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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-09 · Heft 170 (9.7.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 170 (9.7.1919)
Date
1919-07-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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L m Ivo . Wien, Mittwoch iv#, Wd y.’tf W .' i'1 ,. d l'&M 1 Um ■m ■??!» , V«w . ] W I iÄiciic zueifrigen Mitarbeit heranzuzirtzen. Herrn Sally Metzer, jbct zu den führenden Männern der Schweiz gehört, haben die Kinder [viel zu danken. Eine ganze Reihe gütiger Männer nnd Frauen, um nur einige von vielen zn nennen, Frau Altschüler, Frau iWyler-Reichenbach, Präsidentin des Israelitischen Frauenvereines, «Frau Weisbord, Präsidentin deS OsijÜdischen Frauenvereines' «sorgen für das Wohl nuferer Kinder. Alle die Männer und grauen aber, welche so milsichtig und opferfreudig ihre ganze Kraft in Len Dienst unserer armen Kinder stellen, finden den schönsten Lohn in ihrem Aufblühen und in ihrem Glück. - Der Aufenthaltsort unserer Kinder in v I. , Bern «nd Bafel ■ yv. ... gleicht in allem dem Sommerglück, das wir bisher geschildert« Uebcrall die gleiche Liebe, die gleiche Freigebigkeit, die unseren Kindern ein wundervolles Schlaraffenland bereitet. In Bern hat der Lehrer nnd Prediger der jüdischen Gemeinde, Herr M e s s i n g e r für unsere Kinder geworben und konnte hier viele gütige Pflegeeltern finden. Hier war es, wo in einer Straße ein rotbackiges Bübchen in suMnagelueuem, w'ißem Matrosenanzug auf mich zukam und sich au! meine erstaunte.Frage als eines unserer Wiener Kinder vorstellte. Vergnügt, erholt, prächtig gekleidet, ein'stolzer kleiner Kavalier. [Wie dieser eine, so fanden wir die anderen alle, kam« wieder btt erkennen mit ihren blühenden Farben und irr ihrer ungetrübten Fröhlichkeit und Behaglichkeit. Herr Messiugcr und'Frau sowie haben sich' TMschwill [ein herrliches Heim geschaffen. Frau Weil (?', Frau Leon Wallach, Frau Hennefcld, reichen Dank um unsere Kinder verdient. * In Basel ist es die Präsidentin des Frauenveremes Frau Dreyfuß-Strauy, die seit Jahrzehnten als leuchtendes Vorbild an der Spitze aller sozialen Bestrebungen steht, die gemeinsam mit Damen des Vereines die Aktion für unsere Kinder durchführt. «Die Damen fönrten nicht genug erzählen, wie brav und sieb die [Wiener Kinder sind, die sich in die Herzen aller einschmei^hetn. «Die gleiche Liebe bringen die. Kinder ihren gütigen Pflegemüttern [entgegen. Sie übcrbieten sich darin, kleine anheimelnde Geschichten «zu erzählen, wie diese oder jene der mütterlichen Frauen ihnen [Freude bereitet, durch sorgsame Pflege, Licbliugsspeiseu, durch [schöne Gescheute, durch Ausflüge, . bei denen die kleinen Gäste [stolz an der Hand der vornehmen Frauen dahingingen öder gar «neben ihnen im Wagen sitzen. j Die Fürsorge des Basler Komitees hat einer anderen «Gruppe unserer Kinder in -> Vi , ,i "i *. i'V .y:'y *■'' Ein Kindererholungsheim wurde [für unsere Kinder gemietet, ein wunderschönes, mit allem Komfort, «mit Liegehallen, Spielnnd Turnsälen ansgestattetes Gebäude. [Die Schlassäle sind in einem separierten Raum uutergcbracht, [der mitten im Walde liegt. Ein Aufenthaltsort, wie sich «ihn Fürsienkinder nicht schöner wünschen können, wie ihn [vielleicht unsere Reichen am Semmering