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Wiener Morgenzeitung · 1919-07-04 · Heft 165 (4.7.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 165 (4.7.1919)
Date
1919-07-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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UR e 6 S35t«t, FkMg Wiener Morgeuzettuug Bühne und Kunst. Wiener Komödienhaus. <Zum erstem Male: „DerK8nigd«SZebe«S" fOSkar Wildes Komödie in fiinf Bildem von Dr. Löhner und Bruno Warden. — Gastspiel Harry Waiden.) i Ein gntgezimmerteS, dem verehrten Publikum angenehmes und spannendes Schaustück, das allerdings mit Dichtkunst nichts zu tun hat, aber so manchen! langatmigen, prätentiösen, mit 11wverständlichleit prunkenden literarischen Strudelteig vorzuzirhen ist. Es bringt vieles: Eine Soiree beim englischen Ade! im ersten Akt; eine sizilianische Wrmdemacht im zweiten, eine Gerichtsver° Handlung mit heiteren Momenten und tragischen Akzenten im dritten; im vierten Bild gar eine Kerkerzelle und ein herzbeklemmendes Abschiednehmm vor der Hinrichtung; als Draufgabe eine Montmartrespelunke samt Inhalt. Und dieses Strick bringt vor allem viele gute Worte, Wendungen, Aphorismen Und Gedichtfragmente von Oskar Wilde. Geschmackvoll ausgewählt und in den sogenannten Dialog eingebettet, etwa wie Schubertsche Melodien fürs „Dreimäderlhans" verwendet wurden. Nur muß man billigerweise zugeben, daß diese Methode beim Schauspiel eher erlaubt ist, denn bei Operetten. Die Werke Oskar WildeZ werden nicht vergewaltigt. Die Autoren lassen ihn einfach sprechen ttnb haben noch das löbliche Verdienst für sich, den Zuhörern ein paar Eßlöffel Wildeschen Geistes eingeflößt zn haben -* ein Medikament, dessen der größte Teil jenes Publikums, für bas »Der König des LebenS*' geschrieben ist, sonst kaum teilhaftig würde. Freilich: Der »verbindende Text" ist mitunter so, daß man böse werden könnte. Diese Mondscheinarie, die im zweiten Bilde dem seligen Wilde m den Mund gelegt wird, gäbe einem der beiden Autoren Stoff z« einer köstlichen Satire. Die Vorgänge im Gerichtssaal balancieren knapp aut Rande zwischen den Brettern und dem Brettl — aber dafür, perlen erfrischend die Worte des Titelhelden und die gute dramatische Arbeit, sowie Wildes ausgezeichnete Verteidigungsrede'lassen glücklich über das merkwürdige Gebaren dieser pechschwarzen Richtrrseelen hinwegkommen. Im Gefängnisbilde leistet sich Oskar Wilde, über das Haupt des zum Galgen Schreitenden und vor ihm knienden Verbrechers geneigt, eine philosophische Betrachtung über „Sein oder Nichtsein" beziehungsweise »Diesseits und Jenseits", daß manch guterzogener Zuhörer nur mühsam rin homerisches Gelächter unterdrückt. Aber was tuis! Hinter den Kulissen jammert das Arme-Sünder-G!Zckchen, man hat eben erst ein ergreifendes Stück aus Wildes Werken genossen — imd der Kelch geht glücklich vorüber. Das Sympathische: Die Autoren täuschen keine Ambitionen -vor und geben zu erkennen, daß sie nichts bieten wollten als --obes, sinnfälliges „Theater". Das ist ihnen in ungewöhnlichem Maße gelungen und dazu gehört nicht menig. Man kann den '„König des Lebens" etwa dem Srnsafie' fC ** "krau oder Genie und Leidenschaft" an dir Seite stelle''. >;"r, Knnsthaudwerk unterschätzt, der mache gefälligst'! ' . uiit, studiere das Publikum und beobachte sich selbst. ... o ..'irlte einen sehr großen und einmütigm