zu beteiligen.- Jmötgedeßen ward am 21. d. M. . von 0 Uhr vormittags an jeder Vertchr m Frankreich 21 Stuudcri , ruhen.^ 'n . -- - / w Krakau, 10. Juli. (Tel.'der „Wr. Morgenztg.") Nach einer Meldung des „Knrher Codziennh" sind, in Wien falsche polnische Pässe aufgetaucht. 60. Personen sollen in diese Angelegenheit verwickelt sein. " Verhaftete Mitglieder der jüdischen Natioualräte in Ostgalizien. Der Pressedienst der Delegation . bes Jüdischen Nationalrates für Ostgalizien meldet: Nach hier eingelangten Informationen beträgt die Zahl der v e rhafteten Mitglieder der jüdischen N ä L i o n a l r ä t e in O st g a l i z i e n ungefähr zw eih und ertfünfzig^ Ein großer Teil von ihnen hat aus der Reise in die Intermertenlager Lemberg und Przemysl bereits passiert/ Wo sie' interniert werden, ist zurzeit noch unbekannt.. . . Dar polnische MnoritätenverLrag. Unter dem Titel „Eine Probe für Polen" schreibt der ,/Manchcster „Guardian": Der mit Polen geschlossene Vertrag' über. , den Minoritäten schütz ist ein Dokument von größter Wichtigkeit und .von größtem Interesse. Er bedeutet die 'Sicher stellung einiger Millionen Angehörigen eines unabhängigen Staates; durch eine internationale Körperschaft und ist <n .dieser Beziehung der erste. Versuch xit großem 'Stile,, war mlö.denr - Völkerbund gemacht werden soll. Er stellt damit Polens Higuuug, '-ein unabhängiger Staat zu sein, -attf die" - höchste -Proben Die pvluische Republik ^hgt sich in den-letzten Moiiaten. viele Feinde nuten jenen gemacht, die nur allzu gerne' bereit gewesen wären, ihre Freunde "zn sein. Wenn Paderewski und seine Kollegen stark.'genug, sind, diesen Ber- - trag stewiffeuhaft auszusühreiff werdet! sie viel von dem^verloreneu Boden wieder gewinnen. '. ..... .. - - . » . --——— - Zum Perfonenivechsel in der deutschen Gesandtschaft. ..Das WolMe Bureau 'dementiert die Nachricht, daß Graf . Brockdorff-Nantzau der Nachfolger des zurückgctrxteuen Wiener Gesandten Grafen Wedel werden soll. Wie von kompetenter Sette nütgeteilt wird,-"beruhen die Nachrichten, daß die deutsche Re- . giernng in Wien angefragt habe.' ob die Person des Gräfeux Brockdorff -,gellehm wäre, - trotzdem Beclmrr Dementi .siuf Richl'gken. .Pon Wien.uvmde geanttvortet, Laß Drocktzötsf sehr gern, als Botschafter Mehsr' wäre.'Wäs inzwlschen-'inBelli^ m>rgegang.esi ist, .iftmicht klar.-:Ls liegt-bloß die Nachricht''vv^ 'Graf-Brockdoch habe Matt, "'.sich' vorn "politischen Leben z,mM ->,cl,m zu wollen. Man nimmt au, daß-der Wiener-Gesandten- Posten längere Zeit unbesetzt. bleiben rmd inzwischen von einem Gejchäststrägtt.-versehen werden wird. " v ' . - 1 i i . > . . -. .. -