genießen, kommt hier Unseren Kindern, ihrer Kräftigung und Erholung zugute. Das ist «der fö^chfzeichneude' Zug 'dieser Schweizer' Kinderaktion' Kein «Knickern und Sparrn. lieberreich schüttet herzlichste Gastfrennd-- [schast eine Fülle von Schönheit und Behaglichkeit über unsere [Kinder aus. Nur das Beste erscheint ihnen für ihre kleine Gäste kftrt genug. Herr Rabbiner Dr. A. Cohn wirkt unermüdlich, sein wahrer Seelsorger und Freund der Kinder. Frau Drehfußj: ' Brodsky. übt getreu der Tradition ihres Hauses Mische Wohltätigkeit im. edelsten Sinne des Wortes. Hier sei auch noch ‘ein Name fl nimmt, der des Herrn Karl Philippsohn, der sich im Rahmen des Basler Komitees besondere Verdienste um das «Zustandekommen der Aktion erworben hat. Herr Josef Kaller gehört zu den tätigsten Mitgliedern des Schweizer Komitcesnnd arbeitet mit Liebe nnd Ausdauer für das Wohl unserer Kinder. jNicht unerwähnt dürfen die Damen und, Herren des Basler «Komitees, Frau Sally G n g g e n h e i nt, Frau K ä u fin a n n - L i e b e r g, Frau Leopvldme L i p p tit o n n, Dr. Adolf N eiditsch bleiben. , f Leider rief uns nufere Arbeit nach Wien, so daßwir nach zweiwöchentlichem Ansenthalt die Schweiz verlassen nnlßieu und 'die Kinder in der Westschweiz nicht besuchen konnten-'Die Briefe «der Kinder berichten, daß man ihnen auch dort ein wahres Sommerparadies bereitet hat. So ging unsere Schweizer Fahrt «denk Ende zu. Eine ganz eigenartige Rundreise rvar es gewesen. [Frühere Reisen haben utiefj das Land kennen lernen lassen. Seine ‘himmelhohen Berge mit den strahlend weißen Gipfeln, die der Menschenfuß bezwungen bat und die dem selig Schauenden die lichte Ferne zeigen nnd die kristallklare Lust erquickend in die Lungen gießen. Die lieblichen Seen, die stolzen fashiouablen ‘Kurorte, die Städte voll Grün, voll stiller Anmut. Jede solche «Fahrt hat mich gelehrt, dieses gesegnete Land zu bewundern. jDiesmal aber galt die Fahrt nicht dem Lande, sie führte mich zu «den Menschen, die es bewohnen, zu einem tiefen Kennenlerncnührer [Herren. Sie hat mich gelehrt, diese Menschen zu verehren und zu «lieben. Eine Fülle von Reichtum und Segen liegt über dem Lände. «Und die, die cs bewohnen, beeilen sich, Segen zu spenden, wo daS Licht und das Glück nicht hindringen konnte. Die Schweizer [Juden sind rms nah und lieb geworden durch die große schöne Tat, die sie an den Wiener Kindern erfüllen. Die Güte, die-sie Iden kleinen Fremdlingen, rntgegrubringen, lernen wir erst recht verstehen, wenn wir:-die Werke sehen, die sie für ihre eigenen Armen mS Leben rufen. Und dieser Strom von Liebe hat unsere Kinder erfaßt, hat sie aas der traurigen Stadt der Not, die Wien geworden ist, in ein ^Sommerparadies gehoben. Unvergeßlich ^werden mir die Tagebleiben, die ichvouStadt zu Stadt, vonHeim zu Heim ziehen durfte, um über Kinderjubel mid Kinderglück zu «sehen." Die Schweiz hat das Gnadengeschenk des Friedens, das Ihr inmitten einer Zerstörung der Welt zuteil geworden, umzuwerten verstanden in tansrnd glückliche Stimdeu für tausend Be- Lmstige, welche die Kriegsuot getroffen hat. Und sie hat bei [diesem Liebeswerk unserer armen Mischen Wiener Kinder nicht «vergessen. Das wollen wir Inden ihr-innner von ganzen Herzen Lanken. Wiener Morgenzeitung /9?Juli"1919 . Seite 5^ TscheHWcheutsche AusgleichsverhandUmgen. tz . Tusar Ausgleichspremier. 