PuMunlser'. lg. Die Hauptrolle ist Harry;W'a l d e n anvertraut und die Autoernlauch keine zu verkennende Qualität eines Theaterstückes) gaben ihm Gelegenheit seine Kunst voll entfalten zu können. Meisterhaft die adelige, bei aller Einfachheit überaus eindringliche Sprache in der Gnichtsszem, hoheitsvoll und mit sparsamsten Mitteln erschütternd seist Spiel als Sträfling im Kerker und von dankenswerter Zurückhaltung als verkommener Absynthtrinker m' der Spelrckke. Von dm übrigm Mitwirkenden der Kochödie, die Egon Brecher sorglich und mit Geschmack inszenierte, seien ganz besonders Arüomc Dietrich und Franz Kam m a n f und K. F. La s s ,e u bervorgehobcn. Das Publikum dankte mit unzähligen Hervorrufen. Die beiden Autoren schoben in rühmlicher SelbsterkennMis-Mid schöner Bescheidenheit Herrn Harry Walden in dm Vordergrund. Das Stück wird sich behaupten. 0. A. 4. Juli 1919 Nr. ISS Aus den Theater». Das D e u t s ch e V o l k s t h e a t e r sowie die .Kia.Ai' m e r s p i e l e bleiben bis b. August geschlossen. Die nrucSäifsy wird im Bolt'slheatcr mit Snindbrrgs Komödie „Rst.sts.ch" und in dm Kammersvielen nnt den, Lnftspirl „F r a stl en st I o s e t t c — m e i n e F r a n" eröffnet werden. . r. Im W i e n c r K o m ö d i c n h a u s bleibt Dr.-Fritz L ö h n e r s und Bruno W'a r.d e n ö . Komödie. .K ö n r g d c s Leben s" mit Harry Walden als. East bis auf weiteres auf dem Spielplan. Die Vorstellungen beginnen 'täglich um 7 Nbr. '' , In der R e u e u W i e u e r B i't hne gelangt h c stick, 7 Uhr abends, Frank Wrdekinds erster Teil der Luln- Tragödie ,.E r d g c i ft" nnt Ti'cira Orska als Gast zur Aufführung. dirigieren wird. Seine ofsizirlle 2>estellnng zum ........ «... Gemeindcrat, die nur eine Formsache ist. dürste in nächster Zeit erfolgen. — Dre neuen erhöhten Preise werden dem Distel? schnitt der Preise ur den anderen PrrvaUheüttrn entsprechen, doch sind besonders billige Arbeiter- und Studrntenvorstellmigru ckmd auch teuerere Pvrftelluugcn geplant, wenn hervorragende Gäste Mitwirken. In der B o l k s o p c r. ans der gegenwärtig die.Erl- Bühne gastiert, wird heute .,D a s H.e x r g o t t sbübe V wiederholt. Samstag wird zum »erstenmal „D a §' G n a d c n b i l d" gegeben. j Der vierte Jahrgang der von VJri.t u £ «-6? v berausgegebenen Monatsschrift »D e r I u d e". der iübrenden Wischen Zeitschrift, beginnt in einer Zeit der Hochblüte nationaler. .Bestrebungen. Wer, die geistigen Strömungen dieser Epoche ht ÖUU. _ .. .. „ . ,.. ......!B i rt 11 I, A' a t 1) a n f o n Abonnements und Ertncklnne ,durch R. L ö w i r, Verlag. Ab:-nlrmg ,,D c r u d c", Wien, ' Fleischmarkt i.. Gerichtssaal. Das Recht des Hausbesitzers auf eins Wohnung im eigenen Kaufe. ,, . Ts liegt heute der Wortlaut einer bemerkyiSwrrten Entscheidung des Ob ersten Gerichtshofes in einem Mietprozeffe vor, in welchem es sich um die Frage der Berechtigung des Hausbesitzers zur Kündigung der im eigenen 9 a. u s e von ihm beanspruchten Wohnung handelt, wenn er selbst — mangels einer eigenen Wohnung — im Hotel wo h n e n m u §.t Im gegenständlichen Falle hat der ttagrryche Hausbiftker mit seiner Frau und seiner jüngeren Schwester ltt ttltn'cu Hott! wohnen müssen, weil bei seiner Rückkehr «ach Wwn alle Wohnungen in seinem Hause v r r m r e t r t waren. Im Hotel bewohnte er zwei Zimmer. Da sich dw Sache im Laufe der Zeit sehr