7«- - ^, Wie wir erfahren, wurde der tschechische Ministerpräsident T us ar vom Präsidenten M a s a r y k beauftragt, in kürzester Zeit AusgLeichsverhandlungen mit den Deutschen in! Tschecho-Slowakien anzubahnen. Ministerpräsident Tusar wird in den nächsten Tagen mit" den führenden deutschen Persönlichkeiten in Fühlung treten. LandeshallptmannfteLvertreter [ Seliger dürfte als Vertreter der Sozialdemokraten als erster von Tusar zu einer Kovferenz eingeladen werden, v Das Reue tschechische KabLueLL. — Die soZiaLiftisch-agrarische Koalition. Prag, 8. Juli. (Tschecho-slow. Preßbur.) Das' neu ernannte Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen : Ministerpräsident Tusar, Minister des Innern S o e h l a, Minister des Aeußern Ben e s ch, Finanzminifter Horatschek (Agrarier), Handelsminister H e i d l e r (Nationalsozialist), Minister für öffentliche Arbeiten H a m p l (Sozialdemokrat), Ernährungsminister H o u d e k (Slowake), Eisenbahnminister S t r i b r n q (Nationalsozialist), Ackerbauminister Prasche k (Agrarier), Minister für Gesundheitspflege und für die Slowakei S ch r o b a r, Minister für' soziale Fürsorge Winter (Sozialdemokrat), Justizminister W e s e! y (Nationalsozialist), Unterrichtsminister Habermann (Sozialdemokrat), Minister für nationale Verteidigung K l o f a c (Nationalsozialist), Minister für Post unb: Telegraphen St an ek (Agrarier). — (Die Kcamarschpartei« ist,, wie aus dieser Liste'hervorgeht, endgültig aus dem Regierungsblock aüsgefchaltet worden und tritt nun in Opposition. Interessant ist, das; Finanzminifter. Dr. Raschin von dem bekannten tschechischen Volkswirtschaftler Professor Horatschek abgelost wurde. Der neue tschechische Finanzminister ist früher Alttscheche gewesen und war Nn intimer Freund des verstorbenen Ministers Dr. Braf. dessen konservative Anschmmngen er auch - teilte. Die Red.) f Malsriagefahr in Wien? Von Dr. Eirnel Beer. Der Krieg hat viele Tausende mit Malaria infizierte Soldaten, die von dieser tückischen Krankheit in den Donaugebieten, an den russischen Wasserläufcn, an den Küsten Dalmatiens und Istriens, in Albanien und in den oberitalienische-n Sümpfen befallen wurden, in unsere Stadt gebracht, die sonst vom Wechselfieber frei war. Es tritt nun die berechtigte Frage heran, ob die vielen an Malaria leidenden Kranken eine Gefahr für ihre Umgebung bedeuten. . Da muß vor allem festgcsteltt werden, daß die Art der Uebertragung des WechselsieberZ eine ganz andere ist als bei den Infektionskrankheiten, wie Typhus, Scharlach, Diphtherie. Sie erfolgt nicht von Mensch zu Mensch, sondern nur durchweinen Zwischenwirt — durch eine Mückenart. Also nur dort, wo sich Moskitos oder Anophelinen finden, ist eine Erkrankung von Mensch zu Mensch möglich, wobei folgender Vorgang besteht: Eine Ansteckung Gesunder geschieht nur durch den Stich von Mücken, die vorher einen Mälariakranken gestochen.und ans dessen Blu-t Malaria- Parasiten eingesogen haben. In der Mücke machen die Malariaplastnodien eine Vermehrung durch. Die junge Brut, gelangt in. die Speicheldrüsen der. Mücke, wird beim--Stich gesundet Menschen^iu das--'Bln4> übertragen nnd infiziert dadurch Gesunde mit Malaria. « ' Da also eine große Anzahl von Malariaparäsitenträgern unter uns weilen und sich auch verschiedene Mi'ickerlarten in der Umgebung Wiens, besonders in den Donanauen, finden, so wird eine gewisse Vorsicht und ein persönlicher S ch u tz g.e g e n. M ü ck e n st i ch e notwendig sein, wenn auch die Gefahr gewiß eine sehr geringe ist. Man wird feuchte Wiesen, versninpstL Ge- ' biete besonders zu den Dämmer- und Nachtstunden meiden. - > st - / Neben de»! individuellen Schutze muß den allg'cmeinen Vo r b eit g u ng § m a ß reg e l n die größte Aufmerksamkeit geschenkt «verden. Dazu gehört die systematische, gründliche Vernichtung der Malariaparasiten im kranken Menschen.selbst durch ausreichende Behandlung, der das StaatscnnL für VoltsgesnndheiL durch Errichtung von Malariaspitälern und Ausbildung von Malarinärzten besondere Sorgfalt gewidmet hat. Dann gilt es, den §knmpf gegen die Mückenplage aufzunehmen, was oberste Pflicht der Gemeinde istv Man sollte die Tüntpel und stehenden Wässer in der Umgebung Wiens beseitigen, was teils durch Uebergießen der Wasseroberfläche mit Oel oder Petroleum geschieht oder durch Anpflanzen von Gewächsen mit starkem Wasserbedarf und starker Wasserverdunstung. Jedenfalls steht fest, daß der Umgang mit Malariakranken in der mückenfreien Umgebung ganz nngcfährlich ist. •' - Jüdische Arbeiter für das Barrgeiverbe. Tie Jüdische Nerussberatungsstelle sendet uns folgenden Aufruf: Bereits seit längerer Zeit ist eine Anzahl von jüdischen Hilfsarbeitern im Baugewerbe tätig und arbeitet in diesem mit bestem Erfolg. Es ist aber notwendig, daß nicht nur Hilssarbeiter, sondern auch Jugendliche, die noch die rwrmale Lehrzeit in diesen Gewerben zubringen können, um! ausgebildete Maurer und Zimmerlente zu werden, sich diesem Berufe widmen. Wir weisen daraus hin, daß sowohl heim Ausbau vou Erez Israel, als auch beim Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften im Osten jüdische Baufachleute eine materiell sichere undckohnende Existenz haben werden und daß es unerläßlich ist, daß sich baldigst viele jüdische junge Leute dem Baugewerbe zu wen den, wenn beim Aufbau dieser Länder überhaupt jüdische Arbeitskräfte auch zu gualifizierten Arbeiten verwendet werden sollen. Die Jüdische Berufsberatungsstelle, 2. ,Bez., Obere D'onaustraße' 91, ist bereit, jüdischen Jugendlichen Lehrstellen im Baugewerbe zu vermitteln und sich um ihre fachliche und allgemeine LoFrtbildung besonders anzunehmen. Wir ersuchen alle Eltern, deren Söhne nach Absolvierung einer Schule vor der LeBrusswahl stehen und alle jüdischen Jugendlichen selbst, die Jüdische Berufsberatungsstelle anfznsnch^n und sich über die näheren Bedingungen der Erlernung des B.mgoirerbes zu i:ijovmicicu. : Abschiedsferer für Dozent Dr. Torezyrrer. 1 Aus Hörerkreisen erhalten wir folgende Schilde- . rimg der Abschiedsfeier der jüdisch-pädagogischen Kurse: Freitag den 4. Juli, 11 Uhr vormittags, fand im Lokale des Jugendhemies zum Abschluß des Schuljahres. eine feierliche Züsaminenkrtnst der Hörerschaft der jüdischen pädagogischen Kurse statt. ... 