kostspielig gestaltete und er dm Wunsch nach Führung eines eigenen Haushaltes hatte, unrdrgte er emer Partei die aus vier Zimmem und zwei Kcchmetten bestehende Wohnung, indem er »dringende Selbstbenotrgung als Kündigungsgrund angab. Der Gekündigte machte gellmd, bcr HauSoesitzyc möge sich ein billigeres Hotel auSsuchen, wenn cs seine wirtschaftliche Kraft "berueige, in einem ersten Hotel zu leben. Der Klüger brauckw doch nicht für die aus v r e r P e r s o n e n bestehende Familie gerade eine auS s e ch s R ä n m e n bestehende Wohnung: er möge sich mit einer lleineren, einer Zweizimmerwohnung begnügen.. Die Aufkündigung wurde in allen Instanzen kur,w i r k s a m erklärt. In der obcrstgerichtlichen Entscheidung herpt es unter anderem: Es kann dem Kläger nicht zngrmntet werden, m eftirm fremden Hanse eine Wohnnng zu suchen, woher-es sraglich ist. ob er überhmwt eine findet. DaS H o t e ll e b. e n r st nur ein N o t b e h e l f für eine Person, die tbttt Mmsch imd den Anspruch auf Fühmng eines eigenen a u S h a l cke s besitzt. Wenn der Gekündigte einwendet, der aM'efitzer solle einer »kleinere«" Partei kündigen, so ist zu erwidern, darr eine solche Partei mindestens so schutzbedürstig ist, als der Mieter einer Sechszimmerwohnung, da in Wien kleinere Wohnungen schwerer zn bekommen stnd, als größere. Wird noch erwogen, daß das weitere Wohnen des Klägers tnt Hotel für dreien nn werteren Verlause sein w i r t s ch a f t l i ch e s G l e l chg e nn ch t st 5 r e n würde, da es mit seinem Einkommen nicht mehr an Emklang Zu bringen wäre, derartige Kosten zu tragen, encheint die Klag: begründet. BrLrvgene Fetthamfterer. Bor dem Schwurgerichte iräter Vorsitz des Oberlandesaerechtsrates Dr. Kämpf hatten sich heute der S^iährige Chauffeur Franz W e s s e l i k, der 29jährige Mechaniker Johann H p b e r und der 25jährige Schneidergehilfe Leopold B r u n a wegen^eigenartiger Betrügereien zu verantworten. Die Anklage ftgt den Angeklagten folgenden Sachverhalt zur Last: Franz Wes s e l i k hat nach seiner Superarbitrierung iry> . sich W e s s e! ik für yei. _ Fleuch. Er lud die Schleichhändler in der Regel in die Wohnung emer Prosntuierten namens Therese F e i ch t i n g e r ein, Work ihnen dir Waren abnaüm und verschwand. Ein anderes Mal macine er die Bekanntschaft eines gewiffen K a d e r n o s ch k a, der ihm 60 Kilogramm Fleisch anbot. Auch in diesem Falle führte tt den Kadecnoschka in die. Wohnung eines der Mitangeklagten, Hü b e r> von wo er wieder uuter Mitnahme des FleWeß verschwand. ' ■ v Thereft F e t ch t i u g c r wurde das Verfahren ausaeschirdni. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Franz W e s s r l i k z u t\ n. c m I ahre einfachen Kerkers; Johann Hu her wurde zu sechs Monaten, Leopold B r u n a zu drei Monaten schweren Knkers verurteilt. j. — Sport. Vom Jüdischen Turnverein „Maklrabr XV". Mittwoch den IS. Juni fand die ordentliche Generalver- ,'annnlrmg des „Matkalsi XV" statt. Ans dem ausführlichen Tätigkeitsbericht der Vrreinsleituug ist die bedeutendenationale Arbeit hervorzuheben, die im letzten Jahre, neben dem für alle AlteMaffeu regelmäßig betriebenen Eurnen (Schautnruen, Ssi.tApril) geleistet wurde. Sie fand in der Anlegung einer naüonaljüdischen Bibliothek, Schaffung eines Palaftina-ReisesondS, Chanuka- und Peflachfeier. in diversen Vorträgen für sämtliche BeremSmitglieder