1 Die. Zusammenkunft gestaltete sich zu einer er-- hebenden Abschiedsfeier anläßlich des Abganges des' von Lehrern und Schülern verehrten Leiters, des Herrm Privätdozenten lDr. Tvrczyner. ... . ' > > ij. \ Privatdozent Dr. Dorczyner hielt an. die Versanimelten eine kitrze Ansprache, indem ex in ergreifenden. Worten seinen Gefühlen Ausdruck verlieh', die er heiin Verlassen der von ihm so sehr liebgewonnenen. Anstalt empfindet. Er bezeichnete seine Arbeit im Pädagogium als eine der schönsten und angenehmsten, die er je geleistet hatte, und sprach in liebevoll, bescheidener Weise die' Gewißheit aus, daß seine Bestrebungen um die Hebung des Wissens und der Bildung der Schüler nicht ohne Erfolg geblieben sind.»Diese Gewißheit sei.' für ihn der schönste Lohn und entschädige ihn veichlich^ für alle Mühen. •V:. Im Namen des Lehrkörpers sprachen Herr Adolf Böhm und Herr.Dr. Siegfried Bernfeld und im Namen der Hörerschäft Herr Men t scher sind Fräulein- K an.ne r (beide hebräisch). •; ,' &§ ivnrde auf die großen Verdienste hingewiesen,', die sich Dozent Dr. Dorczyner um die Ausgestaltung! des Päbagogiunis erworben rmd aus. seine ersprieß-. liche und segensreiche Tätigkeit, der er sich mit wahrhaft aufopferungsvolser Liebe gewidmet hatte. In be--.' redten Worten kam der allgemeine Schmerz znm AnSdrnck, den. sowohl die Hörerschaft wie der Lehrkörper^ bei der Abreise des Gelehrten - empfinden. ..• v Für uns war Privatdozent Dr. Dorczyner nicht nur ein Leiter und Lehrer, sondern überdies vieles? mehr: er war unser verehrter Meister und geliebter! .Führer. - Die herzlichsten Glückwünsche seiner zahlreichen! Verehrer begleiten ihn in seinen neuen Wirkungsort.^ '. Unser Streben wird es sein, immer vorwärts zu schreiten in der uns.'von ihm gegebenen Richtung; nnd .ans der Erinnerung an die wundervollen Stunden, dje wir; seinen Worten lauschend, verbrachten, werden wir imnrer wieder Mut schöpfen für den oft sehr niülisamen Weg, der uns bevorsteht. - ' . V. ■ . v;i Adolf F i n k. . Die Beschlagnahme der neuen ErnLe. Vom deutschösterreichischcn StaaiZamt für VolkZernährmig wird verlautbart: Im morgigen Staatsgcsetzblatte wird das vor wenigen Tagen in der Nationalversammlung beschlossene Gesetz über den Verkehr mit Getreide und Mahlprodnkten und die Vollzugsanweisung über die Durchführung dieses Gesetzes verlantbart. - -. Das Gesetz verfügt die Beschlagnahme des Getreides deutschösterreichischer Ernte zu Gunsten des Staates.- Die Beschlagnahme bezieht sich nur ans Weizen, Roggen, Gerste,-Hafer und Halbfrucht, so daß die bisherige Betvirtschaftung von Hirst/ Buchweizen, Mais und Hülsenfrüchten ansgehoben ist. . „; DieGetreideansorderung wird im Wege der Kontingentierüktgt durckjgcführt. Die Festsetzung von Ernährungs-und Futterratl0.n^nbftm Landwirte unterbleibt. Jeder abliefcrungspflichtige Landwirt' , hpt ein bestimmtes Maß von Getreide zur Ablieferung zu * bringen.! Von der Ernte des Jahres 1910 werden 1,800.000 Meter-; zentner Weizen, Roggen und Gcrste uitb 250.000 Meterzentner1 Hafer augefordert. _[ . . Dke Rerchskorrferenz der kommunistischen Partei in Deutschöfterreich.; Sonntag den o. Juli wurde im großen Saale des Gast- « hauseZ ' „znm Auge Gottes" in der Nußdorferstraßc die RcichslönfeMz' der tommunrstischen Partei in Dentichösteri-eich in Anwesenheit von -100 Delegierten eröffnet. Die Beratungen wurden nicht öffentlich geführt und die Tcilnehuier mußten sich, der. strengsten Kontrolle unterziehen. Aut der Tagesordnung stäitdcn organffaloriickr.FovtO!. und zwar^btzügitch der Ausgestaltung der

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