und Gäste und Märchrnvorstellungen für die Kinderabteilimgen ihren Ausdruck. , .. Der wichtigste Beschluß der Generalversammlung ist die Annahme des Baseler Programms in das BereinSstatm.; 7 Dir Neuwahlen - für das kommende Beremsjahr-Jubllämn M. Z'dläbrrgrn Bestandes zeigt folgendes Ergebnis: I. Obmann: Di^riz. Schillerll.'Obmann:- Otto RuzrkMl Obmann: KLMierzialmt. Leopold' Baß;' l. Platzleiter: Oskar. Weitzendors; ll. Plahlerter: Ferdinand Perlitz; l. Schriftführer: Grscla Tauber: kl.' -Schriftführer.: .Karl - Hein; l. Kassier: Grete Sabel; N. Kassier: Artur Metzker; I. Zeugwart; Alexander. Kollmann; kl. ZeuPvart: Emst WAich; BMöthrkar. und .Äertreter im Jugendheim: Otto Engelhart; Beiräte: Dr. Alfred Spitzer, Oskar Gdldschmied, Heinrich Hacker, Julius Heitler, Hilde Ruzek, Emannrl Trebiischftmd Josef Koh«. ' Horfteywrttspkel. Die Hakoah trägt chente. nachmitümS, die letzten Pokalwettsviele dieser Saison ans. Als Gegner har ne die .n,F Vinn* Z'nwald, Rudolser 2, tuirimum, E. Klimt, Mrrthcimei.' 2; Nemvelt. Der Altonuer Fntzballlllub v. VS veranstaltet am 16. d. M. eiw internationales leichtathletisches Meeting/ zu dem die llttvörragrndsten schwedischen Leichtachletm ihre dkennung ab-- aegchen haben. Der Schwedenmannschaft gehören mehrere schwedische Meister an. so unter anderen der 1<>0--Meter--Meister Ja co b sen, Malmö, der erst kürzlich em Läuderknmpf gegcu Dänemark siegreich war. Auch der hervorragende Weitspringer übcrwräng.^ Ban den -lUitM v.v'i ^n>>fti-eckc'.'.iHufcru. die >a m den jevrrn Jahren stets Herr-'.r.r^u v ft^stmigekr erzeelte». kommt wührfcheinttch B o 1 i n, der Wnub lä00-Meter-Meister und WxÜrekordlLuML. Ob auch der Altmeister Z-ruder liach Deuifch- ,!E kWM M noch nicht fest. Die Ernährung. Der Marktbericht. s In der Gro ßmarkthalle gab eS gestern etwas regeren Verkehr, da durch die gleichzeitige Ausgabe von hiesigem und ausländischen! Rindfleisch doch «ne etwas größere Zahl von Haushaltungen in der Lage war, Rindfleisch zn beziehen. Das jugoslawische Rindfleisch ist sehr schöner Qualität, jedenfalls weit bester als das von hiesigen Tieren stammende und — von den Bratenstücken abgesehen —. nicht um vieles teurer als das amerikanische Pökelfleisch, das durch die unbedingt notwendige lange Wäffenmg viel verliert. Die Nachfrage war J>emt auch außerordentlich lebhaft und eS wäre nur zu wünschen, daß der Bezug aMandischer Rinder auch weiterhin, möglich ist und amtlicherseitS in jeder Hinsicht gefördert wird. . Sehr traurig sah es gestern auf den F i f ch m ä r k t e n aus, die der Hauptsache nach mit gesalzenen Schellfischen und slavo nischen toten Karpfen äußerst ininderer Qualität beschickt waren. Es r st n n v e r st ä n d l i ch. d aß derartige Waren aus dem Auslande bczogen werden dürfen, w ährend wichtige BezügemitRücksichtnahmeaufdieValuta unterbleiben müssen. Die gestern feilgehaltenen K a r p f e n k o st e t e n K17.— f ü r d a 8 K i l o g ramm, w i'.en also keineswegs billig: dabei handelte cs sich um ganz kleine, m~a g e r e T i e r e, die nicht entsprechend gefüttert, fast.mw "aus Haut und Gräten bestanden. Eine kleine Mengefrischer SchcÜsische war bald nach Beginn des Verkaufes vergriffen^ . r - Die. Zufuhren nach den G r ü n w a r e n m ä r k t e n haben' sich, wie vvrauszusehen war, gebeffert. Gemüse aller. Gattungerl gab eS gestern wieder in mehr als ausreichender Meitge. Dagegen kommen die O b st s e n d u u g e n noch immernicht in Gang. An frischem Obst warm gestern auf den Wiener Märkten wieder nur Ananaserdbeeren zu haben; für dieses teure Obst besteht aber auf den Märkten kein Bedürfnis. Weitere Sendungen vonSüdfrüchte n sind a u s D a l m a t i e n eingettoffen, auch der Bezug dieser Waren ist n i ch t d r i n g e n d, u m s o weniger, a l s d i e bisher eingelroffene« Sendungen «och. z u m g r 5 ßtenTeileunverkauftsiild. ' KarEoffelabgabe. Heute Freitag und morgen Samstag werdm im Xlll. Bezirk Kartoffeln und' zwar' 1 Kilogramm Pro Kopf abgegeben. Abgetrcnnt wird der Abschnitt M der Kartosselkarte. W. I. W. Der SamStagverkauf entfällt. Der BoLksWirt. Die BeschLagnatzAre.vorr auslärrÄischeu - Mertpapieren und Gold. Dev m der Nationalversmmnlüng cingebrachtc Gesetzoniwurs ttbov die Sicherstellung ausMichi^r Lebentznnttel- und Nohst-offkredite durch Juanspruch- ' nahrne von int privaten Besitz befindlichen Goldmünzen und ansländijchLn Wertpapieren lautet wie folgt:' § 1. Zur Sicherstellung, oder Bedeckung der von Frankreich, Großbritannien, Italien und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Beschaffung von Lebensw Mitteln und Rohstoffen Kwährtcn oder noch zu gewährende« Kredite kann die Staatsverwaltung im privaten Besitz befindliche Goldmünzen und ansländifche Wertpapiere in Anspruch nehmen. Die Besitzer dieser Wertgegenstände haben sie dem Staate auf sein Verlangen gemäß de:r folgenden Bestimninngen känstich oder leihweise.zu überlassen. . K 2. Äbgabepflicht. Zur Abgabe können verpflichteL werden: a) D en t s ch ö st e r r e r ch e r, die in: Inland' ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt haben; b) Firmen, Gesellschaften und juristische Personen, - die im Inland ihren Sitz oder ihre Hauptniederlassnug . c) Ausl ä.nder, sofern sie vor dein 1. August 19Ick! ihren Wohnsitz'im Inland genommen haben und ihn jetzt noch im Inland haben; d) Ausländer, die im Inland ihren Wohnsitz haben, sofern sie in der Zeit seit' dem 1. August 1914 im 'Inland gyschäftlich tätig gewesen sind, so daß sie zur Entrichtung einer Eriverbsteuer im Inland verpflichtet waren oder sind; e) ausländische Firmen, «Gesellschaften und juristische Persouen bezüglich ihrer im Inland befindlichen Niederlassungen oder Geschäftsstellen. Als Inland ist im Sinne dieses Gesetzes das Gebiet Dentfchösterreichs, soweit eS nicht von einer auslsirchischen Macht besetzt ist, anzusehen. < Von der Abgabopflicht sind die Angehörigen der im ß 3' angeführten kreditgebenden Staaten ansgenoininen. . g 3. G egenstänbc. Der Abgabe unterliegen: in* und ausländische Gold m ü n z e n; ' au öl ä n d i s ch e Wertpapiere, das heißt von Staaten, öffentlichen Körperschaften, Handelsgesellschäften, juristische!: und physischen Personen der Staaten, die vor dem 1. Augilst 1914 im Verhältnis zur üsterreichisch-ungarischirmMonarchie Ausland waren, ausgestellte Wertpapiere, tme Aktien und andere eine Beteiligniig an ausländischen Unternchinnugen bescheinigende Urkiinde-i sowie auf Inhaber lauirnde ober sdust übertragbar? D'chnibbrrschreibungenjeder Art. Der Abgabe niiwrli.'ge» die anaesü-irlen Gegenstände, ob si" v.w Inland oder in« A'.'..k.".;d, in eigener Verwahrung der Eigen!Ürner oeer ui ireinoer V?r. MÄ.WL M^eLinden.

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